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Die Anatomie der Gemeinde: Die Muskeln und das Fleisch, Teil 2 (German)

Ausgewählte Schriftstellen October 16, 1983 de2029A

Heute früh kommen wir zu unserem Thema „Die Anatomie einer Gemeinde“. In den letzten sechs Wochen habe ich euch im Prinzip mein Herz ausgeschüttet über die Dinge, die ich für hilfreich halte, um die Gemeinde des Herrn Jesus Christus zu verstehen. Wir haben versucht, zu untersuchen, wer wir sind und wozu wir berufen sind und was wir tun und sagen sollten … Und der Herr hat es mir wirklich Woche um Woche ans Herz gelegt, dass dies nötig ist. Deshalb hatte ich ein intensives Gefühl der Bestätigung durch ihn, dass wir bei der gemeinsamen Betrachtung dieser großartigen Wahrheiten genau an der Stelle sind, wo wir nach seinem Willen sein sollen.

Mein Leben ist in vielerlei Hinsicht die Gemeinde. Ich habe keine Arbeit mit festen Zeiten von 9.00 - 17.00 Uhr. Meine Arbeit hört nie auf. Wenn man im Reich des Herrn Jesus Christus dient, hört man nie auf, das zu tun, was man tut; auf Gläubige trifft das ebenfalls zu. Für mich ist das Leben die Gemeinde Jesu Christi. In jedem wachen Moment meines Lebens haben die Gedanken in meinem Kopf mit seinem Reich und seinen Werken und seinen Kindern und seinem Wort zu tun. Das ist eine totale Sättigung. Ich habe eine einzigartige Berufung, und das verstehe ich und ich drücke meine Wertschätzung gegenüber Gott voller Dankbarkeit aus.

Und obwohl das eine gewaltige Freude und ein Hochgefühl und ein wunderbares Privileg beinhaltet, ist da auf der anderen Seite auch eine ernste und gewichtige Verantwortung. Mir fallen oft mehrere Bibelstellen wie Jakobus 3,1 ein, die das Gewissen erforschen und besagen: „Werdet nicht in großer Zahl Lehrer […], da ihr ein strengeres Urteil empfangen werdet.“ Und Jakobus sagt zu uns: „Strebt nicht zu schnell nach geistlicher Verantwortung, sofern ihr nicht bereit seid, euch mit den Konsequenzen eures Versagens auseinanderzusetzen.“ Und ich denke auch an Hebräer 13,17, wo es heißt: „Wir wachen über die Seelen der Menschen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden … vor dem Herrn.“ Und der Dienst beinhaltet eine gewisse Rechenschaftspflicht. Als Pastor und Hirte zu dienen, beinhaltet eine gewisse Rechenschaftspflicht. Die Gemeinde Jesu Christi zu leiten, beinhaltet eine sehr ernste Rechenschaftspflicht.

Und während das Leben einerseits voller Freude und Glück und Segen ist, gibt es immer diese beständige Realität der gewaltigen Ernsthaftigkeit, mit der man die Gemeinde behandelt … In 1. Korinther 4 gibt es einen Text, der uns vielleicht eine Perspektive vermitteln kann, mit der wir beginnen können. Schlagt eure Bibeln bitte dort auf. In 1. Korinther 4 drückt der Apostel Paulus gegenüber den Gläubigen in Korinth seine Ansicht über seine Stellung im Dienst aus. Er sagt in Vers 1: „So soll man uns betrachten.“ Mit anderen Worten: „So sollen die Menschen von uns sprechen“ oder „Das soll ihre Einschätzung von uns sein, dass wir Diener Christi waren“. Er verwendet das Wort huperetes, das „Unterruderer“ bedeutet, der niedrigste aller Sklaven. „So soll man uns betrachten; wenn alles vorüber ist und wir beurteilt werden, soll man von uns sagen, dass wir niedrige Diener Christi waren und Haushalter der Geheimnisse Gottes.“

Die Geheimnisse Gottes sind jene großen Wahrheiten, die Paulus im Neuen Testament offenbart wurden. Ein Haushalter ist jemand, der für einen Dritten Dinge verwaltet, die ihm selbst nicht gehören. Also sagt er: „Man soll von mir sagen, dass ich ein rangniedriger Sklave Christi war, auf der niedrigsten Rangstufe der Sklaverei, und dass ich ein Haushalter war, der nichts besaß, aber Dinge gut verwaltete, insbesondere die Geheimnisse Gottes. Im übrigen“, heißt es in Vers 2, „wird von einem Haushalter nur verlangt, daß er treu erfunden wird“. Treu, vertrauenswürdig.

Paulus sagt: „Das ist es, was ich von meinem Leben will, ein treuer Diener zu sein; das zu verwalten, was Gott mir gibt, sodass Gott von mir sagt: ‚Er ist vertrauenswürdig. Er dient der Sache und der Berufung treu.’“ In Vers 3 sagt er: „Mir ist es aber das Geringste, daß ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde. Auch beurteile ich mich selbst nicht.“ Er sagt: „Und übrigens, dabei geht es mir nicht um die Meinung der Menschen. Es ist mir ziemlich egal, was die Öffentlichkeit über mich denkt. Es ist mir ziemlich egal, was ihr denkt. Es ist mir ziemlich egal, was ich selbst von mir halte. Die Wahrheit ist, dass ihr nicht wisst, wie es in meinem Herzen aussieht und ich weiß das auch nicht wirklich, denn in meiner Sündhaftigkeit bin ich blind gegenüber einigen meiner Schwächen. Letztendlich kommt das wahre Gericht weder von euch noch von mir.“

In Vers 4 heißt es: „Denn ich bin mir nichts bewußt; mit anderen Worten, ich kann keine offene, schamlose, äußerliche Sünde finden, die ich benennen könnte, doch selbst wenn ich die nicht finden kann, bin ich damit nicht gerechtfertigt. Das rechtfertigt mich noch nicht. Sondern der Herr ist es, der mich beurteilt.“ Das ist ernst, nicht wahr? Er sagt, „ich bin im Dienst, und man soll von mir sagen, dass ich ein Sklave Christi war und ein Haushalter der Geheimnisse Gottes, und dass mir das Urteil der Menschen egal ist; auch mein eigenes Urteil ist mir egal, denn die Menschen kennen nicht alle Fakten und sie sind unter Umständen voreingenommen und ich bin voreingenommen und kenne nicht alle Fakten. Der Herr ist es, der mich beurteilt.“ Und jeder, der Christus dient, wird von ihm gerichtet werden, denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi stehen, um die Dinge zu empfangen, die wir im Leib getan haben, seien sie gut oder nutzlos. Alle von uns.

In Vers 5 sagt er also: „Darum richtet nicht vor der Zeit.“ Und wann ist die Zeit? „Das ist die Zeit, wenn der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird.“ Mit anderen Worten, die wahre Frage ist, was in euch ist. Es geht nicht so sehr darum, wie klug ihr wart oder wie wortgewandt oder wie gut ihr als Prediger wart, wie dynamisch als Leiter, sondern darum, wie Gott euer Herz bewertet; Menschen können nicht in eure Herzen blicken und ihr seid nicht immer in der Lage, die Wahrheit zu sehen. Erst dann wird jeder Mensch Gott preisen.

Deshalb bekenne ich vor euch, dass die Gemeinde für mich eine sehr ernste Angelegenheit ist. Ich werde doppelt verurteilt, wenn ich versage, ebenso wie alle, die dienen und das Wort lehren. Ich muss vor Gott Rechenschaft darüber ablegen, wie ich die Schafe gehütet habe, die Herde genährt habe, und werde letztendlich vom Herrn selbst gerichtet; ich will nicht unter irgendeiner Illusion leben, dass ich durch die sehr barmherzige und gütige Bewertung der Menschen zufriedengestellt werden kann oder durch die Tendenz, mich selbst positiv zu beurteilen.

Deshalb schütte ich euch mein Herz aus, weil dies Lasten sind, die ich trage und die alle, die Christus dienen, tragen. Ich brauche es einfach, dass ihr diese Lasten mit mir zusammen tragt, die Last mit mir teilt ... Deshalb haben wir über die Dinge gesprochen, die Gott für uns als Gemeinde vorsieht, und es ist so wichtig, dass wir verstehen, dass das nicht etwas Optionales ist. Wisst ihr, als der Apostel Paulus auf seinem Rückweg von Jerusalem die Ältesten aus Ephesus in Milet versammelte, kamen sie, um ihn dort zu besuchen, während sein Schiff im Hafen lag und er hatte sie alle um sich versammelt und sagte die folgenden sehr wichtigen Worte zu ihnen: „So habt nun acht auf euch selbst.“ Mit anderen Worten: „Wenn ihr die Leute leitet, nehmt zuerst euer eigenes Leben unter die Lupe. Habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten.“

Mit anderen Worten untersucht ihr erst, wie es in geistlicher Hinsicht um euch selbst bestellt ist, dann prüft ihr, wo eure Gemeinde steht - die Gemeinde, die der Herr euch gegeben hat, um sie zu leiten und zu nähren. Und dann sagt er: „Welche Gemeinde ist das? Die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ Und genau das ist der Punkt. Wenn wir uns mit der Gemeinde befassen, geht es nicht um eine Trivialität. Wir befassen uns nicht mit etwas, das dem Motto „wie gewonnen, so zerronnen“ unterliegt. Wir befassen uns mit dem kostbarsten Gut, das es in der Ewigkeit gibt, weil es mit dem Blut von Gottes Sohn erkauft wurde. Der Preis für die Gemeinde war unendlich hoch; und wenn diese Gemeinde der Obhut von Gottes Kindern unterstellt wird, erfordert sie Fürsorge mit einem Gefühl für den überwältigenden Preis, der bezahlt wurde ...

