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Der gekreuzigte König: Die Komödie auf Golgatha (German)

Lukas 23:33-39 September 07, 2008 de42-285

Lasst uns bitte gemeinsam unsere Bibeln bei Lukas Kapitel 23 aufschlagen ... Lukas Kapitel 23. Ich glaube, ich muss den Titel dieser Botschaft ein wenig näher erläutern. Als ihr heute in das Bulletin geschaut und dort „Die Komödie auf Golgatha“ gesehen habt, wart ihr gewiss verblüfft. Das ist ein schockierender Gedanke. Das ist ein respektloser Gedanke. Oberflächlich betrachtet ist es sogar grausam und könnte durchaus als Gotteslästerung eingestuft werden, Golgatha als Komödie zu betrachten. Und ihr habt sicherlich nie in derartiger Form daran gedacht.

Wenn ihr an Golgatha denkt, denkt ihr an den Schrecken, die Grausamkeiten und die Schmerzen, die damit verbunden sind. Ihr betrachtet es nicht als Komödie und solltet das auch nicht tun. Ich betrachte es nicht als Komödie. Aber die Menschen, die daran beteiligt waren, als diese Dinge geschahen, verwandelten die Situation in eine Komödie. Für sie war Golgatha ein Witz. Eine klassische Definition für Komödie aus dem Merriam Webster ist „ein lächerliches oder possenhaftes Ereignis“. Wenn ihr an einem Synonym für diese Definition der Komödie interessiert wärt, könnte man Satire, Farce, Parodie, Burleske, Varieté oder einfach Witz, ein ziemlich ausgedehnter Witz, dazu sagen.

Und diejenigen, die Jesus kreuzigten, hatten das gesamte Ereignis in einen perversen und ausgedehnten Witz verwandelt. In ihren Augen war es tatsächlich eine Komödie und Jesus war die Zielscheibe ihres Spotts. Was war der Witz? Das ist der König der Juden. Das war lächerlich in ihren Augen.

Vergesst bitte nicht, dass Jesus bei seiner Verhaftung seiner Freiheit beraubt worden war, er war seiner Rechte beraubt worden, als er zu Unrecht verurteilt worden war, er war seiner Freunde beraubt worden, als sie ihn alle im Stich ließen, und er war seines Dienstes beraubt worden. Er war seiner Kleidung beraubt worden, bis auf einen Lendenschurz. Aber das war nicht genug. Er stand kurz davor, seines Lebens beraubt zu werden. Aber dabei wollten sie dafür sorgen, ihn seiner Ehre und jeden Respekts, den er eventuell noch hatte, zu berauben.

Und so wird die Hinrichtung von Jesus als ein großer Scherz, etwas Komisches, als Satire angelegt. Das ist ein König? Lukas verliert nur wenige Worte über die Kreuzigung, sehr wenige. Aber er sagt viel über die Einstellung der Menschen, die dort waren. Verachtung, Hohn, Spott, Sarkasmus, alle zulasten des lachhaften Königs der Juden.

Von Gottes Standpunkt aus war das, was die Kreuziger für so ironisch, lächerlich und lustig hielten, bitterer Ernst. Die Juden beteiligten sich an dem komödiantischen Spiel mit Jesus als Ziel ihres Sarkasmus und Gespötts, vielleicht, um ihre Schuld zu beschwichtigen. Und die römischen Soldaten beteiligten sich natürlich an dem komödiantischen Spiel mit Jesus als ihrem Ziel, um vielleicht ihre Langeweile zu mildern.

Aber Lukas beschreibt für uns die Komödie auf Golgatha. Wie falsch können Menschen liegen? Wie sehr können sie sich von der Realität entfernen? Lasst uns auf das hören, was Lukas schreibt; wir beginnen in Lukas 23, Vers 33.

„Und als sie an den Ort kamen, den man ‚Schädelstätte’ nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Jesus aber sprach: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!’ Sie teilten aber sein Gewand und warfen das Los darüber. Und das Volk stand da und sah zu. Und es spotteten auch die Obersten mit ihnen und sprachen: ‚Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er der Christus ist, der Auserwählte Gottes!’ Aber auch die Kriegsknechte verspotteten ihn, indem sie herzutraten und ihm Essig brachten und sprachen: ‚Bist du der König der Juden, so rette dich selbst!’

Es stand aber auch eine Inschrift über ihm geschrieben [...]: ‚DIESER IST DER KÖNIG DER JUDEN.’ Einer der gehängten Übeltäter aber lästerte ihn und sprach: ‚Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns!’“

Hier werden drei verbale Handlungen beschrieben: Spotten, Verhöhnen und Schmähungen ausstoßen. Und sie definieren für uns die Einstellung der Menschenmenge, sowohl der Juden als auch der Römer. Alle von ihnen verspotten Jesus. Es gibt drei Aussagen, die die Absicht dieser drei Handlungen bekräftigen, drei abfällige, sarkastische, spottende, ironische Aussagen. „Er hat andere gerettet, kann er nicht sich selbst retten? Da du der Sohn Gottes bist, rette dich selbst und uns. Du bist der Christus, nicht wahr, also rette dich selbst und uns.“ All das war als Sarkasmus in Bezug auf diese lächerliche Behauptung gedacht, die über seinem Kopf angebracht war: „DIES IST DER KÖNIG DER JUDEN“.

