Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Das künftige Gericht über die Abtrünnigen, Teil 1 (German)

Judas 14

Code: de65-10

Heute Abend werden wir zu unserer Betrachtung von Judas zurückkehren und uns mit Versen 14 bis 16 befassen. Ich gehe dies in kleinen Abschnitten durch, weil dieses Material wirklich wichtig ist. Dieser spezifische Abschnitt aus drei Versen ist einzigartig, wie ihr sehen werdet, wenn wir uns ein wenig näher damit befassen. In anderer Hinsicht ist das uns vertraut, weil der Text vom Gericht handelt. Und das ist natürlich ein sehr geläufiges Thema in der Schrift.

Lasst mich euch Verse 14 bis 16 vorlesen und danach werden wir sie näher betrachten. Judas Vers 14: „Von diesen hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: ‚Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten [Worte], die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.‘ Das sind Unzufriedene, die mit ihrem Geschick hadern und dabei nach ihren Lüsten wandeln; und ihr Mund redet übertriebene Worte, wenn sie aus Eigennutz ins Angesicht schmeicheln.“

Das ist offensichtlich ein Text, bei dem es um die Wiederkehr des Herrn zum Gericht über die Gottlosen geht. Das Thema des Gerichts hat eine prominente Stellung in der Bibel. Und das Thema des Gerichts und der ewigen Strafe nimmt insbesondere in den Lehren unseres Herrn Jesus eine prominente Stellung ein. Heutzutage herrscht der Gedanke vor, der oft von falschen Lehrern verbreitet wird, dass Jesus jeden liebt und niemandem schaden würde. Jesus will jeden zu sich in den Himmel holen. Die Wahrheit ist jedoch, dass unser Heiland, der Herr Jesus Christus, mehr über die Hölle als über den Himmel zu sagen hatte und er hatte mehr über die Hölle zu sagen als über irgendeine Person in der Bibel. Viele seiner Lehren über die Hölle finden sich in der Bergpredigt. Und die Bergpredigt wurde von vielen Abtrünnigen und vielen falschen Lehrern traditionsgemäß für eine Art von ethischer Predigt gehalten. Aber in Wirklichkeit enthält die Bergpredigt viele Bezüge auf die Hölle. In dieser Predigt, die in Matthäus Kapitel 5 bis 7 aufgezeichnet ist, sprach Jesus über die Gefahren des Höllenfeuers. Er sprach auch darüber, dass der ganze Leib in der Hölle landet, einer Hölle, die so schlimm ist, dass der Verlust eines Gliedes oder eines Auges im Gegenzug für das Leben nichts im Vergleich dazu wäre.

In diesen Verweisen in der Bergpredigt benutzte Jesus das Wort Gehenna. Das Wort Gehenna war ein geläufiges Wort, das dazu benutzt wurde, die jüdische Müllhalde zu bezeichnen. Im Tal von Hinnom, am Rande von Jerusalem - ich bin schon einige Male dort gewesen -, befand sich früher die städtische Müllhalde. Und dort brannte ein nie endendes Feuer, ein ewig brennendes Feuer, das den Müll der Stadt verbrannte. Es ist diese Vorstellung eines ewigen Feuers, die Jesus verwendete, um die Hölle zu beschreiben.

Später sagte er in derselben Bergpredigt: „Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ Später in seinem Dienst sagte er auch über diejenigen, die nicht an ihn glaubten: „[Sie] werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“

Bei einer Gelegenheit, als Jesus versuchte, seine Jünger zu ermutigen, sagte er: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle“, Matthäus 10,28. Und da findet sich natürlich wieder das Wort Gehenna.

In Matthäus Kapitel 13 sprach Jesus in seinen Gleichnissen über die Hölle. Ihr könnt euch, als Beispiel, nur ein paar Verse dort ansehen. Vers 40: „Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln und werden sie in den Feuerofen werden; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.“ Und andererseits: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters.“ Jesus zögerte nicht, sich auf die Hölle zu beziehen. Die Hölle als endloses Feuer, als unerbittliche Schmerzen, die Heulen und Zähneknirschen verursachen, Hölle als eine Art von äußerster Finsternis.

Im Markusevangelium sehen wir wieder, wie Jesus sich in Kapitel 9, Vers 43 auf die Hölle als unauslöschliches Feuer bezieht ... unauslöschliches Feuer. Und später, in Vers 48, heißt es: „Wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“ Es ist ein Feuer, das nicht verzehrt, sondern nur quält und sich endlos fortsetzt. Und auch hier verwendet er wieder das Wort Gehenna, den Begriff, der benutzt wird, um das brennende Feuer im Tal von Hinnom zu beschreiben, wo der Müll der Stadt hingebracht wurde.

Später spricht unser Herr wieder von der Hölle. Er spricht von der Hölle als Absonderung von Gott und allem Guten. Er spricht von der Hölle als Finsternis. Er spricht von der Hölle als Reue. Er spricht von der Hölle als Qual. In Matthäus 22,13 sagt er: „Bindet ihm Hände und Füße, führ ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.“ In Kapitel 23 sagt er: „Ihr Schlangen! Ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?“ Und wieder verwendet er den Begriff Gehenna, diesen Ort des endlosen Feuers.