Und so habe ich irgendwie versucht, die Last ein wenig zu halbieren und euch allen mein Herz auszuschütten - mein Herz und das unserer Ältesten und Pastoren -, damit wir gemeinsam verstehen können, was Gott für uns vorgesehen hat, sodass wir Wohlgefallen bei ihm finden mögen, wenn wir zur Rechenschaft gezogen werden. Und bei unserer Betrachtung der Gemeinde und dessen, was die Gemeinde sein sollte, haben wir die Analogie von Paulus verwendet, die eines Leibes. Wir haben versucht, die Gemeinde als einen Leib zu sehen, und obwohl wir eine Analogie von Paulus verwendet haben, haben wir die Angelegenheit nicht durch die Augen von Paulus betrachtet. Quasi eine thematische Betrachtung; und wir haben gesagt, dass ein Körper sich im Prinzip in vier Elemente unterteilen lässt: das Skelett, die inneren Organe, die Muskeln und das Fleisch.

Das gilt ebenso für eine Gemeinde. Erstens muss es ein Skelett oder Grundgerüst geben. Das ist das, was die Form und das Fundament verleiht. Das sind die unverzichtbaren, nicht-verhandelbaren, grundlegenden Wahrheiten, auf denen eine Gemeinde errichtet und gestaltet werden muss. Und dann haben wir gesagt, dass die Gemeinde von gewissen inneren Organen erfüllt sein muss. Wir haben sie geistliche Einstellungen genannt; darüber haben wir mehrere Wochen gesprochen. Und letztes Mal haben wir dann begonnen, über die Muskeln zu sprechen; die Muskeln repräsentieren die Funktion.

Jetzt, wo wir unsere Form und unsere Grundlage verstehen und durch die richtigen geistlichen Einstellungen geprägt sind, was sollen wir da tun? Durch Muskeln beginnen wir, eine Funktion auszuführen; ich möchte das abschließen und heute ein wenig über das Fleisch sagen. Am nächsten Tag des Herrn möchte ich diese Serie dann mit einer besonderen Botschaft zum Haupt des Leibes abschließen, also Christus, und wie alle Fäden bei ihm zusammenlaufen.

Aber lasst uns über die Muskeln, die Funktionen der Gemeinde, sprechen. Wie die Gemeinde sich bewegt, dient und agiert. Letzte Woche sagten wir, dass eine der Funktionen, eine zentrale Funktion, vor allem Predigen und Lehren sei. Predigen und Lehren. In 2. Timotheus 4,2 unterweist Paulus Timotheus: „Verkündige das Wort.“ Im selben Vers sagt er auch: „Tritt dafür ein, sei es gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung.“ Predigen und Lehren sind also grundlegende Funktionen für die Gemeinde.

Zweitens haben wir letzte Woche über Evangelisation und Mission gesprochen - dass wir beauftragt wurden, in die ganze Welt auszuziehen und jedem Menschen das Evangelium zu verkünden; dass wir als diejenigen berufen sind, die den Schrecken des Herrn kennen, um die Menschen zu überzeugen. Mit anderen Worten, weil wir das bevorstehende Verhängnis für die Gottlosen sehen können, sind wir gehalten, auszuziehen und sie zu warnen. Deshalb sind wir zu Mission und Evangelisation als Funktion oder Aufgabe berufen.

Drittens haben wir über Anbetung gesprochen, sowohl individuelle als auch gemeinschaftliche Anbetung. Wir sollen eine Gruppe von Anbetern sein. Wir sollen im Herzen anbeten, heißt es in Philipper 3,3. Das ist die beste Definition eines Christen, die ich in der Bibel kenne. „Denn wir sind die Beschneidung, die wir Gott im Geist dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen.“ „Wir sollen wahre Anbeter sein“ ... Johannes 4 … „die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Wir sind also jeder für sich dazu aufgerufen, Anbeter zu sein, und auch gemeinschaftlich, denn wir sind der Tempel des Heiligen Geistes und Gott wohnt im Lobpreis seiner erlösten Kinder; deshalb beten wir nicht ihn nur einzeln, sondern auch gemeinschaftlich an. In Hebräer 10 lesen wir: „Naht euch Gott mit sauberen Händen und einem reinen Herzen.“

Und viertens haben wir gesagt, dass unsere Funktion auch Gebet verlangt. Wir sollen beten. Das ist eine Priorität, meine Lieben. Wenn ihr Epheser 6,10-18 aufschlagt, beschreibt Paulus die Waffenrüstung eines Gläubigen und er geht alle Elemente der Rüstung nacheinander durch; schließlich krönt er es ganz am Ende, nach allem Anderen, indem er sagt: „Betet zu jeder Zeit“; das ist die ultimative Waffe. Die ultimative Waffe, denn das besagt: „Mit allem, das mir zur Verfügung steht, bin ich immer noch vollkommen abhängig von Gott. Und mit all meiner Rüstung bekleidet und der Kenntnis von Gottes Wort und dem Schwert in meiner Hand, will ich beten, denn egal, was ich wissen mag oder sein mag, so kann ich doch nicht unabhängig von der Machtquelle funktionieren, ohne ständig zu beten.“

Und in der frühen Gemeinde sagten die Apostel: „Seht, wir werden uns beständig dem Gebet widmen, das steht an erster Stelle, und dem Dienst des Wortes.“ Das Gebet hat Priorität. Warum? Weil wir immer und ewig mit Gott verschmolzen sein müssen. Ich meine, wenn wir das nicht sind, ist es, als habe jemand den Stecker gezogen und das Fleisch kann nichts Gutes tun. Deshalb sagt Paulus in 1. Timotheus 2, wo es darum geht, die Gemeinde in Ordnung zu bringen, als Erstes zu Timotheus: „Vor allen Dingen Bitte, Gebete, Fürbitten und Danksagungen. Die Männer an jedem Ort mögen heilige Hände aufheben im Gebet.“ Erstens sind wir dazu berufen, zu beten.

Heute möchte ich über einige andere Funktionen reden. Ich werde sie recht schnell abarbeiten. Wir könnten viel mehr Zeit darauf verwenden, aber ich habe sie schon so oft gelehrt. Ich werde sie nur kurz anreißen … die nächste Funktion ist Jüngerschaft. Das ist eine Funktion der Gemeinde. In Matthäus 28,19-20 sagte unser Herr: „Zieht aus in die Welt und macht Jünger.“ Mataytusate, macht Jünger. Das Wort mataytays bedeutet „Jünger“ oder „Lernender“. Macht Lernende. Macht Jünger. „Tauft sie.“ So beginnt man mit ihnen. „Lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.“ So sorgt ihr dafür, dass sie weitermachen. Jüngerschaft bedeutet also, Menschen zu Christus zu führen und sie in Christus zur Reife zu führen. Das ist der Prozess der Jüngerschaft.

Ich liebe die Stelle im Matthäusevangelium, wo es heißt: „Jesus machte Joseph von Arimathia zu einem Jünger.“ Eigentlich steht im Text: „Ein reicher Mann von Airmathia namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war.“ Was für ein wunderbarer Gedanke. Wir alle befinden uns in diesem Prozess. In Apostelgeschichte 1,1 schreibt Lukas: „Den ersten Bericht habe ich verfasst, o Theophilus“ und bezieht sich dabei auf das Lukasevangelium. „Den ersten Bericht“, sagt er, „habe ich über alles geschrieben, was Jesus anfing zu tun und zu lehren.“ Ist das nicht eine wunderbare Sache? Er sagt: „Mein anderer Brief war über alles, was Jesus begann, und dieser, die Apostelgeschichte, ist über die Fortsetzung dieser Werke.“ Jesus machte zwölf Männer zu Jüngern und in der Apostelgeschichte finden wir jetzt heraus, was die Zwölf mit ihrer Generation machten; die Apostelgeschichte setzt die Dinge fort, die Jesus begonnen hatte. Und hier sind wir, 2000 Jahre später, und wir arbeiten noch immer an dem, was Jesus begann. Jemand hat den Aposteln den Staffelstab übergeben. Sie haben ihn an jemand Anders übergeben und noch einen anderen und wieder einen anderen; und jemand hat ihn uns übergeben. Wir sind in derselben Nachfolge und haben diese Dinge gehört, damit wir das tun, was in 2. Timotheus 2,2 steht: „[Was du von mir gehört hast], das vertraue neuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.“

Seht ihr, jeder Christ läuft in einem Staffellauf. Er nimmt den Staffelstab. Er übergibt den Staffelstab und niemand von uns kämpft alleine. Wir sind alle in Bewegung und jemand hat in uns investiert; wir müssen das in jemand Anders investieren, in einen Gläubigen: „Ihr solltet zu Jüngern gemacht werden und Jünger machen.“ Ihr sagt: „Ich weiß nicht viel.“ Findet jemanden, der weniger weiß als ihr, und erzählt ihnen, was ihr wisst. Findet jemanden, der mehr weiß als ihr, und hört ihm zu. Schließt euch irgendwo an. Schließt euch an, lasst euch unterweisen und lehrt selbst.

