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Der zentrale Grundsatz der Jüngerschaft (German)

Lukas 9:23 November 03, 2002 de42-119

Wir wenden uns jetzt unserem wunderbaren Studium des Lukasevangeliums zu. Schlagt bitte eure Bibeln in Lukas Kapitel 9 auf. So inspirieren wir unsere Anbetung, damit wir im Geist und in der Wahrheit anbeten können. Wir prägen sie durch die Wahrheit von Gottes Wort. Jeder einzelne Abschnitt stammt von Gott und steckt voller Erkenntnisse und Anweisungen. Aber auf den Textabschnitt, mit dem wir uns heute früh befassen werden, trifft das besonders zu.

Ich möchte euch Verse 23 bis 26 vorlesen, damit ihr sie dann im Hinterkopf habt, wenn wir anfangen, darüber zu reden. Lukas 9, Vers 23: „Er sprach aber zu allen: ‚Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.‘“

Das ist kurz, nicht sehr viele Verse, nicht einmal sehr viele Worte, aber das ist der Kern der Lehre Jesu. Das ist reines Gold, biblisches Gold. Besser vielleicht noch, das ist ein Diamant der Wahrheit, klar und leuchtend. Das Thema ist die Nachfolge Jesu, Vers 23: „Wenn jemand mir nachkommen will.“ Das ist ein Text, in dem es darum geht, wie man Jesus nachfolgt, wie man Christ wird, wie man errettet wird, wie man erlöst und wiedergeboren wird. Darum geht es, es ist eine Lehre von zentraler Bedeutung.

Und eine Sache sticht gleich am Anfang ins Auge – dass nämlich die Nachfolge Jesu Selbstverleugnung erfordert. Das ist ganz klar das Erste, was hier gesagt wird. „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst.“ Das Evangelium ist ein Aufruf zur Selbstverleugnung. Es ist kein Aufruf zur Selbstverwirklichung. Und damit steht das wahre Evangelium im Gegensatz zum zeitgenössischen evangelikalen Evangelium, das ein Evangelium der Selbstverwirklichung und der Selbsthilfe ist. Jesus wird als zweckdienlicher Flaschengeist betrachtet – man reibt an der Flasche, er springt heraus und sagt: „Du bekommst, was immer du willst“. Dann gebt ihr ihm eure Liste und er liefert das Gewünschte. Dann gibt es bei den Charismatikern diejenigen im Rahmen des Evangelikalismus, die euch sagen, dass Jesus euch gesund möchte, und wenn ihr nicht gesund seid, liegt das daran, dass ihr eure Heilung nicht eingefordert habt. Jesus will, dass ihr reich und wohlhabend seid und wenn ihr es nicht seid, liegt es daran, dass ihr es nicht eingefordert habt. Jesus will euch schuldenfrei haben, und wenn ihr den Fernsehevangelisten genügend Geld sendet, werdet ihr euch Kraft eures Glaubens von euren Schulden befreien, oder vom Dämon der Schulden, wie er oft bezeichnet wird, weil Jesus nicht will, dass ihr irgendwelche Sorgen oder Probleme habt; eure Errettung ist ein Garant für Gesundheit, Wohlstand und Glück.

Der psychologische, mensch-zentrierte Evangelikale erzählt euch, dass Jesus euch Frieden gegeben hat und dass Jesus euch Freude gibt, euch zu einem besseren Verkäufer macht und euch hilft, mehr Tore zu schießen. Jesus will wirklich, dass ihr ein besseres Selbstwertgefühl habt und er will euer Selbstverständnis steigern und eueren negativen Gedanken ein Ende setzen.

Es ist interessant, wie dieser Trend in der Gemeinde Einzug gehalten hat. Ich habe es im Laufe der Jahre beobachtet; ich bin schon lange genug dabei, um die Ankunft dieses Trends gesehen zu haben. Ich glaube, er erschien am eindringlichsten durch den Dienst von Robert Schuller auf der Bildfläche. Vor einigen Jahren schrieb er ein Buch mit dem Titel Selbstachtung. Die neue Reformation. Ich habe eine Rezension dieses Buchs geschrieben, die in einer nationalen Zeitschrift veröffentlicht wurde, weil ich das für einen Wendepunkt hielt; es war ein Versuch einer neuen Reformation. Es war ein Versuch, das Evangelium zu ersetzen, das biblische Evangelium durch ein neues Evangelium zu ersetzen. Und es hat funktioniert. In diesem Buch, Selbstachtung. Die neue Reformation, schreibt Robert Schuller: „Es ist genau dieser Punkt, wo die klassische Theologie einen Fehler begangen hat, indem sie darauf bestanden hat, dass Theologie auf Gott fokussiert sein muss und nicht auf den Menschen.“ Das ist also ein ikonoklastischer Anfang. Als Erstes müssen wir der klassischen Theologie ein Ende setzen. Wir müssen der Theologie, die Gott in den Mittelpunkt stellt, ein Ende setzen und sie durch eine Theologie ersetzen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Das ist ziemlich krass, aber genau das geschah damals.