In Wirklichkeit waren es nicht nur ihre Sticheleien, die dies zu einer Komödie machen. Sie hatten diese Komödie sehr sorgfältig in Szene gesetzt. Sie hatten Jesus wie einen König inthronisiert, der über dem Volk auf dem Thron sitzt; nur in diesem Fall ist sein Thron ein Kreuz. Sie hatten eine Krone auf seinen Kopf gesetzt, nicht eine goldene Krone, sondern eine Krone aus Dornen, die in seine Augenbrauen stach und Blut über sein Gesicht laufen ließ.

Und dann hatten sie, in ihrer teuflischen Komödie, einen Dieb jeweils zur Rechten und zur Linken von Jesus gekreuzigt. Das ist eine Parodie eines Königs, der zu seiner Rechten und Linken zwei führende Höflinge hat, die Menschen, die am Hof die zweit- beziehungsweise dritthöchste Ehre genießen. Und so flankierten sie diesen König mit zwei Verbrechern, als wären diese seine am meisten respektierten Höflinge. Und dann bieten sie ihm königlichen Pseudowein, als erfüllten sie ihre Pflicht, den Bedürfnissen des Monarchen nachzukommen.

Und es hatte nicht erst dort begonnen. Er hatte die Dornenkrone bereits eine Weile getragen. Und zuvor, als er im Gerichtssaal von Pilatus war, hatten sie ihm ein Pseudogewand angelegt, ein königliches Pseudogewand, und hatten ihm ein Zepter in die Hand gelegt, einen Stock, und sie priesen ihn als König und nahmen dann den Stock und schlugen ihn damit auf den Kopf, spuckten ihn an und zeigten ihre Geringschätzung für den Gedanken, dass dies ein König sei. Der ganze Witz begann eigentlich dort und eskalierte dann und die Römer verwandelten ihn in ein ausgewachsenes komödiantisches Melodrama mit dem Titel „DAS IST DER KÖNIG DER JUDEN“. Was für ein Witz.

Die Juden lachten darüber. Paulus sagt, das Kreuz war ein Stolperstein für sie. Es war ausgeschlossen, dass ihr Messias, dass der Sohn Gottes, je gekreuzigt werden würde. Es war lächerlich, sich ihn als ihren König, ihren Messias vorzustellen - ein gekreuzigter Mann, der von ihren Erzfeinden gekreuzigt worden war, den heidnischen, Götzen anbetenden Römern. Es war ebenso lächerlich für die Römer, die einen gekreuzigten Gott als Torheit betrachteten, wie Paulus in 1. Korinther 1 sagt; sie konnten das unmöglich glauben. Er behauptete, ein König zu sein. Er hatte keine Armee. Er behauptete, ein König zu sein. Er hatte kein Gefolge. Er behauptete, ein König zu sein. Er hatte kein Territorium. Er behauptete, ein König zu sein. Er hatte niemanden jemals besiegt. Was für ein Witz … was für ein Witz.

Und so dehnten sie den Witz zu einer vollen Parodie aus und es war alles nur ein großes Gelächter. Sie waren in ihrer Komödie so grausam, dass sie dem gekreuzigten Christus diese sarkastischen Beleidigungen entgegenschleuderten. Wie wir im vorigen Text erfahren haben, war dies nicht der richtige Zeitpunkt, zu lachen. Geht einmal zurück zu Vers 27. Sie folgten Jesus auf dem Weg zum Kreuz, eine große Menschenmenge, und unter ihnen befanden sich Frauen, die trauerten und ihn beklagten. Das waren die offiziellen, pflichtgetreu angeheuerten Klageweiber, die zu derartigen Ereignissen gingen. Vers 28: „Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: ‚Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch selbst und über eure Kinder.’“

Das ist nicht nur eine unpassende Zeit für Gelächter, sondern sogar eine Zeit, zu weinen, und zwar nicht für mich, sondern für euch selbst, denn ihr habt mich abgelehnt und Gott hat euch abgelehnt. Ihr solltet besser mit der richtigen Einstellung zum Kreuz kommen. Ihr solltet nicht auf Kosten eures ewigen Schicksals lachen.

Angesichts der Brutalität einer Kreuzigung hätte die Kreuzigung von Jesus ausreichen sollen, ohne noch Salz in die Wunde zu streuen und die Sache in einen Witz zu verwandeln und ihn zu verspotten, während er schmerzerfüllt dort hing.

