Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Die Antwort auf die größte Frage des Lebens, Teil 3 (German)

Lukas 10:25-29

Code: de42-143

Nun, heute früh haben wir wieder die Gelegenheit, zum wunderbaren Lukasevangelium zurückzukehren, das wir wegen seiner Offenbarung der Herrlichkeiten unseres Herrn Jesus Christus inzwischen zunehmend lieben. Wir befinden uns in Kapitel 10 und die heutige Botschaft ist der dritte Teil in einem Abschnitt, den wir „Die Suche nach dem ewigen Leben“ nennen. Lukas 10, Verse 25 bis 29. Wir kommen wieder voller Erwartung zu diesem Abschnitt. Es ist ein überaus kostbarer Text, der besonders hell leuchtet unter all den anderen Diamanten, die sich hier im Lukasevangelium finden. Lasst mich euch diesen Text ab Vers 25 vorlesen.


„Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: ‚Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erben?’ Und er sprach zu ihm: ‚Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?’ Er aber antwortete und sprach: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst.’ Er sprach zu ihm: ‚Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben.’ Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: ‚Und wer ist mein Nächster?’“

Nun, wie ihr bereits bemerkt habt, wenn ihr heute nicht das erste Mal bei uns seid, so habt ihr mich sagen hören, dass der Schlüssel zu diesem Text in der Frage steckt, die im ersten Vers erscheint: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Hier geht es um das ewige Leben und das ist die beherrschende Frage. Hier finden wir Jesus in einer Diskussion über die wichtigste Frage, die je gestellt oder beantwortet werden könnte, die Frage über das ewige Leben. Der Gesetzesgelehrte wusste, dass das die wichtigste Frage war. Er wusste das, weil er ein Schriftgelehrter war, also zu damaligen Zeiten ein Gesetzesgelehrter, er wurde auch Schriftgelehrter genannt. Er war ein Experte im Gesetz des Alten Testaments, im mosaischen Gesetz und in den jüdischen Gesetzen und Traditionen. Und er wusste über das ewige Leben Bescheid. Er wusste, dass Adam durch seine Sünde nicht nur physische Unsterblichkeit, sondern auch das ewige Leben verloren hatte. Das bedeutet, er verlor die uneingeschränkte Gemeinschaft mit Gott und (verlor) eine perfekte Welt. Und er wusste, dass Adam im Sündenfall nicht nur das ewige Leben eingebüßt hatte, sondern auch zur Ursache dafür geworden war, dass die gesamte Menschheit das ewige Leben einbüßte. Die Juden wussten das. Sie wussten, dass das Gesetz Gottes, also Gottes heiliger Maßstab für diejenigen, die ewiges Leben anstrebten, von ihnen alleine nicht eingehalten werden konnte, es war unmöglich, das Gesetz zu befolgen. Also bestand auch für sie das Risiko, das ewige Leben zu verlieren. Die gesamte Menschheit hatte im Sündenfall das ewige Leben eingebüßt und es konnte durch die perfekte Einhaltung des Gesetzes nicht wiedergewonnen werden, weil kein Mensch das Gesetz einhalten konnte.

Sie wussten, dass Gott ein ewiges Reich versprochen hatte. Sie wussten, dass Gott einen Samen versprochen hatte, der kommen würde, einen Samen, der den Kopf der Schlange zertreten würde, einen Samen, der ein Sohn des Vaters sein würde, einen Samen, der kommen und ein Reich einnehmen und es für immer und ewig regieren würde, ein ewig währendes Reich, ein Reich der Gerechtigkeit, ein Reich des Friedens, ein Reich des unbegrenzten und ewigen Segens. Er wusste, dass es nach dem [irdischen] Leben ein nächstes Leben geben würde und dass dieses Leben ein ewiges Leben war, dass es eine Auferstehung zum Leben gab, über die Daniel und der Psalmist schrieben. Und er wollte dieses ewige Leben besitzen. Er wollte in diesem ewigen Reich unter der Herrschaft von Gottes Messias, Gottes gesalbtem König, leben. Er wollte für immer in der Gegenwart Gottes leben. Er wollte Teil eines wiedergewonnenen Paradieses sein, der ewige Segen der himmlischen Gegenwart Gottes für immer und ewig.

Deshalb haben wir gesagt, dass wir für die Evangelisation hier einen entscheidenden Aspekt sehen, der gleich zu Anfang behandelt werden muss - das ewige Leben. Das ist die Angelegenheit, mit der wir uns bei der Verkündung des Evangeliums befassen. Es geht um ewiges Leben. Es geht nicht darum, dieses Leben besser zu machen, es geht um das ewige Leben. Und es war eine Frage, die die Juden quälte, weil sie diese Verheißung kannten. Demzufolge wird diese Frage auf den Seiten der Evangelien zahlreiche Male gestellt; mehrere Male in Matthäus, einmal in Markus, einmal in Lukas und im Johannesevangelium wird sie von einer ganzen Gruppe von Menschen gestellt oder quasi gestellt, von der großen Menge, die Jesus dort im sechsten Kapitel gespeist hatte. Die Frage beschäftige sie.

Sie versuchten, ihr Gewissen zu beruhigen, indem sie versuchten, das Gesetz mit Zeremonien einzuhalten, das Gesetz äußerlich einzuhalten, wie Paulus in Philipper 3 zu sein, tadellos nach außen hin. Aber es gab diese schmerzhafte Realität des Gewissens, dieses schmerzhafte Bewusstsein im Inneren, dass, egal für wie gut die Menschen, die sie von außen sahen, sie hielten, sie selbst wussten, dass ihre eigenen Herzen nicht beschnitten waren, ihre eigenen Herzen waren nicht rein. Und sie wussten, dass sie verdorben und sündhaft waren, es war in ihren Gedanken. Es war in ihren Motiven. Es war in ihren Wünschen, ihrem Begehren, ihren Träumen, ihren Ambitionen.

Die Frage war also weit verbreitet. Obwohl sie oberflächlich dachten, dass sie sehr wahrscheinlich in den Himmel gelangen würden, dass sie das ewige Leben besitzen würden, weil sie Juden waren, weil sie beschnitten waren, weil sie die Zeremonien und die Traditionen einhielten, wurde ihr Gewissen doch von der quälenden Furcht beherrscht, dass sie kein ewiges Leben hätten, weil ihre eigenen Herzen so böse waren und sie wussten das, weil der Geist eines Menschen weiß, was in einem Menschen steckt. Und so artikuliert dieser Gesetzesgelehrte die vorherrschende Frage, die viele beschäftigte: Sind wir fit für das Reich? Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass genau das der Grund war, warum Johannes der Täufer als Vorläufer des Messias kam, in die Wüste ging und Buße predigte. Und wenn alle Juden glaubten, dass ihr Judaismus und ihre Beschneidung und ihre Zeremonien sie erretteten, wäre niemand gekommen, um seine Botschaft über Buße zu hören, aber in der Bibel lesen wir: „Das ganze Land Judäa und die Bewohner von Jerusalem zogen aus, um einen Mann zu hören, der die Ankunft des Messias ankündigte und eine Taufe der Buße verkündete.“ Das veranschaulicht erneut, dass sie oberflächlich betrachtet Legalisten waren, die ihre Hoffnung auf ihren Legalismus setzten, doch unter der Oberfläche kannte sie ihre eigenen Herzen und sie wussten, wie verzweifelt sie Buße tun mussten. Und deshalb kamen sie alle, einschließlich Rabbinern, Schriftgelehrten und Pharisäern, um die Botschaft der Buße zu hören und von Johannes getauft zu werden. Vielleicht erinnert ihr euch, dass Johannes die Legitimität ihres Wunsches, getauft zu werden, infrage stellte, die Integrität ihres Herzens infrage stellte, als er sie „Schlangenbrut“ nannte, die nichts weiter tat, als zum Wasser zu laufen, um Gottes Urteil zu entfliehen, wie Schlangen, die vor einem Buschfeuer in einen Fluss flüchten.

