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Im Geist Wandeln, Teil 1 (German)

Galater 5:16-18 June 30, 1974 de1668

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Wir befassen uns heute mit Galater 5 und beginnen bei Vers 16. Ich möchte euch als Hintergrund Verse 16 bis 18 vorlesen. „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ Jeder, der auch nur irgendetwas über die Grundlagen des christlichen Lebens weiß, weiß, dass der Schlüssel zur christlichen Lebensweise im Heiligen Geist liegt.

Im Moment der Errettung hält der Heilige Geist Einzug im Leben eines Gläubigen und wird zur Ressource, Energie und Kraft für das Leben jenes Gläubigen. Darum geht es im Prinzip in diesen Versen. Das vom Geist kontrollierte Leben und was es hervorbringt. Wenn wir zu der Frage kommen, was ein solches Leben hervorbringt, finden wir die Antwort darauf in Vers 22, wo es um die Frucht des Geistes geht: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

Die Energie und Kraft des Heiligen Geistes ist die Grundlage des christlichen Lebens, sofern dieses erfolgreich und zur Ehre Gottes gelebt wird und Frucht trägt. Vergesst bitte nicht, dass es im Galaterbrief einen ständigen Kontrast zwischen Gesetz und Gnade gibt. Und der Kontrast in den letzten beiden Kapiteln des Galaterbriefs ist der zwischen dem Gesetz als Prinzip der christlichen Lebensweise und der Gnade als Prinzip der christlichen Lebensweise.

Paulus argumentiert, dass es als Christ nicht nötig ist, sich einem Gesetz unterzuordnen.

Es ist nicht nötig, sich einem externen Kodex unterzuordnen. Denn der Heilige Geist bringt in unserem Inneren das hervor, was das Gesetz nie hervorbringen könnte.

Deshalb wird hier also ein Kontrast aufgestellt zwischen Legalismus und einem vom Heiligen Geist erfüllten Leben oder auch dem Wandel im Geist. Der Gläubige muss nicht legalistisch unter einem geschriebenen Gesetz leben, unter einem System zeremonieller Routine und Rituale, sondern er kann einfach aufgrund des in ihm wohnenden Heiligen Geistes wandeln und das erfüllen, was Gott schon immer für die Menschen im Hinblick auf ihre Heiligkeit beabsichtigt hat. Deshalb verlagert das ganze Konzept der Heiligkeit sich nach innen und der dort wohnende Heilige Geist bewirkt das, was ein externes Gesetz nie bewirken könnte.

Wir haben im Galaterbrief erfahren, dass es vor Christus Versklavung durch externe Gesetze gab und da die Menschen diese nicht einhalten konnten, war die Verdammnis gleich ein Bestandteil derselben. Dann kam Christus und zahlte den Lohn, den das Gesetz verlangte. Gottes Gesetz ist ein heiliges Gesetz. Gott sagt, wenn ihr mein Gesetz nicht einhaltet, seid ihr tot; ich werde euch töten, ich werde euch das Leben nehmen. Die Seele wird sterben. Der Lohn der Sünde ist der Tod. Also sah das Gesetz eine Strafe vor und die Strafe war die Hinrichtung oder der geistliche Tod. Christus kam und tilgte die Strafe. Dadurch befreite er alle Menschen, die im Glauben zu ihm kamen. Er hat sie davon befreit, ein Regelwerk von Gesetzen einhalten zu müssen. Entweder für ihre Errettung oder als Reaktion auf ihre Errettung, denn er hat nach seinem Tod auch die Gabe des Heiligen Geistes geschickt, der Einzug im Gläubigen halten und die Sünde in Schach halten würde. Das ist etwas, das bis dahin die externen Gesetze taten.

Wir wissen, dass im Galaterbrief mehrere Gemeinden angesprochen werden, weil Paulus mindestens vier in Galatien gegründet hatte. Und wir wissen, dass die Judaisierer oder die Partei der Beschneidung oder die superlegalistischen Nichtchristen sich der Gemeinde anschlossen, aber nicht wirklich wiedergeboren waren. Sie waren in Galatien angekommen und begannen, zu diesen Christen zu predigen und zu den Leuten, die in die Gemeinde kamen und noch keine Christen waren, und sie verwirrten sie. Denn sie sagten ihnen zuerst, dass Paulus kein wahrer Apostel sei. Paulus hat keine Referenzen. Ihr könnt diesem Mann nicht glauben und deshalb antwortet Paulus in Kapitel 1 und 2 ganz unmissverständlich darauf und etabliert sein Amt als Apostel und seine Autorität.

Als Zweites sagten sie, man könne nicht allein durch Gnade errettet werden. Man müsse beschnitten werden und das Gesetz Mose einhalten, und in Kapitel 3 und 4 geht Paulus darauf ein. Das dritte, mit dem sie die Galater belasteten, war, dass man nach der Errettung das Gesetz einhalten muss. Man muss weiterhin das Gesetz einhalten und so muss man sein Leben führen und sich auf das geschriebene Gesetz beschränken, und darauf geht Paulus in Kapitel 5 und 6 ein. Und dort sagt er im Prinzip, dass das externe Gesetz unnötig ist. Ihr müsst die Zeremonien und Feiern nicht befolgen und die Routine und das ganze Brimborium. Selbst das geschriebene moralische Gesetz ist unnötig, weil der Geist Gottes Einzug in euch hält und die Heiligkeit hervorbringt, die das externe Gesetz unter dem Alten Bund euch aufzwängen sollte.

Erinnert ihr euch an letztes Mal, wo wir gesehen haben, dass der Alte Bund dazu dienen sollte, die Leute durch Furcht zum Gehorsam zu bringen? Mit anderen Worten: „Wenn du das nicht tust, stirbst du.“ Aber unter dem Neuen Bund bringt der Geist Gottes das in uns hervor, ohne Furcht. Das ist im Prinzip die Botschaft von Galater 5 und 6. Versucht, euch nicht durch das Gesetz einschränken zu lassen. Betrachtet einmal Kapitel 5,1. Dort steht einfach: „[Zur Freiheit hat Christus uns befreit.] So steht nun fest in der Freiheit […] und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“ Ihr wurdet befreit. Es hat keinen Sinn, Christen eine legalistische Situation aufzuzwängen. Der Heilige Geist wird das bewirken. Vor zwei Wochen habe ich euch etwas sehr Bedeutsames erzählt.

Ich habe euch etwas erzählt, das ich noch einmal wiederholen werde, weil ich es für so wichtig halte. Je mehr Legalismus ihr auf das christliche Leben anwendet, umso mehr erstickt ihr den Heiligen Geist. Denn was ihr tut, eliminiert die Notwendigkeit seines Dienstes. Noch dazu schafft ihr eine Art geistlicher Heuchelei. Jesus sagte: „Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.“ Belasst es dabei. Und gestattet es dem Geist Gottes, das Werk der Heiligkeit hervorzubringen, während ihr einfach im Geist wandelt. Es gibt Menschen, für die Heiligkeit daran bemessen wird, wie oft man in die Gemeinde geht, wie viele Male am Tag man betet oder ob man seine Bibel gelesen hat etc.

Ich hatte so einen Mann am College. Und es gab es ein freiwilliges Gebetstreffen, das man nicht besuchen musste, wenn man nicht wollte. Es war die einzige freiwillige Sache, die es dort gab, und das habe ich genutzt. Ich bin dort nicht hingegangen. So einfach war das. Es war die einzige Chance, die ich hatte, mein eigenes Vorrecht als Christ auszuüben; ich hatte keins. Das waren die fleischlichen Tage, wie ich euch vor ein paar Wochen erzählt habe. Aber da bin ich nicht hingegangen und der Typ fing mich eines Tages im Flur ab und sagte, ich sei nicht geistlich. Ich sagte: „Das weiß ich, aber woher weißt du das?“ Er antwortete: „Weil du nicht zu dem freiwilligen Gebetstreffen gehst.“ Seht ihr, welche Auffassung von Geistlichkeit er hatte? Es ging darum, wo man hinging, nicht, wo man stand.

