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Zurück zu den Grundlagen: Jesus als Herrn bekennen und Gott verherrlichen (German)

Ausgewählte Stellen January 01, 1986 de1386

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Wir befassen uns mit dem großartigen Thema „Geistliches Wachstum“ und die Schlüssel zu geistlichem Wachstum; was sind die unverzichtbaren Bestandteile im Prozess der geistlichen Reife? In unserer ersten Lektion letztes Mal haben wir uns auf das Konzept der Herrlichkeit Gottes konzentriert, ausgehend von unseren Studien in 2. Korinther 3,18, wo wir sehen, dass ein Gläubiger, der sein Leben und seine Aufmerksamkeit auf die Herrlichkeit Gottes ausrichtet, in das Ebenbild des Herrn verwandelt wird, von einer Ebene der Herrlichkeit zur nächsten. Der Heilige Geist ist also der Antrieb für geistliches Wachstum. Geistliches Wachstum bedeutet, Christus zunehmend ähnlicher zu werden. Und die Kraft, die uns zieht, die dem Geist Gottes den Antrieb verleiht, ist unser Fokus auf die Herrlichkeit Gottes. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf ausrichten, Gott die Ehre zu geben, werden wir im Prozess der geistlichen Reife vorangebracht. Wir haben unsere letzte Studie damit abgeschlossen, dass wir einige praktische Wege vermitteln wollten, wie man Gott verherrlichen kann. Wenn die Verherrlichung Gottes der Hauptschlüssel zu geistlichem Wachstum ist, was sind die anderen Schlüssel, die diesen Hauptschlüssel ausmachen? Erstens verherrlichen wir Gott, indem wir Jesus als Herrn bekennen.

Damit beginnt es alles. Wenn mein Leben darauf ausgerichtet sein soll, Gott zu verherrlichen, bedeutet das zunächst einmal, dass ich meine Aufmerksamkeit auf die Herrschaft Christi konzentrieren muss. Was ich damit meine? Nun, die Antwort darauf findet sich in Philipper 2,9-11. Nach dem großartigen Text über die Erniedrigung Christi, in dem es darum geht, wie er Mensch wurde und die Gestalt eines Sklaven annahm, als Mensch befunden wurde, „erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ Dann sagt das Wort Gottes Folgendes: „Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ Jetzt hört mir gut zu, „und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist.“ Die Erniedrigung Jesu Christi war ein Akt des Gehorsams gegenüber dem Vater. Als Reaktion darauf verherrlichte der Vater Jesus Christus und erhöhte ihn und dann ruft er das gesamte Universum dazu auf, zu bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, und dann kommt folgender Abschluss: „… zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Der Grund dafür, dass wir Jesus als den Herrn bekennen sollen, ist, dass das Gott, den Vater, verherrlicht.

Das ist das grundlegende Prinzip der Errettung. Wir sollen Christus als den Herrn bekennen – das ist Errettung – zur Ehre Gottes. Ich glaube, die meisten Leute denken, dass wir aus anderen Gründen errettet werden sollten, als zur Ehre Gottes. Wenn ihr den Durchschnittsbürger fragen würdet „Warum redest du mit anderen über Jesus Christus, warum kommunizierst du deinen Glauben?“, dann würde er wahrscheinlich sagen: „Nun, ich will verhindern, dass die Leute in die Hölle kommen. Ich will verhindern, dass sie für immer bestraft werden.“ Das ist durchaus ein triftiger Grund, aber nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund, aus dem Menschen gerettet werden, ist nicht, um die Hölle zu vermeiden. Jemand anders sagt vielleicht: „Nein, ich präsentiere Christus aus Liebe, die Liebe Christi treibt mich dazu an, denn Gott liebt sie, und weil ich sie liebe, erzähle ich ihnen von Christus.“ Auch das ist ein triftiger Grund, aber nicht der Hauptgrund. Jemand anders könnte sagen: „Nun, ich erzähle vom Evangelium, weil ich dazu gehalten bin, ich bin gehalten, in die ganze Welt auszuziehen und das Evangelium zu verkünden, Jünger zu machen und sie alles zu lehren, was Christus geboten hat.“ Es ist ein Gebot oder ich liebe die Menschen oder ich will sie vor der Hölle bewahren – all das sind triftige und biblische Gründe für die Evangelisierung. Aber sie sind nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund dafür, das Evangelium zu predigen, der Hauptgrund dafür, gläubig zu werden, ist die Herrlichkeit Gottes.

Es läuft auf Folgendes hinaus: Ohne Errettung zu leben, bedeutet Christus zu leugnen, und Christus zu leugnen ist die größtmögliche Beleidigung Gottes. Es ist die eine Sünde, die unverzeihlich ist. Wenn ein Mensch weiterhin ungläubig lebt, ist das eine unverzeihliche Sünde. Es ist sogar die größte Sünde des Menschen. Jesus sagte in Johannes 16, er würde den Heiligen Geist aussenden, um die Welt der Sünde zu überführen. Welcher Sünde? „Weil sie nicht an mich glauben.“ Die größte Sünde, die ein Mensch begehen kann, ist, nicht an Jesus Christus zu glauben. Warum? Weil wir damit implizieren, dass er nicht Gott ist, dass er nicht der Retter ist, dass er nicht angebetet werden solle, dass er nicht der Herr sein soll. Und solch eine Einstellung entehrt den Vater. In Johannes 5,23 sagt Jesus zum Beispiel sehr eindringlich: „… damit alle den Sohn ehren“, hört jetzt gut zu, „wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“ Ihr könnt Gott nicht die Ehre geben, wenn ihr seinem Sohn, der die Fülle von Gottes Herrlichkeit ist, nicht die Ehre gebt. Wir beginnen also damit, Gott die Ehre zu geben, indem wir Christus die Ehre geben, und wie tun wir das? Indem wir ihn als Herrn bekennen, und das bedeutet einfach Errettung. Er redet hier nicht von irgendeiner zweiten Handlung. Man sagt nicht: „Hm, ich habe ihn als Heiland angenommen und später werde ich ihn zu meinem Herrn machen.“ Nein, nein, das sind nicht zwei unterschiedliche Dinge. Wenn ihr errettet werdet, bekennt ihr Christus als Herrn; das ist die Errettung. In Römer 10,9 heißt es: „Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“

Mit anderen Worten geht es bei der Errettung darum, die Herrschaft Christi zu bekennen, dass er Gott ist, dass er souverän ist, dass er der Herr ist, und das ist eine persönliche Anwendung dieser Realität. Jemand hat mich vor nicht allzu langer Zeit gefragt, ob ich „Herrschafts-Heilsprediger“ sei. Ich war mir nicht sicher, was das ist. Ich dachte, wenn man zu denen gehört, muss man an einer Straßenecke stehen und Trompete spielen oder Trommeln schlagen. Aber das meinte er nicht. Er meinte damit jemanden, der glaubt, dass man zur Errettung zwingend daran glauben muss, dass Jesus der Herr ist. Er sagte: „Glaubst du daran?“ Ich sagte: „Ich kenne keinen anderen Weg, Christus anzunehmen. Er ist der Herr und ich nehme ihn zu seinen Bedingungen an, nicht zu meinen.“ Ich definiere Jesus nicht neu als etwas Geringeres als das, was er ist, und nehme ihn dann so. „Ist er der Herr?“, sagte ich zu dieser Person. Und er sagte: „Ja.“ Ich fragte: „Wie nimmst du ihn dann an? Du musst ihn so nehmen, wie er ist.“ Wenn ihr Jesus als den Herrn bekennt, ist das zur Ehre Gottes.

