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Das Angesicht Jesu betrachten, Teil 3 (German)

2 Korinther 4:3 September 11, 1994 de47-24

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Ich habe es als sehr bereichernd und geistlich lohnend empfunden, Kapitel 3 und 4 des 2. Korintherbriefs zu studieren. Vielleicht habt ihr das im Laufe dieser Serie schon bemerkt. Ich möchte euch deshalb bitten, euch in euren Bibeln 2. Korinther Kapitel 3, Vers 18 bis Kapitel 4, Vers 6 zuzuwenden. Wir befassen uns mit diesem Abschnitt bereits seit einigen Wochen und werden ihn auch noch für die vorhersehbare Zukunft studieren. Hier handelt es sich um eine jener reichhaltigen Schatzminen, die ihr im Wort Gottes findet und die fast unerschöpflich sind. Als ich endlich all meine Gedanken gesammelt und irgendwie alles zusammengefasst hatte, was ich über diesen Abschnitt sagen wollte, in groben Notizen, die ich dann auf einen ersten Entwurf reduzierte, dann auf eine Art zweiten Entwurf und schließlich in eine Art von endgültigen Notizen, geriet ich ins Grübeln. Als ich diesen ganzen Prozess abgeschlossen hatte, lehnte ich mich zurück und dachte bei mir: „Ich bin diesem Text nicht einmal ansatzweise gerecht geworden, da steckt einfach so viel drin, dass nur der Herr an diesem Punkt weiß, wenn wir so viel verstanden haben, wie er es für uns vorgesehen hat.“

Es ist ein sehr tiefschürfender Text mit gewaltigen Implikationen über Themen, die mit der Errettung und ihrer Verkündung zusammenhängen. Und wie ihr wisst, habe ich es nie eilig, denn ich will sicher sein, dass ich dem treu bin, was Gott sagen will und dass sein Geist die Gelegenheit erhält, es in Beziehung zu unserem eigenen Leben zu setzen - in der Zeit, in der wir leben. Und hier handelt es sich um einen Abschnitt, dessen theologischer Reichtum über jedes Maß hinaus geht und dessen Implikationen ebenso bedeutsam für uns sind. Es war also einträglich für mich, diesen Text Stunde um Stunde zu studieren und Gott hat ihn in meinem eigenen Herzen benutzt und ich nehme an auch in eurem.

Wir haben diesen Abschnitt der Schrift „Das Angesicht Jesu betrachten“ genannt, weil wir in Kapitel 3, Vers 18 Gläubige des neuen Bundes sehen, die mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel. Und weiter unten in Kapitel 4, Vers 6 ist Gott wieder derjenige, der es in unseren Herzen hat licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Wir betrachten hier also die Herrlichkeit Gottes im Spiegel, der das Angesicht von Jesus Christus ist, der uns in den Seiten der Schrift widergespiegelt wird. „Das Angesicht Jesu betrachten“ heißt diese Serie - ein absolut grundlegendes Konzept für das gesamte christliche Leben.

Der neue Bund hat es uns als Gläubigen ermöglicht, Gott in Jesus Christus offenbart zu sehen. Das ist etwas, das die Heiligen des Alten Testaments nicht erlebten. Sie sahen, wie Gott in der Geschichte aktiv wurde. Sie sahen ihn nicht von Angesicht zu Angesicht. Gott ist ein Geist. Sie haben vielleicht Feuer und Rauch in einer seiner Repräsentationen des Gerichts gesehen oder vielleicht haben sie die die Shekina-Wolke oder eine Feuersäule gesehen. Sie haben Gott vielleicht in irgendeinem Wirbelwind gesehen. Sie haben Gott vielleicht in irgendeinem unheilvollen Ereignis gesehen. Sie haben die Stimme Gottes vielleicht aus dem Himmel gehört. Aber sie haben die Herrlichkeit Gottes nie so deutlich scheinen sehen wie im Angesicht von Jesus Christus und das ist den Christen des neuen Bundes vorbehalten, jenen auf dieser Seite der Menschwerdung. Als Gläubige sehen wir dann also Dinge, die die Heiligen des Alten Testaments nie wirklich deutlich sahen. Was für eine fantastische, wunderbare Sache es ist, ein Gläubiger des neuen Bundes zu sein. Und genau das ist es, was Paulus in diesem Abschnitt der Schrift feiert … die Herrlichkeit des neuen Bundes. Es gab immer jene Lehrer, die die Spuren von Paulus verfolgten und die Menschen zum alten Bund zurückholen wollten, der aus Schatten und Bildern und Typen bestand. Und Paulus sagt, der neue Bund ist Realität und die Herrlichkeit des neuen Bundes besteht darin, dass Gott im Angesicht von Jesus Christus offenbart wird und diese Sicht reicht aus, es besteht keine Notwendigkeit, sich in den Schatten zurückzuziehen. Der Schleier ist gelüftet, es besteht keine Notwendigkeit, ihn wieder anzulegen. Die Sicht ist uneingeschränkt. Es besteht keine Notwendigkeit, zu einer eingeschränkten und überschatteten Sicht zurückzukehren.

Und deshalb sehen wir im neuen Bund die Offenbarung Gottes, wie sie nie zuvor gesehen worden war. Der Heilige des Alten Testaments hörte etwas über Gott. Er mag Gott sprechen gehört haben. Er mag einige der Phänomene in Verbindung mit der Erscheinung Gottes gesehen haben, aber er hat Gott nie so klar gesehen, wie wir ihn sehen. Die Heiligen des Alten Testaments vertrauten auf Gott. Und die Propheten des Alten Testaments vertrauten auf Gott. Aber sie sahen Gott nie so klar, wie wir es tun, weil wir die genaue Repräsentation Gottes gesehen haben, die laut Hebräer 1 in Jesus Christus steckt. Er ist die genaue Repräsentation Gottes. Er ist das Ebenbild Gottes. Er ist der sichtbar gemachte Gott. Jesus sagte sogar: „Wenn ihr mich gesehen habt, habt ihr den Vater gesehen“. Was für eine fantastische Wahrheit, die Herrlichkeit Gottes zu betrachten, die im Angesicht Jesu leuchtet.

Und ich könnte an diesem Punkt als Anmerkung hinzufügen, dass wir zwar die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi auf uneingeschränkte Weise sehen und in den Spiegel der Schrift sehen, in dem die Herrlichkeit Gottes durch die Person von Jesus Christus reflektiert wird, der das Thema der Schrift ist, ihn aber trotzdem nicht so vollkommen sehen, wie das eines Tages der Fall sein wird, nicht wahr? Wir warten noch immer auf die vollkommene Sicht von Christus, wir warten noch immer auf den Tag, an dem wir ihn so sehen werden, wie er ist, und an dem wir wie er werden. In seinem ersten Brief an die Korinther machte Paulus sogar deutlich, dass unsere Sicht zwar wunderbar sein mag, aber keineswegs schon die vollkommene Sicht ist. In 1. Korinther 13,9 sagt er: „Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist“, das Vollkommene ist, meiner Meinung nach, der ewige Zustand, „dann wird das Stückwerk weggetan.“ Vers 12: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“

Die vollkommene Sicht, die vollkommene Erkenntnis steht noch bevor, aber die Erkenntnis Christi in der Sicht Gottes im Angesicht Christi, die wir jetzt haben, ist allem überlegen, was die Gläubigen des Alten Testaments je hatten. Wir sehen Gott in Christus auf eine Weise, in der die Heiligen des Alten Testaments ihn nie sahen. Wir sehen Gott in Christus auf eine Weise, in der selbst die Propheten des Alten Testaments, die edelsten all jener Menschen des Alten Testaments, ihn nie sahen. Ich setze sogar noch einen drauf. Wir sehen Gott in Jesus Christus auf eine Weise offenbart, in der die heiligen Engel ihn nie sehen. Das bedeutet, wir betrachten das Angesicht von Jesus Christus und sehen die Herrlichkeit Gottes in der Erlösung auf eine Weise, die Engel nicht begreifen können, weil sie nicht erlöst werden können. Heilige Engel müssen nicht erlöst werden und gefallene Engel können es nicht. Und so wird uns auf gewisse Weise im Angesicht von Jesus Christus die Offenbarung Gottes als barmherzig und gnädig, als freundlich und liebevoll und mitfühlend gegenüber Sündern offenbart - in einem Ausmaß, das nicht einmal Engel begreifen können.