Lasst uns jetzt zu Vers 33 zurückkehren. „Und als sie an den Ort kamen, den man ‚Schädelstätte’ nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäten, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.“

Muss ich euch explizit sagen, dass das Neue Testament sich in der Beschreibung der Kreuzigung von Jesus sehr zurückhält? Es ist sehr zurückhaltend. Drei griechische Worte, „dort kreuzigten sie ihn“, vier auf Deutsch. Mehr steht dort nicht. Dort kreuzigten sie ihn. Mehr steht dort nicht, das ist alles, was wir in Matthäus lesen oder in Markus; das ist alles, was bei Lukas oder Johannes steht. Es gibt überhaupt keine Details, keine, über die Hämmer, über die Nägel, über irgendwelche physischen Aspekte, nur vier Worte: „Dort kreuzigten sie ihn“.

Warum gibt es keine weitere Erläuterung, was dabei geschah? Weil alle Leser zu der Zeit, als das Neue Testament geschrieben wurde, sehr gut wussten, was eine Kreuzigung beinhaltete. Kreuzigungen waren weitverbreitet. Wir wissen, dass zurzeit von Christus bis zu 30.000 Menschen im Land Israel gekreuzigt wurden. Und die Römer kreuzigten sie immer an öffentlichen Plätzen wie Straßen oder Hügeln, damit jeder das Ergebnis einer Rebellion gegen Rom sehen konnte. Sie alle waren sich durchaus bewusst, was eine Kreuzigung beinhaltete. Es war nicht nötig, das zu beschreiben.

Und es ist nicht nötig für den Bibelautor, Jesus und die tatsächliche Kreuzigung, die er durchlitt, zu beschreiben, weil diese genauso gewesen wäre wie die, die jeder andere Mensch durchlitt. Ich muss euch wahrscheinlich daran erinnern, obwohl das sehr offensichtlich ist, dass im Text steht: „Dort kreuzigten sie ihn und die Übeltäter.“ Was auch immer sie ihm antaten, taten sie auch jenen an. Die Kreuzigung von Jesus Christus ist also keine einsame Erfahrung für ihn, keinesfalls. In früheren Zeiten wurden Zehntausende von Menschen gekreuzigt, bis das schließlich im dritten oder vierten Jahrhundert nach Christus gesetzlich verboten wurde; Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende, wurden gekreuzigt. Und auf die eine oder andere Weise war es für alle dasselbe. Der Bibel geht es also nicht darum, uns Details der tatsächlichen physischen Elemente der Kreuzigung zu beschreiben, denn das war etwas, womit jeder vertraut war. Kreuzigungen datieren sogar bis ins sechste Jahrhundert vor Christus zurück, ins sechste Jahrhundert. Sie scheinen von den Persern erfunden worden zu sein. Darius kreuzigt 3.000 Babylonier; das ist das erste Mal, dass wir darüber etwas lesen.

Alexander der Große kreuzigte im großen Griechischen Reich 2.000 Bürger der Stadt Tyrus, aus Rache dafür, wie sie ihn behandelten, und hing sie an Kreuzen entlang der Küste auf, damit jeder sie sehen konnte. Um 100 v. Chr. kreuzigte Alexander Jannaeus 800 Pharisäer und zwang ihre Frauen und Kinder, diese Kreuzigung mit anzusehen. Im Jahr 63 v. Chr. kamen die Römer an die Macht und setzten Kreuzigungen in großem Maße ein und perfektionierten sie als ausgefeilte Foltermethode. Im Jahre 70 n. Chr., als die Römer Israel eroberten und den Tempel zerstörten und die Juden ermordeten, verwendete Titus laut Historikern so viele Kreuze, um Juden zu kreuzigen, dass ihm das Holz ausging. Kreuzigungen waren weit verbreitet, sie bedurften keiner Erklärung.

Aber die Juden konnten nicht verstehen, dass ihr Messias gekreuzigt werden würde. Er sollte als Eroberer kommen, nicht als Besiegter. Besonders unverständlich war ihnen, dass er gekreuzigt werden würde, indem er von den Führern Israels abgelehnt und dann von den heidnischen, Götzen anbetenden Römern hingerichtet werden würde. Das ist nicht ihr Messias, das ist ein Mittler Satans, der das, was er tut, durch die Macht Satans tut. Und er starb einen weitverbreiteten Tod, wie Zehntausende von anderem zwielichtigen Gesindel, gemeine Verbrecher, denn denen war die Kreuzigung vorbehalten.

Es war eine so unmögliche Vorstellung, dass Jesus wahrhaftig der König der Juden war, dass es für sie ein absoluter Witz war. Dieser Witz hatte übrigens auch noch nach Golgatha weiter Bestand. Bei meinen diversen Reisen in die Stadt Rom bin ich jedes Mal wieder von Neuem fasziniert, sofern ich die Gelegenheit habe, zum Hügel Palatin in der Nähe des Zirkus Maximus zu gehen und das aufzusuchen, was einst ein Wachhaus für die römischen Soldaten war. In dem Wachhaus gibt es Graffitis aus grauer Vorzeit, das auf die ersten Jahrhunderte zurückgeht. Es sind buchstäblich Graffitibilder, die in den Stein gekratzt sind, der gekreuzigte Leib eines Mannes mit dem Kopf eines Esels und unter dem gekreuzigten Mann mit dem Kopf eines Esels ist ein Christ, der sich herabbeugt, und das Graffiti besagt: „Alexamenos betet seinen Gott an.“ Was für ein Witz … was für ein Witz … ein gekreuzigter Gott … nichts Weiter als die Anbetung eines Esels.

