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Die Anatomie der Gemeinde: Die Muskeln und das Fleisch, Teil 1 (German)

Ausgewählte Schriftstellen October 09, 1983 de2029

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Heute früh werden wir weiter unser Thema der letzten fünf Wochen diskutieren - „Die Anatomie der Gemeinde.“ Der Herr hat uns, meiner Meinung nach, zu einer Diskussion dessen geführt, wodurch sich seine Gemeinde auszeichnen soll. Gott hat uns hier so sehr gesegnet. Er hat hier, glaube ich, eine Gemeinde errichtet, die in den Herzen ihrer Mitglieder danach strebt, all das zu sein, was Gott für sie vorgesehen hat. Das trifft ganz gewiss auf die Herzen der Gemeindeleiter zu und ich weiß, dass es auch auf eure Herzen zutrifft. Gott hat uns auf einzigartige und wunderbare, wunderbare Weisen gesegnet.

Wir sind so reich mit geistlichen Dingen gesegnet, wie eine Gemeinde es nur sein könnte; und es ist wichtig für uns, während wir diese Dinge genießen, die Grundlagen zu verstehen, quasi die Ursachen zu verstehen, die zu Gottes Segen führen, die es uns ermöglichen, von ihm das Beste zu erhalten, was er bereithält; und deshalb betreiben wir ein wenig, wie ich es genannt habe, geistliche Archäologie und graben unser Fundament wieder aus, um zu sehen, welchen Dingen wir uns verschrieben haben. Gott hat uns so viele neue Leute geschickt; und wir preisen ihn und segnen seinen Namen für diese Leute, für alle von ihnen. Viele von euch, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, haben nicht die Gelegenheit gehabt, zu verstehen, was Grace Church ist, worum es Grace Church wirklich geht, was uns anders macht, welchen Dingen wir uns verschrieben haben. Und deshalb sind wir quasi wieder zurückgegangen zu einigen Dingen, die wir sehr gut kennen.

Wir versuchen nicht, etwas Neues zu sagen. Wir versuchen lediglich, Dinge zu betonen, die grundlegend für uns sind, um uns eine Perspektive dessen zu vermitteln, worum es bei unserer Gemeinde wirklich geht; und ich denke, wenn wir fertig sind, und das wird hoffentlich nächsten Sonntag der Fall sein, werden wir ein nettes kleines Bündel an Kassetten haben, die wir Leuten geben können, die in unsere Gemeinde kommen und sagen: „Was ist dieser Gemeinde wichtig? Was macht diese Gemeinde zu dem, was sie ist? Wo liegen die Schwerpunkte dieser Gemeinde?“ Und wir können dann sagen: „Hier sind die Dinge, denen wir uns verschrieben haben.“

Ich möchte heute zu Beginn sagen, dass ich mich am Herrn erfreue, weil ich das Werk Gottes in euch sehe; und wenn ich so zu euch spreche, heißt das nicht, dass ich euch zurechtweise, weil ich diese Dinge nicht sehe. Es liegt daran, dass ich diese Dinge sehe und sie weiterhin mehr und mehr sehen möchte. Wie Paulus, der schrieb: „Über die Bruderliebe aber braucht man euch nicht zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben; [...] wir ermahnen euch aber [...], daß ihr darin noch mehr zunehmt“, sagt er. Es ist diese Art von Perspektive, mit der ich vor euch trete; nicht, um zu sagen, dass diese Einstellungen nicht existieren, sondern dass sie existieren und sie zunehmend mehr existieren müssen.

Ich befürchte, dass die Gemeinde sich mit zunehmendem Wachstum immer mehr von den Grundlagen entfernt, die Gott verwendet hat, um uns zu segnen, und auf denen sein Geist aufgebaut hat; dass wir die Verbindung zu diesen Dingen verlieren. Und dann beginnt unser Niedergang, statt unser Aufstieg im Hinblick auf Gottes Nützlichkeit und seinen Segen. Aber ich sehe in den Diensten dieser Gemeinde und in den Herzen und dem Leben von euch, Gottes Kindern, diese Tugenden und Barmherzigkeit und die Dinge, die der Geist Gottes bewerkstelligt hat. Ich will euch lediglich zu einem größeren Engagement aufrufen als je zuvor.

Und nur, um euch einen Eindruck zu vermitteln, wie ihr von Anderen wahrgenommen werdet, habe ich in meiner Hand drei Briefe von Pastoren, die zu unserer Hirtenkonferenz kamen; und sie reagieren auf das, was sie hier gesehen haben. Vielleicht interessiert ihre Reaktion euch.

Dieser Brief wurde an Dick Mayhue geschrieben. „Ich möchte mir die Zeit nehmen, um dir für die vielen Stunden zu danken, die du dir nimmst, um alle Details für eine so erfolgreiche Hirtenkonferenz zu arrangieren. Dies war meine dritte Konferenz und jedes Mal habe ich mehr Einblicke gewonnen und Hilfe für den Dienst bekommen. Danke für deine Treue und dein dienendes Herz, das dies möglich gemacht hat. Darüber hinaus möchte ich Grace Community Church und dessen Mitglieder für ihr stetes Vorbild als Diener Gottes für uns Konferenzbesucher loben. Eine der erstaunlichsten und einzigartigen Dinge über Grace Church ist die Einstellung, die alle Ebenen durchdringt - von der höchsten Ebene der beteiligten Mitarbeiter bis zu den Leuten, die in der Küche arbeiten. Bitte lass diese guten Leute wissen, wie sehr wir ihre Arbeit schätzen. Unser Gemeindevorstand hat einen Ausschuss gegründet, der sich darum kümmern soll, dass jedes unserer Mitglieder die Hirtenkonferenz besucht; wir werden uns also auch in Zukunft sehen. Danke noch einmal, dass ihr euch vom Geist Gottes leiten lasst, dass ihr den Menschen im ganzen Land und auf der ganzen Welt die Tür öffnet, um mehr darüber zu erfahren, wie man biblische Prinzipien in der Atmosphäre der örtlichen Gemeinde anwendet. Möge Gott sich weiterhin deiner annehmen und durch dich dienen.“

Eines unserer Ziele bei einer Hirtenkonferenz oder einer Radiokonferenz besteht einfach darin, Kontakt mit den Leuten zu bekommen, und deshalb ermutigen wir euch, sie zum Abendessen einzuladen, mit nach Hause zu nehmen, Zeit miteinander zu verbringen und sie kennenzulernen. Wir wollen, dass sie wissen, dass Dinge in eurem Leben geschehen, die den Herrn Jesus Christus ehren. Wir haben nichts zu verbergen.

Ich habe vor Kurzem gehört, dass es, angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles Bestrebungen gab, alle Vagabunden in Los Angeles einzusammeln und während der Olympischen Spiele nach Newhall zu verfrachten … dahinter steckte der Gedanke, dass niemand äußerlich wissen würde, dass es derartige Leute in unserer Stadt gibt, sofern sie nicht Newhall besuchten, was sehr unwahrscheinlich ist.

Nun, wenn wir 250 Pastoren hier haben, denken wir nicht daran, alle Leute in unserer Gemeinde, die uns Sorgen bereiten, einzusammeln und irgendwo anders hin zu verfrachten. Wir glauben wirklich, dass Gott im Leben unserer Leute wirkt; und wir wollen, dass diejenigen, die unsere Gemeinde besuchen kommen und herausfinden wollen, ob sie wirklich das ist, was von ihr behauptet wird, und die herausfinden wollen, ob die Dinge, die wir befürworten, wirklich Leben verändern, dass diese Leute Kontakt mit unseren Mitgliedern haben, damit sie diese Dinge überprüfen können. Und dieser Pastor, der diesen Brief aus Washington schrieb, war ermutigt, in den Herzen der Leute die Dinge verwirklicht zu sehen, die wir lehren.

Ich habe noch einen weiteren Brief, der von einem jungen Pastor in Mississippi stammt. Er schreibt: „Nur ein kurzes Dankeschön für alles, was ihr Gott in mir habt bewirken lassen im Laufe dieser Woche. Ich lerne zunehmend mehr über Gottes Gnade, seine Werke usw. durch die Dienste hier bei Grace. Diese Woche bei der Hirtenkonferenz hat in meinem Geist für immer das Engagement, die Freude und den Wunsch bekräftigt, meinen Herrn durch sein Wort zu erkennen und ihn durch sein Wort bekannt zu machen. Tausend Dank ... Prediger übertreiben manchmal … für eure Gastfreundschaft und Güte diese Woche. Ihr alle habt die Botschaft eures Lebens wahrhaftig ausgelebt.“ Was für ein wunderbarer Gedanke. „Ihr alle habt die Botschaft eures Lebens wahrhaftig ausgelebt. Durch Grundsätze und Vorbilder habt ihr das Herz eines Dieners an den Tag gelegt und wir haben eine tiefe Liebe zu euch entwickelt.“ Das ist so ermutigend. Zu hören, dass jemand, der nicht Mitglied bei uns ist, zur Grace Church kommt, unsere Mitglieder trifft, für eine Woche hier ist, und sagt: „Ihr lebt euere Botschaft aus“, das ist das größte Lob.

