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Aus der Gnade zu fallen, Teil 2: Die Werke falscher Lehre (German)

Galater 5:7-12 May 26, 1974 de1666

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Wir befinden uns in Kapitel 5 des Galaterbriefs und dies ist der zweite Teil unserer Studie mit dem Titel „Aus der Gnade gefallen“, die sich mit Galater 5, Versen 1 bis 12 befasst. Wie wir alle wissen, und auf das Risiko hin, mich zum x-ten Mal zu wiederholen, schreibt Paulus den Brief an die Galater, als er sehr aufgewühlt ist. Gelinde gesagt ist er besorgt, weil die Gemeinden in Galatien von falscher Lehre durchdrungen wurden. Es gab Leute, die sich vom Heidentum abgekehrt hatten. Leute, die auf wunderbare Weise zu Christus bekehrt worden waren, die sich vom Götzentum abgewandt hatten, die sich von heidnischen Praktiken abgewandt hatten, die die Freiheit und das Heil, das Jesus Christus bringt, akzeptiert hatten. Sie waren sogar vom Apostel selbst konvertiert worden. Sie hatten den Heiligen Geist angenommen, wie er in Kapitel 3 andeutet. Sie hatten begonnen, die Werke des Geistes in ihnen zu sehen. Sie hatten begonnen, Frucht zu sehen. Sie hatten begonnen, auf ihre Gemeinschaft einzuwirken.

Und dann waren die Judaisierer gekommen und hatten ihnen erzählt, dass es zwar nett sei, an Christus zu glauben, aber das alleine werde sie nicht erretten. Es sei nicht genug, nur an Christus zu glauben, sondern man müsse auch gewisse Gesetze einhalten, gewisse Regeln, insbesondere das zeremonielle Gesetz von Moses. Natürlich reagiert Paulus im gesamten Brief an die Galater heftig darauf. In Kapitel 1,6 sagt er: „Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt.“ Damit meint er kein anderes wahres Evangelium, „nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht.“

Und er reagiert heftig darauf. In Kapitel 3 reagiert er wieder darauf. „O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist? Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung von Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im  Fleisch vollenden?“

In Kapitel 4 reagiert er wieder in Vers 9 auf die Situation: „Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre.“ Mit anderen Worten seid ihr zum zeremoniellen Kalender der Juden zurückgekehrt. Ihr denkt, dass ihr Gott durch die kleinen Dinge, die ihr tut, wohlgefallt, statt durch eure innere Einstellung.

„Ich fürchte um euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.“ Und in Vers 19 sagt er: „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt – wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin!“ Und dann in Kapitel 5, unserem Ausgangspunkt für heute Abend, sagt er in Vers 1: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“

Paulus reagiert also heftig, zumindest an diesen fünf Stellen, auf die Informationen, die er erhalten hatte, dass die Judaisierer die Gemeinden in Galatien infiltriert hatten und jetzt den Samen des Legalismus säten. Um das kurz für euch zu definieren: Legalismus ist der Versuch, Gott durch Werke wohlzugefallen, statt durch Glauben. Er besagt, wenn ihr bestimmte religiöse Aktivitäten ausführt, wird Gott euch mehr mögen. Gott wird mich erretten. Gott wird mich auf der Grundlage der Dinge segnen, die ich tue, statt auf der Grundlage meines Glaubens und meines Herzens.

Paulus argumentiert in Galatien also gegen Errettung durch Werke. Im gesamten Galaterbrief sagt er im Prinzip, dass es nicht so sehr darum geht, was man tut, sondern vielmehr darum, was man glaubt. Er ist eine Frage des Glaubens, nicht der Werke. Und in den ersten beiden Kapiteln begann er mit seinen persönlichen Referenzen, die beweisen, dass er berechtigt war, diese Botschaft zu verkündigen. Und in Kapitel 3 und 4 weist er die Tatsache nach, dass sogar das Alte Testament schon Errettung durch Glauben und Gnade gelehrt hat. Und jetzt in Kapiteln 5 und 6 zeigt er, dass Errettung durch Gnade und Glauben auch durch praktischen ausgelebten Glauben offensichtlich wird. Es ist nicht nur eine Frage der apostolischen Autorität, von Kapitel 1 oder 2 oder Offenbarungen des Alten Testaments in Kapitel 3 oder 4, sondern eine Frage der praktischen Umsetzung. Ein Leben, das vom Glauben geprägt ist, ist eines, das funktioniert, das diesen Glauben in die Praxis umsetzt, das von Gott gesegnet wird, und deshalb nimmt er in Kapitel 5 und 6 die praktischen Argumente auf.

Ich möchte nur kurz auf Vers 1 zurückblicken. Dort sagt er: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“ Damit ihr einen Eindruck bekommt, wie man das wörtlich aus dem Griechischen übersetzen würde: „Für Freiheit hat Christus uns befreit.“ Mit anderen Worten hat Christus uns befreit, damit wir frei sind, nicht damit wir Sklaven eines Rechtssystems werden. Wie ich schon gesagt habe, bedeutet das nicht, dass wir das moralische Gesetz Gottes ablehnen, ganz und gar nicht.

Gottes moralisches Gesetz ist immer noch gültig. Gottes moralisches Gesetz ist immer noch richtig. Paulus sagte, das Gesetz ist heilig, gerecht und gut. Er sagte, ich liebe das Gesetz Gottes. Ich strebe nach dem Gesetz Gottes. Gottes moralisches Gesetz ist immer noch gut, aber ich verlasse mich nicht auf meine eigene Fähigkeit, dieses Gesetz einzuhalten, um errettet zu werden. Und ich verlasse mich nicht auf meine eigene Fähigkeit, unter gewissen zeremoniellen Ritualen zu funktionieren, um errettet zu werden. Das ist ausschließlich eine Frage von Glauben und Gnade.

Und hier sagt Paulus, dass Christus uns befreit hat, damit wir frei sind. Und christliche Freiheit ist die Freiheit, im Geist zu wandeln, und zum ersten Mal in eurem Leben nicht den Begierden des Fleisches nachzugeben. Als ich errettet wurde, wurde ich befreit. Nicht befreit, um zu sündigen, wann immer mir danach ist, und ungestraft davonzukommen, sondern befreit, um erstmals nicht zu sündigen. Es gab eine innere Kraft, die mich antrieb, die in mir wohnende Präsenz des Heiligen Geistes. Christliche Freiheit wird von innen heraus kontrolliert, nicht durch Druck von außen. Es ist die Freiheit, das zu tun, was ich will – aus Liebe. Nicht die Knechtschaft, aus Furcht das zu tun, was ich tun muss, sondern die Freiheit, aus Liebe das zu tun, was ich tun will.

Und deshalb sagt Paulus, sie sollen fest in der Freiheit stehen und sich nicht durch ein Joch der Knechtschaft unterdrücken lassen. Und er bezieht sich hier auf Legalismus. Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass es nur zwei Formen von Religionen gibt, nicht wahr? Die Religion der menschlichen Leistung und die Religion göttlicher Gnade, und die beiden lassen sich nicht miteinander kombinieren. Das ist sehr eindeutig. Und das ist der einfache Appell von Paulus. Er sagt die ganze Zeit über, man kann Werke und Gnade nicht miteinander kombinieren. Man kann Werke und Glauben nicht miteinander kombinieren. Es ist alles Gnade. Es ist alles Glaube. Oder es ist alles Gesetz und alles Werke und eine Kombination ist nicht möglich.

Und jetzt, im letzten Teil des Galaterbriefs in Kapiteln 5 und 6, untermauert er sein Argument, dass Errettung allein durch Gnade und Glauben kommt, indem er sich den praktischen Aspekten zuwendet. Damit meine ich, dass er uns ein Porträt des vom Geist erfüllten Lebens gibt und uns zeigt, wie dieses vom Geist erfüllte Leben durch Kontrolle von innen statt von außen auferlegte Gesetze funktioniert. Als Paulus an die Galater schreibt, greift er sowohl die falsche Lehre als auch die falschen Lehrer in Versen 1-12 an. Letzte Woche haben wir gesehen, dass er in Versen 2-6 die falsche Lehre angegriffen hat. Er stellt die falsche Lehre des Judaismus bloß und dann, in Versen 7-12, die falschen Lehrer selbst.