Justinus der Märtyrer, ein christlicher Apologet, fasste im Jahr 152 n. Chr. in seiner ersten Apologie den Standpunkt zusammen, den die Menschen auf der Welt von Christus hatten; sie hielten das mehr oder weniger für einen Witz. Sie sagen, nach Aussage von Justinus: „Unser Wahnsinn besteht darin, dass wir einem gekreuzigten Mann einen Platz zugestehen, der dem des unveränderlichen und ewigen Schöpfergottes gleich ist.“ Wenn ihr also denkt, ein gekreuzigter Mann ist der ewige Schöpfergott, seid ihr Narren und das ist ein Witz. Es war reiner Wahnsinn für die Mörder von Jesus, ihn als irgendetwas Anderes zu betrachten als andere, die gekreuzigt wurden. Für die Juden besiegelte seine Kreuzigung sogar die Tatsache, dass er nicht der Messias war, denn 5. Mose 21,23 besagt: „ […] verflucht ist derjenige, der ans Holz gehängt wurde“, verflucht von Gott. Jeder, der gekreuzigt wurde, wurde also mit Verachtung behandelt, mit Hohn. Das war den Schlimmsten und Geringsten vorbehalten, den Geächteten, den Ausgestoßenen. Wenn sie zum Kreuz kamen, taten sie das in der Regel deshalb mit Hohn, und der Gedanke, dass Jesus behauptete, Gottes gesalbter König und Messias zu sein, war einfach lachhaft; so lachhaft, so bizarr, so lächerlich, dass sie es schafften, die Angelegenheit in ein komisches Melodrama zu verwandeln. Für sie demonstrierte ein Mann wie Jesus, der behauptete, ein König zu sein, nur, dass er in eine psychiatrische Anstalt für Geisteskranke gehörte.

Aber dennoch war er König. Und eine Person erkannte das. Geht einmal weiter zu Vers 42. Einer der beiden Diebe, der positioniert worden war, um Teil der Komödie zu sein, sagte: „Herr, gedenke an mich, wenn du in deiner Königsherrschaft kommst.“ Er konnte den Witz durchschauen. Er konnte die Farce, die Parodie, das Varieté durchschauen und die Wahrheit erkennen.

Momentan sieht Jesus aus wie ein Prinz der Toren. Was für eine Fehleinschätzung das doch ist. Zurück zu Vers 33: „Und als sie an den Ort kamen, den man ‚Schädelstätte’ nennt …“ Wir wissen nicht, wo dieser Ort ist. Es gibt eine traditionelle Stätte, eine mehr zeitgenössische Stätte, und es gibt eine Diskussion darüber, ob es vielleicht eine dieser beiden Stätten war, aber wir wissen es nicht. Nichts im Neuen Testament besagt, dass es sich um einen Hügel handelt, nichts. Aber es entsprach der traditionellen Methode der Römer, Menschen an einem erhabenen Ort zu kreuzigen, damit das Volk sie sehen konnte. Sie wollten damit ihren Standpunkt demonstrieren. Deshalb wurde traditionell davon ausgegangen, dass es sich um irgendeinen erhabenen Grund handelte und dieser „Schädelstätte“ hieß, weil er vielleicht irgendwie so geformt war, dass er einen Schädel repräsentierte oder einem solchen ähnelte. Mehr wissen wir nicht. Wir wissen, dass der Ort „Schädelstätte“ hieß, auf Aramäisch oder Hebräisch „Golgatha“ oder „Calvaria“ auf Latein. Manche haben behauptet, der Ort habe „Schädelstätte“ geheißen, weil dort die Schädel der Menschen, die dort gekreuzigt worden waren, herumlagen. Das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass die Juden einen Ort hätten, an dem überall Schädel herumlagen. Aber es ist interessant, dass der Name des Ortes mit der brutalen Realität dessen, was dort geschah, assoziiert war - mit dem Tod. Und dort kreuzigten sie ihn.

Das ist derselbe Ausdruck in allen vier Evangelien, sehr zurückhaltend. „Sie“ bedeutet die römischen Soldaten, das könnt ihr in Markus 15, Verse 16 und 24 sehen. Es waren die römischen Soldaten, die Jesus in Wirklichkeit kreuzigten. Bevor sie ihn kreuzigten, gaben sie ihm laut Matthäus 27,34 Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war. Was war das? Nun, so grausam sie auch waren, waren sie doch durch ein wenig menschliche Sensibilität geprägt, sodass sie der Person, die gekreuzigt werden sollte, ein mildes Beruhigungsmittel gaben, das vielleicht nicht stark genug war, um die Schmerzen der Kreuzigung zu mildern, sie aber genug beruhigte, damit sie sie ohne einen Kampf an das Kreuz nageln konnten.