In seiner berühmten Ölbergrede, Matthäus 24 und 25, wo Jesus über seine Wiederkunft zum Gericht spricht, sagt er in Vers 41: „Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das“, ... und hier kommt ein Ausdruck von zentraler Bedeutung ..., „ewige Feuer.“ In Vers 46 heißt es: „Und sie werden in die ewige Strafe hingehen.“ Da betont er den Aspekt der Ewigkeit. In Matthäus 26,24 heißt es: „Wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre.“ Das bedeutet im Hinblick auf Judas, gar nicht zu existieren wäre besser als das, was er erleiden wird. Es wäre besser gewesen, er wäre nie geboren worden, denn er wird ein Schicksal erleiden, das weitaus schlimmer ist, als nicht zu existieren. Das zeigt mir, dass Jesus keine Annihilation lehrte, denn sonst wäre das Schicksal von Judas dasselbe gewesen, als wäre er nicht geboren worden. Er würde einfach aufhören, zu existieren.

Das wird in den Evangelien ständig wiederholt, diese Betonung unseres Herrn auf dem Gericht der Hölle, dem schrecklichen Gericht der Hölle. Die Darstellung in Kapitel 16 des Lukasevangeliums ist, meiner Meinung nach, dramatisch. Vielleicht wollt ihr es dort nachlesen. Wir befassen uns nicht mit allen Schriftstellen, aber diese hier ist wichtig. Hier erzählt Jesus die Geschichte eines reichen Mannes und eines armen Mannes namens Lazarus. Und in Vers 22 heißt es: „Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde“, das ist der Ort des Segens. „Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da [litt] er Qualen.“ Hier seht ihr das Bild eines Menschen, der die Qualen der ewigen Strafe leidet. Und er bat um Mitleid und darum, dass er einen Tropfen Wasser erhalten möge, um seine Zunge zu kühlen. Er sagt: „Denn ich leide Pein in dieser Flamme.“ Und später in Vers 28 sagt er: „Ich habe fünf Brüder, [ich möchte, dass jemand] sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.“ Die Hölle wird also von Jesus, und ganz besonders von Jesus, in all ihren Schrecken als Ort der ewigen Qual für Körper und Seele dargestellt. In Johannes Kapitel 5 sagte Jesus, es würde eine Auferstehung zum Gericht geben, eine Auferstehung der Gottlosen zur ewigen Verdammnis. Sie werden in ihrem auferstandenen Leib leiden. Es ist nicht nur die Seele, die leidet, sondern auch ein Leiden des auferstandenen Leibes, der für dieses Leiden fit ist. Schreckliches, intensives Leiden und diese Leiden werden überaus anschaulich beschrieben.

Die heißeste Hölle, die schlimmste Strafe, ist jenen vorbehalten, die die Wahrheit kennen und sie ablehnen. Hebräer 10,28: „Wenn jemand das Gesetz Moses verwirft, muß er ohne Erbarmen sterben auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin; wieviel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? Denn wir kennen ja den, der sagt: ‚Die Rache ist mein; ich will vergelten!‘ [...] Und weiter: ‚Der Herr wird sein Volk richten‘. Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“, besonders und umso mehr, wenn ihr das Evangelium mit Füßen getreten habt, den Sohn Gottes, und sein Blut als gemein erachtet habt. Wird es unterschiedliche Grade der Strafe in der Hölle geben? Ja. Und die schlimmste aller Strafen in der Hölle ist den Abtrünnigen vorbehalten, die die Wahrheit gehört haben, die Wahrheit abgelehnt haben, und Irrlehren befürworten und verbreiten.

Wendet euch bitte mal einen Moment 2. Petrus Kapitel 2 zu. In 2. Petrus Kapitel 2 lesen wir in Vers 4 über die abtrünnigen Engel, die in den Abgrund geworfen werden, um sie zum Gericht aufzubewahren. Wir lesen über Menschen, die im Rahmen einer von Gott verhängten Strafe leiden, weil sie sich wie diese Engel verhalten, wie die Menschen, die in der Sintflut starben oder jene, die in Sodom und Gomorra vernichtet wurden. Und in Vers 9 heißt es: „So weiß der Herr die Gottesfürchtigen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber zur Bestrafung aufzubewahren für den Tag des Gerichts.“ Das eröffnet uns einen sehr wichtigen Gedanken. Vielleicht denkt ihr, dass die Gottlosen nicht in die Hölle einziehen, wenn sie sterben, oder dass sie keine Strafe erleiden werden. Das ist falsch. Hier heißt es, die Ungerechten werden zur Bestrafung für den Tag des Gerichts aufbewahrt. Das ist fast so wie ein Verbrecher, der bis zu seinem Prozess inhaftiert wird, ohne Freilassung auf Kaution, der im Prinzip bis zur Urteilsverkündung bei seinem abschließenden Prozess unter denselben Bedingungen im Gefängnis sitzt. Dieser abschließende Prozess ist die Wiederkunft Christi am Tag des Gerichts. Aber all jene, die in ihren Sünden starben, ziehen ein in einen Ort der Finsternis, einen Ort des Leidens, einen Ort der Schmerzen, einen Ort der Qualen, einen Ort des Schreckens, wie im Bericht vom reichen Mann und Lazarus in Lukas 16. Er war nicht irgendwo in einem Schwebezustand, er war an einem Ort der Qualen und brauchte dringend Kühlung für seine Zunge. Sie gelangen sofort an den Ort der Qualen, auch wenn das endgültige Urteil erst am Tag des Gerichts verkündet wird und das ist der Tag, an dem sie ihre verherrlichten Leiber erhalten, das ist die Wiederkunft Christi, wenn die Leiber der Gottlosen neu geschaffen werden, geeignet für ewige Qualen, und sie ziehen ein in die endgültige Form der Hölle, den Feuersee, als gequälte Seelen in auferstandenen Leibern. Aber selbst jetzt sind sie nicht in Gottes Gegenwart, sie befinden sich an einem Ort des Bösen und der Qualen. Hier sehen wir eine Warnung nach der anderen über die Hölle. Das Gericht wird die Gottlosen ereilen. Es wird sie sofort und dauerhaft ereilen. Die einzige Sache, auf die die Gottlosen warten, ist die endgültige Form ihrer Strafe in ihrem auferstandenen Leib, den sie bei der Wiederkunft Christi erhalten. In Johannes 5 sagte er, es werde eine Auferstehung zum Leben geben und eine Auferstehung des Gerichts. Judas beschäftigt sich beim Schreiben in Gedanken mit diesen Gottlosen. Lasst uns zu Judas zurückkehren.

