Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Abtrünnige, seid gewarnt, Teil 1 (German)

Judas 5

Code: de65-5

Wir kehren in unserer Betrachtung von Gottes Wort zum Brief des Judas zurück. Wie ich bereits ganz am Anfang sagte, ist dies zwar eine sehr kurze Epistel, wenn man sie mit anderen Büchern der Bibel vergleicht, aber sie geht tief und umfasst sehr viel. Es gibt hier viel aufzunehmen. Diese Epistel befasst sich mit dem Kampf für den Glauben. Vers 3 ist der Schlüsselvers. „... hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft.“ Der christliche Glaube, der den Heiligen ein für alle Mal durch göttliche Inspiration überliefert wurde. Wir befinden uns in einem Krieg zum Schutz der Wahrheit.

Diese Epistel befasst sich insbesondere mit denen, die die Wahrheit vom Inneren der Gemeinde heraus angreifen. Hier geht es nicht um Angriffe von außen, sondern von innen; ein viel verheerender, viel raffinierter, viel zerstörerischer Angriff auf die Wahrheit von jenen, die vorgeben, die Wahrheit zu kennen. Wir müssen diesen Kampf im Inneren führen. Es ist, als seien wir in einer Festung, bereit, jene Festung und alles, was in ihr ist, gegen jene zu verteidigen, die sie von außen angreifen, während wir die ganze Zeit über mit einer Rebellion konfrontiert sind, die im Inneren ausbricht, sodass wir gleichzeitig an zwei Fronten kämpfen.

Laut Gottes Wort wird es immer Angriffe auf die Wahrheit von innen heraus geben und die Bibel nennt das, zumindest in einem Gesichtspunkt, Abtrünnigkeit, also ein Abweichen vom Glauben unter jenen, die sich zum Glauben bekannt haben, die ihn gekannt haben. Wir wissen, dass es in den letzten Tagen, und in denen befinden wir uns gewiss, Abtrünnigkeit geben wird. In 2. Thessalonicher 2,3 heißt es: „Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen.“ Jesus sagte sogar vorher, dass es am Ende der Weltzeit einen Abfall vom Glauben geben wird. Wie wir bereits wissen, warnte der Apostel Paulus uns vor diesem Abfall vom Glauben. Der Apostel Johannes warnte vor diesem Überlaufen und diesem Abfall vom Glauben. Und Johannes unternahm große Anstrengungen, wie wir in den drei Episteln gelernt haben, um uns dabei zu helfen, unseren eigenen wahren geistlichen Zustand zu erkennen und Geister zu erkennen, die nicht von Gott sind, sondern vielmehr der Geist des Irrtums, nicht der Geist der Wahrheit. Abtrünnigkeit zeichnet sich durch die Verleugnung der Wahrheit aus. Das kann zum Beispiel ein Leugnen von Gottes Realität sein. Es kann ein Leugnen des wahren Wesens Gottes sein. Damit kann es anfangen. Jeder, der sich als Christ bezeichnet und das wahre Wesen Gottes leugnet, ist von der Wahrheit abgefallen. Es gibt jene, laut 2. Timotheus 3,5, die den äußeren Schein von Gottesfurcht haben, aber ihre Kraft verleugnen. Sie wollen, dass ihr glaubt, sie gehörten zum Reich des wahren Glaubens, während sie in Wirklichkeit die wahre Gottesfurcht und ihre Kraft verleugnet haben. In Wirklichkeit lieben sie Gott überhaupt nicht, wie Paulus in demselben Abschnitt schreibt.

Es kann auch eine Verleugnung Christi sein, ein Angriff auf die Person Christi. In 2. Petrus 2 heißt es, sie verleugnen den Herrscher oder Herrn, der sie erkauft hat. Es könnte auch eine falsche Theologie sein. Es könnte auch eine falsche Christologie sein. Es kann sogar eine Verleugnung des Kommens Christi sein, so wie bei den Spöttern in 2. Petrus 3, die sagen: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft?“ Eine Verleugnung der Person, eine Verleugnung des Werks, eine Verleugnung der Wiederkunft Christi. Auch das stellt eine Form der Abtrünnigkeit dar.

Es kann eine Verleugnung des christlichen Glaubens zu jedem Zeitpunkt sein und wir werden daran erinnert, dass wir das erwarten sollten. In 1. Timotheus 4 sagt der Apostel Paulus, dass der Geist uns ausdrücklich sagt, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen werden. Das ist der Gegenstand des christlichen Evangeliums. Es könnte also ein Angriff auf Gott sein. Es könnte ein Angriff auf Christus sein. Es könnte ein Angriff auf das Evangelium, auf den Weg des Heils sein. Und an ihrer Stelle erscheinen Lehren von Dämonen, die von trügerischen Geistern durch die Heuchelei von Lügnern verbreitet werden, die kein Gewissen haben. Es ist also immer als eine Verleugnung gesunder Lehre zu verstehen. Deshalb lesen wir in 2. Timotheus 4: „Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, [...] und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“ Es beinhaltet immer eine Verleugnung des heiligen Lebenswandels. Diejenigen, die den wahren Glauben verleugnen, lieben sich selbst, lieben Geld, 2. Timotheus 3, sind prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen, sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft sie aber verleugnen.