Er schreibt weiter: „Dieser meisterhafte Plan Gottes wurde entwickelt, um die tiefsten menschlichen Bedürfnisse zu erfüllen.“ Und was sind diese Bedürfnisse? „Selbstwürde, Selbstrespekt, Selbstwertgefühl, Selbstachtung – die kostbare Perle ist wahre Selbstachtung und wahres Selbstwertgefühl.“

Weiterhin schreibt er: „Wenn wir Gottes Plan so treu wie möglich folgen, werden wir uns gut fühlen.“ Das ist das Evangelium des Evangelikalismus, das Wohlfühlevangelium. Fühl dich gut. Dann sagt er weiter: „Gott braucht eure und meine Hilfe, um eine Gesellschaft von Menschen mit Selbstachtung zu schaffen.“ Verzeiht mir, wenn ich mich daran nicht beteilige. Ich kann mir keine Gruppe vorstellen, der ich mich weniger gerne anschließen würde.

Bei dieser Bemühung um eine neue Reformation müsst ihr also als Erstes die klassisch-historische Theologie abschaffen, die Gott in den Mittelpunkt stellt, und sie dann durch eine Theologie ersetzen, die den Menschen, Psychologie und Selbstachtung in den Mittelpunkt stellt; und ihr müsst alles in der Bibel und im Evangelium so auslegen, dass die Menschen mehr Selbstachtung haben, um sich ihre Träume und Visionen zu erfüllen. Weiterhin sagt er: „Das ultimative Ziel Gottes besteht darin, euch und mich in zuversichtliche Menschen zu verwandeln.“

Jetzt noch ein Zitat, dann reicht es: „Wenn jemand erst einmal glaubt, er sei ein unwürdiger Sünder, ist es zweifelhaft, ob er wirklich aufrichtig die rettende Gnade annehmen kann, die Gott in Christus anbietet.“[1]

Wenn ihr also nach dem neuen Evangelium errettet werden wollt, dürft ihr nicht daran glauben, dass ihr unwürdige Sünder seid. Ist das nicht völlig verdreht? Das steht in direktem Widerspruch zur Wahrheit. Aber es ist eben dieses auf Menschen und Selbstachtung fokussierte Evangelium, das von dem Meisterschüler Robert Schullers, Bill Hybels, aufgegriffen wurde und in die besucherfreundliche Bewegung umgesetzt wurde, die vom Evangelikalismus Besitz ergriffen hat. Es ist eine Art von quasi-christlichem Narzismus, Eigenliebe, die für Irrlehrer charakteristisch ist, wie wir in 2. Timotheus 3 lesen, wo es heißt, dass „schlimme Zeiten eintreten werden, denn die Menschen werden sich selbst lieben.“ Und das Christentum ist zu einer Bewegung geworden, in der es darum geht, das zu bekommen, was man will, statt zu geben. Die göttliche Absicht hinter dem Evangelium wurde verraten. Die Herrlichkeit Gottes wurde durch die Befriedigung des Menschen ersetzt. Das eigene Leben der Ehre Christi zu widmen wurde ersetzt durch die Lehre, dass Christus uns ehren soll. Alles ist verdreht und das wahre Evangelium ist nicht mehr angesagt.

Vor vielen Jahrhunderten gab es einen Heiligen, der verstand, worum es ging. Hier ist ein Gebet, das er schrieb: „Herr, der du hoch und erhaben bist, sanftmütig und demütig, lass mich diesen scheinbaren Widerspruch lernen, dass der Weg nach unten der Weg nach oben ist, dass Erniedrigung Aufrichtung bedeutet, dass das zerbrochene Herz das geheilte Herz ist, dass der bußfertige Geist der jubelnde Geist ist, dass die bereuende Seele die siegreiche Seele ist, dass nichts haben bedeutet, alles zu haben, dass das Kreuz zu tragen ist wie eine Krone auf dem Haupt, dass Geben gleich Empfangen ist. Lass mich dein Licht finden in meiner Dunkelheit, deine Freude in meiner Traurigkeit, deine Gnade in meiner Sünde, deine Reichtümer in meiner Armut, deine Herrlichkeit in meinem Tal, dein Leben in meinem Tod.“[2] Dein Leben in meinem Tod? Das ist das wahre Evangelium. Es geht nicht darum, mich zu erhöhen, es geht darum, mich niederzustrecken. Jesus sagte: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Das ist der Tod des Ichs. Ihr gewinnt, indem ihr verliert. Ihr lebt, indem ihr sterbt. Und das ist der Kern, das ist die zentrale Botschaft des Evangeliums. Das ist das Wesen der Jüngerschaft.

Das ist keine schwer verständliche Textstelle. Das ist nicht etwas, das sich in irgendeiner Weise von den normalen Lehren Jesu unterscheidet. Das sind die Grundsätze, die er während seines Dienstes immer wieder predigte, in allen möglichen Zusammenhängen.