Sie mussten Jesus nicht beruhigen. Und deshalb war er nicht bereit, das zu trinken, nachdem er es gekostet hatte. Er würde alles in vollem Bewusstsein auf sich nehmen. Er musste nicht ruhiggestellt werden, um ihn dort ans Kreuz zu nageln. Er würde seine Hände und seine Füße bereitwillig am Kreuz positionieren. Mehr wissen wir nicht. Sie kreuzigten ihn und er verweigerte das Beruhigungsmittel.

Aber er wurde nicht alleine gekreuzigt. Zwei Kriminelle, die manche für Mitverschwörer von Barabbas halten, weil dieser zwar ein Mörder war, aber auch ein Aufständischer, und man einen Aufstand nicht alleine leitet. Barabbas war freigelassen worden, weil es üblich war, zur Zeit des Passah einen Gefangenen freizulassen und das Volk wollte Barabbas und nicht Jesus. Vielleicht waren diese beiden also Mitverschwörer von Barabbas, die sich in irgendeiner Form des Aufstands schuldig gemacht hatten. Die Schrift bezieht sich in zweierlei Weise auf sie, als Übeltäter und als Diebe, wir können also nicht sicher sein. Aber alle drei werden auf dieselbe Weise gekreuzigt.

Jetzt zurück zu Lukas 23: „Dort kreuzigten sie ihn und die Übeltäter.“ Ich denke manchmal, wir wollen Jesus aus dieser Szene isoliert herausnehmen, aber das können wir nicht tun. Was immer Jesus erlebte, erlebten auch sie. Alle drei wurden auf dieselbe Weise behandelt. Alle drei wurden auf dieselbe Weise gekreuzigt, wie Tausende vor ihnen und nach ihnen gekreuzigt werden würden. Und ich weiß, wenn ihr lest „Dort kreuzigten sie ihn“, wünscht ihr euch, ihr wüsstet mehr, und ihr habt das Recht, mehr zu wissen. Seht ihr, sie verstanden es, als sie das im Original lasen, weil sie die Realität der Kreuzigung bis in das vierte Jahrhundert n. Chr. erlebten. Hier ist also eine kurze Zusammenfassung für euch, damit ihr versteht, was dort geschah. Ich möchte jedoch, dass ihr dabei im Hinterkopf behaltet, dass das drei Menschen angetan wurde, nicht einem. Und es war vielen Tausenden zuvor angetan worden und würde noch vielen Tausenden danach angetan werden.

Im Laufe der Jahre hat es viele Studien darüber gegeben. Es hat viele Leute gegeben, die daran interessiert waren und sich mit der Kreuzigung Christi aus der historisch-biblischen und sogar der pathologischen Perspektive befasst haben. Sie haben alles, was wir aus der Geschichte anderer Kreuzigungen und Formen der Folter wissen, darauf angewandt und sich sogar in der Moderne von einem medizinischen Standpunkt aus damit befasst. Die vielleicht präziseste und hilfreichste Abhandlung erschien am 21. März 1986 in „JAMA, Journal of the American Medical Association“ - einer in den USA sehr renommierten medizinischen Fachzeitschrift. Und diese spezifische Untersuchung der Kreuzigung von Jesus Christus wurde vom Fachbereich Pathologie an der Mayo Klinik in Rochester, Minnesota, durchgeführt - eine ausgezeichnete Institution.

Sie nahmen die präzisen Aussagen der vier Evangelien, die akkuraten historischen Quellen und ihre pathologischen und medizinischen Kenntnisse und stellten einen sehr hilfreichen Artikel zusammen, den ihr vielleicht selbst nachlesen möchtet - JAMA vom 21. März 1986. Ihre gesamte Untersuchung berücksichtigte die Tatsache, dass jeder, der gekreuzigt wurde, vor der Kreuzigung geschlagen wurde. Das war Routine. Geflochtene Lederriemen, in die Metallstücke und Schafsknochen oder Knochen eines anderen Tieres eingebettet waren, wurden dazu verwendet, das Opfer vom unteren Ende des Nackens bis runter zur Kniekehle auszupeitschen. Während er ausgepeitscht wurde, waren seine Armen über seinem Kopf an einem Pfosten festgebunden, er befand sich in einer zusammengesackten Position. Zwei Männer, die ihn anhoben, peitschten ihn abwechselnd aus. Wir wissen nicht, ob sie sich an die jüdische Vorgabe von maximal 40 Peitschenhieben hielten. Wir wissen nicht, wie viele Peitschenhiebe diese Menschen bekamen. Es gibt keinen Hinweis darauf. Aber das Ergebnis wäre stets, dass der Knochen und das Metall das Fleisch aufreißen würden, tiefe Prellungen und Fleischwunden im subkutanen Gewebe, bis zu den Muskeln, Schmerzen, Blutverlust und Kreislaufschock wären die Folge.

