Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Ein Modell für eure Familie: Gottes Modell vs. das Modell der Welt, Teil 1 (German)

Epheser 5,18-22, 25; 6,1-2

Code: de1943A

Niemand muss uns beweisen, dass die Keimzelle der Zivilisation – die Familie – unter Umständen direkt vor unseren Augen zugrunde geht. Alle Zeichen um uns herum sind mehr als eindeutig. Wir könnten jetzt allerlei Statistiken anführen, um die aussichtslose Situation aufzuzeigen, in der Familien sich in unserer Kultur befinden. Wir alle sehen in den Medien ständig die Zurschaustellung von Scheidung, sexueller Rebellion, Abtreibung, Sterilisation, Straffälligkeit, Untreue, Homosexualität, Frauenrechtsbewegung, Rechte der Kinder etc. Das wurde uns in den letzten zehn oder zwanzig Jahren ständig vor Augen geführt. Wir sehen zu, wie die Schlaufe geschnürt wird, die der Familie die Luft abschnürt.

Und ehrlich gesagt meißeln viele den Grabstein der Familie mit frohem Herzen und tun es im Grunde genommen voller Freude. In einem Buch mit dem Titel The Death of the Family (~ Der Tod der Familie) schlägt ein britischer Arzt vor, „die Familie komplett abzuschaffen, weil sie ein primäres Instrument der Konditionierung für eine westlich-imperialistische Weltanschauung ist.“ Kate Millett, eine sehr prominente Feministin, schrieb ein Buch mit dem Titel Sexus und Herrschaft, in dem sie schreibt, die Familie müsse abgeschafft werden, weil sie Frauen unterdrückt und versklavt.

Die Menschen, die solche Ansichten vertreten, sind aggressiv, energisch, direkt und beherrschend; der fruchtbarste Boden für die Verbreitung ihrer Ansichten findet sich in den Universitäten und Colleges unserer Gesellschaft. Demzufolge sind sie dabei, die Jugend, die schließlich zu den Führern und Machern unserer Gesellschaft gehören wird, maßgeblich umzuerziehen. Frau Ti-Grace Atkinson von der National Organization of Women ist bestrebt, Sexualität, Ehe, Mutterschaft und Liebe vollkommen abzuschaffen. Ich würde sagen, das ist ziemlich verhängnisvoll. Sie sagt: „Ehe ist legalisierte Knechtschaft und Familienbindungen sind die Grundlage für alle menschliche Unterdrückung.“ Was für eine verdrehte, traurige Ansicht. Aber in vielen Fällen ist das die vorherrschende Ansicht unter den Denkern, Dozenten und Lehrern in unserer Gesellschaft.

Andererseits gibt es Menschen, die den Tod der Familie miterleben und das als eine Katastrophe sehen, als eine bösartige Krankheit. Wenn die Familie nicht funktionieren kann, wer soll dann die nächste Generation großziehen, sozialisieren und ihr Moral beibringen?

Dr. Armand Nicoholi II von der Harvard Medical School sieht den Trend zur Vernichtung der Familie als verheerend an. Er weist auf verheiratete Frauen mit Kindern hin, die außerhalb des Heims arbeiten, auf die Tendenz des häufigen, fast ständigen, Umzugs vieler Familien, auf die Vorherrschaft des Fernsehens zuhause, auf mangelnde Kontrolle in der Gesellschaft, auf das Chaos der moralischen Verwirrung, auf mangelnde Kommunikation innerhalb der Familie und auf Scheidung und er sagt, all diese Dinge bedrohen unsere Lebensweise. Ich möchte ihn hier kurz zitieren. Er sagt: „Diese Trends werden die Familie handlungsunfähig machen, ihre Integrität zerstören und dazu führen, dass die Familienmitglieder so lähmende emotionale Konflikte erleiden, dass sie eine unerträgliche Last für die Gesellschaft werden. Wie sieht die Zukunft aus? Erstens wird die Qualität des Familienlebens sich weiterhin verschlechtern und eine Gesellschaft mit einer höheren Rate seelischer Erkrankungen hervorbringen als je zuvor. 95 Prozent unser Krankenhausbetten werden dann vielleicht von seelisch kranken Patienten belegt sein. Diese Krankheit wird sich durch mangelnde Selbstbeherrschung auszeichnen. Wir können zunehmende Attentate auf Menschen in Autoritätspositionen erwarten. Gewaltverbrechen werden zunehmen, selbst innerhalb der Familie. Die Selbstmordrate wird steigen. In dem Maß, in dem Sexualität immer zügelloser und von der Familie und emotionalen Bindungen abgesondert wird, wird der abstumpfende Effekt mehr bizarre Experimente und weitverbreitete Perversion verursachen.“ Das ist, ehrlich gesagt, ein erschreckendes Bild und wir sehen zu, wie es direkt vor unseren Augen entsteht.

Es steht außer Frage, dass die Familie enormen Angriffen ausgesetzt ist, dass die Menschen die Familie so neu definieren wollen, wie es ihnen passt. Es steht außer Frage, dass wir erleben, wie eine Generation junger Menschen heranwächst, die keine Sozialisierungskompetenzen und kein Gespür für Moral hat. Es herrscht Chaos. Es wird gemordet. Verbrechen grassiert überall. Sie finden sogar Gefallen daran, Menschen, die für sie unbedeutend sind, zu erschießen – einfach um des Kicks willen, den sie durch das Töten bekommen.

Soziologen, Psychologen, Analysten und sogenannte Ehe- und Familienexperten, Psychiater und der ganze Rest drängeln sich überall, um irgendeine Lösung zu entwickeln, und sie tun das bereits seit ungefähr zwei Jahrzehnten, ohne irgendwelche Auswirkungen. Nichts, was sie tun, scheint den Prozess der Desintegration menschlicher Beziehungen, die den Kern des Lebens - die Familie - darstellen, aufzuhalten. Ihr könnt die Gesellschaft an vielen Stellen manipulieren, aber wenn ihr die Familie zerstört, zerstört ihr die Gesellschaft.

Es ist in gewisser Weise faszinierend, all das hautnah mitzuerleben. Die Familie steht ohne jeden Zweifel ganz oben auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, und das ist sehr viel gefährlicher als das Aussterben einige Tier- oder Pflanzenarten, um die die Menschen sich sorgen.

Und das ist der Punkt, an dem wir einwenden: „Kann die Familie gerettet werden?“ Ich vermute, wir sollten um einiger Menschen willen fragen: „Sollte die Familie gerettet werden? Ist sie es wert, dass wir für sie kämpfen? Und wenn ja, wie?“ Ich würde hinzufügen, dass die Gemeinde, zumindest in den letzten zehn Jahren, einige Anstrengungen unternommen hat; in den letzten zwanzig Jahren ist dieses Thema ein großes Anliegen gewesen. Christliche Buchhandlungen sind buchstäblich voll von Büchern über Ehe und Familie. Es gibt unendlich viele Predigten und Botschaften und Bandaufnahmen und Seminare und Konferenzen, die sich mit familienbezogenen Themen befassen. Aber auch das scheint keinen großen Unterschied zu machen.

Gott hat eine Antwort auf die Frage, ob die Familie gerettet werden sollte und ob die Familie gerettet werden kann. Die Bibel macht es sogar sehr deutlich, wenn sie sagt, dass die Ehe die Gnade des Lebens ist und Kinder eine Gabe des Herrn, dass wir diesen Segen verstehen müssen, diese Glückseligkeit und das Ziel, das Gott in Bezug auf die Ehe und die Kindererziehung darlegt. Die Familie ist noch immer das Herz und die Seele der menschlichen Gesellschaft und Familie, so wie sie von Gott definiert ist. Sie ist ein Ort der Intimität und Vertrautheit. Sie ist ein Ort der Freude. Sie ist ein Ort der Erinnerungen, die die Grundlage des Lebens darstellen. Sie ist ein Ort der Liebe. Sie ist der Ort der Sozialisierung. Sie ist der Ort, an dem Moral vermittelt wird. Sie ist ein Ort der Sicherheit. Sie ist der Ort, wo wir Vertrauen erlernen.

