Unleashing God's Truth, One Verse at a Time

Die Art von Anbetung, die Gott sich wünscht, Teil 5 (German)

Ausgewählte Schriftstellen

Code: de90-358

Unsere Herzen sind wieder einmal sehr ermutigt durch die Zeugnisse, die wir von denen hören, die ihren Glauben an den Herrn Jesus Christus bekennen. Ich wurde daran erinnert, als ich mir wieder einmal den Text von Lukas 15 anhörte, wo unser Herr selbst über die Freude Gottes im Himmel spricht, wenn ein einziger Sünder Buße tut. Der Himmel feiert diese herrliche Bekehrung, und das sollten auch wir tun. Es gibt für eine Gemeinde keine bessere Erfahrung, als die Früchte der Evangelisationsbemühungen hier im Leben der Gemeinde zu sehen. Was für eine große Freude. Das macht diese Sonntagabende so besonders, weil jedes Zeugnis so einzigartig ist.

Lasst uns nun unsere Bibeln wieder bei einem Text aufschlagen, der uns im Laufe dieser Sonntagabende vertraut geworden ist, Johannes Kapitel 4, Verse 20 bis 24. Das ist ein Gespräch zwischen Jesus und einer Samariterin. Und in diesem Gespräch kommen sie auf das Thema „Anbetung“ zu sprechen.

Die Frau sagt in Vers 20 „Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet“, und bezieht sich dabei auf den Berg Garizim in Samaria, wo die Samariter ihre Anbetung darbrachten. „Und ihr“, das sind die Juden, „sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll.“

Sie erkennt, dass sie mit Gott ins Reine kommen muss. Sie muss den wahren Gott auf die wahre Weise anbeten. Jesus hat im Prinzip ihre Sünde aufgedeckt und ihr alles über sie erzählt, ohne sie zu kennen. Sie begreift, dass er ein Prophet ist. Sie will mit Gott ins Reine kommen. Sie will eine wahre Anbeterin werden, die Gott wohlgefällig sein wird. Und sie stellt eine sehr grundlegende Frage: „Wohin muss ich gehen, um das zu tun? Ist es der Berg Garizim, wo die Samariter anbeten? Oder ist es Jerusalem, wo die Juden anbeten?“

Das gibt unserem Herrn die Gelegenheit, ihr eine überaus wichtige Antwort zu geben. Vers 21: „Jesus sprach zu der Frau: ‚Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.’“

Jesus identifiziert hier die Elemente wahrer Anbetung. Und wir haben sie im Verlauf der letzten vier Botschaften betrachtet. Wir haben die Bedeutung von Anbetung diskutiert und ich habe eine Liste von Dingen aufgeführt, die in der Schrift offenbart werden und uns einen Hinweis darauf geben, dass Anbetung die höchste Priorität hat.

Wir sind dann übergegangen von der Priorität der Anbetung zur Quelle der Anbetung und haben die Frage gestellt: „Was bringt einen Anbeter hervor? Wo liegt der Ursprung wahrer Anbetung?“ Und wir haben eben diesen Text betrachtet und gesehen, dass der Vater wahre Anbeter sucht. Der Vater sucht jene, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten; sie sollen seine Anbeter sein. Und wir haben dann gesagt, dass wahre Anbetung ein Produkt göttlicher Suche ist und das ist wirksame Suche, das ist eine tatsächliche Suche, die zu Erneuerung, Rechtfertigung und Bekehrung führt, sodass Anbetung das Produkt der Bekehrung ist; sie ist das Produkt der Errettung.

Wir sind dann von der Quelle der Anbetung, also die Suche und das errettende Werk Gottes, zum Objekt der Anbetung übergegangen, dem Objekt der Anbetung. Und dieser Abschnitt offenbart deutlich, dass wir den Vater, der Gott ist und auch ein Geist ist, anbeten sollen. Und wir haben über die Tatsache gesprochen, dass wahre Anbetung dem Gott dargeboten wird, der Vater und Geist ist, und wir haben diesbezüglich die Elemente beschrieben, die man kennen muss.

Das bringt uns heute zu einem vierten und dann einem fünften sehr wichtigen Punkt in diesem Text. Nummer vier ist die Sphäre der Anbetung. Oder, wenn ihr wollt, der Ort der Anbetung; und das ist es, worum sich dieses Gespräch wirklich dreht. Wo bete ich an? Das ist ihre Frage: Wohin gehe ich? Das deutet darauf hin, dass die Menschen Anbetung mit einem Ort, für den Ort, assoziierten. Das wäre leicht zu verstehen, da die Stadt Jerusalem und der Tempel in Jerusalem als der zentrale Ort der Anbetung im Judentum galten. Sie würde das wissen. Heiden in der ganzen heidnischen Welt beteten ihre Götter in irgendeiner Art von Tempel an, wo ihr Gott in den meisten Fällen als ein Götze oder ihre Götter als Götzen dargestellt war(en). Anbetung war mit bestimmten Orten assoziiert.

