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Aus der Gnade zu fallen, Teil 1: Die Werke falscher Lehre (German)

Galater 5:1-6 May 19, 1974 de1665

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Wir befassen uns mit Galater 5 und werden Verse 1 bis 12 betrachten. Im Brief an die Galater werden die Thematiken ganz klar abgegrenzt. Es gibt nur zwei Religionen auf der Welt. Oberflächlich betrachtet sieht es so aus, als gäbe es Tausende von Religionen, aber das stimmt nicht. Es gibt nur zwei Religionen. Die Religion der menschlichen Leistung und die Religion göttlicher Gnade. Andere Religionen gibt es nicht. Die Religion menschlicher Leistung kommt unter vielen verschiedenen Namen daher, aber es verbirgt sich immer dasselbe dahinter. Es ist Satans System der Religion. Es ist das System, das besagt, ihr könnt euch selbst aus eigener Kraft erlösen, aufgrund eurer eigenen guten Werke, euerer eigenen Taten.

Im Brief an die Galater wird das unter dem Namen „Beschneidung“ und „mosaischer Legalismus“ beschrieben. Aber diese Religion könnte sich auch hinter jedem anderen Namen verbergen – Mohammedanismus, Buddhismus etc. Es ist alles dasselbe, bis zu den Kleinigkeiten, über die wir uns ärgern, wie die Zeugen Jehovas auf unserer Türschwelle und so weiter. Es ist in Wirklichkeit alles dieselbe Religion. Es ist die Religion menschlicher Leistung. In der gesamten Menschheitsgeschichte hat Gottes Religion göttlicher Gnade im Gegensatz zu Satans Religion der Leistung, der eigenen Bemühungen und der Selbstgerechtigkeit gestanden. Und der Brief an die Galater steigt mitten in diese spezifische Kontroverse ein und löst sie ein für alle Mal. Der Brief an die Galater verteidigt die Lehren göttlicher Gnade fähig und effektiv gegen die Lehren menschlicher Leistung.

Für jeden Menschen, der jemals gelebt hat, läuft die endgültige Errettung auf eine einfache Frage hinaus: Stelle ich meine eigenen Leistungen ins Rampenlicht oder beuge ich mich demütig vor der Gnade Gottes? Das ist die Frage, mit der jeder Mensch konfrontiert ist. Heute wird diese Frage folgendermaßen definiert: Stelle ich meine eigenen Leistungen ins Rampenlicht oder beuge ich mich demütig vor dem Kreuz Jesu Christi? Wie der Apostel Paulus bereits sorgfältig beschrieben hat, ist die Gnade der Religion der Leistung überlegen. Paulus fährt damit fort, selbst zu Beginn des dritten und letzten Abschnittes dieses Buches in Kapitel 5. Das Buch enthält drei Abschnitte, die sich alle mit derselben Frage befassen. Sie alle befassen sich mit der Überlegenheit der Lehren der Gnade gegenüber den Lehren der Werke oder der menschlichen Leistung.

Im ersten Abschnitt haben wir zum Beispiel das historische Argument gesehen, wo Paulus für Gnade argumentiert und gegen das Gesetz, ausgehend von seiner eigenen Erfahrung und dem Zeugnis anderer. Dann, im zweiten Abschnitt, haben wir das theologische Argument gesehen, wo der Apostel Paulus zahlreiche Schriftstellen aus dem Alten Testament anführt, um die Tatsache zu verteidigen, dass Gnade Werken überlegen ist. Und jetzt kommen wir zum dritten Abschnitt, wo wir das moralische Argument finden. Hier appelliert Paulus an die praktischen innerlichen Veränderungen, die durch die Rechtfertigung durch Glauben herbeigeführt werden. Er zeigt also, dass Gnade als Weg zu Gott sowohl historisch als auch lehrmäßig und moralisch oder praktisch an die Stelle von Werken tritt.

Und in Kapitel 5 und 6 findet sich der dritte und letzte Abschnitt. In Kapitel 1 definiert Paulus sein Apostelamt. In Kapitel 2 verteidigte er seine Lehre der Rechtfertigung durch Glauben und in Kapitel 3 wandte er diese Lehre auf das Leben im Alltag an. Und er zeigt uns, dass ein durch den Glauben geprägtes Leben tatsächlich funktioniert. Und das ist ein wirklich wichtiges Argument, nicht wahr? Es ist eine Sache, zu wissen, dass es eine historische Tatsache war. Es ist eine Sache, zu wissen, dass es eine theologische Tatsache ist. Es ist jedoch etwas ganz anderes, zu wissen, dass das funktioniert. Ein Leben, das vom Glauben geprägt ist, funktioniert. Das ist der Inhalt von Kapitel 5 und 6.

In diesem praktischen Abschnitt betont Paulus den Dienst des Heiligen Geistes. Und der Grund dafür, dass er den Dienst des Heiligen Geistes betont, ist, dass der Heilige Geist dafür sorgt, dass ein vom Glauben geprägtes Leben funktioniert. Ein vom Glauben geprägtes Leben würde nicht besser funktionieren als ein Leben nach dem Gesetz oder ein legalistisches Leben, wenn der in uns wohnende Heilige Geist uns nicht dazu befähigen würde. Und deshalb betont er in Kapitel 5 und 6, besonders in Kapitel 5, den Dienst des Heiligen Geistes und ruft alle Menschen dazu auf, sich der Kontrolle des Heiligen Geistes zu ergeben.

Ich möchte euch das nur einmal illustrieren. Betrachtet einmal Vers 5: „Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.“ Vers 16: „Wandelt im Geist.“ Vers 18: „Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ Vers 25: „Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.“ Schon allein anhand dieser einfachen Bemerkungen sehen wir, dass der Schwerpunkt in Kapitel 5 auf dem Heiligen Geist liegt. Unser Leben des Glaubens in Gnade funktioniert nur, wenn die Macht des Heiligen Geistes in uns wirkt. Wir kommen zu diesem praktischen Abschnitt, der uns zeigt, wie man ein vom Glauben geprägtes Leben in die Tat umsetzt, wie man ein Leben der Gnade mithilfe der Energie des Heiligen Geistes in die Tat umsetzt.  Und das wird ein großartiges Argument für Rechtfertigung aus Glauben, denn wenn Rechtfertigung aus Glauben wirklich funktioniert, ist das ein erheblicher Beweis zugunsten dieser Aussage.

Paulus beginnt mit einer sehr schlagkräftigen Ermahnung an die Galater, ihre Freiheit in Christus nicht aufzugeben, sondern fest darin zu stehen. Sie hatten diese Freiheit erlebt. Sie waren in Jesus Christus freigesetzt worden und dann kamen die Judaisierer und versuchten, sie wieder zu verknechten. Durch die Knechtschaft des Legalismus, und ganz am Anfang von Kapitel 5 fleht Paulus sie an, das nicht zu tun. Kehrt nicht zur Knechtschaft des Legalismus zurück.

Lasst uns Vers 1 betrachten. Das müssen wir sehr sorgfältig tun und wir werden das als eine Art Einleitung verwenden und dann zu unserer Beschreibung ab Vers 2 übergehen. Vers 1: . „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen.“ Die Übersetzung des ersten Teils direkt aus dem Griechischen würde wie folgt lauten: „Für Freiheit hat Christus uns befreit.“ „Für Freiheit hat Christus uns befreit.“

Paulus sagt hier, dass Christus uns befreit hat, damit wir freie Menschen sind. Er hat uns nicht befreit, damit wir wieder in Knechtschaft leben. Er hat uns befreit, damit wir frei sind. Ihr fragt jetzt, ob die Galater denn Heiden in Knechtschaft waren? Gewiss, sie unterstanden der Knechtschaft eines Rechtssystems. Es war nicht das mosaische System, aber es war ein Rechtssystem, dessen Knechte sie waren. Aber als Christus sie befreite, hat er sie befreit, damit sie frei wären. Nicht, damit sie sich wieder in Knechtschaft begeben. Das ist es, was er hier am Anfang des Verses sagt.

Unser früheres Leben war Sklaverei. Jesus Christus war unser Befreier. Die Bekehrung war der Akt der Emanzipation und das christliche Leben ist das Leben eines freien Menschen. Und diese Freiheit, wie im Galaterbrief ausgedrückt, ist die Freiheit vom Gesetz, die Freiheit vom Gesetz. Es ist die Freiheit vom [schlechten] Gewissen. Die Freiheit von der Tyrannei des Rechtssystems. Die Freiheit von dem schrecklichen Frust und dem Druck, das Gesetz einzuhalten, wenn ihr das nicht könnt. Die Freiheit von dem schrecklichen Druck, der dadurch entsteht, dass ihr versucht, Dinge zu tun, die Gottes Gunst erwirken sollen. Es ist die Freiheit, vollkommen von Gott akzeptiert zu werden und das zu wissen –einfach aufgrund dessen, was Christus getan hat.