Manchen Leuten schütte ich mein Herz aus, während ich sie zu Jüngern mache, und das ziehe ich irgendwo anders raus. Alle von uns müssen irgendwo in Bewegung sein. Wir sind keine isolierten Leute dort draußen. Wir sind in Bewegung, Bestandteil der breiten Masse. Wir sind eine Kette, alle miteinander verknüpft und verhakt.

Zurück zu 1. Korinther 4, wo ich vor einem Moment war. Ich denke, ihr habt dort einen wunderbaren, indirekten Einblick in den Prozess der Jüngerschaft. Paulus schreibt einen Brief, der im Prinzip ein Tadel der Gemeinde in Korinth ist, die er selbst durch die Gnade Gottes und die Macht des Heiligen Geistes ins Leben gerufen hatten. Die Korinther sind in vielerlei Hinsicht von den einfachen Dingen abgewichen, die für ihren Glauben hätten grundlegend sein sollen, und sie haben sich auf alle Arten von sündhaften Dingen eingelassen. Deshalb schreibt Paulus ihnen, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen; und er beginnt in Vers 14 mit einem guten Einblick, der uns hilft, die Beziehung zwischen demjenigen, der Jünger macht, und dem Jünger zu verstehen. In Vers 14 sagt er: „Nicht zu eurer Beschämung schreibe ich das, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder. Denn wenn ihr auch zehntausend paidagogos“, das sind moralische Wächter oder Leute, die einem geistlichen Rat in Christus geben, „hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch in Christus Jesus gezeugt durch das Evangelium“.

Er wirft das ein, weil sie sich inzwischen, nach viereinhalb Kapiteln der Zurechtweisung, sagen: „Für wen hält dieser Typ sich eigentlich? Was gibt ihm das Recht, so mit uns zu reden?“ Er hält inne und sagt: „Das hier ist der Grund. Erstens bin ich euer geistlicher Vater. Das bedeutet, ihr habt mir eure Existenz zu verdanken.“ Und das ist die erste Sache bei der Jüngerschaft. Die Leute sagen: „Nun, eurer Gemeinde ist Jüngerschaft wichtig. Was ist eure Ansicht über Evangelisation?“ Ihr könnt keine Jüngerschaft ohne Evangelisation betreiben. Wen wollt ihr zu Jüngern machen? Ihr müsst zeugen, bevor ihr aufbauen könnt, nicht wahr? Ihr müsst ein Kind bekommen, bevor es wachsen kann.

Natürlich setzen wir uns für Evangelisation ein und der beste Punkt, um mit Jüngerschaft zu beginnen, ist, jemanden zu Jesus Christus zu führen. Dann werdet ihr eine Verbindung haben, die nicht vorhanden ist, wenn ihr nicht diese Schlüsselperson wart. Diese Verbindung zu Dritten kann durchaus stark sein, aber diese Verbindung der Erneuerung ist etwas Wunderbares. Wenn Gott euch nutzt, um jemanden zu Christus zu führen, gibt es eine Verbindlichkeit und ein Gefühl der Verantwortung und ein Gefühl der Liebe von ihnen zu euch, das euch miteinander verbindet und euch befähigt, ihnen Dinge zu sagen, bei denen ihr vielleicht zögern würdet, sie einem anderen Menschen zu sagen.

Aber wenn sie wissen, dass du im Auftrag Gottes handelst, um sie zu Christus zu führen, dann gibt es da etwas ganz Besonderes, das euch miteinander verbindet; deshalb beginnt Jüngerschaft mit Evangelisation. Alle von uns haben z.B. schon einmal das Kind eines anderen Menschen aufgehoben, das an Orten getreten und geschrien hat, wo niemand bereit ist, es zu unterweisen; und wir haben uns dieses Kindes angenommen und das ist wunderbar. Das ist wunderbar und wir müssen damit fortfahren. Immer weitermachen, aber die Verbindung zwischen zwei Leuten, von denen der eine den anderen zu Christus geführt hat, ist wunderbar. Es beginnt alles bei der Evangelisation; die Jüngerschaft bringt dann Bewegung in die Sache.

Betrachtet einmal Vers 14, wo er sagt: „Meine geliebten Kinder.“ Jüngerschaft findet in einem Umfeld der Liebe statt; und Liebe ist, wie ich bereits gesagt habe, keine Emotion. Es ist eine Verpflichtung zum aufopfernden, demütigen Dienst an einem bedürftigen Menschen; hier findet sich also ein Umfeld der Liebe, das zum Ausdruck bringt: „Ich werde mein Leben für dich geben. Ich werde meine Zeit für dich opfern. Ich werde meine Gebete für dich geben. Ich werde meine Erkenntnisse für dich geben. Ich gebe dir mich selbst.“ Das ist ein Element. Ihr könnt nicht … seht ihr, wenn euch das Wohlergehen eines Menschen egal ist und ihr nicht bereit seid, Opfer darzubringen, dann erlebt ihr nie wirklich den Prozess der Jüngerschaft in der ganzen Fülle seines Potenzials.

Und drittens sagt er in Vers 14: „Ich ermahne euch“, das ist das Wort nouteteo, was bedeutet, zu ermahnen oder Leute zu warnen - im Hinblick auf das zu erwartende Gericht, wenn sie ihr Verhalten nicht ändern. Es ist korrigierend und das ist der dritte Aspekt der Jüngerschaft. Erstens beginnt sie mit der Errettung. Sie existiert in einer Atmosphäre der Liebe und zeichnet sich durch Ermahnung aus. Das ist wie ein Kind. Ihr müsst eure Kinder warnen, wovon sie sich fernhalten sollen. Ihr könnt euren Kindern nicht nur positive Anweisungen geben. Ihr müsst auch negative Anweisungen geben.

Deshalb sagte Paulus in Milet zu den Ältesten von Ephesus in demselben Abschnitt in Apostelgeschichte 20: „Ich habe drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen. Euch zu ermahnen. Euch zu ermahnen. Euch zu ermahnen.“ Vor einer Woche wurde ich gefragt: „Wie wichtig ist der Dienst der Ermahnung dir?“ Er ist unverzichtbar, und bei der Jüngerschaft müssen wir zu den Leuten sagen: „Das kannst du nicht weiter so machen. Du musst damit aufhören. Du musst dich abgrenzen“, und das ist Bestandteil der Jüngerschaft.

Und der Schlüssel zu der ganzen Angelegenheit findet sich, meiner Meinung nach, in Vers 16. „So ermahne ich euch nun: Werdet meine Nachahmer.“ Das müsst ihr zu dem Jünger sagen. „Schau, du musst wie ich sein.“ Ihr sagt: „Tut mir leid, an diesem Punkt verabschiede ich mich, Leute.“ Du musst wie ich sein? Ja, richtig. Mit anderen Worten, ihr müsst in eurer geistlichen Entwicklung ein wenig weiter voran sein als euer Jünger. Ihr müsst in der Lage sein, ihn ein wenig zu leiten. Unser Herr verlangt hier keine Perfektion. Es geht ihm darum, dass wir die Richtung weisen. Es ist nicht so, als hätten wir Perfektion erreicht. Es geht nur darum, dass ihr in die richtige Richtung geht, und der Andere wird euch folgen. Und eure Unvollkommenheit mag nur bekräftigen, wie wichtig die Nachfolge ist. Ich weiß nicht, wie es euch gehen würde, aber wenn ihr vollkommen wärt, würde ich mich aus dem Staub machen. Ich würde nicht versuchen, einem vollkommenen Menschen nachzufolgen. Das wäre sehr schwierig. Es ist die Unvollkommenheit der Person, der ich nachfolge, die mir hilft, den Weg zu verstehen.

Und so muss es ein Vorbild geben. Genau darum geht es. Paulus sagte: „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin.“ Ihr müsst in der Lage sein, zu jemandem zu sagen: „Ich möchte, dass du mir so nachfolgst, wie ich Christus nachfolge.“ Ihr sollt es nicht stolz sagen. Wie sollt ihr es sagen? Demütig, im Verständnis eurer eigenen Schwäche. Und es gibt ein weiteres Element bei der Jüngerschaft. In Vers 17 sagt er, er wird Timotheus senden; und was wird Timotheus tun? „Der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre.“ Und Timotheus würde kommen und lehren, das ist ein weiterer Bestandteil. Es muss göttliche Wahrheit vermittelt werden, weil die Menschen aufgrund der Wahrheit handeln.