Lasst uns mit einem kurzen Rückblick auf die Werke falscher Lehre beginnen. In Vers 1 hat Paulus gerade an sie appelliert, nicht wieder dem Legalismus zu verfallen. Verstrickt euch nicht wieder in der falschen Lehre der Knechtschaft durch das Gesetz. Und hier zeigt er uns den Grund dafür. Weil die Werke falscher Lehre die folgenden Konsequenzen mit sich bringen. Erste Konsequenz in Vers 2: „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus“, was, „nichts nützen.“ Die Judaisierer hatten thematisiert, dass man nur Einlass in das Reich Gottes und zu Gott selbst bekäme, wenn man zuerst ein Jude wurde. Und der einzige Weg, legitim ein Jude zu werden, bestand in der Beschneidung.

Es war zwar schön und gut, an den Messias zu glauben, das ist großartig, wunderbar, aber das allein reicht noch nicht, weil ihr nicht zuerst Jude geworden seid. Ihr müsst euch dem Ritus der Beschneidung unterwerfen. Deshalb sagt er, wenn ihr euch auf eure Beschneidung verlasst, dann nützt Christus euch gar nichts. Diese falsche Lehre macht das Werk Christis nutzlos für euch. Alles, das Jesus am Kreuz getan hat, bedeutet demjenigen, der seine Hoffnung für die Errettung auf seine eigenen Werke setzt, gar nichts.

Die zweite Konsequenz der Werke falscher Lehre ist, dass ihr dem ganzen Gesetz verpflichtet seid, Vers 3: „Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.“ Mit anderen Worten sagt Paulus, wenn ihr euch dem Gesetz unterstellt und euch beschneiden lasst, dann unterstellt ihr euch dem Gesetz voll und ganz, denn ihr könnt die beiden Dinge nicht miteinander kombinieren. Das ist also ganz eindeutig. Die Straße gabelt sich – eine Gabelung führt in eine Richtung, die andere in jene Richtung, und die beiden werden niemals zueinanderfinden.  Ihr schlagt entweder die Richtung der Gnade oder die Richtung des Gesetzes ein. Beides geht nicht.

Wenn ihr euch also entscheidet, euch beschneiden zu lassen, habt ihr den Weg des Legalismus eingeschlagen und dann solltet ihr lieber perfekt sein, denn ihr habt diesen Weg eingeschlagen und es gibt keinen anderen. Entscheidet euch. Ihr seid dann verpflichtet, das ganze Gesetz einzuhalten. Und wenn ihr übrigens fragt, ob irgendjemand das schafft, so lautet die Antwort nein. In Galater 3,13 heißt es sinngemäß: „Jeder, der sich dem Gesetz unterordnet, ist verflucht.“ Er ist verflucht. Die Werke falscher Lehre führen erstens dazu, dass Christus euch nichts nützt. Zweitens seid ihr dann verpflichtet, das ganze Gesetz einzuhalten. Drittens seid ihr, laut Vers 4, aus der Gnade gefallen.

In Vers 4 sagt er: „Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!“ Er sagt hier also einfach Folgendes, das er im gesamten Galaterbrief auf unterschiedliche Weise wiederholt. Wenn ihr erst einmal Legalismus zugelassen habt, seid ihr vom Prinzip der Gnade abgefallen. Sie können nicht gleichberechtigt sein. Sie können nicht nebeneinander existieren. In Vers 4 sagt er, wenn ihr euch entscheidet, dass ihr euch beschneiden lassen müsst, um errettet zu werden, ist es zwar nett, dass ihr an Christus glaubt und das tun wollt, aber ihr wollt diesem Glauben irgendein Ritual oder Legalismus oder irgendein Schema von Werken hinzufügen. Dann habt ihr euch gerade vollkommen disqualifiziert, was Gnade angeht. Dann habt ihr euch dem ganzen Gesetz unterworfen, und wenn ihr diesen Weg einschlagen wollt, könnt ihr nur dann erlöst werden, wenn ihr perfekt seid, dann ist das Werk Christi vollkommen nutzlos für euch. Dann könnt das genauso gut aufgeben.

Das Ende all dessen findet sich dann natürlich in Versen 5 und 6. Ihr werdet von der Gerechtigkeit ausgeschlossen. In Galater 5,5 heißt es: „Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.“ Hier zeigt Paulus einen deutlichen Kontrast auf. Alle Menschen, die das Heil und Gerechtigkeit durch Werke suchen, werden sie nie finden. Er sagt: „Wir aber erwarten ...“ Wir arbeiten nicht, wir erwarten die Hoffnung der Gerechtigkeit aus Glauben, nicht aufgrund von Werken. Seht ihr, wie in diesem Vers darauf hingewiesen wird, dass das durch den Geist kommt?

Ich sage es noch einmal – der Unterschied zwischen einem legalistischen Leben und einem vom Geist kontrollierten Leben ist der Unterschied zwischen externem Druck und innerer Kraft. Beim Legalismus werde ich durch äußere Zwänge dazu gedrängt, mich auf bestimmte Weise zu verhalten. Die Freiheit, die ich im Geist habe, besteht darin, dass ich frei bin, als Reaktion auf den in mir wohnenden Heiligen Geist zu agieren. Und diese beiden lassen sich nicht miteinander kombinieren.

In Vers 6 wird das gesamte Christentum zusammengefasst: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas.“ Es ist egal, welche Rituale ihr über euch ergehen lasst. Vielmehr zählt „der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“ Wirksamer Glaube, ja, Glaube wirkt. Es sind nicht Werke, die zum Glauben führen, oder Werke, die zur Errettung führen. Es ist errettender Glaube, der ausströmt und wirkt.

Wir sagen hier nicht, dass Christen antinomianistisch sind oder gesetzlos. Dass sie einfach auf der ganzen Welt herumrennen und sich nie so verhalten, wie sie es sollten und Gottes Moral in irgendeiner Form von glückseliger Sicherheit brechen. Nein, er sagt vielmehr, dass legitimer Glaube durch Liebe wirksam ist. Am Ende von Vers 6 sagt er quasi: „Meine Werke sind nicht dazu da, mich zu erretten, sie sind vielmehr da, weil ich aus Glauben verändert wurde.“ Und wir haben das bereits ausführlich behandelt.

Ich möchte euch nur an einige Textstellen erinnern, die uns dabei helfen können, diesen Punkt zu verstehen. Zum Beispiel Kolosser 1,10. Dort sagt er: „Damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid; in jedem guten Werk fruchtbar.“ Gott wünscht sich, dass ein Christ fruchtbar ist und gute Werke hervorbringt. Gute Werke sind Teil des Lebens eines Christen. Sie sind Teil seiner Erfahrung, aber er verdient sich durch diese Werke nichts. Er kann sich durch seine Werke nicht sein Heil verdienen. Er kann sich durch seine Werke nicht die Gunst Gottes verdienen. Sie sind lediglich ein Hinweis darauf, dass jemand errettet wurde. Wir wurden neu geschaffen in Christus und das zeigt sich dadurch, dass der Heilige Geist gute Werke durch uns hervorbringt.