Ich werde niemals eine Gelegenheit vergessen, die ich einst hatte. Jemand wurde krank und fragte mich voller Verzweiflung, ob ich Sonntagmorgen eine Klasse unterrichten würde. Es war eine Klasse der Sonntagsschule. Es müssen vier oder fünf Leute krank geworden sein, weil ich nicht mal auf der Ersatzliste stand. Aber viele Leute wurden krank und, soweit ich mich erinnere, ging sogar gerade eine Epidemie um. Jemand sagte: „Uns fällt sonst niemand ein und wir wissen, dass du der Sohn eines Pastors bist“ und so weiter. Und sie baten mich, die Klasse zu unterrichten. Ich werde nie vergessen, wie nach dieser Klasse, die ich unterrichtete, ein anderer Mann zu mir kann und sagte: „Meine Güte. Das war eine tolle Lektion. Ich wusste gar nicht, dass du geistlich bist.“ Oh.

Ihr seht also, Geistlichkeit wurde anhand dessen bestimmt, ob ich ein Gebetstreffen besuchte oder eine Klasse unterrichtete oder nicht. Seht ihr, für manche Leute ist das die Mentalität von Geistlichkeit. Geistlichkeit definiert sich dadurch, wo ihr hingeht und was ihr tut und all diese kleinen Dinge, nicht durch das, was in eurem Inneren vor sich geht. Das ist Legalismus. Bei diesem Ansatz wird Heiligkeit mit Leistung gleichgesetzt – seht ihr das? Und das ist es, wogegen Paulus hier wirklich argumentiert. Er sagt, dass Freiheit in Christus die Freiheit ist, euch nicht einfach wild auszutoben, sondern die Freiheit, dem Geist Gottes zu erlauben, Heiligkeit in euch hervorzubringen, ohne dass ihr keucht und stöhnt bei dem Versuch, diese durch eigene Anstrengung hervorzubringen.

Aber wisst ihr, dann tauchte Paulus auf und predigte all diese Freiheit und die Juden hatten echt Probleme damit, das zu schlucken. Der Grund dafür, dass ihnen das so viel Mühe bereitete, war, dass sie nur eine Methode kannten, die Sünde in Schach zu halten, und das war das Gesetz, nicht wahr? Im Alten Testament war das das einzige Mittel, das es dafür gab. Wenn man das Gesetz einhält, dann hat man es geschafft. Also hielt jeder sich so genau wie möglich an das Gesetz, denn sie wussten, dass sie andernfalls in echten Schwierigkeiten steckten. Sie würden ihr Leben verlieren. Wenn man Ehebruch beging, hieß es nicht einfach von vielen Seiten „Hmmm“, nein, man wurde gesteinigt. Das ist etwas völlig Anderes. Sie hatten also Angst. Und Paulus kommt daher und sagt, wir unterstehen als Christen nicht dem Gesetz, und die Juden, die legalistischen Juden, sagen: „Moment mal, wenn du das Gesetz wegnimmst, wird die Sünde um sich greifen“, denn sie konnten sich nichts Anderes vorstellen, das die Sünde in Schach hält.

Aber wir wissen aus 2. Thessalonicher Kapitel 2, dass der Heilige Geist als derjenige bezeichnet wird, der die Sünde in Schach hält, nicht wahr? Er hält die Sünde von innen heraus in Schach. Aber sie hatten Mühe damit, das zu verstehen. In ihren Augen war die Botschaft der Freiheit vom Gesetz das Bersten der Staumauer, sodass das Wasser der Sünde allen den Tod bringen würde. Paulus muss also in diesen beiden Kapiteln innehalten und sehr sorgfältig aufzeigen, dass christliche Freiheit und das Wandeln im Geist nicht bedeutet, dass die Sünde um sich greift. Ganz das Gegenteil.  Würde man die Heiligen des Neuen Testaments mit den Heiligen des Alten Testaments vergleichen, so wäre das recht interessant, denn man würde mehr „Flecken“ auf den Heiligen des Alten Testaments finden als auf denen des Neuen Testaments, nicht wahr?

Wir blicken zurück, kratzen uns am Kopf und sehen David, einen von Gott gesegneten Mann, und dann lesen wir, was er getan hat. Oder Abraham und so viele andere, die ähnlich waren. Ja, denn sie hatten nicht die Kraft, die die Sünde in Schach hielt. Das Gesetz konnte diese Zurückhaltung nicht bewirken, weil sie so fleischlich waren, so der Sünde zugeneigt waren, aber der Geist Gottes kann auf stärkere Weise die Sünde in Schach halten. Paulus will ihnen also zeigen, dass christliche Freiheit nicht bedeutet, dass die Sünde um sich greift. Denkt daran, dass wir letztes Mal gesagt haben, dass Paulus uns in Versen 13-15 zeigt, Freiheit bedeutet nicht, dem Fleisch nachgehen zu können. Nein.

Vers 13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch.“ Paulus sagt also, dass Freiheit nicht die Freiheit ist, dem Fleisch nachzugehen, und genau das behaupteten die Leute. Nun, wenn ihr einfach so lebt, wie ihr wollt, einfach im Geist wandelt und kein Gesetz habt, werdet ihr euch austoben und der Sünde verfallen. Nein, nein. Christliche Freiheit bedeutet nicht, dem Fleisch nachzulaufen.

Zweitens ist christliche Freiheit nicht die Freiheit, andere zu verletzen. Am Ende von Vers 13 heißt es: „Sondern dient einander durch die Liebe.“ Es ist die Freiheit, einander zu lieben. Drittens ist es nicht die Freiheit, das Gesetz zu ignorieren, wie wir in Vers 14 sehen: „Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ Christliche Freiheit bedeutet nicht, dem Fleisch nachzugehen, andere zu verletzen oder das Gesetz zu ignorieren. Vielmehr könnt ihr das Gesetz durch die Kraft des Geistes erfüllen, wie es in Vers 14 heißt. Wie kann ein Christ frei vom Gesetz sein? Für die Juden war das Gesetz das Einzige, was ihn davon abhielt, sein ganzes Leben zu verpfuschen. Die Antwort darauf findet sich in Vers 16. „Ich sage aber: Wandelt im Geist.“  „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“

Hört mir jetzt gut zu. Paulus sagt, eure christliche Freiheit besteht nicht darin, im Fleisch zu wandeln. Sie besteht nicht darin, andere zu verletzen. Sie besteht nicht darin, das Gesetz zu ignorieren. Ihr sagt: „Das ist ja alles gut und schön, Paulus. Du erzählst mir das, aber wie schaffe ich es, diese Dinge nicht zu tun?“ Indem ihr mithilfe des Geistes wandelt. Nicht „im“ Geist, als befändet ihr euch in einer großen Box, sondern in seiner Kraft, durch seine Energie. Das ist der Ausgangspunkt für alle Diskussionen von Paulus in den Versen 16 bis 25. Hier finden wir eine komplette Präsentation der Lehre des Wandelns im Geist oder des Konzepts des Wandelns in der Kraft des Geistes.

Das ist grundlegend für das Leben eines Christen und es ist der rote Faden. In Vers 18 wiederholt er das noch einmal: „Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ In Vers 25 heißt es: „Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.“ In diesem Abschnitt redet er also dreimal davon, im Geist zu wandeln. Das ist das Thema. Der vom Geist geführte Lebenswandel. Wandeln im Geist. Das ist grundlegend für Heiligkeit. Markiert euch das, meine Freunde. Ich möchte, dass ihr die Einleitung versteht, damit wir problemlos zu unserem Text übergehen können. Er versucht darauf hinzuweisen, dass Sünde ohne das Gesetz nicht ungezügelt um sich greifen wird, weil der Heilige Geist da ist und wir Heiligkeit ohne Legalismus in unserem Leben haben können. Die Heiligkeit kommt, wenn wir kraft der Energie des Heiligen Geistes wandeln.

Wenn wir uns ihm unterordnen. Es ist im Prinzip dasselbe Konzept, dass ihr in Epheser 3,16 findet, wo er betet, dass ihr „durch seinen Geist mit Kraft gestärkt [werdet] an dem inneren Menschen.“ Oder in Epheser 5,18, wo er sagt: „... sondern werdet voll des Geistes.“ Das ist der gleiche Gedanke. Dass ein Christ, um ein heiliges Leben zu führen, nicht eine Liste mit Ge- und Verboten aufstellt und mit Regeln für alle möglichen Dinge und alle diese Dinge nach außen hin zwar tut, im Inneren jedoch seinen Begierden frönt und all diese Dinge im Kopf begeht. Das ist ein klassischer Pharisäer. Jesus sagt, ihr seid mir schöne Pharisäer. Ihr tut dieses und jenes nicht, aber eure Gedanken verunreinigen. Ja, ihr redet über Mord, und wenn ihr hasst, wenn ihr in eurem Inneren hasst, dann ist das so, als hättet ihr gemordet. Oder ihr redet über Wolllust und sagt, ihr begeht keinen Ehebruch, aber wenn ihr in euerem Herzen eine Frau begehrt, habt ihr bereits Ehebruch begangen, nicht wahr?