Während Judas schreibt, bezieht er sich immer wieder auf ihr Ende. In Vers 4 stellt er sie vor als die Personen, die sich unbemerkt eingeschlichen haben, diese falschen Lehrer, die in Wirklichkeit den Herrscher und Herrn Jesus Christus verleugnen, zügellos leben und die Gnade Gottes quasi mit Füßen treten. Und in Vers 4 sagt er: „[Sie sind] schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden.“ Ihre Verdammnis wurde schon vor langer Zeit geplant ... vor langer Zeit geplant. In Vers 6 bezieht er sich, wie Petrus, auf jene Engel, die mit ewigen Fesseln für das Gericht des großen Tages unter der Finsternis verwahrt werden. Und noch einmal wiederholt er, dass selbst die Engel, die im Abgrund gefesselt sind, die jetzt in geistlicher Gestalt gefangen gehalten werden, noch nicht ihre endgültige Strafe angetreten haben. Das geschieht erst am Gericht des großen Tages, dem Tag der Rückkehr Jesu Christi. Falsche Lehrer werden an diesem Gericht beteiligt sein. Sie werden in denselben Feuersee einziehen, der für den Teufel und seine Engel vorbereitet wurde. In Vers 7 heißt es: „Wie Sodom und Gomorra [... werden sie] die Strafe eines ewigen Feuers zu erleiden haben.“ Über die falschen Lehrer heißt es am Ende von Vers 13, dass ihnen „das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist.“

Die Sprache ist unmissverständlich. Abtrünnige falsche Lehrer wurden schon lange zuvor zum Gericht aufgeschrieben. Sie warten auf die endgültige Urteilsverkündung am Gericht des großen Tages, aber sie erleiden bereits die Strafe des ewigen Feuers und werden ihr nie entkommen, denn dieser Ort des Feuers, und paradoxerweise gleichzeitig der Finsternis, dauert ewig an. Ihr fragt jetzt: „Wie gefährlich ist ein abtrünniger falscher Lehrer?“ Ihr braucht diese Frage nur zu beantworten, indem ihr sagt: „Was wird Gott mit ihnen machen? Was hält Gott von ihnen?“

Was solltet ihr von einem Abtrünnigen halten? Was solltet ihr von einem falschen Lehrer halten? Was solltet ihr von jemandem halten, der die Wahrheit des Evangeliums verleugnet, der die Gottheit Jesu Christi verleugnet oder das Evangelium für seine eigenen Zwecke verdreht und verkehrt? Was solltet ihr von jemandem halten, der korrupt ist? Was solltet ihr von jemandem halten, der Gnade missbraucht, um ein zügelloses Leben zu führen und dann sagt, er repräsentiere Gott? Was solltet ihr von jemandem halten, der sich von der Wahrheit des Evangeliums abgewandt hat, aber dem Christentum verhaftet geblieben und in der Gemeinde geblieben ist und Lügen verbreitet?

Nun, ihr braucht nur zu wissen, was Gott von ihnen hält. Er hat sie für die schlimmste ewige Strafe aufbewahrt, die schlimmste. In den Gedanken unseres Herrn sind sie so gefährlich, sind sie so zerstörerisch, dass die lebendigste, die beißendste, die schlagkräftigste und verdammendste Sprache verwendet wird, um von ihnen zu reden. Sie werden dem Weg von Israels Abtrünnigen folgen. Sie werden dem Weg der Abtrünnigen des Himmels folgen. Sie werden dem Weg der Abtrünnigen der Nationen folgen, wie wir in Versen 5 bis 7 gesehen haben. Sie werden dem Weg Kains folgen. Sie werden dem Weg Bileams folgen. Sie werden der Art von Rebellion folgen, die Korah anführte, wie wir ebenfalls in einem früheren Abschnitt gesehen haben. Und sie haben für sie die Finsternis der ewigen Hölle aufbewahrt. In Matthäus 8,12 wird das sogar die „äußerste Finsternis“ genannt. Der Gedanke, der sich hinter dem Ausdruck „äußerste Finsternis“ verbirgt, ist die Art von Finsternis, die am weitesten von einer Lichtquelle entfernt ist. Sie sind unendlich weit vom Licht entfernt, isoliert in ihren Qualen und einsam ohne jede Hoffnung. Ewige Qualen erwarten alle Unbußfertigen und ungläubigen Sünder. Aber die heißeste Hölle und die schlimmsten Qualen erwarten abtrünnige falsche Lehrer. Und sie werden in ihren verherrlichten Leibern in diesen endgültigen Ort einziehen, verherrlicht in dem Sinne, dass sie bei der Wiederkunft des Herrn übernatürlich gemacht werden. Und wenn er zurückkommt, kommt er zum heiligen Gericht zurück. Natürlich wissen wir, dass es bei seiner Rückkehr auch ein Element gibt, bei dem er die Seinen mit sich nimmt, bei dem er die Türen des Reiches öffnet und die Seinen einlädt, einzutreten. Aber seine Rückkehr ist auch mit der grimmigen und erschreckenden Realität des Gerichts verbunden. Und Jesus bezieht sich in dieser Ölbergrede immer wieder darauf. Er bezieht sich durch den Apostel Paulus darauf, in einer der erschreckendsten Textstellen der ganzen Schrift. Schlagt einmal 2. Thessalonicher 1 auf. 2. Thessalonicher Kapitel 1. Ich werde einige Stellen auslassen oder modifizieren, weil ich euch nicht damit überlasten möchte, aber in 2. Thessalonicher Kapitel 1 bezieht Paulus sich in Vers 5 auf Gottes gerechtes Gericht ... Gottes gerechtes Gericht. Und in Vers 6 sagt, dass dieses Gericht der Vergeltung dient ... der Vergeltung von Sündern. Und er sagt, in der Mitte von Vers 7, dieses gerechte Gericht findet statt „bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft.“ Schlagkräftige Sprache.