Paulus feiert hier also das Privileg des neuen Bundes; die Sicht Gottes, die im Angesicht von Jesus Christus offenbart wird; das Privileg, die Herrlichkeit Gottes zu sehen. Was ist die Herrlichkeit Gottes? Einfach, wer Gott ist. Das ist die Offenbarung Gottes. Wir sehen Gott in Christus. Gott wird uns in Jesus Christus deutlich. Wir sehen und erkennen ihn, was für eine fantastische Wahrheit das ist.

Das ist nicht nur der Punkt unserer Errettung, sondern wird zum Prozess unserer Heiligung … Heiligung bedeutet für uns, in das Angesicht Jesu zu schauen und Gott offenbart zu sehen. Und in all den Fragen des Lebens und den Kämpfen des Lebens und den Dilemmas und Bedrängnissen und Problemen des Lebens gehen wir zu Christus und sehen auf ihn, um denjenigen zu finden, auf den wir vertrauen können, in den wir unsere Zuversicht und Hoffnung setzen können. Wenn das Leben uns nicht das gibt, was wir wollen, wenn wir bedrängt werden und niedergeschlagen werden und verletzt und mit Problemen belastet und von Versuchungen und Prüfungen und Fragen und Dilemmas, die wir nicht lösen können, heimgesucht werden, ist Christus derjenige, an den wir uns wenden und wir sehen auf Jesus Christus und in ihm wird Gott offenbart. Und dort finden wir einen souveränen, heiligen, mächtigen Gott, der über unseren Nöten steht, einen Gott, der der Gott allen Trostes ist, einen Gott, der den Anfang und das Ende geschrieben hatte, bevor sie überhaupt begannen oder endeten, einen Gott, der zu unserem Besten und seiner Herrlichkeit alles unter absoluter Kontrolle hat. Und wir finden in jener Sicht Gottes im Angesicht von Jesus Christus den Trost, den wir brauchen. Wir finden in Christus den Gott, der liebt und fürsorglich ist, einen Gott, der vergibt, einen Gott, der sich der Verletzten annimmt, der den Einsamen ein Freund wird. Gott offenbart sich selbst in Christus und diese Offenbarung ist ein selbstsicheres Vertrauen … ist die Offenbarung eines Gottes, dem wir vertrauen und in den wir unsere Zuversicht setzen können.

Ihr sagt: „Nun, was tat ein Heiliger des Alten Testaments, wenn er nicht auf Christus sehen und Gott offenbart sehen und wissen konnte, dass es einen Gott gab, dem er tief in seinem Innersten vertrauen konnte? Was tat ein Heiliger des Alten Testaments?“ Nun, er konnte Gott nicht im Angesicht Christi offenbart sehen, aber er glaubte dennoch an Gott. Er glaubte an den Gott, der ihm offenbart worden war, soweit er ihm offenbart worden war.

Ich möchte euch kurz veranschaulichen, wie ein Gläubiger des Alten Testaments auf Verzweiflung reagieren würde. Geht einmal zurück zu dem kurzen Buch Habakuk, nur fünf Bücher zurück im Alten Testament, das fünfte Buch vom Ende, ein kleiner Prophet, etwas undurchsichtig. Habakuk prophezeite zurzeit von Juda, vor dem Gericht Gottes durch die Chaldäer. Und Habakuk steckte in einem Dilemma. Habakuk der Prophet hatte ein großes Anliegen, das ihn belastete. Sein Anliegen war, dass Gott eine Erweckung bringen sollte, dass Gott geistliche Erneuerung und geistliches Erwachen bringen sollte, dass Gott nach Juda oder zum Volk Israel kommen sollte und dass er sie bekehren und erneuern sollte, dass er Gerechtigkeit zurückbringen sollte und sie von ihrer Sünde abwenden sollte, weil sie das Bundesvolk waren. Sie waren das Volk Gottes, das verheißene Volk, das Volk, denen das Reich gegeben werden sollte, das Volk, aus dem der Messias, der Erlöser hervorgehen sollte. Und alles sah schlecht aus. Sie waren geprägt durch Sünde und Verdorbenheit und Ungehorsam.

Und so finden wir Habakuk vor, während dieses Orakel mit einem Eröffnungsgebet in Vers 2 beginnt: „Wie lange, o Herr, rufe ich [schon], ohne daß du hörst!“ Und er fleht Gott an, zu kommen und sein Volk von seiner Sünde zu erlösen. „Ich schreie zu dir wegen des Unrechts, und du hilfst nicht.“ Herr, warum lässt du das zu? Warum duldest du ein abtrünniges Volk? Warum duldest du Gewalt überall und schreitest nicht ein und bringst keine Gerechtigkeit und Buße? Er betet hier effektiv für eine geistliche Erneuerung. Und dann in Vers 3: „Warum läßt du mich Bosheit sehen und schaust dem Unheil zu?“ Herr, die Gesellschaft wird schlechter und schlechter und immer verdorbener und jeden Moment schändlicher. „Bedrückung und Gewalt werden vor meinen Augen begangen; es entsteht Streit und Zank erhebt sich. Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht bricht nicht mehr durch; denn der Gottlose bedrängt den Gerechten von allen Seiten; darum kommt das Urteil verkehrt heraus.“ Meine Güte, hört sich das nicht vertraut an; es ist, als ob man die L.A. Times lese.

Er sagt, alles in dieser Gesellschaft hat sich in die falsche Richtung entwickelt. Und es handelt sich hierbei nicht einfach um irgendeine Gruppe von Leuten, dies ist das Bundesvolk. Hier ist also ein Prophet Gottes, der in einem großen Dilemma steckt. Ich meine, zu diesem Zeitpunkt ist er völlig am Boden. Er versteht nicht, warum Gott nicht kommt und sein Volk wieder der Gerechtigkeit zuwendet. Er befindet sich in einem echten Dilemma. Und weil er das Herz seines Volkes so sehr in seinem eigenen Herzen trägt, ist das eine sehr große Last für ihn.

Und dann antwortet der Herr, und wenn er dachte, er hätte ein Dilemma gehabt, als er betete, dann wartet nur, bis er die Antwort hört. „Seht euch um unter den Heidenvölkern und schaut umher: verwundert und entsetzt euch.“ Mit anderen Worten, ich werde … ich werde handeln und was du sehen wirst, wird dich schockieren, denn ich tue etwas in deiner Zeit und du würdest es nicht glauben, wenn man es dir erzählen würde. Ich tue etwas, das so befremdlich ist, dass du es nicht glauben würdest. Deshalb erzähle ich es dir aus erster Hand. „Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer.“ Was? Du erweckst die Chaldäer? Dieses bitterböse und ungestüme Volk, diese kämpferischen und impulsiven Menschen?

Die Chaldäer waren die Verdorbensten, sie waren der Abschaum der Erde. Sie waren ein Krebsgeschwür auf dem Leib der Menschlichkeit. Sie waren ein abscheuliches, heidnisches, gottloses Volk, dem man nachsagte, es würde kein einziges Gebäude errichten, ohne ein Baby lebendig in dessen Mauern zu begraben. Sie waren ein verdorbenes, pervertiertes Volk. Was meinst du, du erweckst sie? Ich bitte dich, dein eigenes Volk zu erwecken. „Nein, ich erwecke die Chaldäer, dieses bitterböse und ungestüme Volk, das die Weiten der Erde durchzieht, ...“ Sie waren ein mörderisches, plünderndes Volk. „... um Wohnsitze zu erobern, die ihm nicht gehören. Es ist schrecklich und furchterregend; sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selbst aus. Es gibt kein Gesetz, das über dem ihren steht. Schneller als Leoparden sind seine Rosse und rascher als Wölfe am Abend. Seine Reiter kommen im Galopp daher. Von fernher kommen seine Reiter. Sie fliegen daher wie ein Adler, der sich auf den Fraß stürzt. Sie gehen alle auf Gewalttaten aus; ihre Angesichter streben vorwärts. Sie fegen Gefangene zusammen wie Sand. Es spottet über die Könige, und für Fürsten hat es nur Gelächter übrig. Es lacht über alle Festungen, schüttet Erde auf und erobert sie. Dann fährt es daher wie ein Sturmwind, geht weiter ... und lädt Schuld auf sich; denn diese seine Kraft macht es zu seinem Gott.“

Wisst ihr, was er hier sagt? Ich werde dein Gebet erhören. Ich werde die Chaldäer herbeibringen, um Juda zu richten. Nun, das ist nicht das, was er wollte. Er wollte eine Erneuerung, stattdessen bekam er ein Gericht. Jetzt hat er ein noch größeres Dilemma und hier ist es. Wie kann Gott ein schlimmeres Volk nutzen, um das Bundesvolk zu richten? Was ist hier los? Gott bringt dem Bundesvolk nicht nur keine Erweckung, sondern er wird auch ein noch verachtenswerteres, verdorbeneres Volk nutzen, um sein eigenes Volk zu richten. Das ist ein großes Problem. Er versteht es nicht, es ist ihm unverständlich und er befindet sich auf dem Treibsand seiner Verwirrung und sinkt und sucht nach einem Platz, an dem er Fuß fassen kann.