Ich habe Situationen erlebt, in denen Christen etwas nicht getan haben, aber ihre Gedanken waren so verdorben, dass Gott sie dafür, dass sie das nicht getan haben, so behandelt haben muss, als hätten sie diese Dinge getan. Wegen ihrer Gedankengänge. Weil sie nichts vom Heiligen Geist und vom Wandel im Geist wussten. Nur davon, sich an einen externen Kodex zu halten. Im Geist zu wandeln oder kraft der Energie des Geistes zu wandeln ist also das, was in uns die Heiligkeit Gottes erfüllt.

Ich möchte euch noch etwas sagen. Es ist offensichtlich, dass das funktionieren wird, wenn wir treu sind. Ich meine, wenn ich die Wahl hätte, einer externen Liste von Regeln gehorsam zu sein oder einfach durch die Energie einer inneren Kraft zu wandeln, ist die Entscheidung wirklich einfach, meint ihr nicht? Was bin ich doch froh, dass ich unter dem Neuen Bund lebe. Ich hätte echte Probleme unter dem Alten Bund. Der Herr weiß, dass ich aufgrund all der Sünden in meiner Vergangenheit vielleicht nicht lange gelebt hätte, und wenn ich es mir recht überlege, weiß ich nicht, wie verantwortungsbewusst ich unter dem Alten Bund gewesen wäre. Aber unter dem Neuen Bund habe ich gelernt, was Heiligkeit ist und für mich ist das keine Liste externer Regeln. Heiligkeit ist für mich einfach der Wandel kraft der Energie des in uns wohnenden Heiligen Geistes, der mich befähigt, die Dinge zu tun, zu denen ich mich alleine nicht überwinden könnte, egal, was die externen Regeln sagen.

Und das war das Problem im Alten Testament. Deshalb schüttete David in den Psalmen sein Herz aus und sagt: „Gott, ich ertrage das nicht.“ Da ist es, aber ich schaffe es nicht, das einzuhalten. Und dennoch bewahrt der Geist Gottes das in mir, wenn ich in seiner Kraft im Neuen Bund wandle. Nun, der Wandel im Geist taucht in unserem Text also in vier Teilen auf und ich werde euch einen ersten Einblick gewähren. Aber es sind vier Teile – das Gebot, der Konflikt, der Kontrast und die Eroberung; das Gebot, der Konflikt, der Kontrast und die Eroberung.

Lasst uns zuerst einmal das Gebot betrachten, das wir bereits gelesen haben.  Lasst es uns noch einmal betrachten. Vers 16: „Ich sage aber“, wenn das ‚aber‘ euch zurückwirft, wenn unsere Freiheit nicht die Freiheit ist, zu sündigen, wie verhindern wir das? „Wandelt im Geist“, und das steht hier wirklich im Präsens, bedeutet also, wir sollen kontinuierlich im Geist wandeln. Das ist eine tägliche Routine. Das ist nicht etwas, das ihr an einem Punkt in eurem Leben erreicht und dann sagt: „Von jetzt an werde ich das aus ganzem Herzen tun. Ich werde den Wandel im Geist akzeptieren.“ Nein, nein, nein. Das ist nicht etwas, was man einmal tun kann und was dann für immer Bestand hat. Ihr müsst es einfach jeden Tag tun. Es ist ein Wandel. Es ist ein kontinuierlicher Wandel. Wandelt kontinuierlich im Geist. „So werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“

Meine Güte, das ist ein wunderbares Konzept. Wisst ihr, was mir das sagt? Das sagt mir, dass ein Christ, auch wenn erst eine Minute zuvor zu Christus gekommen ist, alles Erforderliche hat, um Gottes Anforderungen für Heiligkeit voll und ganz zu erfüllen. Ihr wendet ein, dass dieser Neubekehrte doch noch gar nichts weiß. Er muss nur eine Sache wissen. Was? Wandle kontinuierlich im Geist und der Geist wird in ihm die Dinge hervorbringen, die Gott sich wünscht. Wisst ihr, es ist sehr einfach für uns, zu sagen: „Ich weiß, dass er ein junger Christ ist und deshalb hat er es vermasselt.“ Moment mal. Er verfügt über dieselben Ressourcen. Das reduziert sich im Leben eines Christen einfach auf Folgendes: „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“

Sünde ist in der Regel nicht eine Frage von Informationen. Es ist vielmehr eine Frage, ob ihr im Geist wandelt oder nicht, ob ihr durch seine Kraft in seiner Macht und seiner Energie wandelt. Die Erfüllung von Gottes Heiligkeit kommt also durch den Wandel im Geist. Wenn der Heilige Geist Einzug hält, kontrolliert er unser Leben und beginnt, unsere Freiheit so auszuüben, dass wir nie gegen uns selbst verstoßen. Dass wir nie andere verletzen. Dass wir nie Gott verletzen und das sind die drei Dinge, die wir in unserer Freiheit, laut Paulus, nie tun werden, wenn wir kontinuierlich im Geist wandeln.

Der Heilige Geist hält unsere Sünde dann in Schach. In diesem Abschnitt wird der Heilige Geist siebenmal erwähnt. Wir sind uns also gewiss ganz klar darüber, was der Apostel sagt. Er betont siebenmal, dass der Geist das Fleisch bezwingt. Dass der Geist Macht über das Fleisch hat. Dass der Weg, als Gläubiger zu wandeln, darin besteht, in der Energie des Geistes zu wandeln. Wir werden unseren Begierden Einhalt gebieten. Wir werden Liebe entfachen. Wir werden das Gesetz erfüllen, nicht, indem wir uns an einen externen Kodex klammern, sondern indem wir im Geist wandeln.

Und ich kann sagen, und ihr ebenfalls, dass ihr in eurem Leben sehr viele Christen gesehen hat, Gott segne sie, die irgendeiner legalistischen Lehre aufgesessen sind und dadurch nach einem Kodex lebten, den jemand anders für sie aufgestellt hat und sie kannten in ihrem ganzen Leben nie das Gefühl des Siegs. Was impliziert das Wort „wandeln“? Nun, wir könnten uns ausführlich darüber auslassen, aber das Wort „wandeln“ oder „gehen“ ist euch vertraut. Ich möchte einfach Folgendes sagen. Es impliziert Fortschritt. Es steht im Präsens, beinhaltet also den Gedanken des kontinuierlichen Wandelns. Es ist ein Fortschritt, der Tag für Tag, Schritt für Schritt erfolgt. Es ist ein kontinuierliches „mit-dem-Geist-gehen“; wenn das Leben eines Christen sich Schritt für Schritt entfaltet, übergibt er die Kontrolle für den jeweiligen Schritt dem Heiligen Geist. Das ist der Schlüssel zur Heiligkeit.

Sie wird vom Heiligen Geist gelenkt, der in uns wohnt. Ihr seid euch sicher alle bewusst, dass wir aus ganzem Herzen daran glauben, dass jeder Christ den Heiligen Geist in sich trägt. Leute, wenn ich nicht daran glauben würde, wäre ich der frustrierendste Mensch auf der Welt und würde versuchen, Menschen zu überzeugen, dass ich einen christlichen Lebenswandel habe, ohne sicher zu sein, dass sie den Heiligen Geist in sich tragen. In Römer 8,9 sehen wir ganz deutlich, dass jeder Gläubige den Geist in sich trägt. Ihr sagt jetzt: „Nun, dann müssen wir uns einfach dem Geist unterordnen und ihm gestatten, unser Leben zu kontrollieren. Das hört sich wirklich einfach an.“ Nun, das ist es. Ich meine, es hört sich einfach an. Es ist keine schwierige Lehre. Ich kann dazu nicht wirklich viel sagen. Aber stellt euch das nicht zu einfach vor.

