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Der vernünftige Gottesdienst des Gläubigen (German)

Römer 12:1-2 September 09, 1984 de45-89

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Wir kommen hier heute, wie an jedem Sonntag, zusammen, um eifrig die Schrift zu studieren. Ich möchte euch bitten, eure Bibel im Römerbrief Kapitel 12 aufzuschlagen. Wir werden gemeinsam Verse 1 und 2 betrachten - Römer 12,1-2, der vernünftige Gottesdienst.

Im Text heißt es: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Letzte Woche sprach mich auf einer Konferenz, auf der ich einen Vortrag hielt, eine junge Frau an, die Tränen in den Augen hatte und sehr verzweifelt war. Sie erzählte mir das, was ich im Prinzip während meines Dienstes schon so viele Male mit anderen Worten gehört habe. Sie sagte: „Ich schaffe es irgendwie nicht, ein christliches Leben der Art zu führen, wie ich es sollte.“ Sie sagte: „Ich bin frustriert. Ich habe keine Siege zu verzeichnen, kein Gefühl, etwas erreicht zu haben. Selbst die einfachste Form des Gehorsams in meinem Wandel als Christin fällt mir schwer. Ich unterliege ständig. Kannst du mir helfen?“

Ich erwiderte: „Nun, was hast du getan, um dieses Problem selbst zu lösen?“

Sie sagte: „Ich habe alles probiert.“ Und weiter: „Ich besuche eine Gemeinde, in der in Zungen geredet wird, wo geheilt wird, wo es alle möglichen Formen von geistlichen Erfahrungen gibt.“ Sie sagte: „Ich habe alles mitgemacht. Ich habe in Zungen geredet. Ich habe bestimmte ekstatische Erlebnisse hinter mir, Gaben der Weissagung und bestimmte angebliche Wunder. Der Heilige Geist hat mich niedergestreckt. Und trotz alldem bin ich mit meinem Leben nicht zufrieden.“ Und in einer recht bezeichnenden Bemerkung sagte sie: „Ich habe versucht, alles aus Gott herauszubekommen, was nur möglich war.“

Und ich erwiderte: „Das ist dein Problem.“ Der Schlüssel zu geistlichen Siegen liegt nicht darin, alles anzuzapfen, was ihr bekommen könnt, sondern alles zu geben. Das ist ein großer Unterschied. Und es gibt Menschen, die buchstäblich scharenweise in Gemeinden strömen und zu geistlichen Erlebnissen, um mehr von Gott zu bekommen, obwohl es doch in Wirklichkeit gar nicht darum geht, was sie für sich brauchen, sondern darum, was sie geben müssen. Und das ist der Kern dieser fantastischen Schriftstelle.

Nach elf Kapiteln mit fundierter und faszinierender Lehre, die definiert, was Gott für jeden Gläubigen getan hat, sagt Paulus nicht: „Hier ist das, was ihr einfordern müsst.“ Er sagt vielmehr: „Hier ist das, was ihr geben müsst.“ Der Schlüssel zu einem beeindruckenden Leben besteht nicht darin, noch etwas zu bekommen, sondern alles zu geben, was wir haben. Und ich muss zugeben, dieser spezielle Gedanke, der unter Christen so weit verbreitet ist, dass man nur dann ein erfolgreiches Leben als Christ aufzuweisen hat, wenn man etwas bekommt, frustriert mich … wenn es doch vielmehr darum geht, zu geben.

Ihr erinnert euch sicherlich noch daran, dass Jesus in Johannes Kapitel 4 sagte: „Der Vater sucht wahre Anbeter.“ Er erlöste uns, damit wir ihm Ehre erweisen, damit wir uns ihm hingeben. Als Paulus an die Philipper schreibt, definiert er in Kapitel 3, Vers 3, einen Christen als jemand, der Gott im Geist dient, der sich in Christus rühmt und nicht auf das Fleisch vertraut; jemand, der anbetet. Petrus schreibt in 1. Petrus Kapitel 2, in einer überwältigenden Aussage, derer wir uns alle bewusst sein müssen: „[Ihr seid] lebendige Steine […], ein geistliches Haus, […], ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“

Wir sind ein geistliches Priestertum. Ebenso sehr Priester wie Aarons Priester, die levitischen Priester. Wir sind ebenso sehr Priester wie Melchisedek es war. Wir sind Priester unter dem höchsten Gott. Wir sind ein Königreich von Priestern, deren Ziel darin besteht, geistliche Opfer darzubringen, so wie Priester der Vergangenheit physische Tieropfer vor Gott darbrachten.

Als geistliche Priester bringen wir viele Arten von Opfern dar. Die Schrift erwähnt die Tatsache, dass wir das Opfer unserer Lippen darbringen können, Hebräer 13, das Opfer unserer Lippen, was Lobpreis und Dank an Gott ist. Sie sagt, dass wir Gott unsere Fürbitte und Gebete bringen können, dass wir Gott von dem, was wir besitzen, etwas geben können. Wir bringen ihm Anbetung dar, wenn wir anderen dienen, denn das ist ein wahrer Akt der Anbetung. Aber mehr noch als all diese Dinge, Gebet und Lobpreis und Spenden und Dienen, gibt es einen Akt, der über allem steht, der alles umfasst und sich auf alles auswirkt; etwas, was ein Gläubiger in seinem Leben als wahrer Anbeter tun muss, nämlich, sich selbst als lebendiges Opfer darzubringen. Das ist es, worum es im Kern geht.

Und, offen gesagt, ist das weit entfernt von dem, was heutzutage fast überall als Schlüssel zu geistlichem Leben porträtiert wird. Wir bekommen einerseits zu hören, dass wir mehr aus Gott herausholen müssen, um Siege in unserem Leben als Christ zu erringen. Andererseits braucht ihr mehr Selbstachtung und müsst euch als besser sehen, als ihr es seid. Die Schrift hingegen sagt, dass es nicht darum geht, euren eigenen Wert zu bekräftigen, oder nach noch mehr zu streben, sondern darum euch als lebendiges Opfer zu präsentieren. Das, meine lieben Freunde, ist die Zusammenfassung von elf Kapiteln. Das ist nicht irgendein willkürlicher Gedanke, den er aus der Luft gegriffen hat. Das ist ein vollendeter Abschluss von elf Kapiteln großartiger Lehre. Wie lautet die Schlussfolgerung, nachdem wir alles gesagt haben, was man darüber sagen könnte, was Gott für uns getan hat? Die Schlussfolgerung ist, dass wir ihm alles, was wir sind, zurückgeben. Das ist die Schlussfolgerung, dieser höchste Akt der Anbetung.

Und ich muss euch gegenüber bekennen, dass ich aufgrund eigener Erfahrungen glaube, dass es nicht leicht ist, aber absolut notwendig, wenn wir jemals den Segen Gottes in seiner ganzen Fülle erfahren wollen und in der Lage sein wollen, ihm den ihm gebührenden Dienst zu erweisen und ihn zu verherrlichen … wir müssen uns dem Herrn vollkommen ergeben.

Die meisten Christen gelangen nie ganz an diesen Punkt. Sie flirten mit der Welt und dem Fleisch. Sie flirten mit ihrer eigenen, persönlichen Genusssucht und ihren Begierden. Sie werden Opfer der Philosophie und Psychologie der sie umgebenden Welt. Sie schlucken das, was die Welt ihnen bietet. Sie nutzen die weltlichen Unterhaltungsmedien zu ihrer eigenen Unterhaltung. Sie denken so, wie die Welt denkt. Und deshalb kommen sie nie wirklich an den Punkt völliger Hingabe, der in diesen beiden Versen diskutiert wird, und deshalb verwirken sie den Segen, den Gott für sie bereithält, in seiner ganzen Fülle.

Das zentrale Konzept in diesen Versen, wenn ihr noch einmal zu Vers 1 zurückgeht, ist der Ausdruck „ein lebendiges Opfer“. Das ist ein sehr wichtiger Ausdruck. Wie ich bereits bei 1. Petrus 2,5 erwähnt habe, sind wir geistliche Priester, die geistliche Opfer darbringen. Paulus sagt hier, das primäre Opfer, zu dem wir aufgerufen werden, besteht in uns selbst. Die hier verwendete Sprache stammt eindeutig aus dem Alten Testament. Es ist die Sprache der rituellen Opfer. Es ist die Sprache der Zeremonien. Es ist die Sprache des levitischen Systems. Es ist die Sprache des Priestertums. Es ist die Sprache des Opferdarbringens. Und wir wissen, dass jemand, der im Alten Testament Opfer darbrachte, mit einem Lamm oder einer Taube vor Gott kommen würde, was auch immer er opferte, und dieses Opfer zum Heiligtum brachte. Dort wurde es dem Priester überreicht, der nahm es, schlachtete es, legte es auf den Altar und opferte es quasi Gott.

Dieses System hat ein Ende gefunden. Gott will keine Tieropfer mehr, egal, welche Tiere. Tieropfer sind Gott nicht mehr wohlgefällig. Dieses Zeitalter ist zu Ende. Keine toten Opfer mehr. Was für Opfer will Gott stattdessen? Lebendige. Keine toten Tiere mehr, sondern lebendige Männer und Frauen. Die zentrale Handlung im Leben, im religiösen Leben eines Juden zur alttestamentlichen Zeit, war die Darbringung eines Opfers als Zeichen seines aufrichtigen Glaubens. Der zentrale Akt des Gläubigen unter dem Neuen Bund ist die Darbringung seines Herzens, seiner Seele, seines Denkens und seines ganzen Seins als lebendiges Opfer.

Ich möchte hier noch eine kurze Anmerkung machen, damit ihr nicht die Absicht des Alten Testaments missversteht. Wenn ich sage, dass der zentrale Akt des alttestamentlichen Juden in der von Gott eingesetzten Zeremonie und dem Ritual darin bestand, ein Tier zu opfern, bedeutet das nicht, dass das Tier anstelle seines eigenen Lebens geopfert werden sollte. Das Tier war ein symbolisches Opfer, das für sein eigenes Leben dargebracht wurde. In 1. Samuel möchte ich eure Aufmerksamkeit nur kurz auf ein paar Verse lenken; in 1. Samuel 15,22 sagte Samuel: „Hat der Herr dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des Herrn gehorcht?“ Und die implizierte Antwort lautet ganz offensichtlich nein. „Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer.“

Mit anderen Worten, die Absicht des Alten Testaments bestand bei der Darbringung eines Opfers nicht darin, ein totes Tier statt einer lebendigen Seele darzubringen; vielmehr wurde das tote Tier als äußerliches Symbol der Darbringung von Herz und Seele dargebracht.