Und dann Folgendes von einem Pastor in Michigan. „Obwohl mir klar ist, dass du sicherlich viele Briefe wie diesen nach jeder Hirtenkonferenz erhältst, fühle ich mich immer noch dazu getrieben, dir zu schreiben und meine tiefe Wertschätzung für dich und den Dienst bei Grace auszudrücken. Ich habe seit meiner Zeit in der Bibelschule von deiner Gemeinde gehört und war immer sehr interessiert daran, deinen Dienst zu sehen. Als mein leitender Pastor zustimmte, mich zu der Konferenz zu entsenden, spürte ich sofort, dass der Herr mich auf sehr besondere Weise segnen würde. Er hatte bereits begonnen, in meinem Herz dahingehend zu wirken, den Dienst hier zu verlassen und als Pastor meine eigene Gemeinde zu gründen, aber er hatte diesbezüglich noch keine Türen geöffnet. Jetzt kenne ich den Grund dafür. Unser Dienst für die Teenager hier war immer als sehr erfolgreich betrachtet worden. Viele Kinder wurden errettet und mein Unterricht sonntagmorgens war immer praktisch und bedürfnisorientiert gewesen.

Doch nach dreieinhalb Jahren fühlten meine Frau und ich uns beide so entmutigt, weil wir einfach das Gefühl hatten, dass wir in Bezug auf wahren biblischen Dienst auf dem falschen Weg waren. Bei dir und deinen Mitarbeitern zu sein, hat mir das grundlegende Problem gezeigt. Wir hatten großartige Beziehungen zu unseren Kindern aufgebaut und sie empfanden ein echtes Gefühl der Faszination und des Engagements für unseren Arbeitsbereich und die Gemeinde; aber sie verschrieben sich dem Wort Gottes weder persönlich noch auf irgendeine praktische Weise. Wir hatten die Grundlage des Dienstes verfehlt. Die traurige Tatsache ist, dass wir meiner Meinung nach nie Kontakt zu einer Gemeinde gehabt hatten, die sich das zum Ziel gesetzt hatte. Natürlich lag die Wurzel des Problems darin, dass wir selbst nicht so im Wort verankert waren, wie wir es hätten sein sollen. Ich möchte dir mitteilen, wie der Herr uns das offenbarte.

Während der Konferenz wohnten meine Frau und ich bei Freunden. Wir waren gebeten worden, am Sonntagmorgen mit den Studenten in ihrer Gemeinde zu arbeiten; deshalb hatte ich geplant, deinen Gottesdienst hier Sonntagmorgen ausfallen zu lassen; aber die ganze Woche über hörte ich, wie wichtig die gemeinsame Anbetung sei. Schließlich gab ich am Samstagnachmittag nach und sagte meinem Freund, ich würde Sonntagmorgen zurück zur Grace Church gehen. Am nächsten Morgen kamen meine Frau und ich in den Versammlungsraum und wussten nicht wirklich, was uns erwartete. Du musst verstehen, dass wir beide neuen Ideen gegenüber etwas skeptisch sind. Als wir den Gottesdienst verließen, erkannten wir beide, dass wir gerade etwas erlebt hatten, das unserer Vorstellung des Dienstes völlig fremd war. Meine Frau fasste es am besten zusammen, als sie sagte, dass in unseren Gemeinden die Leute in die Gemeinde kommen und nach Luft ringen, die Woche nur mühsam hinter sich bringen und auf einen weiteren ‚Schuss’ warten, um bis zum nächsten Gottesdienst durchzuhalten. Aber es scheint, dass eure Leute bereits erfüllt sind, wenn sie ankommen, weil sie dazu angeleitet wurden, alleine im Wort Gottes zu studieren. Wenn sie kommen, tun sie das, um noch mehr zu bekommen, aber insbesondere, um anzubeten. Ich bin bestürzt, sagen zu müssen, dass wir das nie zuvor gesehen haben.

Ich bin dankbar, sagen zu können, dass unser Leben seit diesem Morgen anders verlaufen ist. Wir haben täglich das Wort Gottes studiert, und wenn ich lehre oder predige, habe ich das versweise getan. Ich wusste nie, dass der Dienst so viel Freude und Befriedigung bringen könnte. Ich habe in kurzer Zeit so viel gelernt. Die Leute sind zu uns gekommen und haben uns gefragt, was uns in Kalifornien widerfahren ist. Es hört sich alles so leicht an und ich habe das mein ganzes Leben lang gehört. Leider habe ich es nie zuvor erlebt. Wir vertrauen jetzt auf den Herrn, dass er bald einen Ort zur Verfügung stellen wird, wo wir einige der Grundsätze einführen können, die der Herr uns auf umfassende Weise offenbart hat. Vielen Dank für den einschneidenden Einfluss, den dein Dienst auf unseren Dienst gehabt hat.“

Und vor ungefähr einem Monat erhielt ich einen Brief von diesem jungen Mann. Er schrieb, dass er jetzt Pastor seiner eigenen Gemeinde sei, und wollte wissen, ob wir ihm einige Dinge bereitstellen können, die er für den Anfang verwenden könnte.

Das Wunderbare daran ist, dass diese Männer auf das gesamtheitliche Leben der Gemeinde reagieren. Sie schreiben nicht: „Das war ein großartiges Seminar. Es war ein großartiger Kurs“ oder „Du hattest einige tiefgehende Sachen über dies oder das zu sagen.“ Aufgrund dieser Gemeinde gibt es einen ganzen Dienst, der sich um sie kümmert. Mittwochabend war Moishe Rosen bei uns und ich war in der Halle und redete mit ihm, bevor er zu uns sprach; er sagte: „Ich bin gerade aus London zurückgekehrt.“ Er ist der Vorsitzende von „Juden für Jesus“ und sagte: „Ich war in London und besuchte etliche Orte und überall gab es jemanden, der zu mir kam und sagte: ‚Sie sind aus Kalifornien. Ist Ihnen die Grace Community Grace ein Begriff?’ Und jedes Mal sagte ich: ‚Ich habe davon gehört’, und sie sagten: ‚Könnten sie uns etwas darüber erzählen?’“

Er sagte: „Ich bin erstaunt, wie sehr der Ruf deiner Leute sich überall dorthin erstreckt hat, wo ich hingehe. Ich bin sogar neidisch, dass du solche Leute hast.“ Nun, das ist eine wunderbare Sache und ich sagte zu ihm: „Ich kneife mich ständig selbst und sage mir in diesem wunderbaren, von Gott gesegneten Dienst: ‚Bist du sicher, dass du den Richtigen erwischt hast, Herr?’“

Wir haben eine sehr große Verantwortung gegenüber jenen, die auf uns schauen, um in uns das zu sehen, was sie vielleicht nirgendwo sonst gesehen haben; und ich glaube, es gibt Gründe dafür, warum Gott uns gesegnet hat. Ich glaube, es gibt Grundsätze, die uns in eine Position versetzen, welche maximalen Segen erfährt; und es liegt nicht nur daran, dass wir eine große Gemeinde sind. Es ist die Einstellung, die auf die Menschen abfärbt. Es ist das Engagement, das auf die Menschen abfärbt. Es sind jene Dinge, die in uns als bekennenden Gläubigen existieren, die sie hier sehen, aber nicht immer in Anderen, die den Namen Christi anrufen.

Wir sind also in unserer Serie zurückgegangen und haben gesagt: „Nun, was ist es also, das diese Gemeinde zu allem macht, was eine Gemeinde sein kann? Ich meine, was ist es, das wir haben sollten?“ Viele von euch sind neu in unserer Gemeinde und ihr fragt euch vielleicht dasselbe. Ihr wärt vielleicht gerne in der Lage, zu sagen: „Also, hier sind die Dinge … hier sind die Dinge, denen wir uns verschreiben müssen. Hier sind die Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Hier sind die Dinge, die wir lehren wollen, und verkünden wollen und in anderen heranziehen wollen.“ Und deshalb arbeiten wir diese Dinge noch einmal durch. Das sind sehr grundlegende Dinge.