Ich kann mich noch an einen Kanon erinnern, den wir vor langer Zeit gesungen haben, als ich ein kleiner Junge war. Ich hätte fast „jünger“ gesagt, jung. Aber als ich ein kleines Kind war, habe ich oft das Lied „Let Go and Let God“ (~Lass los und lass Gott) gesungen. Ich hielt das für ein nettes Lied und habe dieses kurze Lied gesungen, „Let Go and Let God, have his wonderful way“ (Lass los und lass Gott seinen wunderbaren Weg haben) oder so ähnlich. Wisst ihr, vor Kurzem habe ich angefangen, darüber nachzudenken. Lass los – einen Moment mal. Lass los – das gefällt mir nicht. Dieses Lied impliziert, dass ihr euch irgendwie einfach auf dem Heiligen Geist ausruht und sagt „Hier bin ich, jetzt bist du dran.“

Das ist etwas, das wir als die Theologie des Quietismus bezeichnen. Wenn ihr einen Begriff dafür sucht – Quietist. Die Quietisten, mit denen ihr wahrscheinlich am vertrautesten seid, sind die Quäker. Viele Jahre lang gab es große Bibelkonferenzen, die sich Keswick-Konferenzen nannten. Keswick-Konferenzen waren in erster Linie quietistisch. Ich bin sicher, dass einige von euch Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens von Hannah Smith gelesen haben. Das ist ein quietistischer Ansatz. Das ist der Ansatz: „Tue nichts und Gott wird es für dich tun.“

Charles Finney lehrte das. Gelegentlich findet ihr das in den Schriften von Wesley und anderen. Es ist der Gedanke, dass der Gläubige sich einfach auf dem Heiligen Geist ausruhen muss. Sie sagen –und das ist eine Gemeinsamkeit der meisten quietistischen Ansichten – der Wandel im Geist erfordert keine Anstrengungen meinerseits. Wenn wir uns selbst bemühen, behindern wir damit sogar die Heiligkeit, die Gott erreichen will. Deshalb muss ich eigene Anstrengungen vollkommen eliminieren und mich hingeben. Das ist das Wort. Das ist das Wort. Ich habe vor Kurzem eine Sammlung der 48 Botschaften von Keswick-Konferenzen gelesen und würde mal sagen, das Wort „sich ergeben“ taucht dort ebenso häufig auf wie „der/die/das“. Das war das Wort.

Solange wir diese Einstellung der Hingabe pflegen, führen wir tugendhafte, heilige Leben. Und normalerweise setzt diese Auffassung sich fort und lehrt uns noch ein zweites Werk der Gnade. Dass wir uns zu irgendeinem Punkt unseres Lebens so sehr hingeben, dass unser sündhaftes Wesen ausgelöscht wird. Und dass wir an diesem Punkt nie wieder sündigen werden. Ich glaube, dass das zutrifft und ich will das richtig verstehen und Gott segne viele dieser Quietisten, denn wir schulden ihnen viel, glaubt mir. Einige von ihnen waren fast so extrem wie andere. Aber das geht über die Schrift hinaus. Wenn ihr zu dem Punkt gelangt, wo ihr einfach gar nichts tut. Wo ihr einfach gar nichts tut, weil es ein Problem gibt und dann frage ich mich Folgendes. Stellt euch vor, ihr befindet euch in einem Zustand vollkommener Unterordnung oder Hingabe, ihr ruht euch auf dem Heiligen Geist aus und dieser tut, was auch immer er tut. Und plötzlich sündigt ihr. Wessen Schuld ist das? Nun, das ist eine schwierige Frage. Ihr sagt: „Das kann nicht meine Schuld sein, weil ich mich unterordne.“ Nun, es kann nicht die Schuld des Heiligen Geistes sein, weil er das nicht tut.

Ihr sagt: „Oh, ich weiß, ich habe meine Unterordnung zurückgenommen.“ Nun, das war auch eine Sünde. Wer war dafür verantwortlich? Wessen Schuld war das? So einfach ist das nicht. Das Gebot, im Geist zu wandeln, ist sehr einfach. Aber seht ihr, wenn das alles Gott überlassen wäre, dann bräuchten wir dieses Gebot vermutlich nicht. Das Gebot ist da, und es lautet, kontinuierlich im Geist zu wandeln, deshalb müssen wir selbst etwas damit zu tun haben. Er sagt, wir sollen kontinuierlich wandeln, und das beinhaltet Anstrengung. Das impliziert eine Verpflichtung, die sich auf jeden einzelnen Moment erstreckt.

Nun, das Gebot ist einfach genug. Ich denke nicht, dass wir es überstrapazieren können. Ich denke, wir müssen involviert sein und ich werde darauf gleich noch näher eingehen. Aber lasst uns nun als Zweites zum Konflikt kommen. Das ist es, was das Gebot so schwierig macht. Wenn es einfach darum ginge, sich auf dem Heiligen Geist auszuruhen, dann wäre das kein Problem, aber in Vers 17 taucht ein kleines Problem auf. Das ist nicht einfach. „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ Na klasse, danke Paulus! Erst sagst du, wir sollen aktiv im Geist wandeln, dann sagst du, das wird schwierig sein und wir werden kämpfen müssen. Ja, das stimmt. Es geht nicht darum, dass das einfach ist. Es beinhaltet einen Kampf. Und wisst ihr was? Es stimmt, dass ihr in Christus neu geschaffen seid. Ja, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung.

Paulus sagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt.“ Ego, ich bin. „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich.“ Ich bin ein neues Ich und mein neues Ich hat die Fähigkeit, zu sündigen, wusstet ihr das? Das steht dort. Und wisst ihr was? Das ist in der Regel das Erste, was ein neuer Christ herausfindet. Er findet heraus, dass das Leben ein Konflikt ist, nicht wahr? Es ist ein Konflikt. Gewiss, er ist eine neue Schöpfung. Ja, er ist vollkommen neu, aber dieses ganz neue Ich besitzt die Fähigkeit, zu sündigen, denn auch das neue Ich ist im Fleisch, nicht wahr? Der physische Körper trägt immer noch das Prinzip der Sünde in sich. Die Sünde ist immer noch gegenwärtig. Er ist menschlich, er wurde noch nicht verherrlicht. Glaubt mir, wir warten auf die Erlösung des Leibes, nicht wahr? Denn wenn der Leib verherrlicht wird, dann wird dieses Prinzip der Sünde im Körper des Menschen, in den menschlichen Gedanken, kein Problem mehr sein.

Und der neue Christ, wie jeder andere Christ, wie auch ich, betrachtet die Schrift und sagt: „Da ist Gottes Plan. Ich weiß, wie Gottes Plan aussieht. Ich weiß, was Gott will. Ich weiß, wie ich das schaffe. Ich weiß, was ich tun muss.“ Aber ich habe Probleme damit, es umzusetzen. Ich weiß zwar alles über Heiligkeit, ich weiß alles über den Wandel im Geist, aber es scheint ein ständiger Kampf zu sein, nicht wahr? Ich denke, wir alle würden dem zustimmen.

Das ist ein offensichtliches Muster. Es gibt ein Gebot, das leicht zu verstehen ist - wandelt im Geist -, aber die Umsetzung ist ein wenig schwierig, weil ein Krieg tobt. Lasst uns jetzt den Konflikt betrachten und die verschiedenen Faktoren in Vers 17, die unsere Aufmerksamkeit auf den Konflikt lenken. In Vers 17 heißt es. „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch. Und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ Wisst ihr, dass das Fleisch euch tatsächlich davon abhält, das zu erreichen? Ein Mensch, der menschlich ist – und das sind wir alle -, trägt in sich diesen Konflikt, wenn er gläubig ist. Aber wenn jemand kein Christ ist, Leute, dann hat der keine Probleme. Er sündigt einfach weiter und liebt das.

Es gibt keinen Konflikt, weil das Fleisch nicht gegen den Geist gelüstet und umgekehrt. Wenn ihr den Heiligen Geist nicht habt, gibt es auch keinen Kampf. Es geht darum, wofür das Fleisch sich entscheidet. Aber für den Gläubigen findet ein Kampf statt. Es tobt ein Krieg. Achtet hier bitte auf das Wort „Fleisch“. Lasst uns eine Minute darüber reden. Was ist das Fleisch? Ist das unser Körper? Nein, ich denke nicht. Es wird manchmal so verwendet, aber es ist eigentlich ein theologisches Prinzip, mit dem wir uns noch befassen müssen und befassen werden. Das Wort lautet sarx. Sarx im Griechischen. Das ist ein sehr wichtiger Ausdruck im Griechischen. Er wird im Neuen Testament verwendet. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, sondern nur Folgendes sagen. Es wird im Neuen Testament auf verschiedene Weise verwendet. Ich werde euch einige nennen, falls ihr die aufschreiben wollt. Es wird für den physischen Leib verwendet, ohne theologische Implikationen. Ganz einfach unser Körper. Zweitens wird es im theologischen Sinne für den Teil des Menschen verwendet, der die Ausgangsstellung für die Sünde ist.

