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Die Jagd nach dem Preis, Teil 3: Vor Feinden fliehen (German)

Philipper 3:18-19 July 30, 2001 de50-35

Lasst uns jetzt unsere Bibeln bei Philipper, Kapitel 3, aufschlagen … Philipper, Kapitel 3. Wir werden uns weiterhin mit diesem wunderbaren Thema der Jagd nach dem Preis befassen … die Jagd nach dem Preis. Dies ist Lektion drei von vier; nächstes Mal werden wir uns mit dem Rest befassen. Ihr wisst, dass die zentrale Aussage dieses Abschnittes in Vers 14 steckt. Dort sagt Paulus: "…[ich] jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus." Paulus sagt, ich strebe nach dem Preis, ich jage auf das Ziel zu.

Wir haben immer wieder festgestellt, dass der Preis und das Ziel identisch sind - nämlich wie Jesus Christus zu sein. Das war es, worauf das ganze Leben von Paulus sich konzentrierte. In Vers 8 sagt er: "Ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn." Und in Vers 13 sagt er: "Eines aber tue ich, und dieses Eine ist, alle anderen Dinge zu vergessen und auf das Ziel zuzujagen." Er führte also ein Leben, dessen Schwerpunkt darin bestand, Jesus Christus so gut, so inbrünstig und in solch einer Fülle zu kennen, dass er wie Christus wurde. Das ist das Lebensziel eines jeden Christen.

Nun, meine Lieben, lasst mich euch in Erinnerung rufen, dass in all dem Chaos, der Verwirrung und der Vielzahl von Optionen und der Komplexität unseres modernen Christentums alles in unserer christlichen Erfahrung auf diese eine großartige Wahr-heit reduziert werden kann…das Ziel meines Lebens besteht darin, wie Christus zu sein. Alles Andere ist ein Nebenprodukt davon. All meine Dienste, meine Beziehun-gen, meine Anbetung ergeben sich durch unsere Christusähnlichkeit. Wenn ich wie Christus bin, werde ich Gott so anbeten, wie Christus Gott anbetete. Wenn ich wie Christus bin, werde ich Gott so dienen, wie Christus Gott diente. Wenn ich wie Christus bin, werden meine Beziehungen zu anderen Menschen von der Liebe geprägt sein, die Christus Menschen entgegen brachte.

Mit anderen Worten konzentriert sich mein Leben einfach darauf, wie Christus zu sein. Deshalb muss ich das Wort Gottes reichlich in mir wohnen lassen, wie Kolosser 3:16 sagt. Deshalb muss ich mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn schauen, 2. Korinther 3,18 , damit ich in sein Bild verwandelt werden kann. Deshalb muss Christus vollkommene Gestalt in mir gewinnen, Galater 4,19. Deshalb muss ich mich, wenn ich sage, ich bleibe in ihm, auch so verhalten, wie er es tat, 1. Johannes 2. Ich bin gehalten, wie Christus zu sein. Das ist das Ziel meines Lebens.

Das Ziel meines Lebens als Christ liegt also außerhalb von mir, es ist nicht in mir, sondern draußen, es geht über mich hinaus. Ich bin nicht der Mittelpunkt meiner Welt, ich konzentriere mich darauf, wie Christus zu werden. Und das ist etwas, das nur der Heilige Geist tun kann, während ich mich auf Christus konzentriere. Ich kon-zentriere mich auf Ihn und der Heilige Geist verwandelt mich in Sein Ebenbild.

Wie ihr sehr gut wisst, gibt es viele verheerende Dinge, die das reine Verständnis dieser Wahrheit in unseren Gemeinden beeinträchtigt haben, nicht zuletzt die huma-nistische Psychologie. Humanistische Psychologie hatte aus verschiedenen Gründen verheerende Auswirkungen auf Christen und die christliche Theologie. Einer der Gründe liegt im Wesen der humanistischen Philosophie, die besagt, dass der Mensch existiert, um seine eigenen Bedürfnisse zu stillen. Die Quintessenz des Humanismus besagt, dass ein Mensch nur dann glücklich sein kann, wenn all seine subjektiv empfundenen Bedürfnisse und Wünsche erfüllt sind. Und deshalb besagt der Humanismus, dass das Ziel des Lebens in der Befriedigung all meiner Gelüste, meines ganzen Verlangens und all meiner Bedürfnisse besteht. Der Mensch wird glücklich sein, sagen Psychologen, der Mensch wird zufrieden und erfüllt sein, wenn seine Wünsche erfüllt werden, wenn seine Sehnsüchte erfüllt werden, wenn seine Bedürfnisse gestillt werden, wenn er erfüllt ist. Zeitgenössische Präsentationen des Evangeliums haben die humanistische Psychologie und Philosophie unwissentlich aufgesaugt. Und so entsteht die gute Botschaft des Selbstwertes, die gute Botschaft des Wertes deiner eigenen Person, die gute Botschaft der Sicherheit, die gute Bot-schaft der Bedeutung, die gute Botschaft des Erfolgs, der Gesundheit, des Wohlstands und des Glücks, das psychologische Evangelium, das Wohlstandsevan-gelium.