Jüngerschaft bedeutet also, a) jemanden zu Christus zu führen, b) eine Beziehung aufopferungsvoller Liebe zu jener Person aufzubauen, c) diese Person zu ermahnen, ihr Verhalten zu ändern, wenn sich der Punkt nähert, wo eine Züchtigung oder die Verwirkung eines Segens ansteht, d) ein Vorbild zu sein, dem sie folgen können, und e) sie mit der Wahrheit Gottes zu füllen. Und das ist es, was Paulus hier sagt: „Das versuche ich, hier mit euch zu tun, und deshalb rede ich so, wie ich rede.“ Er sagt sogar: „Wenn ihr euch nicht bessert, werde ich, wenn ich zu euch komme, eine Rute mitbringen“, … in Vers 21 …, „und euch Saures geben. Wenn ihr euch aber ändert, werde ich voller Liebe und Sanftmut kommen.“

Er zog also wirklich geistliche Kinder heran, nicht wahr? Und das, meine Lieben, ist eine Sache, der wir uns verschrieben haben. Das war schon immer das Herzstück unserer Gemeinde. Jesus sagte: „Jeder aber, der vollendet ist, wird so sein wie sein Meister.“ Ist das nicht gut? „Jeder aber, der vollendet ist“, heißt es im Lukasevangelium, „wird so sein wie sein Meister.“ Wir versuchen, uns zu reproduzieren, uns zu reproduzieren. Seht ihr, ein Charakteristikum des Lebens ist, dass es sich reproduziert. Leben, das sich nicht fortpflanzt, ist kein Leben, das ist Tod. Leben pflanzt sich fort und ihr bringt euch in das Leben eines andern Menschen ein, vielleicht einen Ehepartner, vielleicht Kinder, vielleicht ein lieber Freund, vielleicht die Person, die ihr zu Jesus Christus geführt habt, vielleicht eine Horde kleiner Kinder, die ihr in einer Gruppe habt. Vielleicht ein Kurs in den Grundlagen des Glaubens für neu bekehrte Christen. Vielleicht ein Freund auf der Arbeit. Wer weiß? Aber ihr setzt euer Leben dafür ein.

Und ein integraler Bestandteil davon ist Rechenschaftspflicht, nicht wahr? Denn wenn jemand auf euch blickt und sagt: „Zeig mir, wie das geht. Zeig mir, wie das geht. Lehre mich, wie das geht. Lehre mich, wie das geht“, dann müsst ihr euch am Riemen reißen und die Rechenschaftspflicht ist so gut … und das letztendliche Ziel steht natürlich in 1. Johannes 2,6: „Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist“, nicht wahr? Unser Vorbild ist also Christus und wir versuchen, Menschen in ihrem Wandel mit Christus zu fördern.

Unsere Gemeinde hat sich immer dafür eingesetzt. Wir haben uns immer dafür eingesetzt. Es war immer unser Wunsch, das zu tun; und das ist eine Funktion, die von zentraler Bedeutung für uns sein muss. Für jeden von uns. Das ist nicht fakultativ. Das ist nicht fakultativ. Wir alle sollen Menschen zur Kenntnis des Heilands führen und den Prozess der Förderung und Entwicklung beginnen. Wir alle sollen jene Leute auflesen, die uns durch Gottes Fügung über den Weg laufen und der Jüngerschaft bedürfen; das könnte allerlei unterschiedliche Beziehungen beinhalten.

Ich habe immer gesagt, dass Jüngerschaft nichts weiter ist als der Aufbau einer wahren Freundschaft mit einem geistlichen Kern. Das ist es. Dass ihr also nicht Freunde seid, weil ihr beide Baseball mögt oder weil ihr beide dieselbe Musik mögt oder weil ihr beide am selben Arbeitsplatz seid oder gewisse Vorlieben oder Abneigungen teilt oder dasselbe Hobby habt oder beide jemanden aus Indiana kennt. Eure Freundschaft beruht nicht auf irgendetwas Oberflächlichem. Ihr habt eine sehr tiefgehende Freundschaft, weil der Kern dieser Freundschaft eine Offenheit gegenüber geistlichen Dingen ist, und das ist es, was Jüngerschaft voranbringt.

Seht ihr, im Prinzip lehrt ihr die Menschen eine gottesfürchtige Lebensweise. Ihr lehrt sie biblische Reaktionen und ich habe immer gesagt, geistliche Reife liegt dann vor, wenn unsere unwillkürlichen Reaktionen gottesfürchtig sind. Wenn eure unwillkürlichen Reaktionen tugendhaft sind, dann wisst ihr, dass der Geist Gottes die Kontrolle hat; und wir versuchen, die Menschen zu dem Punkt zu bringen, wo sie nicht nachdenken müssen, um richtig zu handeln. Sie reagieren richtig. Das ist der Prozess.

Und wisst ihr, im Verlaufe dieses Prozesses wird es einige Fehlschläge geben. Ich habe sechs Monate lang jeden Morgen, von 06:30 bis 07:30 Uhr, mit einem Doktor der Philosophie, der Dozent an der UCLA war, verbracht. Er sagte, er habe sich zu Christus bekannt und wollte die Wahrheit wissen. Er sagte: „Könntest du dich mit mir treffen?“ Ich traf mich jeden Dienstagmorgen von 06:30 bis 07:30 Uhr mit ihm, sechs Monate lang. Am Ende dieser Zeit sagte er: „Jetzt habe ich alles gehört, was ich hören will“, und er ging. Er ist jetzt ein Pastor in irgendeiner episkopalischen Gemeinde; jetzt blickt ihr auf diese Monate zurück und sagt: „Welchen Sinn hat dieser ganze Aufwand über diesen langen Zeitraum gehabt?“ Nicht zuletzt habt ihr dadurch Gemeinschaft mit den Leiden Christi, dem etwas noch Schlimmeres geschah. Einer der Seinen verriet ihn für 30 Silbertaler; damit er gekreuzigt würde; nicht zuletzt gewinnt ihr ein wunderbares neues Verständnis der Leiden Christi, wenn auch nur auf sehr geringe Weise im Vergleich zu seiner Jüngerschaft.

Es gibt eine weitere Funktion, die die Gemeinde ausüben muss, und das ist der Hirtendienst; darüber könnten wir sehr viel reden. Aber ich möchte nur sagen, dass wir uns der Tatsache verschrieben haben, dass es Schafe und Hirten gibt und es im Prinzip heißt: „Jeder muss sich um jeden kümmern.“ Wir müssen uns umeinander kümmern und unsere gegenseitigen Bedürfnisse erfüllen. Jesus sagte zu Petrus: „Liebst du mich? Liebst du mich? Liebst du mich?“ Petrus sagt: „Du weißt, dass ich dich lieb habe. Du weißt, dass ich dich lieb habe. Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Und Jesus sagt: „Weide meine Schafe. Weide meine Lämmer. Weide meine Schafe.“

Hirte, kümmere dich um deine Leute; das bedeutet im Prinzip, sie zu nähren und zu leiten. Das erfahren wir in 1. Petrus. „Hütet die Herde Gottes. Übt Aufsicht.“ Dasselbe steht in Apostelgeschichte 20,28. „Weidet und leitet, weidet und leitet, weidet und leitet.“ Ebenso wie ein Hirte; und wir wollen das tun, denn wie können wir sagen, wir lieben Gott, wenn wir sehen, dass unser Bruder Not leidet und unser Herz vor ihm verschließen? Wie bleibt die Liebe Gottes in euch, wenn euch das Wohlergehen von Menschen nicht am Herzen liegt? Wenn ihre Bedürfnisse euch nicht wichtig sind. Darf ich euch darauf hinweisen, dass wir alle am Hirtendienst beteiligt sein sollen? Ich meine, ihr seid dort draußen und begegnet den Schafen. Ihr müsst herausfinden, welchen Kummer sie haben, ihre Bedürfnisse stillen, euch um sie kümmern. Wenn ihr genügend Nahrung auf eurem Teller habt, um sie zu speisen, und sie nichts haben, dann teilt eure Nahrung. Wenn ihr genügend Erkenntnisse habt, um sie mit ihnen zu teilen, und sie verloren sind und umherirren, führt sie auf den richtigen Weg zurück.

Seht ihr, der Hirtendienst geschieht überall. In 1. Petrus heißt es: „Der Herr ist der oberste Hirte“ und es wird impliziert, dass wir alle seine Unterhirten sind und alle an der Fürsorge für die Schafe beteiligt sind. Das ist von zentraler Bedeutung. Wisst ihr, wir wollen Hirtendienst leisten, und manchmal ist das schwer. Die Menschen fallen durch das Netz. Das steht außer Frage. Es zerbricht mir stets das Herz, wisst ihr, wenn jemand sagt: „Nun, wisst ihr, ich war krank und niemand hat mich angerufen“ oder „Ich hatte ein Problem und niemand hat mich angerufen. Es scheint niemanden zu interessieren.“ Manchmal bekomme ich einen Brief von verzweifelten Leuten, die sagen: „Weißt du, so und so ist geschehen und du hast uns nicht angerufen und es war dir egal und niemand von der Gemeinde ist vorbeigekommen“, und es betrübt mein Herz, wenn ich das höre. Ich weiß nicht, manchmal sind die Erwartungen der Leute vielleicht unrealistisch, sie erwarten vielleicht, dass ich überall sein kann.

