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Das Evangelium: Selbstliebe oder Selbsthass? (German)

Lukas 9:23-25 November 17, 2002 de42-121

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Bei unserer Betrachtung des Lukasevangeliums befinden wir uns derzeit im neunten Kapitel, bei den Versen 23 bis 27. Das ist wirklich der Kern der Lehre Jesu, deshalb haben wir versucht, uns Zeit zu nehmen für diese recht einfache und unkomplizierte Textstelle. Ich wäre versucht, Monate bei dieser Textstelle zu verharren und alles herauszuholen, das darin entweder explizit oder implizit enthalten ist, doch ich widerstehe dieser Versuchung und versuche, voranzugehen. Aber wenn ihr fragt, was Jesus gelehrt hat und welcher Teil seiner Lehre am entscheidendsten und wichtigsten war, findet ihr das genau hier, denn in Vers 23 sagt Jesus: „Wenn jemand mir nachkommen will …“ Und an diesem Punkt könnten wir innehalten und sagen, das ist von grundlegender Bedeutung für seine Mission. Er kam, um zu suchen und zu retten, was verloren war. Er kam, um die Menschen zu sich zu rufen. Und er sagt: „Wenn jemand mir nachfolgen will, muss er Folgendes tun …“

Hier sind also die Bedingungen für die wichtigste aller Botschaften, die je auf diesem Planeten vermittelt wurde, und das ist die Botschaft der Nachfolge Jesu. Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Was bedeutet es, ein Jünger Jesu zu sein? Was bedeutet es, ihm nachzufolgen? Was bedeutet es, ein Christ zu werden? Was bedeutet es, errettet zu sein? Das ist der Kern der Botschaft. Und was Jesus hier sagt, behandelt diese Frage ganz direkt. Ihr wollt also Jesus nachfolgen? Ihr wollt Christus nachfolgen? Ihr wollt sein Jünger sein? Ihr wollt ein „kleiner Christus“ sein? Das bedeutet „Christ“ nämlich. Ihr wollt ihm in sein Reich, das Reich Gottes, folgen? Ihr wollt seine Vergebung, die Vergebung, die er gewährt? Ihr wollt das ewige Leben, das er verheißt?

Nun, wenn ihr das wollt, sagt er: „Ihr müsst euch selbst verleugnen, euer Kreuz täglich aufnehmen und mir nachfolgen.“ Diese Aussage von Jesus wird mehrere Male in den Evangelien des Neuen Testaments verzeichnet. Ich bin sicher dass er das viele, viele Male gesagt hat, Hunderte von Malen während seines Verkündigungsdienstes, denn das ist der Kern des Themas Jüngerschaft und Errettung.

Wir haben die drei Elemente bereits näher betrachtet: euch selbst verleugnen, euer Kreuz aufnehmen und ihm nachfolgen. Aber ich möchte diese Elemente noch einmal aufgreifen, nicht in Teilen, sondern in ihrer Gesamtheit. Ich möchte versuchen, euch ein Gesamtverständnis dessen zu geben, was er hier wirklich sagt. Und es ist wichtig, das zu tun, denn was Jesus hier sagt, steht in direktem Kontrast zu dem, was Prediger heute verkünden. Der grundlegende Aufruf zur Errettung, die Worte unseres Herrn, stehen in direktem Widerspruch zur Denkweise der Menschen in unserer Kultur. Wir leben in einer Kultur der Selbstliebe, um es einfach auszudrücken, einer Kultur, die geprägt ist von Selbstliebe, Stärkung des Egos, Selbstachtung, sich in seiner Haut wohlfühlen, sich selbst für wichtig halten, sich selbst für wertvoll halten, sich selbst für einen Helden halten, denken, man habe etwas erreicht, denken, man verdiene es, geehrt zu werden. Wir ertrinken in Auszeichnungen für alles Erdenkliche und alles Unvorstellbare.

Eltern sind so darum besorgt, das Ego ihrer Kinder zu stärken, mit jedem erdenklichen Mittel, und ihr eigenes Selbstwertgefühl zu stärken. Das ist die Generation der sich selbst Liebenden.

Ich möchte euch nur daran erinnern, dass der Apostel Paulus „Selbstsucht“ in 2. Timotheus Kapitel 3 als Sünde klassifiziert hat. Es ist sogar eine beherrschende Sünde. In einer seiner vertrauten Listen von Sünden, von denen es in seinen Briefen viele gibt, beginnt er die Liste der Sünden in 2. Timotheus Kapitel 3 mit „Selbstsucht“, gefolgt von „Geldgier“ und setzt die Liste dann fort. Er beschreibt darin Betrüger, Ungläubige, jene außerhalb von Gottes Reich, die die Wahrheit nicht kennen. Selbstsucht steht ganz oben auf der Liste normaler menschlicher Einstellungen. Sünder sind voller Hochmut. Sie sind von sich selbst erfüllt. Wir haben das zu der prominentesten, dominantesten Tugend unserer Gesellschaft gemacht.

Hier sind wir also, mit dem Evangelium, und gehen in eine Generation von Menschen, die nicht nur hochmütig ist, sondern Hochmut in die höchste aller Tugenden verwandelt hat, die sich selbst liebt und bestrebt ist, sich jede Laune, jeden Wunsch, jede Ambition, jeden Traum und jede Hoffnung zu erfüllen, die danach strebt, ihr volles Potenzial zu erreichen, die Wert auf alles legen, was sie sind und was sie sagen und was sie tun. Und wir konfrontieren diese Kultur mit dem Evangelium, und der Kern dieses Evangeliums enthält die Einleitung „Du willst also Jesus nachfolgen, ja? Du willst in das Reich Gottes einziehen? Du willst Vergebung deiner Sünden? Du willst ewigen Himmel? Dann verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf und ordne dich Gott voll und ganz unter“. Ihr könnt nicht mal zur Unterordnung kommen, sofern ihr es nicht am Kreuz vorbei schafft, und dahin kommt ihr nicht, wenn ihr nicht über die Selbstverleugnung hinauskommt.