Diese Abtrünnigkeit, diese Verleugnung des wahren Gottes, oder des wahren Christus, oder des wahren Evangeliums, zeigt sich in ihrem Leben, weil das Fleisch, ohne das Wirken des Heiligen Geistes in ihrer Erneuerung, nicht kontrolliert werden kann. Menschen, die das christliche Evangelium leugnen, tun das also nicht aus intellektuellen Gründen, sondern aus moralischen. Die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, schaut also gut hin und an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen und ihre Früchte werden immer korrupt sein. Manchmal nimmt diese Korruption die Gestalt einer oberflächlichen Form von Gerechtigkeit an, eine oberflächliche Art von Geistlichkeit, eine äußerliche Form der Geistlichkeit, in welcher Heiligkeit, wie es in 1. Timotheus 4 heißt, mit dem Verbot der Heirat gleichgesetzt wird, Heiligkeit wird mit dem Zölibat gleichgesetzt, wie wir in der katholischen Kirche sehen, und wir lernen, dass das Zölibat keine heilige Position ist, die wir beziehen sollten. Unter den Juden hingegen, so heißt es in 1. Timotheus 4,3, wird Heiligkeit mit dem Nichtessen gewisser Speisen gleichgesetzt. Das bedeutet, es gibt legalistische Ansätze zu dieser Art von Abtrünnigkeit, bei denen die Menschen, oberflächlich betrachtet, heiliger zu sein scheinen und deshalb den christlichen Glauben wahrhaftiger anzunehmen scheinen, während in Wirklichkeit all diese externen Dinge überhaupt kein Beweis von Heiligkeit sind, sondern eher von fehlgeleitetem Legalismus.

Aber andererseits nimmt Abtrünnigkeit manchmal die Gestalt von unverhüllter, krasser Verderbtheit an. In Judas 18 heißt es, Abtrünnige sind diejenigen, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten wandeln.

Abtrünnigkeit nimmt also die Form von Verleugnung an. Die Verleugnung des wahren Gottes, die Verleugnung des wahren Christus, die Verleugnung des wahren Evangeliums, die Verleugnung der wahren Lehre, die Verleugnung des heiligen Lebenswandels, die Verleugnung von Moral. Und wir würden sicherlich schlussfolgern, dass sie am Ende notwendigerweise die Autorität der Schrift in ihrem Leben leugnen. Solche Menschen sind nicht versessen darauf, dass ihnen das Wort Gottes auferlegt wird.

Diese Abtrünnigkeit taucht in der Gemeinde auf. Wir haben heutzutage Menschen in der Gemeinde, die den wahren Gott leugnen und einen Gott nach ihrer eigenen Façon geschaffen haben, den sie den wahren Gott nennen. Wir haben jene im Rahmen des Christentums, in der - nehmt das gut zur Kenntnis - sichtbaren Gemeinde, nicht der unsichtbaren Gemeinde, in der sichtbaren Gemeinde, die den Charakter und das Wesen Christi leugnen, die die Errettung allein aus Gnade, allein durch Glauben und allein durch Christus leugnen, die die gesunde Lehre leugnen, die die wahre und biblische Lehre der Heiligung leugnen, die die wahre Geistlichkeit leugnen, die Leben voller gottloser Lüste leben und sich nicht dem Wort Gottes unterordnen.

Nun, das ist nichts Neues. Das ist sehr alt. Es hat schon immer Abtrünnige gegeben und sie waren ein Teil des sichtbaren Volkes Gottes. Und im Hinblick auf das Volk Israel ist nicht ganz Israel Israel, erinnert ihr euch? Paulus sagt in Römer 2,28-29: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist [...], sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist.“ Und es gab einen Unterschied zwischen dem erlösten Israel und dem natürlichen, oder physischen, Israel. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen der sichtbaren Gemeinde, der Gemeinde, die ihr sehen könnt, der Gemeinde, die als solche identifiziert wird, und der unsichtbaren Gemeinde. Das ist eine Unterscheidung, die die Theologen schon immer vorgenommen haben. Diejenigen, die wahre Gläubige sind, machen die unsichtbare Gemeinde aus. Das bedeutet, die Welt kann, wenn sie die Mitglieder einer Gemeinde betrachtet oder jene, die sich als Christen bezeichnen, nicht sehen, wer die echte Gemeinde ist und wer nicht. Sie können nur die sichtbare Gemeinde sehen, nicht die unsichtbare Gemeinde. Noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Die herrliche Offenbarung der wahren Söhne Gottes ist noch nicht offenbar geworden. Die unsichtbare Gemeinde ist also vermischt mit der sichtbaren Gemeinde, sie ist quasi in der sichtbaren Gemeinde verborgen. Und wenn wir Schwierigkeiten haben, die Spreu vom Weizen zu trennen, können wir nahezu sicher sein, dass die Welt das nicht tun könnte. Und das macht es so schwer, ein Christ zu sein, denn wir müssen plausible Erklärungen für Dinge liefern, die die sichtbare Gemeinde tut und die die unsichtbare Gemeinde nie tun würde. Die Abtrünnigkeit hat es also schon immer gegeben, daran ist absolut nichts Neues.