Alle drei wurden so behandelt. Vielleicht erduldete Jesus noch schlimmere Schmerzen, denn wir lesen über Jesus, dass sie ihm, als sie ihn anschließend in den Gerichtssaal zurückführten, ein Gewand umlegten. Das wäre ein verkrustetes altes Gewand aus Wolle, das nichts weiter bewirken würde, als seine offenen Wunden zu reizen und aufzureißen. Und dann stießen sie eine Dornenkrone auf seinen Kopf, schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und bespuckten ihn. Und an irgendeinem Punkt rissen sie ihm das Gewand wieder vom Leib, was die Wunden wieder reizen und aufreißen würde. Es würde starke Schmerzen, Blutverlust, Hämatidrose geben, durch die die Haut hypersensibel wird. Und dazu kommt mangelnder Schlaf, kein Essen, kein Wasser. Und nach all dem kam die Kreuzigung für alle drei.

Die Römer erfanden sie nicht, aber sie haben sie definitiv perfektioniert. Es war ein langsamer Tod mit größtmöglichen Schmerzen. Die Opfer trugen das Kreuz, vielleicht das Kreuzstück, auf der Rückseite ihres Nackens und ihrer Schultern; ihre Arme waren daran festgebunden. Jesus bekam Hilfe, weil er offensichtlich nicht schnell genug ging oder aus irgendeinem anderen Grund. Also wurde Simon von Kyrene aufgefordert, das Kreuz von Jesus zu tragen. Entweder nahm er also das Kreuzteil von Jesu Schultern und trug es führ ihn, oder Jesus trug tatsächlich das ganze Kreuz und Simon hob das untere Ende an, das gegen das Kopfsteinpflaster schlug, denn in Lukas lesen wir, dass Simon es ihm nachtrug.

Nach Ankunft am Ort der Kreuzigung würde man ihnen das Beruhigungsmittel anbieten, das Jesus verweigerte, und sie würden auf dem Rücken zu Boden geworfen werden. Das Kreuzstück würde dann unter ihre Schultern gezogen und ihre Arme würden an das Kreuzstück genagelt werden. Die Römer verwendeten Nägel. Archäologen haben Überreste von Kreuzigungsopfern gefunden, die bis in das erste Jahrhundert und noch früher zurückgehen. Und die Nägel waren spitz zulaufende Eisendornen, 12,5 bis 17,5 cm lang, ca. 1,25 cm Durchmesser im Quadrat. Sie wurden durch die Handgelenke getrieben, direkt hier, statt durch die Handfläche, damit sie das volle Gewicht des zusammensackenden Körpers tragen konnten.

Und so würde jeder der Drei, mit dem Rücken auf dem Boden liegend, mit diesen großen quadratischen Dornen durch jedes Handgelenk an das Kreuzstück genagelt werden. Das festgenagelte Opfer wurde dann angehoben, das Kreuzstück wurde am vertikalen Stück befestigt, das oft als der Stipes bezeichnet wurde. Dann wurden die Füße mit Nägeln angeschlagen, die Knie dabei nach oben gebeugt. Die Füße wurden mit einem Nagel befestigt, ein Fuß auf dem anderen, damit das Opfer sich hochdrücken konnte, um ein- und auszuatmen und sich an den Wunden hochziehen konnte, um dasselbe zu tun. Und egal, ob sie sich mit dem Handgelenk hochzogen oder mit den Füßen hochdrückten, sie würden an der Wunde reiben und ziehen.

Übrigens, die zusammengesackte Haltung und die gebeugten Knie machten es quasi unmöglich, in dieser Position zu atmen. Die Soldaten konnten innerhalb von Minuten den Tod herbeiführen, indem sie dem Gekreuzigten die Beine brachen. Sie brachen ihm die Beine und das Opfer konnte sich nicht hochdrücken; dann würde es innerhalb von Minuten sterben, weil es nicht atmen konnte. Um zu überleben, würde das Opfer sich hochdrücken und sich an den Wunden hochziehen. Insekten würden sich in den Wunden einnisten, in den Augen, den Ohren und der Nase. Raubvögel würden sich an den offenen Wunden zu schaffen machen. Übrigens gab es niemanden, der eine Kreuzigung überlebte.