Einfach gesagt hat niemand die Fähigkeit, über diesen Punkt der geistlichen Reife hinauszugehen; niemand kann Gott verherrlichen, wenn er nicht an genau diesem Punkt beginnt. Das ist der Prüfstein, da beginnt alles. Ich möchte noch einen Schritt weitergehen für diejenigen unter uns, die Christen sind. Ich glaube, wenn Christus der Herr unseres Leben ist, wenn wir ihn angenommen haben und wiedergeboren wurden, dass er dann regiert. Und er regiert übrigens unser ganzes Leben lang. Die Frage ist nur, ob wir gehorsam sind, nicht ob er regiert. Und wenn er in unserem Leben regiert, müssen wir im Hinterkopf behalten, dass die Verkündigung des Evangeliums in erster Linie dazu dient, dass er in dem Leben anderer für Seine eigene Herrlichkeit regieren möge. Mit anderen Worten besteht die große Sünde des Menschen darin, zu leben und Gott nicht zu verherrlichen. Henry Martyn, der viele Jahre lang ein großer Missionar in Indien war, ging kurz nach seiner Ankunft in einen heidnischen Tempel und sah all diese Leute, die ihre heidnischen Götter anbeteten, und er stürmte zur Hintertür hinaus. Mit Tränen in den Augen rannte er davon, kam bei seiner Behausung an, nahm sein Tagebuch heraus und schrieb folgende Worte hinein: „Ich kann diese Existenz nicht ertragen, wenn Jesus so entehrt wird.“ Mit anderen Worten sah die große Realität in seinem Leben so aus, dass er jemanden, der Christus nicht verherrlichte, nicht dulden konnte. In Römer Kapitel 1 sagt Paulus, dass wir den Nationen Gehorsam predigen, um Seines Namens willen. Er sagt, wir verkündigen das Evangelium nicht um ihretwillen, sondern um Seinetwillen. In 3. Johannes 1, Vers 7 sagt er, wir ziehen aus und verkündigen um Seines Namens willen. Derselbe Gedanke. Nicht um ihretwillen, um Seinetwillen. Damit Er als Herr anerkannt werden möge, und damit beginnt es. Wenn du kein Christ bist, wenn du Christus nie zuvor als Herrn gekannt hast, bist du nicht in der Lage, zu Gottes Ehren zu leben. Es ist absolut unmöglich, lässt sich nicht bewerkstelligen, denn da beginnt alles. Du kannst nicht sagen, ich leugne Christus, er ist nicht mein Retter, er ist nicht mein Herr, und dann einfach den Versuch fortsetzen, geistlich zu wachsen oder Gott auf andere Weise zu verherrlichen. Du schlägst Gott am entscheidendsten Punkt mitten ins Gesicht. Wenn du den Sohn entehrst, entehrst du den Vater. Gott zu verherrlichen beginnt also, wie Paulus in Philipper 2 sagt, damit, Jesus als Herrn zu Ehren Gottes, des Vaters, zu bekennen. Deshalb sagen wir, dass die Errettung ein notwendiger Ausgangspunkt für geistliches Wachstum ist. Tatsache ist, dass man erst wachsen kann, wenn man neu geboren wurde.

Jetzt zur zweiten Wahrheit: Die zweite Sache, über die ich in diesem Zusammenhang mit euch reden möchte, ist folgende: Wir verherrlichen Gott erstens dadurch, dass wir Jesus als den Herrn bekennen und zweitens, indem wir unser Leben darauf ausrichten, seine Herrschaft zu befolgen. Also zweitens, indem wir unser Leben darauf ausrichten, seine Herrschaft zu befolgen. Wenn wir Gott gestatten, uns mit dem Purpurgewand seiner Gerechtigkeit zu bekleiden, dann wird er verherrlicht. Wenn wir unser Herz öffnen und seinen Sohn annehmen, dann wird er verherrlicht. Wenn sein Geist in unser Leben einzieht, dann wird er verherrlicht. Wenn wir Jesus „Herr“ nennen, dann wird er verherrlicht. Aber dann gibt es noch eine zweite Begleiterscheinung. Wenn wir den Herrn angenommen haben, sollen wir auf seine Herrschaft reagieren. Ich möchte, dass ihr folgenden Schlüsselvers aus 1. Korinther 10,31 versteht; da steht Folgendes: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehren.“ Ihr habt also schon Jesus als Herrn bekannt, zur Ehre Gottes. Und jetzt kommen Dinge wie essen und trinken, „ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut“, wobei all das nur symbolisch für die einfachsten, niedrigsten Funktionen des Lebens steht. Selbst etwas so Unbedeutendes, Routinemäßiges, Gewöhnliches, Konstantes wie Essen und Trinken sollte sich auf die Ehre Gottes konzentrieren. Damit hätten wir eigentlich Anlass genug, einen Schritt zurückzumachen und einige Botschaften darüber zu predigen, wie man zur Ehre Gottes isst und trinkt, denn das beginnt bei den kleinsten Dingen des Lebens, den routinemäßigen Dingen, und entwickelt sich von da aus. Was immer ihr tut, tut alles zur Ehre Gottes. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass das zu einer alles durchdringenden Einstellung wird; egal was ich tue, mein Augenmerk muss dabei auf der Ehre Gottes liegen.

Das ist ganz gewiss die Art und Weise, auf die Jesus lebte. In Johannes 8,50 sagte Jesus Folgendes: „Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber Einer, der sie sucht, und er richtet.“ Und davor in Vers 49 heißt es: „Ich ehre meinen Vater.“ Jesus sagte quasi: „Ich bin aus einem einzigen Grund hier – nicht zu meiner Ehre, sondern zu Seiner Ehre.“ Und genau das sagen wir hier. Wenn das zum alles durchdringenden Element eures Lebens wird, werdet ihr geistlich wachsen und ihr werdet euch auf seine Herrlichkeit konzentrieren. Was versucht ein Heuchler zu tun? Wonach streben die Heuchler? Oh, sie versuchen Gottes Herrlichkeit zu stehlen und sie durch ihre eigene zu ersetzen. Eine Illustration dessen finden wir in Matthäus 6,1, wo der Herr sagt: „Hab acht, daß ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.“ Mit anderen Worten, wenn ihr versucht, eine Show abzuziehen, damit jeder euch für geistlich hält, werdet ihr dafür nicht belohnt werden. „Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden.“ Das Streben nach Lobpreis von den Menschen steht immer der Verherrlichung Gottes im Weg. Genau das haben wir eben gelesen, nicht wahr? Im Alten Testament sagt Jeremia: „Seid nicht hochmütig, gebt Gott die Ehre.“ Wenn ich also mein Leben darauf ausrichten soll, wenn ich mich gehorsam der Herrschaft Christi unterordnen soll, wird es Demut geben und ein Ende der Hochmut. Wir müssen uns vor Selbstanbetung hüten. Wir müssen immer und ausschließlich nach Gottes Ehre streben.