Lasst uns nun zu Judas zurückkehren. Wir kehren zu Judas zurück und erinnern uns daran, dass er mit einer Begrüßung begann: „Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus, an die Berufenen, die durch Gott, den Vater, geheiligt und in Jesus Christus bewahrt sind.“ In der Einleitung identifiziert er also die unsichtbare Gemeinde, die Berufenen, die Geliebten und die Bewahrten. Und zu ihnen sagt er: „Barmherzigkeit, Friede und Liebe widerfahre euch mehr und mehr.“ Er bekräftigt also in Versen 1 und 2 die wahren Gläubigen. Und in Vers 3 spricht er dann von dieser überaus wichtigen Mission in diesem Schreiben. „Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.“[1] Er ruft die unsichtbare Gemeinde, die wahre und lebendige Gemeinde, dazu auf, in den Krieg für die Wahrheit zu ziehen, denn „es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen“, wie es in Vers 4 heißt. Sie sind in der Gemeinde, in der sichtbaren Gemeinde. Sie haben sich unbemerkt eingeschlichen, sie sind „schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden [...], Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.“

Ihr habt eine sehr klare Illustration dessen in der Weihung des episkopalen Bischofs Robinson gesehen, der ein unverhohlener und freimütiger Homosexueller ist, ein zügellose, lüsterner, gottloser Mann, der unseren einzigen Herrscher und unseren Herrn Jesus Christus leugnet, der in die Gemeinde gekommen ist, die unwissende, dumme und ignorante sichtbare Gemeinde, die ihn für den christlichen Dienst geweiht hat. Und er ist ein Mann, dem von Gott das Gericht vorherbestimmt wurde. Nicht jeder in der sichtbaren Gemeinde ist so unverblümt. Dieser Fall ist leicht zu sehen. Es sind die Feinheiten, die uns manchmal entgehen. Es sind die Nuancen zur Person Gottes oder der Person Christi oder dem Evangelium, die wir nicht wirklich kritisch beurteilen können, weil die Gemeinde so ein schwaches Abwehrsystem hat.

Wir haben also eine Begrüßung gesehen und eine Warnung und eine Beschreibung des Problems, die subtile Unterwanderung durch Abtrünnige und ihre Strategie. Wir kommen jetzt zu den Versen 5 bis 7. In Vers 4 heißt es, die Abtrünnigen seien für das Gericht bestimmt, weil sie gottlos sind, sie kennen Gott also nicht und es gibt moralische Untertöne zu dem Begriff „gottlos“. Es geht nicht nur um das, was sie nicht glauben, sondern auch darum, wie sie sich verhalten. Weil sie „die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren“, das bedeutet, sie glauben, sie hätten von Gott Gnade empfangen, sodass sie nach ihrem eigenen Gutdünken leben könnten. Und sie verleugnen unverblümt „Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus“, weil sie seinem Wort absolut ungehorsam sind. Wir haben also diese Verkündigung gesehen, dass die Abtrünnigen gerichtet werden werden.

Und dann gehen wir in Versen 5 bis 7 zu einem Abschnitt über ihre Vernichtung über. Ich finde es interessant, dass Judas den Brief damit beginnt, sich mit der Verdammnis und Vernichtung der Abtrünnigen zu beschäftigen. Warum tut er das? Weil dieser gesamte Brief nicht nur geschrieben wurde, um uns alle zu einem Kampf zur Verteidigung des Glaubens aufzurufen, sondern die direkteste Warnung an Abtrünnige innerhalb der Gemeinde darstellt. Und es macht keinen Sinn, bis zum Ende zu warten, um diese Warnung auszusprechen. Deshalb spricht er sofort, nachdem er uns in Vers 3 zum Kampf aufgerufen hat, in Vers über die Verdammnis dieser gottlosen Abtrünnigen. Und um diese Warnung zu verdeutlichen, wählt Judas drei historische Ereignisse in Versen 5 bis 7, drei Ereignisse. Eins, das die Juden betrifft, eins, das die Heiden betrifft, und eins, das die Engel betrifft – in der Reihenfolge Juden, Engel und Heiden. Hier habt ihr drei historische Schilderungen, wie Gott mit Abtrünnigkeit umgeht; das zeigt, wie Gott darauf reagiert, egal, was es ist, sei es Israel, sein auserwähltes Volk, seien es Engel oder Heiden – die Abtrünnigen sind verdammt.

Bevor wir uns spezifisch mit diesen Schilderungen befassen, möchte ich, dass ihr in 2. Petrus 2 die Verse 4 bis 8 aufschlagt, weil dieser Abschnitt einen sehr ähnlichen Text enthält und ihr die beiden sicherlich miteinander vergleichen wollt. In 2. Petrus 2,4-8 spricht Petrus auch von der Vernichtung der Abtrünnigen. In Kapitel 2,1 heißt es, sie bringen schnelles Verderben über sich selbst, diese falschen Lehrer, die heimlich verderbliche Sekten einführen und den Herrn verleugnen, der sie erkauft hat. Das ist ein Echo von Judas Vers 4. Petrus schrieb über dieselbe Sache und in Vers 2 schrieb Petrus, wegen dieser Abtrünnigen, „[werden] viele ihren verderblichen Wegen nachfolgen“, sie werden immer von Ausschweifungen angetrieben. Die Menschen lehnen das Evangelium ab, weil sie ihre Sünde nicht aufgeben wollen. „Und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.“ Das ist wahr. Es gibt Menschen in der Gemeinde, Abtrünnige in der Gemeinde, die sich als wahre Lehrer bezeichnen, die sich als Repräsentanten des Christentums bezeichnen, die schreckliche Kritik über das Christentum bringen. Sie beuten Menschen aus, heißt es in Vers 3, „aber das Gericht über sie ist längst vorbreitet und ihr Verderben schlummert nicht.“ Sie werden vernichtet werden. Petrus sagt also dasselbe wie Judas.

