Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Wer ist schuld an unserer Versuchung? (German)

Jakobus 1:13-17

Code: de59-7

Bitte schlagt eure Bibeln bei Jakobus Kapitel 1 auf. Wir werden uns mit den Versen 13 bis 18 befassen; Jakobus 1,13-18. Wenn wir das heute Abend nicht alles schaffen, werden wir uns wahrscheinlich nächsten Sonntagabend damit beschäftigen, zusammen mit unserem Lobpreisgottesdienst. Wir werden es dann irgendwie zu einem wunderbaren Abend kombinieren, sofern der Herr uns dazu veranlassen sollte, noch etwas weiterzumachen.

Bitte verfolgt Verse 13 bis 18 in eueren Bibeln mit, während ich sie euch vorlese.

„Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand; sondern jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel. Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“

Bevor wir uns mit diesem Text auseinandersetzten, möchte ich, dass ihr Vers 14 betrachtet. Er beginnt mit den Worten: „Sondern jeder einzelne wird versucht.“ Alle von uns können die Wahrheit dieser Aussage bezeugen. Jeder wird versucht. Versuchung ist eine weitverbreitete Erfahrung jedes Menschen … ob Christ oder nicht. Paulus sagt in 1. Korinther 10, dass Versuchungen etwas Weitverbreitetes unter den Menschen sind. Ein Autor der Vergangenheit sagte sogar, wenn wir errettet werden, müssen wir bedenken, dass unsere Taufe nicht unser Fleisch ertränkt hat. Versuchung ereilt jeden Menschen … jeder Mensch wird versucht.

Wir alle sind also mit dem Kampf gegen Versuchungen konfrontiert. Und wie wir damit umgehen, ist ein Zeichen der Echtheit unseres Glaubens oder eines Mangels an wahrem, errettendem Glauben. Ebenso, wie in den Versen 2 bis 12 unser Umgang mit und unsere Reaktion auf Prüfungen als Test wahren Glaubens gesehen wurde, so ist auch der Umgang mit Versuchungen ein Test des wahren Glaubens.

Es ist normal, dass nicht erlöste Menschen die Schuld für ihre eigene Sündhaftigkeit nicht akzeptieren. Wenn sie versucht werden und der Sünde nachgeben, ist es typisch für sie, irgendjemand anderem die Schuld zuzuschieben. Kinder kommen auf die Welt und weigern sich, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen. Das erste Mal, wenn ihr ein Kleinkind für etwas zurechtweist, reagiert es reflexartig mit einer Antwort wie: „Ich hab das nicht getan, es war nicht meine Schuld, du verstehst das nicht.“ Die volle Verantwortung für Schwäche im Angesicht von Versuchungen zu akzeptieren, ist etwas, worin die Menschen nicht sehr gut sind. Kinder drücken sich vor der Verantwortung für ihre eigenen Untaten und werden zu Erwachsenen, die mehr oder weniger dasselbe tun. In diesem Abschnitt sagt Jakobus, wie man auf Versuchungen reagiert und wem man die Schuld daran gibt, ist ein Hinweis auf die Echtheit eures errettenden Glaubens oder des Mangels daran.

In gewisser Weise ist der Wechsel von Vers 12 zu Vers 13 ein schneller Wechsel für Jakobus. Er hatte über Prüfungen geredet. Er hatte die ganze Zeit dasselbe Verb benutzt, peirazo, dasselbe Substantiv, peirasmos, das bedeutet „Prüfungen“ oder „Bedrängnis“, er hatte dasselbe Wort verwendet, um über die Prüfungen zu reden, die der Herr in unser Leben kommen ließ, um uns starkzumachen. Und er hat gerade gesagt, dass der Mensch, der jene Prüfungen erduldet, glückselig ist. Wir haben gelernt, dass diese Prüfungen äußere Umstände sind, die unseren Glauben auf die Probe stellen und zu geistlichem Wachstum führen. Aber jene Prüfungen können auch zu Versuchungen werden. Und dann werden sie nicht ein Mittel für geistliches Wachstum, sondern können eine Quelle für die Verführung zum Bösen werden. Jede Schwierigkeit, die mich im Leben ereilt, stärkt mich entweder, weil ich Gott gehorsam bin und mich zuversichtlich auf seine Fürsorge und seine Macht verlasse, und dadurch wachse ich. Oder ich bin versucht, Gott anzuzweifeln, sein Wort zu leugnen, ungehorsam zu sein, das zu tun, was vorteilhaft ist, und dann bin ich der Verführung zum Bösen erlegen.

Dasselbe Wort, das „Verführung zum Bösen“ bedeutet, wird auch verwendet, um von einer Prüfung zu reden. Der Unterschied besteht in unserer Reaktion darauf. Wenn ihr mit Gehorsam auf eine Prüfung reagiert, wird sie euch als Mittel für geistliches Wachstum dienen. Wenn ihr mit Ungehorsam auf eine Prüfung reagiert, ist sie zu einer Verführung geworden und ihr seid ihr zum Opfer gefallen. Jede Prüfung kann potenziell zu einer Versuchung werden, je nach eurer Reaktion.

Jakobus wechselt hier also den Blickwinkel von Prüfungen, die zu Wachstum und Segen führen, hin zu Versuchungen, die zu Sünde und Tod führen. Jeder Umstand im Leben, mit dem wir konfrontiert werden, bietet uns also eine Entscheidungsmöglichkeit. Er erfordert sogar eine Entscheidung. Werde ich ausharren? Werde ich im Glauben an Gott, durch Gehorsam gegenüber seinem Wort voranschreiten? Oder werde ich auf die Stimme hören, die mir suggeriert, dass Ungehorsam die einfache Lösung ist, und dadurch in Sünde verfallen?

Wenn ich in Sünde verfalle, wessen Schuld ist das dann also? Ist es die Schuld von Gott, der uns die Prüfungen bringt oder sie zulässt? Sind meine Umstände daran schuld? Liegt die Schuld darin, dass ich von Gott so geschaffen wurde, wie ich bin, und nichts daran ändern kann? Wessen Schuld ist es? Wenn Gott die Prüfungen bringt, ist er dann dafür verantwortlich, wenn sie zu Versuchungen werden? Die Frage danach, bei wem im Falle von Versuchungen die Schuld für Sünde liegt, ist der Kernpunkt dieses Textabschnittes. Und das ist eine kritische Frage, weil sie wirklich so alt ist, wie die Sünde selbst.

Schlagt doch bitte in der Bibel 1. Mose Kapitel 3 auf … 1. Mose Kapitel 3. Wir kommen zu Vers 11 und Adam und Eva waren bereits der Sünde erlegen. Und Gott konfrontiert sie. In Vers 9 spricht Gott zu Adam und sagt: „‚Wo bist du?’ Und er antwortete: ‚Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen.’“ Das hatte er nie zuvor getan, aber er hatte eine Sünde begangen und hatte jetzt Angst davor, einem unendlich heiligen Gott zu begegnen, und deshalb versteckte er sich. Und Gott sagte zu ihm in Vers 11: „Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist?“ Plötzlich warst du befangen in einer Weise, die dir vorher fremd war. „Hast du etwas von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du sollst nicht davon essen?“

Jetzt hört einmal auf den Mann; er musste lediglich was sagen? „Ja, das habe ich.“ Aber er sagte: „Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß.“ Wessen Schuld war es? Nun, seiner Meinung nach die der Frau, schließlich war er eines Abends einfach eingeschlafen und hatte nie in seinem Leben eine Frau gesehen. Am nächsten Morgen wachte er auf und war mit einer verheiratet. Er wusste nicht einmal, was eine Frau war. Aber der Kern des Problems liegt hier darin, dass er die Schuld nicht Eva gibt. Er sagt Folgendes: „Die Frau, die“, … was? …, „du mir zur Seite gegeben hast.“ Wessen Schuld war es? Gottes Schuld. Du hättest jede Frau wählen können, die du wolltest, warum hast du sie ausgewählt? Warum hast du eine Frau gemacht, die das tun würde? Übrigens ist Adam nicht der Einzige, der auf diese Weise zu Gott gesprochen hat.