Nichtsdestotrotz waren sie über das ewige Leben besorgt. Und ich habe euch in den letzten beiden Wochen erzählt, dass dies der unverzichtbare Bestandteil effektiver Evangelisation ist, dass jemandem also das ewige Leben wichtig ist. Einer der evangelikalen Leiter, den jeder kennt, war diese Woche im Fernsehen und wurde zum Christentum befragt und was Christen versuchten, den Menschen mitzuteilen. Und er gab eine ganz einfache Antwort, dass wir der Welt etwas zeigen wollen, was funktioniert. Wir wollen der Welt nicht etwas zeigen, was funktioniert. Was bedeutet das? Etwas, das in diesem Leben funktioniert? Wenn ihr ein Buddhist seid, funktioniert der Buddhismus. Wenn ihr ein Moslem seid, funktioniert der Islam. Wenn ihr ein Atheist seid, funktioniert der Atheismus. Wenn ihr euch einmal einem Glaubenssystem verschrieben habt, lebt ihr es aus. Aber beim Christentum geht es nicht um dieses Leben, es geht nicht um etwas, das dieses Leben besser macht, wie wir bereits gesagt haben. Es geht um ewiges Leben. Beim Christentum geht es darum, dass wir einen Glauben haben, der auf einer wahren Offenbarung beruht, die Sündern ewiges Leben bietet statt ewigem Tod, ewige Freude statt ewigem Schmerz, ewigen Segen statt ewiger Bestrafung.

Der erste Punkt, den wir hier über effektive Evangelisation lernen, ist also, dass der entsprechende Mensch das ewige Leben anerkennen muss. Wenn ihr also mit jemandem über das Evangelium redet, muss euer Gesprächspartner sich auf einer Wellenlänge befinden, die sich mit Fragen der Ewigkeit beschäftigt. Und das ist unserem modernen Zeitalter eine Herausforderung, weil Materialismus, Humanismus und Atheismus alle zusammenkommen, um die Menschen quasi davon zu überzeugen, dass es nur dieses Leben gibt, dass wir nur Protoplasma sind, das darauf wartet, zu Dung zu werden. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Mehr gibt es nicht. Ihr endet im Sarg und zerfallt. Und von dem Zeitpunkt eures Todes an führt ihr keine bewusste Existenz mehr; welches Interesse habt ihr also am nächsten Leben? Welche Angst habt ihr vor ewiger Bestrafung? Welche Hoffnung auf ewige Freude könntet ihr haben, wenn es nichts weiter als das Hier und Jetzt gibt? Wenn wir nichts weiter sind als das oberste Glied der biologischen Nahrungskette, wenn wir nichts weiter sind, als die höchste Stufe der aktuellen Evolution und wir nur aus Materie bestehen, dann bedeutet all das überhaupt nichts. Aber wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, und das gibt es, dann sollte die Vorbereitung auf dieses Leben nach dem Tod, das für immer währt, das wichtigste Anliegen eines jeden Menschen sein.

Der Mann in der Geschichte glaubte, wie alle Juden, an das ewige Leben. Alle Griechen glaubten an das ewige Leben. Alle Römer glaubten an das ewige Leben. Alle anderen Dinge wie Materialismus, Humanismus und Atheismus sind eine moderne Erfindung des Menschen und keine rationale Erfindung. Das war keine Konsequenz seines Verständnisses des Universums, sondern eine moralische Erfindung oder, wenn ihr so wollt, eine unmoralische Erfindung. Aus dem Wunsch heraus, jegliche Implikationen für seine Verderbtheit, jegliches künftige Gericht oder jegliche Strafe für seine Sünde zu eliminieren, schafft der Mensch Gott ab und kann somit tun, was er will - ohne Konsequenzen. Das ergibt sich nicht aus seinem Verständnis des Universums, es ist irrational, es ergibt sich nicht aus seinem Verständnis der Realität, sondern aus seiner Liebe zur Sünde.

Wenn wir also zum Evangelium kommen, bietet das Evangelium uns kein glückliches, schmerzfreies Leben auf dieser Welt, es bietet uns keine erfolgreiche Ehe, Familienleben und Karrieren etc. Das Evangelium befasst sich mit der Ewigkeit. Wir haben, wenn ihr euch erinnert, also zuerst mit einer Anerkennung des ewigen Lebens begonnen. Zweitens mit der Motivation zum ewigen Leben. Der Mann war motiviert. In Vers 25 steht er auf und testet Jesus; er testet ihn daraufhin, ob die Theologie von Jesus korrekt war: „Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Er kannte die Antwort. Darauf haben wir letztes Mal hingewiesen. Er kannte die Antwort. Er war ein Schriftgelehrter. Er war ein Experte im Gesetz der Juden. Er wusste genau, wie die Antwort lautete.

Aber es war eine sehr persönliche Frage: „Was muss ich tun? Was muss ich tun?“ Und ich denke, das ist wichtig für uns, damit wir die Absichten erkennen. Vor zwei Wochen habe ich euch erzählt, dass diese Schriftgelehrten manchmal kamen, weil sie die Berater der Pharisäer waren. Die Pharisäer wollten Jesus bei irgendeinem Verstoß gegen das Gesetz erwischen, sodass sie ihn zum Tode verurteilen und ihn hinrichten könnten, was sie schließlich auch taten. Und sie würden sich dazu der Schriftgelehrten bedienen, die Experten im Gesetz waren, um die Verstöße zu finden, derer sie Jesus anklagen könnten. Es gab Gelegenheiten, bei denen diese Frage mit eben diesem Hintergedanken gestellt wurde.

So zum Beispiel in Matthäus 22, Vers 34: „Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte“, das tat er häufig, „versammelten sie sich.“ Sie hielten also ein kleines Treffen ab aus dessen Mitte sich Folgendes ergab, so lesen wir in Vers 35: „Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: 'Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?’“ Bemerkt ihr hier, wie bei einem anderen Anlass, bei einem anderen Zwischenfall, dieselbe Frage auftaucht … Was ist das größte Gebot im Gesetz? Was verlangt Gott vor allen anderen Dingen? Das impliziert die Frage, was Gott letztendlich verlangt, damit wir in sein Reich kommen. Um ewiges Leben zu besitzen, war natürlich die Implikation. Und Jesus sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken“, und dann fügte er hinzu: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, was das zweite Gebot war.