Und dann gibt Petrus drei Illustrationen. Gott verschonte die Engel nicht, als sie sündigten, als sie abtrünnig wurden, überliefen, sondern warf sie in Fesseln der Finsternis in den Abgrund, um sie zum Gericht aufzubewahren. Zweite Illustration, er verschonte die alte Welt nicht. Das ist die Welt vor Noah, aber er verschonte Noah, einen Verkündiger der Gerechtigkeit, zusammen mit sieben anderen, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte. Und drittens verurteilte er die Städte Sodom und Gomorra zum Untergang, indem er sie einäscherte und sie zu einem warnenden Beispiel für die künftigen Gottlosen machte. Petrus sagt, es gibt drei historische Urteile wegen Gottlosigkeit, für diejenigen, die die Wahrheit kannten und sich davon abwandten – die Engel, die menschliche Rasse bis zur Sintflut und die Städte Sodom und Gomorra.

Lasst uns nun zu Judas gehen.

Judas verwendet drei Illustrationen und zwei davon sind identisch.

Verse 5 bis 7: „Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wißt, daß der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweitemal diejenigen vertilgte, die nicht glaubten, und daß er die Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verließen, für das Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter der Finsternis verwahrt hat; wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie diese die Unzucht bis zum äußersten trieben und anderem Fleisch nachgingen, nun als warnendes Beispiel dastehen, indem sie die Strafe eines ewigen Feuers zu erleiden haben.“ Das sind drei Illustrationen ... die Juden, die Engel und die Heiden in Sodom und Gomorra. Und in jedem Fall gab es Vernichtung, Gericht und die Strafe des ewigen Feuers; Illustrationen von Gottes unausweichlichem und unerbittlichem Gericht über Abtrünnigkeit.

Und die Warnungen müssen sehr deutlich gemacht werden. Es gibt eine Hölle, sie ist für immer, sie ist ein brennender Ort schrecklicher Qualen, und ihr werdet für immer dort hingehen, wenn ihr vom Glauben abfallt. Und je mehr ihr über den christlichen Glauben wisst, umso heißer wird die Hölle für euch sein, wenn ihr den christlichen Glauben ablehnt; das werden wir noch sehen. Es wäre besser, ihr hättet das Evangelium nie gehört, als es gehört zu haben und es abzulehnen. Es wäre besser, ihr wärt nie im Wort Gottes unterwiesen worden, als darin unterwiesen worden zu sein und es abgelehnt zu haben.

Diese drei Illustrationen sind uns und den Lesern sehr bekannt und deshalb beginnt Judas in Vers 5 damit, dass er sagt: „Ich will euch aber daran erinnern, obwohl ihr dies ja schon wißt.“ Es ist nicht so, als müsse er viele Details anführen, das sind bekannte Geschichten. Und wir kennen sie gut, so wie auch die Leser von Judas sie gut kannten. Aber irgendwie neigen wir zur Vergesslichkeit, nicht wahr? Es gibt einen mehr oder weniger ständigen Verfall unserer Kenntnisse, der Erinnerungen erforderlich macht; besonders, wenn wir von Abtrünnigkeit reden, müssen wir daran erinnert werden, wie ernst sie ist.

Die erste Illustration bezieht sich auf Israel und steht in Vers 5: „Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wißt, daß der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweitemal diejenigen vertilgte, die nicht glaubten.“ Dieser kurze Ausdruck, „Ich will euch aber dran erinnern“, sagt uns, dass sie schon Informationen darüber hatten. Sie kannten ganz gewiss den Bericht aus dem Alten Testament, der ihnen überaus vertraut war, wie allen, die einen jüdischen Hintergrund hatten. Die bekannteste aller Geschichten des Alten Testaments war die Geschichte, wie Gott das Volk Israel aus dem Land Ägypten erlöste. Es war die am häufigsten erzählte Geschichte. Es war die Geschichte, der beim Passafest gedacht wurde, der höchsten Feier im jüdischen Kalender. Gottes Erlösung seines Volkes aus der Sklaverei und Knechtschaft in Ägypten war die größte aller Geschichten. Judas sagt: „Ich will euch daran erinnern.“ Das soll einfach euer Gedächtnis auffrischen. Das Wort bedeutet tatsächlich „erinnern“, aber gewiss hatten sie nicht nur die entsprechenden Kenntnisse durch ihren jüdischen Hintergrund, sondern die Apostel, und wer auch immer sie sonst noch unterwiesen hatte, hätte dies ständig wiederholt. Es war Jesus selbst, der das Passafest in das Abendmahl verwandelte und dieser Übergang muss ihnen beigebracht worden sein. Sie waren überaus vertraut mit dieser Geschichte, aber wie wichtig ist es, an Dinge erinnert zu werden, da wir, wie ich bereits sagte, zur Vergesslichkeit neigen. Geht einmal weiter runter zu Vers 17, dort werdet ihr eine weitere Erinnerung finden: „Ihr aber, Geliebte, erinnert euch an die Worte, die im voraus von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus gesprochen worden sind.“ Und wiederum fordert Judas sie dazu auf, in ihrer Erinnerung auf etwas zurückzugreifen, dass sie in der Vergangenheit bereits gehört hatten. In 2. Petrus Kapitel 1 folgt Petrus demselben Schema. Schaut euch einmal 2. Petrus 1,12 an: „Darum will ich es nicht versäumen, euch stets an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie kennt und in der [bei euch] vorhandenen Wahrheit fest gegründet seid. Ich halte es aber für richtig, solange ich in diesem [Leibes-]Zelt bin, euch aufzuwecken, indem ich euch erinnere.“

