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Die notwendigen Elemente errettenden Glaubens (German)

Lukas 9:23 November 10, 2002 de42-120

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Unser Text für heute früh befindet sich in Lukas 9. Wir kehren zu einem Abschnitt zurück, den ich als „Paradoxon der Jüngerschaft“ bezeichnet habe – das Paradoxon der Jüngerschaft befindet sich in Kapitel 9, Verse 23-27. Ich möchte euch das vorlesen, damit ihr die Verse im Hinterkopf habt.

Lukas 9, Vers 23: „Er sprach aber zu allen: ‚Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.‘ Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.“

1988 wurde eines meiner Bücher mit dem Titel Lampen ohne Öl veröffentlicht. Diese Woche habe ich es wieder aus dem Regal geholt und gelesen. Ich lese meine eigenen Bücher nicht sehr oft, aber ich wollte mich noch einmal mit allem vertraut machen, was ich vor so vielen Jahren geschrieben hatte, weil ich mich über den Text informieren wollte, über den ich diese Woche spreche, und gewiss auch noch nächste Woche.

Lampen ohne Öl war ein Buch, von dem der Verlag annahm, es würde nur geringe Auswirkungen haben. Ich erinnere mich noch, dass der Verleger sagte, seiner Einschätzung nach würden sie ca. 25.000 Exemplare im ersten Jahr verkaufen. Aber sie verkauften 300.000. Warum ist das geschehen? Gab es irgendeinen großartigen Marketingplan? Es gab keinerlei Marketingplan. Aber dieses Buch hatte es auf die Lektüreliste von Menschen geschafft, die einen gewissen Aspekt, der quasi auf dem Radar des Evangelikalismus unsichtbar geblieben war, nie zuvor wirklich begriffen hatten. Und das Buch brachte diesen Aspekt an die Oberfläche und wurde so explosiv, dass es wie eine Bombe einschlug. Die einfache Wahrheit dieses Buchs, das in überarbeiteter Fassung immer noch gedruckt wird, besagt, dass Errettung und Jüngerschaft dasselbe sind, dass die Nachfolge Jesu und die Errettung dasselbe sind. Oder, um es in den Worten unseres Textes in Vers 23 zu sagen: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Das ist keine Einladung zu einer Art höherem christlichen Leben. Das ist eine Einladung zur Errettung. Das war die einfache Wahrheit des Buchs. Die Wahrheit war unter der vorherrschenden evangelikalen Sicht der Evangelisation so verschleiert und so verborgen, dass die Menschen, als ich das Buch schrieb, es für einen Skandal hielten, zu sagen, man müsse sich selbst verleugnen, um errettet zu werden, man müsse sein Kreuz aufnehmen und Christus gehorsam sein, denn der vorherrschende Gedanken bei den meisten Evangelikalen in Amerika, die von vielen prominenten theologischen Hochschulen und Bibelschulen und damit von vielen Kanzeln verkündet wird, ist, dass der Glaube an Jesus reicht, um errettet zu werden, und irgendwann später muss man ihm dann sein Leben übergeben und ihm wirklich gehorsam sein. Aber das hat gewiss nichts mit der Errettung zu tun.

Als ich als Kind verschiedene Redner hörte und bei diversen Ferienlagern und später Konferenzen war, war es ziemlich üblich, zu sagen: „Jesus mag zwar dein Erretter sein, aber ist er auch dein Herr? Meinst du nicht, es ist an der Zeit, ihn als deinen Herrn anzunehmen? Vielleicht solltest du langsam Ernst machen und ihm gehorsam sein.“

Vor etlichen Jahren sprach ich bei der Founders Week des Moody Bible Instituts. Damals war diese Kontroverse gerade sehr lebendig und ich hatte fünf Vorträge am Vormittag zu halten. Ich sprach über die wahre Einladung zur Errettung, welche Jüngerschaft, Gehorsam, Nachfolge Christi und all diese Dinge beinhaltete. Und es gab noch einen Redner, der in jener Woche auch fünf Vorträge hielt und das Gegenteil behauptete. Das machte die Woche sehr interessant. Aber in diesem Fall war er ein Vertreter der Schule, die meinte, man könnte einfach „Jesus, ich will nicht in die Hölle kommen, bitte vergib mir meine Sünden und bewahre mich vor der Hölle“ sagen und ihn irgendwann später im Leben als Herrn bekennen. Und wenn man nur das Erste täte, wäre man zwar im Reich Gottes, bekäme aber die tollen Dinge nicht. Wenn man das Zweite täte, wäre man im Reich Gottes und würde es erben. Eine Sache, die er während dieser Woche sagte, werde ich nie vergessen. Er sagte: „Ihr jungen Leute, macht euch zu diesem Zeitpunkt in eurem Leben keine Gedanke über die zweite Stufe, ihn als euren Herrn zu bekennen; das kann warten, bis ihr ungefähr Ende dreißig seid.“

Das ist auch heute noch ein Thema. Ich musste noch eine Fortsetzung zu diesem Buch mit seiner einfachen Botschaft schreiben, um zu zeigen, dass es [gemäß dem englischen Originaltitel The Gospel According to Jesus] nicht nur das Evangelium nach Jesus [Lampen ohne Öl] ist, sondern auch das Evangelium nach den Aposteln [The Gospel According to the Apostels]. Also schrieb ich dieses zweite Buch. Die einfache Botschaft lautet, dass Errettung und Jüngerschaft dasselbe sind und dass Jesus jedes Mal sagte: „Wenn ihr mir nachfolgen wollt, müsst ihr die Folgen bedenken, müsst ihr euer Kreuz aufnehmen, müsst ihr euch selbst verleugnen, müsst ihr mir gehorsam sein, mir folgen, mein Wort halten.“ Er rief nicht Menschen, die bereits Christen waren, auf eine höhere Stufe, sondern Menschen, die keine Christen waren, zur Errettung auf. Das Evangelium, das Jesus verkündete, war ein Aufruf, ihm als Herrn zu folgen. Es war ein Aufruf, ihm in demütigen Gehorsam zu folgen. Es war weitaus mehr als eine Brandschutzversicherung, weitaus mehr als ein Appell zu beten oder ein Appell an jemanden, die Hand zu erheben oder nach vorne zu kommen oder eine Karte zu unterschreiben oder ein Appell an jemanden, irgendeine Zeremonie zu durchlaufen, um sich von Gottes ewigem Zorn zu befreien. Und während das Evangelium von Jesus das Angebot der Vergebung aller Sünden war und ist, und die Verheißung des ewigen Lebens, ist es gleichzeitig ein Aufruf zur Selbstverleugnung, zum Aufnehmen des Kreuzes, zur Nachfolge Christi, und nur das ist eine wahre Einladung. Damit dann, wenn das wahre Evangelium präsentiert wird, diese einen inhärenten Tadel der Oberflächlichkeit, einen Tadel der äußerlichen heuchlerischen Reaktionen enthält.

Wenn ihr weitere Details braucht, könnt ihr diese beiden Bücher lesen. Die Quintessenz des Evangeliums, wie Jesus es predigte, wie die Apostel es predigten, ist, dass Gott jenen, deren Glaube nicht oberflächlich ist, sondern tief gehend, wie durch Selbstverleugnung, die Aufnahme des Kreuzes und Unterordnung demonstriert, die Vergebung von Sünden und ewiges Leben anbietet.

Es hat diese Bewegung im Evangelikalismus gegeben und es gibt sie immer noch. Ich glaube, das Buch hatte eine gewisse Wirkung und hat vielen Menschen geholfen, die durch diese Bewegung verwirrt waren, aber es gibt diese Bewegung noch immer.