Da wir das Gesetz und die Gnade bereits studiert haben, auch wenn wir hier noch ein wenig Rückblick halten, wissen wir, dass es Probleme mit dem Gesetz gibt. Das Gesetz kann die Leute nicht im Inneren verändern, nicht wahr? Es kann sich nicht auf das Innere eines Menschen auswirken und das ist das Problem. Wisst ihr, in gewisser Weise ist das wie die Prohibition. Wir könnten wieder eine Prohibition verhängen und den gesamten Alkohol gesetzlich verbieten. Mit anderen Worten könnte man einfach sagen, dass alkoholische Getränke illegal sind. Das ist zwar eine nette Idee, aber es wird nie geschehen. Aber wisst ihr, was geschehen würde, wenn wir so ein umfassendes Gesetz einführen würden? Dasselbe wie zuvor. Es treibt die Leute lediglich in den Untergrund und dort entwickeln sich illegale Kneipen und Destillerien im Hinterwald und all so ein Zeug.

Warum? Weil man nichts unternommen hat, um die Begierden der Betroffenen zu verändern. Man hat ihnen lediglich externe Zwänge auferlegt und das wird überhaupt keine Wirkung haben. Und genau das tat das Gesetz. Das Gesetz sagte „Tut das nicht, tut das nicht, tut das nicht“, und alles verlagerte sich in den Untergrund. Und der Heilige Geist kommt an unsere Seite, er bleibt nicht außen vor und sagt: „Tut das nicht mehr.“ Der Heilige Geist kommt und lebt in uns und verleiht uns die Fähigkeit, das zu tun. Das ist der Unterschied. Das Gesetz hat noch nie jemanden verändert. Das Gesetz mag euer Verhalten einschränken, aber es verändert die Leute nicht. Aber Errettung aus Glauben durch Gnade verändert die Menschen im Inneren und sie verleiht ihnen neue Fähigkeiten und das ist der Unterschied, auf den Paulus hinweisen will.

Er sagt also in Galater 5, sie sollen nicht zum Legalismus zurückkehren. Kehrt nicht dazu zurück und verstrickt euch in dem, wovon Christus uns befreit hat. Er verdammt also die falsche Lehre des Legalismus. Aber für heute Abend möchte ich eure Aufmerksamkeit auf das lenken, was unmittelbar im Anschluss daran kommt, ab Vers 7. Nachdem er die falsche Lehre in Versen 1-6 verdammt hat, verdammt er jetzt in Versen 7-12 die falschen Lehrer.

In der Bibel gibt es nicht allzu viele Leute, die der Herr Jesus wirklich aufs Schärfste kritisiert. In den meisten Fällen war er sehr tolerant und manchen Leuten, die sehr unmoralisch waren, erwies er sogar nichts als Liebe. Er hasste die Sünde und liebte den Sünder. Aber für diese Leute, die falsche Lehrer waren, hat er nichts als scharfe Kritik, Verwünschungen und Verdammnis übrig.

An dieser Stelle hört Paulus in gewisser Weise auf, über die Galater zu sprechen und beginnt, über die falschen Lehrer an sich zu sprechen. Und in den Versen 7-12 macht er sie einfach fertig. So wie wir in Versen 2-6 die Werke falscher Lehre gesehen haben, werden wir hier die Werke falscher Lehrer sehen. Und Paulus enthüllt den bösen Charakter falscher Lehrer in sechs Aussagen über sie. Wenn ihr nach einer guten Beschreibung sucht, wie man falsche Lehrer charakterisiert, findet ihr sie hier in sechs Aussagen. Aber ich möchte euch zuerst einen Abschnitt zeigen, der euch eine Vorstellung davon vermittelt, was Christus selbst von den Leuten hielt, die falsche Informationen verbreiteten.

Er findet sich in Matthäus 23,13, eine sehr aussagekräftige Textstelle. Matthäus 23,13; ich werde euch ein wenig davon vorlesen. Vielleicht möchtet ihr es also aufschlagen und mit mir lesen. Die meisten Menschen, die zur Zeit Christi in Israel für die Verbreitung von Gottes Wahrheit verantwortlich waren, waren die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Sie hatten es alles ins Gegenteil verkehrt und statt die Gnade Gottes und Glauben zu lehren, lehrten sie Legalismus und das Gesetz. Deshalb ernten sie in Matthäus Kapitel 23 wirklich scharfe Kritik von Jesus.

Es beginnt in Matthäus 23,13: „Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt.“ Wisst ihr, immer wenn ein Schriftgelehrter in sein Amt eingeführt wurde, erhielt er einen symbolischen Schlüssel, der „Schlüssel der Erkenntnis“ genannt wurde. Er war symbolisch für die Tatsache, dass der Schriftgelehrte dem Volk die Erkenntnis des Heiligen eröffnen sollte. Stattdessen sagt Jesus hier: „Wehe euch, ihr habt das Reich der Himmel vor den Menschen verschlossen.“ „Ihr selbst geht nicht hinein und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein.“ Ihr habt jedermann ausgeschlossen, auch euch selbst.

„Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Häuser der Witwen freßt.“ Das bedeutet, sie nutzen hilflose Leute durch illegale Taktiken aus, „und zum Schein lange betet“, piocety. „Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle“, das Wort hierfür ist Gehenna, der brennende Ort, „aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid!“

„Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden.“ Sie spielten dieses kleine Spiel. Wenn jemand etwas schwor, sollte das verbindlich sein. Also schworen sie und jemand versuchte, sie zur Einhaltung dieses Schwurs zu bewegen und sie sagten: „Nein, ich habe nicht beim Gold geschworen, ich habe nur beim Tempel geschworen.“ Vers 17 spiegelt meine Gefühle wieder: „Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? Und: Wer beim Brandopferaltar schwört, das gilt nichts; wer aber beim Opfer schwört, das darauf liegt, der ist gebunden. Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Opfer oder der Brandopferaltar, der das Opfer heiligt?

Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und allem, was darauf ist. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem der darauf sitzt.“ Wenn ihr Gott anruft, euer Wort aufzuzeichnen, solltet ihr lieber daran festhalten. „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet.“ Und das sind die winzig kleinen Dinge. Winzig kleine Kräuter, Pflanzen und Samen. Sie waren so akribisch in ihrem Legalismus, dass sie sogar einen Teil der Samen verzehnten. „Und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen. Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt.“ Ziemlich anschaulich, oder?

Wisst ihr, was er damit meint? Das ist nur ein Symbol, aber manche Leute, die Wein tranken, gossen den Wein durch ein Sieb, um Mücken oder ähnliches herauszufiltern und den Wein zu reinigen. Und Jesus sagt, in religiöser und geistlicher Hinsicht seid ihr großartig darin, Mücken herauszufiltern, aber ihr schluckt ein Kamel.

„Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit.“ Äußerlich seht ihr gut aus, innerlich seid ihr verdorben. „Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleicht ...“ Das bezieht sich auf Gräber, die geweißelt worden waren. „… äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind!“ Vers 29: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Gräber der Propheten baut und die Denkmäler der Gerechten schmückt und sagt: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.“

Sie machten die toten Propheten zu Helden und sagten: „Wenn wir gelebt hätten, als dieser oder jener Prophet ermordet wurde, hätten wir das nie getan.“ „So gebt ihr ja euch selbst das Zeugnis, daß ihr Söhne der Prophetenmörder seid. Ja, macht ihr nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Schlangen! Ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?“

Jesus hat nie verdammenswerte Sprache verwendet als bei dieser Gelegenheit. Und weil er sich so oft wiederholte, bekommt man den Eindruck, dass diese Angelegenheit seiner Meinung nach wichtig war. Er kritisierte falsche Lehrer auf schärfste. Und wenn wir zur Galater 5 zurückgehen und dort sehen, dass Paulus ein wenig rachsüchtig ist, werden wir verstehen, dass er der großen Tradition unseres Herrn folgt. In den Versen 7-12 zeigt Paulus uns hier die Werke falscher Lehrer, die wir in Kürze sehen werden.