Es ist keineswegs merkwürdig, dass sie fragt, ob wir auf diesem Berg oder in Jerusalem anbeten sollen. Die Antwort unseres Herrn ist sehr einfach. „Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet …“ Er bezieht sich, natürlich, auf die Gründung der Gemeinde. Und wenn die Gemeinde erst einmal etabliert ist, ist der Tempel hinfällig. Die Hinfälligkeit des Tempels ergab sich sogar schon aus dem Tod Jesu Christi, als der Schleier von oben bis unten zerriss und das Allerheiligste für alle deutlich sichtbar wurde. Es war das Ende einer Ära. Es war das Ende der zentralen Stellung dieses Ortes.

Der Tempel war definitiv nicht der Ort, auf den die Anbetung beschränkt war. Er war einfach ein zentraler Ort, und die Nation wurde aufgefordert, ihr Augenmerk und ihre Aufmerksamkeit bei Zeremonien und Opfern, die zu einem Leben in Anbetung führen würden, auf diesen Ort zu richten. Aber Gott war immer ein Geist und Gott sollte schon immer jederzeit an allen Orten von denen angebetet werden, die seine Kinder waren. Der Tempel war nicht der einzige Ort der Anbetung, er war der zentrale Ort der Anbetung. Man könnte sagen, er war der Ort des größten gemeinschaftlichen Ausdrucks der Anbetung.
Aber das sollte sich ändern. Es würde eine Stunde kommen, wenn der Ort der Anbetung sich von einem einzigen, zentralen Ort verschieben würde. Es gibt keinen zentralen Ort der Anbetung in der Gemeinde. Die Katholiken möchten gerne, dass wir glauben, es gäbe so einen Ort, nämlich den Petersdom in der Vatikanstadt. Das ist nicht der Ort. Ehrlich gesagt ist das der Ort, wo Satan angebetet wird, nicht Gott. Es gibt keinen zentralen Tempel. Es gibt kein zentrales Gebäude. Unser Herr sagt, es gibt eine neue Form der Anbetung und die hat nichts mit Garizim oder Jerusalem zu tun. Als die Gemeinde in der Apostelgeschichte gegründet wird, versammeln die Menschen sich schlicht und einfach jeden Tag zur Gemeinschaft, zum Gebet, zum Brotbrechen und zur Unterweisung in der Lehre der Apostel. Und sie versammeln sich überall. Ja, sie versammeln sich im Tempel und sie versammeln sich in Häusern. Und sie versammeln sich, wo immer sie sich treffen, denn Anbetung wird dezentralisiert durch die Begründung des Neuen Bundes. Jeder Ort wird ein Heiligtum. Jeder Ort wird ein Ort der Anbetung.

Denkt daran, das war schon immer so, selbst im Alten Testament. Aber der Tempel war der Fokus, der Ort, wo es die größte Ansammlung von Anbetern gab, und der einzige Ort, wo laut Gott Opfer dargebracht werden konnten. Sobald Christus das ultimative Opfer dargebracht hatte, mussten nie wieder Opfer dargebracht werden und damit war der einzige Zweck des Tempels, die Darbringung von Opfern, eliminiert.

Und deshalb ist die Anbetung Gottes jetzt dezentralisiert. Sie ist sogar so dezentralisiert, dass jeder einzelne Gläubige ein Tempel ist. Ihr seid der Tempel Gottes. Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt? Versteht ihr nicht, dass ihr buchstäblich eine heilige Wohnstätte Gottes seid? Ihr seid ein Tempel, der aus lebendigen Steinen gemacht wurde. Ihr seid ein geistliches Haus. Ihr seid eine heilige Priesterschaft, die Gott durch Jesus Christus geistliche Opfer darbringt. Ihr seid ein königliches Priestertum, wie Petrus es ausdrückt. Jeder Gläubige wird zu einem Tempel. Jeder Gläubige wird zu einem Priester. Es gibt keinen Tempel mehr. Es gibt keine erhobenen, isolierten Geistlichen oder Priesterstämme mehr. Wir sollen den Gott anbeten, der Geist ist, und den Gott, der der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist. Das heißt, wir beten Gott und den Herrn Jesus Christus jederzeit und überall an, weil Gott in Christus ist; Gott in Christus und der Geist Christi haben in unserem Leben einen Platz eingenommen.

Und es war wichtig, dass die Frau das wusste. Und es war wichtig, dass die Juden das wussten. Und es war auch wichtig, dass der Heide wusste, dass der wahre Gott, ein unendlicher, allgegenwärtiger Geist, jederzeit und überall angebetet werden kann. Aber auch das ist nicht neu, weil selbst das Alte Testament sagt: „Gott wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind.“ Er ist nicht darauf beschränkt, noch sind es diejenigen, die ihn anbeten. Er wurde bereits angebetet, bevor der Tempel je gebaut wurde. Er wurde bereits angebetet, bevor die Stiftshütte je errichtet wurde.