Hier kommt der Gesetzesgelehrte ganz eindeutig als Gesandter der Pharisäer, die Jesus dabei erwischen wollen, wie er eine Position vertritt, die gegen das Gesetz verstößt; es ist also keine persönliche Frage. Der Gesetzesgelehrte stellt eine generische Frage: Was ist das größte Gebot? Bei dieser speziellen Gelegenheit seht ihr eine Illustration des Gesetzesgelehrten, der als Gesandter kommt und eine theologische Frage stellt, mit der Absicht, Jesus anzuklagen. Was ist das größte Gebot? Das ist eine unpersönliche, theologische Frage. Vergleicht das einmal mit der Frage hier: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Hier hat das einen völlig anderen Beiklang. Hier geht es nicht um eine generische theologische Diskussion, sondern in erster Linie um einen Mann, der an persönlichen Informationen interessiert ist. Was muss ich tun, um zu erben? Das ist übrigens ein Wort, das im Zusammenhang mit dem künftigen Reich Gottes häufig verwendet wird. Wir finden es in 1. Korinther 6,9 und Galater 5,21, weil der Blick auf das künftige Reich gerichtet ist. Ein Erbe liegt noch vor einem, nicht wahr? Es liegt vor einem, nachdem das derzeitige Leben der Person, die ihren Wohlstand an euch vererben wird, vorbei ist. Ihr erbt erst, wenn das Leben dieser Person vorbei ist. Deshalb wird also das nächste Leben erst geerbt, wenn dieses Leben vorüber ist. Deshalb wird das Wort „erben“ gebraucht.

Die Frage weist darauf hin, dass er individuelle Errettung verstand, ebenso wie menschliche Verantwortung. Was muss ich tun? Das bedeutet, die Errettung ist eine persönliche Sache, selbst im Rahmen des Judaismus. Er wusste, dass er persönliche Errettung in seinem eigenen Leben brauchte. Und er übernimmt die Verantwortung dafür, etwas zu tun. Was muss ich tun?

Die Evangelisation erfordert also zwei Dinge: eine Anerkennung des ewigen Lebens und die Motivation, es zu erhalten. So evangelisieren wir. Ihr müsst zu diesem Punkt kommen. Wir können nicht auf oberflächlicher Ebene über die Fragen dieses Lebens evangelisieren.

Drittens kamen wir dann letztes Mal zu einer Diskussion über die Beschaffenheit des ewigen Lebens … Anerkennung und Motivation und Beschaffenheit; das bedeutet der Komplex, die Anordnung, das Wesen, die Struktur. Was ist ewiges Leben? Worüber reden wir hier, wenn wir das ewige Leben erben?

Nun, Jesus dreht den Spieß um und richtet die Frage in Vers 26 an ihn: „Was steht im Gesetz geschrieben?“ Du kennst das Gesetz. Und dann sagt er: „Wie liest du?“ Oder besser übersetzt: „Wie liest du es jeden Tag? Oder wie rezitierst du es?“ Und ich habe euch letztes Mal erzählt, dass es in der Tora, den fünf Büchern Mose, in denen diese Gesetzesgelehrten die Experten waren, einen Abschnitt gab, im sechsten Kapitel von 5. Mose, Verse 4 und 5, der als Schema bekannt war und für die Zusammenfassung des gesamten Gesetzes gehalten wurde. Die Zehn Gebote sind eine Zusammenfassung des Gesetzes, in gewissem Sinne, denn alle Gesetze Gottes, wenn ihr einfach das gesamte Gesetz Gottes, das im Pentateuch offenbart wird, nehmen würdet, das gesamte offenbarte Gesetz, würde es sich entweder auf Menschen beziehen, die zwischenmenschlichen Beziehungen, oder es würde sich auch Gott beziehen, die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Das sind die einzigen beiden Kategorien von Beziehung, die wir haben. Wie wir miteinander umgehen und wie wir mit Gott umgehen.

Wenn ihr das gesamte Gesetz zusammenfassen würdet, das gesamte Gesetz der menschlichen Beziehungen und das Gesetz der göttlichen Beziehungen, könntet ihr all das in den Zehn Geboten zusammenfassen. Wenn ihr die Gebote befolgt, die erste Hälfte der Zehn Gebote, eure Beziehung zu Gott, wenn ihr die zweite Hälfte der Zehn Gebote befolgt, eure Beziehung zu euren Mitmenschen, werdet ihr auf diese Weise, indem ihr die Zusammenfassung des Gesetzes befolgt, das gesamte Gesetz befolgen, weil das gesamte Gesetz in den Zehn Geboten zusammengefasst ist und es sogar noch kürzer auf den Punkt gebracht wird in der Aussage, wir sollen Gott und unseren Nächsten vollkommen lieben. Wenn ihr Gott vollkommen liebtet, würdet ihr Gott nie in irgendeiner Weise verletzen, würdet ihr nie irgendetwas gegen seinen Willen tun. Wenn ihr euren Nächsten vollkommen liebtet, würdet ihr nie euren Nächsten verletzen. Sie wussten also, dass alles, was Gott sagte, sich auf die Zehn Gebote reduzieren ließ, die sich wiederum auf zwei Gebote reduzieren ließen. Er wusste das. Er war ein Experte im Gesetz. Das Gesetz war 5. Mose 6,4-5 entnommen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken.“ Und dann wurde aus 3. Mose 19,18 hinzugefügt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Sie wussten, dass damit das gesamte Gesetz vollständig wurde.

In Markus 12,28-34 führte Jesus sogar ein ähnliches Gespräch mit einem anderen Gesetzesgelehrten, einem anderen Schriftgelehrten. Der Schriftgelehrte und Jesus sprachen über dieselbe Sache und Jesus beantwortete die Frage mit: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft“. Und der Schriftgelehrte antwortete: „Recht so, Meister. Es ist in Wahrheit so, wie du sagst.“ Er kannte also die Antwort. Jesus wusste, dass er die Antwort kannte, sie alle kannten die Antwort.

Was sagt der Schriftgelehrte also in Vers 27? Er aber antwortete und sprach - er gab die richtige Antwort: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst.“ „Mit all deinem“ wird viermal wiederholt, damit niemand die Tatsache übersieht, dass hier eine vollkommene Liebe verlangt wird, die nichts auslässt, die nichts weglässt, die nichts schmälert. Umfassende, vollständige, überragende, unverfälschte, perfekte Liebe für Gott, mit all euren menschlichen Fähigkeiten … und dieselbe Art von Liebe für euren Nächsten. Jesus sagte, wenn ihr im Reich Gottes sein wollt, liebt Gott und euren Nächsten perfekt. Das verlangt Gott für ewiges Leben. Diese Liebe würde durch perfektes, unerschütterliches Vertrauen in Gott, perfekte Hingabe an Gott, das heißt seinen Willen und sein Wort, und perfekte Gemeinschaft mit Gott manifestiert werden, die niemals verletzt wird, niemals gebrochen, niemals unterbrochen, perfekte Demut vor Gott ohne jeglichen Makel von Stolz oder sonstigem, perfekter Gehorsam gegenüber jedem Gesetz, dass Gott je offenbart hat, perfekt … perfekter Hass auf die Sünde, perfekte Zufriedenheit und Freude in Gottes Gegenwart, perfekte Liebe zur Wahrheit, alles perfekt.