Und selbst moderne Heiligung ist voll von dieser humanistischen, bedürfnisorien-tierten Mentalität, dass Heiligung ein Prozess ist, durch den alle meine Bedürfnisse erfüllt werden, damit ich ein effektiver Christ sein kann. Wenn ich also ein Problem in meinem Leben habe, muss ich das Problem entdecken, es ausbügeln und lösen; wenn ich in irgendeinem Lebensbereich unausgefüllt bin, muss ich diesen ausfüllen. Wenn Unzufriedenheit in meinem Leben herrscht, muss ich Zufriedenheit in diesem Bereich erreichen. Wenn ich nicht alles erreiche, was in mir steckt, wenn nicht all meine Wünsche erfüllt werden, werde ich irgendwie nie erfüllt sein, bis all diese sub-jektiv empfundenen Bedürfnisse gestillt wurden. Das ist es, was so sehr Eingang in die Gemeinden gefunden hat, sodass sich viele Predigten, Lehren und Schriften heutzutage mit Problemen und Bedürfnissen, mit der Befriedigung und Erfüllung der eigenen persönlichen Wünsche befassen.

Tony Walter hat ein Buch geschrieben mit dem Titel "Bedürfnisse … Die neue Reli-gion … Bedürfnisse … Die neue Religion". Darin schreibt er: "Es ist modern, den An-sichten einiger Psychologen zu folgen, dass das Ich ein Bündel aus Bedürfnissen ist und dass persönliches Wachstum darin besteht, die Bedürfnisse in zunehmendem Maße zu stillen. Viele Christen stimmen mit dieser Auffassung überein." Weiterhin sagt er: "Ein Kennzeichen des nahezu uneingeschränkten Erfolges dieser neuen Mo ral ist, dass die christliche Kirche, die traditionell sehr bestrebt war, die Gelüste des Fleisches abzutöten und die Bedürfnisse des Ich im Streben nach Christusähnlichkeit zu kreuzigen, diese Sprache der Bedürfnisse eifrig für sich selbst angenommen hat. Heutzutage hören wir, dass Jesus jedes deiner Bedürfnisse stillen wird, als ob er eine Art göttlicher Psychiater oder göttliches Waschmittel wäre und als ob Gott uns einfach dienen sollte."

Diese Art bedürfnisorientierter Mentalität führt zu einer menschorientierten Theologie, einer menschorientierten Erlösung und einer menschorientierten Heiligung, sodass das Ziel des christlichen Lebenswandels für viele Christen inzwischen darin besteht, dass ihre Bedürfnisse gestillt werden, dass sie erfüllt und glücklich sind, dass sie ein gutes Selbstverständnis, ein hohes Selbstwertgefühl und so weiter und so fort haben, dass alle ihre Konflikte gelöst und alle Probleme bereinigt werden; das wird zum Mittelpunkt meiner Bestrebungen. Die Befriedigung meiner subjektiven Bedürfnisse ist das Ziel meiner Errettung und das Ziel meiner Heiligung.