Ich möchte euch das zeigen. Geht einmal für einen Moment zurück zu Matthäus Kapitel 10. Matthäus 10,34; in den vorangegangenen Versen sprach Jesus darüber, ihn zu bekennen, ihn also als Herrn und Erretter zu bekennen. In Vers 32 sagte er: „Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.“ Er spricht hier also davon, Christus als Herrn zu bekennen. Und dann sagt er in Vers 34: „Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert! Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ Erstens kann es deiner Familie schlechter, nicht besser, gehen, wenn du dich zu Christus bekennst. Das könnte die Familie spalten, wie du es noch nie zuvor erlebt hast. Aber so ist das nun einmal, denn wenn ihr euer Leben Jesus Christus übergebt, wird es eine unüberbrückbare Kluft zwischen euch und den Mitgliedern eurer Familie, die keine Christen sind, geben. In Vers 37 heißt es: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.“ Wenn ihr nicht bereit seid, den Preis einer dauerhaften Spaltung eurer Familie in Kauf zu nehmen, sofern die anderen nicht auch zu Christus kommen, wenn ihr nicht bereit seid, den Preis eines größeren Traumas in eurer Familie zu zahlen, den Preis größerer Konflikte, größeren Leidens in eurer Familie, dann seid ihr es nicht einmal würdig, meine Jünger zu sein. In Vers 38 sagt er: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt“ – das Kreuz wurde mit einer Sache assoziiert, mit einer einzigen Sache, es war ein Instrument des Todes, es war ein Instrument zur Hinrichtung. Jesus geht sogar noch weiter. Wenn ihr nicht bereit seid, Konflikte in der Familie in Kauf zu nehmen, seid ihr es nicht wert, meine Jünger zu sein. Wenn ihr nicht bereit seid, in Konflikt mit der Welt zu geraten, bis zu dem Ausmaß, dass es euch das Leben kosten könnte, dann seid ihr meiner nicht würdig. In Vers 39 heißt es: „Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!“ Es geht darum, das Leben zu verlieren. Das ist keine Theologie, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, sondern eine Theologie, die Christus in den Mittelpunkt stellt; die besagt: „Ich gebe alles für Jesus, egal was es mich kostet.“ Das ist Matthäus 10.

Markus 10 ist eine weitere Illustration dieser Lehre Jesu. Das ist einfach der Kern der Lehre Jesu, deshalb werden wir einige Zeit brauchen, diese Verse durchzuarbeiten, weil wir sie verstehen müssen. In Markus 10,21 spricht Jesus zu dem reichen jungen Mann, der ewiges Leben möchte. In Vers 17 fragt er ihn nach dem ewigen Leben. Und ihr erinnert euch vielleicht, dass Jesus mit ihm redet, und wenn man alles zusammen nimmt, konfrontiert Jesus ihn mit seiner Sünde. Er will sie nicht zugeben und seine Selbstgerechtigkeit, die seine größte Sünde darstellt, nicht aufgeben. Und dann spricht Jesus über sein Geld und der reiche junge Mann ist nicht bereit, sein Geld aufzugeben. Er will Jesus, ja, er will ewiges Leben, aber Jesus konfrontiert ihn damit, dass er seine Selbstgerechtigkeit aufgeben müsse, dass er sich also als unwürdigen, verdorbenen Sünder erkennen müsse und bereit sein müsse, all seine irdischen Güter aufzugeben, wenn Jesus das von ihm verlangt. Und ihr erinnert euch sicherlich daran, dass er nicht bereit war, das zu tun. In Vers 21 lesen wir: „Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: ‚Eins fehlt dir! Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben […] Komm […] und folge mir nach!‘“, sagte Jesus. Der Preis besteht in der Bereitschaft, alles aufzugeben. Vielleicht verlange ich es nicht, aber ich könnte es verlangen. Der Preis besteht in der Bereitschaft.

„Er aber wurde traurig über dieses Wort und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter.“ Ich behalte lieber mein Geld. Ich ziehe meine Besitztümer Jesus vor. Dann bist du es nicht wert, sein Jünger zu sein. Wenn ihr nicht bereit seid, Spaltungen in eurer Familie zu akzeptieren, wenn ihr nicht bereit seid, von der Welt abgesondert zu sein, wenn ihr nicht bereit seid, von euren materiellen Besitztümern getrennt zu werden, dann ist Jesus euch nicht kostbar genug. Hier geht es um alles oder nichts.

Lasst uns jetzt wieder zu Lukas Kapitel 9 gehen, zum Ende des Kapitels, in Vers 57. Es ist überaus wichtig, dass wir das verstehen, und es ist sehr praktisch, wie ich euch zeigen werde. Jesus und einige Leute, die ihm folgten – Jünger bzw. potenzielle Jünger -, gingen die Straße entlang. Und jemand sagte zu ihm: „Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.“ Wirklich! Und Jesus sagte quasi zu ihm: „Wir gehen nicht ins Ritz Carlton, ich hoffe, das wirkt sich nicht negativ auf dich aus.“ „Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ Wenn du mir nachfolgst, wirst du alles verlieren. Das ist der Preis. Das solltest du wissen. Jesus sagte nicht: „Oh, großartig, folge mir nach, du wirst glücklich sein, du wirst gesund, wohlhabend und erfolgreich sein.“ Er sagte: „Du solltest wissen, dass ich keinen Ort habe, an dem ich meinen Kopf niederlegen kann; es wird dich alles kosten.“

„Er sagte aber zu einem anderen: ‚Folge mir nach!‘ Der sprach: ‚Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.‘“ Und hier wird impliziert, dass sein Vater noch nicht einmal tot war. Was bedeutet das, „seinen Vater begraben“ - zur Beerdigung zu gehen? Nein, sondern zu warten, bis er sein Erbe erhalten würde. Er hatte Jesus gerade sagen hören, dass er nichts haben würde, wenn er Jesus folgen sollte, denn Jesus hatte ihm nichts zu geben, und deshalb wollte er zu Hause bleiben, bis er ein Vermögen einsacken konnte; danach würde er Jesus nachfolgen. Auch er verschwand.