Achtet einmal auf Vers 13: „Da sprach Gott der Herr zu der Frau: ‚Warum hast du das getan?’“ Und die Frau antwortete: „Ich habe es getan.“ Nein, sie sagte: „Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen.“ Ich bin einfach ein Opfer, ebenso wie mein Mann, von etwas, das du geschaffen hast. Ich war in diesem wunderbaren Garten und plötzlich erschien eine Schlange auf der Bildfläche. Ich habe diese Schlange nicht gemacht. Ich habe dieser Schlange nicht die Fähigkeit gegeben, zu reden. Die Schuld wird hier Gott zugewiesen. Und so ist es von jeher gewesen. Gott hat mich geschaffen, Gott hat mich in all meiner Sündhaftigkeit geschaffen. Gott hat mich komplett mit meinen Lebensumständen geschaffen. Gott hat mich in meiner Ehe in die Situation versetzt, in der ich mich befinde. Gott hat mir meine Umgebung gegeben. Gott hat die Kulisse geschaffen. Es ist nicht meine Schuld.

In Jesaja 63,17 hören wir diese merkwürdige Aussage: „Herr, warum willst du uns abirren lassen von deinen Wegen und unser Herz verstocken, daß wir dich nicht fürchten?“ Was für eine schreckliche Sache, Gott für eure Sünde die Schuld zuzuweisen. Aber dazu neigt das gefallene Fleisch nun einmal - sich vor der Verantwortung für unser Verhalten zu drücken und sogar soweit zu gehen, dass wir Gott die Schuld daran geben. Wir alle werden versucht. Wir alle werden sündigen. Und oftmals werden wir Gott die Schuld daran geben, indem wir die Schuld auf unsere Umstände, unsere Schwäche, unsere Neigungen, unsere Umgebung, unsere Freunde, unsere Verwandten, unsere Familie, unsere wirtschaftliche Situation oder was auch immer schieben. Und so sagt Jakobus in Vers 13: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht“. Das ist eine Ermahnung, die jedem verbietet, Gott auf irgendeine Weise die Schuld zu geben.

Robert Burns, der berühmte schottische Dichter, schrieb: „Du weißt, du hast mich mit wilden und starken Leidenschaften gemacht, und auf ihre betörende Stimme zu hören, hat mich oft auf den falschen Weg geführt.“ Robert Burns hat ausgedrückt, was die Menschen im Laufe der Jahrhunderte geglaubt haben: dass Gott uns mit wilden und starken Leidenschaften gemacht hat, deshalb ist es kaum verwunderlich, dass wir für Versuchung anfällig sind.

Selbst die jüdischen Rabbiner des Altertums glaubten das. Sie nannten den bösen Impuls des Menschen yetzer hara und sagten, dies sei der böse Impuls des Menschen im Gegensatz zu seinem guten Impuls. Und die Gründe der Juden, einige zumindest, lauteten, dass Gott alles geschaffen hat und da er den Menschen geschaffen hat, muss er auch yetzer hara geschaffen haben. Wenn er alles geschaffen hat, muss er das geschaffen haben. Deshalb gibt es eine Redewendung der Rabbiner, die folgendermaßen lautet: „Gott sagt: ‚Es reut mich, dass ich die böse Veranlagung des Menschen geschaffen habe, denn wenn ich das nicht getan hätte, hätte er nicht gegen mich rebelliert. Ich habe diese böse Veranlagung geschaffen, ich habe die Gesetze und Heilmittel geschaffen. Wenn ihr euch mit dem Gesetz beschäftigt, werdet ihr der Macht dieser bösen Veranlagung nicht erliegen. Gott hat die gute Veranlagung des Menschen zu seiner Rechten platziert und die schlechte zu seiner Linken“, sagten die Rabbiner.

Es ist ein merkwürdiger, aber altertümlicher Glaube, dass Gott für unsere Versuchungen und Sünde verantwortlich ist. Jakobus verbietet einen derartigen Gedanken absolut. Er impliziert sogar, dass jemand, der Gott wirklich kennt, sich durch Sanftmut und eine Zerbrochenheit über seine eigene Schuld an der Sünde auszeichnet und nicht einmal daran denken würde, Gott ständig die Schuld zu geben … obwohl wir gelegentlich solche Anspielungen machen.

Achtet noch einmal auf Vers 13. Dort steht (im Griechischen) ein Präsens Passiv Partizip: „Niemand sage, wenn er versucht wird ...“ Während wir mit dem Kampf gegen die Versuchung beschäftigt sind, während wir versucht werden, möge niemand sich damit rausreden, sich aus der eigenen Verantwortung entlassen, indem er sagt, Gott tue das. Wenn ihr ständiger Versuchung ausgesetzt seid und kurz davor seid, nachzugeben, redet euch nicht damit heraus, ihr würdet von Gott versucht werden. Lasst keinen Menschen das sagen. Man könnte die Aussage „Ich werde von Gott versucht“ wirklich in Anführungszeichen setzen, weil Jakobus sie verwendet, als sei sie ein Zitat von einem Menschen in eben jener Situation.

Jetzt möchte ich euch etwas sehr Interessantes über die Auswahl der Präpositionen in diesem Vers zeigen. Das kleine Wort „von“ wird im Deutschen immer gleich geschrieben und hat nur eine einzige Bedeutung: „von“. Aber im Griechischen gibt es zwei Worte, die mit „von“ übersetzt werden können. Das eine ist apo, das andere ist hupo. Apo und hupo sind sehr wichtige Worte. Apo bedeutet „entfernt/Ferne/Distanz“, eine indirekte Beziehung. Hupo bedeutet eine direkte Stellvertretung, derjenige, der etwas tatsächlich tut. Hier wurde apo gewählt, also „entfernt“. Und Jakobus sagt hier, lasst niemanden, wenn er versucht wird, sagen: „Ich werde von Gott versucht“, nicht, dass Gott mich direkt versucht, aber er ist auf Distanz die echte Ursache dieses Problems … dass Gott, aus einer Entfernung, derjenige ist, der mich so geschaffen hat, der meine Umstände geschaffen hat, der mich in dieses Umfeld verpflanzt hat, der veranlasst hat, dass all diese Dinge geschehen; er ist derjenige, der in Wirklichkeit die Verantwortung trägt. Es ist nicht üblich, dass jemand sagt: „Gott verführt mich in Wirklichkeit zu Bösem.“ Stattdessen sagen die Menschen häufig: „Es ist Gott, der mich in dieser Situation geschaffen hat, und deshalb ist er letzten Endes für meine Handlungen verantwortlich.“ Die meisten Menschen gehen nicht so weit, Gott als den direkten Verführer zu sehen, aber sie fühlen, dass Gott indirekt, apo, die Schuld trägt, indem er die Situation und die Möglichkeit eines Versagens zulässt.

Das würde also bedeuten: „Sagt niemals, dass Gott nicht nur der direkte Ausführende der Versuchung ist, sondern, dass er nicht einmal im Entferntesten die Versuchung herbeiführt. Sagt das niemals.“ Betrachtet euch niemals als ein armes Opfer von Gottes Vorhersehung oder Gottes Schöpfung oder der Tatsache, dass Gott etwas geschehen lässt.

Er schiebt hier nicht Satan die Schuld zu. Jakobus verbietet uns nicht, den Dämonen oder der Welt oder den Menschen die Schuld zu geben, sondern Gott. In Sprüche 19,3 heißt es: „Die Torheit des Menschen verdirbt seinen Weg, und dann zürnt sein Herz gegen den Herrn.“ Philo sagte: „Wenn der Verstand gesündigt und sich weit von der Tugend entfernt hat, schiebt er die Schuld göttlichen Ursachen zu.“ Damit hat er völlig recht. Sich vor der Verantwortung für Sünde zu drücken, ist ein Lieblingshobby der Menschen. Und jedes Mal, wenn ihr die Schuld von euch weist, kann das letztendlich bedeuten, dass ihr Gott verantwortlich macht, der alles geschaffen hat.