Ich habe sogar irgendwie das Gefühl, dies hier sei ein großer Kurs in Grundlagen des Glaubens. Dass ich hier über sehr vertraute Dinge rede; und nach jedem Sonntag sage ich zu meiner Frau: „Weißt du, es scheint alles so grundlegend zu sein. Es scheint alles so grundlegend zu sein. Ich hoffe, ich tue das Richtige.“ Und sie bekräftigt mich, indem sie sagt: „Nun, es gibt viele Leute, für die das nicht so einfach und grundlegend ist, wie für dich.“ Und das brauche ich gelegentlich von meiner Frau, nur eine kleine Ermutigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin, weil es so absolut einfach und grundlegend scheint. Und dennoch müssen wir immer wieder zurückgehen und das Fundament wieder neu legen, nicht wahr?

Das erinnert mich an die Worte von Petrus, die ich euch für diese Dinge in Erinnerung rufen möchte. Nicht, dass ihr sie nicht kennen würdet. Ihr kennt sie bereits, aber ich möchte sichergehen, dass ihr euch an sie erinnert. Ihr müsst auf dem richtigen Weg bleiben. Wisst ihr, ihr beginnt auf diesem Weg, und ganz plötzlich weicht ihr in die eine oder andere Richtung ab; legt einfach immer wieder denselben Weg fest, damit wir wissen, wo wir entlanggehen.

Wir haben uns also mit der Gemeinde befasst und dazu die Analogie eines Körpers benutzt. Wir haben gesagt, dass eine Gemeinde zu allererst ein Skelett oder eine Grundstruktur braucht, um das zu sein, was Gott für sie vorgesehen hat. Mit anderen Worten eine Grundlage, die ihr Gestalt verleiht. Und wir haben im Prinzip gesagt, dass es einige nicht-verhandelbare, unverzichtbare, grundlegende Wahrheiten gibt, von denen wir fünf vorgeschlagen haben: eine hohe Sicht Gottes, die absolute Priorität der Schrift, Klarheit der biblischen Lehre, persönliche Heiligung und geistliche Autorität; und wir haben all diese verknüpft und quasi zu unserem Skelett gemacht.

Als nächsten Schritt und zweite Dimension in unserer Analogie haben wir gesagt, dass ein Körper von inneren Organen erfüllt sein muss. Sie erhalten ihn am Leben. Sie sind es, die ihm das Leben verleihen und ihn befähigen, zu agieren und zu reagieren. Und in der Gemeinde brauchen wir auch innere Organe; das sind meiner Meinung nach die richtigen geistlichen Einstellungen. Es geht um das, womit das Leben der Leute hinter den Kulissen erfüllt ist.

Wir sagen Pastoren, die unsere Gemeinde besuchen, ständig: „Nehmt nicht einfach das, was ihr an der Oberfläche seht, und versucht, es zu integrieren. Dahinter, hinter dem Fleisch quasi, steckt ein Strom gewisser innerer Einstellungen, die im Herzen der Leute verankert werden müssen, bevor der Dienst das sein kann, was Gott dafür vorgesehen hat.“

Und ich habe euch eine ganze Liste von Einstellungen genannt. Ich möchte euch nur kurz daran erinnern: Gehorsam, Demut, Liebe, Einheit, Bereitschaft zum Dienen, Freude, Frieden, Dankbarkeit, Selbstdisziplin, Vergebung, Abhängigkeit, Flexibilität, Verantwortung, Wachstum, Treue und Hoffnung. Ich erwarte nicht, dass ihr das alles aufschreibt. Das habt ihr bereits gehabt. Ich will euch das nur kurz in Erinnerung rufen. Das sind die Einstellungen, die wir meiner Meinung in unserer Mitte durch unsere Predigten, unsere Lehre und unsere Jüngerschaftsprogramme fördern müssen und durch alles, was wir tun, um diese starken Einstellungen, diese geistlichen Einstellungen, zu einem Teil von uns zu machen.

Wenn die Grundstruktur in Ordnung ist und von den richtigen Einstellungen durchzogen wird, sind wir bereit, zur 3. Dimension überzugehen. Das werden wir heute tun. Diese Dimension ist die der Funktion bzw. der Muskeln im Körper. Der Körper hat jetzt eine Form und ist von Leben erfüllt. Was soll er jetzt tun? Welche Funktion hat er? Welche Verantwortung hat die Gemeinde in der Welt? Was soll quasi unsere Existenzberechtigung sein? Oder einfach ausgedrückt, was ist unser Dienst?

Wenn jemand zu euch sagen würde: „Was soll die Gemeinde tun?“ Ihr habt eine Gemeinde, die sich der Anbetung Gottes, der Autorität der Schrift und der gesunden biblischen Lehre verschrieben hat und die Mitglieder führen ein korrektes Leben. Sie kümmern sich um ihre persönliche Heiligung. Sie ordnen sich der geistlichen Autorität jener unter, die Gott im Herrn über sie gesetzt hat. Sie haben die richtigen Einstellungen in ihren Herzen gepflegt. Sie haben all diese Kraft und all diese „Lebenssäfte“. Was sollen sie damit tun?

Wenn ihr der Gemeinde ein Mandat in Bezug auf ihre Verantwortung erteilen solltet, wie würde es lauten? Damit wollen wir uns jetzt befassen; ich nenne das die Muskeln. Das ist die Funktion. Sie versetzen uns in Bewegung ... und ich möchte heute und das nächste Mal darauf verwenden, und dann werden wir nächstes Mal auch kurz mit dem Fleisch abschließen. Ich glaube, das schaffen wir in zwei Wochen. Aber heute früh will ich euch vier Dinge nennen, die ich für die wichtigsten Funktionen halte; sie sind so grundlegend, dass ihr sie gut kennt. Aber ich möchte sie euch kurz in Erinnerung rufen, damit ihr, vielleicht auf neue Weise, die Dinge versteht, denen wir uns verschrieben haben.

Die erste Sache ist das Predigen und Lehren; ich verbinde diese beiden, weil sie beide mit der Verkündung der biblischen Wahrheit zu tun haben. Predigen und Lehren. Das ist meiner Meinung nach die primäre Funktion der Gemeinde. Die Gemeinde empfängt die Offenbarung Gottes und muss deshalb die Offenbarung Gottes weitergeben. Wenn Gott sich uns offenbart hat, geschah das, damit wir ihn verstehen können. Wir sollen also Hörer des Wortes und Verkündiger des Wortes sein; wenn ihr hierher kommt, werdet ihr also das Wort Gottes hören. Wenn ihr zu einem Kurs geht, werdet ihr das Wort Gottes hören. Wenn ihr zu einem Bibelkreis geht, werdet ihr das Wort Gottes diskutieren und studieren; denn die Gemeinde soll in erster Linie ein Ort sein, wo das Wort Gottes gepredigt und gelehrt wird.

Ich habe mich in der Gemeinde der Predigt und Lehre als absolute Priorität verschrieben. Das ist eine Funktion der Gemeinde. Wir müssen das Wort Gottes verkünden. Ich bin sehr bekümmert über die vielen Moralpredigten, die gehalten werden; manche davon sind hilfreich. Manche sind gut. Viele würde ich als Seelsorge von der Kanzel herab bezeichnen. Die Gemeinde befasst sich mit vielen ethischen Themen. Es gibt viele kleine Kurse, die sich treffen und in denen jeder seine Unwissenheit mit in den Topf wirft, weil niemand etwas weiß. Sie raten nur irgendwie, was die Bibel meint.

Aber die Gemeinde hat eine vorrangige Funktion, nämlich die klare, verständliche, direkte, maßgebliche Verkündigung von Gottes Wort. Deshalb wird sich Grace Church immer für eine starke Betonung auf Predigen und Lehren einsetzen. Eine starke Betonung auf Predigen und Lehre.

Jetzt möchte ich mit euch gemeinsam zwei Briefe betrachten, die Paulus an Timotheus geschrieben hat. Diese Briefe wurden, meiner Meinung nach, geschrieben, damit wir den Dienst verstehen, sowohl vom Standpunkt des Pastors als auch seiner Gemeinde. In 1. Timotheus 3,15 lesen wir sogar, dass dieser Brief geschrieben wurde, um uns zu lehren, wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde ist. Hier ist also ein Brief, der uns sagt, wie wir uns in der Gemeinde verhalten sollen, wie wir in der Gemeinde agieren sollen, was wir in der Gemeinde tun sollen.

Und ich glaube, der Schwerpunkt von sowohl 1. Timotheus als auch 2. Timotheus liegt darin, dass wir primär auf dem Gebiet der Verkündung gesunder Lehre tätig sein und das Wort Gottes predigen sollen. Im selben Kapitel, 1. Timotheus 3, ist Vers 16 sehr interessant; er fasst das Wunder der Fleischwerdung Christi zusammen. Dort steht, ohne Kontroverse, also ohne Debatte oder Streit, es sei eine unbestreitbare Tatsache, dass das Geheimnis der Gottesfurcht eine großartige Sache sei. Und was ist das Geheimnis der Gottesfurcht? Dass Gott im Fleisch offenbar wurde. Das ist einfache eine unglaubliche Sache. Niemand wird bestreiten, dass das eine großartige Wahrheit ist, nicht wahr? Dass Gott im Fleisch offenbar wurde. Das ist das Herzstück, der Kern, die Substanz unseres christlichen Glaubens, nicht wahr? Wir haben nichts, wenn Gott sich nicht im Fleisch Jesu Christi offenbart hat, stimmt’s? Wenn er nicht gestorben und auferstanden ist.