Was bedeutet das? Wenn ich sage, dass ich mich seiner Herrschaft gehorsam unterordne, dass ich mein Leben darauf ausrichte, dass ich alles zur Ehre Gottes tue, sei es essen oder trinken oder was auch immer, was genau bedeutet das? Nun, lasst es mich auf folgende Weise ausdrücken, und ich möchte euch hier auch einige Unterpunkte nennen. Erstens bedeutet es, dass ihr Gott die Ehre gebt, egal, was euch das kostet. Egal, was es euch kostet. Das ist eine ziemlich heftige Aussage, aber das bedeutet es im Wesentlichen, euch seiner Herrschaft unterzuordnen, euer Leben auf seine Ehre auszurichten. Ihr werdet ihn verherrlichen, egal, was es euch kostet. In Johannes 12,27 sagte Jesus Folgendes: „Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.“ Was sollte ich beten, wenn ich dem Kreuz entgegensehe? Gott, hole mich hier raus? Das ist die Stunde, für die ich gekommen bin. „Vater, verherrliche deinen Namen.“ Und: „Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!“ Jesus sagt ganz menschlich: „Gott, ich möchte dies gerne umgehen, das ist ein unglaublicher Preis, den es zu zahlen gilt, Schmerzen, Qualen, Sünden tragen; aber Vater, verherrliche deinen Namen, egal, was es mich kostet.“ Seht ihr das? Das bedeutet es. Wenn ihr lernt, euer Leben so zu führen, dass ihr damit zufrieden seid, Gottes Willen um jeden Preis zu tun, ihn zu verherrlichen, egal, was es euch kostet, dann werdet ihr das zweite große Prinzip geistlichen Wachstums erfüllen, den zweiten großen Schlüssel. Ihr werdet jenen Bereich des Gehorsams gegenüber seiner Herrschaft entschlüsseln.

Ich möchte euch noch eine Illustration geben, indem wir zum Ende des Johannesevangeliums gehen, Kapitel 21. Hier geht es um die Situation mit dem Apostel Petrus. Wir werden zu genau demselben Ereignis in unserer Geschichte zurückkehren, weil es eine Reihe großartiger Wahrheiten über geistliches Wachstum illustriert. Petrus wurde vor Grundlegung der Welt von Gott für sehr wichtige Aufgaben auserwählt. Petrus wird in den ersten zwölf Kapiteln der Apostelgeschichte eine zentrale Rolle spielen. Er ist der Schlüssel in der apostolischen Verkündigung des Kreuzes bei der Gründung der Gemeinde in Jerusalem und ihrer Ausbereitung in der Welt. Er wird ein dynamischer und begabter Leiter sein. Deshalb ist es sehr wichtig, dass er gefestigt wird, verwurzelt, positioniert für die Aufgabe, zu der Gott ihn berufen hat. Aber leider ist Petrus etwas unberechenbar und es fällt ihm sehr schwer, sich verbindlich auf etwas einzulassen. Er redet viel, aber er zieht die Dinge nicht durch. Jedes Mal, wenn er auf die Probe gestellt wurde, versagte er. Wenn er Student an einer theologischen Hochschule wäre, wäre er schon längst weg vom Fenster. Und dennoch weiß der Herr, dass dies ein Mann ist, der dringend gebraucht wird. Und obwohl er weiß, dass er Petrus in der Vergangenheit geholfen hat, hat er keine Mühen gescheut, um ihm seine Macht zu demonstrieren, auf dem Wasser zu gehen, hat ihn gespeist bei der Speisung der 5000, Petrus war anwesend bei der Verklärung, er hat das große Bekenntnis gehört und es kam wirklich aus seinem eigenen Mund, aber aus Gottes Herz: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Petrus hat einige enorme Abenteuer mit Christus erlebt, wo er Demonstrationen der Macht gesehen hat, sogar im Garten, als die Soldaten kamen, und als Jesus sprach, fielen sie alle nach hinten über, wie Dominosteine. Ich meine, Petrus hat einige großartige Dinge gesehen. Erstaunlicherweise hat er sogar den auferstandenen Christus im Obergemach gesehen und hatte zu diesem Zeitpunkt, in Johannes 21, eine persönliche Audienz mit dem auferstandenen Christus gehabt.  Und dennoch ist er nach all dem immer noch unbeständig. Ich denke, er fühlte sich unzulänglich. Ich denke, er betrachtete sich selbst und sagte: „Petrus, jedes Mal, wenn du auf die Probe gestellt wurdest, hast du Mist gebaut. Wer sagt dir, dass du es diesmal schaffen wirst?“ Und Jesus forderte Petrus auf, nach Galiläa zu gehen, auf einen Berg zu steigen und zu warten. Und er stellte ihn auf die Probe. Er sagte: „Warte, bis ich komme.“ Geh nirgends hin, bleib einfach hier.

Nun, Petrus ist in Kapitel 21 da, aber er wird langsam unruhig, er wird nicht viel länger in der Lage sein, auf dem Abhang des Hügels zu sitzen. Er war sowieso ein unruhiger Mensch und es fällt ihm schwer, einfach dazusitzen und zu warten. Er wartet schon geraume Zeit und Christus ist noch nicht gekommen und schließlich sagt er in Vers 3: „Ich gehe fischen.“ Ich kehre zu dem zurück, was ich kenne. Ich habe sowie nie wirklich an diesen Dienst geglaubt. Jedes Mal, wenn ich eine Chance hatte, habe ich sie vermasselt. Es gibt nur eine Sache, die ich kann, und das ist fischen. Ich werde mich dem wieder zuwenden. Und er war natürlich der Anführer und deshalb kamen die anderen sechs wie Quietscheentchen denselben Hügel hinunter und sagten: „Wir gehen auch.“ Also wackelten sie alle hinunter und stiegen in ein Boot. Petrus war der Anführer. Genau darum geht es, Gott wollte ihn nutzen. Was geschah in Vers 3? „Sie stiegen in das Boot“, heißt es im Griechischen, was darauf hinweisen könnte, dass sie zurückgingen und das Boot von Petrus holten. Er wollte zu seinem alten Beruf zurückkehren und sie alle wollten mit ihm gehen. Sie alle waren seine Fischerkumpel. Aber es gab eine Sache, die sie nicht tun konnten, nämlich fischen, weil der Herr jeden Fisch im See Genezareth umgeleitet hatte, deshalb konnten sie nichts fangen. Jesus wollte seinen Standpunkt rüberbringen.