Um euch einen Ausdruck an die Hand zu geben, den ihr sehr wahrscheinlich nicht vergessen werdet, werde ich diesen von Martin Luther entleihen. Wie ihr wisst, war Martin Luther der Begründer der protestantischen Reformation. Er war ein römisch-katholischer Priester, der die Wahrheit der Errettung durch Gnade, allein durch Glauben an Christus, ohne Werke und Zeremonien und den ganzen Rest, begriff und deshalb entschied, er würde das römisch-katholische System konfrontieren, dieses große monumentale System von Irrtum und Betrug, und er wählte dazu 95 verschiedene Thesen … 95 verschiedene Proteste. Deshalb werden wir „Protestanten“ genannt. 95 verschiedene Behauptungen, die dem Katholizismus zuwiderliefen; er schrieb sie nieder und nagelte sie an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg.

Sein vierter Protest, die vierte seiner 95 Thesen, lautete, dass ein bußfertiges Herz, ein Herz, das vor Gott kommt und Rettung annimmt, sich durch „Hass gegen sich selbst“ auszeichnet – das ist seine Wortwahl, „Hass gegen sich selbst“. Um aus der vierten These von Luther zu zitieren: „Daher bleibt die Strafe, solange der Haß gegen sich selbst […] bestehen bleibt.“[1] Er sagte, Hass gegen sich selbst sei die wahre Herzensbuße. Luther sagte: „Das ist von zentraler Bedeutung für das Evangelium.“ Das römische System hingegen, wie jedes System der Selbstgerechtigkeit und der Werksgerechtigkeit durch Zeremonien und gute Taten, zeichnete sich durch Selbstsucht aus; Luther konfrontierte dieses System und sagte: „Bis der Sünder an den Punkt kommt, an dem er sich selbst hasst, zieht er nicht in das Reich Gottes ein.“ In der Geburt des Protestantismus liegt also quasi die Geburt des Evangeliums, das Tausende von Jahren unter dem Katholizismus begraben lag; in der Geburtsstunde des Evangeliums wird der Selbsthass des Sünders also quasi als Basis des Evangeliums definiert. Sich selbst hassen, weil man zu der Erkenntnis kommt, dass nichts Gutes im Fleisch ist, dass es nichts von Wert im Fleisch gibt. Dass wir, wie Jeremia sagte, überaus trügerisch sind und bösartig, jeder Teil von uns ist krank … wie Jesaja es ausdrückte ... vom Scheitel bis zur Sohle. Es gibt nirgendwo etwas Gutes. Nichts an uns hat irgendeinen Wert. Nichts an uns hat irgendeinen Wert. Nichts an uns verdient Ehre oder Lob. Es bedeutet, wieder zu der Einstellung, die in den Seligpreisungen beschrieben wird, zurückzukehren, geistliche Armut zu verstehen, geistlichen Bankrott zu verstehen, unsere absolute Bedeutungslosigkeit zu verstehen, alles in unserem Leben zu betrachten, sei es Religion oder Bildung, Moral oder was auch immer, und wie der Apostel Paulus zu sagen: „Es ist alles Unrat, es ist alles Dreck.“ In dieser Kultur der Selbstsucht verkauft sich das einfach nicht.

Aber ehrlich gesagt ist es vollkommen absurd zu behaupten, ein Mensch könne dem heiligen Gott begegnen, dem gerechten Gott, und in sein Reich einziehen, ohne von seinen Sünden erlöst werden zu wollen und ohne Sünde verstehen zu wollen, wie sie wirklich verstanden werden muss, dass sie nämlich durchdringend und beherrschend ist. Diejenigen, die Gott zu seinen eigenen Bedingungen begegnen, die vor Gott kommen und in seine Reich einziehen, verspüren durch die Bank ein überwältigendes Gefühl ihrer eigenen Sündhaftigkeit. Hiob, der beste Mensch laut Kapitel 1, sagte in Kapitel 42: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ Und er sagte Folgendes: „Ich hasse mich.“ Im Hebräischen: „Ich verabscheue mich selbst. Ich verachte mich selbst, alles, was ich bin. Alles, was ich ohne Gott bin, alles, was ich in meiner Menschlichkeit bin. Alles an mir ist so befleckt und beschmutzt durch Gefallenheit und Korruption und Sünde, dass ich alles an mir hasse.“

Der Apostel Paulus sagte, als er an Timotheus schrieb, in 1. Timotheus Kapitel 1,15: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin.“ Paulus selbst hatte nichts an sich, das Paulus Paulus hätte empfehlen können. Deshalb gab es auch nichts an Paulus, das ihn jemand anderem hätte empfehlen können. Die Menschen prahlen heutzutage unverfroren darüber, wie großartig sie sind, wie gut sie sind, wie viel sie erreicht haben, wie begehrenswert sie sind, was sie alles erreicht haben, wie wertvoll sie sind. Es war Jesaja, der beim Anblick Gottes sagte: „Wehe mir, ich vergehe.“ Ich zerfalle buchstäblich vor meinen Augen. Mein ganzes Selbstbild zerfällt, es zerbirst in Stücke. Denn in der Gegenwart Gottes sah er sich nur als elenden Sünder und sprach einen Fluch über sich selbst aus, weil er sagte, er sei ein Mann mit unreinen Lippen. Darum geht es hier. Das ist Selbstverleugnung. Es geht nicht unbedingt darum, zu sagen: „Ich werde mein Haus verkaufen und mein Geld den Armen geben.“ Es geht nicht darum, zu sagen: „Ich werde in Armut und Lumpen leben.“ Es geht nicht darum, zu sagen: „Ich werde mir selbst das verleugnen, was meins ist – sei es physisches Eigentum, einen Arbeitsplatz oder sonstiges.“ Es geht darum, zu sagen: „Ich leugne, dass es in mir irgendetwas von Wert gibt … irgendetwas von Wert, irgendetwas Gutes, irgendetwas, das irgendwie ausgezeichnet werden sollte, das als Vorbild dienen sollte, das erhoben werden sollte.“ Es ist dieses überwältigende Gefühl, in eurer eigenen absoluten Sündhaftigkeit zu ertrinken.