Sie trennt Errettung und Gehorsam voneinander, sie trennt Jesus als Heiland und Jesus als Herrn voneinander, sie trennt Glaube und Gehorsam voneinander, sie trennt Rechtfertigung von Heiligung. Es ist eine unzusammenhängende, abgekoppelte Art der Akzentuierung und es ist eine tragisch unbiblische Unterscheidung. Es ist sogar ein Evangeliumsskandal, ein Evangeliumsskandal. Sündern wird gesagt, wenn sie errettet werden und in den Himmel kommen wollen, müssen sie lediglich Jesus Christus akzeptieren, die Tatsache akzeptieren, dass er für sie gestorben ist. Sie müssen ihr Herz lediglich Jesus übergeben, ihn einladen … das sind übrigens übliche und unbiblische Ausdrücke, passend gemacht für ein verwässertes Evangelium. Es wird kaum jemals etwas darüber gesagt, wie sie sich selber sehen müssen.

Jene Menschen, die diese Position befürworten, lassen die evangelistische Absicht von fast jeder aufgezeichneten Einladung, die Jesus jemals aussprach, außer Acht. Sie machen aus Jesus einen tiefgründigeren oder höheren Lebenslehrer, jemand, der zu bereits erretteten Menschen sagt: „Ihr müsst herkommen und Jünger sein, ihr müsst herkommen und Ernst machen, ihr müsst anfangen, gehorsam zu sein, ihr müsst anfangen, euch selbst zu verleugnen.“ Das ist die zweite Stufe der Erfahrung als Erretteter. Sie halten alles, was Jesus sagte, wie zum Beispiel „Folgt mir, nehmt euer Kreuz auf, seid mir gehorsam, haltet mein Wort, befolgt meine Gebote und liebt mich und liebt einander“ für etwas, das nicht an jene gerichtet ist, die begreifen müssen, dass das die Einstellung eines Menschen ist, der zur Errettung kommt; sie machen es vielmehr zur Einstellung eines Menschen, der bereits Christ ist und sich auf eine zweite Stufe begibt.

Dadurch wird Jesus dann statt eines Evangelisten, der das Evangelium verkündigt, zu einem tiefschürfenden Lebenslehrer, zu einer Art Keswick-Redner, der die Menschen auf eine andere Ebene von Spiritualität erheben will. Keine andere Unterscheidung als diese Unterscheidung zwischen Errettung und Jüngerschaft, diese Unterscheidung, die das zu zwei verschiedenen Dingen macht, hat mehr dazu beigetragen, die Autorität und Präzision der evangelistischen Botschaft Jesu zu untergraben. Alles, was sich auf diese Seite schlägt, beraubt Jesus der evangelistischen Absicht seiner Aussagen. Und das ist keine Kleinigkeit. Wenn Jesus sagt „Ich bin gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren war“, dann sollten wir sichergehen, dass wir wissen, was er im Sinn hatte, als er diese Worte sprach. Er sagte nicht „Ich bin gekommen, um jene zu erheben, die bereits errettet wurden“, sondern „Ich bin gekommen, um zu erretten, was verloren ist“. Ich möchte Jesus nicht wirklich neu erfinden und ich glaube, es erfordert sehr viel Dreistigkeit, das zu tun.

Jim Boice, ein geschätzter Freund, der jetzt beim Herrn ist - ein großer Verlust für uns alle -, schrieb ein Buch mit dem Titel Christ’s Call to Discipleship [~ Christi Aufruf zur Jüngerschaft]. Er schrieb auch das Vorwort für Lampen ohne Öl, eins von zwei Vorworten in diesem Buch, weil er definitiv zu denen gehörte, die das Wort Gottes korrekt verstanden und bereit war, es zu schreiben. Aber er schrieb ein Buch mit dem Titel Christ’s Call to Discipleship und ein Absatz ist es wert, zitiert zu werden.

Er sagte: „Diese Zusammenhanglosigkeit zwischen Errettung und Jüngerschaft ist ein häufiger Fehler, das ist ein häufiger Fehler in Zeiten des Wohlstandes. In schweren Zeiten, besonders bei Verfolgungen, überschlagen diejenigen, die dabei sind, Christen zu werden, die Kosten der Jüngerschaft sorgfältig, bevor sie das Kreuz des Nazareners aufnehmen.“

Damit hat er völlig recht. Nun, hier werde ich einen Moment innehalten. Damit hat er völlig recht. Wenn es Notlagen und Verfolgung gibt, gibt es diesen fehlenden Zusammenhang nicht, denn es reicht schon, öffentlich zu bekennen, dass Jesus euer Heiland ist, um dafür ins Gefängnis geworfen zu werden. In solchen Zeiten müsst ihr also bereit sein, einen Preis zu zahlen, ggf. sogar euer Leben zu opfern, wenn ihr das sagt. Er hat also recht.

Er sagt: „In solchen Zeiten ziehen Prediger Menschen nicht mit falschen Verheißungen eines einfachen Lebens in ihren Bann oder mit Nachsicht gegenüber Sünden. Aber in guten Zeiten scheint der Preis nicht so hoch zu sein und die Menschen nehmen den Namen Christi an, ohne die radikale Verwandlung ihres Lebens zu durchlaufen, die eine wahre Bekehrung impliziert.“

Was ich also sagen möchte, ist, dass solche eine Ansicht nur in Amerika oder einem anderen wohlhabenden Land möglich ist, einem anderen Land, das nachsichtig im Hinblick auf Verfolgung und Hinrichtung von Gläubigen ist. Der Ruf zur Errettung ist der Ruf zur Nachfolge Christi. Er ist ein Aufruf, Christus mit so absoluter Hingabe zu folgen, dass ihr euch selbst verleugnet und euer Kreuz aufnehmt und gehorsam seid. Das bedeutet es, errettet zu werden. Alles, was weniger beinhaltet, ist kein rettender Glaube.

Als Jesus den Missionsbefehl erteilte, sagte er: „So geht nun hin und macht zu“, …was?..., „Jüngern …“ Das ist es, was wir tun. Ein Jünger ist ein Gläubiger, ein Christ. Und wenn in der Apostelgeschichte „Jünger“ für Gläubige benutzt wird, wie in Apostelgeschichte 6,1-2, Apostelgeschichte 11,26; 14,20 und 22 sowie Apostelgeschichte 15,10, ist das nur ein anderes Wort für „Gläubige“. Wenn Jesus also jemanden auffordert, ein Jünger zu sein, fordert er sie auf, ein Christ zu werden, ein Nachfolger. Wahre Gläubige sind jene, die zu Christus gekommen sind, um ihm nachzufolgen. Erinnert ihr euch an Lukas 14 vom letzten Mal? Da gab es jene, die die Kosten überschlagen haben, um einen Turm zu bauen und sich dann daran machten, diesen zu bauen, nachdem sie die Kosten kannten. Sie sind nicht oberflächlich wie der felsige Boden, auf den das Samenkorn fällt, eine emotionale Reaktion hervorruft, die jedoch oberflächlich ist, sodass, wenn Druck und Probleme und Verfolgung kommen, die Pflanze abstirbt, weil sie keine echten Wurzeln hat. Sie sind nicht wie der von Unkraut überwucherte Boden, auf dem die Liebe zu irdischen Dingen und Reichtümern immer noch das Herz beherrscht und das Samenkorn zwar eindringt und vorübergehend wächst, doch das alte Leben nie abgelegt wurde. Und deshalb wird nie eine Frucht hervorgebracht, die Pflanze verwelkt und stirbt. Wahre Errettung, der wirklich gute Boden, kommt, wenn jemand versteht, dass er in dem Moment, in dem er Jesus bittet, ihn vor der Hölle zu retten, seine Sünden zu vergeben und ihm ewiges Leben zu schenken, gleichzeitig alles seiner Herrschaft unterwirft.