Wohin wendet er sich? Wohin wird er gehen? Wie jeder treue Heilige des Alten Testaments wendet er sich Gott zu. Sein Glaube wird aktiviert und er beginnt, sich an seinen Gott zu erinnern. Das ist der einzige Ort, den er finden kann, um fest zu stehen. In Vers 12 sagt er also Folgendes: „Bist du, oh Herr, nicht von Urzeiten her mein Gott …?“ Was sagt er hier? Er sagt im Prinzip: „Gott, du bist größer als dieses Problem. Das ist ein historisches Problem. Das ist ein vorübergehendes Problem. Das ist ein kurzer Moment, doch du bist ewig. O Gott, du stehst über allem, du stehst weit über diesem Problem. Du warst hier, bevor das Problem kam und du wirst hier sein, nachdem das Problem sich erledigt hat. Du stehst darüber.“ Und er stimmt innerlich zu, dass Gott über allem steht und er findet ein gewisses Maß an Trost und Hoffnung und Sicherheit in der Tatsache, dass Gott viel größer ist als dieses Problem.

Und dann sagt er: „Oh Herr“, und das weist auf seine Souveränität hin. Gott steht nicht nur über allem, sondern ist auch souverän, und wenn er sagt „Herr“, dann sagt er damit: „Du bis zuständig, du bist der absolute Herrscher, nichts geschieht ohne dein Einverständnis. Das passt in deinen souveränen Plan.“ Und dann sagt er: „Mein Gott, mein Heiliger“ und bestätigt damit die Gerechtigkeit Gottes. Gott würde nie etwas tun, das falsch ist. Gott steht über diesem Problem, Gott ist souverän in Bezug auf dieses Problem. Und was immer Gott tut, ist richtig, weil er ein heiliger Gott ist. Und dann sagt er: „Wir werden nicht sterben.“ Warum sagt er das? Was meint er damit? Er meint, dass Gott ein treuer Gott ist. Gott hat gesagt, er würde sein Volk nie zerstören. Er würde sein Volk nie verlassen. Er würde ihnen die Verheißung bringen und sie werden nicht sterben. Und so bestätigt er Gottes Treue.

Hier ist ein Mann, der in einem ernsthaften Dilemma steckt, ein Dilemma, das ihm den Verstand und das Herz zerreißt, wie ich euch in einem Moment zeigen werden - so sehr, dass er, wie ihr in Kapitel 3 sehen könnt, in Vers 16 sagt: „Als ich das hörte, erzitterte mein Leib; wegen dieser Stimme erbebten meine Lippen; Fäulnis drang in mein Gebein, und meine Füße zitterten. O daß ich Ruhe finden möge am Tag der Drangsal.“ Er sagt, ich zittere, ich klappere, meine Knie schlottern, meine Knochen faulen. Ich bin ein Wrack. Das ist schwere Not. Das ist es, was man als Zusammenbruch bezeichnen würde, als schweren Nervenzusammenbruch.

Und wohin wendet er sich mitten in diesem enormen Dilemma? Er beginnt, die Dinge zu rezitieren, von denen er weiß, dass sie auf Gott zutreffen. „Gott, du stehst über diesem Problem. Gott, du bist souverän in Bezug auf dieses Problem. Gott, du bist vollkommen gerecht und was immer du tust, ist richtig. Und Gott, du bist treu und du wirst uns nicht zerstören. O Herr, ich sehe es, du hast sie als Richter ernannt. O du, o Felsen, du hast sie zur Maßregelung eingesetzt. Ich sehe, dass deine Augen zu rein sind, um das Böse unseres Volkes zu billigen. Du kannst nicht mit Gunst auf Verdorbenheit blicken. Ich verstehe, dass du ein heiliger Gott bist, du bist ein treuer Gott, du bist ein souveräner Gott, du bist ein Gott, der über allem steht.“

Und alles, was er hier tut, ist, sich in seinem Glauben an der ihm bekannten Wahrheit über Gott festzuhalten. Ich möchte euch jetzt auf Folgendes aufmerksam machen. Was tut ein Heiliger des Alten Testaments, wenn er auf dem Tiefpunkt angelangt ist, wenn er auf ein unüberwindbares Problem stößt und ein Dilemma, das er nicht wirklich lösen kann? Er wendet sich Gott zu und sucht nach einer Sicht Gottes. Das ist es, was Jesaja tat. Gott kommt zu Jesaja und sagt dasselbe: „Ich werde das Volk zerstören. Ich werde sie bestrafen, ich werde sie auslöschen. Ich werde eine Armee dort hinschicken.“ In Jesaja Kapitel 5 beschreibt er, wie die kämpferischste und angsteinflößendste Armee kommen und Juda einfach zerstören wird. Und Jesaja steht unter Schock. Und was tut er? In Kapitel 6 mach er sich schnurstracks auf den Weg zum Tempel und geht hinein. Warum ist er im Tempel? Wer lebt dort? Wer ist dort? Gott ist dort. Jesaja geht zum Tempel, weil er dringend mit Gott sprechen muss. Bist du immer noch zuständig? Bist du immer noch auf dem Thron? Was ist hier los? Dein Volk ist abtrünnig geworden. Sie haben eine Bosheit nach der anderen begangen. Sie haben sich habgierigem Materialismus, trunkenen Gelüsten und dem Streben nach moralischen Perversionen ergeben. Und all das ist im fünften Kapitel aufgeführt. Und du wirst kommen und sie alle zerstören. Was ist hier los?

Und er sieht Gott. Er sieht Gott hoch und erhaben. Was bedeutet das? Gott ist souverän. Jesaja sieht seine Herrlichkeit überall. Gott steht über allem. Er hört die Engel.

„Heilig, heilig, heilig“, Gott ist heilig. Und er sieht eine Vision. Wieder einmal wird er an den Charakter seines Gottes erinnert oder die Herrlichkeit seines Gottes, die einfach die Summe seines Charakters ist.

Ein Heiliger des Alten Testaments, der mitten in einem Dilemma steckte, strebte also nach einer Sicht Gottes, in der er bestärkt wird durch die ihm bekannte Wahrheit über Gott. In Kapitel 2 von Habakuk, Vers 4, fasst Habakuk einen Sachverhalt zusammen, der im Neuen Testament zum Synonym für Paulus wird. Er sagt: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ Man kann sein Leben nicht immer an dem orientieren, was man sehen kann, glaubt mir. Paulus sagte in 2. Korinther 5, wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Und hier sagt Habakuk, die Gerechten werden im Glauben wandeln, ich werde einfach auf Gott vertrauen. Mein Gott ist ein treuer Gott. Mein Gott ist ein heiliger Gott. Mein Gott ist ein souveräner Gott. Mein Gott ist ein Gott, der über allem steht. Geht einmal zurück zu Habakuk Kapitel 3, Vers 17. Er sagt, wenn die ganze Welt verrückt spielt, wenn der Feigenbaum nicht ausschlägt und der Weinstock keinen Ertrag gibt und die Frucht des Olivenbaums trügt und die Felder keine Nahrung liefern und die Schafe aus den Hürden getilgt und keine Rinder mehr in den Ställen sind … mit anderen Worten, wenn sich alles auflöst, von dem wir wissen, dass wir uns in unserem Leben - in der landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft, in der er sich befindet - darauf verlassen können, werde ich mich immer noch im Herrn freuen, ich werde frohlocken über den Gott meines Heils, ich werde auf meinen Gott vertrauen. Und dann sagt er: „Gott, der Herr, ist meine Stärke. Er macht meine Füße denen der Hirsche gleich”, wobei der Hirsch hier eine Hirschkuh, eine Art von Ziege ist. „Er machte meine Füße denen einer Bergziege gleich und ich kann auf den Klippen gehen.“ Die Sicht seines Gottes gab im festen Halt. Er rezitierte einfach das, von dem er wusste, dass es auf Gott zutrifft.

