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Die Antwort auf die größte Frage des Lebens, Teil 1 (German)

Lukas 10:25 August 24, 2003 de42-141

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Unser Text heute früh stammt aus Lukas Kapitel 10, Verse 25 bis 29. Wir haben hier bei Grace To You ein kurzes Motto: „Gottes Wahrheit Vers für Vers freisetzen“ und genau das tun wir hier, wenn wir jeden Sonntag das Wort Gottes aufschlagen. Und wir arbeiten dieses wunderbare Lukasevangelium durch, die Aufzeichnungen von Lukas über das Leben und den Dienst unseres Herrn Jesus Christus. Wir befinden uns jetzt in Kapitel 10 und einem Abschnitt, der in Vers 25 beginnt. Ich werde bis Vers 29 vorlesen. Ich werde heute früh nicht diesen ganzen Abschnitt abdecken können, aber ich werde versuchen, ihn vorzustellen und einen Anfang zu machen. Wir werden versuchen, ihn nächsten Sonntag abzuschließen. Und ich möchte den Text nicht übereilt durchgehen, dafür ist er einfach viel zu wichtig. Ihr werdet seine Bedeutung bereits beim Durchlesen bemerken.

Wir beginnen in Lukas 10, Vers 25: „Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: ‚Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erben?‘ Und er sprach zu ihm: ‚Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?‘ Er aber antwortete und sprach: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst.‘ Er sprach zu ihm: ‚Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben.‘Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: ‚Und wer ist mein Nächster?‘“

Von allen Fragen, die je gestellt werden könnten, von all den Fragen, die je beantwortet werden könnten, ist keine wichtiger als diese. Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Das ist DIE wichtigste Frage, die gestellt und beantwortet werden kann. Und der Grund dafür ist, dass jede menschliche Seele unsterblich ist. Keine Seele, keine innere Person in irgendeinem Menschen, hört jemals auf zu existieren. Jeder Mensch, der je geboren wird, lebt für immer. Unsere Körper sterben, unsere Seelen leben für immer weiter. Wir wurden unsterblich geschaffen. Die Annihilation ist eine Lüge. Der Seelenschlaf ist eine Lüge. Die Reinkarnation ist eine Lüge. Die Evolution ist eine Lüge. Jede Person, die je gelebt hat, wird für immer die Person sein, die sie ist.

Die einzige Frage lautet: Wo und unter welchen Umständen werdet ihr die Ewigkeit verbringen? Das ist offensichtlich die dringlichste Frage, die man je stellen könnte. Und verglichen mit der kurzen Zeit, die wir auf dieser Welt leben, überwiegt ihre Dringlichkeit alle anderen Erwägungen. Jeder von uns ist unvergänglich. Ihr werdet für immer als ihr selbst weiterleben. Jakobus sagt, das Leben auf dieser Welt sei ein Dunst, der für kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet. Es ist wie Dampf aus einem kochenden Wasserkessel, für einen Moment ist er hier und dann ist er vergangen. Das Leben auf dieser Welt ist eine unendlich kurze Zeit, verglichen mit der Ewigkeit. Ihr werdet für immer leben. Ihr werdet nie aufhören zu existieren. Und ihr werdet diese Ewigkeit an einem von zwei Orten verbringen - im Himmel oder in der Hölle; das sind die einzigen beiden Orte. Es gibt keinen anderen Ort. Es gibt kein Fegefeuer. Es gibt keine Warteschleife. Es gibt keine Vorhölle. Es gibt den Himmel und es gibt die Hölle und das ist alles; ihr werdet während der gesamten Ewigkeit an einem dieser beiden Orte sein. Und ihr werdet euch bewusst sein, dass ihr dort seid; all eure rationalen Fähigkeiten werden auf Höchstleistung laufen. Und euer Zartgefühl und eure Empfindlichkeiten, euer Verständnis und euere Einsicht werden nicht abgestumpft werden, sodass weder die Freuden des Himmels abgeschwächt noch die Schmerzen der Hölle gemildert werden.

Das ist die Frage aller Fragen und es ist eine grundlegende Frage. Ich gebe zu, es ist eine grundlegende Frage. Aber es ist unverzichtbar, sich mit dieser Frage zu befassen. Wir befassen uns jetzt mit den Grundlagen, wir befassen uns mit Jesus und dem Evangelium, das er verkündete und das die Grundlage von allem ist, die Grundlage für den Rest des Neuen Testaments und aller Werke der Gemeinde, die verrichtet wurden, seit das Evangelium geschrieben wurde. Wir entschuldigen uns deshalb nicht dafür, dass wir uns dieser Frage zuwenden und uns dann mit ihr befassen.

Ich möchte euch nur kurz vermitteln, was im Leben von Christus zu diesem Zeitpunkt geschieht. In weniger als einem Jahr, in nur wenigen Monaten, wird er an einem Kreuz hingerichtet werden, dann von den Toten auferstehen und dann 40 Tage später in den Himmel aufsteigen und den Heiligen Geist senden. Damit beginnt das Gemeindezeitalter. Er befindet sich jetzt im letzten Jahr seines Lebens, im letzten Jahr seines kurzen dreijährigen Dienstes. Und zu diesem bestimmten Zeitpunkt verbreitet er … hat er die Botschaft des Evangeliums bereits in Galiläa verbreitet. Jetzt, in diesen letzten Monaten, zieht er durch die Dörfer und Städte in Judäa, hier und dort, und verkündet diese wunderbare Botschaft des ewigen Lebens. Hier befinden wir uns also mitten im Lehrdienst von Jesus.

Er fordert Menschen dazu auf, Jünger seiner wahren Jünger zu sein, nicht nur neugierig, sondern engagiert. Er hat in Kapitel 9, Vers 23 bereits gesagt, wenn ihr mir nachkommen wollt, im wahren Sinne, dann verleugnet euch, nehmt euer Kreuz auf und folgt mir. Das bedeutet, verleugnet euch selbst, eure eigenen Ambitionen, eure eigenen Wünsche, euren eigenen Willen und ordnet alles mir unter. Weigert euch, Kontakt mit der Person zu haben, die ihr bisher wart. Folgt mir nach und verkündet, dass ich der Herr eures Lebens bin. Nehmt ein Kreuz auf, selbst wenn ich den Tod von euch fordere; seid bereit zu sterben. Und ordnet euch unter allen Umständen gehorsam meinem Willen und meinem Wort unter. Das ist die schwere, aber wahre Berufung zur wahren Jüngerschaft.