Petrus sagte im Angesicht Gottes: „Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Als er sich der Tatsache bewusst war, dass Jesus Gott war, weil er an jenem Tag in Lukas 5 die Fische kontrollierte, verspürte er nichts weiter als Abscheu vor sich selbst. Er sagte: „Geh weg, du solltest nicht einmal in meiner Nähe sein. Du solltest nicht einmal in meiner Nähe sein.“ Dieselbe Einstellung finden wir in Lukas 18 bei dem Zöllner, der sein Haupt senkt und nicht zum Himmel aufblickt, weil er seiner Meinung nach nicht einmal das Recht hat, nach oben zu blicken, damit Gott nicht in das Angesicht solch eines Bösewichts blickt. Er sagt: „Oh Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Und er schlägt sich an die Brust, blickt aber nicht einmal nach oben. Er will nicht einmal Blickkontakt mit Gott herstellen. Er ist dermaßen unwürdig.

Wenn ihr Christ werdet, ist es nicht so, dass ihr plötzlich erkennt, was ihr Gott zu bieten habt. Und es gibt viele andere Beispiele in der Schrift, von Männern und Frauen, die, als sie Gott wirklich sahen, buchstäblich von der Last ihrer eigenen Nichtigkeit, ihrer eigenen Sündhaftigkeit, zerschlagen wurden. Und ehrlich gesagt ist das der Kultur, in der wir leben, vollkommen fremd. Es ist der Kultur, die auf Selbstsucht und der Legitimierung jeder Laune basiert, vollkommen fremd. In dieser Kultur sollte man alles, was man sich wünscht, haben. Man kann alles sein, was man will. Ihr könnt eure Träume träumen und leben. Das ganze Ziel eures Lebens besteht darin, euch alles Erdenkliche zu wünschen und zu erleben, dass es erfüllt wird; auf eure Rechte zu bestehen, auf Privilegien zu bestehen, auf Respekt zu bestehen, auf Belohnung und Ehre und Bestätigung zu bestehen. Die Leute, die in Gottes Reich einziehen, bestehen auf nichts davon. Ihrem Empfinden nach sind sie dieser Dinge nicht würdig. Menschen, die in Gottes Reich einziehen, sind buchstäblich überwältigt von Hass für das, was sie sind. Ich hasse, was ich bin, ich hasse, was ich bin, ich hasse, was ich bin, denn ich bin nur Sünde.

Das führt zur Bußfertigkeit. Das führt zu einer Umkehr, einem Verlangen danach von dem, was ihr seid, erlöst und errettet zu werden und in das verwandelt zu werden, was ihr nicht seid, aber sein wollt - etwas Gutes, das würdig ist, Wert hat, gerecht und nützlich ist. Das findet sich im fünften Kapitel von Lukas, Vers 32. Jesus sagte: „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“ Ich kann nichts für Menschen tun, die denken, sie seien bereits gerecht. Ich kann nichts mit Menschen anfangen, die von sich selbst beeindruckt sind oder von ihrer Religion, ihrer Moral, ihrem Geld, ihrer Bildung oder ihren Errungenschaften. Ich kann nichts für diese Menschen tun. Für sie bin ich nicht gekommen. Sie hören meine Botschaft nicht.

In Lukas 13,3 sagt Jesus uns, wie wichtige diese Bußfertigkeit ist. In Vers 3 heißt es: „Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen“, und er spricht hier vom Tod und der Hölle. In Vers 5 wiederholt er das. „Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen.“ Er sagt uns zweimal, dass wir sterben und in die Hölle kommen werden, wenn wir nicht Buße tun. Und die einzigen Leute, die Buße tun, sind Leute, die Sünder sind, die sich ihres elenden Zustandes bewusst sind. Deshalb besteht die Aufgabe des Heiligen Geistes darin, Menschen der Sünde zu überführen.

Jesus sagt hier also, wenn du in mein Reich einziehen willst, wenn du mir folgen willst, wenn du Vergebung deiner Sünden willst, wenn du ewiges Leben willst, musst du damit beginnen, alles zu hassen außer mir, zu erkennen, dass alles Gute an dir nur wie befleckte Kleider ist, und du musst alles an dir selbst verachten. Und jetzt, da alle deine Verdienste, oder all deine eventuellen Gewinne, oder alle deine sogenannten Werke als Verderbtheit umdefiniert wurden, und du dich als absolut unwürdig gesehen hast, bist du an genau dem richtigen Punkt, um die Hand auszustrecken, um nach Barmherzigkeit und Gnade zu rufen. Die wahre Botschaft des Evangeliums ist, dass ihr damit beginnen müsst, alles zu hassen, was ihr seid. Und das verkauft sich in unserer Gesellschaft nicht gut.

Wann hört ihr jemals einen Prediger so etwas predigen? Das ist nicht besucherfreundlich, das kommt der landläufigen Kultur nicht auf ihrem eigenen Niveau entgegen, welches eine neue Art von Pragmatismus ist. Versucht das einmal in den Gemeinden, in denen man dafür sorgt, dass Ungläubige sich wohlfühlen. Wann habt ihr zuletzt jemanden über Selbsthass predigen hören, darüber, sich selbst zu verabscheuen, sich widerwillig zu finden, sich selbst zu verachten, in sich selbst keinen Wert zu sehen? Es gibt nichts in euch, in eurem Kopf, in euren Emotionen, in eurem Willen, es gibt nichts an euren Errungenschaften, das wirklich gut ist. Es gibt nichts, dass der Ehre wert ist oder das würdig ist, als Vorbild etabliert zu werden, nichts. Im besten Fall ist es menschliches Gutes, das ohne die Macht Gottes und die Herrlichkeit Gottes eine Art Schlecht-Gut ist. Jesus hat immer Sünder dazu aufgerufen, sich selbst zu hassen. Die Botschaft in Gemeinden heutzutage lautet – und ich habe das gerade Samstag erst wieder gehört, als ich einem Fernsehevangelisten zuhörte -: „Bist du nicht erfüllt? Hast du das Gefühl, deine Träume werden nicht Wirklichkeit? Fühlst du eine Leere in deinem Herzen? Komm zu Jesus und er wird dein Herz ausfüllen und deine Träume erfüllen“, blablabla. Es drehte sich alles darum, von Jesus das zu bekommen, was wir wollen. Das ist nicht das Evangelium.