So sehr und gerne ich das auch möchte, ist das einfach nicht möglich; aber meistens ist das nicht der Fall. In der Regel geht es nicht darum, dass ich nicht da war. Es geht in der Regel darum, dass niemand da war. Niemand scheint zu diesem Zeitpunkt eingeschritten zu sein; das geschieht häufig bei einem Todesfall in der Familie; unmittelbar nach dem Todesfall scharen sich die Leute um die betroffene Person. Es gibt viel Hilfe; und dann, nach der Beerdigung, wird wieder zum Alltag übergegangen, und es setzt eine schwere Depression ein. Die ganze Kraft und Unterstützung hat sich zerstreut, jeder ist zu seinem Alltag zurückgekehrt und der Trauernde bleibt alleine zurück zu eben jenem Zeitpunkt, wenn die echte Trauer einsetzt und unsere Sensibilität nachlässt.

So wie der Hirte, der in Johannes 10 sagte „Ich bin der Hirte“, und dann sagte „Ich bin die Tür.“ Das bedeutet, dass der Hirte derjenige war, der sich quer über den Eingang legte. Jedes Schaf, das hineinkam oder hinausging, musste über ihn schreiten und er senkte seinen Stab herab, wenn sie hineinkamen und hielt jedes von ihnen an und überprüfte sie auf blaue Flecken und Kratzer und, sofern es nötig war, nahm er Öl und trug es auf. Das ist es, was in Psalm 23 mit „Mein Becher fließt über, dein Stab tröstet mich“ gemeint ist; der Hirte kümmerte sich um seine Schafe. Das ist die Verantwortung des Hirtendienstes.

Ihr wisst, und ich bin mir dessen ebenfalls bewusst, dass es einige wunderbare, ruhige Leute gibt; sie nehmen keine Hirtendienst in Anspruch, weil sie einfach da sind; sie sind leise und wir wissen nicht Bescheid und sie erhalten ein Minimum an Fürsorge. Und dann gibt es einige Leute, die ständig sündigen und verkorkst sind, um die sich die Hirten ständig in Gruppen scharen, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen … für manche Leute halten wir wirklich Sitzungen des Ältestenrates ab. Acht Älteste: „Was sollen wir mit dieser Person tun?“

Nun, eine dieser Person haben wir heute früh in unserer Gebetszeit erwähnt. Was sollen wir mit diesem Typen tun? Er ist seiner Frau untreu. Und das schon zum wiederholten Male; jedes Mal durchlaufen wir diesen Prozess und er tut es wieder. Was sollen wir mit ihm tun? Also haben wir ihn im Gebet vor Gott gebracht. Wisst ihr, wir geben quasi auf menschlicher Ebene auf; aber die Hirten kümmern sich um ihn. Er will nicht einmal, dass man sich um ihn kümmert. Er will einfach, dass wir aus seinem Leben verschwinden. Und dann gibt es liebe andere Menschen, die still irgendwo sitzen und sagen: „Bitte komm in mein Leben“ und wir wissen das nicht. Das ist mir bewusst und deshalb können wir nicht alleine die Verantwortung tragen. Wir alle müssen uns als Schafe und, in gewissem Sinne, auch als Hirten betrachten und uns umeinander kümmern.

Ich will wirklich, dass wir den Hirtendienst verrichten. Wir müssen vor Gott Rechenschaft darüber ablegen. Es ist eure Gemeinde, wisst ihr. Es ist nicht John MacArthurs Gemeinde. Es ist eure. Es ist die Gemeinde Christi. Er hat euch zu ihren Haushaltern gemacht. Es ist eure und meine und unser aller Gemeinde und wir alle müssen uns kümmern und wir alle müssen Rechenschaft ablegen. Der Hirtendienst ist eine Funktion der gegenseitigen Fürsorge, der Stillung von Bedürfnissen, des Sichergehens, dass die Menschen sich auf dem geistlichen Weg voranbewegen. Denkt ihr, wir lassen euch eure Anmeldekarte am Sonntag nur als Übung ausfüllen? Diese Karten werden jede Woche von ein paar lieben Leuten durchgegangen und werden an Leute geschickt, die diejenigen anrufen können, welche längere Zeit abwesend sind, um sich um diese Leute zu kümmern und herauszufinden, warum sie nicht in der Gemeinde waren. Was sind eure Bedürfnisse? Was sind eure Probleme? Das ist von grundlegender Bedeutung.

Das Erste, was ich bei Grace Church in meiner ersten Woche hier tat, in einem kleinen Büro vor der Kapelle, bestand darin, eine Methode zu entwickeln, wie wir den Leuten hier Hirtendienst erweisen konnten. Ich wusste, dass wir sie nähren konnten. Wir wollten nur sicher gehen, dass wir sie leiten konnten, denn ein Hirte nährt und leitet und er leitet sie zur Christusähnlichkeit.

Es gib eine weitere Funktion und das ist die Funktion der Familienarbeit. Familienarbeit. Ich glaube, dass die Familie Gottes Einheit ist, in der Gerechtigkeit von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Ich glaube, das wird in 5. Mose 6 sehr deutlich, dass Gott die Familie als die grundlegende Einheit zur Bewahrung der Rechtschaffenheit in der Welt vorgesehen hat; die Familie soll diese Wahrheit von einer Generation zur nächsten weitergeben. Ihr wisst ebenso gut wie ich, dass Satan alles angreift, was Gott eingesetzt hat, nicht wahr? Was auch immer Gott gemacht hat, um Rechtschaffenheit zu bewahren, greift Satan an; und letztendlich läuft das auf drei Dinge hinaus: die Familie, die Gemeinde und die Regierung. Und während Gott eine Regierung eingesetzt hat, um die Bösen zu bestrafen und die Gerechten zu belohnen, wird Satan das zerstören, wenn es geht. Und wo immer es eine Gemeinde gibt, in der Christus erhoben und das Wort verkündet wird, wird Satan diese angreifen. Und wo immer es eine Familie gibt, die Rechtschaffenheit weitergibt, wird er alles tun, um diese Familie zu zerstören. Das sind die grundlegenden bewahrenden Instanzen in der Gesellschaft: die Familie, die Gemeinde, das Heim und die Regierung.

Ihr sagt jetzt: „Glaubst du, dass es eine Verschwörung gibt, unsere Regierung zu zerstören?“ Natürlich gibt es die, und sie hat Erfolg. Unsere Gesellschaft ist auf dem absteigenden Ast. Warum? Weil die breite Masse unserer Gesellschaft aus gottlosen Menschen besteht; und deshalb sind sie natürlich Spielbälle Satans; und das System wird zusammenbrechen. Und denkst du, er greift die Gemeinde an? Aber selbstverständlich. Die Gemeinde ist voller Liberalismus. Es ist widerlich. Ich habe diese Woche etwas über die neue, geschlechtsneutrale Bibel gelesen, die der National Council of Churches gerade veröffentlich hat. Darin wurden alle frauenfeindlichen Begriffe entfernt, wie z.B. „Christus ist der Sohn Gottes“. In dieser Bibel ist er nicht mehr der Sohn Gottes. Er ist das Kind Gottes. Das ist geschlechtsneutral. Es ist ihnen vollkommen egal, ob der Heilige Geist sagte, er sei der Sohn Gottes gewesen, und das greift einfach die ... an; und das ist der National Council of Churches, Leute, der Nationale Kirchenrat.

Und dann wird die Familie zerstört und durch die Angriffe einer unmoralischen, lüsternen Gesellschaft zerrissen, die kaum überleben kann; und die Gemeinde hat eine lebenswichtige Rolle bei der Bewahrung dieser Instanz der Gesellschaft - der Familie; und wir haben uns dieser Funktion verschrieben, nicht wahr? Wir engagieren uns dafür, die Kinder und jungen Menschen, Oberstufenschüler und Studenten zu unterrichten. Wir haben uns der Jüngerschaft dieser Gruppe verschrieben. Ich finde es so toll, zu sehen, wie Leute kleine Sechstklässler im Glauben unterweisen. Ich finde es toll, zu sehen, wie Leute mit unseren jungen Menschen arbeiten, denn sie sind diejenigen, die diese Sachen dann für die nächste Generation bewahren müssen. Ich will, dass sie wissen, wie Gottes Maßstäbe für Ehe und Familie lauten. Es ist wunderbar, dass wir Seelsorger und Familiendienste haben, ein Familienzentrum dort drüben, und viele Dinge, die zur Bewahrung und zum Aufbau einer gottesfürchtigen Gemeinde voller Familien beitragen.