Was immer es auch ist, es ist der Angriffspunkt für die Kräfte von Satans Versuchung. In Römer 4,1 heißt es: „Was wollen wir denn sagen, daß Abraham, unser Vater, nach dem Fleisch erlangt hat?“ Und hier bezieht „Fleisch“ sich auf seine Menschlichkeit, die nur zur Sündhaftigkeit führt. Die Frage ist eigentlich Folgende: Die Frage, die Paulus stellt, ist, was Abraham aus eigener Kraft erreicht hat. Nichts. Hat Abraham sich aus eigener Kraft gerecht gemacht? Nein. Was hat sein Fleisch hervorgebracht? Nichts. Das Fleisch ist der Teil des Menschen, der nichts außer Sünde hervorbringen kann, und es ist der Teil des Menschen, den Satan angreift.

Ich möchte es noch anders definieren. In Römer 4,1 bezieht das Fleisch sich auf alle Bemühungen Abrahams, die losgelöst von Gott stattfanden. Und in Galater 3,3 bezieht es sich auf dasselbe. Erinnert ihr euch an den Vers, den wir vor einiger Zeit betrachtet haben? „Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im Fleisch vollenden?“ Auch hier geht es wieder um eigene Bemühungen. Es sind die Bemühungen des Menschen, Heiligkeit aus eigener Kraft zu erreichen. Und das funktioniert nicht. Und schaut euch einmal Galater 6,12 an. Die Judaisierer wollten ein fleischliches Zeichen setzen. Auch hier wird „Fleisch“ wieder für das niedere Wesen verwendet, das Element des Menschen, das sich Gott und Güte widersetzt und zur Gerechtigkeit unfähig ist.

Und ich möchte euch noch etwas sagen. Es wird in der Bibel verwendet, um sich auf die schreckliche Schwäche des Menschen zu beziehen. In Römer 6,19 lesen wir etwas von der „Schwachheit eures Fleisches“. In Römer 7,18 fasst Paulus das auf folgende Weise zusammen: „... in meinem Fleisch [wohnt] nichts Gutes.“ Was auch immer es ist, so ist das Fleisch theologisch betrachtet der Teil des Menschen, der von Gott getrennt agiert und versucht, das zu erreichen, was er nicht erreichen kann. Einige der Nicht-Erretteten werden als „im Fleisch“ bezeichnet. Paulus sagt in Römer 7,5: „Denn als wir im Fleisch waren …“ Er spricht, als sei er nicht errettet.

Aber das gehört nicht einfach nur zum Fleisch. Wisst ihr … zu den Nicht-Erretteten. Wisst ihr, dass Christen mit dem Fleisch kämpfen? Wisst ihr, dass ihr, obwohl ihr ein neues Ich, eine neue Schöpfung, seid, immer noch eine gewisse Neigung in euch tragt, eine bestimmte Sache? Wir wollen das „das Fleisch“ nennen, es ist ein guter biblischer Ausdruck. Es gibt dort eine Sache, lasst sie uns sarx nennen, und diese Sache agiert in der Regel losgelöst von Gott, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Und sie agiert in jedem.

Bitte schlagt kurz Römer Kapitel 7 auf. Dort erhalten wir einen guten Einblick in den Kampf, den das Fleisch mit dem Heiligen Geist austragen kann. Paulus ist ein Christ und er sagt: „Schaut, ich habe ein Problem mit dem Fleisch, und nur weil ich errettet wurde, heißt das nicht, dass ich dieses Problem los bin. Das wird erst geschehen, wenn ich in den Himmel komme, dann werde ich dieses irdische Fleisch los. Was auch immer dieses sarx ist, es gibt der Sünde Raum.“ Aber in Römer 7,14 sagt er: „Ich aber bin fleischlich.“ Das Wort „fleischlich“ ist hier ebenfalls sarx. „Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.“ Er sagt, „ja, ich bin gläubig, aber ich trage diese Sache in mir, diesen Hang oder diesen ‚Brückenkopf‘, auf dem die Kräfte Satans immer landen. Die Versuchung bringt mich immer wieder dorthin.“ Es ist der Teil des Menschen, der ohne Güte und ohne Gott agiert. Und der verbleibt selbst in einem Gläubigen.

Und wie funktioniert das? Nun, es führt zu einer schrecklichen Spannung in einem Christen. Schaut euch einmal Römer 7,15 an. Das hört sich an wie das, was wir gerade im Galaterbrief gelesen haben. „Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ Ihr wisst, wie das läuft. Das ist so praktisch, dass es wirklich erstaunlich ist. Ihr kommt hier in die Gemeinde und hört eine Predigt wie diese oder eine andere, ihr geht nach Hause und denkt euch die ganze Zeit, während ich predige: „Oh ja, Amen. Oh ja. Das trifft den Nagel auf den Kopf, Pastor. Du hast Recht.“ Heiligkeit ist, was Gott … Ihr geht nach Hause und sündigt die ganze Woche. Mir geht es genauso. Ihr sagt jetzt, das sei falsch. Nun, da steht’s und ihr tragt dieses Prinzip in euch und es ist nicht das, was ihr wirklich tun wollt. Wenn ich jeden von euch, der den Herrn Jesus Christus wirklich liebt, fragen würde, ob ihr sündigen wollt, dann würdet ihr antworten: „Nein, ich will nicht sündigen“, aber ihr tut es.

Er sagt: „Denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ Warum? Weil das Prinzip da ist - Kämpfen gegen den Heiligen Geist -, und manchmal gewinnt das die Oberhand. „Wenn ich jetzt aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist.“ Gottes Gesetz ist vollkommen in Ordnung. Es ist nicht seine Schuld, dass ich ein Problem habe. „Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“ Hier finden wir wieder das Konzept von sarx. Was auch immer diese Sache ist, er bezeichnet sie als „Fleisch“ und als „Sünde“. Das ist ein Prinzip in unserem Inneren.

„Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.“ Es ist nicht mein Wille, der mir Ärger einbringt. Er sagt: „Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden ...“ - zumindest wenn ich mich zurücklehne und über die Dinge nachdenke, aber wenn ich mit einem Moment der Versuchung konfrontiert werde, scheint mein Wille plötzlich außer Kraft gesetzt zu werden. „Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.“ Ich habe den Wunsch. Aber ich schaffe es einfach nicht, ihn in die Tat umzusetzen. „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich.“ Wenn das kein Zeugnis des christlichen Lebens ist, dann weiß ich auch nicht.

Manche Leute sagen, hier spricht Paulus, bevor er Christ wurde. Das nehme ich euch nicht ab. Kein nicht-erretteter Mensch auf dieser Welt hat das Problem. Gegen Gottes Gesetz in seinem Herzen ankämpfend und gleichzeitig Gottes Gesetz liebend? Nein. „Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.“ Das ist überaus praktisch. „Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ Er sagt: „Ich weiß, die Antwort ist irgendwo in Christus.“ In Kapitel 7 findet er sie übrigens nicht.

Dann sagt er: „So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“ Hier habt ihr also die Definition des Fleisches. Das Fleisch ist der Teil von mir, der der Sünde dient. Es dient der Sünde. Meine Lieben, der Christ muss sich also mit dem Fleisch auseinandersetzen. Das Fleisch führt ein sehr effektives Werk aus. Ihr fragt mich, wie ich mit dem Fleisch umgehe? Ich werde euch zwei Dinge nennen. Ich liebe das einfach. Habt einen Moment Geduld. „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ Das ist etwas Positives. Ihr wählt einen positiven Ansatz und wir werden auch noch zu dem negativen Ansatz kommen. Es gibt hier zwei Seiten. Aber ich möchte euch einen wunderbaren Gedanken vermitteln. Ihr wollt wissen, was „Wandeln im Geist“ bedeutet?

Ich möchte euch eine Parallele geben. Schlagt einmal Römer 13,14 auf. Dort findet sich etwas sehr Interessantes, fast eine Parallele. Vielleicht sollten wir zu Römer 13,13 gehen. Übrigens spricht er hier von fast demselben Gedanken. Wisst ihr, er spricht über Legalismus im Gegensatz dazu, im Geist zu leben. Ihr wisst, dass Liebe das ganze Gesetz erfüllt und all diese Dinge, die in Vers 10 stehen. Aber weiter unten in Vers 13 heißt es „Laßt uns […] wandeln“ – das ist gut, wir wandeln wieder. „… anständig […] wie am Tag.“ Wisst ihr, was das bedeutet? Wandelt, als sei es helllichter Tag und alles in eurem Leben könnte offenbart werden.