In Lukas 24,47 sagte Jesus: „Wenn ihr auszieht, um zu predigen, sollt ihr über Folgendes reden: Buße und Vergebung der Sünden soll in seinem Namen verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem.“ Wisst ihr, was er hier gesagt hat? Fangt nicht an, wenn ihr aus der Stadt heraus seid, fangt hier vor Ort an. Ihr habt nicht eine Botschaft für Jerusalem und eine andere für einen anderen Ort. Ihr fangt hier und jetzt an, direkt hier in Jerusalem, wo diese Botschaft unbeliebt ist, hier fangt ihr an und von hier aus könnt ihr überall in die Welt ziehen, zu jeder Nation auf diesem Planeten, und dasselbe tun, ihr verkündigt das im Namen Jesu, und den Menschen werden ihre Sünden vergeben, wenn sie Buße tun … wenn sie Buße tun. Und Buße ist das Produkt von Selbsthass. Es ist das Produkt der Einstellung aus den Seligpreisungen. Die Menschen tun Buße, wenn sie sich selbst betrachten und sich für das, was sie sehen, schämen. Wenn sie sich selbst betrachten und angesichts dessen, was sie sehen, ein gebrochenes Herz haben. Es ist eine Neuausrichtung ihrer gesamten Selbsteinschätzung, die besagt, ich bin nichts, ich bin weniger als nichts, ich bin sündhaft, ich bin jämmerlich, ich bin sündhaft bis ins Innerste.

Und übrigens, das ist kein menschliches Werk, wie ich letztes Mal sagte. Das ist kein menschliches Werk. Das ist keine Erkenntnis, zu der ein toter, blinder, tauber, hartherziger Sünder alleine gelangen kann. Der Sünder wird sich dessen nur bewusst werden, wenn er dem Wort Gottes und dem Geist Gottes ausgesetzt ist, wenn der Geist Gottes das Wort Gottes nimmt und den Sünder aufrüttelt und ihn seines wahren Zustandes bewusst macht. Aber wie kann der Heilige Geist den Sünder seines wahren Zustandes bewusst machen, wenn die Wahrheit nicht gepredigt wird? Deshalb heißt im Römerbrief: „Wie sollen sie hören ohne einen Prediger?“ Jemand muss das sagen. Und der Aufruf zur Buße ist kein Befehl, euer Leben ins richtige Lot zu bringen, bevor ihr zu Christus kommt. Es ist eine völlige Umkehr eurer Meinung über euch selbst und beinhaltet jeden Teil von euch.

Im Neuen Testament werden drei griechische Worte für „Buße“ verwendet und sie illustrieren quasi drei Elemente der Buße. Es gibt das Wort metanoeo, das an einigen Stellen verwendet wird. Es wird in Lukas 11,32, Lukas 15 Vers 7 und Vers 10 benutzt. Und dieses Wort, metanoeo, drückt im Wesentlichen eine Umkehr eurer Denkweise, eurer Einstellung, aus. Ihr ändert eure Einstellung. Diese Art der Buße hat also mit dem Verstand zu tun. Ihr müsst ändern, wie ihr euch selbst seht, euch so sehen, wie ihr wirklich seid, euch so sehen, wie die Schrift euch beschreibt, euch so sehen, wie Gott euch beschreibt, euch als gefallen und verdorben und korrupt sehen, vom Scheitel bis zur Sohle.

Das zweite Wort, das verwendet wird, ist metamelomai, das ist ein weiteres griechisches Wort für „Buße“. Es wird in Matthäus 21,29-32 verwendet, betont aber Bedauern und Kummer. Wenn der Verstand erst einmal die neue Definition meines Ichs begriffen hat, gibt es daraufhin eine Verschiebung vom Verstand zu den Gefühlen und die Emotionen beginnen zu wirken, es wird Kummer und Scham empfunden, und das ist metamelomai.

Und es gibt ein drittes Wort, epistrepho, ebenfalls ein Wort für „Buße“. Das wird in Lukas 17,4 und Lukas 22,32 verwendet. Und es bedeutet, man schlägt eine neue Richtung in seinem Leben ein, und das bezieht sich auf euren Willen. Es beginnt also in eurem Verstand, geht zu euren Emotionen weiter und aktiviert euren Willen.

Und das sind die drei Elemente, die an Buße beteiligt sind. Ihr ändert eure Meinung über euch selbst, ihr empfindet Bedauern und Trauer über das, was ihr seid, und deshalb macht ihr eine Kehrtwende und schlagt einen neuen Weg in Richtung Veränderung ein. Und das wird euch in Gottes Richtung bringen. Und ihr werdet wie der Zöllner in Lukas 18 sein, ihr werdet sagen: „Gott, Gott, mein Verstand begreift meinen jämmerlichen Zustand, meine Emotionen spüren ihn, sodass ich nicht einmal meine Augen erheben kann und ich schlage mir an die Brust und dann setzt mein Wille ein und ruft dich an und sagt ‚Ich will, dass du mir, einem Sünder, gnädig bist.‘“

Intellektuelle Buße beginnt also mit der Erkenntnis der Sünde, einem Verständnis der profunden Tiefe und Breite dieser Sündhaftigkeit. Dann kommt der nächste Schritt zu den Emotionen, der ein überwältigendes Gefühl der Trauer, Zerbrochenheit und Reue birgt. Es ist der Kummer, von dem Paulus sprach, der zur Buße führt. Und dann kommt die willentliche Richtungsänderung, weg von der Sünde und hin zu Gott, zu Christus; der Ruf nach Barmherzigkeit. Es ist nicht nur ein Sinneswandel, es ist eine Veränderung der Sinne, Emotionen und des Willens.