In Epheser 5 heißt es: „Berauscht euch nicht mit Wein.“ In dieser Textstelle, Kapitel 5,18, geht es natürlich um religiöse Trunkenheit … die Kultanhänger zur Zeit des Apostels Paulus dachten, sie könnten Gemeinschaft mit den Gottheiten haben, wenn sie nur genügend tränken; und sie betranken sich, wie die Leute im Orient es mit Drogen tun, um mit Gott Gemeinschaft zu haben, um auf eine höhere Ebene aufzusteigen, und in ihrem Vollrausch dachten sie, sie hätten Gemeinschaft mit den Göttern durch ihre lüsternen Orgien mit Tempelprostituierten. Und Paulus sagt: „Wenn ihr denkt, ihr möchtet mit Gott kommunizieren, so geschieht das nicht durch Trunkenheit. Dazu bedarf es der Füllung mit dem Heiligen Geist. So habt ihr Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott“, und in Folge davon werdet ihr euch, unter Anderem, einander unterordnen. Wie sieht das auf praktischer Ebene aus? Ehefrauen ordnen sich ihren Ehemännern unter. Ehemännern werden sich ihren Ehefrauen unterordnen, indem sie sie mit einer nährenden, schätzenden, läuternden Liebe lieben. Kinder ordnen sich ihren Eltern unter und Eltern ordnen sich den Bedürfnissen ihrer Kinder unter, indem sie sie nicht zum Zorn reizen, sondern sie nähren und sie in den Angelegenheiten Christi aufziehen.

All das ergibt sich aus einem Leben, das vom Heiligen Geist gelenkt wird, und das wollen wir sehen. Eine Funktion der Gemeinde besteht also darin, Familien zu dem Punkt zu bringen, wo sie vom Heiligen Geist kontrolliert werden, wo sie Unterordnung sehen können, weil Beziehungen nur in Unterordnung bedeutungsvoll und gesegnet sein können. Wo jeder um seine eigene Vormachtstellung und seine eigenen Rechte kämpft, wird jede Möglichkeit einer bedeutsamen Beziehung zerstört … die Familie ist also eine Funktion. Wir wollen die Familien bewahren. Wir wollen einander mit den Kindern helfen. Für die Kinder der Familien beten. Betet ihr für eure Freunde? Wenn ihr ein Kind seht, das ungezogen ist und sich schlecht benimmt oder nicht so ist, wie es sein sollte, wie reagiert ihr? Betet ihr für dieses Kind? Ruft ihr die Familie an und sagt: „Ich möchte euch helfen, wenn es irgendetwas gibt, das ich tun kann, um mit eurem Kind zu arbeiten“? Wir müssen uns um die Familie kümmern. Das ist eine Funktion.

Eine weitere Funktion ist die Ausbildung … Ausbildung; und damit meine ich die Zurüstung von Leuten. Die Zurüstung von Leuten für einen Dienst. Die Zurüstung von Leuten für eine Aufgabe. „Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer“, heißt es in Epheser 4,11, „zur Vervollkommnung oder Zurüstung der Heiligen oder um die Heiligen zu einem nützlichen Punkt zu bringen. Um sie zuzurüsten, zur Zurüstung der Heiligen, zur Vervollkommnung der Heiligen für das Werk des Dienstes“, Epheser 4,12.

Wir versuchen, Menschen für den Dienst auszubilden. Das ist unser Bestreben; wir wollen nicht nur geistliche Wahrheit im Allgemeinen weitergeben, sondern die Menschen ausbilden, damit sie diese Wahrheit anwenden können. Ihr belegt einen Kurs in Evangelisation und nehmt all diese Verse, die in eurem Kopf herumschwirren, und nagelt sie fest. Ihr arbeitet einen Plan aus, wie sie funktionieren, und zieht aus voller neuem, heiligem Eifer und Mut, weil ihr zuversichtlich seid, wie die Präsentation ablaufen sollte. Oder vielleicht fühlt ihr euch zum Missionsfeld berufen und lauft zu jemandem. Ihr sagt: „Gott ruft mich zum Missionsfeld.“ Wir werden euch nicht sofort annehmen und nächste Woche aussenden. Wir werden einige Jahre damit verbringen, euch vorzubereiten, damit ihr, wenn ihr auszieht, auf maximale Weise zugerüstet seid. Die Gemeinde muss die Menschen zurüsten und ausbilden, ständig ausbilden.

Wir bieten Kurse an. Ich weiß nicht, ob ihr das wisst. Unsere Gemeinde bietet Kurse zur Ausbildung von Leuten an. Letztendlich zur Ausbildung als Diakone und Älteste. Es gibt Kurse hier zur Ausbildung in Evangelisation und es gibt Kurse zur Mission. Wir haben viele Dinge. Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber Logos bietet einen Aufbaukurs an, um Menschen in der Jugendarbeit auszubilden. Das ist ein ganzjähriger Kurs in Jugendarbeit. Wir bilden Leute an der theologischen Hochschule für die Verkündigung und Lehre von Gottes Wort aus. Wir bilden junge Leute für den Dienst in der Gemeinde durch Logos aus. Wir vermitteln ihnen nicht nur Allgemeinwissen, sondern geben ihnen einen Weg vor, wie sie ausgebildet werden können, sodass sie am Ende vorbereitet und bereit und zugerüstet sind. Die Gemeinde muss auf dem Gebiet der Ausbildung funktionieren. Wir müssen Kinder ausbilden, damit sie wissen, wie sie gottesfürchtige Eltern werden. Damit sie wissen, wie sie gottesfürchtige Partner sein können, wenn sie heiraten. Damit sie wissen, wie sie gottesfürchtige Leiter in der Gemeinde sein können.

Ausbildung. Das bedeutet, die Lehre zu nehmen und sie entsprechend zusammenzustellen, um einem Menschen damit einen Weg aufzuzeigen, wie er von einem Punkt, wo er noch nicht entwickelt ist, zu einem entwickelten Punkt kommen kann, wo er entwickelt ist, also von minimaler Nützlichkeit zu maximaler Nützlichkeit. Ausbildung ist unverzichtbar und die Zurüstung der Heiligen ist Bestandteil davon. Ihr solltet daran beteiligt sein. Ihr solltet für eine spezifische Aufgabe ausgebildet werden, die euren Gaben entspricht.

Noch eine Funktion, über die ich liebend gerne mehr sagen würde. Aber die Zeit rennt uns davon. Eine weitere Funktion sind finanzielle Gaben. Das ist eine Aufgabe der Gemeinde. Finanzielle Gaben. Das ist eine Aufgabe. Ich meine, fragt euch einmal, ob ihr am Hirtendienst beteiligt seid? Übt ihr die Funktion des Hirtendienstes aus? Nehmt ihr die Aufgabe des Gebetes wahr? Nehmt ihr die Aufgabe der Jüngerschaft wahr? Unterstützt ihr Familien darin, so zu bleiben, wie Gott es für sie vorgesehen hat? Nehmt ihr die Aufgabe der Ausbildung wahr, indem ihr selbst ausbildet oder euch ausbilden lasst? Nehmt ihr die Aufgabe der finanziellen Gaben wahr? Das frage ich mich selbst. Herr, willst du mehr? Tue ich das, was du von mir willst? Ich will auf den Heiligen Geist hören, wenn dieser mein Herz in Bezug auf all diese Dinge auffordert, treuer zu sein.

Ich meine … ich will mein Leben aufbrauchen. Ich will nicht irgendetwas davon zurückbehalten. Ich will meinen letzten Atemzug an dem letzten Tag tun, den Gott für mich vorgesehen hat. Ich will genau am Ziel enden. Ich will nicht voller Energie sein und in den Himmel gelangen. Wie Henry Martine sagte: „Ich will für Gott bis zur Erschöpfung arbeiten. Ich will erst gehen, wenn ich verbraucht bin.“ Aber ich will das maximal ausschöpfen und ich sehe so viele Christen, die nur zögernd an der Oberfläche herumspielen; sie investieren nicht viel in die Dynamik der Aufgaben und des Dienstes; und deshalb gibt es kein Gefühl der Errungenschaft; es wird jedoch eine Zeit der Rechenschaft geben und sie werden einige Dinge verwirken.

Wie steht es mit finanziellen Gaben? Die Mazedonier gaben üppig aus ihrer abgrundtiefen Armut. Es ist nie eine Frage dessen, wie viel ihr habt. Das hat nichts damit zu tun. Die Leute sagen: „Wenn ich mehr hätte, würde ich mehr geben.“ Nein, das stimmt nicht, denn es geht nicht darum, wie viel ihr habt. Es ist eine Frage eures Herzens, nicht wahr? Und Paulus sagte in 2. Korinther 9: „Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten. Und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten.“ Ihr gebt ein bisschen und bekommt ein bisschen zurück. Ihr gebt viel und bekommt viel zurück. Mit anderen Worten, was immer ihr gebt, gibt Gott euch mit Zinsen zurück. Ihr investiert in Gott. Ihr gebt nicht wirklich etwas weg, ihr investiert einfach. Jesus sagte: „Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß.“ Und so versucht Gott uns zu lehren, dass wir ihm mit unseren Dingen vertrauen können. Habt ihr das verstanden?