Wenn der Herr Jesus offenbart wird, wird er Vergeltung üben. Er wird Gerechtigkeit üben. Er wird an denen, die ihn nicht anerkennen und das Evangelium nicht befolgen, entsprechend Vergeltung üben. Und die Strafe wird ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Macht sein. Und wir haben, natürlich, schon beschrieben, wie diese Zerstörung aussieht. Es ist nicht der Tod. Es ist nicht Nicht-Existenz. Es ist eine Zerstörung durch fortwährende Qualen, die nie enden. In 2. Petrus 3,7 spricht Petrus über den Tag des Gerichts und die Zerstörung gottloser Menschen. Und das wird geschehen, wenn der Herr kommt. Spötter sagen: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist.“ Mit anderen Worten, nichts Derartiges ist je zuvor geschehen, deshalb wird es auch nicht geschehen. Doch, das wird es, denn Petrus sagt in Vers 7, dass der jetzige Himmel und die jetzige Erde für das Feuer bewahrt werden. Sie werden für den Tag des Gerichts und das Verderben der gottlosen Menschen bewahrt.

Das Buch der Offenbarung wendet sich diesem schrecklichen Verderben natürlich auf vielfache Weise zu durch die aufgewickelten sieben Siegel und sieben Trompeten und sieben Schalen, die verheerendes Gericht ausschütten und die Gottlosen in das Feuer der ewigen Hölle werfen. Natürlich könnt ihr das alles selbst nachlesen. Offenbarung 14,14 beschreibt die Wiederkunft Christi als Ernte, bei der er in Vers 14 kommt und mit seiner Sichel die Erde aberntet. Es ist eine schreckliche Ernte des Gerichts. Aber besonders deutlich wird das in Kapitel 19 und ich möchte, dass ihr das aufschlagt, denn dort seht ihr eine Beschreibung dieses Ereignisses, der Wiederkunft des Herrn Jesu im Gericht. Vers 11: „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt ‚Der Treue und der Wahrhaftige‘; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er. Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst. Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt ‚Das Wort Gottes‘.“ Das ist eindeutig die Wiederkunft Christi. „Und die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden, und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand. Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er die Heidenvölker mit ihm schlage, und er wird sie mit eisernem Stab weiden; und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes, des Allmächtigen.“ Es ist, als zertrample man Weintrauben, er stampft das Leben aus den Sündhaften. „Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben ‚König der Könige und Herr der Herren‘.“ Er sagt, die Zerstörung war so groß, „ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er rief mit lauter Stimme und sprach zu allen Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen: ‚Kommt und versammelt euch zu dem Mahl des großen Gottes, um das Fleisch der Könige zu verzehren und das Fleisch der Heerführer und das Fleisch der Starken und das Fleisch der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller, der Freien und der Knechte, sowohl der Kleinen als auch der Großen! Und ich sah das Tier“, das ist der Antichrist, „und die Könige der Erde“, die Teil seines Planes sind, „und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer. Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Und die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd sitzt, das aus seinem Mund hervorgeht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleisch.“

Hier kommt Jesus bei seiner Wiederkunft und es ist ein Massaker aller Gottlosen auf dem Angesicht der Erde. Und zu diesem Zeitpunkt werden alle zusammen gerichtet und physisch hingerichtet. Und dann ... aber dazu kommen wir in Kürze. Es gibt ein Tausendjähriges Reich. Am Ende jenes Reichs gibt es das Strafgericht, vor dem alle gequälten Seelen erscheinen, das Gericht wird endgültig verhängt und sie erhalten einen Leib, der für die ewige Strafe geeignet ist, und werden dann in den Ort ewiger Qualen geworfen. Das ist ein Bild des Gerichts.

Lasst uns jetzt zu Judas zurückkehren und zu dem, was sich als recht provokativer Verweis herausstellt, den Judas in Bezug auf dieses Gericht macht. Schwarze Finsternis, göttliches Gericht, erwartet die falschen Lehrer. Vers 14 beginnt sogar folgendermaßen: „Von diesen hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: ‚Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten.“ „Von diesen“ bezieht sich zurück auf die Schandflecken in Vers 12, die Wolken ohne Wasser, die unfruchtbaren Bäume im Spätherbst, zweimal erstorben und entwurzelt, die wilden Wellen des Meeres, die Irrsterne, die falschen Lehrer, die Abtrünnigen, denen die Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist; Henoch prophezeite, dass der Herr kommen würde, um über diese zu richten. Das vollendet also ihr Portrait. Und es ist tatsächlich die wichtigste Komponente, nicht, damit wir die Tatsache des Gerichts erkennen, sondern damit wir verstehen, dass die Tatsache des Gerichts uns Gottes Meinung über diese falschen Lehrer vermittelt.