Ihr werdet dasselbe Verhaltensmuster überall in den Psalmen wiederfinden. Der Psalmist findet sich in einem Dilemma wieder und was macht er? Er beginnt einfach, die ihm bekannte Wahrheit über Gott zu rezitieren. Das eigene Gottesverständnis ist die Grundlage des gesamten Lebens und wir können Gott nie besser verstehen, als wenn er sich im Angesicht von Jesus Christus offenbart, nicht wahr? Ihr seht Gott nirgendwo deutlicher als in Jesus Christus. Was für ein Privileg für uns, über Habakuk hinauszugehen, über die Psalmen und Propheten hinaus und eine Sicht Gottes im Angesicht von Jesus Christus zu haben, die über jeder anderen Sicht steht. Als Jesus sagte: „Wenn ihr mich gesehen habt, habt ihr den Vater gesehen“, fasste er den Kern des Privilegs des neuen Bundes zusammen. Wie der Autor des Hebräerbriefs sagt: „Wir sehen Jesus. Und wenn wir ihn sehen, ist er die Ausstrahlung von Gottes Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens.“ Und wir haben ihn erstmals bei unserer Errettung gesehen, wie sahen die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu bei unserer Errettung und im Zuge unserer Heiligung schauen wir weiter in sein Angesicht.

Das christliche Leben wird für uns dann zu dem, was es für Paulus war, als wir letzte Woche Schluss gemacht haben. „Denn für mich ist Christus das Leben.“ Wir führen unser Leben gemäß Hebräer 12,2 und schauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Unser ganzes Leben besteht also darin, die Herrlichkeit Gottes zu betrachten, die im Angesicht von Jesus Christus offenbart wird. Ihr schaut einfach immer weiter auf Christus, seht seine Herrlichkeit offenbart auf den Seiten der Schrift, studiert das Neue Testament und seht Jesus offenbart. Die Evangelien enthalten die Geschichte seines Lebens und seiner Werke. In den ganzen restlichen Episteln wird die Bedeutung seines Lebens und seiner Werke dargelegt. Und im Buch der Offenbarung seine herrliche Rückkehr. Es dreht sich alles um Christus. Wir, die wir Christen des neuen Bundes, Gläubige des neuen Bundes sind, schauen in das Angesicht von Jesus, das im Spiegel der Schrift offenbart wird, und sehen dort deutlich die Herrlichkeit Gottes. Was für ein Privileg.

Paulus brauchte jene Sicht. Ihr erinnert euch sicher, deshalb will ich nicht zuviel darüber sagen, weil wir das bereits getan haben, dass Paulus diese Sicht brauchte, weil er zu jenem Zeitpunkt mit einigen schmerzhaften Dingen kämpfte. Ihr könnt zu 2. Korinther 4 zurückgehen. Der Apostel Paulus durchlebte diese schrecklichen, harten Zeiten. Er war Rufmord ausgesetzt. Jeden Tag war er am Rande des Todes durch seine Verfolger. Die Juden wollten seinen Tod. Die Heiden wollten seinen Tod. Er erlebte eine fürchterliche Enttäuschung, als die Gemeinde, die er liebte, ihm und der Wahrheit abtrünnig wurde. Das Herz dieses Mannes war bekümmert und gebrochen, als er diesen Brief schrieb. In Kapitel 4, Vers 8 sagt er sogar: „Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher …“. Ich meine, das Leben ist wirklich ziemlich … ziemlich elend. Beziehungen sind eine Enttäuschung für ihn. Die Reaktion der Menschen auf seine Verkündung ist eine Enttäuschung. Er wird körperlich brutal behandelt. Wir sind diesen Katalog, diese Litanei, bereits durchgegangen, deshalb werde ich das nicht noch einmal tun. Es ist eine überaus schwere Zeit.

Und es ist genau diese Zeit, von allen Phasen seines Lebens, wo er eine klare Sicht der neutestamentlichen Herrlichkeit Gottes braucht, die im Angesicht von Jesus Christus offenbart wird. Und deshalb kommt das, was er hier sagt, direkt aus seinem Herzen und entstammt seiner eigenen Erfahrung. Er war ein Mann, der seine Augen nie von Jesus Christus abwandte. Er konnte sagen: „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin“, denn er hörte nie auf, Christus nachzufolgen. „Um ihn zu erkennen“, war sein Gebet, „und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich dem Tod gleichförmig werde, damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange.“ Er wandte seinen Blick nie von Jesus Christus ab. „Eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt und dieses Ziel ist Christus.“ So lebte er sein Leben.

Wenn ihr das tut, wenn ihr euer Leben so führt, dass ihr die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu betrachtet, dann haben wir als Erstes gesehen, dass es eine klarstellende Betrachtung ist, nicht wahr, und zwar in Vers 18. Wir haben ein unverhülltes Gesicht und sehen die Herrlichkeit Gottes deutlich offenbart in Jesus Christus. Seine Attribute werden in Christus deutlich und geben uns Zuversicht und Hoffnung und Mut. Zweitens ist es ein verwandelnder Blick. Das haben wir in Vers 18 gesehen. Während wir in das unverhüllte Gesicht von Christus blicken, werden wir in sein Ebenbild verwandelt, wir werden wie er. Und drittens ist es, wie wir gesehen haben, eine stärkende Betrachtung. Der Anfang von Vers 1 besagt: „Darum lassen wir uns nicht entmutigen.“ Mit anderen Worten ist die Betrachtung des Angesichts Jesu so ermutigend und ein solch herrliches Privileg, dass euch nichts veranlassen könnte, den Mut zu verlieren. Paulus sagt, es ist mir unmöglich, all dem Druck nachzugeben, all den Schwierigkeiten des Lebens, wenn ich ein solches Privileg habe. Und viertens haben wir gesagt, es ist ein Anblick, der uns läutert. In Vers 2 sagt Paulus: „Wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab …“, das sind die heimlichen Sünden unseres Lebens, die wegen ihrer Schande verborgen sind. Wir haben diese Art von verdeckter Verdorbenheit abgelegt, diese schändlichen Heimlichkeiten sind charakteristisch für nicht wiedergeborene Menschen. Und er sagt, wir gehen nicht mit Hinterlist um, sind keine Heuchler und täuschen niemanden. Und Paulus sagt, wenn ihr das Angesicht Jesu betrachtet, läutert euch das, weil ihr die Heiligkeit Gottes offenbart seht. Und wenn ihr die Heiligkeit Gottes offenbart seht, werdet ihr euch eurer Sünde sehr bewusst.

Denkt an Jesaja, der die Heiligkeit Gottes sah … heilig, heilig, heilig … sagten die Engel und er wusste, dass er sich in der Gegenwart eines heiligen Gottes befand. Und welcher Tatsache war er sich sofort bewusst? Er sagte: „Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen.“ Was meinst du damit? Ich bin ein Sünder. Warum würde er es so ausdrücken? Weil es der Mund ist, durch den das Herz spricht, nicht wahr? Seine Sünde offenbarte sich in dem, was er sagte, und er konnte seine eigene Sündhaftigkeit dort sehen. Und er war sich seiner Sünde bewusst. Wann immer ihr euch in der Gegenwart eines heiligen Gottes befindet, seid ihr euch eurer Sünde bewusst. Wann immer ihr in das Angesicht Jesu schaut, wird die Sünde unter dem Suchscheinwerfer seines Blicks offenbart.

Petrus läuft ans Ufer, nachdem Jesus sich ihm gerade als Gott offenbart hatte, indem er alle Fische kontrollierte. Jesus schaut in das Angesicht von Petrus und dessen unmittelbare Reaktion ist: „Herr, gehe von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch“, Lukas 5,8. Entferne dich von mir, ich kann die Einschüchterung nicht ertragen. Jeder Blick in das Angesicht von Jesus ist überführend, reinigend, läuternd. Und das ist es, was er hier sagt. Als ich auf der Straße nach Damaskus in das Angesicht Jesu blickte, habe ich mich von diesem Zeitpunkt an vom heimlichen Leben der Sünde und der hinterlistigen, trügerischen Art meines verdorbenen Herzens losgesagt. Jemand, der in das Angesicht Jesu blickt, hasst die Sünde. Und das würde auch während des Prozesses der Heiligung gelten. Wenn eine Person Sünde in ihrem Leben dulden kann, pflegt sie nicht wirklich jenen Blick in das Angesicht Jesu. Wenn wir ständig in sein Angesicht schauen, empfinden wir die Sünde als hässlich.