Manche Menschen sind sogar soweit gegangen, zu sagen: „Gott trägt die Schuld an Versuchungen, und wenn du nicht so denkst, vergiss nicht Matthäus 6,13, wo es im Gebet der Jünger heißt: ‚Führe uns nicht in Versuchung.’“ Ich habe diese Woche einen Autor gelesen, der sagte, wir müssen Gott anflehen, dass er uns nicht in Versuchung führt, denn wenn wir ihn nicht darum bitten, wird er es tun. Jakobus räumt solch törichtem Fatalismus keinen Platz ein. Wie der arme Mensch, der seine Armut dafür verantwortlich macht, wenn er zum Dieb wird und stiehlt und denkt, sein Diebstahl sei gerechtfertigt, weil er arm war, und er schiebt die Schuld auf seine Umstände. Wie der Betrunkene, der auszieht und sein Auto zu Schrott fährt und dabei jemanden tötet und die Schuld auf seine Frau schiebt wegen einer unglücklichen Beziehung, einer unglücklichen Ehe, oder die Schuld auf seine Firma schiebt, die ihn zum Alkohol getrieben hat, oder den Druck verantwortlich macht, und glaubt, ihn träfe keine wirkliche Schuld. Ebenso geben die Menschen Gott die Schuld daran, dass er ihnen ihre inneren Leidenschaften gegeben hat. Die Menschen geben Gott die Schuld daran, dass er ihre Umstände geschaffen hat. Um noch einmal auf den schottischen Dichter Robert Burns zurückzukommen. Er sagte, er sei: „…angetrieben von Leidenschaften, doch das Licht, das ihn auf Abwege führte, sei im Grunde genommen ein Licht vom Himmel.“ Auch hier drückt er wieder das aus, was die Menschen jahrelang empfunden hatten, dass sie nämlich nicht wirklich dafür verantwortlich sind, wie sie sind, dass sie einfach so gemacht wurden. Jakobus sagt, das sei nicht vertretbar. Gott ist nicht für die Versuchung verantwortlich. Das könnt ihr nicht sagen. Und wenn er nicht für die Versuchung verantwortlich ist, kann er auch nicht … wofür? ... für die daraus entstehende Sünde verantwortlich sein.

Zur Untermauerung dieser Ermahnung in Vers 13 gibt Jakobus uns fünf Beweise … fünf Beweise. Dieser Text ist so tiefgründig. Ich möchte, dass ihr das versteht, weil das sehr, sehr praktisch ist. Es gibt fünf Beweise, dass Gott nicht für Versuchung und dadurch nicht für Sünde verantwortlich ist.

Erstens, das Wesen des Bösen … das Wesen des Bösen. In Vers 13 heißt es: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht“, der die indirekte Ursache ist. Hier ist der Grund dafür: „Denn Gott“, im Griechischen steht hier buchstäblich, „ist unerfahren im Bösen, und er selbst versucht auch niemand.“

Jetzt hört mir gut zu. Das ist etwas Neues, denn die heidnischen Götter und Gottheiten der religiösen Geschichte unterliegen immer der Versuchung. Lest ihr jemals griechische Mythologie? Habt ihr jemals über die Gottheiten des alten Asiens gelesen? Habt ihr jemals irgendetwas über die ethnologischen Studien gelesen, die die Religionen der Menschen zeigen? Ihr werdet feststellen, dass die Gottheiten und Götter des Heidentums immer der Verführung zum Bösen unterliegen und häufig als Sünder und Verführer zur Sünde portraitiert werden. Der Grund dafür besteht darin, dass all die falschen Götter, passt jetzt gut auf, in den Köpfen gefallener Menschen oder gefallener Dämonen geschaffen wurden. Und da sie aus Gefallenheit hervorgegangen sind, offenbaren sie dieselbe Korruption und Verderbtheit, aus der sie gekommen sind. Ihr Charakter ist korrupt, weil ihre Schöpfer korrupt sind und kein Strom höher ansteigen kann als seine Quelle.

Aber Gott, so heißt es hier, kann nicht versucht werden zum Bösen. Das Wort wird im Neuen Testament nur an dieser Stelle verwendet … apeirastos. Es bedeutet, dass er keine Erfahrung im Bösen hat. Er hat keine Erfahrung im Bösen. Er ist nicht fähig, Böses zu tun. Er ist nicht verwundbar durch Böses. Und übrigens, das Wort „Böse“ ist Neutrum Plural, ohne Artikel. Es ist einfach allgemein Böses jeglicher Art, das ganze Reich des Bösen, das eine vollkommen unmoralische Grundlage hat und in keiner Weise das Wesen Gottes durchdringen kann. Alles Böse schreckt Gott ab. Es kann keinen Platz in seinem heiligen Charakter finden. Das Wesen des Bösen ist also unendlich separat von der Heiligkeit Gottes. In 3. Mose 19,2 heißt es, der Herr ist heilig. In 3. Mose 20,26: „Ich, der Herr, bin heilig.“ In Jesaja 6: „Heilig, heilig, heilig.“ In 1. Petrus 1,16 steht, dass der Herr heilig ist. Heiligkeit kann von Sünde nicht durchdrungen werden.

Das Wesen des Bösen hebt sich also von Gott ab. Er kann mit böser Absicht in Versuchung geführt werden ... ich glaube, dass Satan in Hiob 1 vor Gott kam, weil er Gott veranlassen wollte, den Glauben an seine eigene Fähigkeit zu verlieren, den rechtschaffenen Charakter einer seiner wahren Heiligen zu bewahren, also Hiob. Ich glaube, dass Offenbarung 12,10 besagt, dass Satan immer der Verkläger der Brüder ist. Er geht zu Gott, um diesen zu versuchen, wegen ihrer vielen Sünden gegen seinen eigenen Bund mit seinem Volk zu verstoßen. In Römer 8 erfahren wir etwas über die Implikationen, dass es nämlich jemanden gibt, der darauf wartet, uns zu verurteilen, der die Auserwählten Gottes anklagen will, aber niemand kann das tun, weil Christus uns bereits vor Gott gerechtfertigt hat.

Ich glaube aber, dass Satan jederzeit und überall, wo er Zugang hat, gegen Gott vorgehen wollen würde. Aber Gott ist in keiner Weise verletzlich, denn das Wesen des Bösen ist Gottes Wesen vollkommen fremd. Er ist vollkommen unbezwingbar für den Angriff des Bösen. Seine Heiligkeit ist auf immer unverfälscht. Vielleicht erinnert ihr euch an Habakuk Kapitel 1, Vers 13, wo es heißt: „Deine Augen sind so rein, daß die das Böse nicht ansehen können; du kannst dem Unheil nicht zuschauen.“ Zu rein, um Böses anzuschauen, zu rein, um Unheil zuzuschauen. Gott ist ein heiliger Gott und das Wesen des Bösen macht es unmöglich, Gott jemals erfolgreich zu versuchen oder jemand Anderen zu versuchen. Denn jemanden zu versuchen würde andeuten, dass es Gott Freude bereitet, jemand Anderen etwas Böses tun zu sehen, aber er, der das Böse nicht kennt, kann sich am Bösen nicht erfreuen.

In 2. Samuel 24 steht ein interessanter Punkt. Ich muss wahrscheinlich darauf hinweisen. Nur damit ihr nicht nachschlagt und euch wundert. Dort steht Folgendes: „Und der Zorn des Herrn entbrannte wieder gegen Israel, und er reizte David gegen sie, indem er sprach: ‚Geh hin, zähle Israel und Juda.’“ David beging hier eine Sünde, indem er eine Volkszählung durchführte. Statt auf Gott zu vertrauen, würde er sein Vertrauen auf die Stärke seines Volkes setzen. Und wir lesen, dass der Zorn des Herrn gegen Israel entbrannte und er David reizte. Das scheint zu besagen, dass Gott selbst David zu dieser Sünde verführte.

Das ist die einzige Stelle in der Bibel, wo ein derartiger Gedanke eingeführt wird. Aber durch Gottes Heiligen Geist haben wir einen Vergleichstext in 1. Chronik 21. In dieser Parallele heißt es: „Und Satan stand auf gegen Israel und reizte David, Israel zählen zu lassen.“ Der genaue Aspekt dieser Versuchung, wer der Verführer war, findet sich in 1. Chronik 21,1, und dort heißt es, Satan sei es gewesen. Samuel vermittelt uns eine breitere Perspektive: dass Gott es zuließ, weil David die Wahl hatte, auf die Verführung Satans zu reagieren oder nicht zu reagieren. Gott verführt nicht zu Bösem, das wird hier ausdrücklich gesagt. Und wenn ihr zu 2. Samuel 24 geht, was er anscheinend getan hat, während ihr einfach zu 1. Chronik 21 geht, lesen wir dort, dass Satan es getan hat. Der Autor von Samuel sagt hier, dass es im Rahmen dessen lag, was Gott zuließ, um Gottes Urteil zu vollstrecken, falls David sich tatsächlich entscheiden sollte, Böses zu tun.