Ist das nicht gut? Ihr meint, in eurem Fall sei das nicht gut? Das sollte es aber. „Laßt uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid.“ Hier ist ein interessantes griechisches Wort, das mit dem Bett, mit Schamlosigkeit, zu tun hat. Er sagt jetzt, ihr sollt nicht so wandeln; vielmehr heißt es in Vers 14: „… sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden.“ Meine Freunde, achtet auf Folgendes: Hier wird gesagt, wenn man den Herrn Jesus Christus anzieht, wird man die Begierden des Fleisches nicht pflegen.

In Galater 5 heißt es: „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ Die Schlussfolgerung ist also einfach, dass „Wandeln im Geist“ dasselbe ist, wie den Herrn Jesus Christus anzuziehen. Ich sage schon seit Jahren, und ich wiederhole es noch einmal -und es steht auch in dem kleinen Büchlein über den Willen Gottes -, dass ein vom Geist erfülltes Leben oder Wandeln im Geist genau dasselbe ist wie ein christusähnliches Leben zu führen. Es bedeutet, dass mein Leben mit der Person Christi gesättigt ist, sodass er meine Gedanken beherrscht. Sodass ich im Bewusstsein seiner Gegenwart lebe. Das bedeutet es, im Geist zu wandeln. Denn das Werk des Geistes hat sich nicht im Geringsten verändert, seit Jesus sagte, er würde den Geist senden. Sein Werk besteht darin, uns zu Christus zu führen und unser Augenmerk auf ihn zu richten. Und im Geist zu wandeln bedeutet, dass mein Leben nach dem Vorbild des Herrn Jesus Christus ausgerichtet ist. Das ist der Schlüssel. Wenn es euch hilft, könnt ihr es also definieren als „den Herrn Jesus Christus anziehen.“ Ich muss sagen, je mehr ich die Evangelien studiert habe und je besser ich Jesus Christus kennengelernt habe, umso mehr hat das christliche Leben mir bedeutet. Und umso erfüllender habe ich es empfunden. Und umso besser habe ich Christus gekannt.

Deshalb sagte der Apostel Paulus: „Um ihn zu erkennen.“ Das vom Geist erfüllte Leben oder der Wandel im Geist ist quasi äquivalent dazu, mit Jesus Christus gesättigt zu sein, deshalb sind beide Aussagen daran geknüpft, nicht die Begierden des Fleisches zu erfüllen. Geht einmal zurück zum Galaterbrief für das Konzept des Fleisches. Das Konzept des Fleisches ist, dass es sich auf jeden beliebigen Teil von mir bezieht. Ihr braucht keinen Teil zu malen, denn das wäre unmöglich. Das ist eine geistliche Dimension. Es ist jeder beliebige Teil von mir, der natürliche Bemühungen losgelöst von Gott unternimmt und es ist der schwache und hilflose Teil von mir, der der Sünde immer einen Angriffspunkt bietet, sodass diese ihr Werk verrichten kann.

Okay, wir lesen also, dass dieses Fleisch gelüstet. Lasst uns noch einmal Vers 17 betrachten. „Denn das Fleisch gelüstet…“ Wenn ihr euch das Wort „gelüstet“ anseht, denkt man irgendwie immer an Sex, Sünde und all die Dinge. Nein, das Wort „gelüstet“ bedeutet, „eine starke Begierde verspüren“ oder „sich innigst nach etwas sehnen“. Das ist fast wie ein Wettstreit, ein Kampf darum, etwas zu erreichen. Denn das Fleisch trifft auf den Geist und der Geist auf das Fleisch; das Fleisch bekämpft den Geist, um den Christen zu beherrschen.

Ich sage euch Folgendes: Es ist ein wesentlich geringeres Problem, sich Sorgen darüber zu machen, was der Teufel tut, als euch um euer eigenes Fleisch Sorgen zu machen. Und statt herumzulaufen und euch um die Strategie von Satan zu sorgen, solltet ihr euch positiv mit dem Konzept beschäftigen, Jesus Christus anzuziehen und im Geist zu wandeln, dann ergibt sich alles andere von selbst. Der Geist und das Fleisch stehen im Widerstreit. Das Fleisch bekämpft den Geist. Der Geist will ein Werk in eurem Leben verrichten, und plötzlich erscheint das Fleisch auf der Bildfläche. Und es kämpft.

Aber wisst ihr, was noch vor sich geht? Jedes Mal, wenn das Fleisch beginnt, etwas zu tun, taucht der Geist auf der Bildfläche auf und kämpft gegen das Fleisch. Das ist tröstlich, oder? Es ist tröstlich für einen Christen, dass euer Fleisch nicht sonderlich aktiv wird, bevor der Heilige Geist Einzug hält und Widerstand entfacht und der Kampf beginnt. Das gilt also für beide Richtungen. Aber es ist ein Kampf, es ist eine Schlacht. Der Krieg tobt.

Als Christen sollten wir erkennen, dass der Sieg in unserer Reichweite ist. Wisst ihr, Jesus sagte in Matthäus 26,41: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Das ist gut zu wissen. Ich bin sehr froh darüber, denn der Geist ist nicht schwach, oder? Er ist stark. Jesus sagt in seinem Gebet als Hohepriester in Johannes 17,2 sogar, dass ihm Vollmacht gegeben wurde über alles Fleisch. Paulus sagte, Gott hat für uns getan, was kein Gesetz bewirken könnte, weil es durch das Fleisch geschwächt war. Römer 8,3. Das Fleisch ist schwach, es steht auf der untersten Stufe, und der Geist Gottes hat absolute Kraft. Ist das nicht gut zu wissen? Ist es nicht gut, zu wissen, dass in euch die absolute Kraft Gottes wohnt, die gegen die Schwachheit des Fleisches kämpft?

Freunde, wenn ihr sündigt, habt ihr einfach aufgegeben. Dann seid ihr einfach ausgestiegen. Dann könnt ihr nicht sagen: „Es gab einen Kampf und das Fleisch hat gewonnen. Ich habe den Geist die ganze Zeit angefeuert, ich weiß nicht, wie das passieren konnte.“ Nein, nein, denn nur, weil ein Krieg tobt, bedeutet das nicht, dass beide Seiten gleich stark sind, oder? Nein, der Geist ist allmächtig. Es gibt keine Schwäche. Der Heilige Geist ist speziell dafür da, uns in unserer Schwäche zu helfen, nicht wahr? Römer 8,26. Wenn wir uns also mit dem Geist verbünden, ist der Sieg immer in unserer Reichweite - immer, mehr alsÜberwinder.

Aber ich sage euch Folgendes: Ihr könnt keine Quietisten sein. Ich könnt euch nicht einfach gemütlich zurücklehnen und sagen: „Nun, ich werde einfach abwarten, was geschieht.“ Und wenn alles vorbei ist, sagt ihr: „Ich habe dir die Daumen gedrückt, Heiliger Geist.“ Irgendwo in dem Kampf müsst ihr selbst mit einsteigen. Ihr fragt, wo das in der Bibel steht? Nun, in Römer 6. Dort steht das in ziemlich unmissverständlichen Worten, also stellt euch schon mal darauf ein, falls ihr Quietisten seid. Vielleicht seid ihr das und wusstet es nicht, seid es aber der Definition nach. Lasst uns zu Römer 6,12 gehen: „So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib.“ Meine Freunde, das ist kein Gebot für den Heiligen Geist. Das ist ein Gebot für uns. Gott sagt nicht: „Heiliger Geist, jetzt bist du dran. Kümmer dich drum.“ Nein, er sagt vielmehr: „Christ, du sollst die Sünde nicht in deinem sterblichen Leib herrschen lassen.“ Das deutet darauf hin, dass wir etwas tun könnten, wenn dieses Gebot zu uns kommt, nicht wahr? Dass wir es befolgen sollten, wenn die Begierden uns ereilen. „Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.“

Habt also acht, denn wir müssen uns als erstes entschließen, uns dem Geist zu ergeben. Ihr sagt jetzt: „Nun, du bist aber immer noch auf der Wellenlänge der Quietisten.“ Kein Problem, wir nehmen in einem Moment Abstand davon. Es gibt einen Punkt, wo ich mich der Kontrolle des Geistes ergebe und mich nicht dem Fleisch hingebe. Ich gebe nicht den Begierden des Fleisches nach und ruhe mich einfach auf der Kraft des Geistes aus. Ich beteilige mich vielmehr selber aktiv. Römer 8,12: „So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet.“ Schulden wir dem Fleisch irgendetwas? Hat das Fleisch je irgendetwas für euch getan? Möchte irgendjemand Zeugnis ablegen, wie das Fleisch sein Leben gesegnet hat? Für mich hat das Fleisch noch nie irgendetwas getan.