Inmitten der Lehren über wahre Jüngerschaft hat unser Herr siebzig von seinen wahren Jüngern zusammengerufen und sie paarweise ausgesandt, um die Botschaft der wahren Jüngerschaft zu verbreiten, um das Evangelium der Errettung durch Glauben an den Messias, der gekommen ist, zu verbreiten. Die Siebzig waren ausgezogen, sie hatten einige Erfolge gehabt, und so befinden wir uns inmitten der evangelistischen Bemühungen von Jesus und den zwölf Aposteln und den 70, die ebenfalls ausgesandt wurden.

Inmitten dieser Verkündigung des … des Evangeliums, der Einladung an die Menschen, wahre Nachfolger Christi zu werden, der Einladung, sich selbst zu verleugnen, ihr Kreuz aufzunehmen und gehorsam zu sein, der Einladung in das Reich, der Einladung dazu, Vergebung für ihre Sünden zu empfangen, der Einladung zu ewigem Leben, kommen wir in diesem Text zu einem sehr persönlichen Gespräch; obwohl es in einer öffentlichen Umgebung stattfand, war es ein sehr persönliches Gespräch. Das ist Evangelisation von Angesicht zu Angesicht. Wir haben Jesus in Synagogen und draußen predigen hören. Die Apostel sind paarweise ausgezogen und haben in den Städten und Dörfern von Galiläa gepredigt. Die 70 sind in alle Städte und Dörfer ausgezogen, die Jesus besuchen würde, und bereiteten den Weg vor, indem sie das Evangelium dort öffentlich verkündeten. Jesus hat bei dem, was wir uns angesehen haben, meist gepredigt, mit einigen Ausnahmen; er hat Gruppen von Menschen öffentlich gedient. Aber hier kommen wir zu einer persönlichen Begegnung zwischen Jesus und einem Gesetzesgelehrten, der ihm diese Frage stellte. Und die Frage lautet: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Das ist die dringlichste Frage.

Jetzt, mehr als zwei Jahre nach Beginn des Dienstes von Jesus, ist er bereits durch Galiläa gezogen; er hat anderthalb Jahre in Galiläa gepredigt und die Zwölf ausgesandt. Er hat bereits das erste Jahr von seinem Dienst in Judäa verbracht, sodass die Menschen bereits von Jesus gehört haben. Jetzt ist er zurück für die letzten Monate vor seiner Kreuzigung und er predigt wieder und wird dabei von den Aposteln und den 70 unterstützt. Aber trotz all der Verkündigung und der quasi buchstäblichen Verbannung von Krankheiten aus dem Land Israel durch seine wundersamen Kräfte, durch ein Wunder nach dem anderen, das er vollbringt, um zu beweisen, dass er tatsächlich der göttliche Sohn Gottes ist, trotz all dem ist die Anzahl wahrer Jünger, die wirklich geglaubt und das Evangelium angenommen haben, sehr, sehr gering. Wir wissen, dass es die Zwölf gibt, von denen einer ein falscher Jünger ist. Wir wissen, dass es die 70 gibt, deren Namen im Himmel geschrieben sind, wie wir in Vers 20 erfahren. Es gibt also mindestens 81 wahre Gläubige und es muss einige andere gegeben haben, die keinen Auftrag hatten und nicht zu den Zwölf oder den 70 gehörten. Aber das ist keinesfalls eine große Menge. Und später, als Jesus nach seiner Auferstehung in Galiläa den versammelten Gläubigen erscheint, sind nur 500 von ihnen da. Und als der Heilige Geist nach der Himmelfahrt Jesu auf den Obersaal in Jerusalem fällt, sind dort nur 120 versammelt. Aufgrund dieser Zählung waren es sechs bis sieben Hundert, vielleicht ein paar Hundert mehr, aber nach all diesem Dienst, nach all seiner Zurschaustellung von göttlicher Macht, ist das ein ... ist das ein kleiner Rest. Damit wird definitiv erfüllt, was unser Herr mit folgenden Worten aussprach: „Denn die Pforte ist eng […] und wenige sind es, die den Weg finden.“ Und er predigte die Vergebung der Sünde, er predigte das Reich Gottes. Er predigte Segen. Sie nahmen die Botschaft nicht an, weil sie nicht bereit waren, die Diagnose zu akzeptieren, dass sie ungeachtet dessen, was sie über sich selbst dachten, elende Sünder waren, religiöse Heuchler, und dass sie sich auf dem Weg zur Zerstörung befanden. Sie mochten die Diagnose nicht, deshalb lehnten sie das Heilmittel ab.

Hier treffen wir jemanden, der ein Mitläufer in der Menge war. Er wird als Gesetzesgelehrter identifiziert. Wir werden nächste Woche mehr über ihn erfahren. Aber hier geht es um den Verkündigungsdienst von Jesus, den Aposteln und den 70; hier geht es unmittelbar um ein Gespräch zwischen zwei Menschen und wir lernen daraus einige sehr elementare und hilfreiche Lektionen über Evangelisation. Jesus ist unser Vorbild. Vergesst nicht, die Belesenen, die Elite, die religiösen Anführer, die Gebildeten, die Prominenten, die Mächtigen und die Einflussreichen hatten Jesus abgelehnt. Sie sind die Weisen und Klugen aus Vers 21, von denen Jesus sagte, der Vater habe diese Dinge verborgen. Und jene, die geglaubt haben und Jesus nachfolgen, sind die Kleinen. Sie sind unbedeutend, ohne Rang. Sie sind Fischer und Menschen, die manuelle Arbeit verrichteten, sie waren die Unbekannten, nicht einer von ihnen war ein Pharisäer, nicht einer ein Sadduzäer, nicht einer ein Schriftgelehrter, nicht einer ein Rabbiner, nicht einer ein Priester, nicht einer mit einer prominenten Stellung - mit Ausnahme von Matthäus, der ein Zöllner war und damit eine Stellung bekleidete, durch die er von den Juden mehr als alle anderen Menschen gehasst wurde. Sie sind das Gesindel. Und die Anderen, die Jesus hinterherzulaufen schienen, sind Wirte und Sünder und Huren. Aber sie sind die Kleinen, das heißt, sie betrachteten sich selbst als nichts, als ohne Rang und ohne Errungenschaften. Und in ihrer Verzweiflung und aufgrund einer korrekten Einschätzung ihres Zustandes nahmen sie das Evangelium an, das die Selbstgerechten und die Stolzen abgelehnt hatten.