Jeder Lehrer weiß das. Jeder Lehrer weiß das. Obwohl ihr das ja schon wisst - oder noch besser, obwohl ihr es alles einmal gewusst habt. Da dies eine Erinnerung ist -und das ist wichtig -, ist es nicht erforderlich, sich ausführlich mit den Details der Ereignisse zu befassen. Es soll nur dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Alle von uns, die lehren, tun das. Und Judas frischt hier nur ihre Erinnerung bezüglich zweier grundlegender Tatsachen auf – der Tatsache der Erlösung und der Tatsache der Vernichtung. „... daß der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweitemal diejenigen vertilgte, die nicht glaubten.“ In manchen Manuskripten steht „Jesus“. Aber „Herr“ ist hier die am besten belegte Wiedergabe. „Der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte [...]“, vernichtet eben jene Menschen, die er errettet hatte.“

Lasst uns zurückkehren und kurz über diese Geschichte nachdenken. Sie wird in 2. Mose Kapitel 6 bis 14 erzählt; ihr braucht diesen Abschnitt nicht aufzuschlagen, ich werde euch nur kurz in Erinnerung rufen, was darin steht.


Ihr erinnert euch sicherlich, was geschehen war; die Kinder Israels lebten in Knechtschaft in Ägypten. Zu dem Zeitpunkt, als sie auszogen, waren sie 400 Jahre lang dort gewesen. Sie waren in einem Landesteil, der sich Gosen nannte. Das Leben war sehr hart für sie und wurde im Laufe der Zeit zunehmend härter. Sie waren dazu verdonnert worden, Ziegelsteine ohne Stroh zu machen, und das war eine sehr, sehr schwere Zeit. Gott ließ Moses am Hof des Pharaos groß werden. Er verschaffte ihm eine prominente Stellung. Moses musste fliehen, nachdem er einen Ägypter getötet hatte, der einen seiner Leute verletzte. Er floh nach Midian, er war dort in Midian. Gott intervenierte in seinem Leben in der Szene mit dem brennenden Busch und forderte ihn auf, zurückzugehen und sein Volk hinauszuführen. Er konfrontierte den Pharao. Der Pharao verhärtete sein Herz und schließlich verhärtete Gott das Herz Pharaos. Es gab eine Reihe von Plagen. Die letzte Plage war schließlich der Tod aller Erstgeborenen und man konnte dem Tod des Erstgeborenen im eigenen Haus nur entgehen, wenn man die Türpfosten und den Türsturz mit Blut bestrich und das Passamahl zu sich nahm. Dann kam der Auszug des Volkes aus dem Land, das Rote Meer tat sich auf, sie durchquerten das Rote Meer, die Armee des Pharaos folgte ihnen, das Meer brach über sie hinein und ertränkte sie alle. Eine ganze Nation zog aus Ägypten aus, bis zu zwei Millionen von ihnen zogen in Richtung des Gelobten Landes, das Gott ursprünglich Abraham verheißen hatte - eine Verheißung, die er Isaak und Jakob gegenüber mehrfach wiederholt hatte.

Zur Zeit des Passafestes glaubten jene Menschen an Gott. Als Gott zu ihnen sagte: „Markiert eure Türen mit Blut und ich werde euch übergehen und ihr werdet leben“, taten sie das. Sie taten es. Und sie hielten das Passafest ein. Und Gott erlöste sie aus Ägypten. Gottes große Macht erfüllte die große Verheißung Gottes und führte Israel aus Ägypten heraus, Richtung Norden zum Gelobten Land Kanaan, nach 400 Jahren außerhalb ihrer Heimat, dem Land, wohin Abraham ursprünglich gekommen war, als Gott ihn erstmals gerufen hatte. Aber genau derselbe Herr, der Israel erlöste, heißt es hier, vertilgte anschließend diejenigen, die nicht glaubten. „Anschließend“ oder „das zweitemal“ heißt im Griechischen deuteron, davon leitet sich Deuteronomium ab, es bedeutet „zweiter/zweitens“. Das erste Mal erlöste er sie, das zweite Mal vernichtete er sie. Das erste Mal kam er, um zu retten, das zweite Mal kam er, um zu vernichten. Hier gibt es Parallelen mit Jesus. Das erste Mal kommt er, um zu retten, das zweite Mal kommt er, um zu vernichten. Und die Geschichte von Israels Unglauben wird natürlich in 4. Mose 14 erzählt. Ihr erinnert euch sicherlich daran, dass sie, als sie in die Wüste kamen, zu klagen und murren begannen und Moses aufforderten, sie nach Ägypten zurückzuführen. Sie waren ein treuloses Volk. In 4. Mose Kapitel 14 sagten sie: „Lasst uns einen Führer ernennen und nach Ägypten zurückkehren.“ Sie taten so viele sündhafte Dinge durch ihren Zweifel an Gott, sie beteten sogar ein goldenes Kalb an; ihr kennt all diese schrecklichen Geschichten ihrer Abtrünnigkeit.