Freiheit von dem sehr niederdrückenden Bewusstsein, dass wir das Gesetz nicht einhalten können, ist gewaltige Freiheit. Und das ist es, was wir in Christus erhalten. Aber ich möchte dem noch schnell hinzufügen, dass Freiheit mehr als nur eine negative Sache ist. Es geht nicht nur um das Konzept, unter Druck zu stehen oder nicht das Gesetz einhalten zu müssen oder irgendetwas anderes nicht tun zu müssen. Es ist gleichzeitig eine positive Gabe. Freiheit bedeutet nicht nur, nicht im Gefängnis zu sein, sondern hat alle möglichen positiven Seiten. In Römer 8 sehen wir sogar – und im gesamten Kapitel 7 des Römerbriefs und sogar in Kapitel 6 -, dass der Mensch dort als eine Art Sklave beschrieben wird. Insbesondere in Kapitel 6 war er ein Sklave der Sünde. Aber in Kapitel 8 wird er befreit und wir sehen plötzlich, dass Gott durch den Geist das tun konnte, was durch das Gesetz nicht möglich war.

Während der Mensch im Rahmen des Rechtssystems Gott nie wohlgefällig sein könnte und nie das tun konnte, was Gott gefällt, Gottes Gesetz nie wirklich erfüllen könnte, hat der Mensch jetzt durch den Heiligen Geist, der ihm innewohnt, die Fähigkeit, diese Dinge zu tun. Es bedeutet also nicht nur, nicht mehr dem Gesetz zu unterstehen, sondern auch, das Gesetz dank der Energie des Heiligen Geistes zu erfüllen. Und wir blicken hier nur kurz auf einige Dinge zurück. Im positiven Sinne ist Freiheit, wie Paulus sie sieht, also der Zustand, in dem eine Person im Geist wandelt und lebt. Unsere Freiheit besteht darin, im Geist zu wandeln und zu leben.

Später sagt er im Galaterbrief, dass dies die Frucht des Geistes hervorbringt. In Kapitel 5 sagt er außerdem, es bedeutet, den Willen Gottes freudig zu tun. Und in Kapitel 6 sagt er, es bedeutet, das Gesetz Christi zu erfüllen. Freiheit in Christus bedeutet also nicht nur, nicht mehr dem Gesetz zu unterstehen, sondern auch eine völlig neue Fähigkeit zu haben, all das zu tun, was Gott von euch erwartet, und zwar dank der Kraft des Heiligen Geistes in euch - das ist Freiheit. Freiheit, das moralische Gesetz einzuhalten – nicht aufgrund externer Zwänge, sondern aufgrund einer inneren Kraft. Der Geist befähigt uns, das zu tun, was Druck von außen nie bewirken konnte, bevor wir Christus kannten.

Jetzt achtet noch einmal auf Vers 1. In der Übersetzung, die wir euch gegeben haben, hat Christus uns befreit, damit wir frei sind. Das ist es, was er hier sagt. Wir sollten hier auch beachten, dass es Christus war, der uns befreit hat. Es ist nicht unser eigenes Verdienst. Es ist nicht unser eigenes Werk. Er selbst hat das getan, indem er ein Fluch um unser willen wurde. In Kapitel 3,13 heißt es: „Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen.“

Christus hat einen hohen Preis bezahlt – er hat sich selbst geopfert, um uns zu befreien. Wäre es nicht lächerlich, wenn Christus uns befreite, nur damit wir dann wieder Knechte werden? Wisst ihr, dass es manche Christen gibt, die in schrecklicher legalistischer Knechtschaft leben? Und dieser Vers ist an sie gerichtet. Wäre es nicht lächerlich, wenn Christus euch aus eurer Zelle freilässt, nur um euch in eine andere Zelle zu stecken? Nein, das ist keine Freiheit, das ist einfach ein Transfer. Ihr wurdet befreit. Ein Mensch unter dem Gesetz hatte nicht mehr Freiheit als ein Kind unter einem Tutor und einem Vormund. Nicht alt genug, um unabhängig und alleine zu handeln. Er unterstand ständig irgendwelchen Einschränkungen, gab immer Befehle, und so ist es mit Menschen unter dem Gesetz.

Aber wenn ein Mensch erst einmal zu Christus kommt, so sagte Paulus im Galaterbrief, dann wird er ein reifer Mensch. Er wird ein erwachsener Sohn. Der Heilige Geist wohnt in ihm. Er ist ein freier Mensch. Er ist nicht mehr durch externe Zwänge gefesselt. Er ist frei im Geist, gemäß seiner Reife und Freiheit zu handeln. Und diese Leute waren bereits befreit worden, sie waren bereits befreit worden, es gab keinen erdenklichen Grund, sich dem zeremoniellen Gesetz von Moses zu unterstellen. Es gab keinen erdenklichen Grund, sich den israelischen Ritualen zu unterstellen. All das hatten sie abgelegt. Sie waren befreit worden und dennoch legen sie hier wieder die Zwangsjacke des Legalismus an.

Ich möchte euch noch eine weitere Illustration geben, die vielleicht hilfreich sein könnte. Der Grund dafür, dass wir Menschen ins Gefängnis stecken, ist der, dass es ihnen an externen Zwängen mangelt, die sie davon abhalten, Straftaten zu begehen. Wir stecken Leute ins Gefängnis, weil wir sie externen Kontrollen unterwerfen müssen, da sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu kontrollieren, nicht wahr? Wir sagen zu solchen Leuten, sie müssen institutionalisiert werden. Was bedeutet das? Wir müssen einen solchen Menschen in ein Umfeld stecken, aus dem er nicht herauskommt. Warum? Weil er sich selbst aus eigener Kraft nicht kontrollieren kann.

Mit anderen Worten tut ein solcher Mensch Böses. Er tut gesetzeswidrige Dinge. Er tut schädliche Dinge. Nun, dasselbe gilt für einen Menschen, der in eine psychiatrische Heilanstalt eingewiesen wird. Kranke Menschen. Sie werden dort eingewiesen, weil sie nicht in der Lage sind, sich aus eigener Kraft zu kontrollieren, deshalb tun wir das für sie. Genau das tut das Gesetz. Das Gesetz ist wie ein Gefängnis. Es errichtet Mauern für Menschen, weil sie selbst nicht in der Lage sind, sich innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu steuern.

Wenn jemand Christ wird, bedeutet das nicht, dass er plötzlich frei ist, Straftaten zu begehen. Es bedeutet, dass er jetzt fähig ist, seine Zelle zu verlassen und dennoch innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu wandeln, aber ohne eingesperrt zu sein, sondern durch die innere Zurückhaltung, die uns durch den Dienst des Heiligen Geistes auferlegt wird. Seht ihr das? Das ist Freiheit. Es ist die Freiheit, nicht durch Regeln gefesselt zu sein, sondern frei zu sein, im Geist zu wandeln, und wie er später sagt, werdet ihr, wenn ihr im Geist wandelt, die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Es geht also nicht um Grenzen oder Mauern. Im Alten Testament brauchten sie Mauern und sie waren alle im Gefängnis, weil es keine innere Kraft gab. Wir wurden also befreit und der Geist Gottes ist es, der uns kontrolliert. Wenn ich mich einem Rechtssystem unterstelle, kehre ich in eine Zelle zurück und komme wieder an den Punkt, wo man dieses und jenes nicht tut und ich werde nie XYZ tun und diese oder jenes ist eine Insider-Sache, wir tun dies und das und das sind die Regeln und du solltest sie lieber einhalten, sonst wirst du nicht errettet. Entweder tut ihr das, oder … Damit habt ihr einfach die Notwendigkeit des Heiligen Geistes eliminiert, nicht wahr?

Ihr habt effektiv gesagt, ich werde innerhalb meiner kleinen Mauern leben, ihr habt eure interne Kontrolle abgegeben und euch für externe Kontrolle entschieden. Das bedeutet, sich in Knechtschaft zu begeben. Wisst ihr, was christliche Freiheit ist? Es ist die Freiheit, der Führung des Geistes in meinem Leben zu folgen, unabhängig von irgendwelchen externen Kontrollen. Die Regeln haben sich nicht verändert. Gottes Moral hat sich nicht verändert, aber ich werde nicht extern davon eingeschränkt. Das wird von innen hervorgebracht durch den Heiligen Geist. Nun, ich hoffe, das hilft euch, das wenigstens ein bisschen zu verstehen.