Hier begegnen wir jemandem, der zur Elite gehört. Hier begegnen wir jemandem, der zur religiösen Führungsschicht gehört. Und diese Begegnung gibt uns Einblicke, wie man einen Menschen persönlich, von Angesicht zu Angesicht evangelisiert. Diese Person, dieser Gesetzesgelehrte ohne Namen, hat ein unschätzbares Privileg. Er hat die Gelegenheit, ein Gespräch über das ewige Leben mit demjenigen zu führen, der das ewige Leben selbst ist. Sein Privileg kann gar nicht überbewertet werden. Und das Ergebnis macht die Geschichte umso tragischer. Hier sieht er dem ewigen Leben direkt ins Angesicht, stellt die richtige Frage, und geht dann fort, dem ewigen Tod entgegen. Das ist ein schrecklicher Verlust einer [einmaligen] Gelegenheit. Aber in diesem Prozess erfahren wir, was notwendig ist, um effektiv persönliche Evangelisation zu betreiben, wie Jesus das tat.

Vier Dinge sind erforderlich und ich werde diese mit euch zusammen durcharbeiten. Erstens, wenn ihr in Bezug auf das Evangelium und die Fragen des ewigen Lebens Einfluss auf Jemanden haben wollt, muss euer Gegenüber das ewige Leben anerkennen. Das Schlüsselwort hier lautet „Anerkennung“. Euer Gegenüber muss anerkennen, dass er für immer leben wird.

Zweitens muss er motiviert sein zum ewigen Leben. Nachdem euer Gesprächspartner anerkannt hat, dass das Leben ewig ist, muss er motiviert sein im Hinblick auf das ewige Leben, das Gott durch seinen Sohn bietet. Die Anerkennung des ewigen Lebens, die Motivation zum ewigen Leben und dann ein dritter Punkt, über den wir sprechen werden: die Beschaffenheit des ewigen Lebens. Wir müssen das Wesen jenes ewigen Lebens verstehen. Wenn man über das Gesicht eines Menschen spricht, verwendet man auch [für die Beschaffenheit] das Wort „Komplexion“. Das ist wahrscheinlich eine angemessene Weise sich auf „Komplexion“ zu beziehen. „Komplexion“ kommt von dem Wort complex und bedeutet „eine Struktur“ oder „eine Ordnung“. Und wisst ihr, aus eben diesem Grund benutzen Frauen Make-up, um Ordnung und Struktur in etwas zu bringen, was ansonsten nicht ordentlich oder strukturiert ist. Aber das müssen wir nicht weiter verfolgen, das ist nicht … das ist nicht hilfreich. Es ist also eine Anwendung dieses Konzepts. Aber complex bedeutet „die Struktur von etwas“, „die Ordnung von etwas“. Und ich möchte mit euch so sprechen, wie Jesus zu diesem Mann sprach, über das Wesen oder die Essenz oder die Ordnung des ewigen Lebens.

Wir gehen von der Anerkennung, dass es existiert, zur Motivation, danach zu streben, zu seiner Beschaffenheit oder Definition und schließlich zum Erwerb des ewigen Lebens über. Wie eignet man sich das also an? Nachdem wir verstanden haben, dass es existiert, motiviert sind, es zu empfangen, dessen Wesen verstehen, wie erhalten wir also dieses ewige Leben? Das ist der Verlauf des Gesprächs. Es ist ein sehr entscheidender, ein wirklich entscheidender Text.

Wir haben gerade diesen Text und die Frage gelesen: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Wenn ihr die Bibel irgendwie studiert, wenn ihr die Evangelien gelesen habt - und das haben die meisten von euch natürlich -, hört diese Frage sich sehr vertraut an, nicht wahr? Nun, es ist eine vertraute Frage, weil sie mehrere Male in den Evangelien auftaucht. Sie taucht sogar in jedem Evangelium auf. Aber ihr sollt wissen, dass diese besondere Begegnung mit diesem Mann nicht eine Parallele zu irgendeiner der anderen ist. Das hier ist ein einzigartiges Ereignis.

In Matthäus 19 war es kein Gesetzesgelehrter, sondern ein reicher junger Herrscher und die Umstände waren ganz anders, obwohl die Frage identisch war. Und wie wir bemerken werden, handelte es sich in Johannes 6 um eine Gruppe von Menschen, nicht um eine einzelne Person. Dieses Ereignis steht also für sich und lässt sich nicht wirklich mit den anderen vergleichen, weil die anders sind. Aber was wir dadurch erfahren, ist, dass die Frage über das ewige Leben die Menschen zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten und bei verschiedenen Begegnungen mit unterschiedlichen Leuten beschäftigte … die Frage tauchte immer wieder auf. Und sie taucht auf wegen des ersten Punktes, den ich euch verständlich machen möchte. Das ist es, was wir begreifen müssen. Sie hatten das ewige Leben anerkannt. Sie erkannten das ewige Leben an. Und damit meine ich nicht, dass sie nur anerkannten, dass sie für immer leben würden, sondern dass sie anerkannten, dass es ein ewiges Leben gab, nicht im Sinne von bios, nicht körperliches Leben oder Existieren für immer, sondern ewiges Leben im Sinne von zoe, das heißt ewiges Wohlergehen, ewiger Segen, wirklich leben. Sie erkannten, dass Gott ein ewiges Reich versprochen hatte, dass Gott ein Reich des Segens, eine Domäne der Glückseligkeit und Freude, des Friedens, der Erfüllung und Zufriedenheit und Hoffnung versprochen hatte. Sie glaubten daran, das war ein Bestandteil eben jener Struktur, die ihre judaistische Philosophie und Theologie ausmachte. Dieses Gespräch hätte nie stattgefunden, wenn die Frage nicht gestellt worden wäre.