Ich habe kürzlich mit einem unserer Dozenten im Master's College gesprochen, der einen Doktortitel von der USC verliehen bekommen hat und sich besonders auf die Arbeit mit Kindern im Bildungssystem konzentriert hatte. Er sagte, sämtliche Literatur, die es heutzutage zu Studien über Kinder gibt, deutet darauf hin, dass es einen Zeitraum zwischen dem Alter von sechs und zwölf Jahren gibt, wenn alle Grundlagen entweder etabliert oder nicht etabliert werden; das sind die entscheidenden Jahre für das, was aus dem Kind werden wird. Ihr könnt euch ihre Lebensweise in diesen Jahren ansehen und mit fast absoluter Genauigkeit vorhersagen, ob sie asozial sein werden oder normal gesellschaftsfähig. Wir können alle Wurzeln kriminellen Verhaltens in jenem Zeitfenster im Leben eines Kindes sehen.

Es ist durchaus einleuchtend, dass die sekuläre Welt sich dieses Zeitfenster aussuchen würde, denn selbst im Fall von Jesus wird die Tatsache illustriert, dass ein jüdisches Kind ab dem Alter von zwölf Jahren eigenständig soweit war, ein Sohn der Pflicht zu sein. Ich habe über die Tatsache gesprochen, dass Gott die Eltern dazu geschaffen hat, Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zu stärken und zu erbauen, damit sie mit der Pubertät, die ungefähr mit zwölf einsetzt, klarkommen. Und wenn die Kinder die Grundlagen der Moral nicht haben und keine Bestätigung, keine Selbstdisziplin und keine Selbstbeherrschung haben, die in diesen Jahren zwischen sechs und zwölf entwickelt werden, dann laufen sie Amok, wenn sie in diesem Zeitraum von ihren Leidenschaften besessen sind. Es gibt ein göttliches Vorbild dafür, wie eine Familie damit umgehen soll, wie eine Ehe ein Vorbild geben soll, das befolgt werden soll, wie eine Ehe erfüllt und glücklich und befriedigend sein soll.

Und um dieses Vorbild zu finden, müssen wir lediglich im Wort Gottes suchen. Dort ist alles beschrieben. Es ist nicht allzu kompliziert und nicht allzu schwierig.

Als ich diese Woche predigte, fuhr ich, nachdem ich Illinois verließ, weiter nach Ohio und predigte dort, und nach meiner Predigt kam eine Frau zu mir, eine sehr nette junge Frau, ich vermute um die 35 Jahre alt, und sie hatte eine ganze Horde kleiner Kinder, zwei auf dem Arm und mehrere, die sich um ihre Beine scharten.

Und sie wollte mir sagen, dass sie vor zehn Jahren Probleme gehabt hatte, den richtigen Weg in ihrer Ehe zu finden und sie wollte mir für einige Predigten danken, die ich zu diesem spezifischen Thema gehalten und die sie gehört hatte. Diese Predigten hatten ihren Mann und sie geleitet, hatten sie dazu veranlasst, einen Weg einzuschlagen, der auf der Grundlage von Gottes Wort beruhte. In den zehn Jahren, die seitdem vergangen waren, hatte Gott sie so gesegnet, dass sie bei sehr schlechtem Wetter eine sehr lange Reise unternommen hatte, um ihre Dankbarkeit mir gegenüber für die Freude, die sie in ihrer Ehe und ihrer Familie erlebt, zum Ausdruck zu bringen. Es liegt nicht an mir, es ist die Wahrheit von Gottes Wort, die etwas verändert. Und solange die Menschen ihr Leben nicht auf diese Wahrheit ausrichten, werden sie in ihrer verheerenden Abwärtsspirale fortfahren, die in Zukunft noch weitaus schlimmer sein wird, als sie jetzt schon ist. Wir können nur raten, wie die nächste Generation sein wird. Schon der Gedanke daran ist erschreckend.

Um zu verstehen, was Gott über die Familie sagt, ist es für uns am besten, wenn wir uns mit Epheser Kapitel 5 befassen. Dieser Brief von Paulus an die Epheser gibt uns quasi eine Stelle, wo alles relevante Material zusammengefasst ist; deshalb ist das ein großartiger Ausgangspunkt für uns. Paulus schrieb diesen Brief um das Jahr 60 n.Chr. und schickte ihn an die Heiligen in Ephesus. Es ist durchaus möglich, dass im Originalmanuskript nicht „Ephesus“ stand; vielleicht war es ein Rundschreiben, das durch alle Gemeinden in Kleinasien ging, wobei Ephesus die erste jener Gemeinden war. Aber Paulus schrieb diesen Brief an die Christen in jenem Teil der Welt und eine Angelegenheit, die ihm am Herzen lag, war die Ehe. Wenn ihr zu Kapitel 5, Vers 18, kommt, beginnen wir mit einer Textpassage, die sich bis Vers 22 und folgende erstreckt, in denen die Themen Familie und Ehe angesprochen werden. Wir werden in dieser Serie im Verlauf der nächsten Wochen über viele Dinge reden. Wir werden eine Reihe von Themen streifen und mit der göttlichen Offenbarung Gottes interagieren, aber wir werden immer wieder zu Epheser 5 als Ausgangspunkt zurückkehren, weil das ein perfekter Anfang für uns ist. Und denkt daran, dass das keine menschliche Meinung ist. Ich bin nicht hier, um euch meine Meinung zu sagen. Meine eigene Meinung ist mir wirklich nicht wichtig. Mir geht es nur darum, euch zu zeigen, was das Wort Gottes sagt, und welche anwendbaren Weisheiten sich daraus ergeben. Das ist das letzte Wort zu diesem Thema. Wir brauchen keine Experten und Psychiater und Psychologen und Analysten und Ehe- und Familienberater, wir können direkt zum Wort Gottes gehen. Wir suchen weder nach Tricks noch nach ausgefallenen Ideen, wir suchen nach der Wahrheit, die zu einem Teil unseres Lebens werden kann.

In dieser wunderbaren Epistel, mit der wir vertraut sind, in dieser Epistel an die Epheser, beginnt Paulus seine Ausführungen zu diesem Thema, zumindest für uns, mit einer Schlüsselaussage in Vers 18. Lasst uns dort beginnen. Er sagt: „Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes.“ Das ist der wahre Schlüssel zu allem anderen. Aus diesem großartigen Prinzip ergibt sich die Anweisung für Ehefrauen in Vers 22, die Anweisung für Ehemänner in Vers 25, die Anweisung für Kinder in Kapitel 6,1 und die Anweisung für Eltern in 6,2. Alle Lehren über die Ehe und Familie ergeben sich aus diesem Prinzip in Kapitel 5, Vers 18. Genaugenommen ist das die erste von mehreren notwendigen Voraussetzungen für jede erfolgreiche Ehe oder erfolgreiche Beziehung.