In Psalm 51 finden wir denselben Gedanken noch einmal in Vers 17: Tote Tiere als Opfer für Gott? Nein. „Ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.“ In Psalm 141,2 heißt es: „Laß mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer.“

Mit anderen Worten sagen diese drei Schriftstellen uns, dass der alttestamentliche Jude, der ein totes Tier darbrachte, dieses nicht anstelle seiner selbst darbrachte, sondern nur als äußerliches Symbol der inneren Realität, der er sich verschrieben hatte - nämlich, sein eigenes Herz darzubieten. Im Neuen Testament gibt es die äußerlichen Opfer nicht mehr. Und Gott ruft uns nur zum lebendigen Opfer auf. Das ist ein Aufruf zur Hingabe. Das ist ein Aufruf zum Engagement. Und das, meine Lieben, ist die logische, die einzig logische Schlussfolgerung der Erlösung. Es gibt keine andere logische Schlussfolgerung. Hier ist sie. Römer 12,1-2 ist die einzig angemessene Reaktion auf Gottes erlösendes Werk, die einzig angemessene Reaktion.

Wir sollen uns also als lebendiges Opfer darbringen. Was bedeutet das? Wir wollen nicht nur rein rhetorisch darüber reden, und es als rhetorisch abtun, sondern ganz spezifisch ausdrücken, was darin enthalten ist. Ich möchte mit euch also die vier Elemente eines lebendigen Opfers diskutieren, die in diesem Text stecken … die vier Elemente. Das ist für unser geistiges Leben sehr wichtig. Die vier Elemente, die in der Darbringung eines Gläubigen als lebendiges Opfer enthalten sind, lauten wie folgt: Seele, Körper, Sinn und Wille … Seele, Körper, Sinn und Wille. Das sind die vier Elemente. Und sie erscheinen in diesem Abschnitt.

Wenn ich mich Gott als lebendiges Opfer darbringe, impliziert das zunächst einmal, dass ich Gott meine Seele gegeben habe. Das impliziert es. Das ist der Ausgangspunkt. Ich kann Gott nichts weiter bieten, wenn ich ihm nicht meine Seele gegeben habe, nicht wahr? Denn dieser Text richtet sich an meine Seele. Es ist ein Aufruf an eine wiedergeborene Seele, ein angemessenes Opfer darzubringen. Und wenn diese Seele keine wiedergeborene Seele ist, keine erlöste Seele, keine errettete Seele, keine verwandelte Seele, dann ist es unmöglich, dieser Seele die Botschaft Gottes zu vermitteln. Und es ist unmöglich für diese Seele, darauf zu reagieren. Schon allein die Tatsache, dass er sagt „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges […] Opfer“, impliziert, dass dies Gläubige sind, die bereits von Gott errettet wurden.

Das ist also etwas, was ein Mensch nur tun kann, wenn er erlöst wurde. Wenn die Seele Gott nicht dargeboten wurde, können wir Gott nichts anderes darbringen. Ein nicht-wiedergeborener Mensch kann Gott nicht seinen Körper übergeben, um ihm zu dienen, kann Gott nicht seinen Verstand oder seine Sinne übergeben, kann überhaupt nicht auf Gott reagieren. In 1. Korinther 2 lesen wir, dass der natürliche Mensch nicht annimmt, was vom Geist Gottes ist. Die Dinge Gottes sind für ihn reine Torheit. Es ist unmöglich, dass die Schrift oder der Heilige Geist einen nicht-wiedergeborenen Menschen je ansprechen würde, um sich Gott voll und ganz hinzugeben. Hier wird also impliziert, dass die Seele zuerst [zu Gott] kommen muss.

Und diese Wahrheit wird in der Schrift wiederholt. Es ist nicht einmal eine Wahrheit, die besonders viel Diskussion erfordert, weil sie so offensichtlich ist. Aber nur als kurze Erinnerung lesen wir in Matthäus 16,26: „Was hülfe es dem Menschen“ oder welchen Nutzen hat er davon, „wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner“ … was? … „Seele?“ [Luther 1984] Die Schrift bezieht sich hier auf die Seele als das Innerste eines Menschen, das Gott erlösen will. Manchmal bezeichnet die Schrift das auch als „Geist des Menschen“. Der Geist oder die Seele ist jenes Innere, jener unsichtbare Teil, der den Kern des Menschen ausmacht, den Kern seines Wesens. Und der muss vor Gott gebracht werden.

Ich möchte euch das anhand von 2. Korinther 8 illustrieren. Dort werden die Gemeinden in Mazedonien diskutiert, die, laut Hinweisen im Text, sehr arm und geplagt waren. Sie machten eine sehr schwere Zeit durch. Und es heißt dort, ihre Freude floss über und sie gaben freigebig. Mit anderen Worten gaben sie viel, obwohl sie nur wenig hatten. Und er sagt sogar in 2. Korinther 8,3, dass sie über ihr Vermögen hinaus gaben. Mit anderen Worten gingen sie hier ans Eingemachte, sie zapften das Geld an, das sie zum Essen und Überleben brauchten. Und warum taten sie das? Warum waren sie so ergeben? Warum waren sie so ergeben? Warum brachten sie so ein lebendiges Opfer dar? Vers 5: „Und [sie gaben] nicht nur [so], wie wir es erhofften, sondern sich selbst gaben sie hin, zuerst dem Herrn …“ Und das ist der Schlüssel. Das ist immer der Schlüssel. Bevor irgendein Opfer dargebracht werden kann, müssen wir uns selbst hingeben. Da muss es anfangen.

An einer früheren Stelle im Römerbrief wird dies ebenfalls wiederholt. Dort heißt es in Römer 8,8: „Und die im Fleisch sind“, hört jetzt gut zu, „können Gott nicht“, … was? … „gefallen.“ Und „im Fleisch sein“ bedeutet, nicht erlöst zu sein. Ein nicht erlöster Mensch kann Gott nicht wohlgefallen, kann Gott kein Opfer darbringen, kann Gott nicht anbeten, kann Gott gar nichts darbringen. Man hört manchmal nicht-wiedergeborene Menschen sagen: „Nun, ich tue das, was ich tue, für Gott.“ Das ist nicht richtig. Gott akzeptiert das nicht. Sofern nicht zuerst die Seele im Rahmen der Erlösung Gott übergeben wird, kann weder Körper noch Verstand oder Wille als Opfer dargebracht werden. Und das ist es im Prinzip, was Paulus in 1. Korinther Kapitel 13, 3 meint, als er diese sehr wichtigen Worte ausspricht: „Und wenn ich all meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir“, … was? …, „nichts.“

Mit anderen Worten, wenn ich nicht derjenige bin, der die Liebe Gottes hat, dann nützt mir all meine Aufopferung nichts. Sie bedeutet Gott dann gar nichts. Jemand mag an wohltätige Organisationen spenden, ein Menschenfreund sein, alles verkaufen, was er besitzt und es den Armen geben, und in seinem Herzen denken, er brächte Gott ein Opfer dar, wenn das in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist.

Bitte beachtet, dass all das in der Einleitung von Paulus in Römer 12 impliziert wird. All das wird impliziert, wenn er sagt: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes …“ Gerade, weil sie Brüder sind, ein Ausdruck, der diejenigen kennzeichnet, die den Herrn kennen, gerade weil sie Brüder im Herrn sind und die Barmherzigkeit Gottes empfangen haben, können sie ermahnt werden, alle Phasen der Hingabe voll und ganz zu befolgen. Und ich denke, das könnt ihr in diesem Text spüren. Wenn die Seele nicht bereits dem Herrn übergeben wurde, dann sind all die anderen Ermahnungen nutzlos, weil es die Seele ist, die darauf reagiert. Jegliche Hingabe an Gott beginnt also mit der Errettung. Sie beginnt mit der Seele und dem Geist, die Gott hingegeben werden. Und erst, wenn unser Innerstes die errettende Barmherzigkeit Gottes erlebt hat, hat es die Kraft und Motivation, ein Leben der Aufopferung für Gott anzustreben - erst dann.

Deshalb sagte unser Herr in den Gleichnissen in Matthäus 13, wo es um die unterschiedliche Erde ging, dass es eine Erde gäbe, die einen felsigen Untergrund habe, erinnert ihr euch? Und als der Samen auf diesen sogenannten felsigen Boden fiel, trafen die Wurzeln auf Gestein, als sie nach unten wuchsen. Und durch die Nährstoffe und das Wasser und das Sonnenlicht und all die Dinge, die Wachstum herbeiführen, wuchs der Samen nach oben, weil er nicht in die Tiefe wachsen konnte. Für eine Weile gedieh die Pflanze, aber dann kam die Sonne heraus und verbrannte sie und sie verwelkte. Und der Herr sagte, das ist der Mensch, der die Botschaft hört und sie aufnimmt, aber wenn Bedrängnis oder Verfolgung entsteht, hat dieser Mensch keine echte Wurzel und stirbt. Hier geht es darum, dass es Menschen gibt, die äußerlich sehr freudig und sofort auf die Wahrheit über Christus reagieren, aber diese Reaktion ist nie wirklich aufrichtig, wie sich zeigt, sobald ein Opfer verlangt wird, und sie sterben.

Mit anderen Worten, da ihre Seele nie wirklich dem Herrn gehörte, können sie kein anderes Opfer darbringen, seht ihr? Bei der Erde voller Dornen war es mehr oder weniger das Gleiche; wir lesen, dass die Dornen zusammen mit dem Samen wuchsen und dass die Dornen, welche der Betrug des Reichtums und die Sorgen dieser Weltzeit sind, den Samen erstickten. Mit anderen Worten ist dies eine nicht erlöste Seele, die kein Opfer darbringen kann, weil sie nie erlöst wurde. Das ist dasselbe wie der reiche junge Herrscher, der umkehrte, als Jesus zu ihm sagte: „Verkaufe, was du hast, und gib es den Armen.“ Er war nicht bereit, solch ein Opfer darzubringen, er war nicht bereit, dem Herrn zu gehorchen, das war nicht in seinem Toleranzbereich, da er keine erlöste Seele war. Er ging davon. Er würde kein derartiges Opfer darbringen.