In Vers 7 behindern falsche Lehrer zunächst die Wahrheit. Sie behindern die Wahrheit und hier lässt Paulus die Lehre hinter sich und greift die Menschen an. Vers 7: „Ihr lieft gut“, das ist eine Metapher aus Wettrennen, die Paulus häufig verwendete. „Ihr lieft gut;  wer hat euch aufgehalten, daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht?“ Er sagt, ihr seid so gut gelaufen. Das Rennen begann, ihr seid losgelaufen und alles sah so gut aus. Wer ist euch in die Quere gekommen? Wer hat euch Hindernisse in den Weg gestellt? Wer hat euch durcheinandergebracht? Wer hat euch behindert?

Insgesamt lief es in der Gemeinde in Galatien sehr gut. Sie hatten gut angefangen. Sie hatten Fortschritte gemacht. Sie hatten Frucht getragen. Sie waren gut gelaufen. Und er fragt, wer sie behindert hat. Wer ist euch in die Quere gekommen und hat euch eurer Kraft beraubt? Und wenn ich das Wort „wer“ vorlese, müsst ihr bitte verstehen, dass das nicht einfach eine Frage nach einem Namen war. Er fragt vielmehr, wer so etwas jemals zulassen würde? Wer ist so groß und steht über mir und dem Heiligen Geist, dass ihr ihm erlauben würdet, Einzug zu halten und das, was Gott selbst begonnen hat, zu zerstören?

Das Wort „wer“ sollte mit einem Fragezeichen vergrößert werden. Wer um alles in der Welt würde zulassen, dass ihr das tut? Am Anfang gab es so viel Freude und so viel, das Gott mit euch vorhatte, und jetzt wurden die Samen des Legalismus ausgesät und die Läufer wurden unsicher auf ihrer Bahn und begannen, zu stolpern und zu stürzen. Nein, Paulus fragt hier nicht nach Informationen. Er sagt nicht: „Würdet ihr mir bitte den Namen des Anführers nennen, ich würde ihn mir gerne vorknöpfen?“ Er fragt nicht in diesem Sinne nach dem „wer“. Er sagt, bevor ihr fortfahrt, den falschen Lehren zu folgen, denen ihr bereits folgt, hört mir gut zu. Ihr solltet lieber herausfinden, wer diese Person ist, der diese Lehre verbreitet. Wer ist er  - aus dem Blickwinkel, welches Recht hat er dazu, das zu tun? Ihr solltet lieber überprüfen, was für eine Person er ist. Paulus ist nicht hinter einer Identität her, sondern vielmehr hinter dem Charakter. Es geht ihm um den Charakter. Er fragt nicht nach dem Namen dieser Person, sondern danach, was für eine Person das ist, die euch gestatten würde, das zu tun.

In Kapitel 6,12 hat Paulus ein wenig darüber zu sagen, was für Menschen das waren. Er sagt: „Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, daß ihr euch beschneiden laßt.“ Sie wollen einfach ihre eigene Beschneidung erhöhen, ihren eigenen Status als Juden. Vers 13: „Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, daß ihr euch beschneiden laßt, damit sie sich eures Fleisches rühmen können.“ Sie wollen Bekehrte. Sie wollen eine Reihe von Bekehrten zu ihren Gunsten anführen können.

Heute früh haben wir bei unserer Studie gesehen, dass das sehr typisch für falsche Lehrer ist. Sie wollen Anhänger haben, nicht wahr? Sehr wichtig. Sie wollen Menschen in die Irre führen. Sie wollen ein Gefolge aufbauen. Und deshalb sagt Paulus: „Wem würdet ihr jemals gestatten, euch das anzutun?“ Achtet bitte auf den Ausdruck am Ende von Vers 7 – hier geht es um einfache Wahrheiten. Am Ende von Vers 7 sagt er: „… daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht.“ Was meinen wir, wenn wir sagen, wir gehorchen der Wahrheit?

Nun, zunächst einmal kann es sich auf Errettung beziehen. Er könnte sich also auf die Tatsache beziehen, dass die Galater tatsächlich schon damit begonnen haben, der wahren Lehre des Heils den Rücken zu kehren. Dass sie tatsächlich an einem Punkt angekommen sind, wo sie nicht mehr an die errettende Wahrheit glauben. Der Wahrheit zu gehorchen, kann sich also auf das Heil beziehen.

In Apostelgeschichte 6,7 lesen wir zum Beispiel: „Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem.“ Hört jetzt gut zu: „Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.“

 Das bedeutet Errettung. Gehorsam in der Schrift gegenüber dem Glauben. Gehorsam gegenüber der Wahrheit bezieht sich oft auf Errettung. Deshalb sagt Paulus vielleicht zu diesen Galatern: „Was hat euch so durcheinandergebracht, dass ihr sogar darin versagt, die Errettung auf die wahre Weise zu verbreiten?“

In Römer 2,8 wird das Konzept „der Wahrheit gehorchen“ auf ähnliche Weise verwendet. „Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit.“ Und das Konzept, der Wahrheit zu gehorchen, bezieht sich wieder auf das Heil. Er sagt dort, dass diejenigen, die das Heil ablehnen, gerichtet werden. Und in Römer 6,17 lesen wir: „Gott sei aber gedankt, dass ihr Knechte der Sünde ‚gewesen‘ seid, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, der ihr ergeben seid.“ Auch hier wird Gehorsam gegenüber der Wahrheit dem Heil gleichgesetzt. In Römer 10,16 ist es dasselbe. „Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam.“ Und ihr könnt auch Römer 15,18, Römer 16,26 und 2. Thessalonicher 1,8 miteinander vergleichen und werdet dort dieselbe Verwendung finden.

Das Konzept des Gehorsams gegenüber dem Glauben ist also ebenso grundlegend wie die Errettung. Es kann aber auch weit darüber hinausgehen, denn Gehorsam gegenüber der Wahrheit ist nicht nur eine Frage der Errettung, sondern auch eine Frage des christlichen Lebenswandels. Ihr sagt, nun, spricht er hier zu Christen oder zu Ungläubigen? Ich glaube, er spricht hier über Grundsätze. Er sagt zu ihnen, ihr habt gehorsam gegenüber der Wahrheit des Heils begonnen und gegenüber der Wahrheit des christlichen Lebenswandels im Geist. Jemand hindert euch, sodass ihr euch der Wahrheit des Heils und des Lebenswandels unter der Wahrheit der Gnade nicht mehr verpflichtet fühlt.

Und es geht hier nicht darum, ob er zu Christen oder Nichtchristen spricht, er spricht über Grundsätze, die in beiden Fällen gelten können, aber es ist ein trauriger Tag, meine Lieben, wenn eine Gemeinde, die vom Apostel Paulus gegründet wurde, die Lehre des Heils, durch die sie erlöst wurde, aufgibt – doch wie sehr trifft das heutzutage auf unser Land und die ganze Welt zu. Wie viele Leute gibt es, die auf Kanzeln stehen und in Gemeinden und falsche Wahrheiten über die Errettung verbreiten. Und die das in eben jener Gemeinde tun, die ursprünglich durch das kostbare Blut unseres Herrn Christus erkauft wurde.

Seht ihr, auch Christen können manchmal dem Legalismus verfallen. Gehorsam ist von entscheidender Bedeutung für uns. Wir müssen der Wahrheit der Gnade gehorsam sein und niemals dem Legalismus. In 2. Korinther 10,4 sagt Paulus: „Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“ Der Gläubige soll den Weisungen Christi für sein Leben gehorsam sein. Der Führung Christi.

In Römer 6 heißt es, wenn ihr euch hingegeben habt wie Sklaven, um Christus gehorsam zu sein, dann solltet ihr ihm gehorchen. Wenn ihr sein Sklave seid, erfordert das automatisch Gehorsam. In 1. Petrus 1,22 sprach Petrus zu den Christen darüber, der Wahrheit zu gehorchen und dann ihre Brüder zu lieben. Die Vorstellung des Gehorsams gegenüber der Wahrheit ist also ein allgemeines Vorbild und Paulus erkennt traurig an, dass diese falschen Lehrer gekommen sind und die Galater am Gehorsam gegenüber der Wahrheit gehindert haben. Wisst ihr, ich denke manchmal, dass es in der christlichen Gemeinde, selbst unter Gläubigen und vielleicht einigen wohlmeinenden Leuten, Menschen gibt, die der Gemeinde eine Portion Legalismus verkaufen. Eine Reihe von Regeln, die das Äquivalent von Geistlichkeit sein sollen. Und wenn ihr das erst mal geschluckt habt, meine Freunde, wurdet ihr daran gehindert, gut zu laufen.