Und der Kontrast in diesem Vers, den ihr in den Worten „Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes“ seht, ist recht dramatisch und beachtlich. Wenn ihr euch den Epheserbrief vornehmt und ihn lest, könntet ihr innehalten und sagen: „Nun, warum um alles in der Welt würde er Trunkenheit mit Vom-Geist-Erfüllt-Sein vergleichen? Worum geht es hier? Wenn ein Mensch betrunken ist, hat er keine Kontrolle mehr über sich und läuft unkontrolliert durch die Gegend. Sagt er hier, ich will, dass ihr außer Kontrolle seid, aber nicht durch Wein, sondern durch den Heiligen Geist? Was sagt er hier? Ich will, dass ihr die Kontrolle über eure geistigen Kräfte dem Heiligen Geist überlasst, statt dem Wein? Warum stellt er einen solchen Vergleich an?“

Nun, die Antwort darauf findet sich in dem historischen Kontext. Ich möchte euch ein wenig Hintergrundinformationen geben. Ephesus lag, natürlich, in Kleinasien und wurde von der hellenistischen oder griechischen Kultur beherrscht, die „hellenistisch“ genannt wurde; das stammt von dem griechischen Wort hellene ab und bedeutet „Heiden“. Aber die Griechen glaubten, dass der große Gott Zeus – sie hatten natürlich eine ganze Götterwelt und Zeus war einer der Mächtigsten – einen Sohn geboren hatte. Und dass sich das auf sehr ungewöhnliche Weise zugetragen hatte. Ich werde euch kurz den Hintergrund dazu erzählen. Sie glaubten, dass das Kind aus der Gebärmutter seiner Mutter entrissen wurde; der Name der Mutter lautete in der griechischen Mythologie Semele. Das Kind wurde aus der Gebärmutter von Semele entrissen, während diese verbrannte, weil sie dem strahlenden Glanz des Zeus zu nahe kam. Ich weiß nicht, wie Zeus dieses Kind in ihr laut der Mythologie zeugte, aber irgendwie tat er das, ohne sie zu vernichten, aber als sie versuchte, ihm zu nahe zu kommen, verbrannte sie und um das Kind des Zeus zu bewahren, wurde das Kind ihrer Gebärmutter entrissen, während sie verbrannte. Der Kind-Gott, der noch nicht voll lebensfähig war, wurde dann in den Oberschenkel von Zeus eingenäht und blieb dort, bis die Zeit für seine Geburt gekommen war. Dafür braucht man wirklich viel Fantasie.

Hier haben wir also Zeus mit diesem Fötus, der zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Entwicklung in den Oberschenkel des Zeus eingenäht wurde. Der Kind-Gott, der von Zeus dazu bestimmt war, die Welt zu beherrschen, wurde schließlich aus dem Oberschenkel von Zeus entbunden und von den eifersüchtigen Titanen entführt. Die Titanen wurden in der griechischen Mythologie die „Söhne der Erde“ genannt. Die Titanen nahmen das Kind, dieses Kind des Zeus, rissen ihm sämtliche Glieder einzeln aus, kochten es und aßen es. Aber Zeus fand, laut Mythologie, das Herz des Kindes, belebte es wieder und es wurde als Dionysos wiedergeboren. Wenn ihr euch je mit griechischer Mythologie beschäftigt habt, wisst ihr, dass der Name Dionysos recht häufig auftaucht. Zeus fand das Herz, schluckte es hinunter und schließlich nahm dieses die Gestalt des Dionysos an und wurde wiedergeboren.

Zeus schlug die Titanen dann mit seinem Blitz und verbrannte sie alle; aus ihrer Asche entstand die gesamte Menschheit. Das also ist ihre Schöpfungsgeschichte. Dionysos war also übermenschlich, da die gesamte Menschheit einfach aus der Asche der Titanen entstand und Dionysos, zusammen mit Zeus, ein Gott war.

Laut griechischer Mythologie brachte Dionysos also eine Religion, eine Religion der Ekstase, ekstasis, und Gefühlsbetontheit hervor. Und der Kult des Dionysos, diese Religion der Ekstase und Gefühlsbetontheit, diese ungestüme Art der Religion, durchdrang die griechische und römische Welt. Der Kult des Dionysos war eine ausschweifende Form der Anbetung und eine weitverbreitete, vorherrschende Form.

Die Anbetenden begingen Gräueltaten mit menschlichen Organen. Sie praktizierten sexuell perverse Orgien, begleitet von Musik, Tanz und Feierlichkeiten. Aber es gab ein gemeinsames Element des ganzen dionysischen Debakels und das war Trunkenheit ... Trunkenheit. Wenn ihr je im Nahen Osten oder in der antiken römischen Welt unterwegs wart, werdet ihr sehen, dass Dionysos mit Trauben assoziiert wird. Jede Statue, jeder Tribut an Dionysos, jedes Monument des Dionysos weist immer Weintrauben auf, weil er als Gott des Weines bekannt wurde.

Der griechische Name von Dionysos wurde in der Sprache der Römer, Latein, zu „Bacchus“. Und Bacchus ist der römische Gott des Weines. Wenn Menschen sich an diesen unglaublichen, betrunkenen Schlägereien beteiligten, wurden diese „bacchantische Feste“, genannt. Und wenn ihr euch je damit beschäftigt habt, ist das auch heute noch ein vertrauter Begriff. Schlagt in eurem Wörterbuch einmal „bacchantisch“ nach; als Erklärung findet ihr dort „trunken“ oder „Saufgelage“.

Das Schlüsselelement, das Schlüsselelement heidnischer Anbetung, war also Trunkenheit. So überwanden sie ihre Hemmungen. So legten sie ihre normale Zurückhaltung ab. So überwanden sie ihre normalen Schuldgefühle. So stumpften sie ihre Sinne genügend ab, um ihr Gewissen zu beruhigen. So zerstreuten sie ihre Befürchtungen und Furcht und Schuldgefühle wegen ihres abscheulichen Verhaltens. So führten sie eine Art von Schwindel herbei, der ein Ersatz für wahre Freude war und sie einfach in diese Form von schrecklichem Verhalten hineinkatapultierte. Sie taten das, indem sie sich betranken und all ihre Hemmungen verloren.

Sie glaubten also, Trunkenheit sei einfach das Tor zur Ekstase, das Tor zum Ausdruck ihrer Religiosität. Und als solches erhob Trunkenheit den Gläubigen, den Anbetenden, in eine vollkommene Gemeinschaft mit den Göttern. Trunkenheit war also der Schlüssel zur Anbetung, zur Gemeinschaft mit den Göttern. Je betrunkener sie waren, umso wahrscheinlicher war es, dass sie den Zustand der ekstasis und des enthousiasmos erreichten, zwei griechische Wörter, Ekstase und Enthusiasmus, die von diesen oft dämonischen Handlungen zeugten.

Vor ein paar Jahren, als ich nach Israel reiste, hatte ich das Privileg, eine besondere Fahrt durch den Libanon zu unternehmen, durch Beirut und östlich davon, in einer faszinierenden Reise zur Stadt Damaskus. Damaskus liegt an dieser Stelle ziemlich tief im Nahen Osten. Und als wir nach Damaskus zogen, ergab sich auf dem Weg dorthin eine faszinierende Gelegenheit; wir gingen zu der Stadt Baalbek, das war der östlichste Punkt des Römischen Reiches, das große Römische Reich erstreckte sich bis in den Nahen Osten, östlich von Israel. Und wir gingen in die Stadt Baalbek, weil es dort einige der wunderbarsten Ruinen gibt, die erhalten und restauriert wurden. Und es gibt dort einige Obelisken und es ist fast unmöglich, zu begreifen, wie die konstruiert und bewegt wurden, das ist ein ständiges Dilemma … das sind einfach enorme Steine.

Es gibt dort auch einen unglaublichen Tempel, der rekonstruiert wurde. Und überall in diesem Tempel, der Jupiter geweiht war, gibt es Weintrauben, die an den Säulen hängen und entlang der Säulengänge oben. Und die Tempelführer erzählen einem, das repräsentiere Bacchus, dass die Römer am östlichsten Punkt ihres Reichs einen Tempel für Bacchus errichtet und dort ihre Orgien abgehalten hätten. Was daran faszinierend ist, ist zum Beispiel die Tatsache, dass es in der Mitte dieser großen Anlage, wo sie das taten, einen geschmückten Bereich gibt und dann ein Loch, ein tiefes Loch, das dazu diente, dass die Leute sich dabei übergeben und dann zurückgehen und noch mehr trinken konnten. Eine unglaubliche Verhaltensweise, an die sie glaubten, und sie taten das in Tempeln, zu denen sie hinaufstiegen, um Gemeinschaft mit Gott zu haben. Das ist genau das, woran Paulus hier dachte.

Geht jetzt bitte zurück zu Vers 18. Angesichts dieses Kontextes nimmt der Vers eine neue Bedeutung an. Paulus sagt zu ihnen, betrinkt euch nicht mit Wein, das bringt lediglich Ausschweifungen hervor. Und das reißt euch nur herunter. Wenn ihr mit Gott Gemeinschaft haben wollt, werdet voll des Geistes. Unsere Religion wird in ihrer Fülle und Reichhaltigkeit und Realität nicht durch Trunkenheit herbeigeführt, sondern vielmehr durch das Füllen mit dem Heiligen Geist. Füllt euch nicht mit Alkohol, werdet vom Heiligen Geist erfüllt. Er sagt buchstäblich, werdet kontinuierlich vom Geist erfüllt.