Und fünftens haben wir gesagt, es ist ein wahrheitsliebender Blick. Wenn ihr in das Angesicht Jesu blickt, zieht die Wahrheit euch an. Paulus sagt hier, dass er sich von gewissen Dingen losgesagt hat und eines davon war die Verfälschung des Wortes Gottes. Er würde nicht tun, was die falschen Apostel und die falschen Lehrer taten, nämlich Menschen manipulieren, indem sie die Schrift missbrauchen, wie wir in 2,17 lesen - mit dem Wort Gottes hausieren, es unaufrichtig feilbieten, um die eigenen Ziele zu erreichen. Aber er wandte sich davon ab und der Offenbarung der Wahrheit zu. Ein Merkmal einer Person, die wirklich in das Angesicht Jesu schaut, oder wir könnten stattdessen auch sagen einer Person, die Christus wirklich nahe steht, ist, dass sie die Wahrheit leidenschaftlich liebt … sie liebt die Wahrheit leidenschaftlich. Ich verstehe Menschen nicht, die die Wahrheit nicht leidenschaftlich lieben. Ich kann das nicht begreifen. Die einzige Antwort, die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist, dass sie Christus offensichtlich nicht sehr nahe stehen, denn wenn ihr in das Angesicht Jesu schaut, der die Wahrheit ist, werdet ihr die Wahrheit lieben.

Ich schaue auf mein Leben zurück, als ich im 1. Studienjahr an der Uni war und von meinem Vater an eine bestimmte Uni geschickt worden war, die aber nicht wirklich meinem Wunsch entsprach. Ich strebte eine professionelle Karriere als Sportler an, Unisport war mir auf dem Weg dorthin wichtig. Ich dachte, ich würde ein Football- oder Baseball-Spieler werden. Und ich landete in einer Schule und das war keine sehr glückliche Erfahrung und auf dem Weg nach Hause hatte ich einen schrecklichen Autounfall. Ich wurde aus dem Auto geschleudert, wie manche von euch wissen, und rutschte auf meinem Rücken 114 Meter die Straße entlang. Verbrachte die nächsten drei Monate im Bett.

Und all das war die Vorsehung Gottes, denn in diesen drei Monaten im Bett beschäftigte ich mich wirklich zum ersten Mal in meinem Leben mit der Herrlichkeit Gottes, die im Angesicht von Jesus Christus offenbart wird. Ich erinnere mich, dass ich ein kleines Neues Testament und nichts zu tun hatte. Ich musste die ganze Zeit auf dem Bauch liegen, damit all die Wunden auf meinem Rücken der Luft ausgesetzt waren und heilen konnten. Überall, meine Ellenbogen waren abgeschabt und meine Knie und meine Knöchel und Füße und Hände und alles, das die Straße hätte berühren können, als ich dort entlangschlitterte. Und ich lag dort in einer sehr komischen Position und las einfach die Schrift. Es war an diesem Punkt, dass ich wirklich das erste Mal begann, in das Angesicht von Jesus Christus zu schauen. Und ich verschrieb mich buchstäblich mit aller Leidenschaft der Wahrheit.

Ich erinnere mich bis heute, wie ich sagte: „Ich muss verstehen, was das bedeutet, ich verstehe das nicht.“ Und ich begann, nach Büchern zu greifen und bat Leute, mir Bücher zu bringen, damit ich begreifen könnte, was das Wort Gottes bedeutete. Da war ich also, als 18-Jähriger, und Gott ließ mich in das Angesicht Jesu schauen, weil ich nirgendwo sonst hinschauen konnte. Ich konnte mich nicht auf den Rücken rollen. Ich konnte nicht einmal auf der Seite liegen. Und ich war irgendwie ... das war die einzige Art und Weise, wie Gott dafür sorgen konnte, dass ich mich auf irgendetwas fixierte. Und da war ich und blickte in das Angesicht Jesu und das begann, in meinem Herzen die Liebe zur Wahrheit zu kultivieren.

Und als ich Schulen wechselte und am Unisport teilnahm und die Gelegenheit hatte, einen Baseball- und einen Football-Vertrag zu unterzeichnen, war ich daran nicht mehr interessiert als an irgendeinem Job, den ich nie in Erwägung gezogen hatte. Das lag mir völlig fern. Ich sagte: „Auf keinen Fall, ich muss zur theologischen Hochschule gehen.“ Und wenn jemand mich fragte: „Warum? Willst du ein Prediger werden?“ hätte ich gesagt: „Nein, ich muss zur theologischen Hochschule, weil ich die Schrift verstehen muss.“ Ich wurde nie von dem Wunsch getrieben, zu predigen. Ich wurde von dem Wunsch getrieben, zu verstehen. Und bis zum heutigen Tag ist das Predigen der Teil dieses Deals, den ich als Arbeit betrachte. Man denkt nicht, das ist Arbeit, das ist Arbeit. Der Spaß liegt in dem, was davor kommt. Meine Leidenschaft ist die Entdeckung. Und ganz ehrlich denke ich an den Sonntag manchmal als: „Oh weh, du weißt, dass es ein anstrengender Tag wird und ich muss zur Arbeit gehen“, aber den Prozess der Entdeckung betrachte ich nie so. Es geht darum, wie schnell ich dorthin gelangen kann. Das ist die leidenschaftliche Liebe zur Wahrheit. Ich denke, das ist irgendwie miteinander verbunden und ich glaube nicht, dass jeder in dieser Beziehung so fanatisch sein muss wie ich, das alles hängt mit meiner Begabung zusammen und was Gott für mich geplant hat und wie er mich motiviert, aber ich kann nicht verstehen, wie ein Gläubiger nicht daran interessiert sein kann, die Wahrheit zu erfahren. In diesem Fall kann ich lediglich annehmen, dass er nicht in das Angesicht von Jesus Christus schaut, weil das ein wahrheitsliebender Blick ist. Wenn ihr in dieses Gesicht schaut, werdet ihr darin eine Liebe zur Wahrheit in demjenigen finden, der die Wahrheit ist. Die Wahrheit nimmt gewaltige Proportionen an.

Immer wenn ich … immer, wenn ich Diener Gottes sehe, die wenig Zeit mit dem Studium verbringen, schlussfolgere ich, dass sie an der Bibel nicht interessiert sind und an Gott nicht interessiert sind. Wenn ich jemanden sehe, der mit einem minimalen Verständnis von Gottes Wort zufrieden ist, ist das geistlicher Verrat. Das ist eine geistliche Frage. Es gibt Menschen, die hierher kommen, und ihr seid einige davon, die manchmal hierher kommen und dann wieder nicht kommen … das erstaunt mich immer wieder. Ich habe diese Woche mit jemandem gesprochen, der sagte: „Ich besuche deine Gemeinde” und mir sagte, seit wie vielen Jahren er schon kam. Das ist interessant. „Es ist nur, ich … ich komme nicht immer.“ Meine Antwort darauf lautet: „Nun, wir sind nur hier, um die Wahrheit zu lehren, wie wichtig ist dir das?“ Das ist quasi das geistliche Thermometer eines Menschen. Wenn euch die Wahrheit nicht so wichtig ist, dann sagt das etwas über die Sorgfalt aus, mit der ihr nach dem Angesicht Christi strebt. Denn wenn ihr in sein Angesicht schaut, werdet ihr die Wahrheit leidenschaftlich lieben. Ich verstehe Menschen nicht, die der Wahrheit nicht ergeben sind.

Nun, lasst uns zu dem kommen, worum es heute geht. Könnt ihr es glauben? Wir sind dort noch nicht einmal angelangt. Sechstens, hier haben wir aufgehört und wir werden uns endlich einem Vers zuwenden. Vers 3: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen.“ Darüber habe ich viel zu sagen.

Hört mir gut zu. Der sechste Punkt lautet, dass es eine einschränkende Betrachtung ist … eine einschränkende Betrachtung. Es ist wahr, nicht bei jedem wurde der Schleier gelüftet. Stimmt das nicht? Nicht bei jedem. Umso mehr Grund, dass ihr privilegiert sein solltet, nicht wahr? Nicht jeder hat das Privileg, in das Angesicht Jesu zu schauen. Der Großteil der gesamten Welt hat es nicht. Und so ist das einfach. Es ist ein schmaler Weg und es gibt nur wenige, die ihn finden.