In Matthäus 4 heißt es, der Heilige Geist führte Jesus in die Wüste hinaus, damit er vom Teufel versucht würde. Auch hier sagt wieder jemand: „Nun, hat Gott ihn nicht durch den Heiligen Geist zur Versuchung hinausgeführt?“ Nein, Gott hat ihn hinausgeführt, damit er geprüft würde, und da er alle Prüfungen bestand, war keine von ihnen wirklich eine Versuchung, weil sie nie … wozu? … zur Sünde führten. Und durch diese Glaubensprüfungen erwies er sich als der Sohn Gottes. Die Engel kamen und dienten ihm.

Ihr sagt jetzt: „Nun, was ist mit Matthäus 6,13, ‚Führe uns nicht in Versuchung’?“ Auch hier geht es wieder um Prüfungen. Das ist der Ausruf des Herzens eines Heiligen, der sagt: „Oh Gott, gemäß meinem Gebet, führe mich nicht in irgendeine Prüfung, die mehr ist, als ich ertragen kann. Herr, führe uns nicht in irgendeine Art von Prüfungen, die zu unserer Versuchung führen würden, weil sie mehr sind, als wir bewältigen können.“ Und der Herr wird dieses Gebet erhören, weil es in 1. Korinther 10,13 heißt: „Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr“, … was? ..., „über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so daß ihr sie ertragen könnt.“ Führe uns nicht in Prüfungen, die so mächtig sind, dass sie unsere Kraft übersteigen, darum geht es in dem Gebet in Matthäus 6.

Die Wahrheit von Jakobus hat sich also behauptet. Gott versucht niemanden. Er lässt Versuchungen zu und Menschen wie David können eine Entscheidung treffen. Aber Gott führt nicht in Versuchung. Er lässt zu, dass wir auf die Probe gestellt werden, so wie er sogar zuließ, dass Christus auf die Probe gestellt wurde. Aber nie mehr, als wir ertragen können und immer mit einem Mittel für den Sieg, sofern wir dieses Mittel wählen. Und wenn wir ausrufen: „Führe uns nicht in Prüfungen oder Versuchung“, sagen wir einfach: „Gott, wir bitten dich, das zu tun, was du versprochen hast, und uns nie mehr zu geben, als wir ertragen können.“

Das Wesen des Bösen besagt also, dass Gott nicht versucht werden kann. Er kann das Böse nicht einmal erfahren und deshalb kann er niemand Anders versuchen. Wie ich schon sagte, um jemanden zu versuchen, müsste er sich an der Versuchung erfreuen und an der Sünde, und dazu ist er nicht fähig. Er erfreut sich nur an dem, was rein und heilig ist. Jakobus sagt, das Wesen des Bösen sagt uns, dass Gott nicht die Quelle der Versuchung und der Sünde sein kann, denn Böses widerspricht seinem Wesen.

Zweitens, das Wesen des Menschen ... das Wesen des Menschen. Nicht nur, was böse ist, sondern was der Mensch ist. Betrachtet einmal Vers 14; das ist überaus interessant. „Sondern jeder einzelne wird versucht“, oder buchstäblich hekastos, jeder, jede einzelne Person wird versucht, „wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird.“ Das erste Wort lautet „sondern“, und hier ist die entscheidende Tatsache: Versuchung kommt nicht von Gott, sondern von jedem einzelnen, jedem von uns, ohne Ausnahme, alle Personen, niemand liegt außerhalb dieses Bereichs, jeder wird versucht -- das steht im Präsens, jeder durchläuft wiederholt die Erfahrung, versucht zu werden --- wenn er gereizt und gelockt wird -- passt gut auf und unterstreicht das --- durch seine eigene … was? … Begierde.

„Gereizt“ und „gelockt“ sind zwei interessante Worte. Beide von ihnen sind Partizipien. Das erste kommt aus dem Gebiet des Jagens. Es bezeichnet ein Tier, das in eine Falle gelockt wird … eine Falle, die mit einem Köder bestückt ist, und das Tier wird in diese Falle gelockt. Das Verb an sich, ekselko, bedeutet, „durch eine innere Kraft anziehen“, eine innere Kraft. Es bedeutet, „geführt werden/getrieben werden/gezwungen werden/in eine Falle gelockt werden/geködert und gefangen werden“. Das ist ein Ausdruck, der beim Jagen verwendet wird.

Der zweite Begriff, „gelockt“, ist ein Begriff aus der Fischerei. Das Wort bedeutet buchstäblich „fangen“ oder „ködern“ und bezeichnet das Fangen eines Fisches mit einem Köder ... einen Haken mit einem Köder versehen und etwas fangen. In 2. Petrus 2,14 und 18 wird das mit „locken“, deleazomenos, übersetzt; das bedeutet „verleiten“, „einen Fisch mit einem Köder fangen“. Das Problem ist Folgendes: Jede Person wird versucht, wenn der Haken oder die Falle mit einem Köder versehen ist und wir werden weggelockt, weggetrieben, weggezogen, betört durch unsere … was? … Begierde. Diese Begriffe zeichnen ein Bild von dem Versuchten als jemandem, der durch Täuschung weggelockt, dann geködert und in die Sünde gelockt wird.

Stellt euch dieses Bild nur einmal vor. Der Grund dafür, dass Tiere geködert und in Fallen gelockt werden, dass Fische geködert und gefangen werden, liegt darin, dass der Köder attraktiv ist. Der Köder ist attraktiv. Der Köder sieht einladend aus. Und sie sehen lediglich den Köder. Wenn sie den Köder ergreifen, kommt statt des erwarteten Vergnügens jedoch der Schmerz der Gefangennahme und des Todes. So ist es mit der Versuchung. Sie schwebt dort draußen vor unserer Nase und verheißt uns einen angenehmen Genuss, einen befriedigenden Leckerbissen, größeres Vergnügen, Spaß, Belohnung, und sie lockt das geköderte Opfer auf tödliche Weise in seine Falle.

Was führt zu diesem Zustand? Was führt zu diesem Zustand? Wessen Schuld ist das? Was zieht uns so sehr zu dem Köder hin? Ist es Gott? Nein. Ist es Satan? Nein, Satan wirft den Haken aus und die Welt wirft den Haken aus und die Dämonen werfen den Haken aus und Menschen werfen den Haken aus und viele Menschen werfen den Haken aus, aber was zieht uns zu dem Haken hin? Was zieht uns zu der Falle hin? Was ist es? Begierde. Und das ist das Wesen des Menschen. Unsere Gefallenheit beinhaltet unter Anderem das Verlangen nach Bösem.

Bitte nehmt zur Kenntnis, dass hier nicht steht, jeder Einzelne wird von Begierde gereizt und gelockt, sondern von seiner eigenen Begierde. Sehr nachdrücklich. „Seine eigene“ betont, dass wir hier nicht nur von irgendeinem generischen Begriff reden, der allen Menschen auf dieselbe Weise gemein ist. Sondern jeder Einzelne, hekastos, jeder Einzelne hat seine eigenen, besonderen Neigungen der Begierde, und das ist es, was ihn in Wirklichkeit zum Köder lockt. Und trifft es nicht zu, dass die Leidenschaft eines Menschen etwas ist, was einen anderen Menschen abstößt? Ganz gewiss. Ich sehe Menschen, die durch ihre Begierde buchstäblich in die Homosexualität getrieben werden. Das stößt mich vollkommen ab. Ihr könnt diesen Köder so oft vor mir auslegen, wie ihr wollt, ihr werdet mich immer in eine andere Richtung gehen sehen. Wir alle haben einen bestimmten … ich möchte nicht das Wort „Charakter“ benutzen ... aber wir alle haben bestimmte Eigenschaften unserer Begierde, die einige Köder verlockender für uns machen als andere. Und aus diesem Grund macht Jakobus das hier zu etwas Persönlichem, indem er sagt: „jeder […] von seiner eigenen“ Begierde.