In 4. Mose 14,22 sagt Gott in etwa Folgendes: „Alle Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, waren gewiss in Ägypten. Ihr habt die Plagen gesehen, ihr habt alle zehn Plagen gesehen, die ich in Ägypten in der Wüste herbeigeführt habe. Dennoch habt ihr mich diese zehn Mal versucht.“ Wenn ihr die Geschichte verfolgt, nachdem sie aus Ägypten ausgezogen sind, so findet ihr in der MacArthur-Studienbibel zehn verschiedene Ereignisse, die ihren Unglauben demonstrieren. Gott zählt mit und sagt: „Zehnmal habt ihr mich versucht und meiner Stimme nicht gehorcht. Deshalb soll keiner [...] das Land sehen, das ich ihren Vätern zugeschworen habe; ja, keiner soll es sehen, der mich verachtet hat.“

Was genau war das Ereignis, das dies ausgelöst hat? Sie waren am Rande des Gelobten Landes, in Kadesch. Sie sandten Spione in das Land. Die Spione kamen heraus und sagten: „Wir können dieses Land nicht einnehmen, es gibt dort Riesen.“ Nur zwei der Spione sagten: „Lasst uns gehen, Gott ist auf unserer Seite.“ Das waren Josua und Kaleb, nicht wahr? Deshalb sagt Gott weiter unten in Vers 28 quasi: „So wahr ich lebe, werde ich euch Folgendes antun. Eure Leichname sollen in dieser Wüste fallen, selbst alle eure Gemusterten, die ganze Zahl, von 20 Jahren und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt.“ Jeder, der mindestens 20 Jahre alt war – ich denke, das könnten ungefähr 1,2 – 1,3 Millionen Menschen sein, die in der Wüste sterben würden, der Rest wäre jünger gewesen. Ihr werdet nicht in das Land eingehen, über dem ich meine Hand zum Schwur gehoben habe, um euch darin wohnen zu lassen.

Vers 32: „Eure eigenen Leichname aber sollen in dieser Wüste fallen. Und eure Kinder sollen in der Wüste 40 Jahre lang Viehhirten sein“, und es wird 40 Jahre dauern, bis ihr alle ausgestorben seid, „entsprechend der Zahl der 40 Tage“, Vers 34, „in denen ihr das Land erkundet habt“, 40 Tage, für jeden Tag werdet ihr eure Schuld für ein Jahr tragen. Vierzig Jahre für vierzig Tage und ihr werdet aussterben und niemand von euch wird in das Land eingehen, außer zwei - Josua und Kaleb. Und Aaron starb wegen seiner Sünde in der Wüste und Moses zog auch nicht in das Land ein, weil er ungehorsam gewesen war und den Felsen schlug, statt zu ihm zu sprechen. Wegen ihres Unglaubens zerstörte Gott sie alle in der Wüste. Sie alle starben. Sie bekamen das Gelobte Land nie zu Gesicht.

Nun, worum geht es hier? Es ist einfach eine Illustration der Tatsache, dass Menschen, die eine geistliche Chance erhalten haben, die berufen wurden, die Wahrheit über Gott zu glauben, in Gott zu vertrauen, ihren Glauben in Gott zu setzen, die genügend wussten, um das zu tun, die genügend sehen, um das zu tun, und die sich dann abwenden, dann feststellen werden, dass derselbe Gott, der ihnen diese Chance gab, auch der Gott sein wird, der sie vernichtet. Die historische Illustration macht es hier deutlich, dass Judas Menschen hier beschreibt, die sich äußerlich mit den Kindern Gottes identifizieren, die vorgeben, Gott zu kennen, die eine gewisse Kenntnis Gottes haben, die ein gewisses Interesse an ihm bekundet haben, die vorgegeben haben, ihn zu kennen und zu ihm zu gehören. Die aber ihr Vertrauen und ihre Zuversicht in Gott aufgegeben haben, ungläubig wurden und deshalb vernichtet wurden, statt jemals in den Ort der Glückseligkeit einzuziehen.

Das ist eine schreckliche Warnung, Leute, an Abtrünnige, an die Leute heute, jene unter euch, die ganz bis an den Rand der Wahrheit kommen, die die Wahrheit sehen und verstehen, die sie im Leben der Menschen um euch herum erleben, und dann nicht glauben. Gottes Gericht über Israel an dieser Stelle ist ein Modell für sein Gericht über Abtrünnige in der sichtbaren Gemeinde. Und gut über eine Million Menschen starben in der Wüste und sahen nie das verheißene Land, das Land der Glückseligkeit. Und dort heißt es in Vers 5: „Gott vertilgte das zweitemal diejenigen, die nicht glaubten.“ Darum geht es immer. Sie kamen ganz bis an den Rand, aber glaubten nicht wirklich. Und ich sage es noch einmal, das sichtbare Israel war nicht das wahre Israel und die sichtbare Gemeinde ist nicht die unsichtbare Gemeinde. Und sehr viele Menschen werden direkt von einer Kirchenbank in die Hölle einziehen, darunter sicherlich auch einige von euch. Diese Analogie ist ernüchternd, wenn nicht furchteinflößend.

Um diese Analogie noch besser zu verstehen, schlagt bitte Hebräer Kapitel 3 auf ... Hebräer Kapitel 3. Das ist ein Kapitel, das wir nicht auslassen dürfen, weil es dieselbe Wahrheit bekräftigt. Vers 6 ist ein guter Ausgangspunkt. Wir gehören zu Christus, sagt er, „Christus aber [ist treu] als Sohn über sein eigenes Haus; und sein Haus sind wir“, wir gehören zu Christus, wir sind die unsichtbare Gemeinde, die wahre Gemeinde, „wenn wir die Zuversicht und das Rühmen der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten“, wenn ihr nicht abtrünnig werdet. „Darum, wie der Heilige Geist spricht: ‚Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung, am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke 40 Jahre lang. Darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht und sprach: Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!‘ Habt acht, ihr Brüder“, jüdische Brüder in diesem Fall, geschrieben an die Hebräer, „daß nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen.“