Das also ist das Herzstück unseres Glaubens. Das ist unbestreitbar eine großartige, offenbarte Wahrheit. Aber achtet auf das, was dort steht. „Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit“, und mittendrin steht „verkündigt unter den Heiden.“ Und wenn ich 1. Timotheus 3,16 betrachte, sehe ich einige grundlegende Dinge in der Fleischwerdung; eine davon ist die Predigt. Predigen ist eines der grundlegenden Elemente, durch die Gott sich im Fleisch offenbarte. Was geschah, muss gepredigt werden. Das ist es, was er hier sagt. Es muss eine Verkündigung der Botschaft geben. Predigen ist etwas, das es nur im Christentum gibt. Es ist die eine wunderbare Sache, die die Gemeinde tut, die die heiligen Männer Gottes tun, der nichts in der Welt gleichkommt. Die Welt kann zwar ihre Kinofilme haben und ihre Bücher und viele verschiedene Kommunikationsmittel; aber Predigen scheint mir etwas so Einzigartiges zu sein, weil Männer Gottes, die vom Heiligen Geist Gaben und Kenntnis von Gottes Wort erhalten, Gottes Wahrheit verkündigen; ich glaube deshalb, dass die Fleischwerdung das Herzstück der Gemeinde ist und dass die Verkündigung dieser Fleischwerdung das Herzstück der Fleischwerdung ist. Deshalb nimmt das Predigen eine zentrale Stellung im Leben der Gemeinde ein.

Daraus folgt, dass Paulus dem jungen Timotheus gegenüber betonen wird, wenn dieser seinen Dienst aufnimmt, dass er dem Predigen treu sein sollte; ihr werdet in Kapitel 4, Vers 6 bemerken, dass Paulus sofort sagt: „Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst“, und er hat gerade mit ihm über einige Dinge gesprochen und sagt: „Es ist deine Aufgabe, deine Leute an diese Dinge zu erinnern. Du bist in erster Instanz ein Lehrer, Timotheus. Du bist ein Lehrer. Was auch immer du vom Geist Gottes empfangen hast, verwende es für Andere und lass die Gemeinde der Ort sein, wo Dinge gelehrt werden. Wo die Wahrheit Gottes gelehrt wird. Du weißt, wie wunderbar das in einer Welt ist, in der die Menschen nach der Wahrheit suchen.“ Versteht ihr das? Wisst ihr, wie wunderbar es an einem solchen Ort ist, wo doch Menschen quasi alles aufgegeben haben, was als wahr garantiert werden kann? Wo die Moral von der Mehrheit bestimmt wird? Wir jeder für sich selbst sorgt und seine eigene Meinung hat? Wo die Wahrheit schwer zu fassen ist? Wo es den Menschen überlassen bleibt, anhand ihrer eigenen, gehaltlosen Philosophie den Sinn des Lebens herauszufinden? Wir können aufstehen und sagen: „Das ist Wahrheit.“

Ich meine, selbst Pilatus, der ultimative Zyniker des Neuen Testaments, sagte: „Was ist Wahrheit? Was ist Wahrheit?“ Wir kennen die Wahrheit. Wir kennen die Wahrheit. Jesus sagte in Johannes 17 zum Vater: „Dein Wort ist Wahrheit.“ Ach, was für ein Vermächtnis und das ist es, was wir vermitteln müssen. Das ist es, was wir vermitteln müssen; Gott hat diese Gemeinde meiner Meinung nach deshalb gesegnet, weil es immer eine ihrer primären Funktionen war, das Wort Gottes zu verkünden. Nicht über die Bibel zu sprechen, sondern aus der Bibel zu sprechen; ich kann euch gar nicht sagen, wie viele Hunderte oder sogar Tausende von Leuten im Laufe der Jahre mit uns gesprochen und an uns geschrieben und gesagt haben, sie kämen zur Grace Church, weil sie hier mit dem Wort Gottes genährt würden. Es geht immer um das, was wir hören …

Und das ist es, wofür wir uns einsetzen. Das ist unsere Funktion und es ist nicht nur meine Aufgabe. Es ist die Aufgabe von jedermann. Wir alle sollen diejenigen sein, die das Wort verkündigen und predigen und lehren. Manche sind natürlich auf einzigartige Weise begabt. In Vers 11 folgt er demselben Gedanken wie in Kapitel 4, Vers 6 und sagt: „Du bist als Diener ein guter Diener, wenn du selbst durch die Worte des Glaubens und gesunde Lehre genährt wirst.“ Mit anderen Worten, wenn die Wahrheit in dir wohnt und du sie an deine Leute weitergibst; er sagt in Vers 11: „Dies sollst du gebieten und lehren.“ Mit anderen Worten, lehre mit Autorität. Lehre mit Autorität.

Ich erinnere mich noch, wie ich einmal die akademische Abschlussfeier an der Polizeischule hielt; der Mann neben mir sprach zu mir über die verschiedenen Absolventen, die die Los Angeles Police Academy abgeschlossen hatten; er sagte: „Wir mussten Einen wegen seiner Stimme durchfallen lassen.“ Ich erwiderte: „Das ist interessant.“ Er sagte: „Ja, man kann einfach nicht hinter einem Räuber stehen und mit einer solchen Stimme sagen: ‚Hände hoch. Du bist verhaftet … Halt, im Namen des Gesetzes.’“ Ich meine, da fehlt einfach etwas, oder?’“ Ich erwiderte: „Ja, das ist interessant.“ „Ja“, sagte er, „seine Stimme musste eine gewisse Autorität haben.“

Und ich begann über die Tatsache nachzudenken, dass seine Autorität quasi das Gesetz war, nicht wahr? Das Gesetz war seine Autorität; und wenn ich mich anhöre, als würde ich mit Autorität sprechen, dann ist das deshalb, weil die Autorität von Gottes Wort kommt. Ich werde nicht autoritativ aufgrund meiner eigenen Meinung sprechen, sondern aufgrund von Gottes Wort; und das ist es, was hier in 1. Timotheus 4,11 steht. „Lehre es nicht einfach. Gebiete es.“ Mit anderen Worten, ihr fordert alle Leute zu einem Mandat der Verantwortung auf.

In Vers 13 sagt er deshalb: „Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren.“ Dann sagt er ihm, wie er das tun soll. „Lies den Text. Erkläre den Text und wende den Text an.“ Lesen bedeutet einfach, ihnen den Text vorzulesen. Ermahnung ist die Anwendung des Textes. Lehren bedeutet, ihnen die biblische Lehre zu geben, sie zu unterweisen. Also sagt er: „Schlag den Text auf. Lies ihn ihnen vor. Erklär ihn ihnen. Das ist die biblische Lehre, und ermahne sie, sich richtig zu verhalten und“, …. in Vers 14 …, „vernachlässige das nicht.“ Vers 15 sagt, „lebe darin …beachte es …“ steht in Vers 16 „… und bleib beständig darin.“ Mit anderen Worten sind wir alle aufgefordert, dem Wort gehorsam zu sein und es zu verkünden. Predigen, lehren, verkünden, unterweisen. Was für eine faszinierende Verantwortung.

Jetzt, in Kapitel 5, Vers 17, kommt er zu einer weiteren Dimension. „Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelte Ehre wert geachtet werden“, doppelter Lohn, doppelter Respekt, wahrscheinlich waren all diese Dinge beinhaltet, „besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten.“ Auch hier liegt der Fokus der Gemeindeleitung auf der Rolle des Predigens und Lehrens. Das ist unsere Funktion. Das ist unsere Funktion. Das ist unsere Funktion.

Wir sind hier, um das Wort Gottes zu verkünden. Ich habe Leute Grace Church kritisieren hören; sie sagen: „Nun, Grace Church legt zu viel Gewicht auf das Gebiet der Lehre. Es gibt zuviel Predigt, zuviel Lehre und nicht genug hiervon oder davon.“ Ich sehe nicht, wie man davon je zuviel haben könnte. Ich meine, sofern man nicht die gesamte Offenbarung Gottes beherrscht, und das ist absolut unmöglich. Es kann nicht zuviel Predigt und Lehre geben. Das Gleichgewicht könnte gestört sein, wenn wir der Lehre nicht gehorchten; aber der Grund dafür, dass wir unsere Leben von der Lehre beherrschen lassen, ist der, dass die Lehre das ist, was alles andere in Bewegung setzt. Wir müssen wissen, was die Bibel über eine Sache sagt, bevor wir diese tun können; deshalb ist die Lehre die unerlässliche Voraussetzung für alles.