Wir brauchen keine Altäre mehr, das endgültige Opfer wurde bereits dargebracht. Wir brauchen keinen Ort mehr, um Opfer darzubringen. Eines der merkwürdigen Dinge, die man in römisch-katholischen Kirchen sieht, ist ein Altar. Was ist das? Ein Ort, vor den sie ein nachgeahmtes Opfer Christi im Rahmen der Messe bringen können? Eine Gemeinde braucht keinen Altar. Eine Gemeinde braucht keine Priesterschaft. Wir alle sind Priester. Wir alle bringen geistliche Opfer dar, keine materiellen.

Und deshalb ist der Ort zur Anbetung überall und an jedem Ort. Und Vers 23 fügt noch hinzu: „Aber die Stunde kommt und ist schon da“, sie ist hier durch das endgültige Opfer Christi, die Ratifizierung des Neuen Bundes, den Anfang des neuen Zeitalters, „die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden“. Vers 24 sagt sogar, Gott muss im Geist und in der Wahrheit angebetet werden.

Es ist keine Frage des Ortes, es ist eine Frage der Einstellung. Und hier nimmt unser gesegneter Herr sein erlösendes Werk durch die Begründung des Neuen Bundes vorweg. Es wird kommen und ist bereits in seiner Person da. Wie ich schon sagte, wurde der Vorhang im Tempel beim Tode unseres Herrn von oben nach unten entzweigerissen. Vierzig Jahre später, im Jahre 70 n. Chr., wurde Jerusalem zerstört. Der Tempel wurde zerstört und nie wieder aufgebaut. Die Opfer nahmen durch diese Zerstörung ein Ende und wurden nie wieder eingeführt, weil es jetzt eine neue Form der Anbetung gibt. Es gibt nicht einen zentralen Tempel, weder auf der Welt, noch in einem Land oder einer Stadt. Wir alle sind der Tempel und wir alle beten den Gott an, der in uns wohnt. Wir alle sind Priester. Wir allen bringen Gott geistliche Opfer dar.

Das ist das Schöne und das ist die Ehre der Gemeinde. Wir treffen uns in diesen dezentralisierten, zerstreuten Versammlungen auf der ganzen Welt und nicht eine von ihnen ist wichtiger als die andere. Nicht eine von ihnen ist in irgendeiner Weise ein einzelner Ort, an dem Gott wohnt. Die Illusion setzt sich in Europa bei der Begründung der katholischen Kirche durch, die im Prinzip versuchte, das Opfersystem des Judentums zu verewigen und große, gewaltige Kathedralen als Ersatz für Tempel baute. Man glaubte, diese seien Orte der Transzendenz und des Geheimnisvollen, wo Gott irgendwie auf besondere Weise wohnte. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Wir haben jetzt also gesehen, wie wichtig die Priorität der Anbetung ist. Wir haben das Objekt der Anbetung und die Quelle der Anbetung gesehen, welche natürlich das Werk Gottes bei der Errettung ist. Wir haben die Sphäre der Anbetung gesehen -überall und jederzeit, zerstreut unter all jenen, die wahre Gläubige sind, in denen Gott wohnt und von denen er wahrhaftig angebetet wird.

Und das führt uns zu dem fünften Punkt. Das ist wirklich der Hauptpunkt, den ich euch vorstellen möchte, nämlich das Wesen der Anbetung … das Wesen der Anbetung. Und das ist natürlich entscheidend in unserem Text und wird deshalb wiederholt. Ihr sollt im Geist und in der Wahrheit anbeten, Vers 23. Ihr müsst sogar im Geist und in der Wahrheit anbeten. Es ist keine Frage dessen, wo ihr anbetet, sondern wie ihr anbetet. Wahre Anbeter beten auf diese Weise an.

Um das richtig ins Bild zu setzen, lasst uns für einen Moment zu Vers 22 zurückgehen. Jesus spricht zu der Samariterin und sagt: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt. Euer Problem ist, dass ihr Geist ohne Wahrheit habt.“ Durch Historiker wissen wir, dass die Anbetung der Samariter auf dem Berg Garizim ziemlich ungebändigt war. Man könnte sagen, sie waren quasi die Charismatiker des ersten Jahrhunderts. Sie konnten wirklich aufdrehen und sehr emotional werden. Und unser Herr sagt: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt.“ Unsere Anbetung zeichnet sich vielleicht durch Geist und Emotionen aus, aber sie ist unwissend. Ihr habt Geist ohne Wahrheit. Ihr seid voller enthusiastischer Ignoranz.

Andererseits heißt es in Vers 22: „Wir“, die Juden, „beten an, was wir kennen.“ Aber hier steckt die Annahme dahinter, dass es uns an Geist mangelt. Die Samariter hatten Geist ohne Wahrheit, enthusiastische Irrlehre. Die Juden hatten Wahrheit ohne Geist, fruchtlose Strenggläubigkeit. Die Einen hatten Wärme ohne Licht, die Anderen Licht ohne Wärme. Ihr betet irgendetwas an, was ihr nicht kennt. Sie waren aggressiv in ihrer Unwissenheit.
Ihr Tempel auf dem Berg Garizim war übrigens schon lange vorher zerstört worden. Er war 128 v. Chr. zerstört worden; aber sie gingen immer noch zu den Ruinen des Tempels und beteten dort an. Ich weiß nicht, wie genau es heute aussieht, aber bis vor einigen Jahren gab es immer noch einige letzte Anhänger der altertümlichen samaritischen Religion, weniger als hundert, sagte man mir, die noch immer auf den Berg Garizim stapfen, welcher in der Nähe der Stadt Nablus liegt, um dort anzubeten. Aber sie wussten nicht, was sie anbeteten.