Paulus spricht also die Gläubigen an und sagt: „Ich ermahne euch.“ Das Wort „ermahnen“ bedeutet buchstäblich „um etwas betteln“, parakaleo, ich komme an eure Seite, um euch zu dieser Sache aufzufordern. Es ist ein Wort der Zärtlichkeit. Der Heilige Geist wird paraklete genannt, nicht wahr? Derjenige, der an unsere Seite gerufen wird. Es ist ein Wort, das manchmal als „Trost“ übersetzt wird. Es ist ein Wort der Sanftheit. Es ist ein Wort der Zärtlichkeit. Es ist ein Wort der Zuneigung. Er kommt an die Seite von Brüdern, die bereits diesen Weg der Hingabe eingeschlagen haben, weil sie ihre Seelen Gott übergeben haben. Es ist nicht irgendetwas Undurchsichtiges für sie. Es ist nicht etwas, das gar nicht ihren Wünschen entspricht. Es ist die natürlichste Reaktion auf ihre Erlösung. Und deshalb spricht er mit ihnen in Worten der Liebe und appelliert an sie als Brüder im Glauben. Es hat die Autorität eines Apostels und gleichzeitig die Sanftheit eines liebenden Bruders. Es ähnelt sehr der Stelle in Philemon, wo Paulus sagt: „Darum, obwohl ich in Christus volle Freiheit hätte, dir zu gebieten, was sich geziemt, so will ich doch, um der Liebe willen, vielmehr eine Bitte aussprechen.“ Ich meine, als Apostel könnte ich es dir gebieten, aber als Bruder … ermahne ich dich einfach, das zu tun. Es ist typisch für Paulus, jemanden auf diese Weise zu ermutigen.

Die Gläubigen sind weiterhin durch die folgende wunderbare Aussage miteinander verknüpft: „Ich ermahne euch nun […]“, das beruht auf all den Dingen, die wir diskutiert haben, „angesichts der Barmherzigkeit Gottes … angesichts der Barmherzigkeit Gottes.“ Was meint er damit? Gläubige haben die Barmherzigkeit Gottes selbst erlebt. Und da wir die Barmherzigkeit Gottes selbst erlebt haben, sollten wir dies tun.

Was ist die Barmherzigkeit Gottes also? Ich nehme an, das wurde bei den Studien zum Römerbrief im Laufe der Jahre immer wieder diskutiert. Ich denke nicht, dass das wirklich schwierig ist. Ich glaube, die Barmherzigkeit Gottes ist alles, was Gott für die Gläubigen getan hat, das in Kapitel 1 bis 11 aufgeführt ist, die ganze Sache, alles, was Gott in seiner Barmherzigkeit für die Sünde der Menschen getan hat, alles. Und was haben wir in diesen ersten elf Kapiteln gelernt? Es ist eine beeindruckende Liste.

Was ist die Barmherzigkeit Gottes? Ruft sie euch gemeinsam mit mir in Erinnerung. Liebe, Gottes Liebe wurde breit in unseren Herzen gestreut, wie es im Römer 5 heißt. Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen, heißt es in Römer 8. Gnade – Römer 1, Römer 3, Römer 5, Römer 6, überall Gnade, Gnade, Gnade – noch ein Teil von Gottes Barmherzigkeit.

In Kapitel 5 lesen wir, dass der Heilige Geist breit in unseren Herzen gestreut wurde. In Kapitel 8 erfahren wir, dass wir den Heiligen Geist empfangen haben, damit dieser in uns wohnt. In Kapitel 8, Verse 2, 4, 9, 11, 14, 16 und 26 heißt es, der Heilige Geist sei uns von Gott in seiner Barmherzigkeit gegeben worden, ein unverdienter Segen.

Wie steht es mit Frieden? Kapitel 1, Vers 7, Kapitel 2, Vers 10, Kapitel 5, Vers 1, Kapitel 8, Vers 6 und andere Stellen sagen, wir haben Frieden empfangen. Das ist auch ein Teil von Gottes Barmherzigkeit. Und Glaube, über 20 Mal, und Trost, Kapitel 1,12, und Kraft, Kapitel 1,16, und Hoffnung, Kapitel 5,2 und Kapitel 8, Verse 20 und 24. Und in Kapiteln 9 und 11 lesen wir, dass wir Geduld empfangen haben. Und Güte in Kapitel 2,4. Und wir haben Herrlichkeit und Ehre und Gerechtigkeit und Vergebung und Versöhnung und Rechtfertigung erhalten … all das gehört zu Gottes Barmherzigkeit. Und in Kapitel 5,10 haben wir Sicherheit empfangen, in 5,21 ewiges Leben und in Kapiteln 6 und 7 Freiheit, Auferstehung in Kapitel 8, Sohnschaft in Kapitel 8 und Fürbitte in Kapitel 8. Das ist Gottes Barmherzigkeit.

Und er sagt hier quasi: „Seht, ihr, die ihr all diese wunderbaren Dinge empfangen habt, ihr, denen Gott sie gegeben hat; das ist Barmherzigkeit.“ Und was bedeutet „Barmherzigkeit“? Dass wir nicht … was? Dass wir nichts davon verdienen. Aber wir haben Liebe und Gnade und den Heiligen Geist und Frieden und Glaube und Trost und Kraft und Hoffnung und Geduld und Güte und Herrlichkeit und Ehre und Gerechtigkeit und Vergebung und Versöhnung und Rechtfertigung und Sicherheit und ewiges Leben und Freiheit und Auferstehung und Sohnschaft und Fürbitte erhalten, und es gibt noch mehr.

Wie sollte unsere Reaktion aussehen, da wir doch so viel erhalten haben? Kommt es euch wie eine große Sache vor, dass wir aufgefordert werden, uns im Gegenzug Gott hinzugeben? Ist das eine große Sache? Ist das etwas, wofür man euch auf den Rücken klopfen sollte, weil es so ein großherziger Akt ist? Wohl kaum … all das steckt hinter dem Begriff „Barmherzigkeit Gottes“ - all das. Alles wegen des Wirkens Jesu Christi in der souveränen Barmherzigkeit Gottes für diejenigen unter uns, die glauben.

Und wisst ihr was, meine Lieben? Paulus sagt uns hier, dies sollte die stärkste Motivation sein. Oh, er hätte sagen können: „Ihr solltet lieber alles Gott geben oder er wird euch kriegen.“ Er hätte das Gericht nutzen können. Ich meine, das wäre Paulus nicht fremd gewesen. Er erinnert uns in seinen Episteln wiederholt daran, dass wir ernten, was wir säen, z.B. in Galater 6,8, und dass der Herr uns züchtigen wird, wenn wir sündigen. Aber hier nennt er uns die größte Motivation von allen. Hört mir gut zu. Es ist Dankbarkeit als Motivation … Dankbarkeit als Motivation. Und er sagt, es ist quasi nur folgerichtig für einen Gläubigen, der die unbeschränkte und unendliche Barmherzigkeit Gottes empfangen hat, sich als unmittelbare Reaktion, quasi als Reflex, Gott als lebendiges Opfer darzubringen, da dieser ihm so viel gegeben hat. Etwas zurückzuhalten ist ein unglaublicher Akt der Ungerechtigkeit und Undankbarkeit und zeigt einen beklagenswerten Mangel an Dankbarkeit gegenüber einem gnädigen, barmherzigen Gott.

Der Psalmist begriff das und sagte in Psalm 116,12: „Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltaten an mir?“ Und er sagte hier quasi: „Mir fällt nichts ein, das dem gleichwertig wäre, was Gott für mich getan hat.“ Nun, glücklicherweise erwartet Gott nicht, dass wir ihm etwas Gleichwertiges zurückgeben. Er verlangt lediglich, dass wir uns ihm als lebendiges Opfer darbringen.

Wir waren einmal in Alaska. Dort kam ein Mann zu mir und sagt: „Ich möchte mir dir reden.“ Wir hatten das Wort gelehrt und er sagte: „Ich möchte mit dir reden.“ Ich hatte über die Unterschiede zwischen einem wahren Christen und einem vorgetäuschten Christen, einem falschen Gläubigen, gesprochen. Und er kam zu mir und sagte „Ohh ...“ und die Tränen liefen ihm die Wangen runter. Er sagte: „Ich glaube, ich bin kein echter Christ.“ Er sagte: „Ich muss mit dir reden.“

Und wir verabredeten einen Termin, um uns zu treffen. Und er setzte sich hin und sagte: „Seitdem wir uns das letzte Mal unterhalten haben, ist etwas geschehen. Seit ich dir gesagt habe, dass ich kein echter Christ sei, ist etwas mit mir geschehen. Ich fühle mich jetzt anders.“ Und zwischen diesen beiden Gesprächen hatte es einige Nachrichten gegeben.

Ich sagte: „Ich möchte dir eine Frage stellen. Was ist dein innigster Herzenswunsch? Was liegt dir momentan am meisten auf der Seele?“ Er war ein sehr prominenter Mann, sehr erfolgreich, und hatte viel Verantwortung. Ich fragte: „Was liegt dir mehr als alles andere auf der Seele? Wonach verzehrt es dich in deinem Herzen am meisten?“ Und er antwortete einfach: „Mein größter Wunsch ist, alles, was ich bin und habe, Jesus Christus zu geben.“

Ich erwiderte: „Mein Freund, das ist nicht der Wunsch eines vorgetäuschten Christen. Das ist der Wunsch einer erlösten Seele.“ Und die Tränen begannen zu strömen und er sagte: „Dann bin ich jetzt ein wahrer Christ.“ Und das war er, Gott segne ihn.

Es beginnt alles mit einer erlösten Seele, darum geht es. Und das Wort „nun“ unterstützt das ebenfalls. Nun, da ihr die Barmherzigkeit Gottes am eigenen Leib erfahren habt, da ihr von all den Dingen profitiert habt, die Gott getan hat, solltet ihr euch als lebendiges Opfer darbringen.