Wir sind dem Fleisch nicht verpflichtet. Es gibt keinen Grund, dem Fleisch auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu zollen. Wir schulden dem Fleisch gar nichts. Wir wurden durch das Kreuz vom Fleisch befreit. Nein, wir schulden dem Fleisch gar nichts. „Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“ Wisst ihr, wozu er uns hier auffordert? Er sagt, wir sollen das Fleisch töten. Das gefällt mir. Wie können wir das Fleisch töten? Das ist doch mal ein interessantes Konzept. Ich denke, das funktioniert am besten, wenn wir es verhungern lassen.

Ihr sagt: „Was meinst du damit?“ Ich meine, wenn ihr das Fleisch nie mit irgendetwas füttert, verkümmert es quasi. Versteht ihr, was ich meine? Wenn ihr das Fleisch füttert, wenn die Versuchung besonders groß ist, dann seid ihr in einer Position, wo es leicht ist, der Versuchung zu erliegen. Ihr hungert sie aus, negativ, das ist der Ansatz. Ihr hungert sie aus. Ihr gebt ihr keine Nahrung. Ihr gebt der Versuchung nichts, was für sie attraktiv ist. Ihr versetzt euch nicht in eine Lage, in der ihr auf das Fleisch eingeht. Es geht hier nicht um einen passiven Zustand der Kapitulation, meine Freunde. Ihr beteiligt euch aktiv an der Vernichtung. Ihr seid da. Ihr trampelt die Versuchung nieder. Ihr seid aktiv daran beteiligt. Ihr müsst den neuen Menschen anziehen, Epheser 4,24.

Mir ist noch ein weiterer Vers eingefallen, der darauf zutreffen könnte – Kolosser 3,5. Dort heißt es: „Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht.“ Tötet sie. Das ist wirklich etwas Aktives. Mischt euch ein und tötet sie. Das christliche Leben ist kein Zuschauersport. Wisst ihr, in der Bibel steht in Hebräer 12, dass wir „nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben [...] so laßt uns mit Ausdauer laufen in“, was, „dem Kampf.“ Und in 1. Korinther 9,27 lesen wir, dass der Apostel Paulus einen Boxkampf austrägt. Und er sagt: „[Ich sage euch, was ich tue]. Ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn.“ Er war nicht passiv. Er war nicht passiv.

Der Christ ist aktiv daran beteiligt, in diesem Bereich zu arbeiten. Mir fällt dazu 2. Timotheus 2,3 ein, um das für uns zu illustrieren. „Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi! Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in Dienst gestellt hat.“ Meine Freunde, wenn dies ein Krieg ist und wir Soldaten sind, sind wir keine Zuschauer. „Und wenn sich auch jemand an Wettkämpfen beteiligt, so empfängt er doch nicht den Siegeskranz, wenn er nicht nach den Regeln kämpft.“ Hier sehen wir das Bild eines Läufers. Das Leben eines Christen wird definiert als Soldat und als Läufer.

Drittens, als Bauer. „Der Ackersmann, der sich mit der Arbeit müht, hat den ersten Anspruch auf die Früchte.“ Er sagt also, wir sollen das christliche Leben als engagierten Soldaten, als Läufer, der gewinnen will, und als schwer arbeitenden Bauern betrachten. Das ist Engagement und aktive Beteiligung, Leute. Das ist Engagement und aktive Beteiligung. Das christliche Leben ist nicht etwas, bei dem ich einfach zuschaue. Das christliche Leben ist etwas, in dem ich vollkommen aufgehe. Haltet euch daran fest. Hier kommen wir wieder zum Paradoxon des geistlichen Lebens, das mein Leben nicht mir gehört. Es ist Christus. Gleichzeitig bin ich es, aber doch nicht ich, nicht wahr?

Ihr fragt, wer dann unser christliches Leben lenkt, wir selbst oder der Heilige Geist? Es ist die ganze Kraft des Heiligen Geistes, aber das erfordert meine komplette Unterordnung und meine ganze Hingabe und dass ich das Fleisch ganz und gar töte. Ich weiß nicht, wie die Kombination funktioniert. Ich weiß nur, wenn ich sündige, habe ich die Schuld daran niemals dem Heiligen Geist gegeben. Ich weiß das. Und wenn ihr das tut, dann stimmt irgendetwas ganz und gar nicht mit eurer Theologie, denn Gott hat keinen Anteil an Sünde. Der extreme Gegensatz zu Quietismus ist das, was historisch als „Pietismus“ bezeichnet wurde – die heilige Religion der eigenen Bemühungen. Ihr müsst das tun, ihr müsst Selbstdisziplin üben, ihr müsst kämpfen und euch beeilen, wisst ihr, solche Dinge.

Nun, das kann man leicht in Legalismus verwandeln. Ihr müsst die Balance finden, und die liegt darin, im Geist zu wandeln. Wandelt im Geist. Ich möchte versuchen, ob ich das für euch illustrieren kann. Vielleicht hilft 2. Petrus 1 uns dabei. In 2. Petrus 1 bekommen wir einen Eindruck davon, wie der Geist im und durch den Gläubigen agiert. Mir gefällt diese Stelle. Versucht einmal, 2. Petrus 1,3 zu verstehen. Ich wette, das wird eure Vorstellungskraft übersteigen, wenn ihr über eure Ressourcen nachdenkt. „Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel] in Gottesfurcht dient.“ Mann, ich sage euch, ich finde diesen Vers absolut faszinierend.

„Alle Dinge, die zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dienen, gehören mir.“ Wann habe ich sie erhalten? Durch die Kenntnis desjenigen, der uns berufen hat. In dem Moment, in dem ihr zum Glauben gekommen seid. Als ihr zur Erkenntnis Christi gelangt seid, habt ihr alles erhalten. Ihr sagt jetzt: „Bedeutet das, ich habe alle Kraft, alles? Alles, was ich für ein Leben in Gottesfurcht brauche? Wunderbar. Dann brauche ich nichts zu tun. Dann lehne ich mich einfach in all diesen Dingen zurück. Großartige und kostbare Verheißungen. Passt gut auf. „Damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.“

Ihr sagt jetzt: „Wow, du meinst, als ich errettet wurde, bin ich all dieser Begierde entflohen und wurde erlöst und jetzt stehen mir all diese Ressourcen zur Verfügung? Dann kann ich ja einfach herumsitzen.“ Nein, nein, schaut euch einmal Vers 5 an; den liebe ich. „So setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.“ Ihr sagt: „Wer, ich? Du hast mir gerade gesagt, dass Gott mir alles gegeben hat.“ Nun, darüber hinaus müsst ihr noch diese Dinge tun. Seht ihr, es ist nicht so, dass der Heilige Geist einfach alles tut und wir nichts. Und es ist nicht so, dass wir alles tun und er nichts, es ist ein perfektes Gleichgewicht. Und dieses Gleichgewicht ist dann im Lot, wenn der Heilige Geist seinen Weg geht und ich diesen Weg mit ihm gehe.

Eine weitere Schriftstelle, die das illustriert, findet sich in Philipper 2. Hört mir einfach zu, während ich sie euch vorlese. „Darum, meine Geliebten, wie ihr allzeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung durch Furcht und Zittern.“ Meinst du mich? Du meinst, ich muss etwas tun? In Vers 13 lesen wir dann Folgendes: „Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ Ihr sagt: „Wer ist das jetzt? Ist es Gott oder bin ich es?“ Ja. Definitiv. „Im Geist wandeln“ bedeutet, sich dem Heiligen Geist zu ergeben, aber auch, sich am Töten zu beteiligen, die Sünde zu töten, sie auszustampfen und sie nicht zu nähren. Wandelt im Geist.