Aber Jesus legt völlige Selbstverleugnung als Maßstab fest. Wenn ihr Kapitel 14 des Lukasevangeliums aufschlagt, um einfach einige der Zeiten und Orte zu zeigen, wo Jesus das diskutiert, werdet ihr feststellen, dass die Botschaft immer gleich ist. In Kapitel 14 gab es eine große Volksmenge, die mit Jesus umherzog, und er wendet sich ihnen zu und spricht zu ihnen. „Wenn jemand zu mir kommt …“ Ihr alle wollt mir nachfolgen, ihr alle wollt meine Anhänger sein. „Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“ Es geht nicht um euch, es geht nicht um eure Selbstachtung, es geht um eure Sünde und eure Verzweiflung und darum, dass ihr Christus als so kostbar und wertvoll betrachtet, als euren Erretter von der Sünde und vom Tod und der Hölle, dass ihr bereit wärt, alles für ihn aufzugeben. Auch wenn es euch eure Familie oder eure Ehe kosten sollte, und in Vers 27 müsst ihr euer Kreuz aufnehmen und es tragen, und wenn ihr euer Kreuz nicht tragt, wenn ihr also nicht bereit seid, zu sterben und euer Leben zu opfern und Jesus nachzukommen, dann könnt ihr nicht sein Jünger sein. Deutlicher geht es nicht, oder?

In Kapitel 17 des Lukasevangeliums spricht Jesus bei einem anderen Anlass und sagt in Vers 33: „Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten.“ Das ist dasselbe Prinzip. Ihr versucht, an euch selbst, an euren Plänen, euren Zielen, eurem Erfolg und eurer Selbstachtung festzuhalten … und verliert. Ihr verliert.

In Johannes 12,24 heißt es – nur damit ihr wisst, dass Johannes diese zentrale Lehre Jesu nicht ausgelassen hat: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ Jesus sagt, wenn ihr mir nachfolgen und Frucht bringen wollt, wird euch das euer Leben kosten. Dann müsst ihr sterben. In Vers 25 lesen wir: „Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren. Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach.“ Und der Pfad, den er beschreiten sollte, war der Pfad der Verfolgung und des Todes.

Ihr wollt also Jesus nachfolgen? Ihr wollt also Jesus nachfolgen? Es wird euch einfach alles kosten. Der Herr wird euch vielleicht nicht das Leben nehmen, er wird euch vielleicht nicht all euer Geld nehmen, er wird euch vielleicht nicht eure Familie oder euren Ehegatten nehmen, er wird euch vielleicht nicht eure Arbeit nehmen, aber ihr müsst dafür bereit sein, wenn er das will. Ihr müsst verzweifelt genug sein, Christus mit offenen Armen anzunehmen, egal, was euch das kostet.

Lasst uns jetzt für einen Moment zu Matthäus 16 zurückgehen, weil wir den Abschnitt in Lukas nicht vollkommen verstehen können, ohne ihn mit Matthäus 16 zu vergleichen, denn das sind Parallelen, doch Matthäus hat mehr Informationen eingeschlossen. Es ist quasi Prüfungszeit für die Jünger, wie ihr euch aus unserer letzten Botschaft erinnert, es ist Prüfungszeit. Die Prüfung besteht aus einer einzigen Frage. Die einzige Prüfungsfrage ist der Vers, der sich in Matthäus 16,15 findet: „Da aber spricht er zu ihnen: ‚Ihr aber, für wen haltet ihr mich?‘“ Nach ein paar Jahren Training und Offenbarungen und Enthüllungen und Wundern und Zeichen, die Jesus vollbracht hatte, nach all seiner Lehre, war es Zeit, sie in der Schule der Jüngerschaft der Abschlussprüfung zu unterziehen. Und deshalb gibt es nur eine einzige Prüfungsfrage: „Für wen haltet ihr mich?“ Sie hatten die richtige Antwort parat. „Da antwortete Simon Petrus und sprach: ‚Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.‘ Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: ‚Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel.‘“ Du hast die Offenbarung Gottes angenommen, du hast gesehen, was Gott durch mich offenbart hat, du verstehst, dass das die richtige Antwort ist. Das ist der Höhepunkt des gesamten Jüngerschaftstrainings. Sie haben die richtige Schlussfolgerung über Jesus Christus gezogen, die absolut notwendig ist für die Errettung – dass er Gottes Christus ist, Gottes Messias, Gottes Sohn, Gottes Heiland, all die Verheißungen des Alten Testaments, alles, was Jesus von sich behauptete, war wirklich wahr. Das ist das große Bekenntnis, das höchste Bekenntnis. Ihr erinnert euch sicherlich daran, dass die Evangelien geschrieben wurden, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Nun, sie glaubten und sie haben Leben in seinem Namen und dies ist der große Moment ihres Bekenntnisses und ihre Antwort ist richtig.

Als Erwiderung auf diese Bestätigung sagt er quasi: „Du hast die Botschaft von Gott verstanden, du hast gesehen, was Gott durch mich gesagt hat, und du hast es begriffen. Das ist wunderbar. Und ich habe dir noch etwas zu sagen, Petrus.“ Und dann in Vers 18: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ Hier findet sich ein kleiner Kontrast. Du bist Petrus, du bist ein kleiner Felsen, aber auf diesem Felsengrund, ein anderes Wort, „will ich meine Gemeinde bauen.“ Ein kleiner Kontrast. Was ist der Felsengrund? Das Bekenntnis seiner wahren Identität, die Realität dessen, wer er ist.