Ist das möglich? Natürlich ist es das nicht. „Aus Werken des Gesetzes kann kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden.“ Das ist unmöglich. Und dennoch bekräftigt das Alte Testament den Standard. „Erfreut euch an dem Herrn.“ „Erfreut euch an dem Herrn“, das ist es, was verlangt wird. Das gebietet Gott uns. Liebt ihn perfekt, liebt ihn leidenschaftlich mit derselben Art von Liebe, mit der ihr euch selbst liebt, das heißt, schenkt anderen Menschen dieselbe Art von Aufmerksamkeit, die ihr euch selbst schenkt. Niemand tut das und dennoch ist das der Standard, den Jesus vorgegeben hat.

Ehrlich gesagt ist das ein interessanter Ansatz für die Evangelisation. Ich meine, die meisten von uns hätten die Frage nie auf diese Weise beantwortet. Wenn jemand zu euch käme und sagen würde. „Was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“, würden wir sofort sagen: „Du musst an den Herrn Jesus Christus glauben“, nicht wahr? Ich meine, wir würden nie eine derartige Diskussion auslösen. Aber bevor eine Person ewiges Leben zu Gottes Bedingungen erhalten kann, muss sie ihren wahren Zustand erkennen, denn man kann ewiges Leben nicht ohne Buße erhalten. Und man kann nicht aufrichtig und ehrlich Buße tun, wenn man nicht weiß, was dazu erforderlich ist. Und es ist nicht unbedingt erforderlich, dass ihr euer ganzes Leben überdenkt und versucht, euch alles in Erinnerung zu rufen, was ihr jemals getan habt und wofür ihr Buße tun solltet, aber es ist recht einfach, zu sagen: „Ich liebe Gott nicht so, wie ich Gott lieben sollte, und ich liebe andere Menschen nicht so, wie ich sie lieben sollte. Ich erfülle den Standard nicht. Meine Liebe zu Gott ist jämmerlich mangelhaft und unzulänglich. Meine Liebe zu Anderen ist ebenso. Und deshalb erfülle ich den göttlichen Standard nicht.“ Das ist nicht schwer zu verstehen, oder? Es geht also nicht darum, das Leben eines Menschen durchzugehen und zu versuchen, das Gute und das Schlechte gegeneinander aufzuwiegen. Wisst ihr, die Menschen denken: „Nun, weißt du, ich bin ein guter Mensch, ich tue mehr Gutes als Schlechtes und ich denke, Gott wird mich in den Himmel lassen, weil ich im Wesentlichen ein guter Mensch bin und, weißt du, ich versuche, mich meines kleinen Plätzchens auf dieser Welt anzunehmen, Müll aufzuheben, mich um meine Kinder zu kümmern, nett zu meiner Frau zu sein, an Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden etc. etc.“ Darum geht es nicht. Das ist das, was Theologen als „schlecht gut“ bezeichnen. Oberflächlich betrachtet mag es gut sein, an der irdischen Oberfläche mag es gut sein, aber die zugrundeliegende Motivation ist nicht göttlich.

Es läuft darauf hinaus, dass ihr für immer in die Hölle kommt, wenn ihr Gott nicht perfekt liebt und euren Nächsten nicht so liebt wie euch selbst, und niemand kann das tun. Niemand kann das tun. In Vers 28 sagte Jesus zu ihm: „Du hast recht geantwortet.“ Jetzt bist du dafür verantwortlich, weil du die Antwort wusstest. Und dann zitierte Jesus 3. Mose 18,5: „Tue dies, so wirst du leben.“ So steht es im Gesetz. Tue dies, so wirst du leben. In 3. Mose 18,4 lesen wir: „Nach meinen Rechtsbestimmungen sollt ihr handeln und meine Satzungen halten, daß ihr in ihnen wandelt.“ Vers 5: „Darum sollt ihr meine Satzungen und meine Rechtsbestimmungen halten, denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben.“ Ihr wollt leben? Haltet meine Gesetze ein.

Nun, ich weiß nicht, ob ich all deine Gesetze einhalten kann. Okay, dann halte einfach die Zusammenfassung des Gesetzes ein. Liebe mich vollkommen und dann wirst du nie gegen den Teil des Gesetzes verstoßen, der sich auf mich bezieht, und liebe deinen Nächsten vollkommen und du wirst nie gegen das Gesetz verstoßen, dass sich auf deinen Nächsten bezieht. Perfekte Liebe erfüllt also das Gesetz; steht das nicht in Römer 13? Hatte Paulus das nicht gesagt? Paulus verstand das voll und ganz. „Tue dies und du wirst leben“, 3. Mose 18,5, das ist kein isolierter Vers. Während ich diese Woche darüber nachdachte, verfolgte ich quasi den roten Faden des Alten Testaments. Hört euch einmal 5. Mose 6,25 an: „Und es wird uns zur Gerechtigkeit dienen, wenn wir darauf achten, all diese Gebote […] zu tun.“ Ihr wollt Gerechtigkeit für euch? Dann haltet alle Gebote ein.

In dem wunderbaren Buch Nehemia, in Kapitel 9, Vers 29, lesen wir: „[Ermahne sie], du tratest als Zeuge gegen sie auf, um sie zu deinem Gesetz zurückzuführen. Sie aber handelten vermessen und gehorchten deinen Geboten nicht, sondern sündigten gegen deine Rechtsbestimmungen“, hört auf diese Zeile, „durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut.“ Und das sind nur drei Beispiele von zahlreichen Stellen im Alten Testament. Ihr wollt leben? Dann haltet das Gesetz ein. Ihr wollt das Gesetz einhalten? Der einfachste Weg, das Gesetz einzuhalten, ohne sich über jedes kleine Gebot zu sorgen, besteht darin, Gott und euren Nächsten vollkommen zu lieben, und wenn ihr das getan habt, werdet ihr leben. Das ist der Punkt, zu dem ihr den Sünder bringen wollt. Ihr wollt den Sünder zu einem Punkt bringen, wo er absolut keinen Ausweg hat. Er kann seine guten und schlechten Taten nicht gegeneinander aufwiegen. Er kann nicht irgendeine Art von Relativismus ins Spiel bringen und sich mit jemand Anderem vergleichen. Er kann nicht sagen: „Nun, ich haben keine der großen Sünden begangen, ich habe niemanden ermordet oder ähnliches“ etc. Vielleicht hat er nie Ehebruch begangen oder was auch immer.

Das Problem ist, du hast Gott nicht immer vollkommen geliebt, noch hast du deinen Nächsten ebenso geliebt wie dich selbst. Und so verzeichnet Paulus die endgültige Anklage. „Alle haben gesündigt und erlangen nicht die“, … was? …, „die Herrlichkeit Gottes.“ Alle haben gesündigt. Galater 3 drückt es auf andere Weise aus, aber es ist im Wesentlichen dieselbe Anklage: „Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun.’“ Das ist also der Punkt, zu dem ihr den Sünder bringen wollt. Ihr liebt Gott nicht vollkommen, und das ist offensichtlich, weil ihr seine Offenbarung nicht vollkommen einhaltet und ihr liebt Andere nicht vollkommen, und das ist offensichtlich, weil ihr selbstsüchtig seid.