Nun, lasst uns jetzt mit einem kurzen Blick auf Vers 18 abschließen; nächstes Mal werden wir dann vielleicht fertig. In Vers 18 heißt es: „Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet“, wenn ihr diesem Vorbild folgt, „so seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ Warum sagt er, wir seien dann nicht unter dem Gesetz? Nun, das ist dasselbe, was er in Vers 16 gesagt hat. Dort heißt es: „Ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ Das ist dieselbe Sache, denn als ihr unter dem Gesetz wart, konntet ihr das Fleisch nicht besiegen. Er sagt also, wenn ihr im Geist wandelt, werdet ihr keine Probleme mit dem Fleisch haben. Wenn ihr euch vom Geist leiten lasst, werdet ihr keine Probleme mit dem Gesetz haben.

Unter dem Gesetz zu sein bedeutet, nicht in der Lage zu sein, die Begierden des Fleisches in Schach zu halten. Er sagt also, ihr steht nicht mehr unter dem Gesetz. Das Gesetz kann die Sünde nicht aufhalten. Es entfacht die Sünde. Es offenbart Sünde. In Römer 7 macht Paulus das überaus deutlich. Hört einmal auf das, was er sagt. „Da nahm aber die Sünden einen Anlaß durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde […] Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf, und ich starb; und eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich als todbringend.“ Gott zeigte mir sein wunderbares Gesetz und es hat mich einfach umgebracht. Ich konnte es nicht einhalten.

Er sagt hier also, wenn ihr vom Geist geleitet werdet, steht ihr nicht mehr unter dem schrecklichen Fluch des Gesetzes. Der Geist hilft uns, das Gesetz zu erfüllen. Der Geist besiegt das Fleisch – eine gewaltige Verheißung. Das Gesetz tut nichts, außer etwas in Unordnung zu bringen. Lest einmal die „Pilgerreise zur ewigen Seligkeit“, das Haus des Auslegers. Ein Mann geht in das Haus eines Auslegers und dort gibt es einen großen Raum voller Staub. Überall ist Staub. Jemand kommt mit einem Besen herein und beginnt, den Staub wegzufegen und alle Leute husten und ersticken fast daran. Das ist eigentlich ein Gleichnis oder eine Analogie oder Allegorie, die Folgendes besagt: „Der Ausleger spricht: ‚Dieser Salon ist das Herz eines Menschen, der nie geheiligt wurde.‘ Der Staub ist seine Ursünde. Derjenige, der zu fegen beginnt, ist das Gesetz.“

Das Gesetz bringt einfach Unordnung und zeigt euch den Staub. Später kam jemand mit Wasser herein, das war das Evangelium, und versprengte das überall. Hört einmal auf 1. Korinther 15,56: „Die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.“ Das Gesetz macht die Sünde zu dem, was sie ist. Erstens, wenn es kein Gesetz gibt, gibt es keine Sünde. Sobald es also ein Gesetz gibt, gibt es Sünde. Zweitens sind wir unfähig, das Gesetz zu befolgen. Das provoziert Sünde. Ich denke, es ist Pete Gillquist, der das in seinem Buch illustriert. Wenn ihr zwei Häuser habt, mit wunderschönen großen Erkern, die identisch gebaut wurden, und einer der Besitzer errichtet ein Schild auf seinem Rasen „Fenster einschlagen verboten“, wessen Fenster wird wohl als Erstes beschädigt werden?

Das Gesetz provoziert auf gewisse Weise. Aber wenn ihr vom Heiligen Geist geleitet werdet, seid ihr nicht mehr unter dem Gesetz, das euch zur Sünde provoziert. Was aber bedeutet es, vom Geist geführt zu werden? Das ist eine wichtige Lehre, meine Lieben. Ich denke, im Prinzip bedeutet das hier einfach dasselbe, wie „im Geist wandeln“, aber es impliziert etwas anderes. Es impliziert, dass der Geist führt. In Römer 8,14 heißt es: „Denn alle, die durch den Geist geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ Im Umkehrschluss bedeutet das also was für alle Söhne Gottes?  Dass sie vom Geist geführt werden. Jeder Christ wird vom Geist geleitet. Ihr braucht nicht zu beten: „Heiliger Geist, leite mich“. Das tut er sowieso.

Wenn ihr etwas beten wollt, bittet ihn einfach darum, euch zu lehren, wie man ihm folgt. Er tut das. Und wenn ihr vom Heiligen Geist geleitet werdet, steht ihr nicht unter dem Gesetz. Wenn ihr den Heiligen Geist in euch tragt, steht ihr nicht unter dem Gesetz, weil Gott seinen Geist nur jenen Leuten schickt, die ihn durch Gnade angenommen haben. Jeder andere steht unter dem Gesetz, nicht wahr? Würdet ihr gerne nicht mehr unter dem Gesetz Gottes, dem Zorn Gottes, dem Gericht Gottes stehen, mit Ausnahme von Jesus Christus? Er gibt euch seinen Heiligen Geist. Die Tatsache, dass ihr vom Heiligen Geist geleitet werdet, bedeutet, dass ihr nicht mehr dem Rechtssystem untersteht.

Jeder auf der Welt untersteht einem von zwei Systemen. Sie stehen entweder unter dem Geist oder unter dem Gesetz. Aber wenn ihr vom Heiligen Geist geleitet werdet, steht ihr nicht unter dem Gesetz. Und genau da möchte ich sein. Jeder Christ trägt also den Heiligen Geist in sich und der Heilige Geist leitet, er führt. In Johannes 16,13 sehen wir, dass der Heilige Geist jemand sein wird, der uns leitet. Er leitet jeden Christen. Wir sind nicht unter dem Gesetz. Wir stehen unter seiner Leitung, nicht unter einer äußeren, sondern einer inneren. Wenn er uns leitet, was ist dann unsere Aufgabe? Vers 16, was sollen wir tun? „Zu wandeln, wo(hin) er uns leitet.“ Wenn wir wissen, was er tut, wohin er uns führt, sollen wir auf diesem Weg wandeln.

Der blinde Mann in Jericho wurde in Lukas 18 zu Jesus geführt. Wenn ihr einem Blinden einfach den Weg irgendwohin beschreibt, nützt ihm das nicht viel. Ihr müsst ihn an der Hand nehmen und ihn führen. Wenn der Heilige Geist in das Leben eines Gläubigen kommt, wird er euch leiten. Er wird euch leiten, wenn ihr bereit seid zu wandeln. „So werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ Allein die Tatsache, dass er euch leitet, bedeutet, dass ihr nicht unter dem Gesetz steht, denn wenn das der Fall wäre, würde der Heilige Geist euch nicht innewohnen. Begreift ihr, was ich hier sage?

Ihr fragt: „Aber wohin geht er, wenn er leitet?“ Ohne jetzt eine große Diskussion zu beginnen, möchte ich euch acht Ziele nennen, an die der Heilige Geist euch führt. Zur Freiheit, Galater 5,1, zur Heiligkeit, Galater 5,16, zum Wort, Johannes 16,13: „… so wird er euch in die ganze“, was, „Wahrheit leiten.“ Zum Früchtetragen, Galater 5,22, die Frucht des Geistes. Er leitet euch zum Gebet oder Zugang zu Gott, Epheser 2,18. Er leitet euch zur Gewissheit. Der Geist wohnt in uns und zeigt uns, dass wir Söhne Gottes sind, Römer 8,16. Er veranlasst euch, Zeugnis abzulegen, Apostelgeschichte 1,8. Er leitet euch zur Unterordnung und das bedeutet Freude, Epheser 5,18. Derjenige, der mit dem Geist erfüllt ist, spricht in Psalmen und geistlichen Liedern und schließlich steht da, dass wir uns einander unterordnen.

Der Geist leitet uns also zur Freiheit, Heiligkeit, dem Wort, Früchtetragen, Gebet, Gewissheit, zum Zeugnis ablegen und zur Freude, die durch Unterordnung kommt. Das ist es, wohin er uns leitet. Und wenn ihr in ihm wandelt, ist das euer Weg. Ihr braucht nicht viele Regeln, meine Lieben. Der Geist leitet euch. Nun, was ist mit diesen Galatern geschehen? Sie hatten gut angefangen. Dann hörten sie auf, dem Geist zu folgen, und begannen, dem Fleisch zu folgen. Tut das nicht.

In Römer 8,3-4 finden wir eine wunderschöne Zusammenfassung von allem, worüber wir gesprochen haben, in den Worten des Heiligen Geistes. „Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war -, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern“, was, „gemäß dem Geist.“ Gott wollte das Gesetz erfüllt sehen. Er tut das, indem wir im Geist wandeln.

Lasst uns beten. 


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