Er sagt: „Ich will meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.“ Das ist wunderbar, du hast richtig geantwortet, und ich sage dir, ich werde die Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreichs ... was ist das? Das Totenreich, oder Hades, ist der Ort, wo die Toten sich aufhalten, und die Tore sind das, wodurch man tot wird – indem man stirbt. Die Pforten des Totenreichs sind also einfach der Tod. In Hebräer 2 lesen wir, dass Satan die Macht des Todes hat, dass er in dieser Welt Macht über den Tod hat, das ist seine größte Macht. Aber selbst Satans Macht über den Tod wird den Herrn nicht davon abhalten, seine Gemeinde zu bauen. Das ist eine triumphierende Anmerkung. Du hast die Frage richtig beantwortet, du hast die Prüfung mit einer 1+ bestanden und ich sage euch, aufgrund dieser großartigen und herrlichen Realität werde ich meine Gemeinde bauen und Satans große Macht über den Tod wird dem nichts anhaben können. Und darüber hinaus werde ich nicht nur meine Gemeinde bauen, sondern „dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben.“ Du wirst in der Lage sein, die Tür zum Reich zu öffnen und Menschen einzulassen.

Wie? Weil sie das Evangelium verkündigen werden. Wie gelangt man in das Reich der Himmel? Was ist der Schlüssel, der das Tor öffnet? Das ist das Evangelium, nicht wahr? Du wirst also das Evangelium für mich verkündigen und „was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“ Dieses Binden und Lösen war ein altes rabbinisches Konzept. Der Rabbi sagte zu einer Person, die keine Buße tun wollte: „Du bist in Sünde gebunden.“ Zu einer Person, die Buße tat, sagte er: „Du bist von der Sünde gelöst, weil Gott jenen vergibt, die Buße tun.“ Jesus sagt also zu den Aposteln: „Ihr werdet dasselbe tun. Ihr werdet das Reich mit dem Evangelium öffnen und ihr werdet Sündern, die Buße tun, sagen, dass sie von ihrer Sünde erlöst sind, und Sündern, die keine Buße tun, dass sie in ihrer Sünde gefesselt sind. Ihr werdet meine Repräsentanten sein, ihr werdet meine verlässlichen Stellvertreter in der Welt sein und ihr werdet Menschen in das Reich bringen.“ Man kann die aufkommende Begeisterung geradezu spüren - das ist es, Leute, das ist es, worauf wir in den letzten Jahren gewartet und gehofft haben, er ist der Messias, er wird die Gemeinde bauen, nichts wird das verhindern. Wir werden die Autorität haben, das Reich Gottes zu öffnen und zu schließen; nicht die etablierte Religion des Judaismus, nicht die Schriftgelehrten und führenden Priester und Ältesten, wir werden es sein, wir werden die Führer, die Vorreiter im Reich sein. Darauf haben wir gewartet. Und dann kommt eine schockierende Aussage in Vers 20: „Da gebot er seinen Jüngern, daß sie niemandem sagen sollten, daß er Jesus der Christus sei.“

Das ist vollkommen widersinnig, weil sie gerade vom Rausch des Moments erfüllt sind, von der Autorität, von der Unbesiegbarkeit der Gemeinde, von der Identität Jesu, und jetzt sagt er: „Sagt es niemandem.“ Die Zeit ist nicht reif. Und in Vers 21: „Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“ Was für ein harter Schlag. Jesus sagt quasi: „Sagt es niemandem, denn der Plan sieht nicht vor, dass ich jetzt mein Reich übernehme, der Plan sieht nicht vor, dass ich jetzt in meine Herrlichkeit einziehe, sondern der Plan sieht vor, dass ich von der jüdischen Führungsriege getötet werde.“

Ich meine, das ist einfach erschütternd. Nachdem sie buchstäblich auf einer rosa Wolke schweben, weil er der Messias ist, weil er die Gemeinde bauen wird, und nicht einmal die Macht des Todes das verhindern wird, weil ihnen diese Autorität übertragen wurde, konnten sie das Reich schon schmecken. Sie konnte die künftige Herrlichkeit spüren. Man könnte sagen, sie spürten schon die Wärme der Shekina-Herrlichkeit. Gesundheit und Wohlstand standen nahe bevor. Und Jesus würde die abtrünnigen Führer des Judaismus gewiss vernichten und sie wären die neuen Führer Israels und er würde gewiss die römischen Unterdrücker und Besatzer und Heiden vernichten und er würde gewiss alle Krankheiten heilen und Nahrung bereitstellen, wie er es bei den Massenspeisungen tat. Das war der große, herrliche Moment, auf den sie alle so lange gewartet hatten. Und dann sagt Jesus: „Sagt nichts, ich muss erst sterben.“

In Vers 22 lesen wir: „Da nahm Petrus ihn beiseite.“ Petrus sagt quasi: „Herr, wir müssen mal unter vier Augen reden. Komm hier rüber.“ „[Er] fing an, ihm zu wehren.“ Was für ein Alpha-Männchen. Er weist den Sohn Gottes zurecht, den selbsterklärten Sohn Gottes, den Sohn des lebendigen Gottes; die Worte sprudeln einfach so aus seinem Mund heraus und er sagt: „Komm her, ich muss dir mal den Kopf zurechtrücken.“ Und er sagt: „Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht.“ Das wird nicht geschehen. Du wirst nicht sterben, das sieht der Plan nicht vor. „Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: ‚Weiche von mir, Satan!‘“ Ich glaube, er mochte es nicht einmal, „Simon“ genannt zu werden, geschweige denn „Satan“. Dann sagt Jesus Folgendes: „Du bist mir ein Ärgernis.“ Und hier ist der Grund dafür. „Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.“ Deine Gedanken konzentrieren sich auf den Menschen. Wisst ihr, das könnte fast das Motto für den zeitgenössischen Evangelikalismus sein. Eure Gedanken sind nicht göttlich, sondern menschlich. Es dreht sich alles um euch, nicht wahr? Und es dreht sich darum, was ihr wollt, und um die Macht und Herrlichkeit und die Krone und die Belohnung und die Autorität. Ihr versteht es nicht. Der Weg nach oben führt nach unten. Ohne ein Kreuz erhaltet ihr keine Krone.