Wir müssen wissen, was zu tun ist. Wir können nicht wissen, wie man anbetet, wenn wir nicht wissen, was die Bibel sagt. Wir können nicht wissen, wie man betet, wenn wir nicht wissen, was die Bibel sagt. Wir wissen nicht, wie man evangelisiert. Wir können nicht wissen, wie man Jünger macht oder ein Hirte ist. Wir können nicht wissen, wie man Menschen unterweist. Wir können nicht wissen, wie man Menschen und ihren Familien hilft. Wir können nichts tun, wenn wir nicht begreifen, was Gott sagt. Also predigen und lehren wir, wir predigen und lehren.

Am Ende von Kapitel 6 sagt Paulus zu Timotheus: „Bewahre das anvertraute Gut.“ Mit anderen Worten bezieht er sich, glaube ich, auf die dargelegte Wahrheit, die Offenbarung Gottes, den Glauben, wenn ihr so wollt, den Gehalt der wahren biblischen Lehre. Bewahre es und halte dich vom Müll der Welt fern, von den Philosophien und den fehlerhaften Theologien und der angeblichen Kenntnis der Menschen, die in Wirklichkeit gar nichts wissen. Haltet mit den richtigen Dingen durch. Wir wollen uns davon nicht abbringen lassen. Wir wollen nicht verdrängt werden in die Gedanken von Menschen, die Gott fern sind.

Es lohnt sich, einen Blick auf 2. Timotheus 2, Vers 15 zu werfen. Er sagt: „Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.“ Mit anderen Worten, ihr habt das Wort Gottes. Ihr habt euch dem Wort verschrieben. Jetzt müsst ihr es richtig handhaben.

In Kapitel 1, Vers 13, sagt er: „Halte dich an das Muster der gesunden Worte.“ Als Erstes müsst ihr euch also daran halten und dann müsst ihr es richtig weitergeben. Haltet euch an die Wahrheit und gebt sie so weiter, wie sich das geziemt, damit ihr euch vor Gott bewährt; und das sagt er noch einmal in Vers 16 und den folgenden: „Haltet euch von dem Unrat der Welt fern. Haltet euch von ihren Fehlern und Irrlehren und Philosophien fern und haltet euch an die Wahrheit Gottes.“

In Kapitel 2, Vers 24, sagt er: „Ein Knecht des Herrn aber“, jemand, der dem Herrn dient, „soll […] fähig [sein] zu lehren.“ Fähig sein zu lehren. Und dann gibt es natürlich diesen wunderbaren Abschnitt in Kapitel 3, wo es heißt: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben, damit wir vollkommen werden.“ Wie ihr sehen könnt, betont Paulus bei seiner Anweisung an Timotheus in Bezug auf die Gemeinde die Predigt und Lehre stark.

Schlagt jetzt bitte Kapitel 4 auf, wo wir alles zusammenführen werden. 2. Timotheus 4,1; hier erhält Timotheus ein Mandat, eines der wirklich großen im Neuen Testament. „Ich beauftrage dich, ich ziehe dich zur Verantwortung oder ich gebiete dir deshalb Folgendes ...“ Da das Wort Gottes vollkommen machen kann, wie es in 3,15-17 heißt, da das Wort Gottes all diese Dinge tun kann, da es dir das Heil bringen kann, das du empfangen hast, da es dir alles geben kann, was du brauchst, um in Christus vollkommen zu werden, „daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen.“

Das ist ein sehr solider Auftrag. Er sagt: „Ich ziehe dich zur Verantwortung vor Gott und Jesus Christus. Ich ziehe dich zur Verantwortung vor dem Vater und dem Sohn.“ Vers 2, was soll er tun? Was? „Verkündige das Wort. Verkündige das Wort.“ Es ist das Wort, das die Menschen weise macht und zu ihrer Errettung führt. Es ist das Wort, das vollkommen macht, das biblische Lehre, Ermahnung, Zurechtweisung, Unterweisung und Gerechtigkeit bringt. Das den Mensch Gottes gründlich für alle guten Werke zurüstet. Es ist das Wort, das das tut. Deshalb sagt er: „Timotheus, fasse es einfach zusammen. Ich mache dich verantwortlich vor Gott dem Vater. Ich mache dich verantwortlich vor Gott dem Sohn. Verkündige das Wort. Verkündige das Wort und sei sorgsam dabei. Arbeite hart daran. Halte durch. Tue es in gelegenen oder ungelegenen Zeiten, ob es nun passend oder unpassend scheint. Egal, ob es scheint, dass jemand an dir Anstoß nehmen könnte oder auch nicht, mach einfach weiter. Ständig, ob gelegen oder ungelegen“, das bedeutet zu jeder Zeit. Mehr als „gelegen oder ungelegen“ geht nicht.

Und dann sagt er Folgendes und das ist interessant, nicht wahr? Er sagt nicht: „Tröste und ermutige“. Er sagt: „Überführe, tadle, ermahne.“ Mit anderen Worten: „Verschone sie nicht, Timotheus.“ Warum sagt er das? Weil er weiß, dass selbst Christen im Prinzip mit ihren Sünden kämpfen müssen, nicht wahr? Deshalb sagt er: „Die Predigten müssen provokativ sein. Sie müssen tadeln. Sie müssen zurechtweisen. Sie müssen ermahnen.“ Das mildeste dieser Worte ist „Ermahnung“, es bedeutet, eine Ermutigung zu einem anderen Verhalten auszusprechen, unter Berücksichtigung einer Konsequenz, wenn dies nicht geschieht.

Mit anderen Worten, wenn du so weitermachst wie jetzt, wird Gott sich deiner annehmen müssen. Deshalb muss die Predigt dieses Element enthalten. Sie ist provokativ. Sie macht dich deiner Unzulänglichkeit bewusst. Sie überführt. Sie erforscht das Herz. Sie bricht das Herz und das ist es, was er ihm sagt. „Predige es auf diese Weise und lass den Gehalt deines Dienstes das sein, was Langmut demonstriert.“ Du predigst also mit großem Eifer. Du predigst mit großer Überzeugung. Du konfrontierst Menschen. Du drückst sie quasi gegen die Wand und sie müssen entscheiden, ob sie das, was du gesagt hast, befürworten oder nicht. Du lässt sie in ihr eigenes Herz blicken und den Misserfolg ihres eigenen Lebens sehen und du erkennst Folgendes: Sie werden sich nicht über Nacht verändern; deshalb sei in dem Prozess… was? Geduldig. Sei geduldig.

Und dann sagt er: „Sei nicht nur geduldig, sondern handle in diesem Prozess“, und das ist so ein wichtiger Ausdruck, „mit aller Geduld und Lehre.“ Lehren, das zentrale Element des Dienstes, meine Lieben, ist das geduldige Lehren von Gottes Wort auf provokative Weise, die die Menschen bei einer Selbstbetrachtung ihre eigenen Fehler erkennen lässt, sodass sie vor Gott Rechenschaft für ihr Leben ablegen können. Das ist die Funktion der Gemeinde. Das ist die Funktion der Gemeinde. Wenn ihr hierher kommt, seid ihr zu dieser Rechenschaftspflicht aufgefordert. Wenn ihr Gemeinschaft miteinander habt, ist eines der Dinge, zu denen ihr in der Lehre von Gottes Wort aufgefordert werdet, die Frage danach, ob ihr richtig auf das Wort reagiert. Wenn ihr zu einer unserer Regionalgruppen (Flock) oder einem Bibelkreis geht und jemand die Bibel aufschlägt, ruft die Autorität von Gottes Wort euch zu der Stelle, wo ihr sagt: „Ich tue das oder ich tue das nicht.“ Und ihr werdet überführt oder getadelt oder ermahnt, ganz geduldig, bis euer Leben das sein kann, was Gott dafür vorgesehen hat.

Als Paulus sich also verabschiedet und Timotheus auf die Bühne tritt, um seine Rolle zu übernehmen, sagt er: „Timotheus, es ist alles hierin zusammengefasst, mein Sohn. Predige das Wort. Predige das Wort.“ „Warum so?“ Weil es das Wort im Kopf ist, das unser Verhalten hervorbringt. Es ist das Wort, das in den Kopf kommt, welches unser Verhalten hervorbringt. Deshalb sagt die Bibel in Epheser 4,23: „Werdet erneuert im Geist eurer Gesinnung. Werdet erneuert im Geist eurer Gesinnung.“ Verwandlung, Römer 12: „Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes.“ Und das ist der Teil von euch, der denkt. Das Wort Gottes muss Bestandteil eurer Gedanken sein, damit diese das Schwungrad eures Verhaltens in Bewegung setzen können … und deshalb lehren und predigen wir das Wort. Dafür gibt es keinen Ersatz.