David Martyn Lloyd-Jones schrieb: „Buße bedeutet die Erkenntnis, dass ihr ein schuldiger, abscheulicher Sünder in der Gegenwart Gottes seid, dass ihr den Zorn und die Strafe Gottes verdient, dass ihr auf dem Weg zur Hölle seid. Es bedeutet, dass ihr allmählich zu der Erkenntnis kommt, dass die Sache namens ‚Sünde‘ in euch steckt, dass ihr das Verlangen habt, sie loszuwerden, dass ihr euch davon abwendet, in jeder Gestalt. Ihr entsagt der Welt, was immer es kostet, der Welt und dessen Einstellung und Perspektive sowie den Praktiken der Welt. Ihr verleugnet euch selbst, ihr nehmt euer Kreuz auf und geht Christus nach. Eure Lieben und die ganze Welt mögen euch vielleicht als Narren bezeichnen oder sagen, ihr leidet an einem religiösen Wahn. Ihr müsst vielleicht finanziell leiden, aber das macht keinen Unterschied. Das ist Buße.“

Und Jesus sagte dazu Folgendes: „Ihr müsst eure Mutter hassen, ihr müsst euren Vater hassen, euren Bruder und eure Schwester. Folgt mir nach.“ Das ist das Kennzeichen eines wahren Gläubigen.

Warum spreche ich heute über diese Buße? Warum rede ich soviel über diesen Vers? Weil da soviel drinsteckt und ich möchte, dass ihr die große Realität, die darin steckt, versteht. Zurück zu Vers 23; es ist genau das, worum es in Vers 23 geht. Er spricht über diese Art der Selbsteinschätzung, die zur Buße führt. Ihr wollt Christus nachfolgen. Ihr wollt euch von dem Weg, auf dem ihr euch befindet, abwenden und ihm nachgehen. Das ist eine Kehrtwende. Das ist Buße. Das ist das Willentliche. Das ist der Wille. Nun, es wird mit einer Selbsteinschätzung beginnen, die sich drastisch von eurer bisherigen Meinung über euch selbst unterscheidet. Ihr müsst euch selbst hassen, ihr müsst euch in dem Ausmaß hassen, dass ihr buchstäblich bereit seid zu sterben, falls das nötig sein sollte. Und das ist logisch. Wenn ich mich als das sehe, was ich wirklich bin, warum würde ich mein Leben dann als heilig betrachten? Wenn ich mich selbst als den Menschen sehe, der ich wirklich bin, und wirklich ganz anders sein will, als ich bin, dann wäre der Tod in Wirklichkeit recht attraktiv für mich. Ich werde auf dieser Welt nie der Mensch sein, der ich sein sollte. Ich werde erst dann der Mensch sein, der ich sein sollte, wenn ich tot bin, richtig? Das trifft auf uns alle zu. Ich will Vergebung für meine Sünden. Ich will Gerechtigkeit in meinem Leben. Ich will die Fülle von Gottes Segen. Wenn ich zu Christus komme, will ich, dass es keine Sünde mehr in meinem Leben gibt. Ich habe die Sünde satt, ich habe mich selbst satt, ich bin es müde, der zu sein, der ich bin, ich will all das hinter mir lassen. Ich will zu Christus kommen. Ich will einen anderen Weg einschlagen. Ich will ein anderer Mensch sein. Und die ultimative Erfüllung all dieser Sehnsüchte und Wünsche kommt nach dem Tod. Mein Leben ist mir also nicht wichtig, ebenso wie Paulus seins nicht wichtig nahm. In mir steckt dieses Verlangen, das zu sein, was ich in Christus sein will, das Verlangen und der Wunsch danach, so zu sein, es gibt diesen Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, der charakteristisch ist. Ich will von der Sünde weg. Ich will in einer Situation sein, wo es keine Sünde mehr gibt. Deshalb ist der Tod also ein willkommener Freund. Deshalb sagte Paulus: „Für mich ist das Sterben ein Gewinn.“ Es ist ein Gewinn. Ich werde erst dann das sein, was ich sein will, was Gott von mir will, wenn ich aus diesem Leben geschieden bin.

Wenn ich mich selbst verleugne, ist es also kein großer Sprung mehr zur Bereitschaft, zu sterben. Das Kreuz aufzunehmen bedeutete lediglich, bereit zu sein zu sterben. Kreuze waren Instrumente der Hinrichtung von Menschen. Und Jesus sagt hier: „Selbstverleugnung bedeutet, dass ihr euch selbst so satthabt, dass ihr sogar bereit wärt zu sterben.“ Wenn ihr mir folgen wollt, wenn ihr mir nachkommen wollt, müsst ihr dieses Gefühl haben, dann müsst ihr euren wahren Zustand begreifen, dann müsst ihr emotional von diesem Zustand überwältigt sein, von Trauer und Scham, bis zu dem Punkt, an dem ihr euch selbst dringend verleugnen wollt, ihr werdet Christus nachfolgen, egal, was es kosten möge, selbst wenn es euch das Leben kosten könnte. Das ist Buße. Das ist es. Es ist Selbsthass, Selbstverleugnung.