John Stott schrieb vor Jahren in seinem Buch Der christliche Glaube: Eine Einführung: „Die Landschaft des Christentums ist übersät mit verlassenen Trümmern halb fertiger Türme - den Ruinen derer, die mit dem Bau begannen, aber nicht damit fertig wurden. Denn immer noch überhören Tausende die Warnung Christi und unternehmen es, ihm zu folgen, ohne vorher in Ruhe die Kosten zu überdenken. Die Folge davon ist die große Schande der heutigen Christenheit, das sogenannte Namens-Christentum. In Ländern mit christlicher Zivilisation haben sich große Scharen mit einer ehrbaren, aber dünnen Firnisschicht von Christentum überziehen lassen. Es gefiel ihnen, sich ein wenig damit abzugeben, genug, um als anständig zu gelten, aber zu wenig, um in Schwierigkeiten zu geraten. Ihre Religion ist erhaben, sanft und bequem. Sie schützt sie vor den harten Unannehmlichkeiten des Lebens, weil sie sich stets so verändern lässt, dass sie dem Gewissen keinen Kummer macht. Kein Wunder, dass Zyniker von kirchlicher Heuchelei sprechen und die Religion als Wirklichkeitsfluch verwerfen.“[1]

Und auch hier sagt er das Gleiche, was Boice sagte. Die westliche Zivilisation mit ihrem ausgeprägten Niveau an Bequemlichkeit ist der perfekte Platz für Namens-Christentum. In Osteuropa habe ich das nie gesehen. Unter kommunistischer Unterdrückung würde man das nicht finden, denn ein Christ jeglicher Art zu sein würde einen das Leben kosten, sodass niemand ein oberflächlicher, halbherziger Christ wäre, denn die Konsequenzen wären dieselben wie für einen echten Christen, man würde sein Leben verlieren. Deshalb nehmen nur diejenigen, die bereit sind, das zu tun, das Evangelium an.

Der Ruf zur Errettung ist also ein Aufruf zum vollen Bekenntnis und voller Hingabe, ohne wissentlich irgendetwas zurückzuhalten.

Und dafür gibt es keinen maßgeblicheren Text als diesen hier und den anderen, die diesem ähnlich sind, und als es von den Lippen des Herrn Jesus Christus selbst zu hören.

Wir müssen begreifen, worum es hier geht. Das ist eine Einladung zur Errettung. Wollt ihr wissen, wie man vor Leuten Zeugnis ablegt? Wie man das Evangelium kommuniziert? Hier steht’s, hier steht, wie Jesus das getan hat. Und ehrlich gesagt schlägt das wie eine Bombe ein – es ist eine explosive Methode der Evangelisation. Und so wurde mein Buch im Prinzip beschrieben; es wurde als Bombe beschrieben, die 1988 einschlug. Und sie riss ein Loch in das evangelikale Revier und enthüllte unter der Oberfläche die schreckliche, schreckliche Schwäche des Evangeliums, das gepredigt wurde.

Nun, ich sage das nur ungern, aber es ist zurück. Diese Leichtgläubigkeit ist heute zurückgekehrt. Heutzutage findet sich dieselbe Art der billigen Evangelisation. Es ist sogar schlimmer geworden, man muss nicht einmal an Jesus glauben und kommt in den Himmel, wenn man nur denkt, dass es dort oben einen Gott gibt, der die Dinge gemacht hat; und man muss keinesfalls Jesus als Herrn bekennen. Aber das sind nicht die Konditionen, die Gott oder Jesus vorgeben. Jesus kam als der prototypische göttliche Evangelist. Er hat uns ein Vorbild für die Evangelisation gegeben. Und wenn ihr evangelisiert, bringt ihr jemanden zu der Erkenntnis, dass man, um errettet zu werden, Christus zu folgen und ein wahrer Jünger, ein Christ, zu sein, die folgenden drei Dinge tun muss: Ihr müsst euch selbst verleugnen, euer Kreuz aufnehmen und ihm nachfolgen. Das ist die harte Botschaft der Evangelisation.

Ihr sagt jetzt: „Nun, es ist unwahrscheinlich, dass die Menschen das schlucken werden.“ Wenn sie das nicht tun, können sie nicht errettet werden. Wir können die Bedingungen nicht ändern, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Lasst uns also zu unserem Text zurückkehren und zu dem Grundsatz, um einfach den Grundsatz zu formulieren, damit wir hier quasi eine Grundlage schaffen. Zurück zu Vers 23. Jesus sprach zu ihnen allen, zu den 12 Aposteln, und auch zu den anderen Anhängern in der Menschenmenge, die bei ihm waren. Ihr müsst diese sehr grundlegende, fundamentale Wahrheit begreifen, die er zu ihnen sprach: „Wenn jemand mir nachkommen will ...“ Lasst uns hier einen Moment innehalten.

„Wenn jemand mir nachkommen will“ ist eine Einladung zum Evangelium. Wenn ihr meine wahren Anhänger sein wollt, wenn ihr wahrhaftig sein wollt, dann verlange ich Folgendes: „So verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Hier geht es nicht darum, dass eure Bedürfnisse gestillt werden. Hier geht es nicht darum, das zu bekommen, was ihr wollt. Hier geht es darum, zu all euren Bedürfnissen, Wünschen, Hoffnungen, Ambitionen, Träumen und Plänen nein zu sagen. Hier geht es darum, die von Jesus anzunehmen. Hier geht es nicht um Befriedigung, sondern um Opfer.

Hier herrscht ein gewisses Maß an Verzweiflung. Ihr sagt jetzt: „Nun, die Menschen werden sich schwer tun, das zu schlucken.“ Natürlich, aber wer hat je behauptet, die Errettung sei leicht oder sogar möglich ohne die Hilfe des Heiligen Geistes? Aber es gibt dennoch drei Elemente in diesem ersten Grundsatz. Lasst sie uns nacheinander betrachten. Sie werden uns dabei helfen, mehr zu verstehen, wenn wir jedes nacheinander betrachten.

Die ersten drei Elemente in diesem großartigen Grundsatz; es gibt drei Elemente dieses Konstrukts errettenden Glaubens. Es setzt voraus, dass Jesus der Herr ist und Christus und Gott und der Erretter. Ihr wollt also Jesus nachfolgen? Ihr wollt ihm nachfolgen? Ihr seid gläubig, ihr sagt: „Ja, er ist Herr, ja, er ist gestorben, ja, er ist auferstanden.“ Ihr wollt mir also nachfolgen? Als Erstes erfordert das Selbstverleugnung, arnesastho, ein starker Ausdruck, der buchstäblich bedeutet, mit etwas nichts mehr zu tun haben wollen. Ihr müsst euch selbst ablehnen, nichts mehr mit euch zu tun haben wollen. Das Wort wird verwendet, um zu beschreiben, dass man sich weigert, mit jemandem etwas zu tun zu haben. Ihr müsst euch weigern, mit euch selbst etwas zu tun zu haben. Ziemlich extrem. Es wird verwendet, um die Gesellschaft von jemandem abzulehnen, dessen Gesellschaft ihr buchstäblich nicht wollt, sodass ihr vor Christus kommt und das Erste, was ihr sagt, ist: „Ich kann es nicht länger ertragen, mit mir selbst assoziiert zu sein. Ich habe mit mir abgeschlossen. Ich will nichts mehr mit meinem eigenen Leben zu tun haben.“ So tief geht das. Es ist nicht: „Ich mag mein Leben und ich mag meine Welt und mag die Richtung, in die ich gehe, aber könntest du mir helfen, Jesus, ein bisschen schneller nach oben zu kommen?“ Darum geht es nicht.