Sie fischten also die ganze Nacht und fingen nichts. Der Herr erschien ihnen am Morgen, hatte eine Konfrontation mit Petrus und stellte dessen Liebe auf den Prüfstand. Diesen Text werden wir uns später noch vornehmen. Und dann, als Petrus ihm dreimal gesagt hatte, dass er ihn liebte, antwortete Jesus ihm in Vers 18: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest.“ Jetzt halt mal einen Moment inne, Petrus. Bist jetzt ist so ziemlich alles so gelaufen, wie du es wolltest; du hast die Entscheidungen getroffen, deinen eigenen Gurt umgelegt und bist dorthin gegangen, wo du wolltest. „Sich gürten“ stand als Bild der Vorbereitung auf eine Reise. Wann immer du tun wolltest, was du tun wolltest, hast du es getan. „Wenn du aber alt geworden bist“, das wird sich ändern, „wirst du deine Hände ausstrecken“. Und genau dieser Ausdruck wird in der außerbiblischen Literatur für Kreuzigung benutzt. „Wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.“ Passt jetzt gut auf Vers 19 auf: „Dies aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott“, hier kommt’s, „verherrlichen werde.“

Achtet jetzt bitte einmal auf Folgendes. Petrus sollte einen Punkt in seinem Leben erreichen, wo er Gott durch seinen Tod verherrlichen würde. Aber wie? Weil er bereit sein sollte, jeden Preis zu zahlen, sogar den Tod, bevor er den Willen Gottes verleugnet. Das war neu für Petrus, denn jedes andere Mal, als er mit dem Tod konfrontiert worden war, hatte er sein Zeugnis zurückgezogen. Bei einer Gelegenheit, als man ihn mit der Tatsache konfrontierte, dass er ein Anhänger Jesu Christ sei, fluchte er und missbrauchte den Namen des Herrn und schwor, er sei kein Anhänger, und er schwor einen Eid, den er nie einhielt. Ihr seht also, dass das etwas Neues für Petrus ist. Der Herr sagt hier im Prinzip: „Petrus, es wird ein Tag kommen, an dem du für mich sterben wirst, und mich durch deinen Tod verherrlichen wirst. Warum? Weil das mein Wille sein wird und du wirst bereit sein, um meinetwillen zu sterben.“ So war das mit Paulus: „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. Wenn ich lebe, lebe ich für den Herrn, wenn ich sterbe, sterbe ich für den Herrn. Ob ich nun lebe oder sterbe, ich gehöre dem Herrn.“ Und was ist der Unterschied? Ich gehöre dem Herrn.

Seht ihr, mein Leben auf die Herrlichkeit Gottes auszurichten, jetzt, wo ich Christ bin, mich bei allem, was ich tue, sei es essen oder trinken, auf die Herrlichkeit Gottes zu konzentrieren, bedeutet, wenn ich für Gott sterben muss, dann möge es geschehen, dann möge es geschehen. Ich denke an die beeindruckenden Geschichten von Missionaren im Verlauf der Geschichte christlicher Missionen, eine Geschichte nach der anderen, die eine große Gesamtgeschichte ergeben von Menschen, die bereit sind, für Christus zu sterben. Ich denke an Hebräer, Kapitel 11, die Helden des Glaubens, die dort aufgeführt sind und in großer Erwartung von Herrlichkeit und Auferstehung starben; Helden, derer die Welt nicht würdig war. Kein Preis war ihnen zu hoch. Ich denke dabei an Latimer und Ridley, die beide für ihren Glauben auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden und Lobpreis auf Jesus Christus sangen. Ich denke an Savonarola, den großen Prediger in Italien, der das Evangelium Jesu Christi verkündigt hatte, und der vom System auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Immer wieder hat es im Laufe der Geschichte Menschen gegeben, die bereit waren, alles für die Sache Christi zu tun.

Und ich kehre immer wieder zurück zur Geschichte von John Paton, dem großen Missionar, der auf die Neuen Hebriden [Vanuatu] ging. Er schloss das Studium ab und wurde mit seiner Frau zu den Neuen Hebriden geschickt, wo es nur menschenfressende Kannibalen gab. Sie landeten in diesem kleinen Ort, so klein, dass sie mit einer Jolle hinrudern mussten, weil das Schiff einfach daran vorbei fuhr. Es fuhr nicht einmal die Küste an. Sie ruderten also ans Ufer, konnten die Sprache nicht und kannten niemanden. Sie wussten lediglich, dass Menschen dorthin gegangen und nie zurückgekehrt waren; sie hatten jemandem als Mittagessen gedient. Sie kamen also am Ufer an. Wisst ihr, es ist ziemlich hart, am Ufer eines Ortes anzukommen, der von Kannibalen bewohnt wird, deren Sprache man nicht spricht, und sich zu überlegen, wie man am besten beginnt, oder? Ich meine, man stellt da kein kleines Schild auf, auf dem steht: „Sonntagsschule, Sonntag 09:30 Uhr. Wir heißen alle herzlich willkommen.“ So läuft das nicht. Was tut man? Man kennt die Sprache und die Leute nicht und euer Leben hängt an einem seidenen Faden. Ich erinnere mich noch daran, wie ich in einem bestimmten Buch etwas über diese Geschichte gelesen habe. Später wurde der Häuptling des Stammes in jener Gegend errettet und kam zu John Paton. Er sagte zu ihm: „Herr Paton, ich möchte Ihnen eine Frage stellen. In den ersten Monaten, als Sie hier waren, welche Armee hat Ihre Behausung jede Nacht bewacht und Sie beschützt?“ Offensichtlich waren Gottes heilige Engel selbst in jener Zeit des Schutzes offenbar geworden. Aber Paton blieb dort. Nach einigen Wochen gebar seine Frau ein Kind; das Kind starb nach wenigen Tagen, ebenso wie sie. Er schlief drei oder vier Nächte auf ihren Gräbern, um die Einheimischen daran zu hindern, sie auszugraben und aufzufressen. Er blieb alleine auf dieser Insel, 35 Jahre lang. In seiner Biografie sagt er: „Ich kenne keinen einzigen Einheimischen, der sich nicht zumindest zu Jesus Christus bekannt hat.“ Er ging voller Hoffnung an diesen Ort. Das Einzige, was er in seinem Leben wirklich geliebt hatte, war seine Frau und dann das kostbare Baby. Er musste auf ihren Gräbern schlafen und blieb dort ganz allein, aber Gott benutzte ihn, weil er damit zufrieden war, Gottes Willen zu tun, egal, was es ihn kosten würde. Das bedeutet es also, euer Leben auf Gottes Pläne auszurichten.

Wenn ihr euren eigenen Weg absteckt und sagt „Herr, dies werde ich tun und das werde ich nicht tun“, wenn ihr sagt „Herr, ich habe hier alles genau geplant“, wenn ihr nicht bereit seid, den Preis von ein klein wenig Schande, ein wenig Demütigung in Form von Schmach und Entehrung durch die Welt zu bezahlen, wenn ihr nicht bereit seid, den Preis von etwas weniger Besitztümern in diesem Leben zu zahlen, dann werdet ihr vielleicht nie wissen, was es bedeutet, mit Gottes Willen zufrieden zu sein, koste es, was es wolle; und ihr werdet nie wirklich wissen, was es bedeutet, geistlich zu wachsen, weil ihr euer Leben nicht auf Gottes Ehre ausrichtet. Das geschieht nur, wenn Seine Herrlichkeit euer höchstes Anliegen ist, nicht eure eigene Bequemlichkeit, nicht ein leichtes Leben für euch selbst, nicht eure eigenen Pläne und euer eigener Wille. Wenn ich also mein Leben auf Gottes Herrlichkeit ausrichten soll, egal wobei, vom Essen und Trinken bis zum Sterben, bedeutet das, ich muss mit Gottes Willen zufrieden sein, egal was es mich kostet. Zweitens, wenn ich mein Leben auf seine Herrlichkeit ausrichten soll, bedeutet das, dass es mich schmerzt, wenn Gott entehrt wird, und das ist ein sehr wichtiges Konzept.