Unser Herr sagt diesem Mann nicht, wie er errettet werden kann. Er sagt, so müsstest du sein, um durch das Gesetz gerettet zu werden. Befolge es oder stirb. Und der Lohn der Sünde ist … der Tod. Nicht nur physischer Tod, sondern auch geistlicher Tod und ewiger Tod. Wenn wir also Menschen evangelisieren, konfrontieren wir sie mit der wahren Beschaffenheit des ewigen Lebens, der wahren Struktur des ewigen Lebens. Es gehört jenen, die Gott vollkommen lieben. Übrigens, ratet einmal, was passiert, wenn wir alle in den Himmel gelangen? Wir alle werden Gott auf diese Weise lieben und wir alle werden einander auf diese Weise lieben. So wird Perfektion aussehen. Wenn ihr also eine charakteristische Einstellung hören wollt, die im Himmel vorherrschen wird, so ist es perfekte Liebe, die jederzeit in jede Richtung existieren wird und perfekte Freude hervorbringt.

Ich nehme an, man könnte sagen - und ich liebe es, diese beiden Wörter miteinander zu verknüpfen -, dass der Himmel auf diese Weise beschrieben werden kann: „perfekte Liebe“ und „perfekte Freude“. Das ist also der Punkt, an den ihr den Sünder bringt. Ihr drängt ihn in eine unmögliche Ecke … unmöglich. Und er sagt: „Nun, ich … ich liebe Gott.“ Nun, die Bibel sagt, wenn du mich liebst, befolgst du meine Gebote. Hast du sie alle befolgt, die ganze Zeit, und nie gegen eines verstoßen? Wenn du eines gebrochen hast, stehst du unter einem Fluch. Befolge das Gesetz oder stirb. Das ist der Punkt, zu dem ihr den Sünder bringt. Und was ihr an diesem Punkt von dem Sünder hören wollt, ist: „Das kann ich nicht tun. Das tue ich nicht. Ich kann das nicht tun. Ich weiß, dass ich das nicht kann. Ich bin nicht fähig, das zu tun. Niemand ist fähig, das zu tun.“ Dann führt ihr sie zum Römerbrief. Was aus dem Herzen eines Sünders kommen sollte, ist also: „Ich kann das nicht, so kann ich nicht lieben, es ist unmöglich, ich kann das nicht tun.“ Und ihr wollt sein ihn anklagendes Gewissen in Aufruhr bringen, indem ihr sagt: „Offensichtlich liebst du Gott nicht, deine Einstellung zu Gott ist selbstsüchtig, du hast Gott beleidigt, du hast Gott verletzt, du warst Gott ungehorsam, dein Herz ist voller Bosheit und Korruption und bösen Dingen und du liebst deinen Nächsten offensichtlich nicht ebenso sehr wie dich selbst. Du nutzt deinen Nächsten aus, du bist unfreundlich, du bist ungnädig, etc. etc., du bist egoistisch“. Und ihr wollt, dass dieser Sünder sich innerlich wund fühlt durch die Schuld seines Verstoßes gegen diese höchste aller Anforderungen. Ihr wollt, dass er seine eigene hässliche Lieblosigkeit und seine egoistische Schwäche erkennt. Ihr wollt, dass sein Herz bloßgelegt wird. Ihr wollt, dass der Sünder an diesem Punkt zerschlagen und zerbrochen ist, eine zerknirschte, zitternde Seele, die unter der Erkenntnis erbebt, dass sie den Standard nicht erfüllt. Ihr wollt, dass der Sünder an diesem Punkt weiß, dass Gottes Fluch auf ihm lastet, dass er auf dem Weg zur ewigen Hölle ist, weil er gegen Gottes Gesetz verstoßen hat und ihn nicht perfekt geliebt hat und seinen Nächsten nicht geliebt hat wie sich selbst. Und dann bleibt dem Sünder nur eine Option: Er muss sich zwischen Himmel und Hölle entscheiden. Er wählt das feurige Gericht Gottes oder die Erlösung davon.

Ihr würdet hoffen, dass der Sünder an diesem Punkt um Gnade betteln würde, wie in Lukas 18, wo er sich an die Brust schlug und rief: „Oh Gott, sei mir Sünder gnädig“, dass er mit einem gebrochenen und reuevollen Herzen käme. Dass er wie Petrus kommen würde: „Herr, gehe von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Dass er um Gnade betteln würde. Oder wie in Psalm 103, dass er den Herrn mit seiner Seele preisen würde wegen Gottes Barmherzigkeit und weil Gott seine Sünden von ihm entfernt hat, so fern der Osten vom Westen ist, verborgen in den Tiefen des Meeres, und sich nie wieder an sie erinnern wird. Ihr würdet hoffen, dass der Sünder sagen würde: „Oh Gott, ich haben den Standard nicht erfüllt. Oh Gott, ich verdiene es nicht. Ich flehe dich an, barmherzig zu sein.“ Und dieser Schriftgelehrte, dieser Gesetzesgelehrte, wusste, dass Gott ein vergebender Gott ist, der buchstäblich ausziehen und einen Sünder vom Sklavenmarkt freikaufen würde, dass er ein Gott war, der begnadigt. Er wusste, dass er Tausenden und Abertausenden Gnade erwies, wie in 2. Mose beschrieben. Das war die Zeit für ihn, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erflehen, die Gott ihm gewähren würde. Und wir wissen natürlich, wie Gott ihnen das erweisen könnte, denn Gott würde seine Sünden in Christus am Kreuz bestrafen, nur wenige Monate später. Aber er konnte den Tod von Christus bereits auf diesen Mann anwenden, bevor Christus je starb, denn er war das Lamm, das vor Gründung der Welt geschlachtet wurde. Und der Tod von Christus war bereits auf die Sünden aller in der Vergangenheit angewandt worden, bis zurück zu Adam, der gläubig gewesen war.

Damit bleibt uns nur noch ein Punkt zum Abschluss. Das letzte Merkmal bei dieser Betrachtung von Jesus’ Evangelisationsmethode … Anerkennung des ewigen Lebens, Motivation zum ewigen Leben, Verständnis des gedanklichen Komplexes des ewigen Lebens, und schließlich die Akzeptanz, oder vielleicht sollten wir sagen die Aneignung des ewigen Lebens. Das ist der Punkt, zu dem ihr den Sünder bringen wollt, die Hand auszustrecken und zu ergreifen, was angeboten wird.

Vers 29 ist wirklich traurig. „Er aber wollte sich selbst rechtfertigen“; lasst uns hier innehalten. Das ist ein Problem. Das ist ein großes Problem. Was ich gerne gelesen hätte, wäre: „Er aber wollte sich demütigen … und er fiel auf sein Angesicht nieder und flehte um Barmherzigkeit … Und er trauerte angesichts seiner eigenen Sünde … Und er, zerbrochen und reuevoll.“ Es ist aber nicht das, was da steht.