Es geht um „Ich hab genug von dem, was ich bin, mein natürliches, verdorbenes, ohnmächtiges, sündhaftes Ego hängt mir zum Hals raus.“

Es geht darum, mit euch selbst nichts mehr zu tun haben zu wollen. Es geht darum, nie wieder mit euch selbst und der Art, wie ihr seid, assoziiert zu werden. Ich hab’ genug von mir. Ich hänge mir selbst zum Hals raus. Ich will nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich habe alles Erdenkliche versucht, um etwas aus meinem Leben zu machen, und ich kann es nicht, ich bin überwältigt von meinem Versagen, ich bin überwältigt von Enttäuschung, ich bin überwältigt von Leere, ich bin überwältigt von Sündhaftigkeit.

Das ist das Zeug wahrer Bekehrung. Das Herz sieht in sich selbst nur Sünde, nur Ohnmacht, nur Versagen, nur Unwürdigkeit, und strebt danach, errettet zu werden. Und es legt keine Bedingungen fest. Schau, ich bin in einer so verzweifelten Lage, sag mir einfach, was ich tun soll. Das Ich wird total abgelegt. Ihr gebt all eure Abhängigkeit von euch selbst auf, all euer Vertrauen auf euch selbst, alle Zuversicht in das, was ihr von Natur aus seid. Ihr gebt absolut alles auf. Das ist wie der Mann, der die kostbare Perle kauft; er verkaufte alles, um die Perle zu kaufen, und die Perle ist Christus. Und der Mann, der den kostbaren Schatz im Feld kaufte, verkaufte alles, um diesen Schatz zu kaufen, er gab buchstäblich alles auf, was er war, alles, was er angehäuft hatte, weil Christus ihm so kostbar war. Es bedeutet eigentlich, ans eigene Ende zu kommen. Das ist der Punkt, an dem Menschen errettet werden, wenn sie wirklich errettet werden, wenn sie zu diesem glasklaren Verständnis ihrer geistlichen Verzweiflung kommen.

Ich werde euch das anhand von Philipper Kapitel 3 illustrieren. Schlagt einmal Philipper Kapitel 3 auf. Das ist einfach eine klassische Illustration dessen, worüber wir hier reden, dieser Selbstverleugnung. Der Apostel Paulus ist die Illustration und hier seht ihr einen Bericht seiner Bekehrung im Inneren; die äußerlichen Ereignisse findet ihr in Apostelgeschichte 9, das ist der Zwischenfall auf der Straße nach Damaskus. Aber hier sehen wir, was im Inneren von Paulus vor sich ging. Das ist das Werk, das Gott in seinem Leben vollbracht hatte und es ist eine sehr gute Illustration, wie man ans eigene Ende kommt.

In Vers 4 sagt er in der zweiten Vershälfte: „Wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr.“ Wenn ihr über Errungenschaften reden wollt, wenn ihr über Leistungen reden wollt, dann schaut … dann bin ich der Klassenprimus, ich habe mehr erreicht als jeder andere. Zu jener Zeit war er zwischen 30 und 40 und hatte sein ganzes Leben damit verbracht, diese Errungenschaften anzuhäufen. Beschnitten am achten Tag, wie im Alten Testament vorgeschrieben, war er aus dem Geschlecht Israel. Er hatte das richtige Ritual durchlaufen und gehörte dem richtigen Volk an. Er gehörte zum Stamm Benjamin. Er gehörte einem Stamm mit großen Privilegien, einem sehr erhabenen Stamm an. Er war ein Hebräer von Hebräern, was einfach bedeutet, er war koscher. Er hielt sich an alle Traditionen, bis ins kleinste Detail. Im Hinblick auf das Gesetz war seine Leidenschaft und Hingabe so extrem wie bei keinem anderen in Israel. Er war ein Pharisäer. Das waren die Legalisten. Sie waren die Extremisten. Und er ging so weit, wie das nur möglich war. Was seinen Eifer anging, den Eifer für seine Religion, war er so eifrig auf die Reinheit und den Schutz des Judaismus bedacht, dass er ein Verfolger der Gemeinde war, die er als einen Angriff auf die Wahrheit betrachtete, als einen Angriff auf Gott, als einen Angriff auf das Alte Testament. Und seine Leidenschaft war so inbrünstig, dass er sich, falls ihr euch erinnert, buchstäblich Papiere besorgt, damit er reisen und Christen vernichten und sie ins Gefängnis werfen konnte. Im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz war er nach außen hin untadelig. Das ist ein Mann, der all diese persönlichen Errungenschaften angehäuft hatte. Das ist im Verlauf seines ganzen Lebens geschehen. Er hat sein Leben damit verbracht, diesen Höhepunkt religiösen Eifers, der Moral, zu erreichen. Und er kommt zu Christus.

Welchen Ansatz wird er verfolgen? Ich bin ein guter Mensch, ich bin so gut, wie es nur möglich ist? Ich bin der Wahrheit der Schrift so ergeben, wie ein Mensch es nur sein kann? Ich bin so penibel im Studium der Schrift, wie ein Mensch es nur sein kann? Ich bin dem Schutz der Schrift so ergeben, wie ein Mensch es nur sein kann? Ich habe alles getan? Ich bin meinen Verpflichtungen nachgekommen? Ich war peinlich genau bis ins kleinste Detail? Und jetzt ist er Christus auf der Straße nach Damaskus begegnet, er versteht das Evangelium und sagt sofort in Vers 7: „Aber was mir Gewinn war“, alles, was unter seinen Aktiva aufgeführt war, was als Gewinn betrachtet wurde, was er in seinem Leben erreicht hatte, „das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet.“ Diese Dinge verschoben sich und wurden statt Aktiva zu Passiva. Sie waren nicht neutral. Sie waren nicht eingeschränkt. Sie waren ein Verlust. Im nächsten Vers versteht ihr das Ausmaß ihres Verlustes: „Ich achte alles für Schaden“, hier ist die Selbstverleugnung. Es ist mir egal, was es ist, es hilft nichts, es trägt nichts dazu bei, es fügt nichts hinzu, man muss einfach sein ganzes Leben betrachten, egal wie religiös, wie eifrig, wie sehr man sich an die Traditionen der Vorväter gehalten hat, egal, wie penibel man war, man nimmt alles unter die Lupe und sagt, es ist ein Verlust, ein Schaden, alles, alles in mir ist ein Verlust. Warum? In Römer 7,18 lesen wir: „In meinem Fleisch [wohnt]“, …was?... „nichts Gutes.“

Und man kann sogar noch weiter gehen. Er sagt: „Es ist alles Schaden“, und am Ende von Vers 8 sagt er: „Ich achte es für …“, und das griechische Wort, das er dafür verwendet, ist skubalon, Kot, das krasseste Wort, was er finden konnte. Das ist es. Hier ist ein Mann, der Selbstverleugnung versteht. Und an diesem Punkt auf seiner Liste hat er noch nicht einmal geleugnet, dass er die Sünde liebt und Bosheit und all das, er tut das nicht nur, er wendet sich von der schlimmsten Sünde seines Lebens ab, die in Selbstgerechtigkeit bestand. Selbst das war für ihn Unrat, Müll.

Als ich Christus sah, habe ich alles aufgegeben, das Paulus war … alles. Und das ist der einzige Weg, auf dem man jemals zu Christus kommen kann. Für euch ist es vielleicht nicht Religion und Selbstgerechtigkeit, sondern vielleicht jämmerliche Unmoral, Betrug, was auch immer, Lügen, Stehlen oder andere Formen der Korruption. Vielleicht seid ihr einfach innerlich erfüllt von euren eigenen Versprechen und Schwüren, gewisse Dinge zu erreichen, um ein gewisses Maß an Selbstachtung zu erreichen, oder was es auch sein mag. Ihr kommt zu Christus und das Erste, was ihr erkennen müsst, ist, dass das den Tod eures Egos, eurer Hoffnungen, eurer Träume, eurer Ambitionen und eurer Wünsche bedeutet. Es geht nicht darum, all die kleinen Dinge zu erfüllen, die ihr wollt, darum, dass Jesus als Flaschengeist auf der Bildfläche erscheint und euch drei Wünsche gewährt, sondern es geht um den Tod eures Egos.