Die Frage wäre nicht gestellt worden, wenn der Mann nicht an das ewige Leben geglaubt hätte. Er müsste nicht wissen, wie er es erben könnte, wenn er nicht bereits wüsste, dass es existiert. Er wusste, er würde für immer leben und er wusste, dass es bei diesem ewigen Leben möglich war, mit Gott in seinem Reich zu leben. Das gesamte Ereignis basiert auf seinem Verständnis der Unsterblichkeit. Natürlich haben die Evolution, der Materialismus, Humanismus und Atheismus den Menschen von dieser universellen Überzeugung abgeschnitten, die von jeher unter den Menschen existierte - bis zur heutigen Zeit. Es ist mir egal, welchen Teil der Welt ihr betrachtet. Im Laufe der Geschichte findet ihr in jeder Kultur, egal wie primitiv diese sein mag, den Glauben an die Unsterblichkeit. Aber jetzt, wo wir in dieser posthumanistischen, postmaterialistischen, postevolutionären Welt leben, brauchen die Menschen den Glauben an die Unsterblichkeit nicht mehr. Und so können wir bei unserer Evangelisation nicht davon ausgehen, dass die Menschen begreifen, dass sie für immer leben werden.

Aber historisch gesehen - und ich denke, auch heute noch, trotz aller Philosophien, die in die Köpfe unserer Gesellschaft eingehämmert wurden - haben die meisten Menschen an die Unsterblichkeit der Seele geglaubt und tun es immer noch. Die Menschen versuchen immer noch, zu ihren toten Verwandten zu sprechen, nicht wahr, durch Hypnose und Seancen und was auch immer. Die Menschen glauben, und das hört man die ganze Zeit, dass irgendwo da oben die Menschen, die gestorben sind, herunterschauen und sie beobachten und es gibt einfach diese Realität, die im Herzen der Menschen existiert. Gott hat die Ewigkeit im menschlichen Herzen verankert. Und von einem philosophischen Standpunkt aus könnte man sich das zwar ausreden, aber es gibt dieses quälende Gefühl, dass es doch existiert. Der Mensch fühlt die Anziehungskraft der Ewigkeit in seinem Herzen wie ein kleiner blinder Junge, der einen Drachen steigen lässt und das Ziehen des Windes gegen seine Hand spürt, wenn dieser an der Leine zieht, obwohl der Junge das nicht sehen kann; ebenso fühlt der Mensch die Anziehungskraft der Ewigkeit. Der Schöpfer hat dieses Verlangen im Herzen des Menschen verankert. Aus diesem Grund war es in der ägyptischen Gesellschaft zum Beispiel üblich, bei der Beerdigung von Pharaonen in den Pyramiden ein Solarboot mit ihnen zu begraben, damit sie über den Fluss in die nächste Welt segeln würden. Und wenn die Griechen in der griechischen Kultur jemanden begruben, legten sie ihm eine silberne Münze in den Mund, wenn der Leichnam in die Erde herabgelassen wurde, damit er den Fährmann für die Überquerung des mystischen Flusses in die Ewigkeit bezahlen konnte. Und in der Geschichte Amerikas haben die Indianer, wenn sie ihre Krieger auf den Ebenen unseres eigenen Landes begruben, deren Ponys mit ihnen begraben, damit sie etwas hätten, worauf sie durch die fröhlichen Jagdgründe reiten konnten. Ich meine, das findet sich einfach überall auf der Erde, in der gesamten Geschichte. Gott hat die Ewigkeit im Herzen verankert.

Aber das ist nicht der Grund dafür, warum der Gesetzesgelehrte daran glaubte und das ist nicht der Grund dafür, warum ich an die Unsterblichkeit glaube. Ich fühle die Anziehungskraft der Unsterblichkeit, das ist ein normales, menschliches Empfinden, das Gott uns mitgegeben hat. Aber die Tatsache der Unsterblichkeit findet sich auf den Seiten des offenbarten Wortes Gottes, der Bibel. Der Schriftgelehrte kannte sein Altes Testament. Und so wusste er, dass er für immer leben würde. Das Alte Testament lehrte das. Und es lehrte, dass es einen ewigen Ort des Segens und der Glückseligkeit im Reich Gottes gab und dass es einen anderen Ort des Schreckens und der Furcht und Dunkelheit und Strafe gab. Das ewige Leben wird im Alten Testament viele Male erwähnt.

Ich möchte euch hier nur einige Stellen zeigen, weil sie so wichtig sind. Hört euch in Psalm 16 die Zuversicht des inspirierten David an, während er schreibt. Psalm 16, Vers 8: „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt.“

David sagt: „Ich freue mich, ich empfinde Freude.“ Hier ist der Grund dafür. „Auch mein Fleisch wird sicher ruhen, denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, daß dein Getreuer die Verwesung sieht. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich.“ David sagte, ich kann alles im Leben ertragen, ich kann alles durchleben, was mir passiert. Ich kann den Herrn segnen. Ich habe den Herrn allezeit vor mir. Ich werde nicht wanken. Mein Herz freut sich. Mein Mund frohlockt. Ich lebe in Sicherheit. Warum? Weil ich nicht in einem Grab enden werde, ich werde nicht verwesen in dieser Höhle oder diesem Grab, ich werde durch dieses Grab gehen, hinaus auf der anderen Seite, den Weg des Lebens entlang in deine Gegenwart, wo es Freude in Fülle auf immer und ewig gibt. Das ist die Hoffnung, die dem Gläubigen des Alten Testaments unmissverständlich gegeben wird, und die später natürlich bei der großen Verkündigung von Petrus auch auf Christus angewandt wird.

In Psalm 21, Vers 5 lesen wir: „Er bat dich um Leben, du hast es ihm gegeben; Dauer der Tage für immer und ewig. Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Hilfe.“ Durch Gottes Errettung bietet er uns Leben, das für immer währt. Das wird an vielen, vielen Stellen wiederholt. Hiob wusste, auch wenn er sterben sollte, so würde er dennoch in seinem Fleisch Gott sehen, und er würde ihn selbst sehen und niemand anders. David wusste, wenn er sterben würde, würde er als Ebenbild Gottes erwachen und vollkommen zufrieden sein. Als der kleine Sohn von David starb, sagte er: „Er kann nicht zu mir kommen, aber ich werde zu ihm gehen.“ Er wusste, es würde eine Wiedervereinigung mit seinem kleinen Sohn geben, der gestorben und vor das Angesicht des Herrn getreten war.