Seht ihr, es ist genau das Gegenteil von dem, worum er euch bittet. Er gibt euch Dinge und sagt: „Kann ich dir damit vertrauen?“ Und ihr beweist, dass er euch mit diesen Dingen vertrauen kann, wenn ihr ihm eure Dinge anvertraut. Dann gebt ihr es ihm zurück. Seht ihr, die beste Lektion, die ihr in Bezug auf Haushalterschaft je lernen werdet, ist, dass ihr nichts besitzt, gar nichts. Nichts, das ihr habt, gehört euch. Es gehört Gott. Ihr sollt es nur verwalten, um zu beweisen, ob ihr würdige Haushalter seid, das ist alles. Das ist alles; und wenn ihr das nicht bewerkstelligen könnt, wird er euch auch nicht die wahren Reichtümer geben. So steht es im Lukasevangelium.

Wie steht es mit finanziellen Gaben? Manche Leute, manche von euch geben überhaupt nichts. Ihr gebt überhaupt nichts. Vielleicht eine symbolische Geste. Aber ihr gebt nicht. Ich weiß nicht warum, aber ihr tut es nicht. Wir brauchen euer Geld nicht. Ich will euer Geld nicht. Grace Church ist nicht am Verkümmern; aber ihr verpasst etwas Wunderbares … denn ihr verpasst die Erfahrung des Gehorsams und des vielfachen Segens; und manche Leute geben ein wenig. Ich meine, sie werfen ein paar Dollar in den Beutel oder geben einen minimalen Betrag und sie können nicht mehr geben, weil sie alles für Dinge ausgeben, die vergänglich sind, und das ist irgendwie traurig. Ich meine, es ist wirklich traurig und ich trauere, nicht für uns, sondern für sie …

Ich hoffe, ihr gebt großzügig. Weil ich will, dass ihr Segen empfangt. Werft Gott nicht nur symbolische Gaben zu. David sagt: „Ich werde Gott nicht etwas geben, dass mich nichts kostet. Das ist Spötterei.“ … Ihr müsst zuerst lernen, dass es nicht euch gehört; und dann lasst ihr es los … ihr seid frei; und dann verwaltet ihr es einfach; und wenn jemand es dringender braucht als ihr, gehört es ihnen; das ist die Einstellung. In der Apostelgeschichte gehörten alle Dinge allen gemeinsam; und sie verkauften und teilten jedem aus, wie er bedürftig war. Wie steht es mit uns dabei?

Einer der Männer wies mich auf eine Gemeinde hin, die nur halb so viele Mitglieder hat wie wir; ihre Kollekte ist jedoch doppelt so hoch wie unsere. Er sagte: „Woran liegt das deiner Meinung nach?“ Ich sagte: „Ich weiß nicht.“ Und als ich begann, darüber nachzudenken, dachte ich: „Nun, es könnte falsche Beweggründe dafür geben. Vielleicht herrscht dort ein legalistisches System, aufgrund dessen sie geben müssen; wenn das der Fall ist, ist es egal, wie viel sie geben, denn sie geben es alles aus den falschen Gründen, und dann ist es egal, nicht wahr? Denn das bringt ihnen keinen Segen.

Aber andererseits, wenn sie geben, weil ihr Herz vor Liebe überströmt, dann ist das wirklich faszinierend. Aber ich weiß Folgendes: Viele Leute in dieser Gemeinde tun nicht das, was sie tun sollten; und jede Woche heißt es: „An jedem ersten Wochentag lege jeder unter euch etwas beiseite“. Ich muss selbst in mich gehen, denn es gibt Wochen, in denen auch ich nicht das tue, was ich hätte tun sollen und dem Heiligen Geist nicht gehorsam bin; damit will ich mich jede einzelne Woche auseinandersetzen.

Finanzielle Gaben sind eine Aufgabe; und nicht nur Gaben, damit die Arbeit hier weitergehen kann, sondern darüber hinaus. Seht ihr, der einzige Grund, warum wir den Dienst hier verrichten wollen, ist der, dass wir das Reich darüber hinaus fördern wollen. Versteht ihr die Beschreibung? Ich meine, was immer hier reinkommt, geht dort sofort wieder raus. Wir versuchen nicht, ein Vermögen anzuhäufen.

Wir haben uns heute früh unterhalten. Dieser Versammlungsraum, nur dieser Teil des Gebäudes, wurde für ca. $750.000 gebaut und eingerichtet, vielleicht ein wenig mehr. Das ist recht gut. Ich meine, man braucht zur Anbetung nicht viel heilige Hardware, die überall herumhängt, nicht wahr? Bleiglasfenster und all dieses Zeug. Das braucht man alles nicht. Und wir versuchen, gute Haushalter des Geldes zu sein, das wir haben, und den Rest zu verschicken. Leute auszubilden, die ausziehen, diejenigen zu erreichen, die Not leiden. Ich meine, Gott hat es gegeben, nicht wahr? Christus hat es gegeben. Wie können Gottes Kinder in der Gemeinde Christi nicht geben? Seid konsequent.

Eine letzte Funktion ist die der Gemeinschaft; ich weiß, dass ihr das für eine zentrale Funktion haltet. Gemeinschaft bedeutet einfach, ein gemeinsames Leben zu führen; ich schätze, auf gewisse Weise fasst das alles zusammen, was wir gerade gesagt haben. Es geht einfach darum, Gemeinschaft miteinander zu haben, einfach zusammen zu sein, einander zu lieben, das Leben miteinander zu teilen. An einem Tisch zu sitzen und zu hören, wie jemand sein Herz offenbart. Mit jemandem zu beten, der das braucht. Krankenhausbesuche zu tätigen. In einem Klassenzimmer zu sitzen. Zu einem Hausbibelkreis zu gehen. Eine Hymne mit jemandem zu singen, den man nie zuvor getroffen hat. Dasselbe Gesangsbuch zu halten und vielleicht darüber zu reden, was Christus dir bedeutet. Neu bekehrte Christen, die ihre Freude mit anderen teilen. Gebetsanliegen über einen kranken, geliebten Menschen zu teilen. Es sind all diese Dinge. Es ist das gemeinsame Leben, seht ihr, gemeinsames Leben. Es bedeutet, alles gemeinsam zu haben, alles. Das ist Gemeinschaft und das ist eine Aufgabe. Gehört ihr irgendwo dazu? Habt ihr Gemeinschaft? Öffnet ihr euer Leben? Entblößt ihr euch mit all euren Narben und euren Problemen vor anderen Leuten, die ebenfalls Narben und Probleme haben? Gemeinsam könnt ihr also dienen. Gemeinschaft.

Was also sind die Funktionen oder Aufgaben? Ziemlich einfach, eigentlich: Predigen, Lehren, Evangelisation, Mission, Anbetung, Gebet, Jüngerschaft, Hirtendienst, Familienarbeit, Ausbildung, finanzielle Gaben, Gemeinschaft. Das sind die grundlegenden Funktionen. Jetzt hört mir gut zu. Ihr sagt: „John, wir haben über Skeletts, über Grundstrukturen, gesprochen.“ Richtig? „Wir haben über innere Organe gesprochen?“ Ja. „Wir haben über Funktionen gesprochen. Wie steht es mit dem Fleisch?“

Wollt ihr etwas wissen? Das ist eigentlich egal. Das ist eigentlich egal. Ich meine, wenn ich meine Körperanalogie noch weiter verwenden kann, der Mensch betrachtet das Äußere. Gott betrachtet was? Das Herz. Wollt ihr etwas wissen? Eine Gemeinde ist das, was sie in ihrem Herzen ist. Was ich über eine Gemeinde wissen will, ist: Wie sieht ihre Grundstruktur aus? Ist sie eine Gemeinde, die sich einer hohen Sicht Gottes, der absoluten Priorität der Schrift, Klarheit der biblischen Lehre, persönlicher Heiligung und geistlicher Autorität verschrieben hat? Und von welchen Einstellungen wird sie geprägt? Gehorsam und Liebe und Bereitschaft zum Dienen und Einigkeit und all diese Dinge. Und welche Funktionen übt sie aus?

Und dann, Leute, dann ist es wirklich egal, wie die Gemeinde nach außen hin aussieht oder wie sie ausgestaltet ist oder wie ihre Programme gestaltet werden. Versteht ihr das? Als Gott mich, durch seine wunderbare Barmherzigkeit, zur Grace Church führte, sagte ich zu allererst zu mir und dann zu den Menschen: „Gott, ich weiß Folgendes. Wenn wir das sind, was du für uns vorgesehen hast, wird es keine Probleme geben, effektiv zu dienen, denn es geht um das, was wir sind.“

Das Fleisch ist lediglich die Hülle; und wie wir bereits früher in der Serie gesagt haben, geschieht es häufig, wenn Pastoren, wie diese Woche, in unsere Gemeinde kommen, dass sie nach Fleisch suchen, das sie mitnehmen und in ihrer Gemeinde umsetzen können; das hätte jedoch keinen Bestand. Es würde nicht leben, weil es nicht von all diesen Dingen erfüllt ist, die sein Leben sind. Und wenn all diese Dinge vorhanden sind, dann ist das Fleisch wirklich nicht wichtig. Es ist nicht so wichtig, wie es außen aussieht. Es ist die Schönheit im Inneren, die die Realität einer Gemeinde bezeugt.