Das bezieht sich auf die Neigung der Seele, etwas zu genießen oder sich anzueignen. Das griechische Wort für „Begierde“ lautet epithumia, der Kern dieses Wortes ist thumos, mit einer Präposition davor. Das bedeutet ein Verlangen der Seele. Es ist die starke Leidenschaft der Seele. Und das Problem bei unseren Sünden ist nicht Gott, nicht einmal der Teufel, nicht einmal Dämonen, nicht einmal die Welt oder verdorbene Menschen; hört mir gut zu: Jesus Christus wurde sein ganzes Leben von der Welt, verdorbenen Menschen, Dämonen und dem Teufel umgeben, und dennoch sündigt er nie, weil es nie epithumia in ihm gab. Es gab keine Begierde in ihm. Es gab nichts, was ihn lockte. Kein Köder auf einem Haken lockte ihn auf irgendeine Weise.

Seht ihr, das Problem ist nicht der äußere Verführer, der Teufel veranlasst euch nicht, es zu tun. Das Problem ist nicht der äußere Verführer, das Problem ist der innere Verräter, da liegt das Problem. Unsere Verführbarkeit liegt am Wesen des Menschen und seinen eigenen, spezifischen Begierden. Die Seele eines jeden Menschen hat eigene Schemata fleischlicher Begierden, die das Ergebnis seiner Umgebung, seiner Erziehung und seiner persönlichen Entscheidungen sind. Deshalb ist es so dumm, wenn Menschen Teile ihres Leibes abschneiden. Es geht darum, dass es im Wesen des Menschen eine Neigung gibt, die Dinge zu begehren, die uns befriedigen. Und wenn wir zu diesen Dingen außerhalb von Gottes Willen gelockt werden, sind wir in der Lage, den Haken zu verschlucken.

Übrigens werdet ihr sicherlich bemerken, dass es heißt „wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird“; hier wird hupo verwendet. Begierde stellt die wahre Verlockung dar. Begierde ist der nahestehende und direkt Handelnde, die Ursache, die für die Sünde verantwortlich ist. Pogo sagte: „Wir haben den Feind gefunden - wir sind es selbst.“ Das ist richtig. Das ist tiefschürfend. Wir sind unsere eigenen Feinde.

Schlagt einmal kurz Römer 7 auf. Ich möchte euch kurz einen Abschnitt in Erinnerung rufen, mit dem wir uns in der Vergangenheit schon beschäftigt haben. In Römer 7 wird Paulus euch sagen, wo das Problem liegt; er beginnt in Vers 15: „Denn was ich vollbringe, billige ich nicht.“ Er spricht hier als Gläubiger. „Denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ Hört sich das vertraut an? Natürlich. „Wenn ich jetzt aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist.“ Mit anderen Worten gibt es Dinge, von denen ich weiß, dass sie richtig und falsch sind und ich weiß, was diese Dinge sind und ich will das Richtige tun, nicht das Falsche. Das Gesetz ist also gut. Das Gesetz gibt mir die richtigen Signale. In Vers 17 sagt er: „Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe,“, es ist nicht das wahre Ich, nicht das erneuerte Ich, „sondern die Sünde, die“, … wo? …, „in mir wohnt.“ Seht ihr, nach seiner Aussage steht das Problem meiner Verführbarkeit in Beziehung zu der Sünde, die in mir wohnt, die wiederum in Beziehung zu meinem Fleisch steht. Das wird er in Vers 18 sagen: „Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, in meinem Fleisch ...“ In Vers 23 sagt er: „Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch“, und dann in Vers 25, „diene mit dem Fleisch […] dem Gesetz der Sünde.“

Hier liegt das Problem. Das Problem besteht darin, dass wir, obwohl wir erlöst wurden und neue Geschöpfe sind und obwohl wir in Christus Jesus geschaffen wurden, dennoch einen Feind in uns haben. Und das ist die Begierde. Es ist jenes Verlangen danach, durch etwas befriedigt zu werden, was an sich eine gute Sache sein kann.

Im Grunde genommen sind fast alle Begierden Gottes gute Gaben, die verdreht sind. Gott gibt uns zum Beispiel den Segen des Schlafes. Und manche Menschen begehren den Schlaf so sehr, dass sie faule, arbeitsscheue Faulpelze werden. Gott hat uns Kleidung als etwas Gutes gegeben, um unsere Körper zu bedecken und uns zu wärmen. Für manche Menschen wird das zu einer alles verzehrenden Begierde, bei der sie so verzückt sind durch die Befriedigung, die es ihnen gibt, wenn Menschen sehen, was sie tragen, dass das buchstäblich ihr Budget und ihr Leben kontrolliert. Es ist wunderbar, dass Gott uns Behausung als Schutz vor den Elementen und für unsere Privatsphäre geschenkt hat, sodass wir unser Leben an nicht-öffentlichen Orten mit jenen Menschen führen können, die wir lieben. Doch manche Menschen wollen verwöhnt und umsorgt werden auf eine Weise, die weit über das menschlich Notwendige hinausgeht und zu einem Fetisch wird. Es gibt nichts auszusetzen an Durst. Gott hat uns das als ein Verlangen gegeben, das uns veranlasst, Dinge zu tun, die gut für unseren Körper sind. Aber manche Menschen trinken sich in den Rinnstein. Es ist nichts auszusetzen am Essen, aber manche Menschen werden gefräßig. Es ist nichts falsch daran, wenn wir möchten, dass unsere Bedürfnisse befriedigt werden, aber es ist leicht, unsere Bedürfnisse zu verdrehen und weit über das hinauszugehen, was sie wirklich sind. Selbst Sex wurde von Gott als ein wunderbares, herrliches Geschenk gegeben, aber wenn er verdreht wird und über den Willen Gottes hinaus angestrebt wird, wird er zu dem Köder, der die Person in die Falle lockt, die durch Begierde nach diesen Dingen getrieben wird.

Wir brauchen Satan nicht. Wir brauchen Dämonen nicht. Wir brauchen nicht einmal die Welt. Wir brauchen lediglich die nachhallende Begierde des Fleisches und die wird sich in Richtung des Köders bewegen. Wie ich bereits sagte, die Wurzel der Begierde ist in der Regel die Verdrehung einer von Gott gegebenen Gabe, etwas, das vom rechten Weg abgekommen ist. Gott ist also nicht für unsere Versuchungen verantwortlich … dafür, dass wir in Versuchung geraten, oder für unsere Sünde. Das Wesen des Bösen sagt uns das, weil es in keiner Weise Bestandteil von Gottes Wesen ist. Zweitens sagt uns das Wesen des Menschen, wo das Problem liegt. Es liegt in uns. Die Schuld liegt bei unserer Begierde.

Jakobus führt uns zu einem dritten Gedanken, der eine Erweiterung des zweiten ist. Der dritte Beweis, dass Gott nicht die Quelle der Sünde ist, ist das Wesen der Begierde. Nachdem er die Begierde im Wesen des Menschen identifiziert hat, fährt er jetzt in Versen 15 und 16 fort, dieses auf sehr praktische und hilfreiche Weise zu diskutieren. Ich möchte, dass ihr euch darauf konzentriert. Das ist im Grunde genommen der Kern der Botschaft für unser eigenes Leben.

In Vers 15 wechselt Jakobus von Jagd- und Fischereimetaphern zur Geburt und diskutiert das Wesen der Begierde. Er sagt: „Danach, wenn die Begierde empfangen hat“ - hier betrachtet er die Sünde wie eine Mutter, die ein Kind empfängt -, gebiert sie ein Kind, dieses Kind ist die Sünde, und wenn sie vollendet ist, tut sie nichts, außer … was? …, den Tod hervorzubringen. Das ist wirklich sehr hilfreich. Hört mir aufmerksam zu. Die meisten Menschen halten Sünde für einen einzelnen Akt oder eine Reihe von Handlungen oder Verhaltensweisen. Gott sagt hier, dass Sünde nicht eine Handlung ist, sondern das Ergebnis eines Prozesses. Okay? Sie ist das Ergebnis eines Prozesses. Ich werde euch einige Dinge nennen, die an diesem Prozess beteiligt sind.