Wenn ihr wahre Religion wollt, wenn ihre wahre Gemeinschaft mit Gott wollt, wenn ihr euch wahre Anbetung wünscht, wenn ihr gottesfürchtig leben wollt, wenn ihr Gott wohlgefällig sein wollt, dann müsst ihr vom Geist erfüllt sein … nicht unter der Kontrolle des Alkohols, sondern unter der Kontrolle des Heiligen Geistes. Die Parallele dazu findet sich in Kolosser 3,16, wo Paulus nicht sagt „werdet voll des Geistes“, sondern „laßt das Wort des Christus reichlich in euch wohnen“, denn das ist effektiv dasselbe. Wenn das Wort des Christus euer Leben beherrscht und ihr ihm gehorsam seid, ist das dasselbe, wie vom Heiligen Geist erfüllt zu sein, der natürlich der Autor der Schrift ist. Gehorsam gegenüber dem Wort ist gleichbedeutend damit, vom Geist erfüllt zu sein. Da ist nicht irgendeine mystische Erfahrung. Da ist nicht irgendetwas Ekstatisches. Es ist nicht etwas, das euch überkommt und euch in irgendein unbewusstes Verhalten katapultiert. Ihr werdet nicht bewusstlos zu Boden geworfen, wie man das so oft im Fernsehen sieht. Es geht nicht darum, in irgendeine ekstatische Rede auszubrechen. Es geht nicht darum, außerhalb eures Körpers oder außer Kontrolle zu sein. Es bedeutet einfach, ständig unter der Kontrolle des Geistes zu sein, der das durch das Wort tut und das bedeutet, wir sind der Wahrheit gehorsam.

Wir müssen also an diesem Punkt ansetzen. Was auch immer wir in Bezug auf unser christliches Leben tun werden, sei es unsere Ehe oder unsere Familie, muss sich aus einem Leben ergeben, das vom Heiligen Geist kontrolliert wird. Und deshalb hat die Gesellschaft eigentlich keine Hoffnung, keine Hoffnung. Sie sind nicht wiedergeboren. Sie kennen Gott nicht. Sie haben genauso wenig Hoffnung, das Richtige zu tun, wie die Leute bei den Saufgelagen es hatten. Das wird nicht geschehen. Eine richtige Beziehung innerhalb der Ehe und innerhalb der Familie beruht auf einem erlösten Leben, befähigt und motiviert durch den Heiligen Geist im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes.

Schaut euch jetzt einmal Verse 19 und 20 an: „Redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.“ Ich möchte euch etwas sagen. Wenn der Geist Gottes ein Leben kontrolliert, wenn ein Leben dem Wort Gottes und dem Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes ergeben ist, dann gibt es dort Lobpreis … das ist die erste Sache. Es gibt Lobpreis. Und ich vermute, wir könnten offensichtlich schlussfolgern, dass ein Leben der Anbetung, ein Leben des Lobpreises, einem Herzen entspringt, das voller Freude ist. So einfach ist das. Zeigt mir einen gehorsamen Menschen, der dem Wort Gottes gehorsam ist, und ich zeige euch einen positiven, glücklichen, lobpreisenden, anbetenden Menschen, dessen Herz gefüllt ist mit Psalmen und Hymnen und geistlichen Liedern, der singt und in seinem Herzen dem Herrn zujubelt, ich zeige euch einen Menschen, der mit jedem klarkommt, weil er voller Wunder, Liebe und Lobpreis ist aufgrund seiner Anbetung Gottes.

Vers 20 fügt Folgendes hinzu: „Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Ich sage euch etwas: Es ist sehr schwer, mit jemandem zu streiten, der für alles dankbar ist … für alles. Wenn ihr mir einen Menschen zeigt, der vom Geist erfüllt ist, zeige ich euch einen glücklichen Menschen, einen dankbaren Menschen. Ein Mensch, der das Wort Gottes befolgt, ein Mensch, der voller Freude und Lobpreis und Anbetung ist, ein Mensch, der nichts als Dankbarkeit gegenüber Gott kennt, mit dem wird es sich gut leben lassen. Das ist das Fazit. Wir reden hier wirklich nicht von irgendwelchen Tricks, damit eure Ehe funktioniert. Wir reden nicht von Dingen, von denen ich die ganze Zeit lese. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich euch vor einigen Jahren von einem Buch erzählt habe, das ich über die Ehe gelesen habe und in dem es hieß, wenn ihr eine wirklich gute Beziehung mit eurer Frau haben wollt, hier ist ein guter Vorschlag: Kauft ihr einen Teddybär … einen süßen kleinen Teddybär, einen von diesen richtig weichen. Und bringt ihn mit nach Hause. Wickelt ihn in Alufolie ein und klebt ihn hinten in den Gefrierschrank. Das steht in einem Buch. Klebt ihn hinten in den Gefrierschrank. Bevor ihr den Teddybären in Alufolie einwickelt und hinten in den Gefrierschrank klebt, schreibt romantische und liebevolle Worte und dann klebt ihr den Teddybären hinten in den Gefrierschrank, hinter der alten Lasagne. Und eines Tages, ihr wisst nicht wann, wenn sie nach der alten Lasagne sucht und dieses Ding rauszieht und es auswickelt und einen gefrorenen Teddybären mit einem romantischen Zettel findet, dann, so sagt das Buch, wird es wunderbar sein, wenn ihr von der Arbeit nach Hause kommt. Macht ihr Witze? Wenn eure Ehe schlecht ist, ist es besser, von einem Teddybären getroffen zu werden, der nicht gefroren ist. Mein Vorschlag wäre, den Teddybären nicht einzufrieren … für alle Fälle. Packt ihn in den Schrank.

Darüber reden wir hier nicht. Ihr werdet nicht in der Lage sein, eine Ehe so zu kitten. Ihr werdet nicht in der Lage sein, auf diese Weise eine tiefer gehende Beziehung aufzubauen. Ich höre ständig Vorschläge wie: „Gehe auf ein Rendezvous mit deiner Frau oder führ sie zum Essen aus.“ Das ist alles sehr schön. Aber das wird keine Ehe kitten, die zerrüttet ist. Es gibt nur einen Weg, eine korrekte Beziehung mit unseren Mitmenschen zu pflegen, und der liegt darin, vom Geist Gottes erfüllt zu sein, mit Lobpreis und Dankbarkeit gegenüber Gott, sodass euer Herz mit Freude überfließt. Und das macht einen Menschen zu jemandem, mit dem ihr leben könnt, zu jemandem, der ein Segen für euch ist. Dann sollte es, ehrlich gesagt, fast unmöglich sein, eine Auseinandersetzung mit euch anzufangen, weil ihr einfach so gesegnet seid, so voller Lobpreis, voller Dank, voll der überströmenden Gnade Gottes, unter voller Kontrolle des Heiligen Geistes. Dann seid ihr so erfüllt von Liebe, Freude, Frieden, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Sanftmut und Selbstbeherrschung, dass euer Ehepartner vielleicht darüber aufgebracht ist, dass er keinen Streit vom Zaun brechen kann. Da muss es anfangen.

Aus diesen Dingen ergibt sich noch ein anderes Element in Vers 21: „Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes.“ Das bedeutet nicht, dass ihr Angst habt vor Christus. Da steht einfach, wir sollen uns einander unterordnen. Also, hier geht es nicht darum, dass Frauen sich ihren Ehemännern oder Kindern ihren Eltern unterordnen sollen, sondern dass jeder sich jedem unterordnen soll. Hier geht es um das Fundament, das ist es, worauf tiefer gehende Beziehungen beruhen. Das ist eine geistliche Frage. Es geht hier nicht um Klugheit, um Ideen, darum, Veranstaltungen zu planen, ihr Geschenke zu kaufen oder was auch immer, oder umgekehrt, ihm Geschenke zu kaufen oder ihm sein Lieblingsgericht zu kochen. Das sind nette kleine Nebensächlichkeiten. Aber wenn zwei Menschen gemäß den Maßstäben leben, von denen wir eben gelesen haben, dann sind diese Nebensächlichkeiten egal. Das sind nicht die Dinge, die in einer Beziehung lebenslange Freude bringen.