In Psalm 133,3 lesen wir: „Der Herr hat den Segen verheißen.“ Was war das? „Leben bis in die Ewigkeit … Leben bis in die Ewigkeit.“ Und so hatten die Juden die Erwartung der Unsterblichkeit. Dass sie für immer leben würden und dass sie für immer in der Glückseligkeit und der Freude und den Annehmlichkeiten der Gegenwart Gottes leben könnten. Die Propheten nahmen dieselbe großartige Wahrheit auf. In Daniel Kapitel 2, Vers 44, schreibt Daniel zum Beispiel: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen.“

Und Daniel sah, ebenso wie die anderen Propheten, einem künftigen Reich entgegen. Und sobald dieses Reich einmal begonnen hatte, sobald Gott dieses Reich auf Erden eingeweiht hatte, würde es nie enden. Die irdische Komponente des Reichs würde nach tausend Jahren enden, wie das Buch der Offenbarung uns sagt, aber es würde sofort in einen neuen Himmel und eine neue Erde übergehen, das ewige Reich. Sobald Gott also sein Reich errichtete, war das für immer. Das Versprechen bestand also darin, dass man in diesem ewig währenden Reich mit all seinen Annehmlichkeiten, all seinen Freuden und der gesamten Zufriedenheit in Gottes herrlicher Gegenwart leben konnte.

In Daniel 7, der Vision von Daniel, sah er in den Nachtgesichten, sagt er, und er sah einen, gleich einem Sohn des Menschen. Er sah Christus kommen vor den Hochbetagten, vor Gott selbst, und [Christus] wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, damit alle Völker, Stämme und Sprachen ihm dienen sollten. Und hier erfahren wir, dass dieses Reich in der Gegenwart Gottes, wo es ewige Freude geben wird, für alle Menschen und alle Nationen, für jede Sprache sein wird. Wir lesen, dass seine Herrschaft eine ewige Herrschaft ist, die nicht vergehen wird. Sein Reich ist eins, das nicht zugrunde gehen wird. Und dann, weiter unten in Daniel 7, Vers 18, lesen wir: „Aber die Heiligen des Allerhöchsten werden die Königsherrschaft empfangen, und sie werden die Königsherrschaft bis in Ewigkeit behalten, ja, bis in alle Ewigkeit“ - das bedeutet, für alle Zeiten.

Und dann ein weiterer Abschnitt am Ende von Daniel. Das ist ein großartiger Text. Daniel 12,2: „Wenn unser Herr kommt“, sagt Vers 2 in Kapitel 12 von Daniel, „ [werden] viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, [...] aufwachen.“ Jetzt geht es um die künftige Auferstehung: „die einen zum ewigen Leben; die andren zur ewigen Schmach und Schande.“ Schande oder Hass, der für immer währt. Strafe, die für immer währt. Verachtung, die für immer währt. Schmach, die für immer währt. Sie wussten, sie wussten, dass es zwei Welten gab, in denen die unsterbliche Seele jeder einzelnen Person leben würde - entweder die Welt der Gegenwart Gottes oder eine Welt ohne seine Gegenwart.

Als Gabriel, der Engel, kam, wie wir in Lukas Kapitel 1 gesehen haben, und Maria die Geburt Jesu Christi ankündigte, sagte er in Vers 32: „Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ Dieser Engel wiederholte, was Maria bereits wusste, was man sie gelehrt hatte, dass Gott einen Sohn senden würde, den Sohn eines Menschen, wie es in Daniel 7 steht, und dass er kommen und ein ewiges Reich errichten würde. Das war eine unter den Juden weitverbreitete Überzeugung, dass sie für immer leben würden und dass sie für immer in der Gegenwart Gottes leben könnten. Und in Gottes Gegenwart würde es Zufriedenheit geben, und in Gottes Gegenwart würde es Freude in Fülle geben und in Gottes Gegenwart würde es Annehmlichkeiten für immer geben. Und deshalb tauchte die Frage immer wieder auf. Der reiche junge Herrscher: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Der Gesetzesgelehrte: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Und in Johannes Kapitel 6 wird eine ganze Menge von Menschen, die sich in der Gegenwart von Jesus befinden, mit derselben Frage konfrontiert. In Johannes 6, Vers 27, sagt Jesus: „Wirkt nicht [für] die Speise, die vergänglich ist, sondern [für] die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt. Ihr sorgt euch viel zu sehr um irdische Dinge, ihr sorgt euch viel zu sehr um vergängliche Dinge, ihr müsst euch um das ewige Leben sorgen, dass der Sohn des Menschen euch geben wird, denn ihn hat Gott, der Vater, bestätigt. Ich biete euch ewiges Leben und ihr lauft mir hinterher wegen Frühstück, weil ich euch gestern Abend zu essen gab“, … erinnert ihr euch noch an das Brot und die Fische? Und so sagten sie: „Was sollen wir tun, um solche Werke Gottes zu wirken, dass wir ewiges Leben erben?“

Es scheint, als ob jeder diese Frage stellte. Rabbi Ben Eleazar war einer jener Rabbiner in Israel, über dessen Schriften wir verfügen und in einer davon sagt er, es gab ein Gespräch, das folgendermaßen begann. „Rabbi, lehre uns die Wege des Lebens, damit wir durch sie das Leben der künftigen Welt erlangen mögen.“ Sie alle glaubten an eine künftige Welt. Und sie wollten ein Leben in der Gegenwart Gottes, nicht die Alternative, nicht die ewig währende Schmach und Verachtung und Hass. Sie wollten Freude, nicht Traurigkeit. Sie wollten Belohnung, nicht Strafe. Sie wussten Bescheid über das nächste Leben. Sie wussten Bescheid. Dieser Gesetzesgelehrte wusste, dass Henoch direkt in das nächste Leben gegangen war. Dass Elia in einem feurigen Streitwagen direkt in das nächste Leben gefahren war. Sie wussten, dass Moses einfach in das nächste Leben entschwunden war und sein Leib wurde niemals gefunden. Sie wussten, dass Hiob auf das nächste Leben wartete. Sie wussten, dass David es freudig erwartete etc. etc.

Ewiges Leben, nicht chronologisches Leben oder irgendeine Art biologisches Leben, sondern Leben im vollsten Sinne, wirklich in der Gegenwart Gottes leben. Sie wussten, dass es das gab und es bedeutete, in Gottes ewiges Reich des Segens, der Glückseligkeit und der Freuden für immer einzugehen.