Sie beginnt mit „Begierde“, epithumia. Vielleicht dürfte ich euch eine kleine Hilfestellung bei eurer kurzen Gliederung geben. Schreibt das Wort „Begierde“ auf und gegenüber schreibt ihr das Wort „Emotion“. Begierde hängt mit Emotionen zusammen. Sie beginnt mit einem Gefühl. Sie beginnt mit dem Verlangen nach Befriedigung, etwas haben zu wollen, um euch zu befriedigen, etwas Neues, etwas, das euch als Köder unter die Nase gehalten wurde. Ihr habt es beim Juwelier gesehen, beim Autohändler, im Einkaufszentrum oder wo auch immer. Oder es gibt ein Haus, an dem ihr ständig vorbeifahrt. Und das ist reine Emotion. Das bewirkt etwas in euch. Das ruft ein Verlangen in euch hervor. Damit beginnt es. Sünde beginnt mit der Begierde.

Die zweite Sache ist „Täuschung“. Schreibt euch rechts neben „Täuschung“ das Wort „Verstand“. Der Ablauf ist folgender: Es beginnt mit der Begierde in euren Emotionen und führt dann zu einer Täuschung in eurem Verstand, weil ihr anfangt, das Recht auf das, wonach euch verlangt, zu rechtfertigen und zu rationalisieren, nicht wahr? Das ist einfach das unvermeidliche Schema.

Das haben wir in Vers 14 gesehen, gereizt und gelockt zu werden. Der Haken ist mit einem Köder versehen. Die Falle ist mit einem Köder versehen. Der Intellekt wird getäuscht. Der Intellekt sieht hin und sagt: „Ich habe ein Recht darauf. Das sieht gut aus. Das wird mich befriedigen. Das wird meine Bedürfnisse stillen. Das wird meine Begierde beseitigen.“ Was also mit einem emotionalen Verlangen beginnt, wird zu einer Täuschung im Verstand und ihr glaubt wirklich, ihr hättet das Recht auf eine Sache. Ihr glaubt, dass es da und wunderbar ist. Ihr glaubt, dass es Erfüllung bringt. Ihr glaubt, es wird euch geben, was ihr wollt. Also zieht ihr los und was geschieht? Die Begierde empfängt.

Ich möchte das als „Design“ bezeichnen. Jetzt beginnt das Konzept, wie ihr die Sünde vollbringen werdet, Gestalt anzunehmen. Das geschieht durch unseren Willen. Wir haben bei den Emotionen begonnen, sind zum Verstand übergegangen und jetzt ist euer Wille aktiv und ihr spielt in Gedanken mit der Schlussfolgerung, zu der ihr bereits gelangt seid. Euer Wille entwickelt ein Design ... wenn die Begierde empfangen hat. Dann beginnt das Design, Gestalt anzunehmen. Übrigens, das griechische Wort für „empfangen“, sullambano, bedeutet buchstäblich „schwanger werden“. Wenn die Begierde quasi durch die Prostitution dieses Köders verführt wird, wird sie schwanger. Und das Design wird, wenn ihr so wollt, in der Gebärmutter der Seele eines Menschen empfangen. Die Emotionen begehren etwas, das befriedigend, aber falsch ist. Der nächste Schritt erfolgt im Verstand, der sich selbst davon überzeugt, dass er das Recht darauf hat. Und nachdem er sich davon überzeugt hat, empfängt der Verstand die Sünde selbst … die Sünde wird empfangen.

Und dann kommt der vierte Punkt, Ungehorsam - die Handlung wird ausgeführt. Die Begierde gebiert Sünde. Jedes Kind, das geboren wird, wird auf dieselbe Weise geboren. Zuerst ist da ein Verlangen zwischen einem Mann und einer Frau. Der Wunsch nach einem Kind wird dann in ihren Köpfen ausgelöst und sie entscheiden sich, das zu tun. Sie treffen die Entscheidung, dass sie das tun wollen. Dann empfangen sie dieses Kind. Später gebären sie dieses Kind. Und so fängt es mit der Sünde an. Sie wird anfangs als Wunsch oder Begierde im Kopf empfangen. Dann wird sie im Verstand gerechtfertigt, im Willen empfangen und durch das Verhalten herbeigeführt. Das ist die Abfolge.

Das griechische Wort für „sie gebiert die Sünde“, das ihr hier seht, lautet tikto, das bedeutet „gebären“. Und es findet in unserem Verhalten statt. Schreibt also neben „Ungehorsam“ das Wort „Verhalten“, die tatsächliche Handlung, von der Emotion zum Verstand zum Willen zum Verhalten. Die Emotionen veranlassen den Verstand, die Begierde zu rationalisieren. Der rationalisierte Verstand veranlasst den Willen dazu, einen Plan zu schmieden. Und jetzt wird das Baby geboren und die Tat ist vollbracht und all das begann mit der Begierde.

Ich möchte euch jetzt etwas sehr Praktisches sagen. An welchem Punkt in unserem Leben befassen wir uns mit Sünde? Hier draußen, auf der Ebene unseres Verhaltens? Nein. Viel früher, auf welcher Ebene? Der Ebene der Begierde. Der Mensch, der seine emotionalen Reaktionen kontrollieren kann, wird sich effektiv mit seiner Sünde auseinandersetzen. Oder der Mensch, der beim Verspüren dieser emotionalen Reaktionen einen geheiligten Verstand hat. Und wenn der Schritt von den Emotionen zum Verstand vollzogen wird, wird an dieser Stelle innegehalten. Wenn die Begierde bis zum Willen vordringt und etwas empfangen wird, dann wird es geboren. Ein Kind, das empfangen wurde, ist ein Kind, das geboren wird. Dieses Kind muss rauskommen.

Wenn wir uns also mit der Sünde in unserem Leben befassen, setzen wir uns nicht nur ganz am Ende der Kette effektiv damit auseinander, sondern müssen ganz zum Anfang zurückgehen. Wenn ihr zulasst, dass die Emotionen dem Köder ausgesetzt werden, habt ihr Probleme. Wisst ihr, alles in unserer bösen Gesellschaft wird eure Emotionen ansprechen. Alle dramatischen Dinge, alle Filme und Fernsehen und Bücher und Musik und Kleidung und all die verführerischen Anblicke und Klänge und Dinge, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sind alle in erster Linie dazu da, unsere Emotionen in den Bann zu ziehen. All das ist eine Fassade, die uns verführen soll.

Sogar Fernsehwerbung verwirrt meinen Verstand nur. Ich sehe mir an, wie sie ein Auto verkaufen. Man hat keinerlei Vorstellung von der Mechanik des Autos, welches nichts weiter ist als eine Maschine. Keine Informationen, außer irgendwelchen albernen Szenen und wilde, verrückte Musik und Dinge aus dem Weltraumzeitalter, die überall herumfliegen. Was, bitte schön, hat das mit dem Auto zu tun? Es hat überhaupt nichts mit einem Auto zu tun, aber alles mit euren ... was? Euren Emotionen … euren Emotionen. Damit beginnt es alles. Damit beginnt es alles.

Eine Frau trägt Parfum auf und hinterlässt eine Spur. Das ist nicht für euren Intellekt. Wir müssen auf der Ebene unserer Emotionen vorsichtig sein. Und zweitens auf der Ebene unseres Verstandes. Und deshalb muss der Verstand zum Gehorsam gegen Christus gefangengenommen werden. Ist das nicht eine großartige Wahrheit? Alles in unserem Verstand muss zum Gehorsam gegen Christus gefangengenommen werden. Ein ungeschützter, unkontrollierter Verstand, der sich Christus nicht gebeugt hat, wird mit bösen Eindrücken gefüllt werden. Also muss ich meine Emotionen kontrollieren. Ich muss meinen Verstand kontrollieren, denn das ist der Punkt, wo die Dinge losgehen. Ich will also sicher sein, dass meine Emotionen den Dingen Gottes gewidmet sind.