 

Aber was ist mit diesen Galatern geschehen? Sie hatten ihre Errettung anerkannt und sie kam aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus. Der Heilige Geist nimmt also seinen Platz ein und beginnt sein Werk. Und er wird sie von innen heraus leiten. Er wird ihr Verhalten ändern. Sie haben ihr Gefängnis verlassen. Sie brauchen keine Mauern mehr, sie haben innere Kontrollen. Sie haben sich innerlich unter Kontrolle. Und was haben sie getan? Sie haben den Heiligen Geist in ihrem Inneren. Sie machen eine Kehrtwende, gehen direkt zurück in die Zelle, in der sie nicht einmal sein müssten, und beschränken den Heiligen Geist dadurch auf ihre Zelle.

Und das ist es, was Paulus hier sagt. Christus hat euch befreit, damit ihr frei seid. Laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Ihr glaubt doch nicht, dass er all das auf sich genommen hat, um euch zu befreien, damit ihr einen Flur entlang geht, direkt in eine andere Zelle? Damit habt ihr lediglich den Heiligen Geist erstickt. Das spezielle Joch der Knechtschaft, dem die Heiden zu diesem Zeitpunkt unterstanden oder auf das ihre Aufmerksamkeit zumindest gelenkt wurde, war die Beschneidung – weil die Judaisierer, die Lehrer, die in Galatien angekommen waren, ihnen sagten, sie müssten beschnitten werden, damit Gott sie wirklich akzeptiert. Dass Gott nur Juden akzeptiert oder jene, die das Zeichen des Bundes aufwiesen. Und Beschneidung war das Zeichen des Bundes. Wenn ihr nicht das Zeichen des Bundes aufweisen konntet, wurdet ihr nicht von Gott akzeptiert.

Deshalb erzählten sie all diesen Heiden, sie müssten sich beschneiden lassen, und das war gleichbedeutend damit, sie wieder in eine Zelle zu führen. Nachdem sie einen Ritualismus entkommen waren, würden sie sich jetzt gleich einem anderen anschließen? Ehrlich gesagt glaube ich jedoch, dass es in gewisser Weise leichter ist, in einer Zelle zu leben, als eure Freiheit zu nutzen, meint ihr nicht? Meint ihr nicht auch? Ich meine, wenn ihr in einer Zelle wärt, wärt ihr wahrscheinlich ein recht guter Mensch.

Ich meine, ihr wärt einfach eingesperrt und dort abgeschottet. Ihr könntet dort nicht viel anstellen. Das ist leichter. Es ist leichter, innerhalb der Schranken eines Gefängnisses als Sklave zu leben, als eure vom Geist geleitete Freiheit korrekt zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist Israel in der Wüste. Sie wollten raus aus der Wüste. Sie wollten das gelobte Land vergessen und wohin zurück? Nach Ägypten. Es war viel einfacher, ein Sklave in Ägypten zu sein, als ihre Freiheit eigenständig zu leben.

Und es gibt Menschen, die es einfach lieber haben, wenn jemand anders die Spielregeln festlegt. Sie sind dem Heiligen Geist nicht hinreichend ergeben, um ihr eigenes Leben zu führen, deshalb müssen sie im Rahmen der externen Zwänge eines Dritten leben. Darum geht es in diesen Versen. Christentum ist Freiheit, nicht Sklaverei. Es ist nicht die Freiheit, Böses zu tun. Es ist die Freiheit, Gutes aufgrund einer inneren Kraft statt äußerer Zwänge zu tun. Paulus greift dann ganz spezifisch das Joch an, von dem die Galater bedroht wurden – Selbstgerechtigkeit, fleischliche Werke, Religion. Und das ist ebenso verdammenswert wie jede Art von Animismus von Ureinwohnern. Es ist ebenso verdammenswert wie Teufelsanbetung. Es ist ebenso verdammenswert wie der schlimmste Okkultismus, den ihr euch vorstellen könnt, selbst wenn es sich hinter dem ausgeklügelten Titel „Judaismus“ verbirgt.

In diesem Fall war die Religion der eigenen Bemühungen, die Religion der Werke, die Religion der menschlichen Leistung mit Judaismus und Beschneidung assoziiert. Paulus appelliert in Vers 1 an sie und untermauert diesen Appell in Versen 2-12. Mit den Versen 2-6 beschäftigen wir uns heute Abend und mit 7-12 werden wir uns nächstes Mal befassen. Der Abschnitt ist in zwei Hälften unterteilt. Passt jetzt gut auf, wie Paulus an die Galater appelliert und dann seinen Angriff gegen die Irrlehren der Judaisierer beginnt. Das ist in zwei Teile unterteilt. In Versen 2-6 greift er falsche Lehren an. Und in Versen 7-12 greift er die Verbreiter der falschen Lehren an. Wir könnten also sagen, dass Verse 2-6 die Werke falscher Lehren sind. Und Verse 7-12 sind die Werke falscher Lehrer. Paulus greift also nicht nur ihre Lehre an, sondern auch sie selbst. Er diskutiert das Wesen falscher Lehren und dann den Charakter falscher Lehrer.

Dieses Mal werden wir uns mit falschen Lehren befassen und nächstes Mal mit falschen Lehrern. Also gut, lasst uns Verse 2-6, die Werke falscher Lehren, betrachten. Die falsche Lehre besagte Folgendes: Die falsche Lehre der Judaisierer –und es ist dasselbe mit jedem System, das auf Werken beruht -, besagte in diesem Fall, dass Christen beschnitten werden mussten, damit Gott sie akzeptiert. Ihr sagt jetzt: „Na gut, das ist ja nur eine Kleinigkeit, es ist nur ein kleiner chirurgischer Eingriff. Warum solch ein Theater machen? Außerdem halten viele Ärzte eine Beschneidung für sehr hygienisch. Warum so viel Theater darum machen?“

Nun, Paulus hat in diesem Fall viel Theater gemacht. Im Fall der Heiden, weil die falschen Lehrer die Beschneidung forcierten – nicht aus Gründen der Hygiene oder weil es ein zeremonielles Ritual war, was er im Fall von Timotheus duldete, sondern er duldete es deshalb nicht, weil es in den Augen der Judaisierer ein Akt war, der Errettung brachte. Ich bin mir sicher, er hatte nichts gegen eine Beschneidung aus gesundheitlichen Gründen. Er hätte nicht einmal etwas dagegen gehabt, wenn es ein Jude gewesen wäre, der sich beschneiden lassen wollte, damit er auf diese Weise ein besseres Zeugnis vor Seinesgleichen ablegen konnte. Aus diesem Grund hat er sich bei Timotheus darum gekümmert. Aber er hatte etwas dagegen, er war sehr dagegen, wenn jemand das als Akt der Errettung ins Spiel brachte. Das stand stellvertretend für eine besondere Form der Religion, die er hasste und die Gott hasste, und das war die Religion der menschlichen Leistung. Die Religion guter Werke. Errettung, die vom Legalismus abgeleitet wird.

Sie sagten effektiv, dass der Glaube an Christus nicht ausreiche, um sie zu erlösen. Dass Moses den Anfang gemacht hatte, Christus das fortsetze und man es selber vollenden müsste – Legalismus. Paulus zählt hier vier Dinge auf, die die Lehre der Errettung durch Werke produziert. Und wir werden diese Dinge betrachten. Vier Folgen der Lehre der Errettung durch Beschneidung. Errettung durch Werke. Sie sind wirklich wichtig. Erstens: „Christus [wird euch]“, was?, „nichts nützen.“ Vers 2: „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird euch Christus nichts nützen.“

Ihr habt sicherlich bemerkt, dass er das als klare Aussage seiner apostolischen Autorität einführt. „Seht, kein Geringerer als ich, Paulus, sagt zu euch …“ Und es könnte sein, dass er seine apostolische Autorität hier etabliert, indem er seinen Namen verwendet. Es gibt noch einen weiteren Gedanken. Mit den Worten „Ich, Paulus“ bringt er vielleicht auch seine Herkunft als Jude zum Ausdruck. Mit anderen Worten sagt er, selbst ich, ein beschnittener Jude, stolz auf mein Erbe, stolz auf meine Traditionen, sage euch, dass Beschneidung nutzlos ist und dass Christus dadurch sogar unnütz wird für euch. Selbst dieser jüdische Patriot, dieser Apostel, sieht, wie unwichtig Beschneidung ist. Und deshalb versetzt er seine Leser in Vers 2 in ein Dilemma. Hier ist das Dilemma. Ihr könnt zwischen der Beschneidung und Christus wählen – eins von beidem, nicht beides.