Warum? Weil die Samariter, ihre Form der Religion, das gesamte Alte Testament außerhalb des Pentateuchs abgelehnt hatten. Der einzige Teil des Alten Testaments, den sie akzeptierten, waren Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deutoronomium, die Bücher von Moses. Sie lehnten die Propheten, die Geschichtsbücher und die poetischen Schriften ab. Sie beschränkten sich also streng auf die fünf Bücher Mose und ließen alles Andere aus. Irgendwie verständlich, weil sich soviel vom Rest auf die Juden bezog. Und deshalb sage ich, sie waren enthusiastisch in ihrer Ignoranz, in ihrer Irrlehre. Sie waren aufrichtig. Sie waren fromm. Aber sie waren unwissend.

Es gab jedoch genug im Pentateuch, um ihnen einige Dinge zu sagen. Betrachtet einmal Vers 25: „Die Frau spricht zu ihm: ‚Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.’“ In Vers 29 sagt sie: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?“

Die Samariter hatten verstanden, dass es selbst im Pentateuch Prophezeiungen über den Messias gibt. Sie wussten ein wenig.

Lasst uns jetzt im Gegenzug die Juden betrachten. „Wir beten an, was wir kennen.“ Warum? „Denn das Heil kommt aus den Juden.“ Was bedeutet das? Wir kennen die Wahrheit, weil wir im Besitz der göttlichen Offenbarung sind. Die ganze Offenbarung von Gottes weltweitem Ziel der Errettung wurde uns gegeben. Alle Autoren des Alten Testaments waren im Wesentlichen Juden. Wir haben die Wahrheit. Wir haben die vollständige Offenbarung, aber es mangelt uns am Geist, wir sind kalt und legalistisch, kalt und heuchlerisch. Jesus stellt all das in der Bergpredigt bloß. Genau genommen waren die Leiter Israels tendenziell verdrießliche, verachtende, richtende, elende und unglückliche Leute, die für niemanden Sympathie oder Mitleid empfanden. Sie hatten eine präzise Offenbarung. Sie hatten präzise Informationen. Sie hatten vollständige Kenntnis, aber kein Herz. Deshalb lehnten sie ihren Messias ab und drangen sogar auf seine Ermordung.

Betrachtet im Gegensatz dazu einmal Vers 39: „Aus jener Stadt aber“, die samaritische Stadt Sychar, „glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: ‚Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.’ Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage dort. Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes Willen.“

Alles, was sie brauchten, waren anscheinend die Informationen. Sie brauchten lediglich die Wahrheit, die sie nie gehört hatten. Die Samariterin und ihr Dorf glaubten. Sie brauchten das volle Gegengewicht der Wahrheit, um ihre … ihre Aufrichtigkeit zu ergänzen. Und unser Herr sagt hier, man muss Geist haben, also die subjektive Hingabe, aus tiefstem Herzen anzubeten, mit aller Macht, aber sie muss einen Bezug zum Objektiven, zur Wahrheit haben. So müsst ihr anbeten. Das ist ein Mandat, laut Vers 24. Anbetung muss alle Oberflächlichkeit, alle Unaufrichtigkeit, alle Heuchelei und alle Ignoranz ablegen.

Die beiden Feinde echter, vollständiger Anbetung sind Jerusalem und Garizim, bildlich gesprochen; ein Mangel an Leidenschaft, an Eifer, an Geist, oder ein Mangel an Wahrheit. Leider muss ich sagen, dass es diese Dinge auch heute noch gibt. Es gibt so viel, das sich „Anbetung“ nennt, selbst im Christentum, unter dem großen Mantel des Evangelikalismus; es gibt so viel „Anbetung“, die an Hysterie ohne Kenntnis, ohne Verständnis grenzt. Al Martin schrieb: „Die Menschen haben mit offenen Bibeln und dem Namen Christi und der Bibel auf ihren Lippen angebetet, während ganze Gemeinden erfasst wurden von Fruchtlosigkeit und Leblosigkeit und Machtlosigkeit; Gemeinden, in denen Wochen und Monate und Jahre vergangen sind, seit Herzen berauscht wurden durch die Sicht der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi, Jahre, seit irgendeine Hymne hingebungsvoll gesungen wurde, Jahre, seit einem Anbeter eine Träne die Wange heruntergelaufen ist, Jahre, seit einem überströmenden Herzen ein ‚Halleluja’ entwichen ist.“

Das ist die Ausgewogenheit der Anbetung. Anbetung erfolgt aus ganzem Herzen und mit ganzer Macht und all euren Kräften und all euren Emotionen, verankert in der Wahrheit.