Ihr sagt: „Nun, warum stellten sie die Frage? Ich meine, waren sie nicht ziemlich zuversichtlich, dass sie sowieso dort sein würden?“ Nun, ihr wisst, dass das System auf dem Papier oder Pergament, wenn man so möchte, besagte, man könne sich mehr oder weniger darauf verlassen, dass der eigene Judaismus einen dorthin bringen würde. Ich meine, wenn ihr ein Jude seid, dann gehörtet ihr schließlich zu den Kindern Abrahams. Natürlich werden wir dort sein. Und wenn ihr am achten Tag beschnitten wurdet und die Gesetze eingehalten habt - erinnert ihr euch an die kleine Liste von Paulus in Philipper 3 -, wenn ihr die Gesetze und Zeremonien eingehalten habt und die Traditionen und all das und zumindest extern das Gesetz befolgt habt, waren sie dann nicht ziemlich überzeugt davon, dass alles in Ordnung sein würde, dass sie Juden waren und zum auserwählten Volk gehörten, dass sie beschnitten worden waren, Opfer gebracht hatten, dass das Blut des Tieres an Jom Kippur, dem Tag der Versöhnung, ihre Sünden bedeckte und die anderen Opfer ebenfalls, und war das Versprechen Gottes schließlich nicht an sie gerichtet? Und waren sie nicht das Volk Gottes? Ich meine, war eigentlich nicht alles in Ordnung?

Und ich sage noch einmal: Ja, auf dem Pergament war es in Ordnung. Aber das befasste sich nicht mit ihrem Gewissen. Es war oberflächlich. Es war heuchlerisch. Es war extern. Es garantierte ihnen das Reich Gottes in keiner Weise, wie wir wissen. Und Paulus sagte in Philipper 3: „Ich habe all das betrachtet und all die Dinge neu bewertet, von denen ich gedacht hatte, sie würden mich in das Reich Gottes bringen; ich habe erkannt, dass all das nur Unrat war.“ Eine sehr dramatische Aussage. Es hat mich nicht nur nicht dorthin gebracht, es war nicht nur nicht genug, es hat mich in die entgegengesetzte Richtung geschickt. Sie wussten das im Inneren. Sie waren nicht bereit, nach Außen hin zuzugeben, dass sie nicht qualifiziert waren, aber ich glaube wirklich, dass es eine quälende Frage gibt, die immer wieder auftaucht, und sie taucht immer wieder auf, weil das Herz absolut unzufrieden ist. Wenn sie getünchten Gräbern glichen, voller Totengebeine, dann lebten sie mit dieser Realität die ganze Zeit. Paulus sagte: „Denn wer von den Menschen kennt die Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist?“ Sie kannten die Realität des Zustandes ihrer Herzen. Sie hatten sich selbst oberflächlich getüncht. Aber die quälende Frage war vorhanden, weil sie wussten, dass ihr Verhältnis zu Gott nicht stimmte, weil sie wussten, dass sie ihr Leben nicht im Griff hatten. Sie wussten, sie konnten innerlich nicht rechtschaffen leben. Sie befürchteten, das ewige Leben zu verpassen. Und die Tatsache, dass sie kamen und die Frage stellten, deutet darauf hin, wie diese Frage existierte und dass sie überall existierte.

Sie glaubten an ewiges Leben. Sie wollten dort sein. Und als Jesus zu predigen begann, was verkündete er? „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Seine Botschaft war über ewiges Leben, alles durch die Verkündigung von Jesus. Ich bin erstaunt, wie oft er über das ewige Leben sprach; im Neuen Testament wird das ewige Leben mindestens 50-mal erwähnt. Er sagte in Markus 10,29: „Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfältig empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker …“. Das bedeutet, wenn ihr alles aufgegeben habt, um Christus anzunehmen, habt ihr im Gegenzug den Leib Christi erhalten. Ihr habt alle von uns erhalten. Wir sind jetzt eure Familie und wir bieten euch all das. Aber, er sagt, „unter Verfolgungen“. Das wirft er nur kurz ein. Und dann fügt er hinzu: „und in der künftigen Weltzeit ewiges Leben.“ Hier geht es in Wirklichkeit um ewiges Leben. Die Kernbotschaft des Evangeliums ist ewiges Leben. Das ist nicht isoliert, wie ich bereits sagte, sondern einfach überall, und wenn ihr das Neue Testament wieder lest und die Evangelien, haltet einfach mal danach Ausschau. Johannes 4,36: „Und wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben.“ Johannes 5,39: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben.“ Die Juden betrachteten die Schriften und erforschten sie. Warum? Sie wollten den Weg zum ewigen Leben finden. Das war es, wonach sie suchten.

Wisst ihr, sie waren vielen Evangelikalen der heutigen Zeit weit voraus, zumindest an der Oberfläche. Zumindest wussten sie, dass es um das ewige Leben ging, nicht um ein besseres Leben hier. Jesus sagte in Johannes 6,54: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“ Ich liebe Vers 68: „Wollt ihr nicht auch gehen?“, sagt Jesus, „alle sind gegangen, die Jünger gingen nicht mehr mit ihm. Wollt ihr nicht auch gehen?“ Erinnert ihr euch an die Antwort von Petrus? „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte“, …. was? …, „ewigen Lebens.“ Jeder war am ewigen Leben interessiert. Es ging überall um ewiges Leben. Es war die Frage, die jenen Menschen am meisten am Herz lag. Jeder wird für immer leben. Wo? Und wenn Gott ein Reich hat und ich da sein kann, um für immer mit ihm zu leben, wie erbe ich dieses Reich? Jesus sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ Es geht um ewiges Leben. In Johannes 12,24-25 lesen wir: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren.“ Ihr verliert euer Leben hier, ihr verleugnet euch selbst, ihr kreuzigt euch selbst, ihr stellt euere eigenen Interessen zurück und ihr lebt für immer. Das ist der Punkt, an dem es in der Diskussion des ewigen Lebens eine Verbindung mit Lukas 9,23 gibt: „Wenn jemand mir nachkommen will, um ewiges Leben zu empfangen, so muss er sich selbst verleugnen.“ Wenn ihr euer Leben verliert, gewinnt ihr es. Wenn ihr an eurem Leben festhaltet, verliert ihr es.