Auf dieser Grundlage könnt ihr alles oder nichts wählen. Der Glaube eines Menschen beruht entweder völlig auf Christus oder ganz und gar nicht. Um dies zu verdeutlichen, präsentiert Paulus in Versen 2-4 eine hypothetische Situation. Und wir wissen aufgrund der Verwendung des Wortes „wenn“, dass es sich um eine hypothetische Situation handelt. „Wenn ihr euch beschneiden laßt“ – hier geht es eigentlich darum, falls ihr euch beschneiden lassen solltet. Er spricht hier nicht zu Leuten, die bereits beschnitten sind. Seine Zuhörer sind noch nicht beschnitten, aber sie stehen kurz davor. Sie haben bereits mit dem Gedanken gespielt, sich dem Judaismus angenähert. Ich meine, sie haben in Gedanken bereits mit den Informationen des Judaismus gespielt. Ihr fragt: „Woher weißt du das?“  Nun, das wird aus Kapitel 4,10 deutlich.

Er sagt dort: „Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre.“ Mit anderen Worten haben sie euch bereits wieder den Kram des judaistischen Kalenders aufgeschwatzt. Sie haben euch bereits wieder in all die Zeremonien zurückgeholt. Jetzt sagt er, wenn ihr noch weiter geht und euch beschneiden lasst – und das impliziert, dass sie noch nicht beschnitten sind, dass es Theorie ist, dass sie es erwägen, aber noch nicht getan haben. Paulus sagt nicht, dass sie bereits beschnitten sind. Er sagt, falls ihr euch beschneiden lassen solltet. In manchen Dingen haben sie sich bereits den Judaisierern unterworfen; es bestand die Gefahr, dass sie sich auch der Beschneidung unterwerfen würden und ihre Religion auf die Religion menschlicher Leistungen, auf Rituale, reduzieren würden. Wenn sie die Beschneidung akzeptieren, weil sie sie für notwendig halten, um errettet zu werden, werden sie Christus einbüßen.

Es gibt einen Vers, Römer 11,6, der uns meiner Meinung nach helfen wird, das zu verstehen. Hört mir einfach zu. „Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.“ Habt ihr das verstanden? Ich lese euch das noch einmal vor. „Wenn aber aus Gnade“, und er redet hier von Errettung, Gottes Erwählung zum Heil, „wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.“ Wenn ihr der Gnade Werke hinzufügt, was bekommt ihr dann? Werke, nicht Gnade.

Wenn sie also die Beschneidung akzeptieren, selbst in der Annahme, die Errettung sei zu 99% das Werk Christi und zu 1% Beschneidung, dann büßen sie Christus ein. Wenn man Christus etwas hinzufügt, verdrängt man ihn. Jetzt spricht Paulus lehrmäßig. Er will zeigen, dass Glaube oder Gnade plus Werke oder Gesetz nicht zusammenpassen. Was er hier buchstäblich in Vers 2 sagt, ist, dass Christus euch nichts nützen wird. Das ist ziemlich starker Tobak, denn diese Leute hatten durchaus von Christus gehört. Sie hatten Kontakt mit der Person bzw. den Lehren Christi gehabt. Viele von ihnen hatten an Christus geglaubt. Manche von ihnen standen kurz davor, an Christus zu glauben. Und er sagt, das könnt ihr ebenso vergessen. Wenn ihr Beschneidung in irgendeinem Sinn als Teil eurer Errettung akzeptiert, ist Christus für euch vollkommen nutzlos.

Das ist ein grundlegendes Element der Lehre des Heils. Es ist unmöglich, Christus zu empfangen – passt jetzt gut auf – es ist unmöglich, Christus zu empfangen und dadurch anzuerkennen, dass ihr euch nicht selbst retten könnt, und dann eine Kehrtwende zu machen, sich beschneiden zu lassen und anzuerkennen, dass man aus eigener Kraft errettet werden kann. Man kann die beiden nicht miteinander kombinieren. Ihr müsst euch entscheiden zwischen einer Religion des Gesetzes und einer Religion der Gnade. Zwischen Christus und der Beschneidung. Und wenn ihr Christ seid, müsst ihr euch entscheiden zwischen einem Leben der Knechtschaft oder einem Leben der Freiheit. Das bedeutet, wenn ihr ein legalistisches Leben führt, lebt ihr nach dem Fleisch. Ihr errichtet externe Mauern, fleischliche Mauern – oder ihr könnt ein Leben des Geistes führen.

Wenn ihr Christus irgendetwas hinzufügt, sagt er, dann verliert ihr Christus. Errettung ist in ihm allein. Und jeder Mensch, der sich der Beschneidung unterwirft zum Zweck der Rechtfertigung oder der glaubt, dass er durch gewisse Werke, die er verrichtet, errettet wird, oder der glaubt, dass er durch die Einhaltung eines freien Tages pro Woche oder durch eine gewisse Menge an Missionarsarbeit oder was auch immer errettet wird, der in irgendeiner Weise daran glaubt und irgendwie das Gesetz fürchtet oder auch nur im geringsten nicht an die absolute Hinlänglichkeit der Gnade glaubt, wird nie in der Lage sein, durch das, woran er nicht glaubt, errettet zu werden.

Wenn ein Mensch nicht glaubt, dass das gesamte Heil ausschließlich von Christus kommt, kann er nicht durch das, woran er nicht glaubt, gerettet werden. Das Heil, das Christus uns bietet, kann nichts wert sein, wenn ihr nicht voll und ganz darauf vertraut. Die Galater waren noch nicht an diesem Punkt angekommen, aber es war auf jeden Fall notwendig, die Dinge ins rechte Licht zu rücken, denn es gab sehr viele Juden, die sich daran festklammerten. Paulus hätte dabei durchaus seinen eigenen Brief an die Römer im Sinn haben können, insbesondere Kapitel 9, wo er ein Porträt Israels zeichnet, in dem dieses Konzept enthalten ist. Römer 9,30: „Was wollen wir nun sagen? Daß Heiden, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, und zwar die Gerechtigkeit aus Glauben?“

Ihr wisst, dass jeder nach Gerechtigkeit suchte, Juden ebenso wie Heiden. Und Paulus sagt: „Wisst ihr, wer sie gefunden hat? Die Heiden.“ Ich vermute, wenn man die beiden miteinander vergleichen würde, würden wir wahrscheinlich sagen, dass die Juden intensiver danach suchten. Die Heiden haben sie gefunden. Warum? „Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, [hat] das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht. Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes“, versteht ihr das? Deshalb haben viele Juden, die nach der Gerechtigkeit strebten, die sie wollten, nie Gerechtigkeit gefunden, weil sie versuchten, Selbstgerechtigkeit zu finden. Und die Heiden, die einfach so herumwanderten, wurden zum Fest eingeladen, nicht wahr? Sie kamen durch Glauben zur Gerechtigkeit.

Zuerst sagt er also, falsche Lehre, die falsche Lehre menschlicher Leistung, macht Christus für euch nutzlos. Dann könnte er ebenso nie gestorben sein. Auch wenn ihr zu 99 % daran glaubt, dass Christus in eurem Namen gehandelt hat, und zu 1 % an irgendein eigenes Werk, seid ihr disqualifiziert. Dann könnte Christus ebensogut gar nichts getan haben, nie existiert haben und nie gelebt haben. Dann nützt er euch gar nichts. Dann nützt er euch gar nichts. All sein Opfer am Kreuz ist absolut sinnentleert, absolut bedeutungslos, wenn ihr auf irgendein Werk vertraut, das ihr irgendwann einmal verrichtet habt, um euch zu erretten. Die Rettung kommt allein aus Gnade, ausschließlich aus Gnade. Wenn ihr nur ein einziges Werk hinzufügt, ist Gnade keine Gnade mehr. Dann habt ihr sie zerstört und das gnädige Werk Christi zerstört. Das ist also ziemlich starker Tobak, was er hier sagt. Er fährt mit seinem Vergleich fort und zeigt die absolute Gegensätzlichkeit zwischen Gnade und Gesetz.

Okay, lasst uns jetzt zum zweiten Punkt kommen. Die erste Konsequenz der Lehre der Leistung ist, dass Christus euch nichts nützt. Die zweite findet sich in Vers 3, „daß er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.“ Meine Güte, das ist wirklich schwer. Er sagt in Vers 3: „Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden läßt …“ Jedem Menschen buchstäblich, jedem Menschen, der es zulässt, dass er beschnitten wird – so wird es im Griechischen wiedergegeben. Jeder Mensch, der sich beschneiden lässt. Wenn ihr das tut, müsst ihr auch noch etwas anderes tun. Dann seid ihr verpflichtet, was zu tun? Das ganze Gesetz zu halten. Leute, wenn ihr nach dem Gesetz leben wollt, müsst ihr nach dem ganzen Gesetz leben. Ein Schnitzer und ihr seid erledigt.