Ihr fragt: „Warum bringt Paulus das zur Sprache?“ Ich sage es euch. Hört gut auf das, was ich euch sage. Es ist wichtig, daran zu denken, dass Paulus von falschen Aposteln in Korinth kritisiert wurde. Und eines der Dinge, für die sie Paulus kritisierten, war, dass er bei jedem aneckte. Ihre Kritik an Paulus lautete: „Du erregst wirklich das Missfallen der Menschen, du bist zu schlicht, du bist zu geradlinig, deine Botschaft ist zu unverblümt, deine Betonung liegt auf dem Kreuz …“. Und er sagt: „Ich verkündige Christus und ihn als Gekreuzigten und ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Christus und zwar als Gekreuzigten“. In 1. Korinther 2 sagt er: „Seht, ich habe keine andere Botschaft. Ich komme nicht mit Worten menschlicher Weisheit zu euch. Ich komme nicht mit hervorragender Rede zu euch. Ich komme nicht mit irgendwelcher hohen Redekunst zu euch. Ich verkünde die einfache, geradlinige Botschaft von Jesus Christus am Kreuz und das ist eine Botschaft der Sünde, des Gerichts, der Buße und des Heils. Es ist eine gradlinige Botschaft.“

Und die Kritiker sagten: „Siehst du, Paulus, du schreckst die Menschen nur ab. Natürlich gibt es eine Gruppe von Menschen, die zu dir kommen und glauben, aber siehe, der Großteil der Stadt Korinth hat dich abgelehnt. Und sieh dich an, Paulus, in jeder Stadt, in die du gehst, musst du erst einmal herausfinden, wie das Gefängnis ist, nicht das Hotel, weil du nie im Hotel sein wirst, du wirst im Gefängnis sein. Du weißt das. Sobald du zur Synagoge gehst, werden sie dich verachten und hassen. Wenn du die Synagoge verlässt und bei den Heiden predigst, werden sie dich verachten und sie werden dich hassen. Paulus, irgendetwas stimmt an deiner Methode nicht. Du bist nicht effektiv.“ Sie sagen, seine Verkündung des Evangeliums sei anstößig und nicht effektiv. Er hätte keine gute Strategie. Er verärgere die Menschen nur und brächte ihre Feindlichkeit und Erbitterung an die Oberfläche. Manchmal würden sie sogar versuchen, ihn zu töten, ihn zu steinigen und auszupeitschen und mit Stöcken zu schlagen, ihn ins Gefängnis zu werfen und ihm hölzerne Fußblöcke anzulegen. Manchmal wurde er, durch Gottes Gnade, von all dem erlöst. Wenn er in die Städte ging, würden Aufstände beginnen, ganze Aufstände, die ganze Stadt wäre im Aufruhr. Paulus stand ganz klar für eine geradlinige Botschaft. Er kam direkt zur Sache … Sünde, Buße oder Gericht und das Kreuz, Vergebung und der Himmel. Und diese Leute sagten: „Sieh, es ist nicht effektiv, nur das einzusetzen, guck dir doch nur die feindliche Einstellung an. Du bringst das Christentum in Verruf. Die Menschen denken, Christen seien tatsächlich irgendwelche lieblosen, anstößigen Menschen, weißt du, irgendwie müssen wir das mildern, Paulus.“

Und wir haben heutzutage dieselbe Sache hier. Paulus antwortete darauf wie folgt: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen. Es ist nicht die Schuld des Predigers und es liegt nicht an der Botschaft, sondern es liegt an den Menschen.“

Wir haben heutzutage zeitgenössische Kritiker, die sagen: „Wisst ihr, wir dürfen jetzt nicht anstößig sein, wir müssen … wir müssen raffinierter sein und klüger und können nicht einfach umhergehen und die Hölle und Verdammnis und das Gericht und Sünde und Buße und das Kreuz predigen.“ Diese zeitgenössischen Kritiker waren übrigens sehr erfolgreich und haben die Verkündung des Wortes mit allen möglichen Dingen in der Gemeinde ersetzt, nicht wahr? Sehr erfolgreich.

Roy Clements, der Pastor einer Gemeinde in Cambridge, England, ist, schreibt Folgendes: „Ein Prediger ist ein Herold und ein Herold ist jemand, der genau in eine Richtung kommuniziert. Er führt kein Gespräch. Er verkündet eine Botschaft, die er empfangen hat. Aber wenn unsere Kommunikationsexperten recht haben, verändern Ankündigungen niemanden.“ Dann fragt Clements: „Wo steckt der Fehler in ihrer Argumentation? Er liegt … sagt er ... in ihrer Theologie. Denn Menschen, die so argumentieren, nehmen an … hört gut zu …, dass christliches Predigen einer Marketingübung entspricht. Ihr habt euer Produkt, das Evangelium, Ihr habt eure Verbraucher, die Menschen. Und der Prediger ist der Verkäufer. Es ist sein Job, den Widerstand der Verbraucher zu überwinden und die Menschen zum Kauf zu überreden.“

Nun, Clements fährt fort: „Laut Paulus gibt es nur einen sehr einfachen, aber überwältigenden Grund, warum dies eine schlechte Analogie ist. Und das ist folgender. Der Prediger überwindet den Widerstand der ‚Verbraucher' nicht. Das kann er nicht. Das kann er nicht. Der Widerstand der ‚Verbraucher' ist viel zu groß, als dass ihn irgendein Prediger überwinden könnte.“ Und dann schreibt er: „Alles, was der Prediger tut, ist, diesen Widerstand offenzulegen.“

Hm ... „Der Prediger“, schreibt er, „errettet niemanden. Evangelisation muss Verkündigung sein, nicht, weil es ein Marketingkonzept ist, sondern weil die Verkündigung ein Sakrament göttlicher Souveränität ist.“ Das ist eine großartige Aussage.

Nun, was sagt uns all das? Es sagt uns, dass das Evangelium nicht ein Produkt ist, dass ich kein Verkäufer bin und ihr keine Verbraucher. Ich bin ein Prediger, weil mich die Bibel dazu auffordert. Ich predige die Bibel, weil das die Botschaft ist, die mir zur Verkündung gegeben wurde. Und es gibt nichts, was ich aus eigener Kraft bewirken kann - sei es meine Überredungskunst, worin auch immer meine Kraft bestehen mag, meine rhetorischen Gaben, die Intensität, mit der ich predige -, nichts, das euch in irgendeiner Art oder Gestalt von den Fesseln der Sünde erlösen wird. Ich kann euch nicht überreden. Ich kann den Widerstand des „Verbrauchers“ nicht überwinden. Wisst ihr warum? Ihr seid tot in euren Übertretungen und Sünden und ihr seid blind. Und ich kann nichts daran ändern. Und der natürliche Mensch versteht nicht, was von Gott kommt, es ist ihm eine Torheit. Sogar die Verkündung des Kreuzes ist denen, die verlorengehen ... was? … Torheit. Ich kann nichts daran ändern. Ich bin nur ein Mensch. Ich kann nichts daran ändern. Aber wisst ihr, was ich tun kann? Ich kann euren Widerstand als „Verbraucher“ an die Oberfläche bringen.

Wisst ihr, ihr seid euch vielleicht nicht einmal bewusst, dass ihr diesen Widerstand habt, bis ihr hier herkommt. Und so machen wir das, seht ihr? Der erste Teil des Gottesdienstes ist Clayton Erb mit seiner Musik, jeder mag ihn. Jeder liebt die Musik, jeder mag sie. Dann stehe ich auf. Und was ist meine Aufgabe? Den Widerstand von „Verbrauchern“ zu überwinden? Nein, ihn an die Oberfläche zu bringen. Ich möchte, dass der Sünder dort draußen zu sich selbst sagt: „Ich mag das nicht“ und sich seines Widerstandes bewusst wird. Denn das ist der Weg zur Überführung, nicht wahr? Und die zweite Sache, die ich tun kann, nachdem ich den Widerstand an die Oberfläche gebracht habe, ist, die Fakten des Evangeliums zu präsentieren. Und wenn der Geist Gottes sich entscheidet, die Überführung der Sünde und die Wahrheit des Evangeliums zu nehmen und als ein souveränes Werk zu erneuern, dann hat das Sakrament ... dann hat das Sakrament der Predigt seinen Zweck erfüllt. Das sagt er hier und das ist absolut richtig.

Ihr sagt jetzt: „Du willst mir also erzählen, dass du einen Sünder resistent machen willst.“ Ja, genau. Selbst wenn ihr Christen seid, will ich, dass ihr hierher kommt und ich will Dinge sagen, die euch veranlassen zu sagen: „Ich mag das nicht. Warum bin ich hergekommen? Mir gefällt nicht, was er gerade gesagt hat.“ Und ihr sagt das, weil ihr die Bedrohung eurer Sünde durch die Wahrheit nicht mögt. Das ist ein Dienst, den ich euch und mir erweisen muss. Ihr denkt, ihr seid schlecht dran. Ich musste das alles vorbereiten. Ich muss all dies viel mehr durcharbeiten als ihr und dann muss ich jedem Wort zuhören, das ich sage, während ihr zwischendurch abschaltet. Macht mir nichts vor, ich weiß das. Warum denkt ihr, dass ich die langen Wiederholungen einbaue?