Wisst ihr, was in dieser Hinsicht ein wunderbarer Segen ist? Gute christliche Musik, weil ich Musik liebe und jeder tut das und Musik ist im Wesentlichen emotional, mehr als kognitiv ... vieles davon ist zwar auch kognitiv, aber der größte Teil ist emotional. Ist es nicht wunderbar, dass wir heutzutage das Privileg haben, die emotionale Freude, die singende Seele und die Gefühle zu haben, die uns Gott ehrende Musik vermittelt? Und ist es nicht wunderbar, wenn kleine Kinder groß werden und all diese gute christliche Musik lernen, sodass ihre emotionalen Reaktionen und ihre Freude und ihr Kummer in Beziehung zu Musik gesetzt werden können, die im Wesentlichen Gott verherrlicht und nicht weltliche Musik ist? Es gibt verschiedene Wege, mit unseren Emotionen umzugehen. Ihr könnt eure Emotionen nicht ständig Dingen aussetzen, die euch von den Dingen Gottes weglocken. Ihr könnt das nicht tun, ohne dafür einen hohen Preis zu zahlen.

Es ist ganz einfach. Ihr braucht den Verstand Christi. Ihr braucht eine erneuerte Gesinnung. Ihr braucht einen Verstand, der sich auf die Dinge oben konzentriert, nicht auf die irdischen. Ihr braucht einen Verstand, der von dem Wort Christi erfüllt ist und darin ruht. Paulus sagt in Römer 12,2, ihr braucht einen Verstand, der verwandelt ist, nicht an diesen Weltlauf angepasst. Wie kann ich das einfach ausdrücken? Ihr müsst den Herrn, euren Gott, mit eurem ganzen Denken lieben. Was ist in eurem Verstand? Was ist in eurem Verstand? Wenn ihr euren Verstand mit dem Wort Gottes nährt, werdet ihr die Sünde ziemlich am Anfang im Keim ersticken. Wenn eure Emotionen durch den Geist Gottes kontrolliert werden und eure Gefühle ihm zum Gehorsam gefangengenommen wurden, dann werdet ihr die Sünde im Keim ersticken. Wenn ihr euren Emotionen freien Lauf lasst und sie allem aussetzt, was die Welt euch vorsetzt, wenn ihr euren Verstand eine offene Tür sein lasst, durch die alles ein- und austreten kann, wenn er nicht gründlich mit dem Wort Gottes gepflügt und kultiviert wird, dann werdet ihr Sünde empfangen und das Kind gebären.

Und darf ich vielleicht hinzufügen, was Jakobus in Vers 15 hinzufügt? „Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist“; apokuei bedeutet „aufhören, schwanger zu sein.“ Wenn die Sünde gebiert, das ist ein Synonym für tikto, das andere Verb, das verwendet wird, bringt sie Sünde hervor, und wenn die Sünde geboren wird, bringt all das was? Den Tod. Wenn die Sünde geboren wird, wird sie als Mörder geboren. Was für ein Bild … was für ein Bild.

Die Emotionen und aus diesen Emotionen kommt die Entscheidung. Und aus der Entscheidung kommt die Empfängnis des Willens. Und dann das Verhalten, und die Symbolik einer Schwangerschaft ist so wunderbar, bis man zum Ende kommt, wenn das Kind geboren wird und das Kind sich als Mörder herausstellt. Die Sünde ist ein Mörder. Der Lohn der Sünde ist … was? … der Tod, geistlicher Tod, der die Seele von Gott trennt, physischer Tod trennt die Seele vom Körper, ewiger Tod trennt die Seele und den Körper von Gott.

Er redet hier nicht spezifisch über Christen oder Nicht-Christen, sondern sagt einfach, dass die Sünde immer nur den Tod hervorbringt. Selbst für einen Gläubigen kann es physischen Tod geben, wie wir in 1. Korinther 11 und in 1. Johannes 5,16 sehen. Jede Art von Tod ergibt sich aus Sünde. Der Gedanke, dass ihr irgendein befriedigendes Verhalten in euer Leben bringt, ist also eine Lüge. Alles, was ihr bringt, ist Sünde, und alles, was die Sünde hervorbringt, ist der Tod. Deshalb sagt Jakobus in Vers 16: „Lasst euch nicht länger in die Irre führen, meine geliebten Brüder. Irrt euch nicht.“ Hier wird wieder das Wort verwendet, von dem wir „Planet“ ableiten, als ob etwas davonzieht. Er sagt, seid euch bewusst, wo Ärger ist, lasst euch nicht täuschen. Hört auf, Gott die Schuld zu geben, und sucht die Schuld bei euch selbst. Fangt bei euch selbst an und geht nicht blind durchs Leben, die Dinge so akzeptierend, wie sie sind, um dann Gott die Schuld daran zu geben. Erkennt, dass in euch ein Feind steckt und dass dieser Feind eure Gefallenheit ist und eure Begierde und dass ihr euch mit diesem Feind auseinandersetzen müsst. Ihr könnt eure Emotionen nicht allem aussetzen, das euch lockt. Ihr könnt euren Verstand nicht all diesen Dingen unterordnen. Ihr müsst wissen, wo das Problem liegt, dürft euch darüber nicht täuschen, und müsst dorthin zurückkehren und euch auf dieser Ebene damit auseinandersetzen. Erstickt es im Keim. Füllt eure Gedanken mit den Dingen Gottes, damit sie nie mit euren Gefühlen zusammenkommen und in eurem Willen Sünde empfangen können.

Wenn eure Emotionen oder euer Verstand unter Kontrolle sind, eins von beidem, dann hat der andere Teil keinen Partner, um Sünde zu empfangen. Das Wesen des Bösen, das Wesen des Menschen und das Wesen der Begierde eliminieren die Tatsache, dass Gott uns je zur Sünde verführen könnte.

Und als direkten Beweis sehen wir in Vers 17 das Wesen Gottes. Seht euch das einmal an. Das ist so wunderbar. Das Wesen Gottes … hier steckt die Kernaussage des Textes. Lasst das einmal sacken. Niemand kann Gott die Schuld für Sünde geben, denn „jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab.“ Ich meine, die einzigen Dinge, die von oben herab von ihm kommen, sind was? Sie sind gut und vollkommen. Wir Menschen haben ein Wesen, das Sünde hervorbringt. Nicht Gott. Das Wesen Gottes ist so, dass es nur Gutes hervorbringt. Das ist eine zweiseitige Sache. Die negative davon lautet, dass Gott nie Sünde hervorbringen könnte. Auf der positiven Seite, und das müsst ihr gut verstehen, heißt es, dass Gott Gutes, Gutes, Gutes, Gutes, Gutes, Gutes und noch mehr Gutes hervorbringen wird; warum um alles in der Welt seid ihr also für eure Befriedigung auf die Köder aus, wenn Gott euch alles gibt, was ihr euch je für eure Zufriedenheit wünschen könntet?

Die negative Seite lautet, dass Gott nie Böses hervorbringen könnte. Er ist gut. Die positive Seite ist, dass Gott unendlich und grenzenlos Gutes hervorbringt, sodass ein Mensch, der sich von einem Köder verführen lassen würde, wenn alle Güte Gottes durch seine Gnade verfügbar ist, ein Tor wäre. Unser Fleisch ist ein Brunnen voller stinkendem Wasser, wenn wir darüber nachdenken, was es macht. Und warum würden wir jemals daraus trinken, wenn wir zur Quelle kommen können, zur Quelle des Lebens selbst. Gott gibt uns jedes gute und vollkommene Geschenk.

Würdet ihr bitte das Wort „jedes“ beachten? Jedes, jedes, alle eingeschlossen, alle eingeschlossen ... jedes, jedes. Würdet ihr bitte die beiden Geschenke beachten? Geschenk, Geschenk … ein Wort dafür ist dosis, das ist der Akt des Gebens, das andere Wort ist dorema und bezieht sich auf das gegebene Geschenk. Jeder Akt des Gebens und jedes beim Akt des Gebens gegebene Geschenk ist gut und vollkommen. „Gut“ bedeutet „gut“. Es gibt keinen Komparativ dafür, es ist nicht gut, besser, am besten. Es ist einfach gut. Es ist vollkommen, es mangelt ihm an nichts, es ist vollkommen hinlänglich. Es ist vollkommen, umfassend. Jedes, jedes gute Geschenk, jedes, jedes gute Geschenk, das von Gott gegeben wird, ist vollkommen, nützlich, absolut vollständig.