Lasst uns diese Dinge ein bisschen näher betrachten. Lasst uns zuerst über den Geist reden. Das bezieht sich auf den menschlichen Geist, unser Inneres, den inneren Menschen. Anbetung ist keine Frage einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Ortes, bestimmter Worte, einer bestimmten Architektur, eines bestimmten Verhaltens, bestimmter Kleidung oder förmlicher Routinen oder Tätigkeiten, sondern eine Frage des inneren Menschen. Und so ist es schon immer gewesen. Anbetung hat schon immer im Anbeter begonnen. Sie ist eine Explosion von innen durch die physischen Fähigkeiten.

Hört einmal auf das, was der Psalmist in Psalm 51, Vers 17 sagt: „Herr, tue meine Lippen auf, damit mein Mund dein Lob verkünde.“ Das ist es. Das bedeutet es, im Geist anzubeten. „Tue meine Lippen auf, damit mein Mund dein Lob verkünde.“

Im Neuen Testament zeigt Epheser 4,23 uns, dass wir im Geist unserer Gesinnung erneuert werden müssen, um Gott so anzubeten, wie wir das tun sollten. Und dabei geht es nicht um den Heiligen Geist, sondern um unser Inneres. Anbetung muss ein Überkochen, ein Übersprudeln sein. In Römer 1,9 schreibt Paulus: „Denn Gott, dem ich in meinem Geist diene [...] ist mein Zeuge.“ Oder in den Worten von Psalm 103: „Lobe den HERRN, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele.“ Es ist das, was von innen aufsteigt. Es ist jenes Überkochen, jenes Übersprudeln der Freude und Ausgelassenheit und Dankbarkeit und Ehre und des Lobes, der Verehrung und Verwunderung, die an Gott gerichtet sind. Es kommt von Gedanken, bei denen Gott im Mittelpunkt steht. Es kommt vom Sinnieren über Gott. Die Reflexion über Gott, oder das Sinnieren über Gott oder Christus, ist die Macht, die Anbetung auslöst.

Und das seht ihr immer wieder in den Psalmen. Wir könnten für viele, viele Stunden nur die Psalmen durchgehen. „Gott ist unsere Zuflucht“, Psalm 46, „und Stärke, ein Helfer bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken, wenn auch seine Wasser wüten und schäumen und die Berge erzittern vor seinem Ungestüm.“ Das ist reine Anbetung.

Der Psalmist hat keine Angst vor einem Erdbeben, vor einem Tsunami, weil Gott unsere Zuflucht und unsere Stärke ist. Psalm 47: „Klatscht in die Hände, ihr Völker alle! Jauchzt Gott zu mit fröhlichem Schall! Denn der HERR, der Höchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde. Er wird die Völker uns unterwerfen und die Nationen unter unsere Füße.“ Wir haben nichts zu fürchten vom physischen Fluch. Wir haben nichts zu fürchten von feindlichen Völkern. Unser Gott ist eine Zuflucht. Unser Gott ist unsere Kraft. Unser Gott ist ein großer König über die ganze Erde, der alle Völker uns unterwerfen wird und die Nationen unter unsere Füße. Das ist übersprudelnde Anbetung.

Psalm 77 ist meiner Meinung nach sehr reich an bildhafter Sprache. Wir könnten in Psalm 77, Vers 7 beginnen: „Ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht, ich sinne in meinem Herzen nach, und es forscht mein Geist:“

Hier steckt jemand in Schwierigkeiten … Schwierigkeiten. Vers 3: „Zur Zeit meiner Not suche ich den Herrn.“ Wie überwindet er seine Schwierigkeiten? Verändern seine Umstände sich? Nein, das hier sind große Schwierigkeiten. So schwerwiegend, dass er sagt: „Meine Hand ist bei Nacht ausgestreckt und ermüdet nicht, meine Seele will sich nicht trösten lassen. Denke ich an Gott, so muß ich seufzen, sinne ich nach, so ermattet mein Geist. Du hältst meine Augenlider offen“, kann nicht schlafen, sehr ängstlich, Panikattacke, ich bin so bekümmert, „kann nicht reden. Ich gedenke an die alte Zeit, an die Jahre der Urzeit.“ Worin besteht die Lösung für diese Verstörung? „Ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht, ich sinne in meinem Herzen nach, und es forscht mein Geist:“ Worüber werde ich meditieren? Was werde ich erforschen? „Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und nie wieder gnädig sein? Ist’s denn ganz und gar aus mit seiner Gnade, und ist die Verheißung zunichte für alle Geschlechter? Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, und im Zorn seine Barmherzigkeit verschlossen? Und ich sage: ‚Ich will das erleiden, die Änderungen, welche die rechte Hand des Höchsten getroffen hat.’“

Hier beginnt er, Gott in seinem eigenen Kopf neu zu erfinden. Gott hat mich abgelehnt. Gott wird mir nicht gnädig sein. Es ist aus mit seiner Gnade. Seine Verheißungen sind zunichte. Er hat seine Barmherzigkeit verschlossen. Jetzt ist er zornig und hat kein Erbarmen. Gott hat sich verändert. Wie kommt man da raus?