Normalerweise weiß ich, wann jemand sein Leben auf die Herrlichkeit Gottes ausrichtet, einfach anhand seiner Reaktion, wenn Gott entehrt wird. David schaute in Psalm 69,10 zum Beispiel auf den Tempel, schaute auf die Anbetung Israels, und sein Herz zerbrach. Er sagte Folgendes: „Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“ Mit anderen Worten sagte David: „Meine Liebe für dich ist so groß und mein Hass auf das, was dich entehrt, ist so gewaltig, mein Anliegen ist dein Tempel und deine Gegenwart und deine Anbetung, sodass es mich buchstäblich zerreißt.“ Dann sagt er im restlichen Teil des Verses: „Und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.“ Mit anderen Worten, wenn du entehrt wirst, schmerzt es mich.

Ich sage euch, als Vater kann ich das ein klein wenig verstehen. Wenn ihr mein Kind verletzt, verletzt ihr mich. Wenn ihr meine Frau verletzt, verletzt ihr mich. Wenn ihr jemanden verletzt, den ich liebe, verletzt ihr mich. Ich habe in meinem Leben mehr wegen Dingen geweint, die Leuten widerfahren sind, welche mir am Herzen liegen, als ich je über Dinge geweint habe, die mir selbst wiederfahren sind. Es fällt mir sogar ziemlich schwer, über Dinge zu weinen, die mir selbst widerfahren; es fällt mir sehr viel leichter, zusammen mit jemandem zu weinen, der mir am Herzen liegt und dessen Herz gebrochen ist. Und das liegt daran, dass ich mich mit ihnen identifiziere, in Liebe. Und wenn ihr euch mit Gott identifiziert habt, dann werden die Dinge, die euer Herz brechen, nicht die Dinge sein, die euch widerfahren, sondern die Dinge, die Gott entehren. Und das ist die Art von Mentalität, die wirklich ein Ausdruck davon ist, dass wir so sehr auf Gott fokussiert sind, dass alles, was sein Herz zerbricht, unser Herz zerbricht. Und David sagte: „Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.“

Und wisst ihr, wer diesen Vers im Neuen Testament zitiert hat? Jesus. Jesus sagte: „Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.“ Wisst ihr, wann er das gesagt hat? Er sagte es, unmittelbar bevor er die Tische im Tempel umstürzte. Und als er das tat, begann er, die Menschen durch den ganzen Tempel zu scheuchen, und sagte: „Ihr habt das Haus Gottes genommen, den Ort seiner Herrlichkeit, und habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Er tadelte sie und verscheuchte sie und stieß die Tische um und er trieb sie hinaus. Er tat das zweimal, einmal zu Beginn seines Dienstes und einmal am Ende. Seht ihr, er konnte es einfach nicht dulden, dass Gott entehrt wird. Das ist das Kennzeichen eines Menschen, der zu Gottes Ehre lebt. Jesus war nie um seine eigenen Schmerzen besorgt, seine eigenen Qualen, seine eigene Schmach, sondern nur um Gottes Entehrung. Führt ihr euer Leben so? Also ausgerichtet auf die Herrlichkeit Gottes?

Erstens ist es euch egal, was euch das kostet, und zweitens besteht euer höchstes Anliegen darin, wie die Dinge sich auf Gott auswirken. Wisst ihr, eine der größten Aussagen im Buch der Offenbarung wird sehr leicht übersehen. Sie steht in Kapitel 2 und bezieht sich auf die Gemeinde in Ephesus. Es ist nur ein kurzes Wort, aber ein sehr, sehr wichtiges. Über die Gemeinde in Ephesus wurde gesagt: „... dass du die Bösen nicht ertragen kannst.“ Das war eine der großartigen Charakteristiken dieser Gemeinde, dass sie Leute nicht ertragen konnten, die böse waren. Warum? Weil sie wussten, dass das Böse sich auf die Heiligkeit Gottes und seinen Willen auswirkte. Ich bin verblüfft, wie wenig Christen das verstehen. Ich bin verblüfft, wie viele Christen so sehr mit ihrem eigenen Willen beschäftigt sind, mit ihrer eigenen Bequemlichkeit, so in ihren eigenen Problemen aufgehen, dass sie nicht wirklich Schmerzen verspüren, wenn Gott entehrt wird. Sie verspüren Schmerzen hauptsächlich dann, wenn sie selbst entehrt werden, und das ist der falsche Fokus. Aber gelegentlich kapiert jemand das, und das ist wirklich aufregend.

Ich kann mich noch an ein junges Mädchen erinnern, das vor einigen Jahren nach Kalifornien kam. Sie kam hierher, um mit einem Mann zusammenzuleben, der Student an der UCLA war. Sie war keine Christin. Er war, ganz offensichtlich, kein Christ. Sie lebten einfach zusammen. Sie war noch in der Oberschule. Nach einer Weile entschied er sich, sie hinauszuwerfen. Und sie war den weiten Weg aus einer kleinen Stadt in West Virginia gekommen. Er hatte die Nase voll von ihr und warf sie beiseite, wie einen alten, halb aufgebrauchten Lumpen. Sie irrte eine Weile umher und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Sie hatte sich viele Male auf ihren Händen und Armen mit Rasierklingen geritzt und geblutet und irgendwie war sie dem Tod immer von der Schippe gesprungen. Wir begegnetem diesem Mädchen und hatten die Chance, sie zu Christus zu führen. Ich werde nie vergessen, als meine Schwester und ich mit ihr redeten und sie Christus ihr Herz öffnete. Sie sagte: Mein Leben hat sich verändert, ich will in meine Heimatstadt zurückgehen, ich will meiner Mutter von Christus erzählen, ich will meinen Freunden von Christus erzählen, ich will alles in meinem Leben in Ordnung bringen.“ Und ich sagte zu ihr: „Nun, gibt es dort eine Gemeinde, die du besuchen kannst, gibt es dort jemanden, der dich in Jüngerschaft unterweisen kann?“ Sie sagte: „Nein, ich kenne keine Gemeinde in unserer kleinen Stadt, außer einer katholischen Gemeinde.“ Und sie sagte: „Ich kenne eigentlich keine anderen Christen dort, aber ich werde zurückgehen.“ Und ich gab ihr die Bibel, wisst ihr, voller Furcht, dass ich sie dem Heiligen Geist überlassen müsste, nicht wahr? Ich wollte sicherzugehen, dass er sein Werk auch ohne meine Anwesenheit verrichten könnte. Sie ging also zurück und ich betete für sie. Und sie entschied sich, die katholische Oberschule zu besuchen, denn sie wussten, an ihrer alten Schule hatten sie so einen schlechten Ruf, dass sie in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen würde. Deshalb wollte sie neue Leute kennenlernen. Drei oder vier Monate, nachdem sie gegangen war, schrieb sie mir einen Brief. Als ich den Brief sah, war ich sehr besorgt, was darin stehen möge, besorgt, dass sie vermutlich vom Pfad abgekommen war und mir schrieb, um sich Rat zu holen, weil sie in einer schrecklichen Situation steckte. Aber ich las stattdessen Folgendes: „Ich hoffe, bei dir ist alles in Ordnung. Für mich fügen sich die Dinge in der Bibel allmählich alle zusammen. Durch die Lektüre des Alten Testaments konnte ich sehen, dass Gott sehr viel mehr Anerkennung verdient, als er bekommt. Ich kann sehen, wie er Menschen so viele Chancen gab und wie sie ihm immer wieder das Herz gebrochen haben, indem sie Götzen angebetet und gesündigt haben. Gott wollte, dass die Welt ihm gehört. Gott wollte auch, dass Israel ihm Lämmer und Ziegen und Ochsen und derartige Dinge als Sühneopfer für ihre Sünden darbrachte. Er ist schließlich Gott und musste irgendeine Entschädigung für die schrecklichen Sünden der Menschen erhalten.“