In Vers 13 heißt es sogar: „Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es ‚Heute‘ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten, solange gesagt wird ‚Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung.‘“ Wer lehnte sich auf, als sie die Stimme gehört hatten? Waren es nicht alle, die aus Ägypten ausgezogen waren, geführt von Moses, und mit denen er 40 Jahre lang zornig gewesen war, waren es nicht die, die sündigten, deren Leiber in der Wüste fielen? „Welchen schwor er aber, daß sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten“, das ist das Land Kanaan, „wenn nicht denen, die sich weigerten zu glauben.“ Und Vers 19: „Und wir sehen, daß sie nicht eingehen konnten wegen“ ... was? ... „des Unglaubens.“

Und dann in Kapitel 4,1-2: „So laßt uns nun mit Furcht darauf bedacht sein“, ihr solltet euch besser fürchten, „daß sich nicht etwa bei jemand von euch herausstellt, daß er zurückgeblieben ist, während doch die Verheißung zum Eingang in seine Ruhe noch besteht! Denn auch uns ist eine Heilsbotschaft verkündigt worden, gleichwie jenen; aber das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war. Denn wir, die wir gläubig geworden sind, gehen in die Ruhe ein, wie er gesagt hat: ‚Daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.‘“ Ihr werdet nie in den Himmel einziehen, wenn ihr nicht glaubt. Und ihr habt nur das Heute. Verstockt eure Herzen nicht wie jene in der Wüste, auf die Gott zornig war, die starben, ohne in das Gelobte Land einzuziehen. Und ihre Herzen wurden immer verhärteter, je mehr sie der Wahrheit widerstanden.

Der Hebräerbrief ist voll von solchen Warnungen. Geht einmal zurück zu Kapitel 2,3: „Wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung mißachten?“ Es gibt keinen Weg, dem Gericht Gottes zu entfliehen. In Vers 2 heißt es quasi: „Jede Übertretung, jeder Ungehorsam wird den gerechten Lohn empfangen und ihr werdet nicht entfliehen, wenn ihr die Errettung missachtet, die in Christus und Christus allein ist.“ Ihr seht es in Kapitel 6,4: „... die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der künftigen Weltzeit ...“, und hier beziehen wir uns auf die apostolischen Kräfte zur Zeit von Jesu‘ Wirken, auf jene, die erleuchtet wurden, die die Wahrheit empfangen haben. Sie haben die himmlische Gabe der Errettung in Christus geschmeckt. Sie hatten die Gelegenheit, sie zu schmecken. Sie haben die Kraft des Heiligen Geistes, der durch Jesus wirkt, geschmeckt, sie haben das gute Wort Gottes in seiner Lehre geschmeckt. Sie haben die Kräfte der künftigen Weltzeit in seinen Wundern geschmeckt. Wenn sie all das geschmeckt haben, all das erlebt haben, durch all das erleuchtet wurden und dann nicht bis zum Glauben kommen, sondern abfallen, ist es unmöglich, sie wieder zur Buße zu erneuern. Sie sind verdammt.

In Kapitel 10 gibt es noch eine Warnung. Es ist dieselbe, mit sehr eindringlicher Sprache. Vers 26: Wenn wir weiter sündigen, begehen wir die Sünde des offenkundigen Unglaubens, „denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben ...“ Wie sündigt man gegen die Wahrheit? Wodurch? Indem man sie nicht glaubt. „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig.“ Es gibt dann keine Möglichkeit mehr, errettet zu werden. Das Einzige, was dann laut Vers 27 noch bleibt, ist ein definitives, schreckliches Erwarten des Gerichts. Wenn ihr nicht an das Evangelium Jesu Christi glaubt, gibt es kein anderes Opfer für die Sünde mehr und das Einzige, was ihr zu erwarten habt, ist die schreckliche Realität des Gerichts und Zorneseifers des Feuers, Vers 27, der die Widerspenstigen verzehren wird. Und dann in Vers 29: „Wieviel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“