Der Gedanke, dass Klugheit oder Methodik oder Technik die Fesseln der Sünde lösen und den Sünder retten können, würde nichts Anderes tun als den Prediger zu erhöhen und einen Helden aus ihm zu machen. Ihr könnt euch nicht selbst erretten und ich kann euch nicht erretten. Und ich verkaufe euch das Evangelium nicht wie irgendein Verkäufer, der in dem, was er verkauft, gerissen genug ist, um euch zum Kauf zu motivieren. Ich kann nur zwei Dinge tun. Ich kann euren Widerstand an die Oberfläche bringen, indem ich euch die Wahrheit bringe, die die Schrift verwendet, um euch zu überführen. Und dann kann ich euch die Wahrheit bringen, durch die Gott euer Herz verändern kann. Aber nur er kann die Veränderungen bewirken.

So viel moderne Evangelisation beruht auf dem häretischen Gedanken, dass jeder … hört mir gut zu … dass jeder das Evangelium annehmen kann und wird, wenn es nur clever genug präsentiert wird. Und das ist nicht wahr, das ist eine Irrlehre. Das Wort des Kreuzes ist jenen, die verlorengehen … was? … Torheit und es wird immer Torheit bleiben, sofern sie nicht diejenigen sind, die von Gott errettet werden und für die es die Macht Gottes ist. Und so gibt es also einen massiven theologisch-biblischen Fehler im Fundament der zeitgenössischen Evangelisation, ein Missverständnis der ganzen Angelegenheit. Ich kann niemanden erretten. Der größte Redner auf der Welt könnte niemanden retten. Der überzeugendste Redner könnte niemanden retten. Nur Gott rettet. Geht zurück zu Titus 3,4-7: „Gott hat uns errettet“ steht hier. Er allein kann retten. Ich kann lediglich die Wahrheit gegen den Sünder anführen, damit sie seinen Widerstand an die Oberfläche bringt und er muss sich damit auseinandersetzen und ich kann ihm dann die Wahrheit der Botschaft von Gerechtigkeit und Heilung und Wiederherstellung und all diesen Dingen bringen, damit der Geist Gottes das in seinem Leben umsetzen kann. Das ist es.

Hört mir gut zu. Alles, was von einem Prediger also verlangt wird, ist Klarheit. Wir sind nicht dazu berufen, Menschen dazu zu überreden, unseren klugen, innovativen Reden zu folgen. Wir überzeugen sie einfach von der Wahrheit. Wir stellen die Wahrheit einfach klar. Dann treten wir beiseite und lassen einen souveränen Gott blinde Augen öffnen, wie er es für angebracht hält. Und sogar als Gläubiger besteht meine Aufgabe darin, euch die Wahrheit über jede beliebige Frage des Lebens zu bringen, damit der Geist Gottes diese Wahrheit beleben und in eurem Herz bewirken kann, was er beabsichtigt.

Wenn ich erst einmal von der Wahrheit abweiche, habe ich diesen Prozess in Wirklichkeit verdreht, nicht wahr? Wenn Menschen erweckt werden, wenn sie errettet werden, wird die Wahrheit die Macht Gottes sein. Wenn sie verlorengehen, wird sie ihnen eine Torheit und verhüllt sein und sie werden sie nicht sehen. Wisst ihr, was uns das sagt? Und das ist eine sehr wichtige Wahrheit. Es sagt uns, dass es nicht um die Fähigkeiten des Predigers oder des Zeugen geht, sondern um den Zustand des Hörers. Nicht wahr? Die Menschen sagen: „Nun, ich weiß nicht, ob ich Zeugnis ablegen sollte, ich weiß nicht sehr viel.“ Das ist egal. Gott kann jede einfache Präsentation des Evangeliums, die dieses Evangelium klar macht, nutzen, nicht wahr? Der demütigste Prediger, der die demütigste Botschaft vor nur zehn Personen predigt, wird von Gott genutzt werden, wenn das die Wahrheit ist. Und der demütigste Christ mit der einfachsten, klaren Kenntnis des Evangeliums, der dieses einem Freund oder Verwandten oder jemandem präsentiert, den er trifft, kann von Gott auf beeindruckende Weise als Instrument eingesetzt werden, durch das diese Person erlöst wird, weil Gott lediglich die Wahrheit verlangt. Es geht nicht um die Klugheit desjenigen, der das Evangelium präsentiert.

Lasst uns jetzt zu Vers 3 gehen und ein paar weitere Gedanken verfolgen. „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist.“ Seht, sie sagten: „O Paulus, merkst du nicht, dass niemand das akzeptiert, dass niemand dabei zuhört?“ Und er sagt: „Wenn es verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen.“ Es ist ihr Problem. Und sie sagten: „Nun, Paulus, du bist nicht relevant, du bist überholt. Das Evangelium wird von den Menschen verschmäht.“ Lest nur einmal die Apostelgeschichte, sie hatten recht. Ich meine, es wurde ganz ohne Frage verschmäht. Aber Paulus sagt, es liegt nicht an einem Manko des Predigers oder der Botschaft, verändert die Botschaft nicht, hört nicht auf zu predigen. Das ist es, was Gott bestimmt hat, dass er durch die Verkündung des Kreuzes, diese törichte Verkündung, erretten würde. Und er würde durch ein einfaches Zeugnis über das Evangelium retten. Das Problem liegt nicht in der Botschaft begründet. Das Problem liegt nicht im Boten begründet. Das Problem liegt beim Hörer.

Ich möchte euch die beste Illustration geben, die es dafür im gesamten Neuen Testament gibt. Es geht um das Gleichnis vom Sämann in Matthäus 13 … das Gleichnis vom Sämann. Erinnert ihr euch, dass es vier Arten von Böden gab … nun, wir werden einfach mit vier Böden arbeiten - es gab den harten Boden am Weg, den dornigen Boden, den felsigen Boden und dann den guten Boden, nicht wahr? Matthäus 13? Und so ging der Sämann aus, um zu säen und er streute seine Samen aus. Einige davon landen auf dem Weg, dessen harten Boden sie nicht durchdringen können, sodass die Vögel sie holen und sie sind weg, es wächst nichts. Manche Samen landen auf dornigem Boden und das Unkraut wächst dort und überwuchert den guten Samen und es wächst nichts. Manche Samen landen auf felsigem Boden und können nicht wachsen, weil die Felsen die Wurzeln stoppen und sie sterben und es wächst nichts. Manche Samen fallen auf guten Boden und wachsen. Was haben wir da? Menschen streuen den Samen des Evangeliums aus und hier geht es darum, dass es zu einer Bekehrung kommt, wenn diese Samen auf den Boden treffen. Hier steht nichts über die Fähigkeiten des Sämanns, nicht wahr? Hier steht nichts über den Samen. Es geht nur um den Boden.

Roy Clements hat dazu etwas gesagt, das ich sehr aufschlussreich finde. Hier ist das, was er schreibt. „Es ist so ein wichtiger Punkt. Jesus hat diesen Punkt ebenfalls im Gleichnis des Sämanns gemacht. Ein Mann ging aus und streute Samen aus, sagte Jesus. Einige fielen auf den Weg, andere auf die Steine, manche zwischen das Unkraut und wieder andere auf guten Boden. Beachtet, wie er seine Geschichte strukturiert. Ein Sämann, vier Böden … achtet auf Folgendes … achtet auf Folgendes, das Aussäen des Samens offenbart Unterschiede in der Empfänglichkeit des Bodens.“ Seht ihr das? Es geht um den Boden. „Aber wenn unsere modernen Experten dieses Gleichnis erzählen sollten, würden sie das anders tun.“ Clements sagt Folgendes: „Der Boden wäre homogen und es gäbe vier verschiedene Sämänner. Der erste Sämann hätte eine bestimmte evangelistische Technik, die aber schlecht wäre. Der zweite Sämann würde seine Methode benutzen, aber die würde ebenfalls nicht funktionieren. Der dritte Sämann würde seinen eigenen evangelistischen Stil einsetzen und leider hätte der sehr wenig Effekt. Und schließlich gäbe es den vierten Sämann, der die richtige Technik einsetzte, und nur er allein würde ernten können.“

Das ist das Gleichnis des Sämanns in der Version der modernen Gemeindewachstums-bewegung, aber es ist keine biblische Version. Es ist nicht die Technik des Sämanns, die hier das Problem ist, es ist der Zustand des ... was? ... des Bodens. Und nur Gott befasst sich mit dem Boden. Nur Gott kann das Herz pflügen und reinigen. Versteht ihr das? Alles, was ich also tun kann, ist die Wahrheit zu predigen, die den Widerstand des „Verbrauchers“ an die Oberfläche bringt, diesem das Ausmaß seines Widerstandes zu zeigen und den Geist Gottes das einsetzen zu lassen, um das Herz des „Verbrauchers“ zu überführen und ihm dann die Wahrheit klar zu präsentieren, damit er sich unter der Macht Gottes auf dem Weg der Gerechtigkeit voranbewegen kann. Das ist bei der Bekehrung und im Prozess der Heiligung derselbe Prozess im Leben eines Christen. Der Fehler steckt nicht in der Botschaft … der Fehler steckt nicht in der Botschaft und auch nicht in dem Mittel zu ihrer Kommunikation.