Ich möchte hier nur eine kurze Anmerkung machen. Manchmal höre ich Leute sagen: „Warum gibt es hier so viel biblische Lehre? Wie wäre es mit mehr praktischen Sachen?“ Gelegentlich schreibt mir jemand eine Notiz, die besagt: „Deine Predigten müssen mehr Praxisbezug haben.“ Und das mag wahr sein … das mag wahr sein. Aber ich möchte euch etwas sagen. Ich folge einfach meinem Lehrer Paulus. Ich bin nicht immer sehr gut darin, aber das ist zumindest mein Ziel. Und Paulus hatte ein Schema, das mir wirklich gefällt. Sein Schema lautete, bevor man jemanden bittet, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, befasst man sich mit der Lehre. Habt ihr das verstanden? Verpflichtungen basieren immer auf Lehre. Bevor es einen Aufruf zu einem bestimmten Verhalten geben kann, muss es eine Wahrheit geben, die dem zugrunde liegt … das ist überaus wichtig.

Wenn die Leute also sagen „Wir haben zu viel Lehre. Könntest du uns etwas Handfesteres geben?“, so ist diese Wahrnehmung sehr oberflächlich. Ich weiß wirklich nicht, was sie damit sagen wollen. Das ist eine sehr oberflächliche Betrachtung. Denn, hört mir gut zu, ohne Wahrheit gibt es keine Grundlage für Verhaltensweisen. Und Paulus gibt uns nicht irgendwelche Ermahnungen, ohne uns nicht zuvor elf Kapitel mit Lehre gegeben zu haben.

Ich muss euch gegenüber zugeben, dass es vielleicht nur zwei Stunden dauern würde, diese elf Kapitel zu lesen, die Paulus uns gegeben hat, während ich zwei Jahre gebraucht habe, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Deshalb sagt Paulus zu Timotheus: „Nähre dich mit den Worten gesunder Lehre und lehre die Leute gesunde Lehre.“ Deshalb sagt er dasselbe zu Titus. Er umreißt hier die wichtigen Prinzipien des Dienstes – dass wir am treuen Wort festhalten, der wir nachgefolgt sind, und in der Lage sind, anhand von gesunder Lehre zu ermahnen. Ihr ermahnt auf der Grundlage der Wahrheit.

Um es anders auszudrücken, ergibt Ethik sich aus dem Dogma. Und Paulus hat so einen bewundernswerten Verstand, dass er über die Realitäten göttlicher Wahrheit hinwegfegen kann, dabei aber nie entrückt wird, nie die Orientierung verliert, seine Füßen landen immer fest auf dem Boden, nicht wahr? Er hat unglaubliche Höhen erklommen, bis er in Kapitel 11 weit entrückt in der Herrlichkeit ist und sagt: „O welche Tiefes des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? [...] Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.“ Und er ist dort oben in jenen Gefilden und sagen: „Und nun, bringt euch dar als lebendiges Opfer.“ Er landete immer wieder mit den Füßen auf dem Boden.

In der Epistel an die Galater füllt er vier Kapitel mit Lehre und kommt dann zu Kapitel 5. Dort sagt er: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat“, und wendet sich dann in Kapitel 5 den Pflichten zu. In Epheser gibt es drei Kapitel mit Lehre und in Kapitel 4 schreibt er dann: „So ermahne ich euch nun, der Gebundene im Herrn, daß ihr […] würdig wandelt.“

Und er kommt zur Ermahnung, nachdem er zuerst das Fundament der Lehre gelegt hat. Nach dem Zeugnis in Philipper Kapitel 1 sagt er: „Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid.“ Dann setzt er die Ermahnung fort.

Dasselbe tut er im Kolosserbrief. Nachdem er zwei Kapitel mit großartiger Wahrheit präsentiert hat, beginnt er Kapitel 3 mit den Worten: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist.“ Er tut dasselbe in 1. Thessalonicher. Es ist das Schema, das besagt, sämtliches Verhalten basiert auf Lehre. Ethik ergibt sich aus Dogma. Wir müssen wissen, was wir glauben, bevor wir es anwenden können, nicht wahr? Das ist grundlegend.

In einem weiteren Vers für eure Notizen, Johannes 13,17, steckt ein interessantes Wort. Dort steht: „Wenn ihr dies wißt, glückselig seid ihr, wenn ihr“, ... was? ..., „es tut“. Aber bevor wir glückselig sein können, wenn wir diese Dinge tun, ist was erforderlich? Wir müssen sie wissen. Wenn ihr diese Dinge wisst, seid ihr glückselig, wenn ihr sie tut. Das erscheint mir recht bedeutsam.

Und wenn ich die Epistel von Petrus richtig gelesen habe, sagt Petrus: „Sünde ist die Folge davon, wenn wir vergessen, was geschehen ist, als wir errettet wurden.“ Und Jakobus sagt dasselbe: „Sei kein“, … was für ein Hörer …? „vergeßlicher Hörer“. Es beginnt alles bei der Errettung und die Lehre wurde etabliert; als Erstes wurde die Seele gerettet, der innere Mensch wurde wiedergeboren.

Wenn wir also sagen, wir sollen uns als lebendige Opfer darbringen, muss das mit der Seele beginnen. Und das bedeutet, zu Christus zu kommen und ihn als Herrn und Heiland anzunehmen, die Rettung anzunehmen, die er uns bietet. Dort beginnt es, dort geben wir Gott unsere Seele.

Zweitens sagt der Text uns, dass wir Gott unseren Körper geben müssen. Wie wichtig das doch ist. „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges […] Opfer.“ „Darbringen“ ist in diesem Fall ein Begriff, der in Tempeln verwendet wird. Er beinhaltet die Vorstellung des Sich-Ergebens, des Hingebens, des Anbietens. Es ist auch ein Terminus technicus für die levitischen Opfergaben, etwas als Opfer darbringen, ein tatsächliches Opfer darbringen. Und Gott will in diesem Fall unseren Körper.

Lasst uns bitte keine anderen Vermutungen anstellen als das, was an dieser Stelle im Text steht. Er meint damit genau das, was er sagt – den Körper. Gott will unseren Körper. Er hat bereits unsere Seele, nicht wahr? Er hat bereits den inneren Menschen. Er hat bereits den echten Menschen, das echte Wesen, das ewige Ich, das durch seine errettende Gnade verwandelt wurde. Und jetzt will er, dass dieses echte Ich ihm seinen Körper gibt … dieses neue Ich, die neue Schöpfung, wird jetzt dazu aufgerufen, Gott den Körper darzubringen, im dem dieses Ich existiert. Wir sollen also Priester sein, die den Körper darbringen.

Das ist nicht immer einfach, weil der Körper der Ort ist, in dem der Mensch wohnt, nicht wahr? Wenn ihr nicht so denkt, habt ihr den Tod falsch verstanden. Denn wenn ein Mensch stirbt, kommt sein Geist in den Himmel und sein Körper ins Grab. Und nachdem diese Trennung einmal vollzogen wurde, gibt es kein Problem. Der Körper ist das, was unser Menschsein enthält und unser Menschsein ist das, was unser Fleisch enthält und was unsere Sünde enthält, wie wir so unmissverständlich in Römer 6 und 7 lesen.

Es ist also von zentraler Bedeutung, dass wir unseren Körper Gott hingeben. Paulus erwähnt das hier nicht zum ersten Mal. Schlagt einmal kurz Kapitel 6 auf. Ich bin sicher, ihr erinnert euch dann an das, was wir beim Studium dieses Kapitel gelernt haben. In Kapitel 6,12 heißt es mehr oder weniger: „[Jetzt, wo ihr erlöst wurdet, wo eure Seele Gott übergeben wurde], soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen“, … was? …, „Leib.“ Die Sünde wird nicht länger in eurer Seele herrschen, denn die ist verwandelt. Aber sie wird noch immer in eurem Leib sein.

Und übrigens, euer Leib ist nicht nur das, was man berühren kann, sondern schließt auch euren Verstand und Willen ein, wie wir in einem Moment sehen werden. Es ist sehr schwierig, wo genau die Gesamtheit des Menschen sich unterteilt. Der Mensch ist so sehr eins, dass man ihn nicht eindeutig in zwei Hälften zerschneiden kann. Aber die Seele wurde erlöst, der Leib ist nicht erlöst, wie es in Kapitel 8 heißt; wir warten darauf, dass unser Leib erlöst wird, während unsere Seele bereits erlöst wurde. Deshalb wohnt die Sünde noch immer in unserem sterblichen Leib und wir dürfen nicht zulassen, dass sie dort herrscht oder übermächtig ist oder die Zügel in der Hand hält. In Vers 13 heißt es: „Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin.“ In Kapitel 6 werden wir also dazu aufgerufen, unseren Leib Gott hinzugeben. In Vers 16 heißt es: „Wißt ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?“ Der Ausdruck „wem ihr euch hingebt“ bedeutet, dass derjenige euer Herr ist. Er sagt also effektiv, ihr sollt euch Gott hingeben. Am Ende von Vers 19 werden wir aufgefordert, unsere Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung zu stellen.

In 1. Korinther Kapitel 6 sagt Paulus: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des [...]“, … was? …, „Heiligen Geistes ist?“ Der Heilige Geist wohnt in unserem Menschsein, in unserem Fleisch, in unserer erlösten Seele. Diese erlöste Seele, dieser immer anwesende Geist, ist in unserem Menschsein eingeschlossen. Die Sünde findet ihren Ausdruck in diesem Menschsein. Deshalb sagt Paulus in Römer 7: „Wenn ich sündige, bin nicht ich das, nicht diese erlöste Seele; vielmehr steckt diese Sünde in mir … in meinem Fleisch.“ Und ich will nicht noch einmal Römer 6 bis 8 ganz wiederholen, das könnt ihr selbst mit den Aufnahmen tun, wenn ihr möchtet. Es genügt wohl, wenn ich zur Erinnerung sage, dass wir in diesen Kapiteln gelernt haben, dass die Seele erlöst ist, dass der Geist erlöst ist, dass er/sie in einem Leib aus Fleisch existiert, der zur Sünde neigt. Deshalb warten wir immer noch auf die Erlösung jenes Leibes und darauf, unseren verherrlichten Leib zu empfangen, der nicht diese Neigung hat, aber bis dahin werden wir gegen die Sünde ankämpfen. Und deshalb sagt Paulus: „Mit meinem erlösten Ich sehne ich mich nach dem Gesetz Gottes, aber mit meinem Leib diene ich dem Gesetz der Sünde.“

Wir müssen also unseren Leib nehmen und ihn Gott als lebendiges Opfer darbringen. Wir können ihn nicht der Welt als Opfer darbringen. Wir können ihn nicht seinen eigenen Begierden überlassen. Wir können nicht zulassen, dass die Begierden und Leidenschaften des Leibes um sich greifen. Unser erlöster Geist, der bereits Gott gehört, muss unseren Leib Gott darbringen. Das ist so wichtig … so wichtig.