Es ist eine Sache, unwissend zu sein, aber es ist etwas Anderes, die Wahrheit zu kennen und sie mit Füßen zu treten. Es ist etwas Anderes, auf irgendeine Weise der Wahrheit ausgesetzt zu sein, durch die Anwesenheit jener Wahrheit oberflächlich gereinigt zu werden, wie ein Ungläubiger in einer Ehe geheiligt wird, wenn Gott die Ehe segnet. Es ist oberflächlich, es ist an der Oberfläche, aber nichtsdestotrotz gibt es einen gewissen Kontakt mit der Wahrheit. Wenn ihr der Wahrheit also irgendwie ausgesetzt wart und den Geist der Gnade schmäht, wird eure Strafe sehr viel schlimmer sein als die eines Menschen, der die Wahrheit nie gehört hat. Und in Vers 30 heißt es: „Die Rache ist mein; ich will vergelten!“ Und in Vers 31: „Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Es gibt einige Stellen in der Schrift, die noch ernüchternder und furchteinflößender sind als diese. Ihr befindet euch bereits in einer schrecklichen Lage. Ihr seid heute Abend hier, und damit hat sich das Potenzial eurer ewigen Strafe erhöht auf einen Schweregrad, den es nie erreicht hätte, wenn ihr nie gekommen wärt. Das Evangelium jetzt abzulehnen, wo ihr es versteht, es kennt und gehört habt in den Wassern der Taufe und von mir, dieses Evangelium jetzt abzulehnen, wird eine schlimmere Verdammnis über euch bringen, als wenn ihr es nie gehört hättet. Wenn ihr ein Teil der Gemeinde seid, wenn ihr dem Evangelium ausgesetzt wart, wenn ihr die verwandelnde Kraft des Evangeliums im Leben der Leute um euch herum erlebt habt und diese Wahrheit nicht annehmt, sondern von der Wahrheit abfallt, wenn ihr ein Eindringling in der Gemeinde seid, ein Heuchler, ein Betrüger, wenn ihr hier seid, um den Glauben anzugreifen, um die Wahrheit anzugreifen – und ich rede nicht nur über die Gemeinde hier heute Abend, sondern von jedem, der diese Botschaft jemals hören wird und mit dem Christentum assoziiert war -, dann verschärft ihr die Qualen eures Lebens in der Ewigkeit gewaltig. Ihr werdet nie im Gelobten Land sein. Ihr werdet nie himmlische Glückseligkeit kennen. Und eure Hölle wird sehr viel schlimmer sein. Darin besteht die Warnung von Judas an die Abtrünnigen. Ihr hattet das Privileg, die Wahrheit zu kennen, und jetzt steht euch ein schlimmeres Verhängnis bevor. Habt ihr euch je gefragt, was Menschen dazu bringt? Warum werden Menschen abtrünnig? Warum kommen sie ganz bis an den Rand der Wahrheit und wenden sich dann ab? Ich denke, Jesus hat uns damit geholfen im Gleichnis vom Sämann, meint ihr nicht? Er sagte, es gab einen felsigen Boden. Der Samen drang ein. Er keimte auf. Aber als die Sonne schien, wurde er verbrannt und starb. Das ist Verfolgung. Manche Menschen wollen einfach nicht den Preis zahlen. Sie sind nicht bereit, für Christus zu leiden, sie sind nicht bereit, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und sich selbst zu verleugnen. In manchen Fällen, wenn der Samen unter die Dornen gesät ist, sagt Jesus, ist es die Liebe dieser Welt und der Betrug des Reichtums. In manchen Fällen ist es einfach verstockter Unglaube. Aber es ist immer die Liebe zur Verderbtheit. Und ich kehre wieder zu dem zurück, was Jesus in Johannes 3 sagte: „Die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke sind“, ... was? ... „böse.“ Haltet also an eurer Sünde bis zur Hölle fest, aber wenn ihr daran festhaltet, während und obwohl ihr das Evangelium gehört habt, dann wird eure Hölle umso schlimmer sein, je mehr ihr der Wahrheit ausgesetzt wart. Es gibt keine stärkere Warnung in der Schrift. Wenn ihr Teil der sichtbaren Gemeinde seid und nicht der unsichtbaren Gemeinde, gehört ihr zu dieser Kategorie. Wenn ihr ganz bis an den Rand gekommen seid und durch die Liebe zu eurer Verderbtheit nicht bereit seid, eure Sünde aufzugeben und Christus anzunehmen, dann seid ihr faktisch ein Abtrünniger in der Gemeinde. Ihr habt vielleicht keinen Einfluss in der Lehre oder im Dienst. Ihr seid vielleicht nicht der Bischof von irgendetwas, aber ihr seid faktisch ein Abtrünniger, ein Überläufer vom Glauben, den ihr als wahr kennt, dessen Kraft und Wahrheit ihr erlebt habt. Wir werden für den wahren Glauben kämpfen. Wir werden den wahren Glauben gegen die heimtückische Invasion der Irrlehre in der Gemeinde verkündigen. Aber wir wissen auch, dass es Menschen in der Gemeinde gibt, die zur Kategorie „Überläufer“ von dem Glauben, dem sie ausgesetzt waren, gehören und die der Gemeinde nicht gefährlich sind, die aber eine tödliche Gefahr für sich selbst darstellen. Den Israeliten wurde dieses enorme Privileg gewährt, aus der Knechtschaft geführt zu werden, wie so viele von euch, bis zu dem Punkt, so sie die Kraft Gottes erlebten, das Wunder Gottes, die Macht Gottes, die Güte Gottes, die Barmherzigkeit Gottes. Sie haben gesehen, wie Gott erlösen kann. Sie haben gesehen, wie Gott vernichten kann - zum Beispiel durch das Ertränken der ägyptischen Armee. Und sie waren auf dem Weg zu einem Gelobten Land. Aber ihr Glaube an Gott war oberflächlich und selbstschützend und entehrend und als sie die erste kleine Enttäuschung erlebten, vertrauten sie nicht mehr auf Gott. Und sie starben alle in der Wüste und gingen nie in das Gelobte Land ein. Wenn ihr der Wahrheit ausgesetzt wart, erwartet euch das Gelobte Land, erwartet euch die Herrlichkeit des Himmels. Das ist kein falsches Angebot, es ist ein wahres Angebot – sofern ihr tatsächlich zum Glauben an Christus kommt, Christus allein, und nicht abtrünnig werdet und euch jenen Abtrünnigen anschließt, die Einfluss haben, die subtilen Einfluss haben und für die Korruption verantwortlich sind, die in der sichtbaren Gemeinde stattfindet.

Nun, das ist nur eine Illustration von dreien. Aber eine ernüchternde. Nächstes Mal werden wir über die zweite Illustration sprechen, eine gleichermaßen verblüffende Illustration der Engel, die ebenfalls abtrünnig wurden. Lasst uns zusammen beten.




[1] Da die Schlachter 2000 hier nicht den beabsichtigten Sachverhalt wiedergibt, wurde die revidierte Elberfelder 1993 gewählt.




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