Ganz schön heftig, oder? Er sagt: „Ich bezeuge“, ein interessantes Wort, martyromai, das nicht einfach mit „bezeugen“ übersetzt werden sollte. Das wird dem Konzept, das sich dahinter verbirgt, nicht wirklich gerecht. Es sollte mit „ich protestiere/ich beteuere“ übersetzt werden. Eine starke Aussage. Ich protestiere/ich beteuere, schaut euch das noch einmal an, ihr alle. Vielleicht soll „nochmals“ einfach bedeuten, dass er bereits in Vers 2 darauf hingewiesen hat. Ich sage es nochmals in Vers 3. Es könnte auch bedeuten, ich protestiere oder ich beteuere es nochmals, wie ich es euch gegenüber bereits in der Vergangenheit getan habe. Es geht also entweder um einen früheren Vers oder einen früheren Anlass, aber was auch immer es ist, er sagt: „Ich beteuere, dass jeder, der sich beschneiden lässt, verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.“

Mit anderen Worten, wenn ihr Gnade eliminiert, dann gibt es nur eine Sache, unter der ihr leben könnt. Was ist das? Das Gesetz. Und der einzige Weg, durch das Gesetz gerechtfertigt zu werden, ist welcher? Das ganze Gesetz einzuhalten. Meine Güte, damit will ich nichts zu tun haben, ihr etwa? Damit will ich nichts zu tun haben. Ich akzeptiere einfach die Tatsache, dass Gott mich geliebt hat und mich aus reiner Gnade erlöst hat. Ich tue nicht eine einzige Sache, um dem etwas hinzuzufügen, und ich habe Todesangst davor, zu versuchen, auch nur eine Sache zu tun, um etwas zu meinem Heil hinzuzufügen. Dann bin ich aus der Gnade gefallen und unterstehe dem Gesetz und bin verdammt, weil ich es nicht einhalten kann. Nein danke. Ziemlich überzeugendes Argument, oder?

Diejenigen, die versuchen, das Gesetz einzuhalten, haben echte Schwierigkeiten, glaubt mir. Erinnert ihr euch an den Vers in Jakobus 2,10? „Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.“ Könnt ihr euch einen treuen Juden vorstellen, der sein ganzes Leben lang versucht hat, das Gesetz einzuhalten, der gearbeitet und sich abgemüht hat, und plötzlich, hypothetisch, mit 67 Jahren alles vermasselt hat? Das ist eine ziemlich schreckliche Sache. Das könnte nie passieren, denn er hätte es bereits mindestens 66 Jahre vorher vermasselt. In Galater 3,10 heißt es: „Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch.“

Wenn ihr unter dem Gesetz seid, seid ihr unter dem Fluch. Warum? „Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun.“ Jeder unter dem Gesetz ist verflucht, weil niemand, der unter dem Gesetz lebt, es einhalten kann. Wenn ihr gute Werke tun wollt, um zu Gott zu kommen, seid ihr unter dem System der guten Werke. Dann müsst ihr sichergehen, dass ihr nichts weiter tut als gute Werke. Wenn ihr jemals etwas tut, außer gute Werke zu verrichten, seid ihr verflucht. Wenn ihr also Gnade für solch ein Leben eintauschen wollt, dann bitte schön. Paulus warnt hier also, dass die falsche Lehre Christus nutzlos macht. Christus bedeutet gar nichts. Das unterwirft sie der Knechtschaft des gesamten Rechtssystems. Ihr könnt nicht ein Gebot brechen und dann vom Gesetz errettet werden. Dann nennt er ihnen eine dritte Konsequenz.

Eine dritte Konsequenz der falschen Lehre ist, dass ihr aus der Gnade gefallen seid. Ihr seid aus der Gnade gefallen. Vers 4: „Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.“ Manche Leute haben diesen Vers gelesen, in dem es darum geht, aus der Gnade gefallen zu sein, und haben ein wenig Panik bekommen, weil sie ihr Leben lang gelernt haben, dass die Lehre der Sicherheit sagt, wenn ich zu Jesus Christus komme und durch Glauben gerechtfertigt werde, gilt das für immer. Deshalb werden sie nervös, wenn es darum geht, aus der Gnade gefallen zu sein. Und manche Leute sagen, das lehrt, dass man sein Heil verlieren kann.

Meine Lieben, dieser ganze Text hier hat absolut nichts mit Sicherheit zu tun. Er hat mit dem Kontrast zwischen dem Gesetz und Gnade zu tun. Was er hier in Wirklichkeit in sehr allgemeinem Sinne sagt, ist, wenn ihr versucht, das Gesetz mit Gnade zu kombinieren, seid ihr vom Prinzip der Gnade abgefallen. Und er spricht hier in allgemeinen theologischen Begriffen. Es geht hier nicht um die Sicherheit des Gläubigen. Diese Thematik wird in vielen anderen Textstellen behandelt. Das ist sehr wichtiges Thema und es wird detailliert an vielen Stellen im Wort Gottes behandelt. Aber nicht hier. Darum geht es hier nicht. Hier sagt er, man kann das Gesetz nicht mit Gnade kombinieren. Wenn ihr das versucht, habt ihr die Gnade eliminiert. Versteht ihr das?

Wenn ihr euch bis zur Gnade hocharbeitet und sagt, es hängt alles von Gnade ab und dann plötzlich das Gesetz hinzufügt, dann seid ihr vom Prinzip der Gnade abgefallen. Und dann seid ihr dem Gesetz verfallen. Wenn ihr Werke einschließt, fallt ihr vom Konzept der Gnade ab. Dann habt ihr die Gnade und deren Bedeutung losgelassen. Wenn ein Mensch an Errettung durch Werke glaubt, ist er losgelöst. Er ist losgelöst und Christus ist für euch nutzlos geworden. Das könnte auf verschiedene Weisen übersetzt werden. Man könnte es mit „losgelöst von Christus“ übersetzten. „Ihr habt Christus verloren“ (Luther 1984) oder auch „Ihr seid von Christus abgetrennt“ (Rev. Elberfelder]. Sehr ähnliche Aussagen zu der am Ende von Vers 2. Er nützt euch nichts. Ihr seid losgelöst, ihr seid abgefallen vom Prinzip der Gnade.

Wenn ein Mensch versucht, das Gesetz und Gnade miteinander zu kombinieren, macht er Christus nutzlos. Warum? Weil er sich dem Gesetz unterwirft und wenn er unter dem Gesetz lebt, kann Christus nichts für ihn tun. Dann ist er abgeschnitten oder losgelöst von Christus. Christus existiert im Reich der Gnade. Wenn jemand im Reich des Gesetzes existieren will, dann passen diese beiden Welten einfach nicht zueinander, niemals. Technisch gesehen könnte dieses Prinzip am Beispiel von Abtrünnigen illustriert werden.

Stellt euch eine Person vor, die in Berührung gekommen ist mit der Gnade Christi, okay? Lasst uns annehmen, er ist ein Jude und hat das Evangelium gehört und es wurde ihm auf wunderbare Weise bestätigt. Lasst uns annehmen, dass er in apostolischen Zeiten lebte und Zeichen und Wunder und mächtige Werke gesehen hat, die das Evangelium bestätigen. Lasst uns annehmen, er hat gesehen, wie die Gaben des Heiligen Geistes in den Aposteln wirken und bestätigen, dass das von Gott kam. Und er hat das Evangelium Jesu Christi klar verständlich verkündet bekommen.

Und lasst uns zum Zweck der visuellen Illustration annehmen, dass das Evangelium der Gnade ihn hier erwartet. Und er beginnt, sich dem Evangelium der Gnade anzunähern. Seine Augen werden ihm geöffnet und sein Verstand begreift und er kommt an diesem Punkt an. Und er kommt direkt an den Rand des Evangeliums der Gnade und plötzlich tauchen seine legalistischen Kumpel auf und sagen: „Hey, weißt du, was du da tust? Willst du wirklich das ganze Gesetz Gottes über Bord werfen? Das ganze heilige und geheiligte Gesetz, das Er niedergeschrieben hat? Das ganze großartige Gesetz, das das Erbe von ganz Israel ist? Das ganze Gesetz, das Gott für uns zur Zeit von Moses festgelegt hat? Willst du all das wirklich über Bord werfen? Glaubst du, dass Gott all das für eine gesetzfreie Zone eingetauscht hat?“

Und der Typ hängt in der Schwebe. Ihr wisst, dass es solche Leute gibt und sie werden in Hebräer 6 diskutiert. Schlagt das bitte einmal auf. Lasst uns sehen, was passiert. Hebräer 6,4 ist ein sehr wichtiger Abschnitt und wir haben in unserer Studie des Hebräerbriefs bereits darüber gesprochen. Wenn ihr weitere Informationen darüber braucht und tiefer eintauchen wollt, um das zu verstehen, hört euch doch die Aufnahme an. Aber in Kapitel6,4 heißt es: „Wenn einem Menschen einmal die Augen für die Wahrheit geöffnet wurden“, das ist intellektuelles Verständnis, „und er die Gnade kennen gelernt hat, die Gott schenkt …“, das ist die himmlische Gabe der Errettung. Sie haben nur ein wenig davon bekommen. Sie durften kurz daran lecken. Sie haben es geschmeckt. Sie haben das Evangelium geschmeckt. Sie haben Anteil am Heiligen Geist bekommen. Der Begriff, der dort verwendet wird, bedeutet „in Verbindung mit jemandem/etwas sein“.