Ich möchte an dieser Stelle nur kurz einwerfen, dass sie, soweit ich weiß, keine Kassette oder Arbeitsbücher hatte; das waren einfach Erkenntnisse aus ihrer Lektüre der Schrift. Sie schreibt weiter: „Es ist unvorstellbar, dass Gott gesprochen hat und in sichtbarer Gegenwart dieser Leute war und sie sich dennoch immer weiter beschwerten und sündigten ... Ich kann die unerträgliche Traurigkeit, die Gott verspürt, wenn ihn jemand ablehnt und ihn nicht verherrlicht, fast am eigenen Leib verspüren.“ Was für ein erstaunlicher Einblick für solch einen neu bekehrten Gläubigen. Er ist Gott, sagte sie, er hat uns geschaffen, er hat uns alles gegeben, wir zweifeln ihn weiterhin an und lehnen ihn ab; es ist schrecklich, wenn ich bedenke, wie sehr ich ihn verletzt habe. Ich hoffe, ich kann das wiedergutmachen. Und dann sagt sie am Ende noch: „Ich habe jetzt eine Schwäche für Gott. Ich kann seine Eifersucht spüren, wenn ich sehe, dass Leute Götzen und andere Götter anbeten. Für mich ist alles vollkommen klar. Gott muss verherrlicht werden, Gott muss angebetet werden, er verdient es, das ist lange überfällig. Ich kann es kaum abwarten, Jesus, und damit indirekt Gott, zu sagen, dass ich ihn liebe, und den Boden zu küssen, auf dem er wandelt, weil er Anbetung verdient. Ich will, dass Gott Gott ist und seinen rechtmäßigen Platz einnimmt, und habe die Nase voll davon, dass die Menschen ihn niedermachen.“ Ist es nicht erstaunlich, dass jemand, der so neu im Glauben ist, vollkommen verstanden hat, was es bedeutet, zur Ehre Gottes zu leben, sodass ihr Schmerzen verspürt, wenn Gott entehrt wird? Hört mir jetzt gut zu. Ich verherrliche Gott, indem ich Jesus als Herrn bekenne, und dann verherrliche ich Gott, indem ich meinen Willen jener Herrschaft unterordne, egal, was es mich kostet, und so, dass ich die Schmerzen empfinde, die Gott verspürt.

Es gibt noch ein drittes Element dieses zweiten Punktes, und das ist folgender. Ihr richtet euer Leben auf die Herrlichkeit Gottes aus – passt jetzt gut auf -, wenn ihr damit zufrieden seid, von anderen Leuten übertroffen zu werden. Haltet euch daran fest. Ihr könnt jemanden, der wirklich zur Ehre Gottes lebt, immer erkennen, weil er damit zufrieden ist, von jemandem übertroffen zu werden, der genau das tut, was er selber macht, nur besser. Das ist schwierig. Wisst ihr, dass jemand gesagt hat, als Satan fiel, landete er auf der Chorempore.  Ich weiß nicht, ob das wahr ist, aber wisst ihr, ab und zu kommt man in einen Chor und jeder will solo singen. Und wenn jemand kein Solo singen darf, dann fangen alle anderen an, sich zu beschweren. „Ich darf nie solo singen …“ Es geht ihnen weniger darum, dass Gott verherrlicht wird, sondern vielmehr darum, dass sie gehört werden. Ich kenne einen Pastor, der so viele Leute hat, die ihn belagern, Solos singen zu dürfen, dass er einmal im Jahr einen Sonntagabend abhält, wo Leute Solos singen können. Und jeder, der singen will, bekommt einen Vers, und sie laufen über die Bühne, singen ihren Vers, und dann kommt der nächste. Es handelt das alles an einem Abend ab.

Das trifft nicht nur auf den Chor oder auf die Leute auf den Bänken zu, sondern auch auf die Leute auf der Kanzel. Ich kann mich an zwei Pastoren erinnern, die einen Wettstreit hatten, wer die meisten Leute in die Sonntagsschule bekommen konnte, und derjenige, der verlor, wurde krank und übergab sich. Er wollte nicht gegen einen anderen Pastor verlieren. Eifersucht spielt auch bei Christen eine Rolle. Wisst ihr, warum? Weil es uns wichtiger ist, wer die Anerkennung bekommt, als dass Gott verherrlicht wird. Wenn ihr euch freuen könnt, dass jemand etwas besser für den Herrn tut als ihr, dann seid ihr auf seine Herrlichkeit fokussiert. Wenn ihr euch freuen könnt, wenn jemand besser predigen kann, wenn jemand besser lehren kann, wenn jemand was auch immer besser tun kann, und es mit größerem Segen tun kann, mit einer größeren Reaktion, dann seid ihr auf seine Herrlichkeit fokussiert. Ich möchte euch eine Illustration dessen geben, die ich für wunderbar halte. Sie findet sich im Philipperbrief, Kapitel 1, und das ist eine fantastische Wahrheit, illustriert im Leben eines wunderbaren Mannes, den wir alle kennen und lieben - der Apostel Paulus.

Damit ihr das ein wenig besser versteht, möchte ich euch an Folgendes erinnern: Als Paulus den Philipperbrief schrieb, war er sehr wahrscheinlich ein Gefangener. Ich kann mich noch erinnern, dass ich vor einigen Jahren im Mamertine Gefängnis in Rom war, was zur damaligen Zeit das Gefängnis war. Paulus war damals sehr wahrscheinlich im Gefängnis. Es gibt einen runden unterirdischen Raum und eine Art Gullydeckel darüber, der angehoben wurde, um die Gefangenen in das Loch hinabzulassen. Und es wurde einfach jede Menge Gefangene dort gehalten, ohne irgendwelche Sanitäranlage, ein unglaublich ekelhafter Ort. An diesem Loch in der Erde führte eine Stahltür vorbei und hinter dieser Stahltür war das Abwassersystem der Stadt. Wenn sich 40 Gefangene dort angesammelt hatten, war es an der Zeit, sie loszuwerden, da sie offensichtlich keinen Platz mehr hatten, sie unterzubringen. Man ertränkte sie also in den Abwässern Roms, spülte ihre Leiber hinaus, schloss die Tür und fing mit einer neuen Gruppe von vorne an. Ein unglaublicher Ort. Das sind vielleicht die Umstände, in denen der Apostel Paulus sich befand, als er schrieb: „Freut euch […] allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“ Aber es waren Umstände wie diese, wo der Apostel Paulus wirklich am Ende war. Ich meine, er hatte all diese herrlichen Jahre hinter sich, großartige Abenteuer erlebt durch die Ausbreitung der Gemeinde in Kleinasien und in Griechenland und das Wunder der Verkündigung auf dem Marshügel in Athen, die großen Errungenschaften in Korinth, die Glückseligkeit der Thessalonicher, die enorme Freude der Beröer, die die Schrift durchforschten, all die Abenteuer auf dem Weg nach Jerusalem und bei den Reisen über das Mittelmeer, der Schiffbruch, die Siege und all die Dinge, die er in seinem Leben erlebt hatte. Dieser Mann blickt auf ein großartiges Leben zurück, aber er ist jetzt quasi auf dem Abstellgleis. Wisst ihr, er ist eigentlich der geistliche Vater, Großvater oder Onkel von jedem, der unter den Heiden gerettet wurde. Er war der Schlüssel. Er gründete Gemeinden in seinem eigenen Land, lange bevor er zum Pastor in Antiochia berufen und von dort aus auf seine Missionsreisen gesandt wurde. Ich meine, er hatte gewaltigen Einfluss, wie kein anderer Mensch, der zu jener Zeit in der heidnischen Welt lebte. Er war jedermanns Held.