Und in Vers 24 führt Jesus dann den Grundsatz ein. Er sagte zu den Jüngern, den Aposteln und der restlichen Menge, wie wir aus Markus 8,34 wissen: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf.“ Lukas fügt noch hinzu „täglich, und folge mir nach“. Und mit dieser Überleitung sind wir wieder bei Lukas 9. Lasst uns wieder zu Lukas 9 gehen und dort weitermachen. Matthäus hat uns viele zusätzliche Informationen vermittelt.

Das ist eine schockierende Erfahrung für die Apostel, sie haben dieses herrliche Bekenntnis erlebt und jetzt wird ihnen erst verboten, darüber zu sprechen, und dann erfahren sie, dass Jesus sterben wird. Und nicht nur Jesus wird sterben, sondern er sagt auch zu ihnen allen in Lukas 9,23 „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Und mit dieser Aussage offenbart Jesus das Paradoxon der Jüngerschaft ... das Paradoxon der Jüngerschaft. Wir werden uns damit natürlich nicht nur heute früh befassen, sondern auch nächsten Sonntag.

Ich möchte diesen Abschnitt in vier Kategorien unterteilen: Den Grundsatz, das Paradoxon, die Parousia und die Vorschau – wir werden uns mit allen im Laufe der Textbetrachtung auseinandersetzen. Aber heute früh möchte ich mich in der kurzen Zeit, die wir noch haben, mit dem Grundatz in Vers 23 beschäftigen … der Grundsatz.

Es ist nicht schwer, den Grundsatz herauszufinden. Er lautet einfach, wenn ihr Christus nachfolgen wollt, wollt ihr ein Christ sein, nicht wahr? Hier ist die Botschaft. Verleugnet euch selbst, nehmt euer Kreuz auf und folgt ihm nach.

Hört ihr das im zeitgenössischen Evangelium? Hört ihr das jemals? Hört ihr das je in der Botschaft eines Fernsehpredigers oder eines Evangelisten? Hört ihr das je irgendjemanden sagen? Hört ihr je jemanden in einer Menschenmenge aufstehen und sagen: „Wenn du ein Christ werden willst, opfere dein Leben, verleugne dir all die Dinge, nach denen dein Ego sich sehnt, die es erhofft und die es sich wünscht“? Sei bereit, zu sterben und dich in sklavischem Gehorsam Jesus Christus unterzuordnen.

Das verkauft sich nicht gut. Das ist kein kluges Marketing. Es ist aber die Wahrheit. Was wollt ihr also tun? Jemand künstlich bekehren? Das ist die allgemein übliche Art. Vermittelt Menschen die Illusion, sie seien errettet, obwohl sie es nicht sind, sodass sie eines Tages, wenn sie vor Christus stehen, sagen „Herr, Herr“, und er sagen wird „Weicht von mir, ich habe euch nie gekannt.“ Das Evangelium muss das Evangelium sein. Wollt ihr mir also nachfolgen? Der Grundsatz lautet, wenn ihr mir nachfolgen wollt, ist das das Ende eurer Existenz, wie ihr sie kennt. Es ist euer Ende … ihr existiert nicht mehr. Paulus drückte es folgendermaßen aus: „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ Ich habe gelernt, ganz unten und ganz oben zu sein, ich habe gelernt, Dinge zu besitzen und nicht zu besitzen, es ist mir egal. Wenn ich lebe, lebe ich für den Herrn, wenn ich sterbe, sterbe ich für den Herrn, wo liegt der Unterschied? Ich gehöre dem Herrn – das ist seine Einstellung. Die Menschen wollen Herrlichkeit, sie wollen Gesundheit, Wohlstand und Glück, sie wollen, dass alle ihre Bedürfnisse gestillt werden, dass jedes Verlangen erfüllt wird. Sie wollen ein schmerzfreies Leben. Sie wollen eine Krone ohne das Kreuz. Sie wollen den Preis ohne den Fleiß. So denken Menschen, aber das entspricht nicht dem Interesse von Gott. Laut Hebräer 2,10 wurde der Urheber unseres Heils durch Leiden vollendet und deshalb müssen auch wir die Feuerprobe des Leids durchleben. Und wir leiden zuerst im Erlöschen jeder Hoffnung, aller Ambitionen, aller Wünsche, aller Sehnsüchte, aller Bedürfnisse, die menschlich sind. Darum geht es.

Wenn ihr also ein Christ sein wollt, ist das nicht einfach. Man sollte meinen, es sei einfach. Wenn man heutzutage Christ sein will, betet man einfach ein paar kurze Worte … man spricht ein kurzes Gebet und wird dadurch Christ. Es ist nicht leicht, ein Christ zu sein. Ich möchte euch einige Dinge zeigen.