Paulus schreibt an die Thessalonicher: „… daß es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen.“ Und auch hier sagt er das Gleiche noch einmal. Ihr, die ihr erlöst seid, müsst es verstehen, euren Leib zu besitzen, wie ihr mit eurem Leib umgehen sollt, den Paulus in Philipper 3,21 als „unseren Leib der Niedrigkeit“ bezeichnet. Und er sagt dort, dass wir uns danach sehnen, diesen Leib der Niedrigkeit loszuwerden und dem Leib der Herrlichkeit Christi gleichförmig gemacht zu werden. Wir sehnen uns danach, nicht wahr? Aber bis zu diesem Zeitpunkt müssen wir unseren Leib als lebendiges Opfer darbringen.

Und offen gesagt ist es ziemlich erschreckend, wie der Leib die erlöste Seele beherrschen kann, nicht wahr? Es ist erschreckend. Hier sind wir – erlöste Geschöpfe mit erlösten Seelen, unseres Inneres verwandelt, und die Kraft des Heiligen Geistes Gottes wohnt in uns, der Allmächtige wohnt in uns, und es ist erstaunlich, wie viel Kraft der Leib dennoch hat, das Werk des Heiligen Geistes mehr oder weniger aufzuhalten und die erlöste Seele zu beherrschen. Der Leib ist der Mittelpunkt unserer Begierden. Der Leib ist der Mittelpunkt unserer Krankheiten. Und er muss unterworfen werden, er muss Gott als lebendiges Opfer dargebracht werden. Und er muss ständig dargebracht werden … ständig.

Paulus gewährt uns einen Einblick in diese Schwierigkeiten in 1. Korinther 9, wo er in Vers 27 sagt: „Ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“ Hier sagt er, ich verkündige und repräsentiere Christus und um das effektiv tun zu können, muss ich meinen Leib kontrollieren, diesen menschlichen Teil von mir, der sich seinen Begierden ungezügelt hingeben und die Kontrolle übernehmen will. Der Leib hat enorme Macht.

Ich habe in den letzten Tagen etwas über einen sehr bekannten und prominenten Diener Gottes gehört, der zu einem Ausgestoßenen wurde, weil er seinen Leib nicht unterworfen und seine Unmoral seinen Dienst zerstört hat. Das ist nicht ungewöhnlich, tragischerweise, sogar bei jenen, die dienen – ganz abgesehen von jenen, denen sie dienen.

An diesem Punkt ist es wichtig, ein Wort über den Leib in der griechischen Kultur zu verlieren. Die Griechen hatten eine sehr geringe Meinung vom Körper. Sie achteten den Körper gering. Sie hatten eine dualistische Philosophie, die besagte, der Geist ist gut, der Körper ist schlecht. Macht euch keine Sorgen um den Körper, das ist nur ein Körper, eine Hülle, mehr nicht, also lasst ihn tun, was immer er will, das ist unwichtig. Es ist der Verstand, der Geist – das ist der Teil des Menschen, der wichtig ist. Aber Gott unterstützt diese dualistische Betrachtung nicht. Gott wirft den Leib nicht einfach weg oder streift den Leib ab oder ignoriert ihn. Ich habe sogar Predigten gehört, bei denen es hieß, wir sollten die Gemeinde niemals züchtigen, denn wenn man Christen züchtigt, züchtigt man lediglich ihren unerlösten Leib und der unerlöste Leib muss das tun, was er eh tun wird. Warum sollte man also einen unerlösten Leib züchtigen? Was erwartet ihr sonst von einem unerlösten Leib? Und es ist nicht die neue Schöpfung in ihnen, die das tut, es ist ihr unerlöster Leib, der das tut, und einen unerlösten Leib kann man nicht korrigieren.

Nun, die biblische Antwort darauf lautet, dass man einen unerlösten Leib der Macht von Gottes Geist unterwerfen kann. Und der Leib kann, laut Römer 6, ein Werkzeug der Gerechtigkeit werden. Das kann er und das ist er. Wann immer euer Leib für göttliche Zwecke verwendet wird, wird er zu einem Instrument der Gerechtigkeit. Wann immer er benutzt wird, wann immer er gefüllt wird mit etwas, das Gott nicht gefällt, ist er ein Instrument der Ungerechtigkeit. Gott streift also nicht einfach den Leib ab und sagt: „Nun, der Leib ist nur der Leib“. Ein derartiges dualistisches Denken wird in der Schrift nicht geduldet.

Es ist auch wichtig, zu beachten, dass Lasterhaftigkeit in jenen Tagen so stark grassierte, ebenso wie heute, dass die Menschen derartige Sünden tolerierten.

Und die Menschen heute tun das ebenfalls. Ich bin völlig erstaunt, wie viele Christen sich Filme ansehen, in denen überall Ehebruch vorkommt. Das erstaunt mich wirklich. Ich bin erstaunt, dass die Leute vor dem Fernseher sitzen und einen Film oder eine Sendung anschauen, in der es um einzig und allein um Ehebruch geht, oder eine Vorabendserie oder sich Musik anhören, die über Unzucht und Ehebruch gesungen wird, auch wenn diese Begriffe nicht verwendet werden. Das erstaunt mich wirklich. Aber wir alle sind in den Bann unseres Systems gezogen worden und wir haben gelernt, derartige Dinge zu tolerieren. Sie sind nicht so schlimm. Sie sind nicht allzu abscheulich für Gott, es sind irgendwie normale, unerträgliche Dinge. Und deshalb müssen wir an das erinnert werden, was Paulus in 1. Korinther 6,12-13 sagte. Dort sagt er: „Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt – aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ Ich werde nicht zum Opfer von irgendetwas werden. Und dann sagt er am Ende von Vers 13: „Der Leib ist aber nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.“ Der Leib ist nicht etwas, das nur für Unzucht und Böses da ist, also lasst ihn in Ruhe. Der Leib ist für den Herrn. Gott kann nur dann durch euch wirken, wenn er durch euren Leib wirkt, nicht wahr? Wenn ihr sprechen wollt, müsst ihr durch euren Mund sprechen. Wenn ihr hören wollt, müsst ihr durch eure Ohren hören. Wenn ihr sehen wollt, müsst ihr durch eure Augen sehen. Wenn ihr gehen wollt, müsst ihr mit euren Füßen gehen. Wenn ihr helfen wollt, müsst ihr mit euren Händen helfen. Wenn ihr denken wollt, müsst ihr mit eurem Verstand denken. Der Leib ist für den Herrn. Und der Herr ist für den Leib.

Der Leib ist nicht nur für den Herrn, habt ihr das verstanden, sondern der Herr ist auch für den Leib. Er will ihn. Es gibt also keine Heiligung, die den Leib nicht mit einschließt. Es gibt keine Heiligung, die den Leib nicht mit einschließt. Und deshalb heißt es in 1. Thessalonicher 5,23: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!“ Das war sein Gebet. Ich bete nicht nur für euren Geist und eure Seele, sondern auch für euren Leib.

Bevor ihr wiedergeboren wurdet, war der Leib das, was im alten Wesen ausgedrückt wurde; jetzt, wo ihr in Christus seid, ist der Leib das, was Ausdruck des neuen Wesens ist. Das ist Gottes Wunsch. Und deshalb gehört zum Darbringen unserer Selbst als lebendiges Opfer auch, dass wir unseren Leib darbringen.

Was aber bedeutet es, den Leib als lebendiges Opfer darzubringen? Nun, das ist einfach ein Kontrast zum Alten Testament. Dort wurden Tierleiber als tote Opfer dargebracht. Gott will ein lebendiges Opfer. Nun, was meint er damit? Hier sind ein paar Gedanken dazu. Zu allererst ist ein lebendiges Opfer ein Opfer, das lebt, das für immer währt. Ein Tier wurde getötet und verbrannt. Das was eine einmalige Sache. Gott hingegen will ein ewiges Opfer. Er will nicht etwas, was ihr einmal darbringt und verbrennt, sondern etwas, das für immer und ewig dargebracht wird, das nie stirbt und niemals verzehrt wird, das einfach immer dargebracht wird, immer und ewig.

Weiterhin ist ein lebendiges Opfer nicht nur etwas, das ewig währt, sondern auch etwas, das in lebendiger Realität dargebracht wird, nicht in toter. Was ich damit meine? Ich denke, die vermutlich beste Illustration ist 1. Mose 22. Ihr müsst das nicht aufschlagen, ich werde darauf verweisen. Es ist die Geschichte von Abraham und Isaak. Gott sagte Abraham: „Du wirst Vater einer großen Nation sein, deine Kinder werden so zahlreich sein wie der Sand am Ufer des Meeres und die Sterne am Himmel. Wer sie segnet, wird selbst gesegnet werden. Wer sie verflucht, wird selbst verflucht werden. Du wirst der Vater einer großartigen Generation sein. Ich werde dich segnen. Ich werde deine Nachkommen vermehren.“ Und er gab ihm diesen wunderbaren Abrahamischen Bund. Abraham betrachtete seine Frau und sagte: „Das ist unmöglich, wir haben keine Kinder.“ Gott, durch seine wundersame Intervention, gab ihnen den verheißenen Sohn namens Isaak. Dann kam Gott zu Abraham und sagte: „Abraham, ich will, dass du Isaak nimmst, in das Land Morija gehst, ihn auf den Altar legt und ihn tötest … töte ihn.“

Isaak war der einzige Sohn von Abraham. Er liebte ihn. Isaak war der geliebte Sohn von Abraham, der verheißene Sohn. Isaak war der Erbe Abrahams. Isaak war der Schlüssel zu allem, was Gott ihm verheißen hatte. Isaak war der Schlüssel zum Bund. Isaak war alles.