Unterordnung bewirkt das jedoch, und wir reden hier von einer Art generischen Unterordnung, ohne Rücksicht auf besondere Beziehungen im Rahmen der Familie. Das Wort „unterordnen“ ist übrigens sehr anschaulich, im Griechischen lautet es hupotasso und bedeutet „im Rang unter jemandem stehen“, es ist ein militärischer Begriff. Wir sind dazu berufen, uns einander zu unterstellen. Hier ist das, was tiefer gehende Beziehungen ausmacht. Jemand, der vom Geist Gottes kontrolliert wird, der dem Wort Gottes gehorsam ist, der voller Freude und Lobpreis und Dankbarkeit gegenüber Gott ist für jede einzelne Sache in seinem Leben und der begierig ist, seinen Willen allen anderen unterzuordnen. Darum geht es hier.

Wir sind dazu berufen, uns einander zu unterstellen. Das ist übrigens ein Prinzip, das in der ganzen Schrift dominant ist, dieses Konzept der Demut und Sanftmut auszudrücken, das für den christlichen Charakter von so grundlegender Bedeutung ist. Damit ihr nicht denkt, dass dies nur ein vereinzelter Vers ist, der hier eingestreut wurde - dieses Konzept findet sich im gesamten Neuen Testament. 1. Korinther 16,16: „Ordnet auch ihr euch solchen unter und jedem,...“ Hebräer 13,17: „Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen.“ 1. Petrus 2,13: „Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter.“ 1. Petrus 5,5: „Ordnet euch den Ältesten unter.“ Jakobus 4,7: „So unterwerft euch nun Gott!“ Und hier: „Ordnet euch einander unter.“ Das ist das Konzept der Demut.

Wenn ihr zu Johannes 13 zurückgehen wollt, könnt ihr dort die wunderbare Illustration dieses Konzepts nachlesen, als Jesus die Füße der Jünger wusch. Und dann sagte er zu ihnen: „Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe.“ Und wie hatte er sie geliebt? Genug, um sich, obwohl er der fleischgewordene Gott war, zu erniedrigen und die schmutzigen, dreckigen Füße einer Gruppe von hochmütigen, egoistischen Jüngern zu waschen, die sich darüber stritten, wer der Größte im Reich sein würde, während der Herr kurz davor stand, sein Leben für sie zu geben.

In Philipper Kapitel 2 seht ihr dasselbe. „Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“ Das ist einfach der Standard. Mit wem auch immer ihr zusammenlebt, ist wichtiger als ihr … ihre Sehnsüchte, Wünsche, Bedürfnisse und ihr Leben sind wichtiger als euer Leben. Also stellt ihr euer Leben für sie zurück. Das ist eine geistliche Frage.

Vers 4: „Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“ Und das ist genau die Einstellung von Christus, der es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst entäußerte und gehorsam bis zum Tod wurde, ja bis zum Tod am Kreuz.

Hört mir jetzt gut zu. Wenn Ehen und Familien ihre göttliche Bestimmung erfüllen sollen, sind das die Dinge, die hier auf dem Spiel stehen. Und das wird zu einer Frage der geistlichen Hingabe. Wenn wir bereit sind, dem Wort Gottes gehorsam zu sein und dem Geist Gottes somit die Kontrolle über unser Leben zu übergeben, wenn unsere Herzen von solch überwältigender Freude erfüllt sind, dass wir Lieder über Gott singen, geistliche Lieder über unsere eigene Bekehrung, Lobeshymnen auf das Evangelium, dann sind unsere Herzen immer mit Melodien erfüllt. Wenn wir für jede einzelne Sache, die in unser Leben tritt, immer dankbar sind, wenn wir bereit sind, uns in der Furcht Christi einander unterzuordnen, also aufgrund unserer Hingabe an Jesus Christus, dann werden wir tiefer gehende Beziehungen haben. Aber ohne selbstlose Hingabe an Gott und selbstlose Hingabe an unsere Mitmenschen wird das nicht geschehen.

Und wenn ihr unsere Gesellschaft heutzutage betrachtet, könnt ihr sehen, dass es genau aus diesem Grund nicht geschehen wird. Denn die vorherrschende Denkweise, der aktuelle Trend heutzutage, ist egoistischer Hochmut, nicht wahr? Ich werde bei dir bleiben, solange du mir gibst, was ich will. Und wenn du mir nicht gibst, was ich will, bin ich weg. Heutzutage liegt die Betonung auf Individualismus, Rechten, Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstachtung. Diese ganze individualistische Denkweise ist absolut tödlich für tiefer gehende Ehen und familiäre Beziehungen. Indem wir die Rechte erworben haben, die die Humanisten uns verkauft haben, und indem wir die Rechte individueller Freiheit erworben haben, haben wir die Privilegien tiefer gehender Beziehungen verloren. Der Preis für die von uns angestrebte Freiheit wird am Ende Isolation und Einsamkeit sein. Die Menschen werden wie Objekte werden, die benutzt und weggeworfen werden. Sie werden wie Fremde werden und Familien werden mehr zu einem Grüppchen separater Menschen, die in einer Pension wohnen, die mehr an Selbstverwirklichung interessiert sind als daran, zu geben, denen materielle Güter wichtiger sind als Beziehungen, denen Unabhängigkeit wichtiger ist als Abhängigkeit, die sich mehr um sich selbst sorgen als um irgendeinen anderen Menschen, die sich im Grunde genommen fast ausschließlich um sich selbst sorgen ... die Ehegatten als Last empfinden, ein Hindernis auf dem Weg zu ihrer persönlichen Freiheit und Verwirklichung, die Kinder als Hindernis für die Verwirklichung ihres überwältigenden Egoismus betrachten. Die Bibel sagt, wenn ihr euch für eine derartige Lebensweise entscheidet, könnt ihr tiefer gehende Beziehungen abschreiben.

Familien, tiefer gehende Ehen, die für die Gesellschaft und deren Erhalt so unverzichtbar sind …, hört mir gut zu ..., die für wahre Erfüllung im Leben so unverzichtbar sind, sind nur möglich, wenn ihr selbstlos seid, wenn persönliche Wünsche ständig für Andere geopfert werden. Und wenn das nicht geschieht, kann es keine tiefer gehenden Beziehungen geben. Zwei unabhängige, egoistische Individuen, die auf Kollisionskurs sind, können keine Beziehung aufbauen. Es ist ein Kampf von Menschen, die sich bemühen, demütig zu sein. Das ist elementar. Das ist der Schlüssel für alle Beziehungen, vom Geist erfüllt zu sein, zueinander in Psalmen und Hymnen und geistlichen Liedern zu reden, Dank zu sagen und sich unterzuordnen. Nur diese vier Dinge, sie bilden die Grundlage. Damit müsst ihr diese ganze Sache beginnen. Menschen, die im Geist wandeln und das Wort Gottes im Gehorsam gegenüber der Wahrheit befolgen, die ein Lied im Herzen und auf den Lippen haben, die Dank sagen für alles, was ihnen im Leben widerfährt und die begierig darauf sind, ja die es sogar kaum abwarten können, bei jeder Gelegenheit eine demütige Haltung anzunehmen und sich ihren Mitmenschen unterzuordnen, solche Menschen führen tiefer gehende Beziehungen. So baut man Beziehungen auf.