Kein Wunder, dass Jesus im Matthäusevangelium sagte: „Bittet, so wird euch“, … was? ..., „gegeben. Suchet, so werdet ihr finden.“ Ach, was für ein wunderbarer Text. Wenn ihr etwas wirklich sucht, wenn ihr in eurer Seele etwas sucht, das richtig und gut ist, und ihr Gott darum bittet, meint ihr nicht, dass er es euch geben wird? Er sagt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht“, wenn ihr Väter, die ihr gefallen seid, wisst, wie ihr zu den Kindern, die ihr liebt, gut sein könnt, „wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die“, ... was? ... „ihn bitten!“ Und in Lukas 11,13 heißt es, Gott wird ihnen seinen Heiligen Geist geben. Wie dumm es ist, Ködern hinterherzulaufen, uns von unseren Begierden locken zu lassen, wenn Gott uns so viel zu geben hat ... einen unerschöpflichen Vorrat, alle guten und vollkommenen Gaben gehören ihm, um sie uns zu geben.

Eine Frau sah das erste Mal in ihrem Leben das Meer und sagte zu ihrer Freundin: „Wie wunderbar es ist, etwas zu sehen, von dem es genug gibt.“ Und wenn ihr die Segnungen Gottes betrachtet, seht ihr etwas, von dem es genug gibt.

Zurück zu Vers 17: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab ...“ Es kommt alles von oben. Es fließt alles herab. Wie töricht, nach dem verlockenden Köder der Sünde zu greifen. Wie dumm, in die Falle zu tappen, wenn jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk wie Regen aus dem Himmel zu uns herabkommt.

Satan versuchte, Eva zu sagen, dass Gott ihr etwas vorenthielt. „Gott lässt euch das Beste nicht haben, du solltest besser nach dieser Befriedigung, nach diesem Besten greifen. Gott hat euch das Beste vorenthalten.“ Sie hat diese Lüge geschluckt und das Kind war empfangen und wurde geboren und dieses Kind war der Tod. Dieses Kind war der Tod.

Ich erinnere mich noch an 2. Samuel 12, ich habe gerade heute Nachmittag daran gedacht; Davids schreckliche Sünde mit Batsheba. Hört einmal auf das, was Gottes Wort sagt. Nathan geht natürlich zu David und sagt zu ihm in Vers 7: „David, du bist der Mann, du bist der Sünder, du hast das getan. Du bist der Ehebrecher, du bist der Mörder. Und hier ist das, was der Herr dir zu sagen hat, David: ‚Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und habe dich aus der Hand Sauls errettet; ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoß, und ich habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt.’ David, warum würdest du das ergreifen, was verboten ist, wenn ich dir alles gegeben hätte … alles?“

Gott erfreut sich daran, uns alles Gute und alles Vollkommene zu geben. Sie kommen von ihm zu uns herab. Bitte beachtet, dass er der „Vater der Lichter“ genannt wird, das ist eine großartige Aussage. Das war eine altertümliche jüdische Art, sich auf Gott als Schöpfer zu beziehen. Die Lichter, die sie im Sinn haben, sind die Sonne, der Mond und die Sterne. Er ist der Vater der Lichter, der Himmelsgestirne. Ihr sagt jetzt: „Warum wählt er diesen Titel?“ Weil das zweckdienlich für seine Illustration ist. Er ist der Vater der Lichter, aber bei ihm gibt es keine Veränderung und keinen wechselnden Schatten. Sehr anschaulich … sehr anschaulich. Er ist derjenige, der alle Himmelsgestirne geschaffen hat. Er hat sie alle geschaffen, aber ist nicht wie sie. Sie variieren, sie ändern sich, sie werden dunkler und heller, sie bringen Licht, sie werden Schatten, sie sind tagsüber hier, nachts verschwunden oder nachts hier und tagsüber verschwunden. Ihr Nutzen für uns kommt und geht. So ist Gott nicht. Gottes brillantes, helles Licht der Herrlichkeit und Güte und Gnade ist nichts Veränderliches. Jakobus verwendet hier den griechischen Begriff parallage, von dem wir „Parallaxe“ ableiten, es wechselt nicht von einem Zustand zu einem anderen, es hat keine Schatten, es wird nie dunkel. In 1. Johannes 1,5 heißt es: „In ihm ist gar keine“, … was? …, „Finsternis.“ Maleachi 3,6: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht.“

Es gibt keine Tage, an denen er aufhört, geistliche Gaben zu geben. Es gibt keine Tage, an denen er aufhört, geistliche Gaben zu geben. Der Strom guter Dinge von Gott verändert sich nie und er hört nie auf. „David, David, ich hätte dir dies und das gegeben …“ Ich meine, um mal Klartext zu reden, Leute, ein wohlgenährter Fisch beißt bei einem Köder nicht an. Versteht ihr das? Und wenn ihr euch eure göttlichen Ressourcen zunutze macht, was um alles in der Welt würdet ihr dann mit diesem Köder wollen? Füllt euch mit göttlichen Gaben auf. „Come thou fount of every blessing, tune my heart to sing Thy grace, streams of mercy...what's the next words?...never ceasing, call for songs of loudest praise.“ (~ Komm du Quelle jedes Segens, stimme mein Herz darauf ein, über deine Gnade zu singen, Ströme der … wie lauten die nächsten Worte? ... unendlichen Barmherzigkeit verlangen nach Liedern des lautesten Lobpreises.“). Die Ströme der Barmherzigkeit sind unerschöpflich. Nichts kann Gottes Güte in den Schatten stellen. Nichts kann sein Wohlwollen stoppen. Nichts kann den Strom seines himmlischen Lichts unterbrechen. Erliegt der Versuchung des Teufels nicht. Empfangt und gebärt nicht ein tödliches Kind, das euren eigenen Tod herbeiführen könnte. Gott gibt alles Gute und nur Gutes. Wer ist verantwortlich für Sünde? Ihr seid es … das ist richtig, ihr seid es.

Und ein letzter Beweis, den ich nur kurz erwähnen werde, weil ich den in unserer nächsten Botschaft eingehender betrachten werde. Ein letzter Beweis, das Wesen der Wiedergeburt. Betrachtet einmal Vers 18. Wir werden das nächste Woche im Detail tun. „Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“ Ihr müsst verstehen, dass Gott uns nicht zur Sünde verführt haben könnte. Gott will nicht, dass wir sündigen, weil Gott uns erneuert hat, um uns wie er selbst zu machen. Das Wesen der Wiedergeburt schließt aus, dass Gott uns jemals zur Sünde veranlassen könnte. Er hat uns neues Leben geschenkt. Begierde bringt Tod hervor, aber Gott bringt Leben hervor. Gott verführt uns nicht dazu, Böses zu tun, er macht neue Geschöpfe aus uns, um Gutes zu tun und seine Erstlinge zu werden, sein eigener, geliebter Besitz.

Wer trägt die Schuld an eurer Sünde? Das solltet ihr besser wissen, denn ihr müsst euch damit auseinandersetzen. Augustinus, ein großartiger heiliger Mann Gottes, hatte vor seiner Bekehrung mit einer Prostituierten zusammengelebt. Nach seiner wunderbaren Errettung lief er die Straße entlang und diese Prostituierte sah ihn. Sie rief seinen Namen aus und er ging einfach weiter. Er sah sie, aber er richtete seine Augen geradeaus und ging weiter. Sie rief ihm weiter hinterher und rannte ihm nach und sagte schließlich: „Augustinus, ich bin es.“ Worauf er antwortete: „Ich weiß, aber ich bin nicht mehr Ich.“

Das ist richtig. Gott zeugte uns erneut, damit wir eine neue Schöpfung werden sollten, die ihm gehört. Und wir tragen diese neue Schöpfung in uns, die uns gestattet, Böses zu überwinden, wenn wir die Mittel der Gnade benutzen und unsere Waffen zur Kriegesführung, die nicht fleischlicher Natur sind, sondern Gebet, das Studium von Gottes Wort, ein disziplinierter Verstand und die Kraft geistlicher Rechenschaftspflicht, um Sünde an dem Punkt zu stoppen, wo sie beginnt.

Nun, ich habe mir mehr Zeit genommen, als ich es vielleicht hätte tun sollen, aber das ist so wichtig. Lasst uns beten.




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