Ihr lauft nicht einmal, ihr kriecht. Vielleicht kriecht ihr nicht einmal. Vielleicht sitzt ihr einfach wie ein Häufchen Elend mitten auf der Bahn. Egal, ob sie also Nichtchristen am Rande des Christentums waren, die die wahre Lehre des Heils aufgaben, oder Christen, die dazu verführt wurden, der Wahrheit der Gnade zugunsten des Legalismus ungehorsam zu werden, das Prinzip bleibt dasselbe. Wenn ihr Legalisten seid, lauft ihr das christliche Rennen weder richtig noch gut. Der Legalismus behindert euch. Es wird keine Frucht geben, wie Gott sie sich wünscht, so viel Frucht wird es einfach nicht geben.

Wir können also behindert werden. Falsche Lehrer behindern die Wahrheit. In 1. Timotheus Kapitel 4 findet sich eine weitere Illustration. Ich möchte eure Aufmerksamkeit nur auf einige Verse dort lenken. Dort sagt der Heilige Geist ausdrücklich: „In späteren Zeiten [werden] etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden“, wir habe heuten früh in Verbindung mit Apostelgeschichte 20 davon gelesen, „durch die Heuchelei von Lügenrednern“. Eine Sache, die falsche Lehrer immer tun, ist, heuchlerisch Lügen zu verbreiten. Das scheint ihnen nichts auszumachen, da ihr eigenes Gewissen gebrandmarkt ist.

Wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, dass es wie verbrannte Haut ist. Es ist gefühllos. Ich habe viel davon. Ich hatte einmal einen Unfall. Ich wurde bei 120 km/h auf der Autobahn aus dem Auto geschleudert, rutschte ca. 100 m auf meinem Po die Straße entlang und Gott hat all das genutzt, um in meinem Leben zu wirken. Aber infolgedessen habe ich zahlreiche Schichten von Narbengewebe, weil es eine Fläche gab, die gut 1 cm tief war und 0,04 m² groß, die durch Reibung, Verbrennungen und Ähnliches abgetragen wurde. All dieses Narbengewebe ist jetzt vollkommen gefühllos. Stellt mich jetzt nicht auf die Probe. Vertraut mir einfach.

Und genau das ist es, was er hier sagt. Falsche Lehrer haben so lange heuchlerische Lügenreden verbreitet, dass es sie nicht mehr berührt. „Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen.“ Sie behindern also die Wahrheit, irreführende Geister, Lehren der Dämonen, und sie verbreiten Lügen. In 2. Timotheus Kapitel 3 begegnen wir ihnen wieder. Auch dort finden wir wieder dasselbe. Wieder einmal behindern sie die Wahrheit. In Vers 7 heißt es: „… die immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.“ Und in Vers 8 heißt es: „So widerstehen [auch diese Leute] der Wahrheit; es sind Menschen mit völlig verdorbener Gesinnung, untüchtig zum Glauben.“

Auch in 2. Petrus lesen wir etwas über falsche Propheten. Wir werden in einem Moment zu diesem Text zurückkehren. In Kapitel 2, Vers 1 heißt es: „… indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen.“ Einen Abtrünnigen kann man immer erkennen. Es ist leicht, einen Abtrünnigen zu erkennen. Erstens leugnet er die Gottheit Christi. Zweitens leugnet er die Wiederkehr Christi. Sie aber verleugnen „sogar den Herrn, der sie erkauft hat … und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.“ Sie bringen also Irrtümer und behindern die Wahrheit.

Paulus zeigt das also recht deutlich auf. Er sagt, die Judaisierer behindern die Wahrheit. Sie verderben die menschliche Rasse. Als Zweites sagt er in Vers 8 über sie, dass sie nicht von Gott sind: „Die Überredung kommt nicht von dem“, der was getan hat? „Der euch berufen hat.“ „Die Überredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat.“ Die Galater werden nicht vom Heiligen Geist zum Legalismus geführt. Das wurden sie nicht. Wer ist derjenige, der mit dem Ausdruck „der euch berufen hat“ beschrieben wird? Wer ist das? Wer beruft euch? Gott. Paulus sagt, das kommt nicht von Gott. Ihr fragt mich, was ich mit „der euch berufen hat“ meine? Nun, dazu müsst ihr Römer Kapitel 8 aufschlagen. Ihr werdet sehen, dass die Verwendung dieses spezifischen Konzepts dort sehr eindeutig ist. Hier geht es darum, dass Gott, in Vers 28, zum Subjekt des Satzes wird. Dass Gott, in Vers 30, „die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“

Es ist Gott, der beruft. Wenn Paulus also sagt, diese Überredung kommt nicht von dem, der euch beruft, dann sagt er, diese Art von Legalismus kommt nicht von Gott. Und die Berufung, von der er hier spricht, ist die innere, wirksame, errettende Berufung Gottes. Der Gott, der euch zum Heil berufen hat, verbreitet diese Wahrheit nicht. Ich möchte euch noch gerne eine weitere Anmerkung zum Thema der Berufung machen, und zwar aus 2. Thessalonicher 2,13. „Wir aber sind es Gott schuldig, allzeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, daß Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.“

Und hier seht ihr die Verbindung zwischen dem Ruf Gottes und der Präsentation des Evangeliums. Gottes wirksamer, errettender Ruf. Deshalb sagt Paulus einfach unumwunden, dass diese Leute nichts mit Gott zu tun haben. Egal, welche Stimme die Galater hörten, es war nicht die Stimme Gottes. Also behindern sie die Wahrheit und sie sind nicht von Gott. Drittens verunreinigen sie die Gemeinde, Vers 9. Falsche Lehrer verunreinigen die Gemeinde. Hört euch einmal diese Aussage an. „Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.“ Ihr fragt, was für eine Aussage das ist? Das ist eine Redewendung. Das war eine sehr vertraute Redewendung. Sie wird übrigens auch in 1. Korinther 5,6 verwendet. Das war nur eine der Redewendungen im Umlauf. Wir wissen nichts über ihre Herkunft, oder was letztendlich daraus wurde. Es gibt sie übrigens immer noch.

Sauerteig ist Hefe. Und ein wenig Hefe reicht schon für ein großartiges Ergebnis. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Falsche Lehrer verunreinigen. Vielleicht wäre es hilfreich für uns, ein paar Verse aus Judas zu vergleichen. In Judas 11 beschreibt er falsche Lehrer und verwendet einen Ausdruck, der sich auch in den Worten von Jesus wiederfindet. „Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen.“ Und wisst ihr, worin die Religion von Kain bestand? War es die Religion göttlicher Gnade? Es war was für eine Religion? Eine Religion menschlicher Leistung. Sie sind den Weg Kains gegangen. Alle falschen Lehrer gehen auf dem Weg menschlicher Leistung. „Und haben sich um Gewinnes willen völlig dem Betrug Bileams hingegeben“, und der Betrug Bileams bestand darin, einfach für denjenigen zu arbeiten, der euch bezahlt. Ihr seid ein käuflicher Prophet. „Und sie sind durch die Widersetzlichkeit Korahs ins Verderben geraten.“

Wisst ihr, was das Problem von Korah war? Er versuchte, Priester zu spielen. Er riss die Rolle eines Priesters an sich. Erinnert ihr euch, was mit ihm geschah? Der Boden öffnete sich und verschluckte ihn – also ein ganz klares „So etwas macht man nicht“ vonseiten Gottes. In Vers 12 sagt er, all diese falschen Lehrer sind „Schandflecken bei euren Liebesmahlen und schmausen mit [euch], indem sie ohne Scheu sich selbst weiden; Wolken ohne Wasser, von Winden umhergetrieben, unfruchtbare Bäume im Spätherbst, zweimal erstorben und entwurzelt, wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschäumen, Irrsterne, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist.“ Meine Güte, was für ein Literat Judas doch war!