Eine zweite Funktion ist Evangelisation und Mission. Evangelisation und Mission. Ich verwende diese beiden Begriffe einfach, um euch eine umfassende Perspektive zu vermitteln. Evangelisation scheint sich auf persönliche Dinge zu beziehen, während Mission etwas sehr Großes zu sein scheint; und da diese beiden Begriffe so wahrgenommen werden, werden wir sie verwenden. Wir sollen uns dafür einsetzen, dass unsere Gemeinde nicht nur für sich selbst existiert, sondern auch zum Wohl der Welt, nicht wahr? Das ist der Grund dafür, dass wir sein wollen, was Gott für uns vorsieht, damit wir ein helles Licht inmitten einer finsteren und verdrehten Generation sein können. Wir wollen alles sein, was Gott für uns vorsieht, damit er, durch uns, andere erreichen kann.

Sehr ihr, das ultimative Ziel aller Dienste ist es, dass wir jemanden für Christus erreichen, und deshalb muss es uns um Evangelisation, Evangelisation, Evangelisation gehen. Wir müssen das im Prinzip auf zweierlei Weise verfolgen: durch unser Leben und durch das Wort. Wie wir so viele Male gesagt haben, Leute, es ist unser Leben dort draußen, das unser Zeugnis entweder glaubwürdig oder unglaubwürdig macht. Wenn wir eine Gemeinde haben, in der Christus erhoben wird, wo die Menschen rechtschaffene Leben führen, wo sie sich ihrer Sünden ehrlich vor Gott annehmen, wo sie sich bemühen, gehorsam gemäß seinem heiligen Plan zu wandeln, wenn wir eine solche Gemeinde haben, schaffen wir damit eine Plattform, auf der die Zeugnisse der Einzelnen glaubwürdig sind.

Es ist das, was ihr da draußen in der Welt seid. Deshalb ist es so wunderbar, wenn Leute hierherkommen und sagen: „Eure Mitglieder leben eure Botschaft aus. Eure Leute leisten dem Wort Gottes wirklich Gehorsam.“ Das ist so toll, weil es das Christentum so glaubwürdig macht. Warum glaubt ihr, dass Satan, statt einfach auf die Welt zu kommen und Gemeinden zu vernichten, auf die Welt kommt und überall Gemeinden vermehrt, denen es an Glaubwürdigkeit mangelt? Weil das die gesamte Botschaft unterminiert. Ich meine, wenn Leute zum Beispiel sagen: „Ach, ich war dort in einer Gemeinde. Das war wirklich ein komischer Ort. Dort gab es viele Heuchler etc. etc. Niemand dort liegt ihnen am Herzen. Der Pastor hat sich aus dem Staub gemacht und dieses und jenes getan. Er war unehrlich. Er hat Geld in der Gemeinde unterschlagen und blablabla.“

Seht ihr, alles, was Satan tun kann, um die Gemeinde dem Namen nach weiter existieren zu lassen und zu verderben, geschieht auf eine Weise, die die Integrität der Botschaft der Gemeinde unterminiert … Satan will die Gemeinden nicht eliminieren. Er will sie verderben, sodass sie keine Grundlage bieten, auf der die Zeugnisse einzelner Personen glaubwürdig sein können … Und ich glaube wirklich, dass wir zu einem Leben in der Gemeinschaft berufen wurden, das ein Leben der Evangelisation ist.

Wisst ihr, es wird in Matthäus 5 zusammengefasst, womit wir uns ja in den vergangenen Jahren befasst haben. Dort sagt unser Herr: „Ihr seid zwei Dinge. Ihr seid das Salz der Erde“, Matthäus 5,13. „Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden?“ Ihr seid das Salz der Erde. Ich meine, ihr seid einfach als Konservierungsmittel dort draußen. Ihr seid einfach als Abschreckung dort draußen. Ihr seid dort draußen und setzt euch von eurer Umwelt ab. Ihr habt einen anderen Geschmack als sie. Ich meine, ihr seid einzigartig dort draußen; und deshalb, meine Lieben, rufen wir die Leute zu einem abgesonderten Leben auf. Deshalb rufen wir Leute zu einem reinen Leben auf. Deshalb bin ich in meinem Geist so diszipliniert, damit ihr ein gottesfürchtiges, tugendhaftes, heiliges und rechtschaffenes Leben führt. Nicht nur zur Ehre Gottes, von eurem Standpunkt aus, sondern auch zur Ehre Gottes vom Standpunkt Dritter, die euch sehen und von dieser Art der Reinheit angezogen sind. Wo ihr als Vorbild dienen könnt. Ihr seid das Salz.

Und dann, in Vers 14, seid ihr das Licht der Welt, und wenn das Licht unter einem Scheffel verborgen bleibt, wird man es nicht sehen; und der Scheffel, da bin ich sicher, ist ein Hinweis auf Sünde oder der Verschleierung des Zeugnisses eures Lebens. Aber wenn ihr dort draußen seid und hell leuchtet und Salz seid, das wirklich salzig ist, werdet ihr einen Einfluss auf die Welt haben, und zwar zuerst durch das, was ihr seid, statt das, was ihr sagt. „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen …“

Ich meine, manchmal bin ich erstaunt. Wisst ihr, ich treffe viele Leute unter sehr interessanten Umständen; und manche von ihnen fühlen sich sehr peinlich berührt durch die Umstände, unter denen sie mich treffen; denn ich sage: „Ohhh, kenne ich dich nicht?“ Ich kann euch nicht sagen, wie viele Leute versucht haben, eine Zigarette zu verschlucken, als sie mich gesehen haben. Es ist wirklich lustig, sehr lustig. Ich meine: „Ach, hallo.“ Schluck, schluck, ihr wisst schon … ach, ich kann in einem Restaurant sein und jemand trinkt etwas und hebt das Glas nur etwas an und ich lächle einfach und winke und sofort setzt Panik ein ... ohne, dass ich etwas gesagt hätte.

Bei manchen Gelegenheiten bin ich sogar zu deren Tisch gegangen, nur um sie daran zu erinnern, dass es für Christen einen gewissen Verhaltenskodex gibt, zum Wohle derjenigen, die uns beobachten. Ich erinnere mich an einen Restaurantbesuch; manchmal kommt, während man wartet, eine Cocktailkellnerin; in diesem Fall kam sie zu uns und sagte: „Hätten Sie gerne einen ... Nein, das hätten Sie nicht, stimmt's?“ Und ich antwortete: „Nein danke. Sie sehen vertraut aus.“ Und dann sagte sie: „Oh, ich muss um Entschuldigung bitten. Sehen Sie, ich … ich“, und dann fuhr sie mit dieser Geschichte fort, die aber sehr interessant war, denn in ihrem Herzen wusste sie, dass ihr Leben absolut nicht harmonierte mit der Realität dessen, wo sie als Christin hätte sein sollen, die einfach in der Welt lebte; es war ihr peinlich, mich zu sehen; und ich dachte bei mir: „Es sollte ihr peinlicher sein, dass Ungläubige sehen, wie sie etwas tut, das nicht christusähnlich ist, als dass ich es sehe. Ich kann damit umgehen.“

Wir müssen mit unserem Leben ein Fundament der Glaubwürdigkeit legen, und das ist so wichtig; und er fasst es zusammen in Matthäus 5,16, wo er sagt: „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Wisst ihr, sie sollten euer Leben betrachten und sagen: „Seht, nur Gott könnte so ein Leben bewirken. Ich meine, nur Gott könnte dass in jemandem bewirken.“ Was für ein wunderbares Leben; und so legen wir ein Fundament zur Evangelisation.

Und darüber hinaus müssen wir außerdem reden. Wir müssen reden. Wir müssen die Botschaft verkünden. Wir müssen bereit sein, zu reden, eine Antwort auf die Hoffnung in uns zu geben, bereit sein, Jesus Christus zu verkünden. Unsere Lippen müssen unversiegelt sein. Jemand sagte einmal, dass die meisten Christen wie der Arctic River ist, gefroren an der Mündung; und leider triff das in vielen Fällen zu. Aus irgendeinem Grund widerstrebt es ihnen, zu sprechen.

Ach, wie wir doch ebenso begierig sein sollten, über den Herrn zu sprechen, wie wir es sind, über einige andere, mondäne, gehaltlose Dinge zu sprechen; damit wir die Verantwortung verstehen, zu evangelisieren, Zeugnis abzulegen und unsere Hand auszustrecken. Dazu gehört auch, Leute zu kennen, die keine Christen sind; und das ist für manche von uns schwer, sehr schwer, weil unsere Welt sehr eingeengt ist. Jemand sagte einmal, es sei wie eine Pyramide. Je höher man komme, desto weniger Leute kenne man, die keine Christen sind.