Wie streng sollen wir mit ihnen umgehen? Wie streng geht Gott mit ihnen um? Ihr dürft nicht entgegenkommend sein. Ihr dürft nicht tolerant sein. Ihr dürft das nicht akzeptieren. Ihr dürft nicht offen sein. Ihr dürft das nicht begrüßen. Ihr erinnert euch sicherlich aus der Epistel von Johannes, dass jeder, der einen falschen Lehrer grüßt, sich seiner bösen Werke teilhaftig macht. Jeder Verführer gehört in diese Kategorie, jeder falsche Lehrer, jeder Abtrünnige. Und das hält Gott selbst von ihnen und deshalb müsst ihr dasselbe von ihnen halten, auch wenn wir sie nicht richten könnten, auch wenn wir sie nicht auf dem Scheiterhaufen verbrennen wollen, wie das früher geschehen ist, auch wenn wir sie nicht aufknüpfen oder kreuzigen wollen. Auch wenn wir sie nicht zum Schafott führen wollen. Auch wenn wir nicht selbst Vergeltung üben wollen, aber wir müssen falsche Lehrer so sehen, wie unser Herrgott sie sieht.

In Vers 14 und 15 findet sich eine interessante Aussage. Judas zitiert eine Prophezeiung von Henoch und dabei ist er, wie für ihn üblich, fast kryptisch. Es ist, als ob er nicht viel sagen müsste, weil jeder Bescheid weiß. Und das trifft so ziemlich auf alles zu, was Judas schreibt. Erinnert ihr euch, wie er in Vers 5 sagte: „Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wißt?“ Der gesamte Ton seines Briefs weist einen gewissen kryptischen Stil auf und damit meine ich, dass es stark gekürzte Aussagen sind, sehr kurze Aussagen, die uns wissen lassen, dass Judas sich auf Dinge bezog, die den Leuten vertraut waren. Sie brauchten keine detaillierte Schilderung, wie der Herr Israel in der Wüste zerstörte, sie wussten das. Sie brauchten keine detaillierte Schilderung über die Engel, sie wussten das. Sie brauchten keine detaillierte Schilderung über Sodom und Gomorra, sie wussten das. Sie brauchten keine große Erklärung über den Erzengel Michael, der mit dem Teufel über den Leib Mose stritt, ein kurzer Satz reichte. Es wird vorausgesetzt, dass sie sich damit auskannten. Sie brauchten keine große Diskussion über Kain oder Bileam oder Korah. Alles in diesem Brief ist auf die Annahme ausgerichtet, dass ihr mit all diesen Dingen vertraut seid. Ich [Judas] picke nur Dinge heraus, die ihr kennt, um sie zu illustrieren und mein Argument anzubringen. Und deshalb reißt er sie nur kurz an ... diese Personen und Ereignisse, weil sie diese Geschichten so gut kennen.

Wir müssen also schlussfolgern, dass sie die Prophezeiung des Henoch kannten. Sie kannten sie. Sie waren damit vertraut, selbst wenn wir es nicht sind. Und wenn ihr euch fragt, wo diese Prophezeiung im Alten Testament steht, das tut sie nicht ... sie steht nicht im Alten Testament. Sie ist nicht da, sie ist dort nicht aufgezeichnet. Aber in Vers 14 steht: „Von diesen“, diesen Abtrünnigen, diesen falschen Lehrern, diesen Personen, die den wahren Gott ablehnen, „hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam“, im Griechischen steht buchstäblich „Henoch, der siebte nach Adam, prophezeite und sagte ...“. Ich möchte euch etwas sagen. Wenn Judas vom Heiligen Geist inspiriert wurde, zu sagen, dass Henoch das tat, dann wisst ihr was? Dann hat Henoch das gesagt. Er hat es gesagt. Auch wenn es im Alten Testament nicht aufgezeichnet ist, er hat es gesagt. Und der Heilige Geist inspirierte Judas, zu sagen, dass Henoch das gesagt hat, weil er das getan hatte ... Henoch prophezeite. Henoch wird als der siebte nach Adam bezeichnet. Es gibt noch einen weiteren Henoch, einen Sohn von Kain, der in 1. Mose 4,17-18 erwähnt wird, aber das ist ein Anderer. Das hier ist der siebte nach Adam ... Adam, Set, Enosch, Kenan, Mahalaleel, Jered, Henoch, und wenn ihr ihr zu 1. Mose 5 gehen würdet – auch wenn ihr das nicht müsst -, dann würdet ihr dort diese sieben sehen. Und dort heißt es in Vers 24 über Henoch: „Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen“. Er starb nicht. Er wandelte eines Tages mit Gott und wandelte direkt in die Ewigkeit ... er wandelte direkt in Gottes Gegenwart. Das ist unser Henoch, der siebte in der Ahnentafel in 1. Mose 5.