Vers 12: „Ich will gedenken an die Taten des HERRN; und ich sinne nach über alle deine Werke und erwäge deine großen Taten: O Gott, dein Weg ist heilig! Wer ist ein so großer Gott wie du, o Gott? Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht erwiesen an den Völkern!“ Das ist Geschichte. „Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Kinder Jakobs und Josephs. Als dich, o Gott, die Wasser sahen, als dich die Wasser sahen, da brausten sie, ja, das Meer wurde aufgeregt; die Wolken gossen Wasser aus, es donnerte im Gewölk, und deine Pfeile fuhren daher; deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und zitterte. Dein Weg führte durch das Meer und dein Pfad durch gewaltige Fluten, und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen. Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.“ Er denkt zurück an die Teilung des Roten Meeres. Wovor sollte er sich fürchten?

Und ihr könnt die Psalme selbst durchgehen, eine Aufzählung nach der anderen über die Größe Gottes und die Größe Gottes und die Treue Gottes wird zu seinem Trost. Wenn ihr für einen Moment Psalm 86 betrachtet, seht ihr, dass es in Vers 1 wieder eine Notlage gibt: „Ich bin elend und arm.“ Und deshalb fängt er in Vers 5 an, sich nicht an Gottes Werke, sondern an die Person Gottes zu erinnern. „Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern; und du bist reich an Gnade für alle, die dich anrufen. Vernimm, o HERR, mein Gebet, und achte auf die Stimme meines Flehens! Am Tag meiner Not rufe ich dich an, denn du erhörst mich. Dir, Herr, ist keiner gleich unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken! Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, o Herr, und deinem Namen Ehre geben; denn du bist groß und tust Wunder, du bist Gott, du allein.“

Ich liebe das, was dann folgt. „Weise mir, HERR, deinen Weg, damit ich wandle in deiner Wahrheit; Richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte! Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen, und deinem Namen Ehre erweisen auf ewig. Denn deine Gnade ist groß über mir, und du hast meine Seele errettet aus der Tiefe des Totenreichs.“

Lobpreis kommt von innen. Aber wie ihr seht, kommt er mit einer Reflexion der Wahrheit über Gott, über seine Person und seine Werke. Das ist Anbetung im Geist und in der Wahrheit - Gedanken, die auf Gott ausgerichtet sind, Gedanken, die auf Christus ausgerichtet sind, alle Werke aufzuführen, die Gott vollbracht hat und die Christus vollbracht hat. Ein Verständnis dieser Wahrheit wirkt sich auf die Anbetung aus.

Als wir vorhin Hymnen gesungen haben, erinnerten diese uns an das Kreuz, nicht wahr? Sie erinnerten uns an unsere Errettung. Sie erinnerten uns an das Werk, das Gott in Christus am Kreuz vollbracht hat, um uns Vergebung und die Hoffnung auf ewiges Leben zu geben. Sie erinnerten uns an das Werk Christi. Aber sie steckten auch voller Worte wie „Gnade“ und „Liebe“ und „Barmherzigkeit“, die uns immer wieder an das Wesen Gottes erinnern. Beim Sinnieren über diese Dinge, bei der Reflexion über diese Dinge steigt Lobpreis aus uns empor. Wenn eure Kenntnis Gottes also eingeschränkt ist, ist euer Lobpreis durch eure Unwissenheit ebenfalls eingeschränkt. Und das meint unser Herr, als er zu der Frau sagt: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt. Ihr sprudelt über bei eurer Anbetung des Gottes des Pentateuchs, aber ihr seid durch eure Ignoranz so eingeschränkt, dass eure Anbetung unvollständig ist, weil euer Verständnis unvollständig ist.“

Ich habe euch vor einigen Wochen erzählt, dass einer der Kritikpunkte an unserem Dienst hier lautet, wir würden die Fähigkeit der Leute einschränken, anzubeten, weil ich so viel Zeit auf die Predigt verwende. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man wahrhaftig anbeten kann, sofern man nicht etwas hat, für das man Anbetung darbringen kann, und dieses „etwas“ muss die Wahrheit sein. Ich denke, was wir heute als „Anbetung“ kennen, ist sehr viel Unterhaltung und Musik, die Spaß macht, die emotionale Befriedigung bringt, wenn wir sie singen, erleben, hören und fühlen, der es aber an echtem Tiefgang mangelt. Für mich persönlich muss sich in der Musik nicht viel abspielen, weil für mich das Wort, der Sinngehalt, im Mittelpunkt steht. O, ich glaube, Gott hat uns eine große Gabe geschenkt, als er uns musikalisch gemacht hat, und ich liebe Musik, alle Arten von Musik, alle Arten von schöner Musik [Gelächter], alle Arten von Musik, die Musik ist [Gelächter], aber ich liebe nichts mehr, als die wunderbarste Musik, die mit den prächtigsten, herrlichsten, Gott ehrenden Worten gesungen wird. Deshalb sage ich immer, dass Gott mein Lieblingstexter ist. Ich liebe es, Stellen aus der Schrift zu singen.