Mit anderen Worten sahen sie, wie der Heilige Geist das Evangelium bestätigte. Sie sahen Zeichen und Wunder, die Leute, die den Hebräerbrief lasen. Ja, sie lasen in Hebräer 2, 3 und 4 davon – es steckte überall dort drin. Sie hatten tatsächlich Anteil an den Wundern des Heiligen Geistes. Und sie waren intellektuell erleuchtet worden. Sie hatten das Evangelium des Heils gehört. Sie hatten das gute Wort Gottes geschmeckt. Da wird das Wort rema verwendet, nicht logos. Das bedeutet, sie hatten Reden über Gott gehört. Sie hatten einen Geschmack der Äußerungen Gottes erhalten. Und der Kräfte oder Zeichen und Wunder, die charakteristisch sein sollten für das künftige Zeitalter. Hier sind sie. Hier ist die Plattform der Gnade und sie sind den ganzen Weg raufgeklettert und haben die Zeichen und Wunder gesehen, die das Evangelium bestätigen und sie stehen kurz vor einer Entscheidung.

In Vers 6 heißt es: „Denn es ist unmöglich [...], die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern.“ Das beschreibt einen Abtrünnigen. Das ist ein Mensch, der ganz bis an den Rand der Gnade kommt und dann sagt: „Nein, nein, ich glaube, dass Christus gestorben ist. Ich glaube, dass es etwas bedeutet hat, aber es muss auch Werke geben.“ Das ist Abtrünnigkeit. Das ist Abtrünnigkeit, und wenn er sich abwendet, ist es unmöglich, ihn wieder zur Buße zu erneuern. Warum? Weil er, wenn er nicht bereit war, Jesus Christus im Angesicht all dieser Informationen anzunehmen, keine weiteren Informationen erhalten wird.

Wenn ihn das nicht zur Errettung angeregt hat, kann Gott nichts mehr tun. Wenn er sich an diesem Punkt abwendet, ist es vorbei, dann ist es vorbei. Und in Versen 7 und 8 verwendet er eine Illustration: „Denn ein Erdreich, das den Regen trinkt, der sich öfters darüber ergießt, und nützliches Gewächs hervorbringt denen, für die es bebaut wird, empfängt Segen von Gott.“ Wisst ihr, manche Leute sind wie das Erdreich, sie saugen einfach alles auf und es wächst und gedeiht. Das ist Errettung. Manche empfangen den Regen von Gottes Evangelium und es trägt Frucht. Vers 8: „Dasjenige aber, das Dornen und Disteln trägt, ist untauglich und dem Fluch nahe.“ Das bedeutet buchstäblich, der Zerstörung gewidmet, deren Ende es sein wird, verbrannt zu werden.

Es gibt harten Boden, der ausgetrocknet ist, und von dem Gottes Evangelium einfach abperlt. Er wird nie etwas anderes als Gestrüpp und Dornen tragen. Hier sehen wir also die Illustration. Das Evangelium kommt, manche nehmen es an und tragen Frucht, während andere bis ganz nach oben kommen und es dann einfach an ihnen abperlt und sie der Zerstörung gewidmet sind. Aus der Gnade zu fallen also, wenn wir dieses Konzept verwenden wollen. Ich denke nicht, dass Paulus dieses Konzept unbedingt auf irgendjemanden in Galater 5 anwendet. Ich denke, er zeigt euch einfach, dass das Gesetz und Gnade sich nicht miteinander kombinieren lassen. Aber wir könnten es auf einen Abtrünnigen anwenden. Ein Mensch, der es bis ganz nach oben schafft, sieht, was Christus getan hat, sogar bis zu einem gewissen Maß glaubt, was Christus getan hat, sogar sagt, das sei wunderbar und er sei froh, dass Jesus das getan hat, der sagt „Ich glaub das und verstehe all das, aber es muss auch Werke geben“, der ist mit einem Knall von Gnade zurück in den Abgrund des Legalismus gefallen.

Man könnte dieses Konzept vielleicht auch anhand eines Christen illustrieren. Ihr fragt mich, ob ein Christ aus der Gnade fallen könnte? Ja, ein Christ kann vom Prinzip eines Lebens der Gnade abfallen. Ihr sagt: „Was meinst du damit?“ Ihr wurdet durch Gnade gerettet, aber wisst ihr was? Euer Leben ist eine Frage der Gnade. Wisst ihr, was Gnade ist? Es ist einfach Gottes unverdiente Gunst euch gegenüber. Es ist einfach Gottes unverdienter Segen, der immer und immer wieder kommt. Und das kommt zu euch, wenn ihr euch dem Heiligen Geist unterordnet, nicht wahr? Wenn ihr nach dem Fleisch handelt, schließt ihr einfach die Tür zu Gottes Segen.

Gottes Gnade wird zu euch kommen, solange ihr euch dem Heiligen Geist unterordnet, nicht wahr? Sobald ihr anfangt, nach dem Fleisch zu handeln, fällt die Tür ins Schloss und ihr sagt euch los von Gottes Gnade, die nicht mehr zu euch strömen kann. Und wir meinen damit an dieser Stelle die Gnade des alltäglichen Segens, der von Gott kommt. Ihr könnt jetzt wieder zu Galater 5 zurückgehen. Manche deuten diesen Text so, dass er sich auf Christen bezieht. Ich glaube nicht unbedingt, dass es sich auf irgendjemanden bezieht, sondern vielmehr auf ein Prinzip, das auf Christen angewandt werden könnte. Wenn ein Christ oder ihr als Christ sagt: „Ach, ich werde einfach das tun, was ich will. Ich werde nach dem Fleisch leben“, werdet ihr dann immer noch ebenso gesegnet werden, als wenn ihr nach dem Heiligen Geist wandelt? Was meint ihr? Nein.

Wenn ihr sagt: „Ich werde heute nicht im Geist wandeln, ich werde im Fleisch wandeln“ … Ihr sagt jetzt: „Aber das habe ich nie gesagt.“ Oh doch, das habt ihr. Ihr sagt das jedes Mal, wenn ihr im Fleisch wandelt, nur nicht so laut. Gewiss. Aber das macht keinen Unterschied. Und ihr sagt: „Nun, ich werde im Fleisch wandeln.“ Wisst ihr, was ihr dann getan habt? Denkt ihr, Gott wird euch genauso gnädig segnen, als wenn ihr im Geist wandeln würdet? Nein, ihr habt einfach den Strom der Gnade im Sinne des alltäglichen Segens abgeschnitten. Und nur, weil Christen nicht mehr an der Gnade als Lebensweise festhalten, bedeutet das nicht, dass Gott nicht mehr an ihnen festhält im Sinne seiner errettenden Gnade.

Gott will in seiner Gnade in euch wirken und Gnade ist etwas Tägliches. Es gibt eine Stelle in 2. Korinther, ich glaube 9,8. Ich rate hier ein bisschen; ich hoffe, es ist die richtige Stelle. Richtig, 9,8; erstaunlich. Dort steht Folgendes: Hört mir gut zu: „Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden.“ „Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden.“ Das ist eine gewaltige Verheißung. Hört einmal genau zu. Gott will seinen Segen abladen. Er ist fähig, das zu tun, aber ihr wisst, dass es dafür eine Bedingung gibt, nicht wahr? Und in diesem Abschnitt war die Bedingung das vom Geist gelenkte Geben. Wenn ihr für den Geist empfänglich seid und in der Frage des Gebens auf ihn reagiert, wird Gott einfach seine Gnade über euch ausgießen. Das ist eine einfache Illustration. Ihr lebt im Geist, Gott gießt seine Gnade über euch aus, all seine Gnade.