Wir sind diejenigen, die unsere Dienste ausgestalten. Ich muss mal einen Moment über das Fleisch nachdenken, wie wir … Was ist das Fleisch, die äußerliche Manifestation unserer Predigt und Lehre? Nun, das geschieht die ganze Zeit. Es geschieht Sonntagmorgen, Sonntagabend, Mittwochabend, in Hausbibelkreisen, in unseren Flocks-Hauskreisen, in unseren anderen Gruppen, Klassen, Logos, unserer christlichen Schule und unserer theologischen Hochschule. Ich meine, wir lehren, lehren, lehren, predigen, predigen hier, predigen in Gefängnissen, predigen in Obdachlosenasylen, predigen auf Kassetten und im Radio. Nun, das geschieht die ganze Zeit. An jedem beliebigen Sonntag sind viele unserer Ältesten unterwegs und predigen an anderen Orten. Wir sind ständig damit beschäftigt.

Und wie steht es mit Evangelisation und Mission? Es gibt Lebensstil-Evangelisation. Es gibt Freundschafts-Evangelisation, Chor, Bibelkreise, Kurse über Grundlagen der Bibel für jene, die neugeborene Christen sind, und Ausbildungsprogramme für Jüngerschaftsevangelisation. Es gibt alle möglichen Dinge. Unsere Taufgottesdienste sind im Prinzip ein Zeugnis der Gnade des Herrn und der Errettung der Seelen und ein Ansporn zu weiterer Evangelisation. Wir betrachten Mission und sehen die Entwicklung einer Strategie für die gesamte Welt. Wir haben eine monatlicheAusbildungsgruppe für Menschen, die sich in der Entwicklung befinden. Eine große Gruppe, die bereit ist, ins Missionsfeld auszuziehen, wenn Gott alle Dinge vorbereitet hat. Wir haben jetzt ausländische Radioentwicklungsprogramme in den Philippinen und Guam und können Menschen in Singapur und Bombay und sonstwo über Zentren erreichen, die Bandaufnahmen haben. Manila, Südamerika, Australien, Neuseeland, Europa. Was die Ausgestaltung angeht, findet die definitiv statt, wisst ihr.

Und soweit ich weiß, wurde die Familienserie jetzt ins Japanische übersetzt und alle evangelikalen Gemeinden in Japan werden mich Japanisch sprechen sehen. Es ist schwer, sich das vorzustellen. Wir entwickeln jetzt Videos. Wir werden mit Videos beginnen, wegen der Gemeinde in Liberia, einem englischsprachigen Land in Afrika. Sie haben gefragt, ob wir ihnen Material und Leute senden würde, ob wir Teams nach Liberia entsenden würden, um die Evangelikalen von Liberia auszubilden. Und all diese Dinge nehmen irgendwie konkrete Gestalt an und das kann auf ganz unterschiedliche Weisen geschehen, wenn eure innere Einstellung richtig ist. Gemeinschaftliche Anbetung; wir beten am Tag des Herrn an. Unser Gottesdienst am Morgen dient dazu, Gott zu erheben, seinen Namen zu preisen, den Namen des Heilands zu preisen, Lieder über seine Ehre, seine Attribute und alles, was er für uns ist, zu singen; und wir beten ihn an seinem Tisch an. Wir beten ihn in besonderen Gottesdiensten an. Unsere Musik ist auf Anbetung ausgerichtet.

Als einer der Pastoren für das Gebet am Morgen versuche ich, ein Priester zu sein, der euch vor Gott erhebt, damit ihr in seine Gegenwart kommen und ihn anbeten könnt. Und all die Lehre, die wir euch geben, dient dazu, dass ihr Gott besser kennt, damit aus dieser Kenntnis Anbetung kommen möge. Gebete gibt es die ganze Zeit. Jeden Dienstagmorgen treffen unsere Mitarbeiter sich; wir verbringen eine Stunde im Wort Gottes, dann eine Stunde im Gebet und in Anbetung und bringen die Bedürfnisse der Gemeinde vor Gott. Die Ältesten treffen sich jeden Sonntagmorgen zum Gebet. Sie tun das schon seit Jahren. Sie tragen die Lasten der Leute und durch die ganze Woche hinweg gibt es hier und dort und überall, wo ihr hingeht, Gebetsgruppen: in Privathäusern, bei Flocks-Bibelkreisen oder Gruppen von Leuten, die sich hier unter unseren Mitarbeiten und Leitern treffen.

Jüngerschaft geschieht überall. Jede Gruppe in unserer Gemeinde hat sich einem Prozess der Jüngerschaft verschrieben. Jede Gruppe; die Leiter und die Mitglieder jeder Gruppe von den kleinsten Kindern bis zu den ältesten Erwachsenen werden durch Flocks und alle unsere Dienste zu Jüngern gemacht.

Und welche konkreten Formen nimmt der Hirtendienst an? Mit Ältesten und Diakonen und Diakonissen, die sich um Menschen kümmern, durch unseren Dienst „Liebe in Aktion“. Wenn ihr etwas braucht, könnt ihr vorbeikommen und wir haben Leute, die sich eurer Bedürfnisse annehmen. Durch Flocks haben wir jetzt sogar ein ganzes System, bei dem ein Bedürftiger Kontakt mit uns aufnehmen kann und wir können jemanden in seiner Nähe finden, der sich freiwillig gemeldet hat, sich um Bedürfnisse dieser Art zu kümmern, sei es von der Reparatur eines Getriebes bis zum Besuch eines Kranken im Krankenhaus. Das alles ist Teil des Hirtendienstes …

Familien, alle Arten von Kursen und Ausbildungsmitteln, Arbeit mit euren Kindern und Babys und alle Dienste im Familienzentrum. Die Treffen unserer Frauen.. Wir haben Kurse für Frauen, deren Ehemänner keine Christen sind; und übrigens, wenn jemand Christ wird, gibt es eine „Abschlussfeier“ für ihn; wenn jemand diesen Kurs abschließt, gibt es eine große Feier. Alle möglichen Dinge, Sprüche, Programme für Eltern, Väter, Coachingprogramme für Väter, in denen sie lernen, wie sie zum geistlichen Vorstand ihrer Familie werden; Kurse zur Vorbereitung auf die Ehe; wunderbare Kurse für diejenigen, die heiraten wollen. Das bringt ihnen wirklich die Dinge nahe, die sie wissen müssen. Ausbildungskurse zur Evangelisation und für die Arbeit in Gefängnissen und Missionsarbeit. Es geht einfach immer weiter im Ausbildungsbereich. Alle möglichen Dinge, die geschehen.

Im Bereich der finanziellen Gaben, unsere Kollekte am Sonntag; und dann die Zeit, die ihr opfert, und die Mühe, die ihr aufwendet, Zeit und Energie und Gaben und der Dienst an Christus, all das geschieht ständig. Gemeinschaft? Gemeinschaft nimmt ebenfalls überall konkrete Formen an. Gruppen am Sonntag sind ein großartiger Fokus dafür, ein großartiger Fokus. Flocks-Gruppen und viele andere Dinge.

Darum geht es nicht wirklich. Die konkrete Ausgestaltung geschieht einfach, wenn all die Dinge im Inneren stimmen. Ich glaube, dass Gott unsere Gemeinde ins Leben gerufen hat, und das ist eine einzigartige Stellung. Das ist eine einzigartige Stellung. Es vergeht kaum mal ein Sonntag, an dem ich nicht am Empfangstisch für neue Besucher stehe und nicht eine Gruppe vorbeikommt, die sagt: „Wir sind aus XYZ“. Letzte Woche was es Florida oder Michigan. Letzte Woche war es Michigan und die Woche davor war es Florida, oder umgekehrt, und sie sagten: „Wir sind aus … sagen wir Michigan.“ „Ach, wie schön. Seid ihr zu Besuch hier?“ „Nein, wir sind gerade hergezogen.“ „Ach, tatsächlich. Warum?“ „Um diese Gemeinde zu besuchen.“ „Oh.“ Und dann sagen sie: „Weißt du vielleicht, wo wir ein Haus und eine Arbeit finden könnten?“ „Ihr wollt sagen, ihr habt einfach alle Sachen gepackt, alles zurückgelassen und seid hergekommen?“ „Ja, wir wollten zur Grace Church kommen.“

Und oftmals sind es nicht nur ein oder zwei, sondern eine ganze Reihe von Kleinen .... und sie sagen: „Kennst du jemanden, der uns helfen könnte, eine Unterkunft zu finden? Wir glauben einfach, dass das Leben sich um die Gemeinde dreht, nicht um die Arbeit.“ Und wenn das geschieht, bildet sich in meinem Hals ein Kloß und ich sage: „Der Herr bewahre uns … mögen wir das sein, was ihr von uns erwartet.“ Viele Leute. Viele Leute denken darüber nach. Wir wollen seine Gemeinde sein, nach seinem Willen gegründet, zu seiner Ehre. Amen?