Und dennoch nahm Abraham Isaak, schnürte ihm die Äste auf den Rücken, um diese den Hügel hochzutragen und einen Scheiterhaufen anzuzünden, der ihn verzehren würde.

Und er hob das Messer und war bereit, es seinem Sohn ins Herz zu stechen. Isaak wäre ein totes Opfer gewesen, aber Abraham hätte ein lebendiges Opfer dargebracht, denn er hätte gesagt: „Wenn du es mir gebietest, Gott, werde ich den Rest meines Lebens ohne meinen Sohn leben, ohne meinen geliebten Sohn, ohne meinen Erben, ohne deine Verheißung und ohne deinen Bund. Ich werde den Rest meines Lebens ohne irgendetwas leben, das mir etwas bedeutet.“ Das ist ein lebendiges Opfer.

Isaak wäre ein totes Opfer gewesen. Abraham hätte ein lebendiges Opfer dargebracht. Es ist nicht so, dass Gott zu euch sagen würde, bist du bereit, dich verbrennen zu lassen? Bist zu bereit, auszuziehen und zu sterben? Er sagt hier vielmehr, bist du bereit, zu Gott zu sagen: „Ich werde den Rest meines Lebens ohne alles leben, das mir etwas bedeutet, wenn das dein Wille ist.“ Und das ist ein ewig währendes und dauerhaftes Bekenntnis. Das ist es, was ein lebendiges Opfer ausmacht. Und Abraham war bereit. Er war bereit. Das ist ein großartiger Mann. Das ist ein Mann, der mit Gott wandelt und so bereit ist. Er sagte: „Ich werde mich dir hingeben, Gott, wenn du es von mir verlangst – egal, was du verlangst.“

Dieses lebendige Opfer, dieses sich demütig Gott ergeben, dieses, wie Paulus es ausdrückte, „allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umhertragen“, diese Art von lebendigem Opfer ist die Grundlage wahrer Anbetung. Es ist die Grundlage aller christlichen Ergebenheit. Das ist es, was Paulus meinte, als er sagte: „Denn für mich ist Christus das Leben und“, … was? …, „das Sterben ein Gewinn.“ Er sagte in Philipper: „Ich habe viele Dinge, aber ich achte sie für Dreck verglichen mit dem, was ich in Christus habe.“

Es gab einen großen Christen in China, der Lu Fook (?) hieß. Er war voller Mitgefühl für seine Landsleute, als diese nach Südafrika gebracht wurden, um als Kuli in den Minen zu arbeiten. Dieser sehr prominente Mann verkaufte sich selbst für fünf Jahre als Sklave an eine südafrikanische Bergbaugesellschaft. Er wurde ein Kulisklave zusammen mit anderen Sklaven, um ihnen das Evangelium zu bringen. Er starb als Sklave in Südafrika, aber erst, nachdem er über 200 seiner Mitmenschen zu Christus geführt hatte … ein lebendiges Opfer.

Devereux Spratt war ein einigermaßen bekannter Engländer, der 1641 von algerischen Piraten gefangen und versklavt wurde. Dieser Adelige gründete, als er ein Sklave war, eine Gemeinde. Und als seine Freilassung endlich durch seinen Bruder in England erwirkt worden war, weigerte er sich, seine Freilassung zu akzeptieren und sagte, er würde bis zu seinem Todestag ein Sklave bleiben, damit er der Gemeinde dienen könne, die er dank Christus das Vorrecht gehabt hatte, unter den Sklaven zu gründen. Heutzutage gibt es in einer Gemeinde in Algier eine Gedenktafel, die seinen Namen trägt.

David Livingston, dieser großartige Afrikamissionar, sagte: „Die Menschen reden immer von dem Opfer, das ich gebracht habe, weil ich so lange in Afrika gelebt habe. Kann man es als ‚Opfer‘ bezeichnen, wenn man lediglich einen kleinen Teil einer großen Schuld zurückzahlt, die wir unserem Gott schulden und nie zurückzahlen könnten? Ist es ein Opfer, wenn es eine Belohnung in sich birgt, gesunde Aktivität, ein gutes Gewissen, Seelenfrieden und die strahlende Hoffnung auf ein herrliches Schicksal in der Ewigkeit? Nieder mit diesem Wort. Es ist ganz nachdrücklich kein Opfer, sondern ein Privileg. Gelegentliche Angst, Krankheit, Leiden oder Gefahr und die Entbehrung der üblichen Annehmlichkeiten und Almosen dieses Lebens mögen uns dazu bringen, innezuhalten und den Geist veranlassen, zu schwanken und unterzugehen, aber das möge nur für einen Moment so sein. All das ist nichts, verglichen mit der Herrlichkeit, die hiernach in uns und für uns offenbart werden wird. Ich habe noch nie ein Opfer dargebracht. Davon sollten wir nicht reden, wenn wir des großen Opfers gedenken, das er gebracht hat, als er den Thron seines Vaters im Himmel verlassen hat, um sich für uns zu opfern.“

Das ist eine Sache, die uns vielleicht auffällt, dass diejenigen, die ein lebendiges Opfer darbringen, es in der Regel nicht als solches betrachten. Jemand schrieb einmal: „Ich habe Dollars gezählt, während Gott Kreuze gezählt hat. Ich habe nach Gewinn geschaut, während er Dinge als Schaden erachtet hat. Ich habe meinen Wert an den Dingen bemessen, die ich angehäuft hatte, er hat mich anhand der Narben beurteilt, die ich trug. Ich habe nach Ehre gestrebt und wollte akademische Grade, er weinte, als er die Stunden zählte, die ich auf meinen Knien verbrachte. Ich wusste nie, bis eines Tages am Grab, wie sinnlos all die Dinge sind, mit deren Bewahrung wir unser Leben verbringen.“

Das ist ein lebendiges Opfer, das Gott verlangt. Und es beinhaltet den Leib, der ihm heilig und - schaut gut hin – als Gott wohlgefälliges Opfer dargebracht wird. Erinnert ihr euch, dass der Leib des Tieres, das im Alten Testament geopfert wurde, ohne was sein sollte? Unbefleckt und ohne Makel. Es sollte das Beste, das Sauberste, das Reinste sein. Und eben das sagt Paulus hier. Wenn wir uns selbst als Opfer darbringen, bringen wir Gott ein heiliges Opfer, unbefleckt und ohne Makel. Das Wort, das hier verwendet wird, ist das sehr vertraute Wort hagios. Dieses griechische Wort bedeutet im klassischen Sinne „abgesondert“. Es bedeutete nicht „rein“ oder „unbefleckt“ oder „ohne Sünde“. Wisst ihr warum? Weil es in ihrer Sprache im Zusammenhang mit Religion kein Wort dafür gab, denn ihre Götter waren ebenso sündhaft wie die Menschen, die sie anbeteten. Wenn sie also für eine Gottheit abgesondert waren, implizierte das keine Heiligkeit, wie wir sie sehen. Es implizierte keine Reinheit. Es implizierte keine Unbeflecktheit durch Sünde. Das Christentum heiligte das Wort. Das Christentum heiligte das Wort „geheiligt“. Das Christentum machte das Wort „heilig“ heilig. Und es beinhaltet für uns den Sinn des Reinen, Unbefleckten und der Freiheit von Sünde. Gott will euren Leib, meine Lieben, ich meine euren physischen Leib, euren Verstand und all euer Menschsein. Er will, dass ihr ihm das unterwerft und es ihm als lebendiges Opfer darbringt.

Wir sind so bequem geworden in unserer heutigen Gesellschaft. Wir halten zu hartnäckig an den Dingen fest. Wir sind bereit, dem Herrn zu dienen, wenn uns das nicht etwas mehr Zeit kostet, wenn das nicht ein wenig zu viel Energie verlangt, wenn wir unsere Lieblingssendung im Fernsehen nicht verpassen. Wir wollen uns Gott als lebendiges Opfer darbringen, aber wir wollen ein wenig für hier reservieren, damit wir die Welt mit ihren Verlockungen und ihrer Unterhaltung in vollen Zügen genießen können. Gott hingegen will ein unbeflecktes Opfer unserer Selbst, ohne Makel.

Ich sehe viele bereitwillige Herzen und viele Menschen, die sagen: „Ich will dem Herrn dienen … ich will in den Dienst gehen … ich will der Diener des Herrn sein.“ Und sie sind nicht einmal annähernd makellose, unbefleckte, vollkommene Opfer, die sich ihm hingeben. Ich denke, das macht es etwas schwierig, die Arbeit zu erledigen, wenn man mit halbherzigen Menschen zu tun hat oder mit Menschen, die von Zeit zu Zeit halbherzig in ihrer Hingabe sind, wie wir alle manchmal. Was bringt ihr Gott dar? Ich meine, wenn ihr sagt „Ach, ich will mein Leben dem Herrn übergeben“, was genau gebt ihr ihm? Eine unbefleckte, makellose, heilige, reine und totale Hingabe? Denn das allein, passt hier gut auf, ist Gott wohlgefällig. Der Rest ist es nicht … der Rest ist es nicht.

Seid ihr wie die Menschen in Maleachi? Der Herr sagte durch den Propheten Maleachi: „Ihr bringt verunreinigtes Fleisch auf dem Altar dar.“ Wisst ihr, was ihr darbringt? Statt Gott das Beste zu bringen, was ihr habt, bringt ihr ihm das vergammelte Fleisch. Ihr bringt mir einen verdorbenen Kadaver. Ihr wollt mir keinen guten bringen. Vielleicht sammelten sie wirklich unterwegs einen Kadaver ein und opferten diesen, statt das beste Tier ihrer Herde darzubringen. Ihr bringt das blinde Tier als Opfer dar. Ihr bringt mir ein blindes oder ein lahmes oder krankes oder verstümmeltes Tier. Er sagt: „Würdet ihr das dem Statthalter bringen, wenn ihr eure Steuern zahlen geht?“ Nie im Leben, aber ihr bringt es Gott dar. Würdet ihr aus Furcht das tun, was ihr für Gott nicht aus Liebe tun würdet? Nur ein heiliges Opfer ist Gott wohlgefällig. Das Wort „wohlgefällig“ bedeutet „erfreulich“ oder „befriedigend“. Mit allem Geringeren gibt Gott sich nicht zufrieden, damit ist er nicht zufrieden.