Als er sich in die Ecke gedrängt sah, kamen sein erbärmlicher Stolz und seine Selbstgerechtigkeit, in denen er so gut war, zum Vorschein und durch sein Verlangen, sich zu rechtfertigen, versagte er darin, sich selbst zu verleugnen. Man hätte gehofft, dass er gesagt hätte: „Ich verleugne alles, das ich in der Vergangenheit beansprucht habe, ich bin kein gerechter Mann, oberflächlich betrachtet war ich gesetzestreu, oberflächlich betrachtet habe ich all das jüdische Zeug getan wie Paulus, aber jetzt verleugne ich mich selbst, ich weigere mich, noch länger etwas mit der Person zu tun zu haben, die ich bin und ich flehe um Barmherzigkeit.“ Er sagte das nicht. Wir lesen nur: „Er aber wollte sich selbst rechtfertigen ...“. Er wusste, dass er Gott nicht perfekt liebte. Er wusste es. Er wusste, dass er seinen Nächsten nicht so liebte. Er wusste, dass er das zugeben musste. Er wusste, dass er Buße tun musste. Er wusste, dass er Barmherzigkeit von einem vergebenden Gott brauchte, der Tausenden Barmherzigkeit erweist. Er wusste, dass er Gott auf hören musste, der sich im Alten Testament durch liebevolle Güte auszeichnet, den Gott, der vergibt, den Gott, der Sünde entfernt, den Gott, der Sünde begräbt, den Gott, der Sünden vergisst, den Gott, der demjenigen, der Buße tut, seine Unzulänglichkeiten nicht vorwirft. Er wusste, dass er das brauchte. Er hätte wie der Zöllner in Lukas 18 sein, und sagen sollen: „Oh Gott, sei mir Sünder gnädig“, aber er war wie der Pharisäer, der sich stolz seiner Gerechtigkeit rühmte.

„Er aber wollte sich selbst rechtfertigen“ bedeutet im Griechischen buchstäblich, dass er sich selbst als gerecht verkünden wollte, dass er seine eigene Gerechtigkeit verkünden wollte. Und das war eine öffentliche Veranstaltung. Vergesst nicht, dass er in einem Umfeld aufstand, wo Jesus sehr wahrscheinlich lehrte. Er stand auf und mitten in allem, was vor sich ging, und all den Menschen, die drum herum saßen, würde dieser Mann nicht die Realität seines verdorbenen Herzens zugeben. Er wollte die Täuschung aufrechterhalten. Er wies also die Gewissensbisse, die die Frage ausgelöst hatten, zurück. Er verschmäht die Überführung der Sünde, die er im Inneren empfindet. Und er versucht seine Leistung öffentlich als gerecht zu beteuern.

Das ist ein Problem. Das ist ein großes Problem, ein großes Problem für die Juden. Ich möchte euch zeigen, warum das hier geschah. Geht für einen Moment zu Römer 10; wir werden später zu dieser Stelle zurückkommen. Römer 10, ein sehr maßgeblicher Teil der Schrift. Hier in Römer 10 beginnt Paulus mit: „Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für sie“, das ist für Israel, er hatte in Kapitel 9 über Israel gesprochen, „mein Flehen zu Gott für Israel ist, daß sie gerettet werden.“ Ist das nicht traurig? Er betete für die Errettung der Juden. Warum würde er für ihre Errettung beten? Weil sie nicht errettet waren. Die Juden waren damals nicht errettet und sie sind es heute nicht. In Römer Kapitel 2, Vers 17, lesen wir: „Siehe, du nennst dich einen Juden und verläßt dich auf das Gesetz und rühmst dich Gottes, und du kennst seinen Willen und verstehst zu prüfen, worauf es ankommt, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist; und du traust dir zu, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in der Finsternis sind, ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, der den Inbegriff der Erkenntnis und der Wahrheit im Gesetz hat …“. Das waren die Juden. Ihr nennt euch Juden, ihr verlasst euch auf das Gesetz, ihr rühmt euch Gottes, ihr kennt seinen Willen, ihr stimmt den wichtigen Dingen des Gesetzes zu, ihr seid im Gesetz unterrichtet worden, ihr seid zuversichtlich, dass ihr andere leiten könntet, weil ihr das Gesetz kennt, ihr leitet die Blinden, ihr seid ein Licht für diejenigen in der Finsternis, ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, ihr habt im Gesetz buchstäblich die Verkörperung der Erkenntnis und der Wahrheit. Dann lesen wir in Vers 23: „Du rühmst dich des Gesetzes und verunehrst doch Gott durch Übertretung des Gesetzes? Oh ja, das tust du, denn der Name Gottes wird um euretwillen gelästert unter den Heiden … um euretwillen.“ Und weiter unten in Vers 28 sagt er: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist.” Vers 29: „Der ist ein Jude, der es innerlich ist.“

Lasst uns also zu Kapitel 10 zurückkehren … das … darauf waren sie stolz. Aber sie waren nicht errettet, sie lästerten Gott. Warum? Römer 10, Vers 2: „Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis.“ Niemandem lag Gott mehr am Herzen als den Juden, niemandem lag der Gott Israels mehr am Herzen als den Juden, niemandem waren religiöse Wahrheiten wichtiger als den Juden. Die führenden Rabbiner, die oft selbst Schriftgelehrte waren, waren die Besitzer und Beschützer, sie waren die Vertreter der religiösen Wahrheit, sie hatten wegen ihrer Kenntnis von Gottes Gesetz und ihren jüdischen Traditionen Macht über alle Menschen. Jerusalem selbst war der Mittelpunkt religiöser Studien. Die Rabbiner und die Schriftgelehrten befanden sich dort, sie hatten Kenntnisse und Fähigkeiten auf einem so hohen Niveau, sie wussten soviel mehr als die Menschen, dass sie in hohem Maße verehrt wurden. Ihre Lehre wird in der jüdischen Geschichte so gut wie nie in Frage gestellt, man stellte nicht einfach die Lehre eines Rabbiners in Frage, egal, wie schlecht sie ist, egal, wie abweichend sie ist, egal, wie unbiblisch sie ist. Sie wurden nicht nur als Experten in der Auslegung des Gesetzes betrachtet, sondern man schrieb ihn mystische Kräfte in geistlicher Einsicht zu, sodass sie geheime Dinge sehen konnten, die nicht einmal auf der Seite standen; ihr Wort wurde absolutes Gesetz. Das war der Grund dafür, warum die jüdischen Traditionen das eigentliche Gesetz Gottes ersetzten, weil sie den Rabbinern dieselbe Autorität wie Gott gaben; das lag daran, dass Gott den Rabbinern ihrer Meinung nach geheime Einblicke gewährte.

Die Gesetzesgelehrten wurden Schriftgelehrte genannt, manchmal auch Rabbiner, manchmal Meister, manchmal Vater, wie in Matthäus 23. Sie hatten einen beherrschenden Einfluss auf die Juden; eifrige Schriftgelehrte, sehr eifrige Schriftgelehrte begannen den Aufstand im Jahr 66 n. Chr. Das führte schließlich zur Zerstörung von Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. Historiker schreiben das den eifrigen Schriftgelehrten zu. Sie besaßen einen solchen Eifer für das Gesetz, dass sie die Anwesenheit der römischen Besatzungskräfte nicht dulden konnten. Sie starteten den Aufstand, der zu der schrecklichen Zerstörung im Jahr 70 n. Chr. führte. Wann immer es ein Bankett hab, wann immer es ein Fest gab, wollten die Gesetzesgelehrten und die Schriftgelehrten die besten Plätze. Erinnert ihr euch an Matthäus 23? Und in den Synagogen würden sie auf einem erhobenen Platz sitzen und sie saßen … wenn ihr jemals in einer Synagoge wart, wisst ihr, dass es dort einen großen Schrank gibt. Ich war in Israel in einer Reihe von Synagogen, orthodoxen Synagogen. Da gibt es einen großen Kasten, einen großen Schrank, in dem sich die Schriftrollen der Heiligen Schrift befinden, das Gesetz Gottes. Und die Rabbiner, oder die Schriftgelehrten, sitzen alle mit dem Rücken zu diesem Kasten. Sie sitzen alle mit ihrem Rücken zu dem Schrank, der die Schriftrolle aus dem Alten Testament enthält, und das ist symbolisch für die Tatsache, dass das Alte Testament durch sie zu den Menschen kommt. Sie sind die einzig wahren und autorisierten Ausleger des Alten Testaments. Sie sitzen also mit dem Rücken zu dem Schrank und mit ihrem Gesicht den Menschen zugewandt; das Gesetz kommt durch sie. Ihre Gräber, die Gräber der Schriftgelehrten, wurden mit soviel Ehrfurcht und Aberglauben verehrt, dass die Erinnerungen an sie nach ihrem Tod mit bizarren Legenden ausgeschmückt wurden.