So geht es immer weiter. Es findet sich immer wieder in den Evangelien. Johannes 17,2: „Gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegen hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Wenn ihr ewiges Leben wollt, müsste ihr Gott erkennen, ihr müsst Gott durch Christus erkennen. Ihr kommt zur Apostelgeschichte und die Apostel und Prediger ziehen aus und ihre Botschaft lautet ebenso, es ist die Botschaft des ewigen Lebens. Es ist … es gibt nichts Anderes als die Botschaft des ewigen Lebens zu verkünden. Apostelgeschichte 13,48: „Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden alle die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber wurde durch das ganze Land getragen.“

Nun, ich könnte noch weitermachen. Ich könnte aus Römer 2,7, Römer 5,21 oder Römer 6,23 vorlesen: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben …“. 1. Timotheus 1,16: „Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden zum ewigen Leben.“ Titus 1,2: „aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens.“ Das ist der Grund, aus dem Christus kam. Das ist der Grund, warum Paulus das Evangelium verkündete. In 1. Johannes wird das ewige Leben fünf- oder sechsmal erwähnt. Judas 21 erwähnt das ewige Leben. Es ist überall. Und es gibt andere beschreibende Begriffe und Phrasen, im Griechischen ist das zoe aionios, ewiges Leben, ein Leben, das nie endet.

Und so kehre ich zu meinem Ausgangspunkt zurück. Ihr werdet wird für immer leben. Jeder wird das. Körper sterben, Menschen nicht, und ihr werdet für immer als ihr selbst leben. Noch einmal: Die Annihilation ist eine Lüge, der Seelenschlaf ist eine Lüge, die Reinkarnation ist eine Lüge, die Evolution ist eine Lüge, ihr entwickelt euch nicht in etwas Anderes weiter oder zurück, ihr seid ihr selbst und ihr werdet immer irgendwo sein und es gibt nur zwei mögliche Orte, an denen ihr sein könnt. In 1. Timotheus 4,8 sagt Paulus: „Denn die leibliche Übung nutzt wenig.“ Ihr verbringt all eure Zeit damit, großes Aufheben um euren physischen Körper zu machen, aber das hat wenig Nutzen, weil dieser ein vergängliches Gut ist. „Die Gottesfurcht aber ist für alles nützlich.“ Warum? Weil sie ein Versprechen birgt, nicht nur für das gegenwärtige Leben, sondern für das künftige Leben. Wenn ihr an etwas arbeiten wollt, arbeitet an dem Teil von euch, der für immer hält. Erkennt die Gesellschaft, in der wir leben, die vom vergänglichen Fleisch besessen ist und der ewigen Seele gegenüber gleichgültig.

Sämtliche Evangelisation, meine Lieben, beginnt hier. Es geht nicht um dieses Leben. Es geht nicht um Wohlstand in diesem Leben. Es geht nicht um Gesundheit in diesem Leben. Es geht nicht um Glück in diesem Leben. Es geht nicht um Heilung in diesem Leben. Es geht nicht um Erfolg. Es geht nicht um Geld. Es geht nicht um Besitztümer. Es geht nicht um Freiheit von Sorgen, das ist Schrottevangelisation. Darum geht es nicht. Damit werden Menschen aufgrund falscher Voraussetzungen um ihre Seele betrogen. Lauft vor Menschen weg, die das verkaufen, sie sind Irrlehrer. Wenn ihr also ein wenig Evangelisation betreiben wollt, müsst ihr den Fokus der Menschen von „Jesus wird meine Probleme hier für mich lösen“ zu „Jesus wird mich im künftigen Leben erlösen“ verschieben. Bis der Sünder das wirklich versteht, kann die Evangelisation nicht einmal beginnen.

Der Feind liebt es also, die Lüge zu verbreiten, dass es kein ewiges Schicksal gäbe. Ihr sterbt und werdet einfach Protoplasma, das sich in Dung verwandelt, und das ist alles. Ihr düngt die Erde, in der ihr liegt, und das ist das Ende. Also lebt in Saus und Braus, während ihr könnt. Das ist die vorherrschende Lüge in unserer Gesellschaft, die von Vertretern der Evolutionstheorie und Humanisten und Materialisten und Atheisten verbreitet wird, die sich weigern, an einen Schöpfer zu glauben, denn wenn sie das täten, wäre er der höchste Richter, und wenn er der höchste Richter wäre, dann stecken sie in großen Schwierigkeiten. Ihr werdet für immer leben, entweder in der Gegenwart Gottes oder, wie wir in 2. Thessalonicher 1 lesen, „vom Angesicht des Herrn hinweg.“ Und ihr werdet bei Bewusstsein sein und all eure Fähigkeiten werden bis aufs Äußerste geschärft, damit ihr alle Schmerzen der Hölle und alle Freuden des Himmels empfinden werdet.

Ich sage noch einmal, das ist heutzutage unbeliebt bei der Evangelisation, weil es unbeliebt ist, über die Hölle zu sprechen. Es ist irgendwie rüde. Und über den Himmel zu reden ist unbeliebt, weil jeder lieber hier bleiben würde. Wir reden nicht darüber. Wir möchten nur darüber reden, wie die Dinge in diesem Leben besser werden könnten. Wie Jesus dieses Leben für uns „reparieren“ kann. Erinnert ihr euch, wie häufig Jesus über die Hölle sprach, über Weinen, Klagen, Zähneknirschen, äußere Finsternis, wo die Feuer nie erlöschen, der Wurm nie stirbt, explizite Sprache, Matthäus 8,12, Matthäus 22,13, Matthäus 24,51, 25,30 etc? Wenn ihr irgendeine Form von legitimer Evangelisation betreiben wollt, müsst ihr die Realität des ewigen Schicksals klarstellen. Das ist die erste Aufgabe des Evangelisten. Das ist die erste Aufgabe der Evangelisation. Niemand wird kommen und diese Frage stellen: „Was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“, wenn ewiges Leben keine dringliche Angelegenheit ist. Wie gelangen wir dorthin? Wir müssen aufhören, über die Probleme in diesem Leben zu sprechen und die Menschen für das künftige Leben motivieren.

Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit jemandem. Er erzählte von einer wirklich schrecklichen Erfahrung, seinen persönlichen Erfahrungen im Leben, alle Arten von Schmerzen, Leiden, kein Ausweg, schlechte Beziehung. Er fragte: „Was soll ich tun?“

Ich antwortete: „Deine Hoffnung auf den Himmel setzen.“ Ich sagte: „Ich glaube nicht, dass du das in Ordnung bringen kannst. Leg es zur Seite, es ist Teil dieser Welt. Und denk daran, dass Jesus sagte: ‚In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden‘, und eines Tages wirst du diesen Sieg erringen. Betrachte es als das, was es ist - es ist die Welt. Es ist die Welt.“

Das ist der Punkt, den ihr bei der Evangelisation ansteuern müsst. Ich möchte es ein wenig … ich möchte versuchen, es so praktisch wie möglich zu machen. Wenn ihr in der Regel jemanden in diesem Umfeld evangelisiert, wenn die Gemeinde in diesem Umfeld evangelisiert, geht es einfach darum, mit empfundenen Bedürfnissen zu arbeiten, nicht wahr? Lasst uns herausfinden, worin ihre Abhängigkeiten bestehen. Lasst uns herausfinden, worin ihre kleinen Macken, ihre Enttäuschungen bestehen. Was ihre Herausforderungen im Leben sind, was ihre Enttäuschungen sind, was ihrem Empfinden nach nicht so ist, wie sie es in ihrem Leben gerne hätten. Wisst ihr, vielleicht sehen sie nicht aus, wie sie es ihrer Meinung nach tun sollten und vielleicht sind sie schwerer, als sie es ihrer Meinung nach sein sollten. Wisst ihr, vielleicht rauchen sie zu viel, trinken zu viel, sind abhängig, blahblahblah. Lasst uns herausfinden, wo ihr Problem ist und wir setzen dort an und wir werden sagen: „Jesus ist das Heilmittel für dein Problem, diese kleine Sache, die dich an deinem Leben stört. Er ist der … Jesus ist der Helfer der Problemfälle.“ Das ist die neue Evangelisationsmethode. Ihr könnt Bücher lesen, in denen steht: „Wenn ich, wisst ihr, wenn man die empfundenen Bedürfnisse der Menschen entdecken kann, kann man sie zu Christus führen.“

Die primäre Motivation zur Errettung hat nichts mit diesem Leben zu tun, gar nichts. Es gibt kein Versprechen im Evangelium, dass ihr ein sorgenfreies Leben haben werdet. Es gibt kein Versprechen im Evangelium, dass ihr ein schmerzfreies Leben haben werdet, dass ihr ein glückliches, erfolgreiches Leben haben werdet. Die Botschaft des Evangeliums befasst sich mit dem, was im nächsten Leben geschieht. Und während ihr hier seid, harrt ihr in Hoffnung aus. Und das ist, was ich der Person gesagt habe, mit der ich sprach. Ich sagte: „Das ist der Punkt, wo die Hoffnung einsetzt.“

Vielleicht seid ihr erfolgreich in diesem Leben, vielleicht seid ihr wohlhabend in diesem Leben. Vielleicht seid ihr gesund in diesem Leben. Vielleicht seid ihr zufrieden in diesem Leben. Vielleicht habt ihr eine großartige Ehe, einen großartigen Partner, gute Kinder, ein schönes Zuhause, eine gute Karriere und das trifft auch auf viele zu, die Christus überhaupt nicht kennen. Andererseits habt ihr vielleicht ein miserables Leben, seid mit einem Trottel verheiratet, seid mit jemandem verheiratet, der untreu ist, habt lausige Kinder, die nichts weiter tun, als euch verrückt zu machen. Vielleicht bekommt ihr Krebs und bekämpft ihn 15 Jahre lang. Vielleicht wünscht ihr euch immer, etwas zu sein und zu tun und tut es nie. Manche von euch möchten vielleicht heiraten und bleiben ihr ganzes Leben Single, sehr zu eurem Kummer. Und so geht es vielen anderen Christen. Man misst die Fragen der Errettung nie danach, was in diesem Leben geschieht. Es geht um das künftige Leben. In dieser Welt werdet ihr Not und Bedrängnis leiden. Aber was euch in eurem Leiden über Wasser halten wird, ist die Hoffnung auf das künftige Leben, und das ruft Freude in der Gegenwart hervor.

Wisst ihr, es würde uns allen gut tun, in Entwicklungsländer versandt zu werden. Wir wären besser dran, Sklaven im Gulag oder Waisen in Entwicklungsländern zu sein, als in dieser Wohlstandsgesellschaft zu leben und zu versuchen, ein Verlangen nach dem künftigen Leben zu verspüren.

Wir müssen aufhören, ein Evangelium anzubieten, das beabsichtigt, Menschen beim Kauf eines größeren Geländewagens zu helfen.

Das ist vollkommen absurd, ebenso wie jede andere vergängliche Sache. Wir sprechen hier über die Ewigkeit, nicht das Hier und Jetzt.

Ihr fragt: „Nun, willst du damit sagen, dass Jesus nichts hier und jetzt tut?“ Natürlich tut er das. Er gibt euch die Gnade und den Frieden und die Freude, das Hier und Jetzt mit all seinen Enttäuschungen zu ertragen. Und einige Kümmernisse in Freude zu verwandeln, weil Prüfungen uns perfekt machen. Warum? Weil sie uns zu Gott treiben. Sie führen dazu, dass wir ihn mehr lieben, mehr auf den Himmel hoffen, und das macht uns zu gesünderen Christen. Die Grundlage für unseren Umgang mit Menschen müssen Fragen der Ewigkeit sein. Und nach meinen Beobachtungen geschieht das bei der Evangelisation nicht.

Das ist also der erste Punkt und das steht nicht einmal im Text, es wird impliziert. Man muss irgendein kluger Prediger sein, um dem Text das zu entlocken, nicht wahr? Aber stimmt das nicht? Wird das nicht impliziert? Ich meine, wenn ihr die Frage über das ewige Leben stellt, impliziert das, dass er über das ewige Leben Bescheid wusste, dass ihr jetzt darüber Bescheid wisst und dass ihr den Schritt von der Anerkennung des ewigen Lebens zur Motivation für das ewige Leben vollzieht. Und wir müssen zu unserem Gesprächspartner sagen: „Okay, jetzt, wo du weißt, dass die Bibel ewiges Leben lehrt, dass du für immer leben wirst, motiviert dich das?“ Dieser junge Mann, wir nehmen an, dass er jung war, war dieser Gesetzesgelehrte. Er sagte: „Was soll ich tun?“ Und nächste Woche werden wir uns mit der Motivation befassen und dann mit der Beschaffenheit des ewigen Lebens, das es zu finden gilt, und schließlich mit dem Erwerb oder der Aneignung des ewigen Lebens.

[Gebet]