Und wisst ihr, selbst jetzt gibt es noch einen Überrest an Misstrauen in das, was ich bin, und sogar einen gewissen Selbsthass. In den letzten Wochen habe ich ziemlich häufig vor Studenten gesprochen, und dabei sprach einer der Studenten mit mir und sagte: „Weißt du, ich will einfach vom Herrn benutzt werden, ich will dem Herrn nützlich sein, ich will dem Herrn nützlich sein.“ Und meine Antwort darauf lautete: „Weißt du, ich denke nicht wirklich so, denn ich habe dem Herrn nichts zu bieten. Ich bete also nicht ‚Herr, ich will dir nützlich sein‘. Ich bete ‚Herr, ich hoffe, dass ich irgendwie von dir benutzt werden kann.‘ Ich will nicht etwas für den Herrn tun, ich hoffe einfach, dass der Herr etwas durch mich tun kann.“ Versteht ihr den Unterschied? Ich biete mich selbst nicht an und sage: „Herr, ich will dir mein Leben geben, um etwas für dich zu tun.“ Vergesst das. Wisst ihr, ich bin keine Maschine mit eigenem Antrieb, ich bin nur ein Werkzeug. Und jemand anders muss mich aufnehmen und dieser Jemand ist Gott. Aber wenn ich ein Werkzeug bin, dass Gott benutzen kann, dann reicht es mir, dass Gott dieses unwürdige Gefäß benutzen kann, diesen Tontopf, diesen Mülleimer, wie Paulus uns in 2. Korinther bezeichnet, dann ist das Glückseligkeit, dann ist das ein Segen. In mir steckt nichts von Wert, nichts Nützliches. Und wenn ich dann an dem Punkt ankomme, an dem ich von dem erlöst werden will, was ich bin, und an dem Punkt ankomme, wo ich mich selbst hasse, werde ich keine Grenzen setzen. Ich werde nicht sagen: „Nun Gott, du darfst nur so weit gehen, du kannst nur dies haben, aber nicht das.“ Es gibt völlige Hingabe, weil es nichts gibt, an dem wir festhalten, es gibt nichts Wertvolles. Das wird in Apostelgeschichte 20,21 mit errettendem Glauben, auf Gott ausgerichtete Buße und Glauben an unseren Herrn Jesus Christus verknüpft, sodass Errettung denen gewährt wird, die Christus nachfolgen wollen. Und der Grund dafür, dass sie Christus nachfolgen wollen, ist, dass sie an ihn glauben. Aber der Glaube, der errettet, ist ein reumütiger Glaube.

Jesus versuchte in seinen Verkündigungen, Sünder an diesen Punkt zu bringen. Und die Menschen, die sich der Botschaft am meisten widersetzt haben, waren diejenigen, die die höchste Meinung von sich selbst hatten, nicht wahr? Stimmt das nicht? Und wer waren diejenigen, die die höchste Meinung von sich selbst hatten? Die religiösen Juden, die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die obersten Priester, die religiöse Elite, das religiöse Establishment. In ihren Köpfen waren sie überaus vollendete Menschen. Sie waren frei, sie waren nie Sklaven irgendeines Menschen gewesen, sagten sie. Sie waren quasi Seher, sie konnte wahre und geistliche Dinge sehen. Sie waren gesund. Sie waren gerecht. Sie waren gut. Und Jesus löschte das natürlich einfach aus. Er sagte ihnen, sie seien blind. Er sagte ihnen, sie seien korrupt. Er sagte ihnen, sie erschienen äußerlich rein, aber innerlich seien sie voll von stinkenden Totengebeinen, Leichen. Er griff ihre Selbstgerechtigkeit an und das muss man tun, denn das ist die verdammende, vorherrschende Sünde. Und Jesus war ständig bestrebt, Sünder zum Punkt des Selbsthasses zu bringen, zu dem Punkt, wo sie wie Hiob sagen würde „Ich hasse mich“, und Hiob war ein gerechter Mann, der das sagte. Wie viel mehr muss ein ungerechter Mensch das sagen? Aber weil sie so erfüllt waren von ihrer Selbstsucht und Selbstgerechtigkeit, verachteten sie die Botschaft Jesu und töteten ihn dafür. Es war nicht so, als ob sie … Ich meine, es war nicht so, als ob sie keinen Messias wollten, es war nicht einmal so, dass sie ihn nicht für den Messias hielten, sie wünschten sich dringend einen Messias. Sie wollten, wie wir bereits erfahren haben, kostenloses Essen. Sie wollten die unglaublichste Krankenversicherung, die es je gab, Heilung für alle, ständig, und Auferstehung im Falle des Todes, kostenlos, ohne Prämien und ohne irgendwelche Prozesse zu durchlaufen. Man ging einfach zu Jesus und er kümmerte sich darum, ohne Bürokratie. Natürlich wollten sie das. Und sie hätten das so bereitwillig angenommen, aber Jesus mischte sich mit dieser Botschaft, dass sie sich selbst hassen müssten, statt sich selbst zu lieben, in ihre Denkweise ein. Sie mussten sie selbst als arme Gefangene sehen, blind und unterdrückt. Sie mussten eine Einstellung wie in den Seligpreisungen annehmen, geistliche Armut, Trauer, Sanftmut, anerkennen, dass es ihnen an Gerechtigkeit mangelte, und ihren Hunger und Durst danach unter Beweis stellen. Sie mussten bereit sein, verfolgt zu werden, statt gefeiert.

Sie hassten diese Botschaft, weil sie sich selbst liebten. Und so ist das. Wenn ihr euch rettungslos liebt, verurteilt ihr euch selbst. Wenn ihr euch liebt, hasst ihr diese Botschaft. Deshalb sagte Jesus in Matthäus 21,31: „Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr!“ Zöllner waren die übelsten, am meisten verachteten und gehassten Menschen in Israel, die ein römisches Franchise, ein Besteuerungs-Franchise, kauften und dann Menschen Geld abnötigten, und sie taten das mithilfe von Schlägertypen und Dieben und gewaltsamen Menschen, die taten, was sie tun mussten, um das Geld zu bekommen.

Könnt ihr euch vorstellen, ein religiöser Führer in Israel zu sein und Jesus sagt das zu euch? Zöllner, die man anspuckte, und Prostituierte werden vor euch in das Reich Gottes einziehen. Warum? Weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass sie sich selbst verabscheuen, als dass ihr es tut. Moralischer zu werden kann durchaus bedeuten, sich weiter vom Reich Gottes zu entfernen. Etwas Gutes daran, in den Konsequenzen krasser Sünden zu schwelgen, ist, dass das die Kraft hat, euch bewusst zu machen, wer ihr wirklich seid.

Ich habe das im Laufe der Jahre immer wieder gesagt. Die Menschen werden Christen, wenn sie verzweifelt genug sind, wenn sie den Punkt totaler Panik erreicht haben, weil sie errettet werden wollen, wenn sie wissen, dass sie buchstäblich zum dritten Mal im Meer ihrer eigenen Sünde untergehen werden. Der verdorbene Abschaum Israels würde seine Sünde sehr wahrscheinlich eher erkennen als die Selbstgerechten. Und es gibt nie Errettung für jemanden, der keine Buße tut.