Und wenn wir Jesus verkünden, wollen wir sichergehen, dass wir die richtige Botschaft haben; und deshalb verbringen wir hier so viel Zeit damit, das Evangelium zu artikulieren, um sicherzugehen, dass ihr die Bedingungen versteht, die Christus gegeben hat. Deshalb verbringen wir, wenn wir zu dem reichen jungen Mann kommen, Zeit damit, zu betrachten, wie Christus evangelisierte, oder bei der Bergpredigt damit, wovon er Menschen weggerufen hat und wozu er sie berufen hat und wie die echten biblischen Bedingungen der Evangelisation aussehen. Weil ich sehr wohl weiß, dass die Gemeinden unseres Landes und unserer Welt mit Leuten angefüllt sind, die nicht errettet sind, sich selbst aber dafür halten.

Und deshalb haben wir uns der Evangelisation verschrieben. Und jetzt weiter zum Aspekt Mission. Das ist eine weltweite Perspektive, Leute über unsere Heimat hinaus zu erreichen, und alles zu tun, was Gott uns gestattet, auf der ganzen Welt. Ich habe diese Woche einen Brief von einem Pastor auf den Philippinen erhalten. Er sagte: „Ich habe von deiner Gemeinde gehört. Ich möchte meine Gemeinde so aufbauen, wie Gott das vorgesehen hat; könntest du mir hilfreiche Informationen schicken, damit ich den richtigen Weg einschlagen kann?“ Wir haben jetzt Leute, die Strategien und Visionen für uns festlegen, um so weit über unsere eigenen vier Wände hinauszureichen, wie wir können. Weltweit, so weit der Herr es zulässt, denn er hat uns aufgefordert, in die ganze Welt zu ziehen, nicht wahr? Und wir wollen so weit gehen, wie wir können, so weit unsere Ressourcen uns das gestatten; was wir hier tun, ist, Leute auszubilden, damit wir effektiver ausziehen können; das sind Dinge, denen wir uns verschrieben haben: auszuziehen, zu predigen, zu taufen, zu lehren, so weit zu gehen, wie wir können.

Es gibt noch eine dritte Funktion, die ihr gut kennt, deshalb werde ich nicht viel Zeit darauf verwenden. Anbetung. Gemeinschaftliche Anbetung. Wir haben vor Kurzem eine Serie dazu studiert. Ich hoffe, ihr habt das Buch zum Thema Anbetung, The Ultimate Priority (~ Die höchste Priorität), gelesen. Wir sind zur gemeinschaftlichen Anbetung berufen. „Wir sind diejenigen, die den Herrn im Geist anbeten, die kein Vertrauen in das Fleisch haben“, sagt Paulus zu den Philippern. „Wir sind wahre Anbeter“, Johannes 4, „die den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ „Wir sind berufen worden als solche, die wie Priester sind, die unsere Leiber als ein lebendiges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringen in einem Akt der Anbetung, des geistlichen Opfers.“ „Wir sind Anbetende. Wir sind ein heiliges Priestertum, das Gott Opfer darbringt“, sagt Petrus.

Wir haben vor einer Weile bei einer unserer Mitarbeiterbesprechungen über eine Sorge gesprochen, die wir haben. Es gibt viele Leute, die zum Gottesdienst kommen, aber wie viele von ihnen beten Gott wirklich an? Wie viele Herzen werden wirklich vor Gott erhoben? Wie viele Herzen werden mit Lobpreis und Verehrung erfüllt? Und wie viele denken darüber nach, wann es vorbei sein wird oder was sie heute tun werden oder was sie morgen tun werden oder was auch immer; wir werden so sehr von der Raffinesse von Satans Medien auf dieser Welt überhäuft und angegriffen. Wir sehen Eindrücke von Bildern in unseren Köpfen und wir hören Werbemelodien und wir werden mit den Dingen bombardiert, die ständig vor unseren Augen ablaufen. Und um zu versuchen, sich hinzusetzen und dieses Gerümpel aus dem Kopf zu bekommen und über die Dinge Gottes nachzudenken, müsste man fast in ein Kloster gehen, um das Gehirn wieder zu reinigen und alles auszusieben.

Wie schwer ist es also für uns, hierherzukommen und wirklich über die Lieder nachzudenken, die wir singen, den Psalm zu hören, wenn er vorgelesen wird und uns zur Anbetung aufruft, und über die Dingen Gottes zu meditieren, die durch die Lehre und die Predigt kommen? Aber das müssen wir fördern. Wir müssen Leute sein, die anbeten, nicht nur hier. Das hier ist nur ein Katalysator, um uns zu veranlassen, jederzeit anzubeten. Wie wir versucht haben, vor einigen Monaten in jener Serie zu sagen, ist unsere Anbetung am besten, wenn unser Gehorsam am größten ist. Wir beten am besten an, wenn wir mit bereitwilligem Gehorsam auf Gott reagieren, sodass Gehorsam die grundlegende Definition der Anbetung ist. Im Gehorsam bringen wir ihm Lobpreis dar. Wir tun gehorsam das, was Gott sagt. Gehorsam und Anbetung sind in gewissem Sinne synonym und werden dann zu einer Lebensweise, statt nur etwas, das sonntags praktiziert wird.

Aber ich glaube, dass wir berufen sind, Gott nahe zu kommen. Wisst ihr, was das bedeutet? Gott nahe zu kommen? Im Hebräerbrief steht: „Nahet euch Gott.“ Jakobus sagt: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ Was für großartige Gedanken das sind. Ich meine, wann nähert ihr euch Gott wirklich, ohne dabei Eile zu haben? Und wann lasst ihr euer Herz und euren Kopf quasi einfach emporsteigen, in den Hymnen und den Worten der Schrift, oder in Zeiten tiefer Andacht und inbrünstigen Gebets? Wann meditiert ihr? Dieser Begriff hat fast keine Bedeutung für uns, außer als Sinnbild irgendwelcher komischen Gurus, die irgendwo hocken. Wir verstehen nicht, was es bedeutet, zu meditieren; aber ich glaube, dass wir in der Anbetung eine Funktion ausüben. Wir üben in der Anbetung eine Funktion aus.

Paulus sagte zu Timotheus: „Weißt du, lass heilige Männer beten, indem sie ihre Hände aufheben, und lass die Gemeinde zusammenkommen zu dem ausdrücklichen Zweck, Lobpreis darzubringen.“ Wir sollen ein anbetendes Volk sein; und es erregt mein Herz, dass es so viele wie diesen jungen Mann gibt, der aus Michigan schrieb. Sie kommen in unsere Gemeinde und haben noch nie Anbetung wie hier erlebt. Ihre Herzen waren immer bereit, aber man hat ihnen noch nie diese Art von Umfeld geboten, die ihr Herz vor Gott emporheben kann. Vielleicht könnten wir noch besser sein, als wir es sind. Vielleicht könnten wir besser sein.

Hier ist eine letzte Funktion, die die Gemeinde braucht, und über die ich heute früh mit euch sprechen möchte. Wir werden das nächstes Mal beenden; diese Funktion ist das Gebet und darüber brauche ich nicht viel zu sagen. Ich muss euch nur daran erinnern. Ich will es nur in eurem Gedächtnis verankern. Ich will hier nichts unnötig verschönern, außer zu sagen, meine Lieben, dass ich das aus ganzem Herzen glaube. Das Gebet ist die schwierigste geistliche Übung, die wir praktizieren - aus zwei Gründen. Der erste Grund ist, dass es anstrengend ist. Es ist anstrengend, weil es selbstlos ist. Wahres Gebet erstreckt sich auf das Reich Gottes. „Geheiligt werde dein Name. Dein Wille geschehe. Dein Reich komme.“ Es erstreckt sich auf das Reich Gottes und auf die Kinder Gottes. „Gib uns heute unser täglich Brot. Vergib uns unsere Sünden. Führe uns nicht in Versuchung.“ Es gibt kein „ich“ im Gebet der Jünger in Matthäus 6,9-12. Es erstreckt sich auf das Reich Gottes in seiner Herrlichkeit. Es erstreckt sich auf die Bedürfnisse von Gottes Kindern; Gebet ist also eine Übung in Selbstlosigkeit. Nur selbstlose, demütige Menschen können sich selbst aufgeben, um den Willen Gottes, das Reich Gottes, die Bedürfnisse der Leute anzunehmen.

Und wenn Paulus in Epheser 6,18 sagt „indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist“, ruft er uns zu der Art von Gebet auf, das sich nach außen wendet, um Gottes herrliche Zwecke und die Bedürfnisse von Gottes Kindern anzunehmen. Und es ist selbstlos und ist deshalb auf selbstlose Menschen begrenzt. Es ist anstrengend, weil ihr dort seid und euer Herz im Namen Gottes ausschüttet, im Namen von Gottes erlösten Kindern, im Namen seiner Zwecke und ihrer Bedürfnisse; und ihr geht über euch selbst hinaus.