Jeder mit einem Alten Testament weiß, dass es von Adam, einschließlich des Ersten und des Letzten, sieben sind, sie kennen Henoch. Henoch war für die Juden ein faszinierender Charakter, weil nur er und Elia in den Himmel kamen, ohne zu sterben. Ihr erinnert euch sicherlich, dass Gott Elia in 2. Könige 2 in einem feurigen Wagen zum Himmel auffahren ließ. Auch wenn die Prophezeiung von Henoch nicht im Alten Testament steht, hat er sie abgegeben. Hier wird bestätigt, dass er sie abgegeben hat. Und das macht die Prophezeiung, hört mir gut zu, zur ersten Prophezeiung in der Schrift, auch wenn sie erst hier verzeichnet wird, fast am Ende des Neuen Testaments. Henochs Prophezeiung ist die erste Prophezeiung eines Menschen, die irgendwo in der Schrift aufgezeichnet ist. Es gibt eine weitere Prophezeiung in 1. Mose Kapitel 3, aber das war die Prophezeiung über den Samen der Frau, der den Kopf der Schlange zertreten wird. Das war keine Prophezeiung eines Menschen, sondern von wem? Gott. Hier sehen wir also die erste Prophezeiung, die von einem Menschen abgegeben wird. Und sie betrifft den Herrn, der im Gericht wiederkehrt. Ist es nicht interessant, dass dies eine Prophezeiung über das zweite Kommen des Herrn ist? Übrigens, die letzte Prophezeiung, die in der Schrift aufgezeichnet ist, stammt von dem Schreiber Johannes und lautet: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. – Ja, komm, Herr Jesus!“ Die erste Prophezeiung eines Menschen in der Bibel bezieht sich auf die Ankunft Christi im Gericht und die letzte Prophezeiung eines Menschen ist die Ankunft Christi zum Gericht. Vom Anfang bis zum Ende und in der gesamten Schrift finden sich Prophezeiungen über Gott, der im Gericht kommt. Im Alten Testament ist es natürlich Gott, der im Gericht kommt, und das wird eindeutig zu einem Verweis auf den Herrn, dem das Gericht vom Vater gegeben wird, und hier ist es also der Herr, der Herr Jesus, der im Gericht kommt.

Meine Freunde, die Angst vor ewigem Gericht ist ein sehr zentraler Bestandteil in der Vorbereitung des Herzens auf die Errettung. Ich habe das, glaube ich, letzten Sonntag angedeutet. Ich spreche so oft, dass ich ehrlich gesagt den Überblick verliere, aber ich glaube, ich habe das in einem der Gottesdienste kommentiert und möchte es einfach zu eurer Erbauung hier erwähnen. Uns fehlt heutzutage der Angstfaktor bei der Evangelisation. Ich sage das und denke dabei an diese dämliche Fernsehsendung, wo sie künstliche Ängste schaffen. Ich brauche keine künstlichen Ängste. Statt sich mit künstlichen Ängsten auseinanderzusetzen und sich durch künstliche Mittel zu traumatisieren, sollten die Menschen lieber herausfinden, was wahre Furcht ist - nämlich, das Gericht Gottes zu verstehen. Ich möchte euch etwas über das erzählen, was ich als das grundlegende Element der Errettung betrachte. Es gibt eigentlich vier Dinge, die notwendig sind, damit ein Mensch errettet wird. Ihr könntet dies die „Wissenschaft der Errettung“ nennen. Erstens, Furcht ... ihr müsst vor etwas gerettet werden, vor der Hölle. Ich glaube nicht, dass die Menschen den Wunsch hätten, von ihren Sünden gerettet zu werden, wenn sie gleichzeitig ihre Sünde und den Himmel haben könnten, stimmt ihr mir da zu? Hört sich das vernünftig an? Wenn ich meine Sünde haben und in den Himmel gehen könnte, hört sich das nach einem guten Geschäft an. Aber die Hölle – das ist eine andere Sache. Und ich glaube nicht, dass Evangelisation richtig betrieben wird und dass ein Herz richtig vorbereitet wird, wenn es keine Komponenten der Furcht vor ewigem Gericht und ewiger Hölle gibt. Und das müssen wir bei unserer Evangelisation tun, das müssen wir mit unseren Kindern tun. Die zweite Komponente, das zweite Element, ist Demut, Demut. Ihr müsst nicht nur Angst vor der ewigen Hölle haben, sondern ihr müsst auch verstehen, dass ihr nichts tun könnt, um euch selbst zu retten. Ihr müsst euch selbst erniedrigen und verleugnen und eure absolute Unwürdigkeit und Nichtigkeit und euren gebrochenen Geist erkennen. Leute, das ist harte Arbeit bei der Evangelisation. Das ist das Pflügen der Erde. Und das dritte Element ist Buße. Ihr müsst zu einem Punkt kommen, wo ihr quasi dasteht und in den sich öffnenden Schlund der Hölle blickt, wo ihr fürchtet, dass ihr die Ewigkeit dort verbringen werdet, wo ihr versteht, dass ihr nichts tun könnt, um das zu ändern, wo ihr eure absolute Verderbtheit und Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit versteht, und dann den Punkt erreicht, wo ihr sagt: „Ich will davon erlöst werden, ich will davon errettet werden. Ich will, dass du mir meine Sünden vergibst. Ich erkenne meine Sünden an.“ Das ist all die Arbeit, die im Inneren ablaufen muss, und erst dann kommt das vierte Element, das darin besteht, das Evangelium zu glauben. Evangelisation hört sich heutzutage meist folgendermaßen an: „Jesus ist für deine Sünden gestorben, glaube daran, sprich dieses Gebet und dann bist du dabei.“ Was ist mit den ersten drei Elementen? Was ist mit der Vorbereitung des Herzens? Vielleicht müsst ihr den Angstfaktor wieder ins Evangelium integrieren. Es ist in der gesamten Schrift.