Deshalb heißt es in den Seligpreisungen in Matthäus 5, ab Vers 3, wenn ihr in das Reich einziehen wollt, müsst ihr damit beginnen, geistlich arm zu sein. Was ist das? Das ist ein Wort, das bedeutet, geistlich bankrott zu sein. Es ist buchstäblich das Wort für Armut und wird für einen Bettler verwendet. Es bedeutet nicht, dass man wenig hat, sondern, dass man nichts hat, und dass man nichts verdienen kann, dass man mittellos ist. Ihr erkennt also, dass alles, was ihr habt, nichts ist. Wenn ihr alles zusammenrechnet, ist es nichts, es ist Unrat, es ist nichts. Das ist also die grundlegende Tugend. Das ist die grundlegende Tugend des Herzens, welches zur Errettung vor Christus kommt – Bankrott, geistlicher Bankrott, Armut … Verzweiflung, Elend. Damit ihr nicht sagt: „Nun, ich würde Jesus vielleicht gerne als meinen Erretter haben, aber ich weiß nicht, ob ich ihn als meinen Herrn haben will. Ich möchte einige Entscheidungen selbst treffen.“ Darüber seid ihr hinaus. Ihr kommt an den Punkt geistlichen Bankrotts, ihr wurdet durch das Elend eures eigenen Egos gedemütigt. Ihr seid wie der Zöllner in Lukas 18, der sich an die Brust schlägt und sagt: „Oh Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Ihr kommt in geistlicher Armut, ihr kommt sanftmütig. Ihr kommt voller Trauer über eure Sünde, wie es in den Seligpreisungen heißt, ihr kommt hungrig und durstig nach Gerechtigkeit. Ihr gebt keine Bedingungen vor. Ihr kommt in dem Wissen, wie verzweifelt ihr seid und wie verdammt ihr seid.

Und dann versteht ihr, wie kostbar seine Vergebung ist und wie großherzig sein Geschenk des ewigen Lebens ist. Und ihr werdet ihm keine Bedingungen stellen. Aus diesem Kadaver kommt der Honig. Aus diesem Tod kommt das Leben. Wir kommen in der Einstellung aus Psalm 34,19 vor Jesus: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“ Ihr seid am Ende eures eigenen Egos, wenn euer Geist buchstäblich zerschlagen wurde. Man hört nur sehr wenige Predigten, die beabsichtigen, die Menschen zu diesem Punkt zu bringen. In Psalm 51,19 heißt es: „Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.“ Gott sucht nach dem Zerschlagenen und Zerbrochenen. Wonach sucht Gott in Jesaja 66? „Ich aber will den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“

Seht ihr, das ist der Grund, aus dem das Gesetz gegeben wurde, und das ist der Grund, warum die Bergpredigt gehalten wurde. Das Gesetz wurde gegeben, damit es die Menschen zerschlagen möge. Es wurde nicht gegeben als Maßstab, anhand dessen die Menschen errettet werden könnten. Es wurde als Maßstab gegeben, anhand dessen die Menschen ihren geistlichen Bankrott erkennen könnten. Ihr versucht, das Gesetz einzuhalten, ihr könnt es nicht, denn das Gesetz tötet euch, wie Paulus sagt. Deshalb müsst ihr das Gesetz verkünden, wenn ihr das Evangelium verkündet. Ihr müsst den Sünder töten. Er muss tot sein, bevor er lebendig sein kann. Deshalb müssen wir diese Realitäten betonen, wenn wir das Evangelium verkünden, damit wir nicht zu Oberflächlichkeit und noch mehr Namens-Christentum beitragen. Das Gesetz wurde also gegeben, damit es als vernichtender Schlag gegen den Kopf des Sünders fungieren könnte, welcher das Gesetz nicht einhalten kann und deshalb durch das Gesetz verdammt wird. In Galater 3 heißt es, wenn man das Gesetz in einem Gebot verletzt, verstößt man gegen das ganze Gesetz und untersteht dem ewigen Zorn Gottes. Das Gesetz zerschlägt uns.

Aber das ist der Grund, warum die Bergpredigt gehalten wurde, und ich glaube, das ist der Grund, warum der Heilige Geist diese ziemlich am Anfang des Neuen Testaments platzierte. Ihr werdet zur Bergpredigt geführt und was tut die Bergpredigt? Sie gibt euch das Gesetz und erklärt die Tiefe des Gesetzes, dass es also nicht nur darum geht, nicht zu töten, sondern auch darum, nicht zu hassen. Das ist dieselbe Sache. Es geht nicht nur darum, dass ihr keinen Ehebruch begeht, sondern darum, dass ihr das nicht einmal im Herzen tut. Vor Gott ist das dieselbe Sache. Und das Gesetz wird wiederholt und Jesus setzt die Leute dem Gesetz aus und sagt: „Ihr haltet das Gesetz nicht nur oberflächlich nicht ein, sondern ganz gewiss auch nicht auf einer tieferen Ebene. Ihr seid des Verstoßes gegen das Gesetz Gottes schuldig.“ Deshalb sagen wir, man versteht das Evangelium nicht einmal, bis man das Gesetz verstanden hat. Deshalb kann Predigen nicht irgendeine Marketingstrategie sein, um den Leuten Honig ums Maul zu schmieren, bis sie sich entscheiden, Jesus anzunehmen. Das Gesetz ist eine zerschmetternde, verheerende Erfahrung, in der der Sünder, welcher vor das Gesetz gebracht wird, entweder gegen das Werk des Gesetzes rebelliert und zu seiner Sünde zurückkehrt und sich so weit wie möglich vom Kontakt mit dem Gesetz Gottes entfernen will, oder er wird von diesem Gesetz erschlagen und erkennt an diesem Punkt seinen geistlichen Bankrott und ruft nach Vergebung und Barmherzigkeit. Und an diesem Punkt, wo er das tut, führt er keine Verhandlungen mit Gott, er begreift seine Armut, er erkennt, dass er nichts in seinem Leben hat, um sich Gott zu empfehlen, nichts von all dem, was er erreicht hat, ist von Wert, er setzt sich der Barmherzigkeit Gottes aus, der ihm all die himmlischen Reichtümer bieten kann, welche das Wort Gottes erwähnt. Das ist die Einstellung. Ihr akzeptiert Christus zu seinen Bedingungen, nicht euren eigenen.

Der hochmütige Sünder will Christus und sein eigenes Vergnügen. Der hochmütige Sünder will Christus und seine eigene Habgier. Der hochmütige Sünder will Christus und seine eigene Sittenlosigkeit. Aber der zerbrochene Sünder ist so verzweifelt, dass er bereit ist, alles aufzugeben, um Christus zu haben … nur um Vergebung und ewiges Leben und Hoffnung und Erlösung zu haben. Thomas Watson schreibt in seinem wunderbaren Buch über die Seligpreisungen: „Eine Festung, die seit Langem belagert wird und kurz vor der Eroberung steht, wird sich zu jeglichen Bedingungen ergeben, um ihr Leben zu retten. Derjenige, dessen Herz vom Teufel besetzt wurde und der lange genug Widerstand gegen Christus geleistet hat, wird, wenn Gott ihn zur geistlichen Armut gebracht hat und er sich selbst als verdammt ohne Christus sieht, einfach sagen, egal was Gott von ihm verlangt: ‚Herr, was soll ich tun?‘“ Das ist die Einstellung. Das ist die Einstellung. Und das wird zu einer Lebensweise, zu einer Lebensweise.