Mit Opfern totaler Hingabe, reinen Opfern, ist Gott hingegen zufrieden. Hebräer 13,16 sagt: „Wohlzutun und Mitzuteilen vergeßt nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl!“ Mit Güte, mit Tugend, mit Großzügigkeit – das gefällt Gott. Er ist zufrieden, wenn wir unsere Leiber vollkommen heilig darbringen, abgesondert, rein, unbefleckt, und das – schaut einmal auf das Ende von Vers 1 – ist euer vernünftiger Gottesdienst. Das Wort für „Gottesdienst“ oder „Anbetung“ ist latreia; es wird in der Septuaginta, dem Alten Testament auf Griechisch, verwendet, um die Anbetung Gottes im Einklang mit dem levitischen Gesetz zu beschreiben. Wir reden also immer noch in dieser priesterartigen Sprache, in der Opfersprache. Die Priester kamen zur Anbetung. Und das ist das Wort für „Anbetung“ im Alten Testament. Und hier ist es immer noch „Anbetung“. Ihr kommt, um Gott mit einem Opfer anzubeten. Was bringt ihr ihm? Bringt ihr ihm einen befleckten Kadaver? Sagt ihr inmitten all eurer Befleckung, all eurer Sünde, allen Drecks in eurem Leben: „Oh ja, Herr, ich gebe mich dir hin?“ Vielleicht ist es viel, vielleicht wenig, aber in jedem Fall seid ihr nicht unbefleckt. Gott akzeptiert nur ein heiliges Opfer.

Das Wort latreia wird auch in Hebräer 9,6 verwendet, um sich auf die Priester zu beziehen, die im Tempel dienen und den heiligen Dienst verrichten. Und hier wird es für den Gläubigen als Priester verwendet, der seinen Leib als geheiligtes Opfer für Gott darbringt. Und diese Anbetung, dieser Gottesdienst, ist, wie es in einigen eurer Bibeln heißt, „vernünftig“. Hier steht im Griechischen das Wort logikos, von dem wir das Wort „Logik“ ableiten. Es ist vernünftig, das ist eine passende Übersetzung, es ist intelligent; dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass es etwas mit dem Verstand zu tun hat. Es ist etwas, das aus dem Inneren des Menschen kommt, nicht von außen. Mit anderen Worten brachten sie im Alten Testament ein totes Opfer dar und das war ein äußerlicher Dienst. Versteht ihr das? Jetzt sagt er, bringt mir ein lebendiges Opfer – das ist ein Akt innerer bzw. geistlicher Anbetung, im Gegensatz zu physischer. Er verlangt keine mechanische, äußerliche Form, sondern eine intelligente, von Herzen kommende, geheiligte Hingabe an Gott. Hier ist die wahre Anbetung eines lebendigen Opfers; die toten Opfer waren lediglich Schatten des lebendigen Opfers. Die wahre geistliche, intelligente, rationale Anbetung besteht darin, unseren Leib und all unser Tun Gott in heiligem Zustand darzubringen.

Und ich sage euch, wahre Anbetung besteht nicht in ausschweifenden Gebeten, in Liturgien, Ritualen, Kerzen, Gewändern, Bleiglasfenstern und Musik von Bach. Wahre Anbetung besteht nicht darin, während eines Gottesdienstes Gänsehaut zu bekommen. Wahre Anbetung besteht eben in dem intelligenten, geistlichen Akt, Gott meinen Leib in seiner ganzen Ausdrucksform hinzugeben, heilig und für ihn abgesondert. Das ist es, was Gott will.

Gott schaut nicht auf eure Talente, Leute. Gott schaut nicht nach angeborenen Führungsqualitäten. Gott schaut darauf, ob ihr bereit seid, euch selbst zu opfern. Der Christ, der sich selbst als lebendiges Opfer darbringen würde, beginnt also damit, dass er seine Seele darbringt und dann seinen Leib. Es gibt noch zwei Dinge und die müssen wir nur kurz betrachten, um diese Botschaft abzuschließen.

Die dritte Sache ist, dass wir Gott unseren Sinn geben müssen. In Vers 2 heißt es: „Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an.“ Wir könnten soviel darüber sagen. „Sondern laßt euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes.“ Und hier sagt er uns, dass einer der grundlegenden Schlüssel dazu, mit eurer Seele euren Leib darbringen zu können, darin besteht, sicher zu sein, dass was mit eurem Sinn geschehen ist? Dass er erneuert wurde ... erneuert. Unser Sinn muss zur Erneuerung dargebracht werden.

Wisst ihr was? In unserem Sinn kommen unser neues Wesen und unser Menschsein zusammen, nicht wahr? Es ist unser Sinn, mit dem wir Entscheidungen fällen, ob wir diese neue Schöpfung auf heilige Weise ausdrücken oder unserem Fleisch gestatten, unheilig zu handeln. Wenn die Seele den Leib darbringen soll, muss also der Sinn erneuert werden. Achtet bitte auch darauf, wie er das mit einer negativen Seite und dann einer positiven ausdrückt. „Und paßt euch nicht diesem aion an“, nicht kosmos; nicht Welt, sondern Zeitalter, diesem Weltlauf. Der Weltlauf bzw. das Zeitalter ist die gefallene, unerlöste Philosophie des Lebens. Trench drückt es hervorragend aus: „Die schwebende Masse aus Gedanken, Meinungen, Maximen, Spekulationen, Hoffnungen, Impulsen, Zielen, Ambitionen, die zu jedem beliebigen Zeitpunkt in der Welt vorhanden sind.“ Der ganze Haufen weltlicher Dinge. Passt euch dem nicht an. Im Deutschen bezeichnen wir das als „Zeitgeist“ – das ist natürlich der Geist des Zeitalters, dessen Fürst und Herrscher Satan ist.

Glaubt mir, die Welt ist ein Werkzeug Satans. Oh, sie ist ein Instrument Satans. Um seine Ziele und seine Pläne und seine Ambitionen zu fördern, und das könnt ihr überall sehen. Ihr könnt sehen, wie der Geist dieses Zeitalters ein Geist der Hochmut, der Prahlerei, eines beinahe hässlichen Egos ist. Wir sehen es ständig bei professionellen Athleten, nicht wahr? Wenn ihr es in der letzten Zeit nicht gesehen habt, schaut euch nur einmal ein Tennisspiel an. Der Geist dieser Weltzeit.

Ich habe einen Artikel von einem Kolumnisten in der Chicago Tribune gelesen. Er sagte, es gab einen Radiosender in San Antonio, der sich entschieden hatte, einen Abend mit Motley Crew, einer Heavy Metal Hardrock Band, zu veranstalten. Also veranstalteten sie einen Wettbewerb auf ihrem Radiosender KISS FM in San Antonio und ein Teenager schrieb: „Ich werde Folgendes für das Privileg tun, einen Abend mit Motley Crew verbringen zu dürfen …“ Ihr könnt euch nicht einmal annähernd vorstellen, was 13-17-Jährige Kids schrieben. Ich habe ungefähr 15 verschiedene Briefe gelesen, wie z.B. „Ich würde ihre Körper rasieren und wo sie bluten, würde ich das Blut aus ihnen saugen.“ Das war eine noch recht zurückhaltende Antwort. Der Geist dieses Zeitalters ist wirklich erschreckend … erschreckend. Das kommt von der Musik. Das kommt vom Kino. Das kommt von den Medien. Es kommt von überall zu uns. Und wir werden vom Geist Gottes durch den Apostel Paulus hier dazu aufgerufen, nicht zuzulassen, dass wir uns an die Ziele und Ethik und Maßstäbe und Moral unserer Zeit anpassen, da diese satanisch sind. Denkt an das, was in 1. Johannes 5,19 steht: „Die ganze Welt [befindet] sich im Bösen.“ Passt euch nicht an.

Stopp. Hier steht buchstäblich: „Gestattet euch nicht länger, wie dieses böse Zeitalter geformt zu werden ... lasst nicht mehr zu, dass das geschieht.“ Hier wird was vorausgesetzt? Dass es geschieht. Stoppt das. Gebietet dem Einhalt. Sitzt nicht einfach herum und lasst es geschehen. Darum geht es. Das Verb, das hier verwendet wird, ist fantastisch. Ich möchte euch nicht mit griechischer Terminologie verwirren, aber ich möchte, dass ihr ein Gespür für dieses Wort bekommt. Es ist das Wort su(n)skematizo, schema, oder im Deutschen „(raffinierter) Plan, Modell, Intrige, Mauschelei“. Hört mir jetzt gut zu. Skematizo bezieht sich auf den Akt, nach außen hin einen Ausdruck, eine Maske, aufzusetzen, die nicht von innen kommt, eine Schau abzuziehen. Ein großartiges Wort, „sich verkleiden/sich als etwas ausgeben“. Und hier sagt er also: „Schaut, gebt euch nicht als jemand aus, der zu der Welt gehört, okay?“ Seht ihr das? „Gebt euch nicht als etwas Anderes aus, indem ihr den Geist dieses Zeitalters zur Schau tragt, der nicht dem entspricht, was wirklich in euch steckt.“ Seht ihr das? Und die Hinzufügung der Konjunktion sun, s-u-n, als Vorsilbe erweitert das Ganze um den Gedanken, dass dieser Ausdruck nach einem ganz bestimmten Modell geformt wird. Formt euch nicht, lasst nicht zu, dass ihr ständig nach dem Vorbild der Welt geformt werdet, und nach dem Geist dieses Zeitalters, das nichts mit dem zu tun hat, was ihr im Inneren seid. Tragt die Maske dieser Welt nicht. Es ist unvorstellbar, dass ein Christ, der eine neue Schöpfung in Jesus Christus ist, die Maske der Welt würde tragen wollen. Aber wir werden immer wieder hineingezogen. Wir wollen dieselbe Kleidung tragen wie sie. Wir laufen los und kaufen alle neuen Sachen, die auf den Markt kommen. Wir wollen einen Teil all der Systeme sein, die vorbeiziehen. Wir wollen ihre Unterhaltung haben und immer über die neuesten Trends informiert sein. Wir sind in all dem Zeug einfach gefangen.

Kenneth Wuest verstand das, als er schrieb: „Hört auf, einen äußerlichen Ausdruck aufzusetzen, der nach diesem Zeitalter geformt ist, einen Ausdruck, der weder von innen kommt noch repräsentativ ist für das, was ihr in euerem Inneren als wiedergeborene Kinder Gottes seid.“ Hört auf mit der Maskerade.