Um den Tod innerhalb von Stunden oder Tagen zu bestätigen, nachdem die Römer dachten, der Gekreuzigte könnte tot sein, durchstachen sie den Leib mit einer Lanze, und zwar genau an der Stelle im Herz, wo Blut und Wasser herausströmen würden, um den Tod anzuzeigen - wie in der Bibel beschrieben. Und übrigens wurden alle römischen Soldaten unterwiesen, welche die präziseste Stelle der menschlichen Anatomie ist, um ihre Lanze anzusetzen; sie waren Soldaten, sie waren Killer. Jede Bemühung der Person am Kreuz, zu atmen, würde bedeuten, dass er sich hochziehen oder hochdrücken musste. Dabei würden dann die offenen Wunden am rauen Kreuz reiben. Anschließend würde der Körper sich wieder absenken und die Wunden noch weiter aufgerissen sein. Die Nägel in den Handgelenken würden den langen sensomotorischen Mittelarmnerv zerquetschen oder zertrennen und wenn ein Nerv beschädigt oder durchstochen ist, sind die Schmerzen unerbittlich. Die Nägel in den Füßen würden wahrscheinlich den tiefen Peronäusnerv und Plantarnerven durchbohren, mit denselben Ergebnissen. Das würde also zu üblen, unerbittlichen Nervenschmerzen in euren Händen und Füßen führen.

Das Gewicht des Körpers zieht gegen all diese quälenden, qualvollen Schmerzen, Kämpfe, der Körper zieht sich hoch, drückt sich hoch, die Atmung ist flach, ihr bekommt nicht genügend Sauerstoff; was ist die Folge? Tetanische Kontraktionen, Muskelkrämpfe und dazu noch Dehydrierung, Arrhythmien, kongestive Herzinsuffizienz und Pleuraergüsse. Man kann sich nicht einmal vorstellen, wie schmerzhaft all das ist. Es gibt ein Wort dafür, quälend … quälend. Das ist das extremste Wort, das wir im Deutschen kennen, um Schmerzen zu beschreiben. Lateinisch „excruciare“, wörtlich aus dem Kreuz … aus dem Kreuz … aus dem Kreuz. Das ist die Erfahrung von allen drei Männern … allen dreien. Aber für einen von ihnen war das seine Bestimmung, aber nicht nur seine Bestimmung, sondern auch unsere.

Die Juden hätten wissen sollen, dass dies nicht beweisen würde, dass Jesus nicht ihr Messias ist, sondern genau das Gegenteil. Es bewies, dass er ihr Messias war. Betrachtet einmal Psalm 22, der tausend Jahre früher, zurzeit von David, geschrieben wurde. Niemand hat je eine Kreuzigung erlebt, es gab sie erst 500 Jahre vor Christus; wir befinden uns aber 1000 Jahre vor Christus.

Psalm 22, Vers 13: „Es umringen mich große Stiere, mächtige Stiere von Baschan umzingeln mich.“ Was ist das? Was ist das? Baschan war ursprünglich das Land der Amoriter, das Land der Amoriter östlich des Jordans, südlich vom Berg Hermon, weit oben im Norden Israels; wunderschönes, üppiges Land. Der Schnee auf dem Berg Hermon sandte viel Wasser herunter in den Norden, das war gut bewässertes Weideland. Demzufolge gab es Landstriche, wo Vieh gezüchtet wurde, große, starke Bullen, die im Land Baschan gezüchtet wurden. In Amos 4,1 lesen wir, dass es ein Land der Kühe war; wo immer es Bullen gibt, gibt es Kühe. Und so handelte es sich also um eine florierende, fruchtbare Gegend, einst das Territorium der Amoriter, aber von Gott an Israel übergeben. Und es repräsentiert die Mächtigen und die Starken und ist deshalb ein Symbol der Juden, der mächtigen, florierenden, wohlgenährten Juden mit genug Wasser; sie umgeben mich, sie umzingeln mich. Sie öffnen ihre Münder weit, wie ein reißender und brüllender Löwe. Das ist Hass, Feindlichkeit, Feindschaft und ist genau das, was diese wohlgenährten und florierenden Führer Israels mit Jesus taten, als sie ihn am Kreuz umgaben.

Und dann beginnt er, etwas von dem zu beschreiben, was eine Kreuzigung beinhaltet, obwohl noch nie jemand eine erlebt hatte. „Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Gebeine sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Inneren. Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes. Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich, sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.“ Wow! „Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich schadenfroh an. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.“ Keine Überraschungen hier, Leute.

Was dort vor sich ging … was dort vor sich ging, war, dass Gott die Erfüllung einer 1000 Jahre alten Prophezeiung herbeiführte. Dreihundert Jahre später, 700 v. Chr., kam ein Prophet namens Jesaja und in Jesaja 53, diesem großartigen Kapitel, beschreibt Jesaja in seiner Prophezeiung diese Kreuzigung, bevor irgendjemand je eine Kreuzigung gesehen hatte. Jesaja sagt Folgendes in Jesaja 53, Vers 5: „Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“ Im nächsten Vers sagt er: „Der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt.“ Der Psalmist 1000 Jahre vor Christus sagt, er wird durchbohrt werden, seine Hände und Füße werden durchbohrt werden. Siebenhundert Jahre vor Christus sagt der Prophet: „Und er wird durchbohrt werden, nicht um seiner Übertretungen willen, sondern um unserer Übertretungen willen.“ Da seht ihr es, Leute, was Jesus von den anderen beiden unterscheidet. Sie wurden um ihrer eigenen Übertretungen willen durchbohrt, er wurde um unserer willen durchbohrt.