Leute, ohne das Evangelium Jesu Christi könnt ihr nicht errettet werden; das bedeutet, ihr müsst an denjenigen glauben, der für euch gestorben und auferstanden ist, den Herrn Jesus Christus und all die Wahrheiten über ihn. Und Rettung durch den Glauben an den Herrn Jesus Christus ist nur möglich, wenn dieser Glaube von Buße begleitet wird. Und dennoch gibt es immer wieder Dialoge und Bücher darüber, die behaupten, dass Menschen irgendwo auf der Welt, die nie von Gott gehört haben, die nie von Jesus gehört haben, die nie die Bibel gehört haben, oder das Evangelium, errettet werden können und in den Himmel kommen, indem sie gen Himmel schauen und sagen „Weil ich glaube, dass du da oben ein Schöpfer bist und ich an dich als Schöpfer glaube.“ Mit anderen Worten, so sagt ein Autor, wäre Gott ungerecht, wenn er diese Menschen nicht in den Himmel lassen würde. Sie müssen nicht nur nicht an Jesus als Herrn glauben, sie müssen nicht einmal an Jesus glauben. Sie müssen nicht einmal wissen, dass es einen Jesus gibt, aber wie steht es mit Buße? Wo kommt die Buße ins Spiel? Was machen wir damit, eliminieren wir sie einfach? Das ist eine bequeme Sache.

Jesus sagte: „Wollt ihr ins Reich kommen? Das erfordert mehr, als nur zu glauben, dass dort oben jemand ist. Wo ist die Scham? Wo ist die Reue? Wo ist die überwältigende Überführung der eigenen Sünde?“

Deshalb ist dieser Grundsatz einfach elementar. Es ist eine grundlegende Evangeliumswahrheit. Ihr wollt Jesus nachfolgen? Dann hasst euch selbst. Die absolute Loslösung von sich selbst als etwas, das im unerlösten Zustand irgendeinen Wert hat, und selbst im erlösten Zustand besteht unserer einziger Wert darin, ein Werkzeug zu sein, dass der souveräne Herr aufnimmt. Es gibt also Selbstverleugnung, und dann das Aufnehmen des Kreuzes, und dann gerechten Gehorsam, wenn wir Christus nachfolgen. Das ist nur eine Erinnerung für euch, was dieser Grundsatz beinhaltet.

Jetzt möchte ich für ein paar Minuten über das Paradoxon sprechen. In Erweiterung dieses Grundsatzes zu einem Paradoxon sagt Jesus in Versen 24 und 25: „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert, um meinetwillen, der wird es retten. Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?“ Hier ist das Paradoxon, der Grundsatz ist klar, hier ist das Paradoxon. Ihr wollt euer Leben retten? Dann müsst ihr es verlieren. Ihr wollt euer Leben verlieren? Dann haltet daran fest.

Hier erklärt Jesus, was er gesagt hat. Er hat hier gesagt, ihr müsst euch selbst verleugnen, das bedeutet, ihr müsst euer Leben aufgeben, alles verkaufen. Ihr gebt alles für Christus auf. Ihr fügt Christus nicht zu eurem Leben hinzu. Ihr gebt alles auf, ihr verkauft alles. Und indem ihr eurem Leben buchstäblich ein Ende setzt, Selbstverleugnung, gewinnt ihr alles. Andererseits, wenn ihr euer Leben retten wollt, Vers 24, „denn wer sein Leben retten will“ – das bedeutet nicht, Sicherheitsgurte zu tragen und Airbags zu haben. Nein, davon redet er nicht. Oder sich einer Operation zu unterziehen, um eine Krankheit zu bekämpfen. Wir reden hier nicht vom physischen Leben. Wir reden hier über eure ewige Seele, eure ewige Seele. Ihr wollt also eure Seele retten? Ihr wollt euer Leben retten? Ihr wollt euch selbst retten? Dann verliert euch selbst. Das ist der einzige Weg. Ihr wollt euch selbst verlieren, in der ewigen Hölle verloren sein, für immer Strafe erleiden? Dann haltet an eurem Leben fest. Das ist das einfache Paradoxon.

Jesus sagt das auch in Matthäus 10,39. Das ist mehr oder weniger eine routinemäßige Predigt für Jesus, Matthäus 10,39: „Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“ In Johannes 12,25 gibt es noch eine Stelle, die meiner Meinung nach sogar eine Auslegung davon ist und wo Jesus dasselbe Paradoxon wiederholt. Hört euch einmal diese Worte an. „Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren.“ Seht ihr, ihr wollt euer Leben retten, weil ihr es liebt, weil ihr es liebt, so zu sein, wie ihr seid, ihr liebt euch selbst, eure eigenen Wünsche, Ambitionen, Träume und Ziele. Ihr liebt eure eigene Ehre, eure Errungenschaften, euren eigenen Weg, euren eigenen Willen. Wenn ihr das tut, werdet ihr euer Leben verlieren. Und dann sagte Jesus: „Wer aber sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren.“ Und da sagt Jesus, ihr müsst euer Leben hassen. Ich bin sicher, da hat Luther den Begriff „Hass gegen sich selbst“ her.

Wenn ihr euch selbst liebt, wenn euch Selbstsucht und Selbstachtung wichtig sind, und dafür zu sorgen, dass jedes kleinste Bedürfnis erfüllt wird, dass all eure Fantasien und Träume und Hoffnungen und Ambitionen erfüllt werden, dann werdet ihr euer Leben verlieren. Dann werdet ihr euer Leben in der ewigen Hölle verlieren. Wenn ihr euch selbst so sehr liebt, dass ihr an eurem Leben festhaltet, wie der reiche junge Herrscher, dann werdet ihr ohne ewiges Leben davongehen. Aber wenn ihr euch selbst hasst, werdet ihr ewiges Leben empfangen. Was für eine gewaltige Entscheidung. Ich meine, das ist die ultimative Entscheidung, das ist sie. Entweder rettet ihr euer Leben jetzt und ihr verliert es für immer. Oder ihr verliert euer Leben jetzt und rettet es für immer. So einfach ist das.