Wisst ihr, ich werde immer wieder gefragt, was der Schlüssel zu meiner Ehe oder meiner Familie ist. Warum steht deine Familie sich so nah? Oder: „Du stehst deiner Frau so nah und ihr habt eine so wunderbare Beziehung“ … und ich kann mich einfach darauf berufen. Es gibt keine Zauberformel. Es gibt kein Patentrezept. Es gibt keine Tricks. Es geht nicht darum, wie oft wir dieses oder jenes getan haben oder wer hierfür oder dafür verantwortlich war oder welche Vorgehensweisen oder Methoden wir benutzt haben. Es geht einfach um eine Frage, mit der ich in meinem Herzen beginnen muss: Habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, dem Geist Gottes gehorsam zu sein? Bekenne ich mich zu dem kontrollierenden Einfluss von Gottes Wort? Werde ich das Leben eines Christen führen? Denn das muss vorhanden sein. Bin ich voller Freude und Glück oder bin ich hässlich und streitsüchtig und unfreundlich und ungnädig und ... oder ist mein Herz so voller Freude, dass es jeden in meinem Umfeld berührt, mich attraktiv macht und alles, was ich glaube und liebe, für meine Mitmenschen attraktiv macht? Bin ich dankbar für alles im Leben, jede Schwierigkeit, jedes Missverständnis, jede Misshandlung, die mir im Leben, in der Familie oder in der Ehe widerfährt? Werde ich dafür dankbar sein und all das mit Freude in meinem Herzen akzeptieren? Werde ich mich ihnen unterordnen? Werde ich eine Rolle in ihrem Leben spielen und das tun, was ihnen wohlgefällig ist? Es sind derartige Fragen, denen wir uns zuwenden müssen.

Und wenn wir da nicht anfangen, ist der Rest einfach hoffnungslos. Wenn ihr das betrachtet und unsere Gesellschaft, könnt ihr sehen, dass das einfach unmöglich ist … unmöglich. Die Gesellschaft besteht aus Menschen, die sich vor Sünde verzehren, die kein Interesse am Wort Gottes haben, die nur das tun, was die sie antreibenden Begierden ihnen diktieren, die ihre eigenen Begierden überall stillen … Untreue, sexuelle Perversionen, was auch immer es auch sein mag. Unsere Gesellschaft besteht aus Menschen, die keine oder sehr wenig Freude haben und sie gelegentlich in einer Flasche finden oder durch eine Gehaltserhöhung oder einen Angelausflug oder irgendeine großartige Erfahrung irgendwo. Aber im Allgemeinen sind ihre Herzen nicht mit überwältigender Freude gefüllt, die jederzeit übersprudelt. So sehe ich unsere Gesellschaft nicht. Es ist eine sehr deprimierte Gesellschaft. Sie ist nicht dankbar. Sie kann den Hals nie voll genug bekommen. Und niemand ist bereit, sich irgendjemandem unterzuordnen, sie wollen alle ihre eigenen Ziele verfolgen. Es ist einfach unmöglich.

Und dem fügt ihr dann noch die ideologischen Lügen hinzu, die Festungen menschlicher Spekulation, die gegen das Wort Gottes errichtet werden, wie Paulus es in 2. Korinther 10 beschreibt, diese Ideologien, die sich um Humanismus und sexuelle Freiheit und Lesbianismus und Homosexualität und all die Dinge drehen, die die Familie zerstören, die Ideologie, dass die Ehe unnötig ist und man einfach Sex haben kann, bis man dessen überdrüssig ist und sich dann jemand suchen kann, dessen man nicht überdrüssig ist und mit dem man mehr Sex haben kann. Die Vorstellung, dass man Frauen in jedem Winkel der Erde schwängern kann und sie dann einfach mit Kindern sitzen lässt und das ist in Ordnung ist, dass das wunderbar ist, dass wir das akzeptieren.

All diese Ideologien, vermischt mit diesem persönlichen Egoismus, führen zu Katastrophen, absoluten Katastrophen, nichts sonst. Ich möchte mich diesem Gedanken der Unterordnung ein wenig ausführlicher zuwenden. Schlagt einmal 1. Korinther Kapitel 11 auf. Wir werden darauf noch näher eingehen, wenn wir über die Ehemänner sprechen. Vielleicht missversteht jemand das jetzt und sagt: „Moment mal, wenn jeder sich unterordnet, gibt es niemanden, der verantwortlich ist.“ Ich möchte diese Frage nur für einen Moment aufschieben.

Gott hat für eine Familie eine Autorität bestimmt. Und in 1. Korinther 11,3 sagt Paulus: „Ich will aber, daß ihr wißt, daß Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.“ Wir sagen hier nicht, dass es keine Autorität in der Familie gibt, es gibt eine. Es gibt Autorität auf der Ebene des Vaters und die Autorität der Eltern über ihre Kinder, das verstehen wir. Wir reden hier nicht von der Verantwortung der Leiterschaft. Wir reden nicht von der Verantwortung der Fürsorge und des Schutzes – das ist es, was diese Autorität beinhaltet. Wir reden hier nicht von der Autorität, die Kinder zu lehren, sie zu erziehen und sie im Herrn zu unterweisen.

Wir reden hier von gegenseitiger Unterordnung, die besagt: „Auch wenn ich dein Haupt und Beschützer und Ernährer bin, treiben deine Sehnsüchte, deine Herzenswünsche und deine Bedürfnisse mich mehr an, als meine eigenen.“ Das ist es, was das erforderliche Gleichgewicht schafft. Ich gebe meine Verantwortung als Ehemann, meine Frau zu leiten, zu bewahren, zu schützen und für sie zu sorgen, nicht auf. Ich gebe meine Verantwortung als Vater, für meine Kinder zu sorgen, meine Kinder zu beschützen, ihnen durch meine Führung und Disziplin den Weg zu weisen und ihnen Selbstbeherrschung beizubringen, nicht auf, sondern ich tue das, indem ich tief in meinem Innersten weiß, dass das am besten ihren Bedürfnissen gerecht wird. Mit der richtigen Einstellung wäre ich, egal, welche anderen Bedürfnisse sie haben mögen, eifrig bestrebt, diese zu erfüllen, auch wenn ich meine eigenen Bedürfnisse dafür opfern müsste – und ich sage das, wie jeder das tun würde.

Und das perfekte Bild, das sich hier in Vers 3 findet, ist, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist und Gott das Haupt des Christus. Ist Gott Christus überlegen? Nein. Ist Gott seinem Wesen nach anders als Christus? Nein. Sind Gott und Christus eins? Ja. Es bedeutet einfach, dass Christus sich zum Wohle der Erlösung den Zielen und dem Plan und der Macht des Vaters unterordnete. Er war in jedem Sinne gleichrangig und ordnete sich dennoch unter. Und der Vater war dem Herzen des Sohnes gegenüber absolut einfühlsam.

Christus ordnete sich den Bedürfnissen der Menschen vollkommen und bereitwillig unter, er ordnete sich den Zielen des Vaters unter. Er kam und tat etwas, das im Grunde genommen der größte Akt von selbstloser Liebe ist, den es je gab, er starb an einem Kreuz, um den Vater und uns zufriedenzustellen. Er war Herr über die Menschheit, er war der Souverän, der sich unterordnete. Er war der König, der zum Sklaven wurde. Er war der reiche Mann, der arm wurde. Er war der Sündenlose, der die Sünde auf seine Schultern lud. Er war der Schöpfer des Lebens, der den Tod auf sich nahm. Er war Gott, der für die Menschen starb. Das ist die Einstellung.

Es steht außer Frage, dass Gott das Haupt der Menschen ist und dennoch ist er der Sklave der Menschen. Das Bild hier in Vers 3 ist wunderbar. Er war Gott ebenbürtig und ordnete sich ihm dennoch unter. Er stand über den Menschen und ordnete sich den Menschen und ihren Bedürfnissen dennoch unter. Er beugte sich hinab, um den Menschen an dem Punkt zu treffen, wo seine Not am größten war. Beide Male sehen wir die Illustration der Unterordnung Jesu unter den Willen des Vaters und die Bedürfnisse der Menschen. Selbst unter großen Qualen und Bluttropfen sagte er: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Erinnert ihr euch noch, dass es in der Schrift, im Römerbrief, heißt: „In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander, in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor.“ Das ist der Gedanke dahinter. Das ist der Gedanke dahinter.