Die Leute nennen es „Anbetung“, wenn es ausgedehnte emotionale Beruhigung (?) oder emotionale Unterhaltung oder eine Ablenkung ist. Oftmals bleibt das weit hinter echter Anbetung zurück.

Ich genieße die gemeinschaftliche Anbetung. Ich genieße die Musik der gemeinschaftlichen Anbetung. Ich genieße sogar die Musik der alleinigen Anbetung. Ich bin so ein eingefleischter Anbeter, dass ich Anbetung sogar genieße, wenn ich der Sänger bin, und zwar der einzige Sänger, weil das meine Seele einfach beflügelt. Ich glaube, es gibt keinen einzigen Tag in meinem Leben, an dem ich keine Hymnen singe … nicht einen einzigen Tag, denn es muss einfach rauskommen, es muss einfach rauskommen. In Psalm 47,8 heißt es: „Lobsingt mit Einsicht.“ Und je größer eure Einsicht, umso mehr werdet ihr vor Lobpreis übersprudeln. Jegliche wahre Anbetung hängt von der Wahrheit ab.

Ich habe die beste Arbeit der Welt, denn ich habe das Privileg, in mein kleines Kämmerchen hinaufzugehen, wo ich zuhause studiere, und alle meine Bücher und die Bibel aufzuschlagen und in dieser Situation über Stunden und Tage alleine zu sein. Das tue ich jede Woche. Ein wenig davon geht am Tag des Herrn an euch, aber nur ein sehr kleiner Teil. Aber all das bringt mir Freude. All das gehört zum Erlebnis der Anbetung. All das ist für mich manchmal fast atemberaubend.

Ich bin keineswegs so gut darin, das an euch zu vermitteln, wie Gott darin ist, es mir mitzuteilen. Ich versuche, die atemberaubenden Realitäten der Schrift irgendwie in Worte zu fassen und sie euch mitzuteilen. Aber meine Bemühungen scheinen immer kläglich zu sein. Für mich ist jedoch die Erfahrung der Entdeckung selbst das Atemberaubende, und es fällt mir schwer, diese Erfahrung, die ich regelmäßig jede Woche meines Lebens mache, zu kommunizieren. Ich versuche, am Tag des Herrn in einem Gottesdienst wie diesem eine Stunde auf die Wahrheit Gottes zu verwenden, damit ihr jede Stunde in Anbetung verbringen könnt. Wir wollen Wahrheit in euren Köpfen, Wahrheit in euren Seelen, die euch für wahre Anbetung freimacht.

Was behindert wahre Anbetung? Nicht schlechte Musik, sondern Unwissenheit … Unwissenheit; ihr müsst die Wahrheit kennen. Und die Wahrheit ist das, was eure Anbetung auslöst.

Wir werden bald zu Lukas 24 kommen. Wird das nicht ein großartiger Tag sein? Das ist das letzte Kapitel des Lukasevangeliums. Erinnert ihr euch, als die Jünger in Kapitel 24 mit Jesus auf der Straße nach Emmaus liefen und er sich ihnen zu erkennen gab und ihnen das Gesetz und die Propheten und die heiligen Schriften öffnete, das gesamte Alte Testament, und es für sie in Bezug auf die Dinge auslegte, die ihn betrafen? Und sie waren unwissend gewesen … sie waren unwissend gewesen. Soweit sie wussten, war er tot. Sie sind auf dem Weg nach Emmaus, in einem mürrischen Zustand. Sie wissen nicht, wer er ist, bis er sich ihnen zu erkennen gibt. Aber anfangs wissen sie es nicht. Er öffnet ihnen die Schrift und erklärt aus dem ganzen Alten Testament alles, was ihn betrifft. Und wie reagieren sie? Sie sagen Folgendes: „Brannte nicht unser Herz in uns […], als er uns die Schriften öffnete?“ Es ist die Gemeinschaft des brennenden Herzens, die wir bei der Anbetung hervorbringen wollen. Es ist die Gemeinschaft der brennenden Herzen; der aufgeklärte Verstand setzt das Herz in Brand und ein brennendes Herz wird zu einem anbetenden Herz.

Wisst ihr, die Bibel ist eine unerschöpfliche Quelle der Wahrheit. O, es ist nicht so, als würdet ihr eine neue Wahrheit finden, die ihr nie zuvor gehört habt; ihr werdet die herrlichen, unergründlichen, unendlichen Wahrheiten einfach in neuem Licht sehen. Ich kann euch sagen, ich stoße in der Bibel zwar nicht auf neue Lehren, aber ich stoße jeden Tag meines Lebens auf neue Einsichten über die großartigen alten Wahrheiten. All das trägt dazu bei, mein Lobpreis und meine Anbetung zu steigern. Ich kann euch sagen, dass ich ein Teil der Gemeinschaft der brennenden Herzen bin.
Eine Vorschau auf das Ende des Lukasevangeliums. Das ist das Ende, die letzte Aussage: „Sie kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude, und sie waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott.“

Ich weiß, dass sich bei manchen Leuten die Anbetung nur um sie selbst dreht, dass sie sich gut fühlen, eine gute Erfahrung haben, ein „Lobpreiserlebnis“, wie sie es nennen. Aber wahre Anbetung dreht sich nicht um uns, sondern um Gott. Wahre Anbetung ist einfach ein kontinuierlicher Lobpreis Gottes mit großer Freude. Das ist unser Leben, jederzeit und überall, und gemeinsam am Tag des Herrn, wenn wir uns hier versammeln.