Andererseits sagt Paulus: „Sondern laßt euch in eurem Wesen verändern“ – der zugrunde liegende Gedanke hier ist der einer Metamorphose, einer vollkommenen Veränderung. Und hier geht es darum, eure äußere Erscheinung zu verändern. Verändert eure äußere Erscheinung, damit sie eurem Inneren entspricht, okay? Das ist das Wort. Es ist eine perfekte Verwendung von Worten. Es ist sogar das Wort, das in Matthäus 17 verwendet wird, wo es heißt, Jesus wurde „verklärt“, er durchlief eine Metamorphose, seine äußere Erscheinung wurde genauso gemacht wie was? Seine innere. Er war Gott in Menschengestalt und für einen Moment offenbarte sein menschliches Fleisch den Gott, der er in seinem Inneren war. Und ihr sollt äußerlich verwandelt werden, um es mit eurem erlösten Ich im Inneren in Einklang zu bringen. Und es steht im Imperativ im Präsens Passiv, ebenso wie das Wort „anpassen“. Hört auf, zuzulassen, dass ihr euch anpasst, und lasst stattdessen zu, dass ihr verwandelt werdet – kontinuierlich. Und das, meine Lieben, ist übrigens das Werk von wem? Es ist das Werk des Geistes, der uns von einer Ebene der Herrlichkeit zur nächsten verändert und uns in das Bild des Herrn verwandelt, wie wir in 2. Korinther 3,18 lesen.

Wie tut man das? Indem wir was erneuern? Den Sinn … den Sinn. Das Wort „erneuern“ bedeutet hier „Renovierung/Neugestaltung/Umbau“. Die Renovierung des Sinnes. Wie „renoviert“ oder erneuert man seinen Verstand? David drückte es folgendermaßen aus: „Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht ...“ Was ist der Schlüssel zu einem erneuerten Sinn? Es steckt genau unter unserer Nase, nicht wahr? Es ist das Wort ... es ist das Wort … es ist das Wort … es ist das Wort. Das Wort ist der Schlüssel zu einem erneuerten Sinn. Wir haben das in unseren Studien so viele Male immer wieder gesehen. Die Erneuerung des Sinnes durch das Wort. Der Schlüssel zu einem würdigen Wandel mit Gott besteht darin, Gottes Wort zu kennen. Ihr müsst das Wort Gottes kennen. Nur eine einfache, tiefschürfende Wahrheit.

Und in Kolosser 1,28 sagt Paulus: „Jeden Menschen lehren [wir] in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“ Ein vollkommenes Leben ergibt sich aus vollkommener Kenntnis. In Kolosser 3,10 sollen wir den neuen Menschen anziehen, der erneuert wird zur Erkenntnis. In Kolosser 3,16 heißt es: „Laßt das Wort des Christus“, … was? …, „reichlich in euch wohnen.“

Ich sag euch, ich habe das so viele Male gesehen. Der erneuerte Sinn ist ein Sinn, der von Gottes Wort erfüllt ist und von diesem kontrolliert wird. Verbringt ihr ebenso viel Zeit im Wort Gottes wie mit den Verlockungen der Welt? Was sind eure Reflexe? Die Dinge Gottes? Habt ihr eure Liebe auf die Dinge des Himmels gerichtet, nicht die irdischen? Ich meine, wenn etwas in eurem Leben geschieht, ist eure unwillkürliche Reaktion biblisch? Das ist ein erneuerter Sinn, ein Sinn, der von Gottes Wort erfüllt ist, ein Sinn, der sich ständig mit Gottes Wort beschäftigt, mit Gottes Wort und der Wahrheit Gottes. Das ist etwas, was in meinem eigenen Leben eine große Hilfe war. Und ich danke Gott nicht nur für meinen Dienst, sondern auch für das Privileg, das ich habe, ständig im Wort zu sein, auch wenn ich nicht predige, und mich im Wort vorzubereiten, denn das ist es, was meinen Sinn erneuert hat. Und es ist der erneuerte Sinn, der sich der Anpassung an diese Welt widersetzt und die eigene Verwandlung zulässt. Es ist der ständige Einfluss von Gottes Wort, der die Verwandlung in einen erneuerten oder „renovierten“ Sinn herbeiführt, damit ein erneuerter Sinn den Leib besser Gott darbringen kann. Ich meine, das ist überhaupt nicht rätselhaft.

Und schließlich müssen wir Gott unseren Willen darbringen ... unseren Willen. Und wenn wir die Seele und den Leib und den Sinn dargebracht haben, werden wir dem zustimmen, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Wir werden sagen: „Ich stimme deinem Willen zu, Gott.“ Wir werden unseren eigenen Willen aufgeben und sagen: „Ich stimme deinem guten und vollkommenen Willen zu. Das ist es, was ich will. Ich will nicht das, was ich will; ich will das, was du willst. Den guten, aufrichtig guten, ich meine wirklich guten, wohlgefälligen, vollkommenen Willen Gottes.“ Seht ihr, das verlangt danach, letztendlich euren eigenen Willen aufzugeben. Ich will nicht meinen eigenen Willen, ich will deinen Willen. Könnt ihr das sagen? Es ist mir egal … es ist mir egal, wo ich wohne, was ich besitze, was ich habe oder nicht habe, ich will nur, was du willst ... das ist alles.

Ein erneuerter Sinn, ein erneuerter Sinn kommt in einem sich unterordnenden Willen zum Ausdruck und in einem Leib, der als lebendiges Opfer dargebracht wird. Das ist alles ein Gesamtpaket. Ihr könnt euren Leib nicht als Opfer darbringen, wenn ihr nicht einen erneuerten Sinn habt, denn euch wird der Wille fehlen, das zu tun. Aber wenn ihr einen erneuerten Sinn habt, wird euer Wille sich Gott unterordnen und euer Wille wird euren Leib als lebendiges Opfer darbringen. Und der Schlüssel dazu ist ein von Gott erfüllter Sinn, ein gehorsamer Wille, ein als Opfer dargebrachter Leib.

Ihr sagt jetzt: „Tut man das einmal im Leben?“ Nein; wie oft tut man das? Ständig, in jedem wachen Moment, es ist ein ständiger Akt der Erneuerung. Gebt ihm euren Sinn, der vom Wort erneuert wird. Gebt ihm euren Willen, ordnet euch seinem Willen unter. Das ist alles, was ihr wollt, sein Wille, sein Wille, sein Wille – nichts weiter. Hört auf, ständig euren eigenen Willen durchzusetzen und nach diesem oder jenem zu greifen oder zu denken, ihr bräuchtet dieses oder jenes oder wollt es. Der kontrollierende Faktor ist der Wille Gottes.

Und ihr braucht den Willen Gottes nie zu fürchten, nicht wahr? Er ist gut, er ist wohlgefällig, er ist vollkommen. Der erneuerte Sinn, der sich unterordnende Wille und der heilige Leib gehen also einher mit der erlösten Seele. Wie schlicht und einfach! Ich mag komplizierte Dinge nicht. Ich widersetze mich komplizierten Dingen. Und ich liebe es, wenn man elf Kapitel nehmen kann und uns buchstäblich umhauen kann mit der fundierten Abhandlung von Gottes erlösendem Werk. Und dann, ganz schlicht und einfach, das Ganze auf zwei Verse reduzieren und sagen kann: „Das ist es, was ihr tun solltet.“ Ich liebe das. Gebt ihm euren Sinn, euren Leib und euren Willen.

Lasst mich mit Folgendem abschließen. Ich weiß, wir haben ein wenig überzogen, aber hört euch noch eben diese wundervolle Aussage an. Watchmann Nee schrieb ein Buch mit dem Titel Das normale Christenleben; es endet mit folgenden Worten:

„In diesem Zusammenhang denke ich gern an die Worte der Frau aus Schunem. Sie hatte den Propheten Elisa beobachtet, und ohne ihn näher zu kennen, sagte sie von ihm: ‚Sieh doch, ich habe erkannt, daß es ein heiliger Mann Gottes ist, der regelmäßig bei uns hindurchzieht“ (2. Kön. 4,9).“ Er schrieb: „Diesen Eindruck hatte sie nicht bekommen durch irgendetwas, das Elisa gesagt oder getan hatte, sondern einzig und allein durch das, was er war. Er kam immer nur bei ihr vorbei, und schon daran konnte sie etwas merken. Was empfinden die Menschen uns gegenüber? Wir mögen alle möglichen Eindrücke bei ihnen hinterlassen: daß wir klug oder begabt sind, daß wir so oder so geartet sind. Doch der Eindruck, den Elisa hinterlassen hatte, war ein Eindruck von Gott selbst. Die Wirkung, die wir auf andre Menschen haben, hängt einzig und allein vom Wirken des Kreuzes in uns ab und davon, ob Gott sein Wohlgefallen durch uns erlangt hat. Voraussetzung dafür ist, daß ich sein Wohlgefallen suche, daß ich darauf aus bin, nur ihn zufriedenzustellen, egal, wieviel es mich kosten mag. Er sagt: „Der Wohlgeruch Christi, der in anderen Menschen ein Bewußtsein der Bedürftigkeit erweckt und sie dadurch zum Herrn zieht, entsteht durch unsere Bereitschaft, alles zu lassen, alles zu zerbrechen und für ihn auszugießen. Das ist der tiefere Sinn hinter allem. Das Evangelium zielt einzig und allein darauf ab, uns Sünder soweit zu bringen, daß wir das Herz unseres Gottes zufriedenstellen. Dazu müssen wir mit allem, was wir haben und sind, zu ihm kommen, selbst mit den Dingen, die in unserer geistlichen Erfahrung am wertvollsten sind, und zu ihm sagen: ‚Herr, ich bin bereit, all dies um deinetwillen aufzugeben; nicht nur für dein Werk, nicht für deine Kinder oder für sonst etwas, sondern einzig für dich selbst.‘“Und dann sagt er Folgendes: „Wie gesegnet ist es, sich für den Herrn zu verschwenden.“[1]

Lasst uns beten.




[1] Watchmann Nee. Das normale Christenleben. Verlag Der Strom, Stuttgart,1995, S.251-252