In Matthäus 7,13 sehen wir wieder die Lehre unseres Herrn. Matthäus 7,13, die Bergpredigt, vertraute Worte in Vers 13: „Geht ein durch die enge Pforte.“ Erst einmal geht ihr, wenn ihr Christ werdet, durch eine enge Pforte. Das Konzept „eng “ bedeutet hier „beengt“. Das ist einfach eins von den Dingen, durch das ihr durch müsst, das aber sehr, sehr eng ist. Ihr könnt nichts durchtragen. Ihr kommt auf der anderen Seite ohne alles raus. „Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt.“

Es gibt eine breite religiöse Pforte und die Menschen gehen dort mit all ihrem Gepäck und all ihren eigenen Bedürfnissen und ihrer Selbstachtung und ihrem Verlangen nach Verwirklichung und Selbstzufriedenheit und all diesen Dingen durch. Sie gehen auf diesem Weg entlang, aber er führt nicht in den Himmel; dort steht zwar „Himmel“, aber sie landen in der Hölle. Und viele nehmen diesen Weg.

Aber in Vers 14 gibt es auch diese sehr kleine, enge Pforte, die zum ewigen Leben führt, aber – und jetzt passt gut auf – „Wenige sind es, die ihn [den Weg] finden.“ Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass diese Pforte und dieser Weg schwer zu finden sind. Ich stimme zu, dass sie schwer zu finden ist, besonders heutzutage. Ihr könnt in eine Gemeinde nach der anderen gehen und diese enge Pforte nie finden. Es ist eine sehr enge Pforte.

Wenn ihr Kapitel 13 des Lukasevangeliums aufschlagt, werdet ihr einige weitere Elemente derselben Lehre finden. Lukas 13,23 ist überaus wichtig. Jemand sagte zu Jesus, als er auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf zog: „Herr, sind es wenige, die errettet werden?“ Das war es, was die Lehre Jesu implizierte, dass es sich um eine enge Pforte handle, die schwer zu finden ist, und deshalb folgt die Frage, ob Jesus hier sagen will, dass nur wenige errettet werden. „Er aber sprach zu ihnen: ‚Agoniz ... agonizomai‘, ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können.“ Sie ist schwer zu finden und es ist schwer, hineinzugehen. Warum? Warum ist sie so schwer zu finden und warum ist es so schwer, hineinzugehen? Die Antwort lautet, weil es so schwer ist, uns selbst zu verleugnen, so schwer … das ist die Realität des menschlichen Gefallenseins, dass der Mensch der Herr seiner eigenen Seele ist, der Kapitän seines eigenen Glaubens, der Monarch seiner eigenen Welt, dass der Mensch König ist, und zu sagen, er müsse sein Leben, wie er es kennt, aufgeben und sich verleugnen, ist schwer zu verdauen. Wenn ihr ein Evangelium predigt, dass das nicht beinhaltet, werden die Menschen zu euch strömen, damit sie aus der Hölle hinaus und in den Himmel hinein kommen. Wenn ihr anfangt, das wahre Evangelium zu predigen, verlangt das völlige und absolute Selbstverleugnung, die Erkenntnis, dass ihr nichts habt, dessen ihr würdig seid, nichts, wofür ihr Lob verdient und nichts in euch, das gerettet werden muss. Statt dessen müsst ihr bereit seid, alles aufzugeben, was ihr seid und habt, eure Träume, Hoffnungen und Ambitionen, um der Perle willen, um Christi willen, und ihr kommt zu ihm zu Gottes Bedingungen. Das ist nicht einfach. Erstens ist es schwer, diese Wahrheit zu finden und es ist noch schwerer, wenn ihr sie einmal gehört habt, sich ihr unterzuordnen, weil der Mensch sich selbst anbetet. Er ist sein eigener Gott.

Wir dürfen den Menschen nicht erzählen, dass sich ihr Selbstwertgefühl bessern wird, wenn sie Christus annehmen, dass Jesus all ihre Bedürfnisse erfüllen möchte. Jesus möchte nicht all eure Bedürfnisse erfüllen, eure weltlichen, irdischen, menschlichen Bedürfnisse. Er will, dass ihr bereitwillig sagt: „Ich werde alle Dinge, die ich in meinen Augen brauche, um Christi willen aufgeben.“

Ein wenig später in Kapitel 14 des Lukasevangeliums, sagt Jesus in Vers 28: „Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung, damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: ‚Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte es nicht vollenden.‘“ Wenn ihr euch zu Christus bekennen wollt, müsst ihr euch über den Preis bewusst sein. Ihr müsst euch bewusst sein, was euch das kosten wird, bevor ihr so tut, als würdet ihr zu Christus kommen, so tut, als würdet ihr Christus folgen … habt ihr die Kosten überschlagen? Versteht ihr, dass das einen Preis erfordert? Wir kennen den Preis, der wurde gerade in Versen 26 und 27 genannt, die ich euch vorhin vorgelesen haben – falls nötig die eigenen Eltern zu hassen, das eigene Leben zu hassen, das eigene Kreuz zu tragen, Jesus nachzufolgen, das ist der Preis. Es darf nichts auf der Welt, nichts in den menschlichen Gefilden geben, das euch so kostbar ist, dass ihr nicht bereit wärt, es für Christus zu opfern. Vers 31: „Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande ist, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen.“ Wenn ihr den Feind nicht besiegen könnt, müsst ihr Frieden mit ihm schließen oder andernfalls dafür sorgen, dass ihr genügend Truppen habt, damit ihr die Schlacht gewinnen könnt. Mit anderen Worten sagt Jesus: „Kommt nur dann zu mir, wenn ihr den Preis akzeptiert habt.“ Und der Preis ist Selbstverleugnung, Selbstkreuzigung und Unterordnung.