Andererseits finden wir es sehr leicht zu beten, wenn wir selbst betroffen sind. Wenn wir eine Verletzung haben, die uns außer Gefecht setzt oder eine lähmende Krankheit in der Familie, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, wenn eines unserer Kinder vom Weg des Herrn abweicht, wenn unsere Kinder Entscheidungen treffen, wen sie heiraten werden oder wenn uns eine Tragödie ereilt, wenn wir bei einer unehrlichen Tat erwischt werden oder bei einer unmoralischen Handlung; und sofort, weil wir selbst auf dem Spiel stehen, neigen wir zum Gebet in unserem eigenen Namen.

Aber das demonstriert nicht die Stärke des Gebets. Das demonstriert die Schwäche des Gebets. Die Stärke des Gebets liegt darin, mein Leben in unaufhörlichem Gebet für die Erweiterung und Herrlichkeit Gottes in seinem ewigen Reich aufzugeben, und für die Bedürfnisse seiner erlösten Kinder über mich selbst hinaus. Und deshalb ist es so schwer … ich meine, ich zweifle nicht, dass ich in Lukas 11 der Mann sein könnte, der an der Tür klopft, um sich das Brot zu besorgen, wenn ich selbst hungrig wäre; ich würde die ganze Nacht klopfen, bis der Typ mir Brot gibt, um mich loszuwerden. Die Frage ist: „Kann ich die ganze Nacht an der Tür klopfen, um Brot für jemand anders zu bekommen?“ Das ist die Frage.

Ich meine, wenn wir zum Beispiel als besonderes Angebot sonntagabends Eiskrem anbieten, werden wir dort drüben 3000 Leute haben, die Eiskrem in sich reinstopfen. Wenn ihr ein Gebetstreffen einberuft, braucht ihr ein Fernglas, um die Leute zu finden … seht ihr, das liegt daran, dass Gebet so selbstlos ist. Es geht darum, Dinge außer uns selbst in ihrem reinsten, wahrsten Sinn anzunehmen. Ich sage nicht, dass ihr nicht betet. Ich sage nicht, dass ich nicht bete. Ich bete nicht, wie ich beten sollte und wir alle haben das Gefühl, dass wir nicht richtig beten, oder? Wir werden an einem Mittwochabend pro Monat ein monatliches Gebetstreffen haben und die Leute zum Gebet auffordern und ich glaube, dass Gott Gebete erhört. Ich sagte gestern in einem Radiointerview in Chicago, dass einer der Vorteile des Älterwerdens, und davon gibt es tatsächlich einige, darin besteht, dass man eine längere Liste von Dingen hat, in denen Gott seine Macht demonstriert hat, Gebete zu erhören. Je älter ihr werdet, umso mehr könnt ihr sehen, dass Gott Dinge tut, die nur er tun kann. Und je länger die Liste wird, umso zuversichtlicher werdet ihr in euren Gebeten. Deshalb denke ich, dass ältere Leute besser beten als jüngere Leute. Zumindest in dem Sinne, weil sie nachweisliche Beweise von Gottes Reaktion haben.

Der zweite Grund dafür, dass Gebet schwierig ist, ist nicht nur, weil es selbstlos ist, sondern weil es so privat ist. Es ist so privat und das ist quasi so, wie der Gedanke der Selbstlosigkeit; aber wenn ihr betet, betet ihr alleine und niemand weiß davon; und deshalb braucht ihr Selbstdisziplin und die Kraft, es ohne Gruppenzwang oder Zustimmung zu tun. Es gibt viele Dinge, die wir tun, weil wir wissen, dass die Menschen wissen werden, dass wir sie getan haben, nicht wahr? Wir gehen zum Bibelkreis, weil die Leute sagen werden: „Er geht zum Bibelkreis.“ Und wir lesen die Bibel, weil jemand sagen wird: „He, ich habe X gelesen.“ „Nun, ich habe so und so gelesen.“ „Übrigens habe ich letztens so und so gelesen. Ja.“ Und ihr lest es, nur um sicher zu sein, dass ihr sagen könnt, ihr habt es gelesen, wenn das Gespräch darauf kommt.

Seht ihr, Gebet ist schwierig. Erstens, weil es selbstlos ist und zweitens, weil es keine sichtbaren Belohnungen hat; und ihr unterliegt keinem Gruppenzwang. Niemand sieht euch, wie ihr betet; und wir bringen viel bessere Leistungen, wenn wir wissen, dass Leute um uns herum sind. Hört mir gut zu … ich bereite mich auf Predigten deshalb vor, weil mir all diese Leute zuhören. Ich finde es sehr viel einfacher, nicht zu beten. In Apostelgeschichte 6,4 heißt es, dass die Apostel beständig im Gebet und im Dienst des Wortes waren. Ich finde es sehr viel einfacher, mich dem Dienst des Wortes als dem des Gebets zu widmen, weil ich beim Dienst des Wortes nicht allzu viel Entscheidungsspielraum habe. Wenn ich hier am Sonntag auftauche und nichts zu sagen haben, stecke ich in echten Schwierigkeiten; aber ich kann durchaus nicht beten und niemand wird es wissen. Irgendwann würdet ihr es wissen, aber nicht sofort; und deshalb ist das Beten so anstrengend. Deshalb spricht die Bibel davon, sich im Gebet zu behaupten; denn es ist etwas, das vor allem selbstlos ist und zweitens keine sofort sichtbare Belohnung im Hinblick auf die Bekräftigung durch und Zustimmung von den Leuten hat.

Ich danke Gott für die selbstlosen Leute, die beten; und ich bete zu Gott, dass wir mehr von ihnen in unserer Gemeinschaft haben werden. Wir haben eine kleine Gruppe von Leuten, die am Montag beten, eine kleine Gruppe von älteren Menschen. Sie werden ständig älter, aber der Herr lässt sie nicht sterben; denn ich weiß nicht, wer ihren Platz einnehmen würde. Es ist eine Handvoll Leute. Sie beten schon seit Jahren, über zehn Jahre; und sie beten und Gott hört und erhört ihre Gebete; und wir profitieren von ihrer Treue.

Gott hilf uns, in unseren Gebeten treu zu sein. Wie ich in der Vergangenheit gesagt habe, ist das Gebet der Nerv, der die Muskeln der Allmacht bewegt. Ich verstehe nicht, wie das funktioniert. Ich weiß nur, dass Gott Gebete hört und erhört; und „Das wirksame, inbrünstige Gebet eines gerechten Menschen bewirkt viel“, heißt es in Jakobus. Ich will der gerechte Mensch sein, der betet, denn ich will sehen, dass Gott alles tut, was er tun kann, und ihm dafür die Ehre geben. Wir müssen uns also dem Gebet verschreiben; und Paulus hätte es nicht deutlicher sagen können als in 1. Thessalonicher 5,17: „Betet ohne“, …was?..., „Unterlass.“ Wir sagen: „Was bedeutet das?“

Nun, es bedeutet einfach, dass ihr ständig betet, was bedeutet, ihr lebt ständig in dem Bewusstsein Gottes, dass alles, euer ganzes Leben, als Gebet dargeboten wird. Euer ganzes Leben wird als Gebet dargeboten. Ihr seid euch einfach ständig Gott bewusst, die ganze Zeit, ihr denkt, ihr handelt, ihr reagiert, ihr sprecht in dem Bewusstsein, dass Gott da ist. Jede Handlung im Leben, jeder Gedanke im Leben wird als Gebet dargebracht, als wolltet ihr sagen: „Ich werde das tun. Ist das in Ordnung, Herr? Ach, ich sehe dich darin.“ Mit anderen Worten, ihr interpretiert das Leben, als würdet ihr durch den Verstand und das Herz Gottes schauen.

Es ist nicht so, als würdet ihr umhergehen, nuscheln und eure Augen geschlossen halten. Gebet ist nur die Art und Weise, in der bewussten Gegenwart Gottes zu leben, sodass alles ihm dargeboten wird. Alles wird mit ihm besprochen. Gebet geht in zwei Richtungen, wisst ihr? Ihr hört seine Stimme. Ihr spürt, wie ihr durch das Wort Gottes geführt werdet. Ihr bietet ihm Fürbitte und eure Gedanken und eure Freude und eure Probleme dar. Es bedeutet, das Leben auf eine Weise zu leben, wo ihr euch Gott bewusst seid. Also sind unsere Funktionen sehr, sehr grundlegend. Predigen und Lehren. Evangelisieren und Mission. Anbetung. Gebet.

Ich werde euch den Rest nächstes Mal nennen. Lasst uns zusammen beten.