Wisst ihr, man kann errettet sein, aber trotzdem nicht in Gnade wachsen. Wisst ihr, woher ich das weiß? Weil Petrus gesagt hat „Wachst in Gnade“. Und wenn er uns das gebieten musste, bedeutet das, dass das nicht automatisch geschah. Er würde nicht „Wachst in Gnade“ sagen, wenn jedermann das automatisch täte. Hört mir jetzt bitte aufmerksam zu. Nur weil ein Christ die Gnade der Heiligung verweigert, bedeutet das nicht, dass er die Gnade der Rechtfertigung verwirkt. Versteht ihr das? Der Prozess der Heiligung kann durch das Fleisch verzögert werden. Ihr könnt als Christ beginnen, im Fleisch zu leben und alle möglichen Dinge zu tun. Ach, Gott muss so glücklich mit mir sein. Schaut nur, was ich heute wieder getan habe. Ach, ich habe diese heilige Sache getan und jene, und Gott sagt „Nein, nein, nein“.

Und obwohl der Prozess der Heiligung durch das Fleisch verzögert werden kann, bedeutet das nicht, dass die Gnade der Rechtfertigung weggeworfen wird. Versteht ihr das? Ihr löst euch einfach vom Strom der alltäglichen Gnade, vom Segen. Meine Freunde, wenn rechtfertigende Gnade jedes Mal aussetzen würde, wenn heiligende Gnade aussetzt, dann wäre rechtfertigende Gnade nichts wert. Dann würde es von Werken abhängen, ob wir unser Heil bewahren, nicht wahr?

Wenn ihr rechtfertigende Gnade jedes Mal verlieren würdet, wenn ihr ein fleischliches Werk begeht, wie würden wir dann rechtfertigende Gnade bewahren? Indem wir Werke tun. Dann wäre es keine Gnade. Dann wären es Werke. Und wenn ihr Gnade mit Werken zusammenwürfelt, habt ihr die Gnade korrumpiert. Dann würde es also von Werken abhängen, ob wir unser Heil bewahren, und überhaupt nicht mehr von Gnade. Dann wären wir alle Legalisten. Und die Bibel müsste besagen, dass jeder legalistisch sein muss, um errettet zu bleiben. Nein, deshalb lässt sich die Thematik in Galater 5 anhand eines Abtrünnigen illustrieren. Sie lässt sich anhand eines Christen illustrieren. In wessen Leben? Dem Leben eines Christen. Er ist vom Vorbild der Gnade abgekommen und lebt im Fleisch, statt im Geist zu wandeln und Gott einfach seine Gnade über ihn ausgießen zu lassen.

Und er tut diverse kleine geistliche Dinge und sagt „Gott, ich habe heute meine Bibel gelesen, bist du nicht glücklich“ und Gott sagt „Fleisch, Fleisch“. Oder: „Herr, hast du gesehen, wie strikt ich heute war? Ich habe da gesessen und mich so verhalten, wie es von mir erwartet wurde. Mein Kleid ging bis zu den Knöcheln runter, mein Haar war zu einem Knoten aufgesteckt und ich habe keinen Lippenstift getragen.“ Und das sind Werke, das ist das Fleisch. Wenn euch so etwas gefällt und das für euch normal ist, ist das vielleicht vom Geist.

Aber alles, was ihr tut, um die Gunst Gottes zu verdienen, ist das Fleisch. Alles, was ihr aus Liebe zu ihm tut, sind Werke des Geistes, nicht wahr? Ich tue vielleicht genau dasselbe. Ich verbringe vielleicht Zeit damit, meine Bibel zu lesen. Und ihr verbringt vielleicht Zeit damit, eure Bibel zu lesen. Ihr tut das vielleicht aus Liebe zu Jesus Christus und ich tue es vielleicht, um mir Gottes Gunst zu verdienen. Für euch ist es eine gesegnete Handlung und Gott gießt Gnade über euch aus. Für mich war es ein Akt des Fleisches, nicht wahr? Es ist alles eine Frage wovon? Des Motivs.

Er sagt also einfach, dass das Gesetz und Gnade als Prinzipien unvereinbar sind. Sie können nicht zusammenkommen, sie sind gegensätzlich. Es gibt also drei negative Folgen, die sich aus der falschen Lehre der menschlichen Leistung ergeben. Christus nützt euch gar nichts. Ihr seid verpflichtet, das ganze Gesetz einzuhalten und fallt vom Prinzip der Gnade ab. Und schließlich seid ihr von der Gerechtigkeit ausgeschlossen. Das steckt in Versen 5 und 6. Ihr bekommt nicht das, wonach ihr sucht. Wenn ihr versucht, nach dem Gesetz zu leben, verwirkt ihr genau das, wonach ihr sucht. Erinnert ihr euch noch an Römer 9? „Sie haben nach dem Gesetz der Gerechtigkeit gestrebt.“ Sie versuchten, Gerechtigkeit zu erlangen. Die Juden wollten unbedingt gerecht sein und haben genau das, wonach sie suchten, nicht erreicht, weil sie versucht, aus sich selbst heraus gerecht zu werden.

Und hier ändert sich das Pronomen von „euch“ zu „wir“. „Wir aber erwarten im Geist aus“, was, „Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.“ Wir erwarten Gerechtigkeit nicht durch Werke, sondern durch was? Durch Glauben. Durch Glauben. Die Judaisierer und der Rest von ihnen und die Religion der menschlichen Leistung streben nach Hoffnung auf Gerechtigkeit und so sollte der Ausdruck hier übersetzt werden. Warten auf die Hoffnung der Gerechtigkeit durch Werke, durch das Fleisch. Sie leben nach dem Fleisch, indem sie Werke verrichten, um Gerechtigkeit zu erlangen. Paulus sagt: „Wisst ihr aber, was wir tun? Wir streben danach im Geist aus Glauben. Durch den Geist warten wir aus Glauben auf die Hoffnung der Gerechtigkeit.“

Ihr fragt mich, was ich mit „Hoffnung der Gerechtigkeit“ meine? Nun, momentan habt ihr die Gerechtigkeit, nicht wahr? Aber es gibt einen Aspekt davon, der in der Hoffnung für die Zeit, wenn wir bei Ihm sein werden, besteht, wenn wir wie Er sein werden, nicht wahr? Mit anderen Worten werden wir die Fülle der Gerechtigkeit erfahren, wenn wir Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Paulus macht uns darauf aufmerksam an, sodass wir es einigermaßen verstehen, ohne sich in allzu viele Textstellen zu vertiefen. In Römer 8,19 sagt er: „Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei.“ Wir warten auf diese Zeit, wenn wir ihm ganz gleich sein werden. Vers 21: „Daß auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“

Mit anderen Worten gibt es einen künftigen Aspekt, auf den wir warten – die vollständige Manifestation unserer Gerechtigkeit. Wenn man es so einfach illustriert, bin ich ein Gerechter. Habt ihr das gewusst? Ihr seid es ebenfalls, wenn ihr Christen seid. Ich bin vollkommen gerecht. Wisst ihr, dass ich ebenso gerecht bin wie Jesus selbst? Ihr sagt jetzt: „Moment mal, ich habe mit deiner Frau gesprochen und die hat mir etwas anderes erzählt.“ Es ist mir egal, was meine Frau sagt, ich bin ebenso gerecht wie Jesus Christus selbst. Das ist keine Gotteslästerung, oder? Weil es wahr ist, oder?

Seine Gerechtigkeit wurde mir angerechnet, als ich gläubig wurde. Aber in gewissem Sinn warte ich noch praktisch auf die Erfüllung der Manifestation dieser Gerechtigkeit in meinem Fleisch, nicht wahr? Das ist es, was er hier sagt. Natürlich streben wir nach Gerechtigkeit. Wir suchen nach dieser absoluten, kompletten, vollumfänglichen Hoffnung auf Gerechtigkeit, aber nicht durch Werke, sondern wodurch? Durch Glauben. Das ist der Unterschied.

Dieser Vers hat drei Worte, die das Argument besiegeln und ich möchte, dass ihr sie begreift – „Geist“, „erwarten“, und „Glaube“. Schaut bitte gemeinsam mit mir den Ausdruck „Wir aber […] im Geist ...“ an, oh, das ist gut. Diejenigen, die durch das Gesetz gerecht werden wollen, tun das nicht durch den Geist, sondern durch das Fleisch, durch das Fleisch. Wir tun das durch den Geist. Wir können keine Gerechtigkeit durch das Fleisch erlangen. Wir haben das aufgegeben. Die Hoffnung der Gerechtigkeit suchen wir durch den Geist. Dann kommt ein zweites wunderbares Wort. Das Wort „erwarten“. Seht einmal. Hier steht nicht: „Wir aber arbeiten im Geist für die Hoffnung der Gerechtigkeit.“  Da steht nicht, dass wir arbeiten. Was steht da stattdessen? „Wir erwarten“, ist das nicht großartig?