Ihr kommt voller Verzweiflung vor Christus, am Ende eures Egos, eifrig, euch selbst zu verleugnen, weil ihr wisst, dass ihr keinen inhärenten Wert habt. Und wenn ihr dann Christ werdet, ist diese Einstellung immer noch da. Es wird zu einer Lebensweise. Wenn ihr in der Kenntnis Gottes wachst, in der Kenntnis Christi, wachsen die Wurzeln der Selbstverleugnung weiter nach unten. Das kann man sich so vorstellen, dass Wachstum in Gnade ein Wachstum nach unten ist, Wachstum nach unten. Bei eurem Wachstum in Gnade habt ihr eine kontinuierlich geringer werdende Meinung über euch selbst. Ihr könnt die geistliche Reife eines Menschen ziemlich leicht feststellen. Wachstum in Gnade erfolgt nach unten, sie beinhaltet, eine geringere Selbstachtung zu entwickeln. Es ist eine sich verstärkende Erkenntnis unserer Unbedeutendheit. Es ist eine von Herzen empfundene, zunehmende Erkenntnis, dass wir vollkommen unwürdig sind.

Ich hatte gestern jemanden zur Seelsorge da und diese Person sagte: „Ich bin ... ich möchte einfach etwas für den Herrn tun können.“ Und implizierte dabei „Wie du es tust“. Und ich erwiderte: „Weißt du, je länger ich Christ bin, je mehr erkenne ich, dass ich gar nichts für den Herrn tue. Nicht nur tue ich nichts für den Herrn, ich kann nichts für ihn tun. Und das größte aller Wunder ist, dass der Herr das, was er tut, durch mich tun kann.“ Ihr macht also diese Entwicklung durch, von einem neubekehrten Christen, der sagt „Ich will etwas für den Herrn tun“, zu einem Christen, der über die Jahre reifer wird und sagt „Gott, wie kommt es, dass du dich in deiner Gnade entschieden hast, irgendetwas durch mich tun zu können?“ Demut ist ein Beweis der geistlichen Reife einer Person, denn wenn ihr zu diesen Bedingungen zu Christus kommt, wachst ihr von diesem Punkt aus nach unten. Ihr dachtet, ihr wärt zum Zeitpunkt eurer Bekehrung demütig, doch wenn ihr schon sehr lange mit dem Herrn wandelt, solltet ihr weiter unten sein, als ihr es damals wart. Ihr versteht jetzt hoffentlich, wie tiefschürfend Sünde ist, denn selbst nachdem ihr ein Christ geworden seid, habt ihr begriffen, dass die Sünde ein Teil von euch ist. Und Wunder über Wunder, der Herr hat sich entschieden, Dinge durch euch zu tun. Selbstverleugnung wird zu einer Lebensweise.

Was bedeutet das als Christ? Hier sind einige praktische Dinge.

Wenn euch nicht vergeben wird, wenn ihr vernachlässigt oder absichtlich nicht beachtet werdet und ihr verletzt seid durch diese Beleidigung oder das Versehen, euer Herz jedoch glücklich ist und ihr es zufrieden seid, als würdig erachtet zu werden, um für Christus zu leiden - das ist Selbstverleugnung.

Wenn eure guten Werke schlecht gemacht werden, wenn man euren Wünschen einen Strich durch die Rechnung macht, wenn euer Rat nicht beachtet wird, wenn eure Meinungen lächerlich gemacht werden und ihr euch weigert, wütend zu werden oder euch nicht einmal verteidigt, sondern alles geduldig ertragt, in loyaler Stille - das ist Selbstverleugnung.

Wenn ihr liebevoll und geduldig jede Störung ertragt, jede Unregelmäßigkeit, jede Verärgerung, wenn ihr Torheit, Extravaganz und geistlicher Kaltschnäuzigkeit ins Angesicht sehen könnt und es ertragen könnt, wie Jesus das ertragen hat - das ist Selbstverleugnung.

Wenn ihr mit jedem Essen zufrieden seid, mit jeder Gabe, mit jeglicher Kleidung, jedem Klima, jeder Gesellschaft, jeglicher Einsamkeit oder Unterbrechung durch den Willen Gottes - das ist Selbstverleugnung.

Wenn es euch nie interessiert, auf euch selbst aufmerksam zu machen oder eure eigenen guten Werke zu verzeichnen oder nach Lob zu suchen, wenn ihr es wahrlich lieben könnt, unbekannt zu sein - das ist Selbstverleugnung.

Wenn ihr einen anderen gedeihen seht, dessen Bedürfnisse gestillt werden, und wenn ihr euch aufrichtig im Geist mit ihm freuen könnt, ohne Neid zu empfinden oder Gott anzuzweifeln, während eure eigenen Bedürfnisse weitaus größer sind und eure Notlage sehr viel größer – das ist Selbstverleugnung.

Wenn ihr Zurechtweisung und Tadel von jemandem von niedrigerem Ansehen als ihr selbst annehmen könnt und euch sowohl innerlich als euch äußerlich demütig unterordnen könnt, ohne dass Rebellion oder Widerwille in eurem Inneren aufsteigen - das ist Selbstverleugnung.

Ihr kommt also zu Christus mit einer Einstellung der Selbstverleugnung und wachst von diesem Punkt aus nach unten. Unsere Selbstverleugnung ist nicht perfekt, unsere Selbsttötung ist nicht perfekt, wir lassen unser Ego und unseren eigenen Willen auferstehen, stoßen sie aus und mischen uns in den Willen Gottes ein und wir müssen seine Gnade und Vergebung suchen, wenn wir das tun, aber das ist der tiefste und reinste und aufrichtigste Wunsch und Verlangen und Bestreben unseres erlösten Herzens, obwohl es noch lange nicht das ist, was wir uns wünschen.

Okay, ein zweites Element von den dreien, die das Konstrukt dieser grundlegenden Einstellung der Nachfolge Jesu ausmachen ist, das Kreuz aufzunehmen. Jesus sagt nicht nur, dass ihr euch selbst verleugnen müsst, sondern fügt noch hinzu: „Und nehme sein Kreuz auf täglich.“ Jeder, der mir nachfolgen will, muss täglich sein Kreuz aufnehmen. In Kapitel 14,27 ist etwas verzeichnet, das Jesus oft gesagt hat und das ähnlich ist: „Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein.“ Das können wir auch in den anderen Evangelien lesen.

Was aber bedeutet es, sein Kreuz aufzunehmen? Ich habe so viele verrückte, merkwürdige, bizarre und verdrehte Ansichten darüber gelesen. Wie zum Beispiel, dass eure Schwiegermutter euer Kreuz ist oder euer Chef, euer Auto, euer tropfender Wasserhahn und so hat jeder sein Kreuz zu tragen. Dass euer eigensinniger Teenager euer Kreuz ist. Was immer es sein mag.