Und es gibt einen kurzen Ausdruck in Vers 24, auf den wir achten müssen. „Um meinetwillen … um meinetwillen.“ Es geht hier nicht um irgendeine Art der Selbstverleugnung, die man vielleicht philanthropisch nennen könnte, er sagt hier nicht, verliert euer Leben in Fällen, in denen es um Gerechtigkeit oder Fragen der Religion geht, gebt euer Leben auf, um Priester oder Nonne zu werden, euch zu verstümmeln , euch selbst in Brand zu setzen, wie es ein buddhistischer Priester tat, um seine Hingabe an Gott zu demonstrieren, oder euch mit Bomben zu umgürten wie ein ergebener Moslem, als ein gewisses Maß der Hingabe an Allah, und zu denken, ihr würdet euch dadurch in eine himmlische Erfahrung mit 72 schwarzäugigen Jungfrauen sprengen, die euch auf grünen Kissen erwarten. Davon reden wir hier nicht. Hier gibt es nur eine Art, sich selbst zu verlieren, nur eine Art von Missbilligung der eigenen Person, eine Art der Selbstverleugnung, und das ist „um meinetwillen“. Das, was jene Menschen tun, hat keinen Wert und birgt keine Tugend. Wenn ein Buddhist sich selbst verbrennt, wenn ein Moslem sich selbst in die Luft sprengt, dann verbrennen sie sich und jagen sich selbst direkt in die ewige Hölle. Das wird ihrem Konto nicht gutgeschrieben, egal, wie religiös ergeben sie waren, egal, wie extrem ihre Hingabe war. Jesus redet hier davon, dass ein Mann sein Leben hinter sich lässt, sich selbst verleugnet, sich selbst hasst angesichts der Verzweiflung über seinen sündhaften Zustand, und sein Leben Jesus Christus übergibt, „um meinetwillen“. „Wegen mir“ bedeutet das, wegen mir. Die einzige Art, euer Leben jemals auf ewig zu retten, die Ewigkeit im Angesicht Gottes im Himmel zu verbringen, mit Freude in Fülle, besteht darin, euer ganzes Leben Jesus Christus hinzugeben.

In Vers 25 macht Jesus diese wirklich interessante Aussage: „Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?“ Das ist eine Hyperbel. In der Kategorie der Illustration ist das sogar die ultimative Hyperbel. Jesus sagt: „Ich weiß, was ihr denkt, ich weiß, was ihr denkt … ihr denkt ‚Nun, ich bin gewiss ein guter Mensch und habe dies und das erreicht und diese und jene Ehre und diese Ambition und diesen Wunsch und ich möchte dieses und jenes tun und habe ein paar eigene Pläne. Und ich habe ein paar eigene Beziehungen, die ich schützen möchte. Und weißt du, ich habe viel aufzugeben. Du verlangst viel von mir.'“ Der reiche junge Herrscher sagte: „Weißt du, ich bin reich, ich habe viel. Du verlangst viel.“ Also sagte Jesus: „Okay, hier ist eine hypothetische Illustration. Was wäre, wenn dir die ganze Welt gehörte. Wie wäre das?“ Das ist die ultimative Hyperbel, mehr geht nicht. „Okay, lass uns annehmen, dir gehörte die ganze Welt und all ihre Besitztümer, alle Häuser darauf, alle Autos und Kleider und Länder, alle Ehren und alles Prestige, die ganze Macht der Welt, all ihre Möglichkeiten, dir alles zu geben, was du willst in Bezug auf materielle Vorteile, Anerkennung, Prestige, Prominenz, Macht, was auch immer. Du hast alles. Was nützt es dir?“ Was nützt es dir?

Das Wort bedeutet einfach „von welchem Nutzen ist es?“ Wozu ist das gut? Welchen Nutzen hat das? Wozu hilft dir das? „Wenn du dich selbst verlierst oder schädigst?“ Euch, euer ewiges Selbst, oder, wie Matthäus es beschrieb: „Was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?“ Wie viel ist eure Seele, euer Leben, wert? Wie viel ist eure ewige Seele wert? Mehr als die ganze irdische Welt. Ihr werdet in wenigen Atemzügen tot sein. Ihr werdet für immer leben. Ihr meint nicht, dass die landläufige Auffassung der Menschen ist, dass derjenige, der die meisten irdischen Güter besitzt, am glücklichsten ist, einfach, weil er mehr Dinge bekommt, oder bessere Beziehungen oder andere Beziehungen, oder mehr Macht, mehr Einfluss, mehr Ehre oder mehr was auch immer?

Aber Jesus sagte, wenn ihr buchstäblich sämtliche irdischen Reichtümer besitzt und dafür eure ewige Seele verlieren würdet, wäre das ein schlechter Tausch. Das ist ein schlechter Tausch. Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen und die eigene Seele zu verlieren? Und deshalb sagt Jesus: „Schaut, es ist besser, euer Leben jetzt aufzugeben, in Anerkennung der Tatsache, dass es sowieso nichts wert ist, und dann wird es für immer etwas Herrliches und Wunderbares und Gesegnetes und Freudiges und Mächtiges, etwas Friedliches und Ehrbares sein.“ Das ist die Botschaft des Evangeliums. Es ist die Wahl, die ihr trefft.

Nächstes Mal werden wir uns mit Versen 26 und 27 befassen, wo Jesus sagt: „Jeder wird vor dem Richterstuhl stehen, beim letzten Gericht, und wird für immer dafür gerichtet werden, wie er auf diese Botschaft reagiert hat.“ Lasst mich es auf einfache Weise zusammenfassen. Selbstliebe wird euch in die Hölle senden. Selbsthass wird euch in die Himmel senden. Der Glaube an den Herrn Jesus Christus ist elementar, Glaube an den Herrn Jesus Christus, gekoppelt mit wahrer Buße, ist erforderlich. Beides sind mächtige Werke des Geistes Gottes in einem bereitwilligen Herz, durch das Verständnis der Wahrheit. Deshalb verkünden wir die Wahrheit.

[Gebet]


[1] www.luther.de/leben/anschlag/95thesen.html


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