Nun, wir werden das wieder aufgreifen. Henoch, der siebte nach Adam in der Ahnentafel in 1. Mose 5, weissagte. Ich muss jetzt ein bisschen technisch werden, wenn wir über diese Stelle reden. Woher weiß Judas von dieser Prophezeiung? Ist das eine faire Frage? Woher weiß Judas davon?

Nun, eine Antwort wäre, dass der Herr sie ihm offenbarte, und das ist eine gute Antwort. Die Kenntnis wurde ihm eingehaucht. Sie kam, weil der Heilige Geist sie ihm gab. Nun, warum um alles in der Welt würde ihm der Heilige Geist von allen Dingen, die man über das Gericht sagen könnte, ein obskures, unbekanntes Zitat von Henoch geben? Warum sollte er das aus dem Hut zaubern?

Nun, es gibt noch etwas, was ihr wissen müsst. Zu der Zeit, als Judas schrieb, zur Zeit des Neuen Testaments, gab es ein Buch, das den Juden und den Christen bekannt war, und zwar unter dem Titel ... seid ihr bereit? ... 1. Henoch. Es gab sogar 2. Henoch. Es gab zwei Bücher, die den Namen dieses Mannes trugen. Es waren pseudepigraphai, das heißt, keines von beiden wurde von Henoch selbst geschrieben. Aber die Juden, und oft auch andere, gaben einem historischen Buch oder einem Kommentar oft denselben Namen wie dessen Protagonist, um dem Buch Authentizität zu verleihen oder jenem Menschen Respekt zu erweisen. Henoch war in den Köpfen der Juden eine sehr faszinierende Persönlichkeit, weil er, wie Elia - und wie ich bereits erwähnte -, nicht gestorben ist und die Juden insbesondere als apokalyptische Figur faszinierte. In diesem Zeitraum von 400 Jahren, den es zwischen dem Alten und Neuen Testament gab, gab es eine Sammlung von literarischen Texten, die zusammenkamen und unter dem Titel 1. Henoch und 2. Henoch zusammengefasst wurden. Sie beruhten zum Teil auf der Geschichte und zum Teil auf mündlichen oder schriftlichen Überlieferungen oder Kommentaren. Und in 1. Henoch findet sich diese Prophezeiung. Und wir haben dieses Buch sogar heute noch. Ein Drittel von 1. Henoch existiert heutzutage in der griechischen Sprache. Es existiert auch in äthiopischer Form. Es existiert auch in lateinischer Form. Es existiert auch auf Aramäisch. Sie übersetzten dieses Buch also, weil es Teil der jüdischen Geschichte, Tradition und Kommentare war. Und die Menschen wussten das offensichtlich. Es war ihnen vertraut. Und erstaunlicherweise überlebte die Prophezeiung, die Henoch vor der Sintflut ... okay? ... vor der Sintflut abgab, diese Sintflut, wurde zum Bestandteil ihrer mündlichen oder schriftlichen Überlieferung und landete schließlich im Buch 1. Henoch. Und weil es so viele Beweise gibt, gab es vielleicht - das alles ist in gewisser Weise nur eine wohlbegründete Vermutung – solch eine starke Tradition in Bezug auf ihre Legitimität, dass sie das Buch tatsächlich danach benannten, zu Ehren von Henoch. Noahs Familie muss dieses Zitat entweder mündlich gekannt haben oder sie hatte es, denn es überstand die Sintflut und eben jene Worte erscheinen in dem Buch, das 1. Henoch heißt.

Ich kann euch übrigens die deutsche Übersetzung der äthiopischen Fassung vorlesen, die folgendermaßen lautet: „Siehe! Er kommt mit Myriaden seiner Heiligen, Gericht über sie zu halten, zu vertilgen die Bösen und zu strafen alles Fleisch über jegliches, was die Sünder und Gottlosen getan und begangen haben gegen ihn.“[1] Das ist eine Version aus 1. Henoch 2,1. Und wie ich schon sagte, sind uns noch heute Fragmente davon überliefert.

Irgendwie überlebte diese traditionelle Aussage von Henoch also, diese Sache, die er tatsächlich sagte und die ihm von Gott gegeben wurde, weil diese Prophezeiung eine Vorhersage war; sie überlebte und wurde durch mündliche oder schriftliche Überlieferungen bewahrt und im Buch Henoch mit aufgenommen. Wie ich schon sagte, das Buch Henoch war ein pseudepigraphe, es wurde also nicht von Henoch selbst geschrieben, sondern war eine Sammlung literarischer Texte, die zusammengefügt wurden. Es ist auch apokryphisch. Das bedeutet, es gibt einige Dinge darin, die präzise sind, und viele Dinge, die es nicht sind. Es ist kein inspiriertes Buch, es war kein Buch des Alten Testaments. Die Juden akzeptierten es nie als inspiriert. Es gehört nie zu ihrem Kanon. Die Christen akzeptierten es nie als inspiriert. Nicht einmal die Katholiken nahmen 1. Henoch oder 2. Henoch mit in die Apokryphen auf, welche sich in römisch-katholischen Bibeln in der Mitte befinden. Das Buch 1. Henoch wurde nie als Bestandteil der Schrift betrachtet. Zu der Zeit, als Judas schrieb, war der Kanon des Alten Testaments übrigens schon lange abgeschlossen. Man könnte sagen, der Kanon des Alten Testaments war 400 Jahre zuvor abgeschlossen. Deshalb schreibt Petrus in 2. Petrus 3,16 über Paulus, über das, was Paulus in all seinen Briefen schreibt und auch die übrigen Schriften. Petrus bezieht sich also auf die Schriften und eben seine Aussage, dass Paulus sich in all seinen Briefen an die Schriften hält, deutet darauf hin, dass für Petrus der Kanon des Alten Testaments abgeschlossen war. Es war ein Korpus offenbarter Wahrheit, der die Schriften genannt wurde, und der Kanon war abgeschlossen. 1. Henoch war kein inspiriertes Buch, aber in diesem Fall können wir durch das, was hier gesagt wird, schlussfolgern, dass die präzise Prophezeiung, die Henoch abgab, durch mündliche und schriftliche Überlieferung bewahrt wurde, weitergegeben wurde, und Judas schreibt sie nieder. Die Menschen kannten sie. Wie ich bereits sagte, er muss ihnen keine Erklärung liefern, sie waren damit vertraut. Das Buch Henoch war zu jener Zeit wohlbekannt.