Das dürfen wir da aber nicht hineinlesen. Wenn ihr an jenem Tag Jesus zugehört hättet und er sagte „Ihr müsst euer Kreuz jeden Tag aufnehmen“, woran hätten jene Menschen dann gedacht? Sie waren nie bei einer Konferenz gewesen, bei der es um den tieferen Sinn des Lebens geht – wovon spricht er also ihrer Meinung nach? Nun, mehr als 100 Jahre, bevor Jesus überhaupt auf der Erde wandelte, hatte König Alexander Jannaeus 800 Rebellen in Jerusalem gekreuzigt, während er einen öffentlichen Festschmaus abhielt. Antiochus Epiphanes, der griechische Herrscher in der Zeit zwischen dem Alten und Neuen Testament, hatte auch viele Juden wegen eines Aufstands gekreuzigt, der auf den Tod von Herodes dem Großen folgte, und der Prokonsul Varus kreuzigte 2.000 Juden. Es heißt, dass die Römer in der Zeitspanne um Jesu Leben herum 30.000 Juden in Palästina kreuzigten. Als Jesus sagte „nehmt euer Kreuz auf“ dachten sie nur an eine einzige Sache – schreckliches Leid, Schmerzen und Tod. Jesus sagt, so extrem muss eure Hingabe sein, das ist Bereitschaft, Verfolgung zu ertragen, Hass zu ertragen, Feindschaft, Ablehnung, Tadel, Schande, Leid und sogar den Tod. Sie wussten genau, wovon er sprach. Und sollten bereit sein, das jeden Tag zu tun … jeden Tag. Wer um alles in der Welt würde jemals eine derartige Einladung zum Evangelium geben? Wer würde vor einem großen Stadion voller Leute aufstehen und sagen: „Wie viele von euch sind bereit, hier und jetzt für Jesus zu sterben, falls nötig? Ihr könnt kommen und errettet werden.“ Das ist es, was er verlangt – euch buchstäblich selbst ein Ende zu setzen, all euren Träumen, Hoffnungen, Wünschen, Ambitionen, Plänen, und dann zu sagen „Hier ist mein Leben“ und das bedeutet, es ist mir egal, ob ich lebe oder sterbe, ich bin so verzweifelt, ich will deine Vergebung, ich will ewiges Leben. Was auch immer es kostet, ich werde alles geben.

Glaubt mir, die Juden waren mit der Kreuzigung vertraut, sie hatte sich in ihrem eigenen Land ereignet, in Ägypten, in Persien, im Westen Asiens und sogar in Teilen Italiens. Sehr oft trug die verurteilte Person ein Teil des Kreuzes, den Querbalken, und manchmal zog sie das gesamte Kreuz hinter sich her. Dieses Bild ist sehr anschaulich. Er redet hier nicht von einer glücklichen Erfahrung. Es ist nicht „Jesus liebt dich oder Gott liebt dich und hat einen wunderbaren Plan für dein Leben.“ Es geht darum, ein Kreuz zu tragen, das Kreuz, auf dem ihr selbst vielleicht hingerichtet werdet. Sie reden hier also nicht davon, sich auf irgendeine Weise geistlich mit dem Tod Jesu zu identifizieren. Die Botschaft lautet: „Ihr werdet möglicherweise leiden müssen, um mir nachzufolgen.“ Ich meine, Jesus sagte das, wisst ihr; er sagte, seid nicht überrascht, wenn die Welt euch hasst, sie haben mich gehasst. Wenn die Welt euch tötet, seid nicht überrascht, sie werden es mit mir tun. Ihr erwartet doch nicht etwa, dass ihr anders behandelt werdet als euer Meister, oder? In Matthäus 10 lesen wir: „Wenn ihr meine Jünger sein wollt, macht euch bereit, ein Jünger ist nicht über seinem Meister; wie auch immer sie den Meister behandeln, so werden sie euch behandeln. Macht euch also bewusst, dass ihr mich vor den Menschen bekennen müsst und dass ihr das tun müsst in der Erkenntnis, dass es euch eure Freiheit kosten könnte, dass es euch jahrelange Inhaftierung kosten könnte, dass es euch Hass und Entfremdung kosten könnte und sogar den Märtyrertod.“

Bei der Nachfolge Jesu geht es also darum, nein zum Ich zu sagen und nein zur Sicherheit. Ich bin bereit, die Schmach Christi zu ertragen. Ich bin bereit, die Konsequenzen dafür zu tragen, was es bedeutet, in meinem Umfeld Christ zu sein. Das ist eine Botschaft, die von Menschen in vielen Teilen der Welt klar verstanden wird. Es gibt heutzutage mehr Christen, die den Märtyrertod sterben, als je zuvor in der Geschichte – Zehntausende jedes Jahr, meistens unter moslemischen Regimen. Sie machen keine Ausflüchte, sie wissen, was es bedeutet, den Namen Christi anzurufen. Sie wussten es in den Jahren der kommunistischen Unterdrückung in Osteuropa, sie wussten genau, was es sie kosten würde. Aber das Evangelium war so kostbar, Christus war so kostbar, das ewige Leben war so wichtig, Vergebung der Sünden war so wertvoll, dass sie eifrig und begierig waren, jeglichen Preis zu zahlen. Die Einstellung, die zu wahrer Bekehrung führt, ist also jene, die besagt, dass Jesus alles wert ist, was es auch sein mag. Es gibt nichts in diesem irdischen Leben, das sich auch nur annähernd mit dem Wert dessen, was ewig ist, vergleichen lässt. Das ist also das Evangelium, aber die Einladung lautet nicht „Jesus will euch glücklich und gesund und wohlhabend machen“, sondern, dass er euer Leben will und vielleicht sogar euren Tod verlangt. In Apostelgeschichte 20 sagt Paulus zu den Ältesten in Ephesus: „Jetzt reise ich […] nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, außer daß der Heilige Geist [mir gesagt hat], daß Fesseln und Bedrängnis auf mich warten.“ Und dann kommt: „Mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer.“ Für mich zählt mein Leben nicht – das ist Selbstverleugnung. Es ist mir nicht wirklich wichtig, es geht nicht um mein Leben. „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“, Galater 2,20. Paulus sagt also: „Ich lebe nicht länger, er lebt. Wenn ich lebe, lebe ich für den Herrn, wenn ich sterbe, sterbe ich für den Herrn.“ Das ist es. Das sind die Bedingungen der Errettung.

Die Welt ist feindselig ihm gegenüber, sie werden mir gegenüber feindselig sein. Er sagt das in Matthäus 10, Verse 24 bis 38, dieser ganze wunderbare Text. Ein öffentliches Bekenntnis von Christus als Herrn und Erretter mag seinen Preis haben, aber es ist auch Beweis meiner Aufrichtigkeit. Es mag mich meine Familie kosten, die Mitglieder meiner Familie mögen entzweit werden, aber Jesus sagte, er sei gekommen, um das Schwert zu bringen. Ich habe keine eigenen Interessen, die größer sind als mein Bedürfnis nach Christus. Versteht ihr das? Ich habe keine eigenen Interessen, ich habe keine Ambitionen, die größer sind als mein verzweifeltes Bedürfnis nach Christus. Und wenn ich jeden Tag sterben muss, ist das in Ordnung, das ist ein kleiner Preis, denn die Leiden dieser Welt fallen nicht ins Gewicht im Vergleich zu der Herrlichkeit, die mich in Christus erwartet. Paulus sagte in 1. Korinther 15,31 „Ich sterbe täglich“, er wachte jeden Tag auf und wusste, das könnte das Ende seines Lebens sein. Irgendwo wurde ein Komplott geschmiedet, wenn nicht schon die Hebel in Bewegung gesetzt worden waren, um ihn zu töten. Er sagte, für mich ist jeder Tag ein Tag an der Schwelle zum Tod. Nicht alles Leid ist ein Kreuz. Das Kreuz besteht darin, die Schmach Christi zu erleiden. Das Kreuz besteht darin, für das Evangelium zu leiden. Seid ihr bereit, für das Evangelium zu leiden? Ist es euch so wichtig? Denn das gehört dazu. Ohne Kreuz gibt es keine Krone. Wenn ihr also zu Christus kommt und nicht zu euch sagt „Ewiges Leben, das künftige Leben, die Vergebung der Sünden und was Gott für mich im Himmel bereitet hat, ist mir so kostbar und wertvoll und ich bin es so leid, so zu sein, wie ich bin, dass ich bereit bin, alles aufzugeben, was ich habe, nicht ist von Wert und ich bin bereit, falls nötig, die ganze Schmach Jesu Christi zu ertragen, koste es, was es solle, auch wenn es mich das Leben kosten sollte“, [dann habt ihr nicht verstanden, was es kostet, Jesus nachzufolgen. Das war es, was Jesus gesagt hat.