Es sind nicht die physischen Leiden Jesu, die einzigartig sind. Es ist das, was dadurch bewirkt wurde, was einzigartig ist. Einhundertfünfzig Jahre später, immer noch lange, bevor die Juden eine Kreuzigung erlebt hatten, erscheint noch ein weiterer Prophet, namens Sacharja, auf der Bildfläche. Und Sacharja blickt in die Zukunft und sagt in Kapitel 12, Vers 10: „Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebetes ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen.“

Wow, einst lachten sie, als sie ihn durchbohrten, in der Zukunft werden sie klagen, wenn sie auf das zurückblicken, was sie getan haben. David sagte die Durchbohrung von Jesus voraus. Jesaja sagte die Durchbohrung von Jesus voraus. Fünfhundertundfünfzig Jahre vor dem Kreuz sagt Sacharja die Durchbohrung von Jesus zu einem Zeitpunkt voraus, wenn die Juden zurückblicken und erkennen werden, was sie getan haben.

Wie hätten sie das wissen können? Wie hätten sie wissen können, dass der Messias durchbohrt werden würde? Es gab [noch] keine Kreuzigung. Das wird zum Kennzeichen seiner Messianität. Hört einmal auf Offenbarung 1,7: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde.“


Wer sind „die, welche ihn durchstochen haben“? Die Juden. Eines Tages werden sie auf den schauen, den sie durchbohrt haben. Nun, sie durchbohrten ihn also, ebenso wie den Dieb zu seiner Linken und zu seiner Rechten. Die Diebe wurden um ihrer eigenen Übertretungen willen durchbohrt. Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt.

Es waren nicht die physischen Elemente seiner Kreuzigung, die einzigartig waren. Sie waren nicht einzigartig. Es waren der Zweck und die Errungenschaft seiner Kreuzigung, die einzigartig sind. Ja, er war verflucht, aber er war um unserer willen verflucht. Ja, er wurde durchbohrt, aber er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt. Das war Torheit für die Griechen. Es war ein Stolperstein für die Juden. Und sie verwandelten es in einen Witz, eine Farce und eine Verhöhnung. Eines Tages, in der Zukunft, werden die Juden das anders betrachten. Sie werden nicht lachen, sie werden klagen.

Als Jesus erst einmal tot war und die Juden es geschafft hatten, über die Auferstehung zu lügen und die römischen Soldaten bestochen hatten, darüber zu lügen, mussten sie ihre Tat rechtfertigen. Sie mussten den Witz, dass dieser Jesus der König sei, fortführen.

Sie mussten ihn fortführen, deshalb müssen sie, selbst nach seinem Dahinscheiden, selbst, nachdem er gestorben ist und sie seine Auferstehung geleugnet haben und er in den Himmel aufgestiegen ist, die Komödie fortsetzen.

Und wisst ihr was? Im Jahr 70 n. Chr. endete die Komödie und sie endete auf ernsthafte und tödliche Weise.

Ihr mögt nicht über das Kreuz lachen. Ihr mögt es nicht als eine Komödie sehen. Vielleicht tun die meisten Leute das nicht, aber ich versichere euch, dass die meisten Menschen es nicht ernst genug nehmen. Wie ernst ist das Kreuz? Es gibt keine Errettung, keine Vergebung, keinen Himmel, sofern ihr nicht Jesus als euren Herrn und Erretter annehmt und an das Opfer glaubt, das er am Kreuz geleistet hat, um den Lohn für eure Sünde zu zahlen. Entweder nehmt ihr das Kreuz ernst oder ihr werdet zu einer ewigen Tragödie.

Nun, nächstes Mal werden wir uns eine bisschen näher mit der Komödie befassen.

Wie ich bereits sagte, die meisten Menschen lachen wahrscheinlich nicht über das Kreuz. Das war die ultimative Gotteslästerung und es ist erstaunlich, wenn ihr diesen Bericht betrachtet und erkennt, dass Lukas quasi nichts über die eigentliche Kreuzigung von Jesus sagt, außer „Dort kreuzigten sie ihn“. Aber alle seine Worte haben mit der Einstellung der Menschen zu tun, denn er schildert uns diese endgültige Abtrünnigkeit Israels, den Horror einer solchen Gotteslästerung, den Sohn Gottes in einen Witz zu verwandeln. Und das spricht auch die Frage der Barmherzigkeit Gottes an, denn es war von diesem Kreuz aus, inmitten dieser Komödie, dass Jesus sagte: „Vater ...“, was?, ... „vergib ihnen.“ Gab es je eine größere Illustration der Barmherzigkeit? Ich gehe davon aus, dass eure Perspektive des Kreuzes die richtige ist, die errettende.


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