Aber trotz all dieser Ehrfurcht, die man ihnen erwies, legten sie das Gesetz nicht richtig aus und in Matthäus 15 lesen wir, dass sie das Gesetz Gottes durch menschliche Traditionen ersetzten. Und in Vers 2 lesen wir, dass sie einen Eifer für Gott haben, der aber trotz all dieser Informationen nicht nach der rechten Erkenntnis ist. Sie verfügen nicht über die wahre Kenntnis Gottes, sie sind verloren … sie sind verloren. Warum? Was hielt sie davon ab, die epignosis zu bekommen, die fundierte Kenntnis, die wahre Kenntnis? Den Grund dafür finden wir in Vers 3; er ist sehr wichtig: „Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen ...“. Meine Güte, was für eine aufschlussreiche Aussage das ist.

Ihr sagt: „Nun, wie konnten sie unwissend über Gottes Gerechtigkeit sein? Wie konnten sie unwissend über Gottes Gerechtigkeit sein, wenn sie das Alte Testament hatten?“

Das bedeutet Folgendes. Sie unterschätzten Gottes Gerechtigkeit gewaltig. Sie hielten Gott ernsthaft für weniger heilig, als er ist. Sie dachten, Gott würde mehr Sünden dulden, als er es tut. Sie glaubten nach und nach, dass Gott Heuchelei zulassen würde, deshalb waren sie unwissend über Gottes Gerechtigkeit. Stellt es euch einfach so vor, dass sie Gott für weniger heilig hielten, als er ist.

Und dann lesen wir: „Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“ Wenn sie sich selbst der Gerechtigkeit Gottes unterworfen hätten, was wäre dann geschehen? Sie wären auf ihr Angesicht niedergefallen, hätten sich auf die Brust geschlagen und um Barmherzigkeit gefleht, weil die Gerechtigkeit Gottes im Gesetz beschrieben wird, in den Zehn Geboten zusammengefasst und noch einmal in dem Gesetz zusammengefasst wird, Gott und seinen Nächsten perfekt zu lieben. Wenn sie sich der Gerechtigkeit Gottes, die in seinem Gesetz offenbart wird, wirklich unterworfen hätten, hätten sie um Barmherzigkeit gefleht. Sie taten das jedoch nicht, sondern versuchten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten. Sie unterschätzten Gottes Gerechtigkeit also gewaltig und überschätzten ihre eigene Gerechtigkeit. Sie dachten, Gott sei weniger heilig, als er es war und sie seien heiliger, als sie es waren und deshalb könnten sie Gottes Anforderungen zu ihren eigenen Bedingungen erfüllen.

Wenn ihr den Judaismus verstehen wollt - das ist der Kern. Das ist es. Gott war in ihren Köpfen weniger heilig, als er es war und sie waren in ihren Köpfen heiliger, als sie es waren; sie schrieben dem Gesetz weniger Bedeutung und sich selbst mehr zu. Sie setzten den Standard herab und erhöhten ihre eigene Fähigkeit, ihn zu wahren. Und deshalb konnten sie Gott durch ihre eigenen Bemühungen zufriedenstellen. Sie hätten auf die Knie fallen sollen. Sie hätten dazu getrieben werden sollen, ihre eigene Selbstgerechtigkeit zu verwerfen. Sie hätten es, wie Paulus es in Philipper 3 tat, als Dung betrachten sollen.

Dasselbe trifft heute zu. Ihr werdet den Sünder gegen die Wand drängen. Ihr werdet den Sünder in der Frage des ewigen Lebens gegen die Wand drängen. Ihr werdet den Sünder überzeugen, dass er Gott und seinen Nachbarn nicht perfekt liebt. Und der Sünder wird in seinem Inneren kämpfen und der einzige Weg, wie er dem Dilemma entkommen kann, ist, indem er Gott weniger heilig macht, als er ist, indem er sich selbst gerechter macht, als er ist, und denkt, das sei in Ordnung. Der natürliche Sünder hasst einen Gott, der vollkommen heilig ist, und hasst es, zuzugeben, dass er selbst vollkommen sündhaft ist.

Was tut er also? Er setzt Gott herab und erhöht sich selbst. In Römer 10, Vers 4 lesen wir: „Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.“ Ihr müsst lediglich erkennen, dass ihr, wenn das Gesetz euch überführt hat und ihr diese Anklage akzeptiert habt, Christus annehmen und euren Glauben in ihn setzen müsst, und das ist das Ende des Gesetzes. Das ist das Ziel. Was ist das Ziel? Ich dachte, das Ziel des Gesetzes sei, die Menschen durch Gehorsam in den Himmel zu bringen.

Nein, das Ziel des Gesetzes besteht darin, euch zu dem Punkt zu bringen, wo ihr wisst, dass ihr es nicht befolgen könnt und das Gesetz ist dann unser Lehrmeister, wie Paulus in Galater sagt, um uns wohin zu bringen? Zu Christus. Das Gesetz überführt euch. Das Gesetz bringt euch vor das Gericht, es spricht euch vollkommen schuldig, es verlangt von euch, dass ihr um Barmherzigkeit fleht. Der Richter gewährt die Barmherzigkeit, weil Christus für die Sünde bezahlt hat. Das ist das Evangelium. Christus ist das Ziel des Gesetzes.

Ihr sagt: „Nun, ist das Gesetz nicht überholt?“ Nein, das Gesetz hat noch immer eine Funktion. Das Gesetz Gottes hat sich nicht verändert. Der heilige Standard Gottes hat sich nicht geändert. Er ist immer noch da, um den Sünder an den Punkt zu bringen, wo er alleine nicht weiterkommt und am Ende ist. Und wenn er am Ende ist und weiß, dass er das Gesetz nicht einhalten kann, und er sieht Christus, wie Paulus das in Philipper 3 tat, und er sah, das es eine Gerechtigkeit Gottes gibt, die ihm gewährt werden würde, nicht eine eigene Gerechtigkeit, die er nicht erreichen könnte, dann betrachtete er all die anderen Dinge als Dung und nahm Christus an. Das Wort „Ende“ bedeutet hier wirklich das Ziel; es geht darum, euch zu Christus zu bringen, zum Glauben an ihn.

Vers 5: „Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, so: ‚Der Mensch, der diese Dinge tut, wird leben.’“ Okay? Wenn ihr nach dem Gesetz gehen wollt, dann müsst ihr nach dieser Gerechtigkeit leben. Und was erfordert diese Gerechtigkeit für Leben, für ewiges Leben?
„Tue dies, so wirst du leben. Verstoße gegen irgendetwas davon und du wirst sterben.“ Ihr wollt nach den Anforderungen von Moses leben und das Gesetz absolut perfekt befolgen? 3. Mose 18,5: „Tue dies, so wirst du leben.“ Aber in Vers 6 lesen wir: „Aber die Gerechtigkeit aus Glauben …“. Das ist Christus, das ist es, was wir wollen.