In Vers 33 bringt er es auf den Punkt: „So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“ Er sagt also quasi: „Nicht weniger als das erwarte ich von euch.“ Jesus sagte: „Ihr müsst bereit sein, alles aufzugeben.“ Ihr werdet nicht dadurch errettet, dass ihr all eure irdischen Güter abschafft, aber ihr müsst bereit sein, alles aufzugeben. So ergeben müsst ihr der Sache Christi sein. Ihr werdet all eure weltlichen Sehnsüchte verleugnen, ihr werdet das Recht auf Leben verleugnen und, falls nötig, euer Leben für Jesus Christus hingeben. Und ihr werdet euch seinem Willen unterordnen, alles befolgen, was er verlangt – ob er nun sagt, ihr müsst diese Dinge aufgeben oder ihr dürft sie behalten, das ist ihm überlassen.

Und dann erzählte Jesus diese beiden Gleichnisse in Matthäus 13, 44-46. Er sagt, ein Mann habe einen verborgenen Schatz in einem Acker gefunden, erkannte den Wert des Schatzes und verkaufte alles für diesen Schatz. Dann sagt Jesus, es gab eine kostbare Perle, die von einem Mann gefunden wurde, der dann alles verkaufte, um die Perle zu kaufen. Der Kern der Errettung liegt darin, alles zu verkaufen. Es ist das „ich gebe alles auf“, ich verleugne mich selbst, ich biete mein Leben dar, sowohl im Tod, falls erforderlich, als auch im Gehorsam im Leben. Das ist die Botschaft des Evangeliums. Wenn ihr also auszieht, um das Evangelium zu verkündigen, ist es das, was ihr sagen müsst.

Ihr sagt jetzt: „Aber das werden die Menschen nicht schlucken.“ Einen Moment Mal. Natürlich werden die Menschen das nicht schlucken, wenn der Geist Gottes nicht in ihrem Herzen wirkt, nicht wahr? Sofern der Geist Gottes sie nicht überführt und ihr totes Herz belebt und Glauben erzeugt – wenn er das tut, ist das die einzig wahre Botschaft, die, in Verbindung mit dem Werk des Geistes, wahre Errettung hervorbringen wird. Erfindet das Evangelium nicht neu nach eurem Gutdünken. Das geschieht heutzutage häufig. Wenn irgendjemand mir nachfolgen will, irgendjemand – offene Einladung -, wenn irgendjemand kommen will, will irgendjemand hier mir nachfolgen? Nun, ihr müsst an Jesus glauben. Ihr müsst ihn als Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, und den Herrn und Erretter bekennen. Dann müsst ihr bereit sein, eine Spaltung eurer Familie, eurer Ehe, der Welt zu akzeptieren, die euch das Leben kosten könnte, einen Bruch mit euren eigenen Ambitionen, und ihr müsst bereit sein, euer ganzes Leben der Nachfolge Christi unterzuordnen, um zu tun, was auch immer er verlangt. Jesus sagt, es ist nicht derjenige, der sagt „‚ Herr, Herr‘[…], sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut“ und es ist der Wille meines Vaters, dass ihr euch dem Sohn unterordnet.

Das ist das Evangelium. Es ist das Evangelium der Selbstverleugnung. Es ist das Evangelium der Aufopferung und Unterordnung. Verleugnet euch selbst, nehmt euer Kreuz auf jeden Tag, riskiert euer Leben für Christus und folgt ihm in dem Sinne nach, dass ihr tut, was er von euch verlangt.

Wenn ihr weniger als das als die Bedingungen des Evangeliums anführt, könnte jemand getäuscht werden, nicht wahr? Ihr sagt: „Aber was ist, wenn sie nicht darauf reagieren?“ Darum geht es nicht. Es liegt in der Macht Gottes, das zu entscheiden. Ihr seid für die Unverfälschtheit des Evangeliums verantwortlich.

Nun, nächstes Mal werden wird uns mit den Elementen des Grundsatzes in Vers 23 befassen - Selbstverleugnung, das Kreuz aufnehmen, und Jesus nachfolgen. Ich wünschte, ich könnte all das in einer einzigen Botschaft abhandeln, aber das kann ich nicht und ich kann das Material nicht kürzen, weil es zu wichtig ist und zu relevant für die Kernbotschaft des Evangeliums. Aber ich denke, ihr wisst inzwischen, wie wichtig das ist, wie häufig das in der Lehre Jesus vorkommt, und wenn wir uns nächstes Mal mit diesen Elementen befassen und vom Grundsatz zum Paradoxon gehen, werdet ihr deutlich sehen, wo eure eigene Verantwortung im Hinblick auf die Nachfolge Jesu liegt und in der Verkündung der Botschaft an Andere. Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.



[1] Zitate aus John MacArthur. Durch die enge Pforte. Kapitel 1. Leseprobe auf www.betanien.de

[2] Zitat aus John MacArthur. Durch die enge Pforte. Kapitel 1. Leseprobe auf www.betanien.de