Bevor wir über die Rolle der Ehefrau oder des Ehemannes oder die Rolle der Eltern oder Kinder reden können, müssen wir über die Rolle von allen Menschen reden. In Christus habt ihr Gleichheit mit Gott und gleichzeitig Unterordnung. Und in all unseren Beziehungen wird es eine geistliche Gleichheit geben, es wird eine geistliche Autorität geben und einen Geist der Unterordnung. Schlagt einmal Galater 3,26 auf, nur um diesen Gedanken abzuschließen, da ist etwas Wichtiges: „Denn ihr alle seid durch den Glaube Söhne Gottes in Christus Jesus; denn ihr alle, die ihr in Christus hineingetauft seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Frau, denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“

Wenn es um die geistliche Ebene geht, sind wir alle eins. Meine Frau ist gläubig, meine Kinder sind gläubig, wir sind alle eins in Christus. Niemand von uns ist einem anderen geistlich überlegen und auf der geistlichen Ebene sind wir alle gleich. Und dennoch gibt es Autorität in dieser Familie, die dem Vater und den Eltern übertragen wurde. Das schließt geistliche Gleichheit nicht aus, es ist einfach eine Pflicht, es ist einfach eine Rolle, es ist einfach ein Auftrag für die weiseste Fürsorge für jene Einheit, die Gott vorherbestimmt hat. Ihr habt dieselbe Sache in der Gemeinde gesehen. Wir sind alle eins in Christus. Es gibt weder Männer noch Frauen, weder Freie noch Sklaven, weder Juden noch Griechen in der Gemeinde, egal, ob ihr ein Mann oder eine Frau seid, ob ihr ein Arbeitgeber oder ein Arbeitnehmer seid, ob ihr arm oder reich seid, egal, aus welcher Kultur ihr kommt, wir sind alle eins in Christus. Doch obwohl wir alle geistlich gleich sind, heißt es in 1. Timotheus 5,17, dass die Ältesten, die gut vorstehen, doppelter Ehre wert sein sollen. Und in 1. Thessalonicher 5,12 heißt es: „Wir bitten euch aber, ihr Brüder, daß ihr diejenigen anerkennt, die an euch arbeiten und euch im Herrn vorstehen.“ In Apostelgeschichte 20,28 werden die Ältesten aufgefordert, die Gemeinde Gottes zu hüten. In 1. Petrus 5 sind sie Hüter der Gemeinde Gottes. In Hebräer Kapitel 13 führen die Ältesten ein Leben des Glaubens und die Menschen werden aufgefordert, es ihnen gleichzutun. Den Menschen wird gesagt, dass diese Ältesten von Gott über sie gesetzt wurden und sie einmal Rechenschaft ablegen werden für sie. Geistliche Gleichheit, doch unterschiedliche Aufgaben. Aber selbst in jenen Aufgaben agieren wir mit einer Einstellung der Unterordnung.

Ich möchte es hier sehr anschaulich machen, einfach, weil es heute Abend so offensichtlich ist. Ich stehe hier in einer Position der Autorität vor euch, weil ich euch das Wort Gottes lehre. Ihr seid in einer untergeordneten Position. Und jemand könnte schlussfolgern, dass ich eine Art Halbgott bin, irgendeine Art von Autokrat, der hier steht, während ihr alle da sitzt und das tut, was ihr tut, und dass es zwischen uns irgendeine Form von geistlicher Ungleichheit gibt. Das ist nicht wahr. Wir sind geistlich ebenbürtig. Ich habe lediglich eine Verantwortung und Pflicht, die mir diese Aufgabe auferlegt.

Nicht nur das, ich muss diese Aufgabe mit mehr Sorge um euch als um mich ausführen. Was mich antreibt, das zu tun, was ich tue, bin nicht ich selbst, sondern ihr. Versteht ihr das? Und so ist das in einer Familie. Ich weiß das bereits. Ich bin nicht hier, um mir selbst das zu sagen, ich bin hier, um das euch zu sagen, weil es mir um euer Wohlergehen geht. Und so muss das in einer Ehe sein. Wir alle ordnen uns in einer Ehe unter, auch wenn wir unterschiedliche Rollen haben.

Dabei fällt mir eine weitere Bibelstelle ein, wo wir gerade dabei sind, heute Abend diese Art von Grundlage zu schaffen. 1. Korinther Kapitel 7 ist ein sehr interessanter Abschnitt über die gegenseitige Unterordnung in der Ehe, einfach nur, um diesen Punkt zu verdeutlichen. Vers 1: „Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es ja gut für den Menschen, keine Frau zu berühren.“ Er sagt hier, dass Enthaltsamkeit gut ist. Die Korinther hatten eine Frage zu dem Thema, ob man heiraten sollte oder lieber nicht. Paulus sagt, Enthaltsamkeit ist gut, sie ist nicht schlecht, sie ist in Ordnung. „Eine Frau berühren“ ist ein Euphemismus für Geschlechtsverkehr, für die Vereinigung in der Ehe. Er sagt hier also, in Bezug auf die Dinge, über die ihr mir geschrieben habt – sie hatten offensichtlich eine Frage dazu – ist es gut, wenn ein Mann nie eine derartige Beziehung hat, es ist gut, es ist okay, es ist in Ordnung. Später macht er das übrigens in Vers 26 ganz deutlich: „So halte ich nun um der gegenwärtigen Not willen [das] für richtig, daß es für einen Menschen gut ist, so zu bleiben [wie er ist]“, und das bedeutet, er ist alleinstehend, bleib so, das ist gut. Vers 29: „Das aber sage ich, ihr Brüder: Die Zeit ist nur noch kurz bemessen! So sollen nun in der noch verbleibenden Frist die, welche Frauen haben, sein, als hätten sie keine, und die weinen, als weinten sie nicht, und die sich freuen, als freuten sie sich nicht, und die kaufen, als besäßen sie es nicht, und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.“ Er sagt hier, ihr lebt in beunruhigenden Zeiten, ihr solltet euch nicht zu sehr an diesen Dingen festklammern. Vers 32: „Ich will aber, daß ihr ohne Sorgen seid! Der Unverheiratete ist für die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefällt; der Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie er der Frau gefällt.“

Hört mir zu, Leute, die Ehe bringt Komplikationen mit sich. Ihr könnt euch nicht einzig und allein auf den Herrn konzentrieren, ihr müsst euch um das Wohlergehen eurer Frau kümmern. Vers 34 [Rev. Elberfelder]: „Und so ist er geteilt. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau“, mit „unverheiratet“ bezieht er sich hier auf jemanden, der geschieden ist, „die Jungfrau ist für die Sache des Herrn besorgt, damit sie heilig sei an Leib und Geist; die Verheiratete aber ist für die Sache der Welt besorgt, wie sie dem Mann gefallen möge.“ Wenn ihr also unverheiratet bleiben wollt, ist es großartig, alleine zu bleiben … so könnt ihr euch sehr viel besser konzentrieren. Es ist nicht notwendig, aber es ist gewiss nicht schlecht, es ist gut. Einige der orthodoxen Juden zur Zeit von Paulus glaubten, die Ehe sei eine Pflicht. Wenn ein Mann nicht heiratete und Kinder zeugte, so sagten die Juden, er hätte seine Nachfahren getötet und dadurch das Ebenbild Gottes in der Welt geschmälert. Dahinter steckte der Gedanke, man solle das Ebenbild Gottes vermehren, und da das Ebenbild Gottes in jedem Menschen steckt, sollte man Menschen vermehren. Wenn man nicht heiratet, tötet man seine Nachfahren und schmälert dadurch Gottes Ebenbild in der Welt.

Die Juden behaupteten sogar, es gäbe sieben Arten von Menschen, die vom Himmel ausgeschlossen seien. Der Erste auf der Liste war ein Jude, der keine Ehefrau hatte. Die zweite Kategorie war eine Ehefrau, die keine Kinder hatte. Es war ziemlich ernst, zu sagen, man könne unter diesen Umständen nicht in den Himmel gelangen. Und das warf wahrscheinlich diese Fragen auf und Paulus sagt, alleinstehend zu sein ist gut, es ist nicht falsch.