Ein ziemlich eindeutiges Bild. Falsche Lehrer verunreinigen. Ein einziger Wurm schaffte es, die Staude von Jona zu zerstören, erinnert ihr euch daran? Krebs breitet sich aus. Krebs beginnt mit einer kleinen Zelle und breitet sich aus. Ein Streichholz reicht, um einen Waldbrand auszulösen. Manche sagen, es war Benjamin Franklin, der einst sagte: „Wegen eines fehlenden Nagels geht ein Schuh verloren. Wegen eines fehlenden Schuhs ist der Mensch verloren. Wegen eines fehlenden Menschen ist das Pferd verloren. Wegen eines fehlenden Pferdes war die Armee verloren.“ Und so weiter, bis schließlich das ganze Reich verloren geht. Es reicht schon, ein klein wenig nachzugeben, dann ist die ganze Sache verunreinigt.

Deshalb haben wir heute früh gesagt, dass die Prioritäten der Leiter einer Gemeinde, die Priorität eines Pastors, unter anderem darin besteht, nach falschen Lehren Ausschau zu halten und vor ihnen zu warnen, nicht wahr? Weil sie verunreinigen. Es wird noch eine vierte Sache über falsche Lehrer gesagt. In Vers 10 heißt es, sie werden gerichtet werden. Sie werden gerichtet werden. „Ich traue euch zu in dem Herrn, daß ihr nicht nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ Das ist eine Art von Hoffnung, ein ganz kleiner leuchtender Stern, der in der finsteren Nacht des Paulus scheint. Deshalb sagt er, Leute, ich habe Vertrauen in euch durch den Herrn. Mit anderen Worten sagt er, ich weiß, dass ihr, wenn ihr echt und wahrhaftig und wirklich und buchstäblich im Herrn seid, dann habe ich Vertrauen in euch in dem Herrn, das ist die beste Übersetzung. Ich habe Vertrauen in euch, dass ihr es, wenn ihr echt seid, nicht vermasseln werdet. Das ist Johannes 8, nicht wahr?

„Wenn ihr in meinen Worten bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“ Ein wahrer Spross, ein immerwährender Spross. In Philipper 1,6 lesen wir, „daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat“, was tun wird? „Es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“ Und Paulus sagt, ich habe Vertrauen in euch durch den Herrn. Wenn ihr zu ihm gehört, werde ich mir keine Sorgen machen, dass ihr anders gesinnt sein werdet. Dann werdet ihr bei der Wahrheit bleiben und das hier ist nur eine vorübergehende Laune.

Ich bin zuversichtlich, dass ihr, wenn ihr echt seid, bei der Gnade bleiben werdet. Denn er wusste, dass Satan ihnen nichts antun konnte, wenn sie Christen waren. Lest das einmal in Johannes 10,28-30 nach. Wenn ihr zu Christus gehört, seid ihr in seiner Hand geborgen und niemand kann euch aus seiner Hand reißen. Und der Vater, der euch Christus gegeben hat, ist größer als alle. Er hält euch.

Er sagt, euch wird nichts passieren, aber in Vers 10 lesen wir, dass es den falschen Lehrern nicht so gut ergehen wird. „Wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ Wer auch immer diese Person sei, wer auch immer der Anführer ist, was auch immer diese Gruppe ist, sie werden gerichtet werden. Wer auch immer dieses Chaos und diese Verwirrung angerichtet hat, wird seine Strafe dafür bekommen.

Erinnert ihr euch noch, was Jesus sagte, als ich vorhin aus Matthäus 23 vorgelesen habe? Es ist unmöglich, dass diese Schriftgelehrten und Pharisäer, diese heuchlerischen Lehrer, jemals der Strafe der Hölle entgehen würden. Lasst uns gemeinsam 2. Petrus aufschlagen. Der Heilige Geist nutzt Petrus, um diese Art von Botschaft an falsche Lehrer zu wiederholen. 2. Petrus 2 – wisst ihr, was mich immer wieder erstaunt, wenn ich über falsche Lehrer lehre? Ich glaube, das war noch nicht allzu oft, aber aus irgendeinem Grund hat der Heilige Geist es so gelenkt, dass wir an diesem Tag bei beiden Gottesdiensten über falsche Lehrer gesprochen haben, nicht wahr?

Ich gehe einfach ganz naiv davon aus, dass der Herr weiß, dass irgendwas im Busch ist. Deshalb sage ich ohne zu zögern, nehmt euch zu Herzen, was ihr heute hört. Ich möchte euch gerne etwas aus 2. Petrus 2,1 vorlesen. „Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen,  indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen.“ Hier ist die Einführung zum Thema Gericht. Eine ganz einfache Aussage. Ein schnelles Verderben. Am Ende von Vers 3 sagt er, ihr Verderben schlummert nicht. „Denn wenn Gott die Engel nicht verschonte, die gesündigt hatten, sondern sie in Fesseln der Finsternis in den Abgrund warf, um sie zum Gericht aufzubewahren, und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern [nur] Noah, den Verkündiger der Gerechtigkeit, als Achten bewahrte, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte, und auch die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und so zum Untergang verurteilte, womit er sie künftigen Gottlosen zum warnenden Beispiel setzte, während er den gerechten Lot herausrettete, der durch den zügellosen Lebenswandel der Frevler geplagt worden war …“ Vers 9: „So weiß der Herr die Gottesfürchtigen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber zur Bestrafung aufzubewahren für den Tag des Gerichts.“ Und wem diese Strafe primär galt, lesen wir in Vers 10: „Das gilt besonders für die, welche in unreiner Lust dem Fleisch nachlaufen und die Herrschergewalt verachten. Verwegen und frech, wie sie sind, fürchten sie sich nicht, Majestäten zu lästern, wo doch Engel, die an Stärke und Macht größer sind, kein lästerndes Urteil gegen sie bei dem Herrscher vorbringen.“

Und hier finden wir die Vorstellung, dass Majestäten auch Engel beinhalten können. „Diese aber, wie unvernünftige Tiere von Natur zum Fang und Verderben geboren …“ Ist das nicht interessant? Falsche Lehrer sind wie … wie Monster. Die beste Art, „unvernünftige Tiere“ in die heutige Umgangssprache zu übersetzen, wäre, es wie in einem Comicheft Monster zu nennen, mit dem man nichts anderes tut als es zu zerstören. In Vers 12 heißt es: „[Sie] werden in ihrer Verdorbenheit völlig zugrundegerichtet werden, indem sie so den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen.“ Und dann bezeichnet er sie als Schmutz- und Schandflecken. „Augen voller Ehebruch“ und so geht es weiter.

Weiter unten in Vers 22 nennt er sie Hunde, die zu dem zurückkehren, was sie erbrochen haben. Das ist ein recht merkwürdiges Szenarium. Aber es dreht sich alles um das Gericht, und zwar das Gericht, das falsche Lehrer ereilt. Wisst ihr, wenn jemand Gottes Kinder manipuliert, ist das das schlimmste Vergehen, das es gibt. Ich möchte euch an Matthäus 18,1 erinnern, um eure Aufmerksamkeit aus einem anderen Blickwinkel darauf zu lenken. Hört mir gut zu, während ich das vorlese.

„Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Reich der Himmel? Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Hört jetzt gut zu: „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß [zur Sünde] gibt, für den wäre es besser, daß ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“

Jesus sagt, es sei besser, sich selbst zu ertränken, als einem kleinen Kind, das zu ihm gehört, Anstoß zur Sünde zu geben. Ihr seht also, man sollte Gottes Kinder in Ruhe lassen. Wer Gottes Kinder manipuliert, wird gerichtet werden. Falsche Lehrer behindern also die Wahrheit, sie sind nicht von Gott, sie verunreinigen die Gemeinde und sie werden am Ende gerichtet. Fünftens verfolgen sie grundsätzlich wahre Lehrer. Schaut euch einmal Vers 11 an. „Ich aber, ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündige, warum würde ich dann noch verfolgt?  Dann hätte das Ärgernis des Kreuzes aufgehört!“ Auf den ersten Blick ist dieser Vers schwer zu interpretieren. Aber das wird sehr einfach, wenn ihr begreift, dass Paulus beschuldigt worden war.

Achtet einmal auf den Anfang. „Ich aber, ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündige, warum würde ich dann noch verfolgt?“ Die Judaisierer hatten offensichtlich Folgendes gesagt. Sie waren in der Stadt angekommen, sie wussten, dass jeder Paulus liebte und deshalb sagten sie wahrscheinlich: „Hey, wir fallen gar nicht so sehr aus dem Rahmen.   Wusstet ihr, dass Paulus ebenfalls die Beschneidung verkündet?“ Und alle Leute sagten wahrscheinlich: „Ihr macht wohl Witze?“ „Nein, wieso? Paulus ist einer von uns. Paulus verkündet und lehrt die Beschneidung.“ Und dafür hätten sie dann eine Illustration gehabt. Ja, Apostelgeschichte 16: „Er kam aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens…“. Erinnert ihr euch? „Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters; der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.“ Er war also ein Christ.

Jetzt achtet aber mal auf Vers 3: „Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen.“ Er wollte, dass Timotheus mit ihm und den anderen Missionaren reiste. „Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die in jener Gegend waren;  denn sie wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war.“ Paulus ließ Timotheus beschneiden? Warum hat er das getan? Nun, ich sage euch eins. Er tat es ganz gewiss nicht, damit Timotheus errettet würde. Wisst ihr, warum er es tat? Er tat es, weil Timotheus halb jüdisch und halb griechisch war. Und jeder dort wusste, dass er zur Hälfte Grieche war. Sein Vater war ein Grieche. Und Paulus wusste, dass Timotheus, wenn er sich dem Ritus der Beschneidung unterordnete, jedem, der ihn kannte, damit signalisierte, dass er sich absichtlich, persönlich, bewusst und aus freien Stücken mit dem Judaismus identifizierte.

Ihr sagt jetzt: „Na und?“ Es geht darum, dass ihn das in die Lage versetzte, in engeren Kontakt mit den Juden zu treten und von ihnen akzeptiert zu werden. Paulus tat das, weil es dem Dienst zweckdienlich war, nicht, weil es der Rechtfertigung dienen sollte. Nicht zur Errettung. Er wollte, dass Timotheus ein effektiverer Missionar bei den Juden war und wohin ging Paulus jedes Mal, wenn er in eine neue Stadt kam? Was war das erste Gebäude, das er betrat? Eine Synagoge. Die Synagoge; als zweites ging er zum Gefängnis.

Er wusste sehr wohl, wenn er in die Synagogen ging, wäre das für Timotheus als jemand, der das Zeichen des Judaismus akzeptiert hatte und für den das kein Eingriff in sein Leben war, da er halb Jude war, etwas, wozu er das Recht hatte ... Als Paulus hier an die Galater schreibt, spricht er nicht zu den Juden. Er spricht zu den Heiden. Wenn sie sich beschneiden lassen hätten als Bestandteil des Prozesses der Errettung, hätte das gegen die Lehre der Errettung verstoßen. Wenn Timotheus das tat, identifizierte er sich damit mit einem Symbol, mit dem er das Recht hatte, sich zu identifizieren, weil er sowieso halb Jude war. Ich sage es noch einmal. Paulus ließ die Beschneidung aus vielerlei Zwecken zu, solange keine biblischen Prinzipien daran beteiligt waren. Den Grund dafür werdet ihr erfahren, wenn ihr sonntagmorgens hierher kommt und wir über Apostelgeschichte 21 sprechen. Wenn Paulus nach Jerusalem kam, hielt er sich sogar an jüdische Gelübde. Wir haben auch gesehen, wie er das in Kenchreä getan hat, nicht wahr? Und Paulus sagte: „Als ich bei den Juden war, wurde ich ein Jude. Als ich bei den Heiden war, wurde ich wie sie. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.“ Wenn es nicht um biblische Prinzipien ging, passte er sich der Situation an.

Aber anscheinend hatten die Judaisierer diese Sache mit Timotheus aufgegriffen und hatten gesagt, das sei ein Beweis dafür, dass Paulus die Beschneidung predigt. Passt jetzt gut auf, Paulus hat ein wirklich gutes Argument. Er sagt: „Ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündigte, warum würde ich dann noch verfolgt?“ Ziemlich gutes Argument. Wenn ich auf ihrer Seite bin, warum schlagen sie mich? Das ergibt keinen Sinn. Sie waren hinter Paulus her. Er wurde überall verfolgt, in ganz Kleinasien, in ganz Galatien und Phrygien; dort allerdings weniger als später in der Gegend um Korinth und Athen und Philippi und den kritischen Punkten seines Dienstes. All jene Gegenden von Mazedonien und Achaia, dort wurde er ständig verfolgt.

Und wenn die Judaisierer behaupteten, er sei einer von ihnen, warum verfolgten sie ihn dann? Wenn er Errettung durch Beschneidung verkündet hätte, würden sie ihn nicht verfolgen. Aber sie taten es und sie taten es überall. Warum sollten sie ihn nicht mehr verfolgen? Denn wenn er die Beschneidung verkündigte, hätte das Ärgernis des Kreuzes was getan? Aufgehört. Wisst ihr, was für die Juden das Ärgernis des Kreuzes war? Das Ärgernis des Kreuzes war nicht nur ein gekreuzigter Messias, das war ein Teil davon. Sie kamen mit einem toten Messias am Kreuz nicht klar.

Aber das wahre Ärgernis des Kreuzes war für die Juden die Tatsache, dass das Kreuz den gesamten mosaischen Plan komplett auslöschte. Und für die Juden war das Kreuz eine Unmöglichkeit, weil das Kreuz den Judaismus auslöschte. Es löschte das mosaische Gesetz aus, und das war es, was ihnen ein Ärgernis war. Sie mussten ihr ganzes Leben mit jedem Pünktchen und Tüpfelchen des Gesetzes verbringen. Plötzlich starb Christus am Kreuz, Paulus kommt uns sagt, ihr könnt das Gesetz vergessen, glaubt einfach an Christus und sein Werk am Kreuz und sie fassten sich alle an die Ohren und begannen zu schreien. Das kann nicht sein.

Das Ärgernis des Kreuzes bestand darin, dass das Kreuz das ganze mosaische Gesetz ersetzte. Es löschte das ganze Rechtssystem aus. Chrysostomos sagte: „Denn sogar das Kreuz, das den Juden ein Stolperstein war, war dies nicht so sehr wie die Unterlassung, Gehorsam gegenüber den Gesetzen der Vorväter zu verlangen. Denn als sie Stephanus angriffen, sagten sie nicht, dass er den Gekreuzigten anbetete, sondern dass er sich gegen das Gesetz und das Heiligtum aussprach.“ Versteht ihr das? Es war nicht so sehr der Gekreuzigte selbst, der ihnen ein Ärgernis war, als die Auslöschung des mosaischen Plans. Und übrigens Saulus selbst/Paulus, verfolgte die Gemeinde aus eben diesem Grund.

In Galater 1,13 sagte er quasi: „Erinnert ihr euch an mein früheres Leben? Ich habe die Gemeinde Gottes verfolgt.“ Vers 14: „Ich [übertraf] im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht […] durch übermäßigen Eifer für die Überlieferungen meiner Väter.“ Das war es, woran sie sich festklammerten. Sie konnten den mosaischen Plan, das mosaische Gesetz, nicht loslassen. Deshalb war das Kreuz ihnen ein Ärgernis, weil es dieses System außer Kraft setzte.