Vor vielen Jahren habe ich das illustriert, indem ich sagte, wenn man jemanden zu einem Konzert von Bach mitnähme, bei dem ein großartiges Kammerorchester die besten Kompositionen von Bach spielte und man nähme diese Person mit und sie würde sich all das anhören, und auf dem Weg nach draußen würdest du sagen: „Nun, was hältst du davon?“, und er würde antworten: „Na ja, es war ziemlich lausig, da stecken keine besonderen musikalischen Fähigkeiten dahinter, weder in der Komposition noch in der Darbietung. Das hat mich überhaupt nicht beeindruckt. Mir persönlich ist Metallica lieber … oder die Rolling Stones oder was auch immer.“ Du würdest erwidern: „Was?“ Das wäre keine Aussage über Bach, es würde etwas über den Kerl aussagen, der so etwas gesagt hat, nicht wahr? Was für ein Typ würde das sagen? Jemand, der nicht würdigt, was gewürdigt werden sollte. Das Problem liegt nicht bei der Musik … wenn ihr diesen Typen in die Eremitage in St. Petersburg, Russland, bringt und ihn durch diese unglaubliche Gemäldeausstellung führt, die einfach überwältigend ist, oder in den Louvre, oder diese wunderbare kleine Galerie in London, durch die Patricia und ich gelaufen sind und wo Rembrandt ausgestellt ist, und irgendjemand sagt: „Das ist wirklich nicht mein Ding, ich bevorzuge Snoopy-Comics“ oder was auch immer. Oder du sagst: „Nun, dir gefällt diese Kunst nicht wirklich, ich nehme jetzt einfach eine Sprühdose und werde sie so verändern, dass sie dir gefällt“, wisst ihr. Ihr würdet, hoffentlich, nicht auf einen Rembrandt sprühen. Ihr würdet sagen: „Nun, dieser Typ hat keinen Sinn für so etwas, er ist ein Narr“, nicht wahr?

Nun, dasselbe gilt in Bezug auf das Evangelium. Ihr sagt ja auch nicht: „Die Welt ist voller Narren, also lasst uns alle wie Narren handeln.“ Das Problem liegt nicht bei der Botschaft und nicht beim Überbringer der Botschaft, sondern beim Zuhörer. Und sofern Gott nicht, wie wir in Vers 6 lesen, dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, als er die Welt erschuf, sofern eben dieser Gott es nicht auch in unserem Herzen licht werden lässt, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi, wird diese Person nie sehen, nicht wahr? Es ist alles ein Werk Gottes.

Das Evangelium steht hier nicht vor Gericht ... ebenso wenig, wie die Musik oder Kunst es waren. Oder auch das Predigen. Paulus sagt, das Evangelium ist ihnen verhüllt, weil es in ihnen verhüllt ist. Und es ist verhüllt, weil sie verlorengehen. Sie gehen verloren. Sie bewegen sich auf ihr unaufhaltsames Verderben zu, was lediglich eine andere Art ist, ihre Gefallenheit, ihr Totsein, ihre geistliche Blindheit zu definieren. Sie verstanden die Dinge, die von Gott kamen, nicht, sie waren ihnen Torheit, 1. Korinther 2,14. Die Sonne scheint jedoch nicht weniger hell, nur weil blinde Menschen sie nicht sehen können. Die Musik ist nicht weniger schön, weil taube Menschen sie nicht hören können. Sünder sind verhüllt und sie befinden sich auf der Straße zur Verdammnis und ihr könnt sie nicht zum Christentum erziehen, ihr könnt sie nicht mit logischen Argumenten zum Christentum bringen und ihr könnt sie nicht durch eine Zeremonie in das Christentum einführen, indem ihr sie mit Wasser besprenkelt oder durch irgendeine andere Zeremonie. Das Problem der Blindheit geht so tief, dass nur Gott es verbannen kann und er hat sich entschieden, die Blindheit durch die Verkündung der Wahrheit zu vertreiben. In Römer 10 lesen wir, dass Glauben durch das Hören einer Botschaft kommt und wenn sie auf das Evangelium nicht reagieren, dann ändert nicht das Evangelium, sondern erkennt, dass es einen Grund für ihre Blindheit gibt. Die billigen Hausierer, die das Wort Gottes mit ihren angeblich heimlichen Kenntnissen und ihrer raffinierten Manipulation verfälschen und die klare Schlichtheit der Verkündung von Paulus verspotten, konnten diesem Zugrundegehen kein Einhalt gebieten. Nur Gott kann das.

Und wenn ihr in das Angesicht Jesu blickt, werdet ihr sehen, nur um diesen Punkt zusammenzufassen, dass es sich um eine einschränkende Betrachtung handelt. Die einzige Art und Weise, wie ihr oder irgendjemand sonst jemals in der Lage sein wird, in das Angesicht von Jesus Christus zu schauen, ist wenn sie auf das reine, unverfälschte Evangelium reagieren. Daraus müsst ihr also schlussfolgern, wenn ich aufrichtig in das Angesicht Christi schaue, wird mein Leben einschränkend sein … es wird auf die Verkündung eben jener Wahrheit beschränkt sein, die mir dieses Privileg gegeben hat, nicht wahr? Das ist eine sehr einschränkende Sache. Ich nehme an, ich könnte viele Dinge tun. Ich erinnere mich, wie ich eines Tages mit Otis Chandler, dem Besitzer der L.A. Times, zu Mittag aß und er sagte: „Weißt du John“, sagte er, „du hast viel Einfluss und du hast das Radio und all das ...“, sagt er, „warum wendest du dich niemals den Fragen unserer Zeit zu und äußerst deine Meinung dazu, zu gesellschaftlichen Fragen, kulturellen Fragen und politischen Fragen, warum … warum äußerst du nie deine Meinung zu diesen Sachen?“ Und meine erste Antwort lautete: „Nun, Otis, brauchst du eine andere Meinung? Willst du eine andere Meinung? Machst du Witze? Willst du wirklich die Meinung eines anderen Menschen?“ Und er sagte: „Nun, wenn ich darüber nachdenke …“ und er lächelte irgendwie. Und ich erwiderte: „Ich bin nicht hier, um meine Meinung zu äußern.“ Ich sagte: „Ich führe ein sehr eingeschränktes Leben … ich habe einen sehr, sehr schmalen Bereich, den ich in dieser Welt versuche auszufüllen und dieser Bereich ist sehr eingeschränkt. Ich bin dafür verantwortlich, einfach die Wahrheit Gottes zu sprechen, damit Gott seine Ziele durch seine Wahrheit erreichen kann, das ist alles.“

Und wenn ihr in das Angesicht von Jesus Christus blickt, ist das ein sehr einschränkender Blick. Ihr erkennt, dass es bei dieser Betrachtung einzig und allein darum geht, Christus zu erkennen, und dabei wiederum geht es ausschließlich darum, die Einfachheit des Evangeliums zu verstehen. Nun, ihr sagt: „Nun, ich bin Christ, was hat das mit mir zu tun?“ Es ist einfach so: Wenn ihr als Christen hierherkommt, wird das, was ihr hört, stets dieselbe eingeschränkte Perspektive sein, nur Gottes Wort, Gottes Wort, Gottes Wort, Gottes Wort, das sich den Fragen eures Lebens zuwendet, in der Hoffnung, den Widerstand der „Verbraucher“ an die Oberfläche zu bringen, euch zu überführen, euch zur Buße zu bringen und dann weiter voran auf dem Pfad der Heiligung, nicht wahr? Darum geht es. Es ist eine einschränkende Betrachtung. Wenn ihr das seht, wenn ihr erst einmal in das Angesicht von Jesus Christus schaut, wird euer Leben sehr abgegrenzt sein und alles Andere verblasst und ihr verschreibt euch voll und ganz dieser einen Sache … der Verkündung der göttlichen Wahrheit.

Nun, es gibt noch viel mehr zu sagen, aber darauf werden wir warten müssen. Lasst uns beten.


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