Aber in Vers 2 räumt er ein: „Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder [Mann] seine eigene Frau und jede [Frau] ihren eigenen Mann haben.“ Was sagst du hier? Es ist gut, alleinstehend zu sein, aber da Alleinstehende versucht sein könnten, Unzucht zu begehen, ist es in dem Fall besser, zu heiraten. Das ist die allgemeine Regel, zum Wohle der Reinheit, und natürlich, laut 1. Mose 1,28, zum Zwecke der Vermehrung und, laut 1. Mose 2,18, zum Zweck einer Partnerschaft, als Helfer, und, laut dem Hohelied Salomos und Hebräer 13,4, für Sinnesfreuden. Die Ehe ist gut zum Zweck der Reinheit, Vermehrung, Partnerschaft und für Sinnesfreuden. Wenn ihr diese Sehnsüchte und Begierden also verspürt, ist es besser, wenn jeder seinen eigenen Ehemann oder seine eigene Ehefrau hat.

Und dann kommen wir zu Versen 3 bis 5, und das ist es, worauf ich hier abziele. „Der Mann gebe der Frau die Zuneigung, die er ihr schuldig ist, ebenso aber auch die Frau dem Mann.“ In diesem Kontext spricht er über ehelichen Pflichten, die Verpflichtung innerhalb der Ehe, euch einander körperlich sowie in Liebe hinzugeben. Der Gedanke dahinter ist, jetzt, wo ihr verheiratet seid, sollt ihr diese Dinge nicht vorenthalten, denn durch die Eheschließung habt ihr euch vor Unreinheit bewahrt, in der Annahme, dass ihr die Fülle dieser Beziehung, die Gott so wunderbar bestimmt hat, genießen könnt. Also gebe der Mann der Frau die Zuneigung, die er ihr schuldig ist, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Und dann kommt diese wunderbare Sache: „Die Frau verfügt nicht selbst über ihren Leib, sondern der Mann; gleicherweise verfügt aber auch der Mann nicht selbst über seinen Leib, sondern die Frau.“ Hört auf, euch einander zu entziehen.

Mit anderen Worten, ihr müsst euch einander unterordnen. Ihr müsst das Argument „Ich habe Kopfschmerzen“ zu den Akten legen. Vers 5: „Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft eine Zeitlang, damit ihr euch dem Fasten und dem Gebet widmen könnt; und kommt dann wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht um eurer Unenthaltsamkeit willen.“

Die Ehe bringt eine gegenseitige Verpflichtung mit sich. Und die hier verwendete Sprache deutet darauf hin, dass ihr eurem Ehemann gegenüber eine Verpflichtung habt, liebe Frauen. Und ihr, liebe Männer, steht in der Schuld eurer Frauen. Begleicht diese Schuld. Diese gegenseitige Unterordnung ist auf der sehr grundlegenden Ebene sexuellen Begehrens sichtbar. Die Ehe wird zu einer permanenten Kapitulation von allem, was ihr seid, vor eurem Partner. Eure Ehefrau ist das, was ihr füreinander seid, es herrscht Gleichheit. Ich gehöre zu dir und du gehörst zu mir. Sich dem Partner zu entziehen ist übrigens nur nach vorheriger Absprache zulässig. Es ist nicht fair, zu sagen: „Belästige mich nicht, ich bete.“ Es geschieht in gegenseitigem Einvernehmen, nur für eine bestimmte Zeit.

Doch selbst in dieser gegenseitigen Unterordnung in der Ehe verleugnen wir natürlich nicht die Autorität. In 1. Timotheus 2,11 heißt es: „Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, daß sie über einen Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und geriet in Übertretung“ und so weiter. Innerhalb der gegenseitigen Unterordnung gibt es immer noch Autorität, aber tief in eurem Innersten ist diese Unterordnung ein gegenseitiger, demütiger Dienst.

Nachdem wir jetzt all das gesagt haben, haben wir eigentlich das Fundament gelegt. Unsere Autorität ist weich, sanftmütig, zart, fürsorglich. Es ist die Autorität eines Menschen, der versorgt. Es ist die Autorität eines Menschen, der beschützt, der fürsorglich ist, der Bedürfnisse stillt, der durch Stärke und Weisheit abschirmt, bewahrt und Sicherheit gibt. Das wird auf so wunderbare Weise in der Lehre über den Umgang mit Kindern illustriert; ihr provoziert sie nicht durch eure strenge Leitung. Ihr nährt sie.

Und ich sage euch, wenn ihr damit nicht anfangt, dann gibt es keine große Hoffnung, dann gibt es im Grunde genommen überhaupt keine Hoffnung. Ich nehme an, ihr könntet die Zähne zusammenbeißen und euch entscheiden, aus welchem Grund auch immer zusammenzubleiben. Aber ohne dieses Vorbild, das in Epheser Kapitel 5 beschrieben wird, wird die Ehe und Familie zu einem unglaublich schwierigen Kampf, der sehr unbefriedigend ist. Sie wird zu einem Kampf für die Rechte des Einzelnen. Sie wird zu einem schrecklichen Konflikt. Und wir sehen zu, wie die Konflikte sich zusammenbrauen. Jedes Jahr legen Millionen von hoffnungsvollen Paaren Ehegelübde ab oder leben zusammen, mit der Absicht, ein gemeinsames Leben zu schaffen, und die Hälfte davon endet mit einem Kampf, der die Ehe zerrüttet. Und von denjenigen, die sich trennen und dann wieder heiraten, trennen sich zwei Drittel. Es gibt Pastoren, die sogar Scheidungszeremonien konzipieren, ich vermute, das ist, als würde man einen Film rückwärts laufen lassen. Scheidung ist eine Epidemie und dort, wo es keine Scheidung gibt, gibt es oft Konflikte oder andauernde Untreue. Männer sind oft erdrückend und unsensibel. Und auch Frauen können illoyal und unempfänglich sein und nach ihrer Freiheit streben. Kinder haben keine echten Vorbilder. Dieses Chaos ist absolut tragisch … absolut tragisch.

Wenn wir also über dieses ganze Thema der Familie nachdenken, müssen wir mit diesen geistlichen Fragen beginnen. Und von dort aus können wir weitermachen und über die Einzelheiten sprechen. Wenn euer Herz vom Geist erfüllt, gehorsam, voller Lob, Anbetung, Dankbarkeit und Unterordnung ist, dann bringt ihr die Voraussetzungen für eine wunderbare Familie, eine wunderbare Ehe und ein wunderbares Leben mit. Alles andere ist ein Kampf für euren eigenen Willen, so einfach ist das. Nur die Macht des Heiligen Geistes kann das außer Kraft setzen und Freude hervorbringen.

Der Evangelist D. L. Moody stellte seinem Publikum einmal eine einfache Frage. Er sagte: „Ich möchte, dass ihr mir sagt, wie man die Luft aus einem Glas entfernt“, und hielt das Glas in seiner Hand hoch.

Ein Mann rief: „Saug sie mit einer Pumpe ab.“

Moody antwortete: „Das würde ein Vakuum schaffen und das Glas würde zerbrechen.“

Es wurden viele andere unmögliche Antworten ausgerufen, wie, man sollte es kaum glauben: „Stell das Glas auf den Kopf.“ Schließlich griff Moody hinüber zu der Seite der Kanzel, wo das Wasser und das Glas standen, nahm die Karaffe und füllte das Glas. „Da“, sagte er, „jetzt ist die ganze Luft raus.“

In diesem Sinne ist es ganz einfach. Ihr könnt die abgestandene Luft der Ehe eliminieren, aber nicht mit den Pumpen menschlicher Psychologie. Sondern nur dann, wenn ihr euer Leben mit dem lebendigen Wasser, dem Geist Gottes und göttlicher Wahrheit füllt. Und das ist der Schlüssel. Da müssen wir beginnen. Das müsst ihr euch zur Aufgabe machen. Wenn ihr das tut, dann kann ich euch versprechen, dass all die Glückseligkeit der Gnade des Lebens und der Freude der Ehe und Familie euch gehören werden. Lasst uns beten.




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