Paulus sagt also Folgendes: „Schaut, wenn ich die Beschneidung verkündige, wenn ich immer noch Zugeständnisse an den mosaischen Plan machen würde, dann wäre das Kreuz nicht solch ein Ärgernis und ich würde nicht verfolgt werden, aber ich werde immer noch verfolgt und das Kreuz ist immer noch ein scandalon, ein Skandal, ein Ärgernis.“ Und, meine Lieben, das trifft auch heute noch zu. Ich denke, das Kreuz ist immer noch ein Ärgernis. Wisst ihr warum? Das Kreuz ist aus demselben Grund ein Ärgernis, weil es alle Religionen der menschlichen Leistung auslöscht und jeden Menschen in seiner eigenen Sünde entblößt, nicht wahr? Und die Leute schauen nicht gerne der Tatsache ins Auge, dass sie in ihrer Sündhaftigkeit nackt vor Gott sind und keine Zuflucht haben.

Wisst ihr, was ein Ärgernis ist? Nachdem Petrus gefangen genommen worden war, stand er vor dem kleinen inneren Kreis und sie brachten ihn vor den Sanhedrin. Er stand vor ihnen allen und sagte, ich habe nur eine Sache zu sagen, meine Herren. „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“ Und das gefiel ihnen nicht. Es gibt nicht viele Leute, denen das gefällt, weil das einfach alle menschlichen Leistungen negiert.

Das Kreuz ist immer noch unbeliebt, weil es die Sünde entblößt und keinen Raum für Hochmut und menschliche Leistung lässt und das menschliche Ego hat wirklich Mühe damit, das zu schlucken. Christus zu verkünden bedeutet, Verfolgung auf sich zu bringen, denn Christus zu verkünden bedeutet, ein Ärgernis zu sein, weil ihr jeden Menschen zu einem Sünder erklären müsst. Es ist ein weitaus geringeres Ärgernis, die Beschneidung zu verkündigen. Wisst ihr, Menschen kommen und sagen, du bist ein netter Mensch, und wenn du nur noch 13 weitere nette Sachen tust, kommst du in den Himmel.

Ach wie schön, das schaffe ich. Wir sagen im Gegensatz dazu, ihr seid abscheuliche Sünder, die zur Hölle verdammt sind und nichts, was ihr jemals getan habt, bedeutet Gott irgendetwas. Ach ja? Sagt wer? Wenn ihr meint, Paulus verwende ziemlich heftige Sprache hier - es kommt noch besser. Er schließt seine Polemik über falsche Lehre und falsche Lehrer mit einer der schockierendsten Aussagen ab, die je über seine Lippen gekommen sind. Und an diesem Punkt schreit er wirklich Ach und Weh.

In Vers 12 sagt er: „O daß sie auch abgeschnitten würden, die euch verwirren.“ Meine Freunde, was er hier eigentlich sagt mit dem Wort, das für „abgeschnitten“ verwendet wurde, ist „kastriert“. Wisst ihr, diese Leute, die Beschneidung lehren? Ich wünschte, man würde sie kastrieren. Hmmm. Das enthält etwas, das … furchtbar ist, aber es enthält auch etwas, das mir gefällt, und es ist nicht die Tatsache an sich, sondern vielmehr die Einstellung von Paulus. Seine innere Leidenschaft gegen falsche Lehrer. Er fürchtete sich nicht davor, es so zu sagen, wie er es sagen wollte.

Galatien war in der Nähe von Phrygien und in Phrygien wurde die Göttin Kybele sehr angebetet und es gab viele kybellinische Priester. Und alle kybellinischen Priester und alle ergebenen Anbeter dieser Göttin wurden routinemäßig kastriert. Alle kybellinischen Priester waren Eunuchen. Deshalb sagt Paulus: „Schaut, wenn ihr den Weg der menschlichen Leistung einschlagen und euch beschneiden lassen wollt, dann könnt ihr falschen Lehrer auch ganze Sache machen und euch kastrieren lassen und völlige Heiden werden.“

Meine Freunde, ich kann nur sagen, dass ich dem nichts hinzufügen kann, außer, dass Gesetz und Gnade sich nicht miteinander kombinieren lassen. Paulus sagt, wenn ihr die beiden ein wenig miteinander vermischt, dann könnt ihr ebenso gut absolute, totale, heidnische Eunuchen werden. Die Leute kommen und sagen: „Nun, es ist nett, an Jesus Christus zu glauben, um errettet zu werden, aber man muss dem die Taufe hinzufügen können.“ Nein, nein, denn wenn ihr die Taufe hinzufügt, könnt ihr ebensogut Heiden werden. Das ist es, was Paulus hier sagt. Wenn ihr der Gnade irgendetwas hinzufügt. Und glaubt mir, als die Galater das gelesen haben, als sie sich versammelten und jemand den Text durchlas und dann plötzlich kam und den Vers verlas, könnt ihr ruhig glauben, dass sie erschüttert und schockiert waren, weil sie quasi Tür-an-Tür mit der Situation der Kybelliner lebten. Sie wussten genau, wovon er sprach.

Wenn ihr Jesus Christus auch nur eine Sache hinzufügt, bleibt nichts weiter als Heidentum, Heidentum. Leute, es gibt nur zwei Optionen. Die Religion göttlicher Gnade und die Religion menschlicher Leistung – die Entscheidung liegt bei euch. Ich möchte mit einer Illustration abschließen. Zwei Männer in Lukas 18. Sie veranschaulichen das sehr deutlich. In Lukas 18,9 lesen wir Folgendes. Hört gut zu.

„Er sagte aber auch zu etlichen […] dieses Gleichnis. Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten [...] dieses Gleichnis.“ Könnt ihr euch das vorstellen? Sie vertrauten auf sich selbst, dass sie gerecht seien, und sie verachteten andere. Hier ist das Gleichnis. „Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten. der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.“ Pharisäer waren die heiligsten Menschen und Zöllner die unheiligsten, weil sie für eine heidnische Regierung arbeiteten und Israel Steuern abverlangten und sie hassten die Leute, die von Rom abgeworben wurden, um als Zöllner zu agieren. Sie hassten sie. „Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so:  O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch dieser Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche.“ Wisst ihr, das hat gesessen. „Und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme!“ Wisst ihr, wir reden gerne über derartige Dinge und grenzen an Pharisäertum.

Es ist so, als wenn ihr endlich eure Stille Zeit hinter euch gebracht habt und euch sagt, heute werde ich eine halbe Stunde lang beten. Ihr fallt auf die Knie und versucht sehr hart, 14 Mal an alles zu denken, was euch in den Sinn kommt. Ihr habt eine kleine Liste und habt eine halbe Stunde lang gebetet und kommt raus und der erste Mensch, den ihr trefft, fragt euch, wie es euch geht. „Gut, weißt du, ich habe heute eine halbe Stunde lang gebetet.“

„Ich faste zweimal in der Woche. Ich gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme!“ Das ist die Religion menschlicher Leistung, nicht wahr? Ich weiß nicht, warum der mit Gott gesprochen hat. Er brauchte nichts von Gott. Er hat einfach Bericht erstattet. Vers 13: „Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Oh Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Das ist nicht die Religion menschlicher Leistung. Das ist die Religion wovon? Die Religion göttlicher Gnade. Und was ist in Vers 14 geschehen? „Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“

Die Botschaft des Galaterbriefs ist ganz einfach. Die Botschaft des Galaterbriefs ist die Botschaft der Errettung durch Glauben an den Herrn Jesus Christus und außer ihm gibt es keinen anderen. Niemand kommt jemals durch sein eigenes Verdienst zu Gott. Gottes Arme sind offen. Das Heil steht uns aus Gnade durch Glauben offen, auf keine andere Weise. Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.