Übrigens, Judas nennt es nicht die „Schriften“, graphe, und er führt das Zitat auch nicht mit „Es steht geschrieben“ ein, was ziemlich typisch ist, um die Schrift einzuführen. Judas bezieht sich einfach auf eine bekannte Quelle, die jedermann allgemein als wichtig erkannte. Sie betrachteten diese Texte, die in 1. Henoch gesammelt waren, und maßen ihnen eine gewisse Bedeutung in Bezug auf ihre Geschichte, ihren Beitrag und ihren Kommentar zu. Deshalb zitiert er das einfach als bekannte Quelle. Sie ist nicht weit verbreitet, aber auch nicht selten. Ich möchte mit euch noch einige Minuten Apostelgeschichte 17 betrachten; ich denke, das lohnt sich. Apostelgeschichte 17,28, wo Paulus zu den Philosophen auf dem Marshügel spricht: „In ihm“, das ist Gott, „‚leben, weben und sind wir‘, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: ‚Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.‘“ Er sagt quasi „Damit haben eure Dichter recht“, und zitiert dort im Prinzip einen heidnischen Philosophen namens Aratus, der das in seinem Werk mit dem Titel Phenomena schrieb. Er zitiert einen heidnischen Philosophen. Bei Titus spricht Paulus wieder zu den Menschen und erkennt die Welt an, in der sie leben, und sagt: „Einer von ihnen“, einer von den Kretern, „ihr eigener Prophet, hat gesagt: ‚Die Kreter sind von jeher Lügner, böse Tiere, faule Bäuche!‘“ Und er zitiert eine weltliche Quelle, einen kretischen Dichter.

In 2. Timotheus 3,8 findet sich eine interessante Aussage. Dort heißt es: „Jannes und Jambres [widerstanden] Mose.“ Ihr könnt 2. Mose lesen, bis ihr schwarz werdet, und ihr werdet Jannes und Jambres doch nicht finden. Ihr werdet sie nicht finden. Aber Hinweise auf Jannes und Jambres als zwei ägyptische Zauberer finden sich überall in allen Formen von jüdischer Literatur. Wir wissen nicht, woher sie diese Namen kannten, aber vielleicht wurden sie von den Juden, die dort waren, an die nächste Generation überliefert, die in das Land zog, und wurden so zum Teil ihrer Tradition. Deshalb muss Paulus Jannes und Jambres nicht näher erläutern, weil das wohlbekannte Namen sind, die an verschiedenen Stellen in der jüdischen Literatur erscheinen.

Noch ein Beispiel. In 1. Korinther 15,33 findet sich eine sehr interessante Aussage. Ihr erinnert euch sicherlich: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Wenn ihr eure Bibel aufschlagt, werdet ihr feststellen, dass das in Anführungszeichen steht, weil man weiß, dass diese Aussage von einem griechischen Dichter namens Menander kam. Deshalb zitiert Paulus Aratus. Paulus zitiert einen kretischen Dichter. Paulus bezieht sich auf Jannes und Jambres, die im Alten Testament nicht erwähnt werden, aber in anderen jüdischen Quellen. Paulus zitiert einen griechischen Dichter namens Menander. Jetzt zurück zu Judas Vers 9, wo der Erzengel Michael mit dem Teufel Streit hatte über den Leib Mose. Ihr erinnert euch sicherlich, dass wir das besprochen haben und ich euch gesagt habe, dass das nirgendwo im Alten Testament steht. Aber es gibt ein weiteres apokryphisches Buch aus der Zeit zwischen dem Alten und Neuen Testament, das sich die Himmelfahrt des Mose nennt ... die Himmelfahrt des Mose. Die Tatsache, dass das geschehen ist, wurde also irgendwie Bestandteil der jüdischen Überlieferungen und landete in einem Werk namens Die Himmelfahrt des Mose und es war präzise, und deshalb zitiert Judas es als präzise. Das Zitat von Henoch wird also verwendet, weil die Menschen damit vertraut sind, weil es passt, und weil es sein Portrait der abtrünnigen falschen Lehrer abrundet, die bei der Wiederkunft des Herrn das göttliche Gericht erwartet.

Wow! Seht nur, wie lange das gedauert hat. Das ist erstaunlich. Genau genommen ist es wahrscheinlich gut, denn nächste Woche komme ich zur Botschaft. Das hier war die Einleitung. Aber wisst ihr, wenn ihr so etwas seht, müsst ihr verstehen, warum es ist, wie es ist. Nächsten Sonntagabend kommen wir zur Aussage an sich und werden uns fünf Faktoren über die Wiederkunft des Herrn zuwenden. Das wird toll sein nächsten Sonntagabend. Ich kann das nicht glauben. Lasst uns beten.



[1] Deutsche Fassung: www.gutenberg.org/ebooks/4013




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