Das hier ist also eine ernsthafte Aufforderung. Eine ernsthafte Aufforderung. Das Kreuz ist also ein Symbol der Bereitschaft, das zu akzeptieren, das Kreuz ist ein Symbol des wahren Jüngers. Ihr nehmt euer Kreuz auf und tut das täglich, es ist euer Alltag. Der Autor einer Hymne schrieb: „Muss Jesus tragen das Kreuz allein und die ganze Welt kommt davon? Nein, es gibt ein Kreuz für jedermann, es gibt ein Kreuz für mich. Ich werde das geweihte Kreuz tragen, bis der Tod mich erlöst und dann gehe ich heim, um meine Krone zu tragen, denn eine Krone wartet auf mich.“

Ihr schaut also auf euer Leben und sagt: „Ach, es ist egal, was mir für mein Leben wichtig ist. Ich bin dankbar für das Leben, das der Herr mir gegeben hat. Ich bin sogar noch dankbarer für den Tod, der für mich der Schritt ins nächste Leben ist. Was immer es kostet, was auch immer ich von mir aufgeben muss, ich gebe es bereitwillig auf, weil ich am Ende meiner selbst angekommen bin und festgestellt habe, dass ich keinen Wert habe. Ich rufe nach Rettung wie ein Ertrinkender, der nicht diskutiert, wie die Bedingungen aussehen werden, nachdem er aus dem Wasser kommt.“

Drittens wird in Lukas 9 der Aspekt des Gehorsams hinzugefügt. Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf und folge mir nach. Buchstäblich „lass ihn mir nachfolgen“. Es ist ein kontinuierliches Muster des Gehorsams. Euer Wille zählt nicht mehr, sein Wille zählt. Du gehst dahin, wo ich hingehe, du sagst, was ich sage, du tust, was ich dir sage. Du tust, was ich tue. Wisst ihr, in Matthäus 7 ist diese Frage des Gehorsams der Kern der Bergpredigt. In Matthäus 7,21 lesen wir: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!‘ wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Es sind diejenigen, die den Worten Taten folgen lassen, nicht diejenigen, die nur reden. Es sind die Menschen, die gehorsam sind. Und das Johannesevangelium ist natürlich gespickt mit derartigen Betonungen, wo Jesus darüber redet, dass wahrer Glaube, wahrer errettender Glaube durch Gehorsam demonstriert wird. Ich kann mit euch nicht all die Verse durchgehen, aber einer ist in Johannes 14,21: „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ Es dreht sich alles um Gehorsam, es geht immer um Gehorsam, immer um Nachfolge. Herrschaft – Jesus als Herrn anzuerkennen – ist nicht optional, Gehorsam ist nicht etwas, was man tut, wenn man 35 geworden ist. In Johannes 15,10 heißt es: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe.“ Wenn nicht, dann nicht. So einfach ist das. In Kapitel 15,14 lesen wir: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete.“ Wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Es gibt noch viele andere Verse.

Ihr kommt also zu Jesus und sagt: „Ich bin am Ende meiner selbst angelangt, ich gebe dir mein Leben, was immer es kosten möge. Zeige mir, was ich tun soll, und ich werde es tun.“ Das war der Punkt, an dem Paulus sich auf der Straße nach Damaskus befand. Er sagt: „Was soll ich tun? Was soll ich tun?“ Und das ist die richtige Einstellung zum Zeitpunkt der Bekehrung. „Was soll ich jetzt tun? Ich bin so weit, ich bin bereit, für dich zu sterben und für dich zu leben, ich will dir nachfolgen, also was soll ich tun?“ Nun, damit seid ihr in einer Position, in der ihr euch dem unterordnet, nicht wahr? Es dreht sich alles um Unterordnung. Es ist ein Muster der Selbstverleugnung, des Kreuz Aufnehmens, des Erduldens der Schmach Christi und des loyalen Gehorsams.

An diesem Punkt möchte ich nicht dafür kritisiert werden, dass ich etwas gesagt hätte, was ich nicht gesagt habe, deshalb möchte ich zum Abschluss etwas klarstellen. Ich sage hier nicht, dass ihr, um von Gott akzeptiert zu werden, euch irgendwie alleine selbst verleugnen müsst, das ins Rollen bringen müsst, euch für eine kurze Zeit verleugnen müsst und dann den nächsten Schritt tut in der Bereitschaft, euer Leben hinzugeben, sogar zu opfern. Und dann als Drittes zu loyalem Gehorsam gegenüber Gottes Dingen übergeht. Und dass Gott, wenn ihr das tut, herunterkommen und euch erretten wird.

Hört mir jetzt sehr aufmerksam zu. Dieses kleine Konstrukt geistlicher Realitäten ist nicht chronologisch, es ist nicht chronologisch. Es ist nicht ein Element für eine kurze Zeit, dann, nachdem einige Zeit verstrichen ist, ein weiteres für eine kurze Zeit und, nachdem wieder etwas Zeit verstrichen ist, noch ein weiteres Element. Sie sind nicht chronologisch. Sie sind einfach eine Mischung. Sie sind die logischen Elemente errettenden Glaubens, welcher in Jesus als Herrn und Christus glaubt, welcher in Jesus als gekreuzigten und auferstandenen Erretter glaubt, und welcher diese Einstellung im Rahmen dieses Glaubens bewahrt. Sie gehören zusammen. Sie sind ein Konstrukt, das zusammengehört.

Als Zweites sollt ihr verstehen, dass sie nicht nur nicht chronologisch sind, sondern auch nicht etwas sind, das ihr aufbringt. Das könnt ihr alleine nicht tun. Wenn ihr euch auf eure eigene Kraft verlasst, liebt ihr euch selbst, beschützt ihr euch selbst und tut, was ihr wollt. So funktionieren gefallene Menschen. Also muss etwas Dramatisches in euch geschehen, eure Selbstwahrnehmung muss vollkommen zerstört werden, das, was ihr normalerweise seid, muss vernichtet werden, und das kann nicht von euch kommen, es muss von außen kommen und ist das allmächtige Werk von Gottes Geist, der im Leben eines Menschen Einzug hält, diesen Menschen der Sünde überführt, das Selbstvertrauen dieses Menschen vernichtet, diesen Menschen, der in seinen Übertretungen und Sünden tot war, lebendig macht und ihn sehen, hören und begreifen lässt. Das ist das allmächtige Werk Gottes.

Nicht ohne euren Glauben und ohne euren Willen, aber das Werk Gottes durch euren Willen, ausgedrückt in eurem Glauben, ein allmächtiges Werk Gottes.

Wenn ihr also auszieht und das Evangelium verkündet und sagt „Ach weh, wenn ich es so mache, wird niemand darauf reagieren“, dann müsst ihr euch klar sein, dass es egal ist, wie ihr das tut –niemand könnte auf sich alleine gestellt die Einladung zum Evangelium annehmen. Also könnt ihr es auch richtig machen, damit sie die wahre Botschaft erhalten und dann, wenn der Geist Gottes sie dazu bewegt, glauben und errettet werden können. Ihr wollt also Jesus nachfolgen? Nun, verabschiedet euch von eurem Ego, nehmt euer Kreuz auf und beginnt damit, alles zu tun, was er von euch verlangt. Das sind die Bedingungen. Seid ihr nicht froh, dass wir zu diesen Bedingungen unter Gnade leben? Weil wir versagen. Aber schon der Wunsch, diese Dinge zu tun, ist Beweis der verwandelten Seele.

[Gebet]



[1] Dt. Übersetzung aus John MacArthurs Buch Lampen ohne Öl, Christliche Literatur-Verbreitung e.V., 2. Auflage 2012, S. 222