Geht jetzt schnell zu Versen 9 und 10. Wie bekommt ihr diese Gerechtigkeit aus Glauben? „Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden.“ Wie wird man errettet? Nicht durch deine Werke, sondern durch die Erkenntnis, dass das durch das Gesetz nicht möglich ist, durch die Erkenntnis, dass das Gesetz Gottes euch zu Christus geführt hat, ihr seht Christus, ihr glaubt an Christus, ihr bekennt Jesus als euren Herrn, ihr glaubt, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat; das bedeutet, ihr glaubt an seinen Opfertod und seine Auferstehung, und dadurch empfangt ihr die Gerechtigkeit Gottes und Errettung. Und in Vers 12 lesen wir, dass es keinen Unterschied macht, ob wir Juden oder Griechen sind, unsere bisherige religiöse Vergangenheit ist unwichtig.

Nun, wie ihr sehen könnt, ist das der Hintergrund. Geht zurück und wir werden im Lukasevangelium abschließen. Das ist der Hintergrund dessen, was sich im Kopf dieses Mannes abspielte. Er war an den Standard in Römer 10 gewöhnt. Er war an den Standard der Gerechtigkeit durch das Gesetz gewöhnt. Und er wollte, dass die Menschen dachten, er habe das erreicht. Er war so stolz, er wollte sich selbst rechtfertigen, er wollte sich selbst als gerecht verkünden und sagte zu Jesus - und ich bin sicher, er sagte das voller Zynismus -: „Und wer ist mein Nächster? Wer ist mein Nächster?“ Das ähnelt sehr der Frage des reichen jungen Mannes in Matthäus 19: „Ich habe mein Leben überprüft und ich … ich … was fehlt mir noch? Was fehlt mir noch? All diese Gesetze habe ich gehalten von meiner Jugend an, was fehlt mir noch?“ Und dieser Mann hier sagt: „Nun, weißt du, vielleicht ... vielleicht könntest du meine Definition von ‚Nächster’ noch ein wenig erweitern“, was so viel bedeutet wie „So weit ich mir bewusst bin, liebe ich Gott und meinen Nächsten perfekt, es sei denn, du hast eine bessere Definition von ‚Nächster’“. Was die Frage aufwirft, wer seiner Meinung nach der „Nächste“ war. Nun gut. Der Nächste war seiner Meinung nach ein anderer Jude, wenn er so großherzig war. Und vielleicht … vielleicht nur ein anderer Schriftgelehrter. Implizierte er etwas wie: Du willst mir nicht ernsthaft sagen, ich soll einen Feind lieben, oder? Du willst mir nicht ernsthaft sagen, ich soll einen Heiden lieben, oder? Du willst mir nicht ernsthaft sagen, ich soll einen liberalen Saddzuäer lieben, oder?

Wisst ihr, er sagt zu Jesus: „Weißt du, ich schätze, ich liebe Gott und meinen Nächsten perfekt, es sei denn, meine Definition von ‚Nächster’ stimmt irgendwie nicht.“

Wisst ihr, was mich erstaunt? Er ließ den Teil, in dem es um die Liebe zu Gott geht, vollkommen aus und übersprang den einfach. Er machte seine kleine Bestandaufnahme; nun, habe nichts über die Liebe zu Gott zu sagen, weil das klar ist. Das tue ich gewiss. Es war quasi einfach für ihn, dem zu entfliehen, weil das etwas ist, das er nicht sehen konnte, aber wie man andere Menschen behandelt, das ist sichtbar. Er gibt nur einfach nicht zu, dass er Gott nicht perfekt liebt.


Was hält Menschen davon ab, errettet zu werden? Ich habe das so viele Male gesagt, in so vielen Abschnitten. Was Menschen davon abhält, errettet zu werden, wenn sie das Evangelium verstehen, ist die Frage, ob sie ihre Nichtswürdigkeit zugeben oder nicht. Bitte, meine Lieben, es geht nicht darum, ob Menschen eine bessere Ehe, ein besseres Leben, ein besseres Dies oder Das, glücklichere Umstände hier wollen, blah-blah-blah. Es geht um ewiges Leben und darum, die Anklage der Schrift zu akzeptieren, dass ihr euch auf dem Weg in die ewige Hölle befindet, weil ihr Gott nicht liebt und andere Menschen nicht perfekt liebt; das zeigt, dass ihr Sünder seid und das verstößt gegen das perfekte Gesetz Gottes. Ihr könnt es nicht einhalten, deshalb solltet ihr besser um Barmherzigkeit flehen. Und wenn ihr versucht, euren eigenen Sinn von Selbstgerechtigkeit zu wahren, schneidet ihr euch von der Errettung ab …. darum geht es. Das ist der Grund, warum sie Jesus in Lukas 4 töten wollten, wenn er in der Synagoge zu den Menschen dort sagte: „Ihr seid die Armen, die Gefangenen, die Blinden und Unterdrückten und wenn ihr euch selbst nicht als Arme, Gefangene, Blinde und Unterdrückte seht und um Gottes Barmherzigkeit fleht, werdet ihr nicht glauben und das Evangelium nicht empfangen.“ Und sie führten ihn nach einer Predigt in seiner Heimatstadt weg, versuchten, ihn von einer Klippe zu stürzen und ihn hinzurichten. Nicht, weil sie kein ewiges Leben wollten, sondern weil sie es hassten, dass er sie ihres wahren geistlichen Zustand überführt hatte. Aber das ist der Punkt, zu dem ihr hin müsst.

Er ist nicht anders, als der reiche junge Mann. Ich … ich liebe Gott perfekt, nun, vielleicht könnten wir darüber reden, ich glaube, dass ich meinen Nächsten perfekt liebe, aber vielleicht kannst du ‚Nächster’ anders definieren? Ich meine, das ist widerlich, nicht wahr? Was für schreckliche Selbstgerechtigkeit. Er hätte lediglich um Barmherzigkeit flehen müssen, Gott hätte ihm unverzüglich vergeben, Jesus hätte ihn mit offenen Armen begrüßt, das ewige Leben wäre ihm gewährt worden. Was wäre mit seiner Sünde geschehen? Oh, dafür würde Christus in nicht allzu ferner Zukunft zahlen, aber Gott würde ihm diese Tilgung bereits anrechnen, weil Christus, wie ich bereits sagte, das Lamm war, das schon vor Gründung der Welt geschlachtet wurde. Der einzige Weg für einen Sünder, zu entfliehen, besteht darin, die Gerechtigkeit Gottes herabzusetzen, seine eigene Gerechtigkeit zu erheben und dann mit dieser Täuschung zu leben. Er hatte die Gelegenheit, das ewige Leben zu erhalten, das er suchte. Seine Eigenliebe, sein Stolz, seine religiöse Selbstgerechtigkeit haben diesen Mann, soweit wir wissen, verurteilt.

Übrigens, Jesus gibt eine Antwort auf die Frage: „Wer ist mein Nächster?“ Und wir werden die Antwort darauf in der großartigen Geschichte über den Guten Samariter sehen, aber nicht heute früh.

[Gebet]




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