Wenn er kam, um zu predigen, konnte er sogar die ganze Nacht lang predigen und die Leute liebten es. Wenn jemand aus dem Fenster stürzte und starb, gingen sie einfach nach unten, erweckten ihn wieder von den Toten, gingen dann nach oben und setzten die Predigt fort. Ich habe jemanden mal daran erinnert, dass Paulus die ganze Nacht lang gepredigt hat; selbst wenn Leute starben, predigte er weiter. Daraufhin sagten sie zu mir: „Nun, wenn du die Toten zum Leben erwecken kannst, darfst du auch länger reden.“ Egal; Paulus wurden von jedem so geliebt, hört jetzt gut zu, dass die Menschen ihn umarmten, wenn er in eine Stadt kam. Als er in Apostelgeschichte 20 die Stadt verließ, fielen die Ältesten aus Ephesus ihm um den Hals, küssten ihn und vergossen Tränen über ihn, weil sie sein Gesicht nicht mehr sehen würden und ihn doch so sehr liebten.

Ich sage euch jetzt mal etwas. In einer Welt zu leben, in der man so sehr akzeptiert, gemocht und geliebt wird, wäre ein überwältigendes Erlebnis, meint ihr nicht? Überwältigend, so geliebt zu werden, so akzeptiert zu werden, jeden Wunsch von den Augen abgelesen zu bekommen, Liebesgaben zu erhalten, wie sie ihm sogar die Philipper sandten. Oh, er wurde sehr geliebt. Aber wisst ihr, was geschah? Er landete langsam auf dem Abstellgleis und eine neue Gattung junger Prediger erschien auf der Bildfläche. Und sie wussten wirklich, wie man die Neugierde der Leute weckte, sie nutzten kleine Nuancen und neue Methoden. Sie hatten das Beste, was Paulus zu bieten hatte, gelernt und ihre Techniken vielleicht ein wenig weiterentwickelt. Sie waren die Scharfschützen des neuen Zeitalters und sie hielten nach Paulus Einzug und jetzt ist Paulus gefangen und kann sich nicht von der Stelle rühren, er hat jegliche Mobilität verloren. Und diese Typen ziehen die Aufmerksamkeit der Massen auf sich und die Leute beginnen, sie zu verehren und sie haben diese alten Kerle, die vorbeigekommen waren, vergessen – die Apostel und Paulus. Das sind Erinnerungen.

Wisst ihr, ich begegne oft so einem alten Mann. Ich kann mich noch erinnern, als ich einmal einen alten Mann Gottes im Mittleren Westen traf, er war 96. Er hatte zwar schon ungefähr 15 Jahre nicht mehr predigen können, aber er hatte von 20 bis ungefähr 81 Jahren gepredigt. Und er saß in der Gemeinde, mit seiner alten Bibel, und hört meiner Predigt zu. Und er zitterte und seine Zähne funktionierten nicht allzu gut; sie klapperten sehr, aber ich weiß nicht, ob er damit sonderlich gut kauen konnte. Niemand wusste, wer er eigentlich war, er war ziemlich unbekannt, trug einen alten schwarzen Anzug und eine Krawatte und hat wahrscheinlich geschwelgt in Erinnerungen an all die herrlichen Tage und Jahre, als er das scheinende Schwert zum Nutzen des Herrn war.

Nun, Paulus war in einer ähnlichen Situation in seinem Leben, sein aktiver Dienst war vorbei. Es sollte nicht mehr lange dauern, bis er seinen Kopf auf dem Hackblock niederlegen und eine Axt in der Sonne blitzen und seinen Kopf von seinem Leib abtrennen würde und dann sollte seine irdische Existenz beendet sein. Und in seinem Gefolge kamen diese jungen Männer; und wie junge Menschen es so oft tun, um sich ihren eigenen Platz an der Sonne zu suchen, kritisieren sie ausnahmslos die Generation vor ihnen. Wisst ihr, diese alten Männer waren nicht wirklich hipp, sie waren nicht auf dem neuesten Stand, sie waren nicht „in“. Und sie sagten Dinge wie: „Nun, Paulus ist ein Gefangener, weil der Herr ihn einfach sanft auf die Reservebank geschoben hat. Er war nicht mehr aktuell, er hat vielleicht Dinge in seinem Leben vermasselt, wir wissen nicht über alles Bescheid, was geschehen ist, und es gibt einen Grund dafür, dass der Herr ihn so eingesperrt hat.“ Deshalb sagt Paulus in Vers 14 über sie: „... und daß die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht.“ Jetzt, wo sie sehen, dass ich gefangen bin, sind einige Leute umso mutiger. Sie sagen, wenn Paulus ein Gefangener für Christus sein kann, können wir das auch. Er ist unser Vorbild, er ist unser Beispiel. Mit anderen Worten gibt es noch Leute, die mir folgen, die noch an mich glauben. Und sie werden mutig, obwohl ich gefangen bin.

Aber in Vers 15 heißt es: „Einige verkündigen zwar Christus auch aus Neid und Streitsucht …“ Was meinst du damit, Paulus? Nun, einige Leute dort draußen verkündigen zwar Christus, aber sie tun es aus Neid. Mit anderen Worten sind sie neidisch darauf, was Gott in meinem Leben getan hat. Sie sind neidisch auf meinen Ruf, auf meine Stellung in der Gemeinde, auf die Liebe, die mir entgegengebracht wird, und deshalb säen sie Zwietracht im Leib Christi, ausgelöst durch ihren Neid. In Vers 16 heißt es: „Diese verkündigen Christus aus Selbstsucht, nicht lauter.“ Sie wollen meinen Fesseln Bedrängnis hinzufügen. Reicht es nicht schon, dass ich gefangen bin? Müssen sie mich noch ins Visier nehmen und mir doppelt wehtun? Könnt ihr euch das vorstellen? Könnt ihr euch vorstellen, dass junge Männer auf der Bildfläche erscheinen und den Apostel Paulus aufs Korn nehmen? Ich schon. Das ist recht einfach für einen jungen Menschen; es ist einfach, zu denken, es drehe sich alles um einen selbst, die alte Generation spiele keine Rolle mehr, was wissen die denn schon? Deshalb erhebt Gott die altehrwürdigen Häupter, deshalb spricht Gott über Älteste, weil diese Dinge wissen, die die jungen Menschen lernen müssen. Sie haben nicht all die Antworten. Je länger ich lebe, desto weniger Gewissheit habe ich, wenn es um die Antwort auf Fragen geht, und desto mehr suche ich die Weisheit der Alten. Aber sie verkündigten Christus und machten Paulus schlecht. Aber welche Einstellung hat er dazu? Ich liebe das in Vers 18: Also? „Was tut es? Jedenfalls wird auf alle Weise“, es ist mir egal, wie sie predigen, „sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch weiterhin freuen.“ Mit anderen Worten sagt Paulus hier Folgendes: „Schaut, wenn Christus verkündigt wird, wen kümmert's dann, was sie über mich sagen?“ Ist das nicht großartig?