Ihr sagt jetzt: „Nun, ich wurde gerettet, aber ich arbeite jetzt daran, einer der 144.000 zu sein.“ Seht ihr das? Von denen es jetzt schon 5 Millionen gibt. Wir haben geglaubt und wurden gerechtfertigt. Wir haben Werke verrichtet und wir streben nach dieser Gerechtigkeit und strengen uns an und arbeiten dafür. Wisst ihr was? Ich arbeite nicht dafür, ich warte darauf. Das wird ein ebenso kostenloses Geschenk für mich sein, wie meine Errettung es war. Wisst ihr das?

Eines Tages werde ich sterben und beim Herrn sein und innerhalb eines einzigen Moments gerecht sein. Ein Geschenk, eine Gabe, ich warte einfach. Ihr fragt mich, ob ich arbeite? Natürlich arbeite ich, aber ich arbeite nicht, um Gerechtigkeit zu erlangen. Ihr fragt mich, wofür ich arbeite? Ich arbeite, weil mein Herz von Liebe für Christus, seiner Sache und guten Taten erfüllt ist. Ich versuche nicht, etwas zu verdienen. Ich setze einfach das in der Praxis um, was ich stetig empfange. Davon könnt ihr mich nicht abhalten. Ich will das tun. Also warte ich auf die ultimative Gerechtigkeit. Ich arbeite nicht. Dann steht hier noch ein weiteres großartiges Wort – „Glaube“. Die Hoffnung der Gerechtigkeit gehört mir durch Glaube, nicht durch Werke. Also seht genau hin. Der Geist im Gegensatz zum Fleisch, Warten im Gegensatz zum Arbeiten und Glaube im Gegensatz zu Werken.

Meine endgültige Verherrlichung wird einfach ein Geschenk sein. Ich glaube daran und Gott wird auf der Grundlage dieses Glaubens reagieren. Dann sagt er in Vers 6: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas.“ Das ist nicht einmal ein Thema bei Christus. Ihr Heiden sollt nicht über euer Unbeschnittensein prahlen und ihr Juden nicht über eure Beschneidung. Euer Zeichen des Bundes ist in beiden Fällen irrelevant. Sie sind egal. Sie sind vollkommen belanglos.

Um das zu illustrieren und euch zu zeigen, dass nichts wirklich zählt außer Gnade und Glaube – die Korinther hatten Schwierigkeiten. Sie gingen zum Markt und dort verkaufte jemand gutes Fleisch zu einem guten Preis, das einzige Problem war, es war Fleisch, das vorher Götzen dargeboten worden war, nicht? Die Leute gingen hin und sagten „Oh, großer Gott XYZ“ und sie legten irgendwelches Essen vor ihn und ein Priester kam und nahm das Essen, brachte es zur Hintertür hinaus und verkaufte es auf dem örtlichen Markt der Priester. Und auf diese Weise machten sie Geld. Vielleicht kam dann ein Christ dort entlang und kaufte etwas davon. Dann musste er diesen echten psychologischen Kampf ausfechten und dieses Gefühl der Schuld. Ich esse kein Fleisch, das Götzen dargebracht wurde.

Also kommt Paulus und sagt, was ist ein Götze? Er bedeutet nichts. Esst einfach. In 1. Korinther 8, 8 sagt er: „Nun bringt uns aber eine Speise nicht näher zu Gott; denn wir sind nicht besser, wenn wir essen, und sind nicht geringer, wenn wir nicht essen.“ Wen kümmert’s? Also ist es völlig egal, ob ihr esst oder nicht esst. Es ist irrelevant. Seht ihr, alte rituale und alte Zeremonien bedeuten Christus nichts. Es ist alles Glaube. Es ist alles Gnade. Er sagt also, das Äußerliche ist unwichtig, aber es gibt etwas, das wichtig ist. Glaube, der durch Liebe wirkt, denn wenn er das nicht gesagt hätte, hätte jemand sofort eingeworfen: „Meine Güte, was für ein Deal. Ihr Christen werdet einfach errettet und sitzt herum. Keine Werke, tut ihr denn nichts?“ … Natürlich arbeiten wir. Ach ja? Ja, aber wir arbeiten nicht, um Gerechtigkeit zu erlangen, sondern weswegen? Aus Liebe.

Mit anderen Worten bringt Liebe Dinge hervor. Das ganze Gesetz wird erfüllt, wenn Glaube durch Liebe arbeitet. Ich möchte euch zeigen, was ich damit meine. Statt nach externen Regeln zu arbeiten, arbeite ich aus Liebe, die in mir überquillt. Eine Illustration ist das Gebot „Du sollst nicht töten.“ Okay, lasst uns annehmen, ich lebe unter dem Gesetz und kenne den Heiligen Geist nicht und er kennt mich nicht, ich bin nicht errettet. Und jemand kommt herein und tut mir etwas an und ich entscheide mich, ihn umzubringen. Das Einzige, was mich zurückhalten wird, ist extern, das Verbot durch das Gesetz. Andererseits, wenn ich diese Person liebe, tötet Liebe? Nein, deshalb brauche ich kein Gesetz.

Das Gesetz sagt: „Du sollst nicht stehlen.“ Ich brauche dieses Gesetz nicht, denn wenn ich Menschen liebe, werde ich nicht von ihnen stehlen. Seht ihr, es ist alles ganz anders. Es kommt von innen statt von außen. Hingebungsvolle Liebe entspringt dem Heiligen Geist und wird umgesetzt in einem Leben des Glaubens. Damit wird das Gesetz unnötig. Betrachtet einmal Galater 5,14. „Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Du sollst‘, was?, ‚deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ Wenn ihr Menschen liebt, werdet ihr sie nicht töten. Ihr werdet nicht von ihnen stehlen. Ihr werdet ihnen nicht ihre Ehefrauen wegnehmen. Ihr werdet nicht habgierig sein, wenn ihr sie liebt. Ihr werdet nicht lügen. Es ist alles da.

Paulus sagte dasselbe, nicht wahr, in Römer 13,8, ein wunderbarer Text. Hört mit gut zu. „Seid niemand etwas schuldig, außer daß ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die [Gebote]: ‚Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren‘ - und welches andere Gebot es noch gibt -,  werden zusammengefaßt in diesem Wort, nämlich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘“ Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.

Statt das Gesetz also durch externe Zwänge einhalten zu müssen, halte ich mich einfach an das Gesetz, weil der Geist in mir Liebe hervorbringt. Das ist es, was Paulus in Römer 8 meinte, als er sagte: „Durch den Geist im Inneren erfülle ich das Gesetz.“ Das könnten Leute, die externe Zwänge brauchen, nie tun. Mein Glaube verrichtet also Werke, ja. Ja, mein Glaube bringt Werke der Liebe hervor, aber meine Werke dienen nicht dazu, Gerechtigkeit zu erlangen. Die habe ich bereits. Meine Werke sind das Ergebnis dieser Gerechtigkeit. Jemand, der auf falsche Lehre hört, in Bezug auf Errettung durch Werke, wird feststellen, dass Christus ihm nichts nützt. Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz einzuhalten. Er ist aus der Gnade gefallen. Er ist von Gerechtigkeit ausgeschlossen. Denn Gerechtigkeit gehört denjenigen, die im Glauben kommen.

Vor langer Zeit gab es einen Künstler, über den ich diese Woche etwas gelesen habe. Sein ganzes Leben lang hatte er einen Traum, eine meisterhafte Skulptur anzufertigen. Ein Meisterstück aus mehreren Charakteren. Endlich erhielt er einen Auftrag von einem großen Spender, ein Werk anzufertigen, das in einem tollen Museum ausgestellt werden sollte und ihm Ehre und Ruhm einbringen würde. Also begann er mit seiner Arbeit. Er arbeitete von jungen Jahren bis an das Ende seines Lebens. Jahr ein, Jahr aus schuftete er an seinem Meisterstück. Es war gewaltig. Er stellte es fertig. Und er war bereit, den Lobpreis der Welt einzuheimsen. Dann stellte er fest, dass es unmöglich war, die Skulptur aus dem Raum zu bringen, in dem er sie geschaffen hatte. Und niemand war bereit, den Preis zu zahlen, den er hätte aufbringen müssen, um das riesige Gebäude zu zerstören, in dem er gearbeitet hatte. Alles, was er getan hatte, war ein Gefangener des Raumes, in dem er gearbeitet hatte.

Und als ich das las, dachte ich, wenn das nicht das Bild eines Menschen ist, der versucht, sich den Weg in den Himmel zu verdienen. Alles, was er auf dieser Welt tut, um Lobpreis von Gott zu verdienen, wird er in dem Raum dieser Erde zurücklassen. Es wird nie vor Gott erscheinen. Es wird nie irgendwelches Lob geben. Was auch immer ihr durch Werke tut, wird auf dieser Erde verloren gehen. Errettung kommt durch Gnade. Lasst uns beten.