Noch eine abschließende Bemerkung. Wenn ihr mit Gottes Kindern zusammenkommt, um gemeinsam anzubeten, wie solltet ihr zusammenkommen? Seht euch einmal Hebräer 10 an und damit möchte ich abschließen. Wenn ihr zu diesem gemeinschaftlichen Ausdruck der Anbetung kommt, wie solltet ihr zusammenkommen? In Hebräer 10, Vers 25, geht es um unsere Versammlungen, und dass wir diese nicht verlassen sollen. In Vers 24 heißt es, wir sollen einander in dieser gemeinschaftlichen Anbetung anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Aber wie sollen wir zusammenkommen? Vers 22: „So laßt uns hinzutreten“, das ist Sprache der Anbetung. „Lasst uns hinzutreten, uns Gott nähern.“ Wenn wir uns ihm nahen, so wird er laut Jakobus 4 was tun? Sich uns nahen. Wie kommen wir vor ihn?

Erstens mit wahrhaftigem Herzen, Aufrichtigkeit, ungeteilte Aufmerksamkeit, ein wahrhaftiges Herz. Buchstäblich ein wahres Herz ohne Heuchelei, echt; wir kommen, um das zu tun, wonach wir uns sehnen, was wir liebend gerne tun. „In völliger Gewissheit des Glaubens.“ Redlichkeit; erstens Aufrichtigkeit, zweitens Redlichkeit. Wir kommen aufrichtig und redlich vor ihn. Das bedeutet, wir kommen vor ihn und sind der Wahrheit treu. Wir sind nicht gespalten in unserem Verlangen nach Anbetung oder in unserer Loyalität gegenüber der Wahrheit.

„Durch Besprengung unseres Herzens los vom bösen Gewissen.“ Was ist das? Das ist ein Rückblick auf das Kreuz und die Anerkennung, dass der einzige Grund dafür, dass wir vor Gott kommen können, darin besteht, dass unsere Herzen vom Bösen reingewaschen wurden; wir kommen also in, sagen wir einfach, „Demut“ vor ihn und erkennen, dass wir nicht würdig sind, vor ihn zu kommen. Der einzige Weg, vor ihn zu kommen, ist der, dass wir durch das Werk Christi am Kreuz reingewaschen wurden.

Wir kommen aufrichtig, mit ungeteiltem Herzen. Wir kommen redlich, in völliger Gewissheit der Wahrheit des Glaubens. Wir kommen in Demut und wissen, dass wir es nicht verdienen, vor Gott zu kommen, und kein Verdienst unserer selbst uns diesen Zugang verschafft hat. Und wir kommen „am Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ Was ist das? Reinheit, bekannte Sünde, anerkannte Sünde, Sünde, der wir ins Auge geblickt haben, mit der wir uns auseinandergesetzt, von der wir uns abgewandt haben; geläutert.

Wir kommen voller Aufrichtigkeit. Wir kommen voller Redlichkeit. Wir kommen voller Demut. Wir kommen voller Reinheit. Und wenn wir so vor Gott kommen, werden wir ein wahres Lobpreiserlebnis haben.

Um es mit den Worten von Jesus auszudrücken: „Glückselig sind die Heiligen, denn sie werden Gott sehen.“ Jedes Mal, wenn ihr zur gemeinschaftlichen Anbetung hierher kommt, und jederzeit sonst, solltet ihr diese vierfache Prüfung eures eigenen Herzens vornehmen. Kommt ihr mit ungeteiltem Herzen zur Anbetung? Ohne irgendetwas oder irgendjemand Anderem Ehre zu erweisen, sondern, um euch ausschließlich auf die Ehre zu konzentrieren, die dem Gott gebührt, der Geist und Vater unseres Herrn Jesus Christus ist. Kommt ihr, um den dreieinigen Gott anzubeten, seid ihr in eurem Herzen einzig und allein darauf ausgerichtet, in ungeteilter Treue? Kommt ihr in völliger Gewissheit des Glaubens, des Inhaltes des christlichen Evangeliums? Kommt ihr voller Loyalität und Redlichkeit zum wahren Evangelium? Kommt ihr in Demut, in der Erkenntnis, dass ihr kein Recht habt, vor Gott zu kommen, aber dass ihr durch das Werk Christi reingewaschen wurdet? Kommt ihr in Reinheit, nachdem ihr euch der Sünden in eurem Leben angenommen habt und, sozusagen, mit reinem Wasser gewaschen wurdet?

Das ist die Art von Anbetung, die der Vater sucht. Das ist die Art von Anbetung, die der Vater ehrt und segnet.

Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.




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