Ich sage euch etwas, Leute. Das ist ein Beweis geistlicher Reife. Wenn ihr Jesus als Herrn bekennt, ist das der Anfang. Wenn ihr euch seiner Herrschaft unterordnet, bis zu dem Punkt, wo ihr damit zufrieden seid, Gott die Ehre zu geben, egal, was es euch kostet, wenn ihr beginnt, die Dinge zu spüren, die ihn entehren, und wenn es euch nichts ausmacht, entehrt zu werden, solange Gott geehrt wird, dann richtet ihr euer Leben auf seine Herrlichkeit aus. Und dann seid ihr auf dem richtigen Weg zur Reife. Damit muss es beginnen, mit einem Leben voller gehorsamer Unterordnung unter Christus. Ich möchte euch bitten, gemeinsam mit mir für einen Moment 1. Petrus aufzuschlagen. Vielleicht können wir dies in 1. Petrus 4,14 auf den Punkt bringen. Hört einfach mal auf diesen großartigen Gedanken. Und vergesst nicht, dass Petrus an Gläubige schreibt, die wirkliche Probleme erleben. Ich meine, sie werden verfolgt, sie werden wegen ihres Glaubens verurteilt; es ist schwer, das zu ertragen, was sie ertragen müssen. Sie leiden. Sie werden mit Leuten konfrontiert, die Antworten auf das, woran sie glauben, haben wollen. Vers 14: „Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen!“ Moment mal. Die meisten Christen würde diese Glückseligkeit nicht verspüren. Die meisten Leute würden, wenn sie geschmäht werden, selbst um des Namens Christi willen, zornig werden, reaktionär werden, rachsüchtig, voller Rachegelüste. Das könnt ihr mir nicht antun. Ich habe gesehen, wie Leute im Dienst um Christi Namens willen geschmäht wurden. Ich habe Sportler in Profimannschaften gesehen, die um Christi Namens willen geschmäht wurden. Ich bin von Leuten um Christi Namens willen geschmäht worden. Kann ich sagen, ich bin glücklich, ich bin glücklich? Das ist es, was Petrus hier sagt, ihr solltet glücklich sein. Das ist ein besonderer Segen. Es bedeutet, dass Christus für euch sichtbar genug ist, dass ihr euch für ihn schmähen lassen würdet. Schaut einmal auf das, was er hier sagt: „Denn der Geist der Herrlichkeit, [der Geist] Gottes ruht auf euch.“ Mit anderen Worten, wenn ihr euer Leben so gehorsam dem Willen Gottes unterordnet, dass die Welt diese Art von Leben nicht dulden kann, dann – glaubt mir – ist der Geist der Herrlichkeit in eurem Leben offensichtlich, dann lebt ihr offensichtlich zur Herrlichkeit Gottes. Ist das nicht großartig?

Wenn die Welt euch einfach in den Griff bekommen kann und ihr schwimmt mit dem Strom, dann seid ihr nicht auf Gottes Herrlichkeit ausgerichtet, dann macht ihr keine Fortschritte. In Vers 14 heißt es. „Bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber“, was?, „verherrlicht.“ Er sagt: „Wisst ihr, wenn ihr geschmäht werdet, lästern sie vielleicht.“ Das ist ihre Ansicht. Seine Ansicht ist, dass Gott verherrlicht wird. Und wisst ihr was? Das wird nirgendwo besser illustriert als am Kreuz. Obwohl es danach aussah, als feiere die Hölle Karneval, und Jesus blutete und sie spotteten und spuckten und schmähten, wurde Gott verherrlicht. Denn Jesus selbst betete: „Und nun verherrliche du mich, Vater.“ Und er sah dem Kreuz als Teil dieser Herrlichkeit entgegen. In Johannes 13 sagte er „Ich werde verherrlicht werden“ und bezog sich damit auf das Kreuz. Aber in Vers 15, und das ist wichtig, in 1. Petrus 4,15, heißt es: „Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt.“ Du liebe Güte, wie ist ein Wichtigtuer da bei einem Mörder und einem Dieb und einem Übeltäter gelandet? Aber er sagt eigentlich Folgendes: Schaut, wenn ihr leiden werdet (Vers 16), dann leidet als Christen. „… so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache!“ Ihr solltet froh sein, gemeinsam mit ihm zu leiden, die Schmach Christi zu tragen.

Leute, hört mir zu, so einfach ist das, und ich werde das noch einmal auf den Punkt bringen, bevor wir zum Ende kommen. Wenn ich geistlich wachsen will – und wenn ich nicht geistlich wachsen will, stellt sich die Frage, ob ich wirklich errettet bin. Denn ich denke, eine der Charakteristiken des Lebens ist, dass es reproduziert, dass es reift, dass es sich weiterentwickelt. Wenn ich Jesus als Herrn bekannt habe und erlöst bin, wiedergeboren bin, geistlich lebendig bin, dann will ich jetzt über diesen Punkt hinaus wachsen. Dann richte ich mein Leben auf dieses Wachstum aus, ich konzentriere mich auf dieses Wachstum nicht von dem Standpunkt aus, wie ich wachsen werde, sondern wie Gott verherrlicht wird. Und wenn ich damit zufrieden bin, von anderen übertroffen zu werden, solange Gott verherrlicht wird, wenn ich damit zufrieden bin, Seine eigenen Ängste und Schmach auf mich zu nehmen, wenn ich damit zufrieden bin, zu leiden, koste es was es wolle, dann werde ich in Seiner Herrlichkeit leben. Und das läuft letztendlich einfach auf Folgendes hinaus: Es bedeutet, dass ihr mit dem System auf Kollisionskurs seid. Ihr könnt nicht geistlich wachsen und ein angenehmes Leben in der Welt führen; das geht nicht.

Damit meine ich nicht, dass ihr irgendsoein begriffsstutziger Mensch sein müsst, der nirgendwo reinpasst. Ich meine damit nicht, dass ihr nicht charmant sein sollt. Ich meine damit nicht, dass ihr unausstehlich sein müsst. Ich meine vielmehr, wenn ihr ein christusähnliches Leben führt, werdet ihr die Schmach Christi tragen. Hört mir jetzt gut zu. Wir leben in einer Zeit, in der jeder das Christentum einfach machen will. Die Bibel will das immer schwer machen. Wir leben in einem Zeitalter, in dem jeder das Christentum angenehm machen will. Gott will die Christen tadelnswert machen. Warum? Weil sie konfrontativ sind, weil sie dem System in die Quere kommen, das System bekämpfen, das System gegen sich aufbringen. Seht ihr, das Christentum muss so klar ausgeprägt sein, dass es die Sünde aufzeigt, bevor es eine Lösung bereitstellen kann. Deshalb wollen wir keine billige Gnade, billigen Glauben - liebt Jesus und alles ist in Ordnung. Wir wollen eine böse Welt konfrontieren und müssen Schmach ertragen. Ein Autor drückte es wunderbar aus, und damit möchte ich heute abschließen. Er sagte: „Lasst meine Kerze erlöschen, wenn dadurch die Sonne der Gerechtigkeit aufgeht und Heil unter ihren Flügeln.“

Lasst uns zusammen beten.


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