Das entspricht nicht der Wahrheit. Es steht in direktem Widerspruch zu den Lehren der Bibel. Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse ist weder das Ziel der Er-rettung noch ist es das Ziel der Heiligung. Es ist weder für das Eine noch das Andere das Ziel. Das Ziel der Erlösung besteht darin, dass wir dem Ebenbild von Gottes Sohn gleich gemacht werden; das ist das Ziel der Heiligung. Das Ziel meines Lebens besteht nicht darin, für meine eigene Befriedigung zu sorgen, sondern dafür, dass Gott zufrieden ist, das ist das Ziel meines Lebens. Aber, seht ihr, die humanistische Bedürfnispsychologie ist quasi zur christlichen Bedürfnistheologie geworden, und dadurch entsteht eine menschorientierte Heiligung, statt eine auf Christus konzent-rierte Heiligung. Der Mensch rückt in den Mittelpunkt und verdrängt Christus. Das ist eine wesentliche Veränderung. Wir müssen lediglich zurückschauen, zum Beispiel auf jemanden wie A.W. Tozer, der einfach sagte: "Der Blicks des Glaubens ist nach außen gerichtet, nicht nach innen, und diese Einstellung wird sich im ganzen Leben widerspiegeln." 1 Der Blick des Glaubens ist nach außen gerichtet, nicht nach innen, und diese Einstellung wird sich im ganzen Leben widerspiegeln. Christliche Heiligung ist das Streben nach etwas außerhalb von mir selbst, nicht etwas in mir drin. Es ist das Streben nach Christusähnlichkeit. Es geht nicht darum, meinen Wert festzu-stellen sondern darum, ihn von ganzem Herzen zu kennen. Und je genauer ich ihn kenne und je mehr ich mich auf ihn konzentriere und je mehr ich Gemeinschaft mit ihm habe, umso mehr macht der Heilige Geist mich ihm ähnlich. Je mehr ich mich auf mich selbst konzentriere, umso mehr gerate ich vom geraden Weg ab.

Im christlichen Leben jagen wir nach einem Ziel. Das Ziel ist nicht die Befriedigung meiner eigenen Bedürfnisse. Das Ziel ist nicht die Befriedigung meines Wunsches nach mehr Bedeutung, das ist nicht das Ziel meines Lebens. Mein Lebensziel be-steht darin, Christus ähnlicher zu werden.

1 A.W. Tozer. Gottes Nähe suchen. Hänssler, 1997, S. 91

Lasst mich das noch von einer anderen Perspektive aus angehen. Ich habe noch nie eine erfolgreiche Person getroffen, eine effektive Person, eine Person, die in der Geschäftswelt Einfluss hatte, die sich nicht voll und ganz dafür eingesetzt hat, Ziele zu erreichen. Die Menschen, die Einfluss auf die Welt haben, sind Verfolger und Jä-ger. Sie sind Sieger. Sie sind Wettkämpfer. Sie wissen, was es bedeutet - passt jetzt gut auf -, persönlichen Komfort außer Acht zu lassen, um ein Ziel zu erreichen, das nicht in unmittelbarer Reichweite liegt. Sie bringen unglaubliche Opfer aus den fal-schen Gründen, um die falschen Ziele zu erreichen. Aber die Menschen, die einen Einfluss auf die Gesellschaft haben, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sind nicht Menschen, die ihr ganzes Leben lang nur dafür sorgen, ihre eigenen Bedürf-nisse zu stillen, selbst von einem humanistischen Standpunkt aus, mal ganz abgese-hen vom geistlichen. Jene Menschen, die in der geistlichen Dimension einen blei-benden Eindruck hinterlassen, sind jedoch ebenfalls Wettkämpfer und Sieger.

Ich glaube, die Menschen verstehen das nicht wirklich. Ich habe genügend Biogra-phien berühmter Christen gelesen, ich habe genügen Botschaften und Vorträge ge-hört, ich habe genügend Artikel gelesen, ich habe genügend Orte auf der Welt be-sucht, um die Andenken an berühmte christliche Leiter zu sehen, um zu wissen, dass es kein verborgenes Geheimnis für ein Leben gibt, das Veränderungen bewirkt. Solch ein Leben ist das direkte Ergebnis von maximalem Einsatz, um ein geistliches Ziel zu erreichen und dabei die eigene Situation außer Acht zu lassen. Es ist er-staunlich, was große Prediger, große Theologen und große Missionare erlitten ha-ben, um ein geistliches Ziel zu erreichen. Und sie alle haben eins gemein: ihre ei-gene Lage interessierte sie herzlich wenig, sie haben sie lediglich von einem theolo-gischen Standpunkt aus betrachtet. Für sie war wichtig, Christus zu folgen, nach ihm zu streben.

Es gibt keine Geheimnisse. Effektive Leben führen jene Menschen, die nach solchen Zielen streben, die nicht in ihnen selbst liegen und die sie quasi blind verfolgen. Das-selbe gilt auf geistlicher Ebene. Die Menschen, die sich auf Gemeinden und die Welt auswirken, sind jene, die ein geistliches Ziel haben, auf das sie sich konzentrieren - das Ziel, wie Jesus Christus zu sein. Sie streben dieses Ziel an und verschwenden dabei kaum einen Gedanken an ihre eigenen Lebensumstände. Das ist Paulus ... das ist Paulus. Er sagt: "Ich bin an nichts Anderem interessiert", Vers 8, "Ich achte alles Andere für Schaden, ich will nur eine Sache, ich will den Preis", Vers 14. Das machte ihn zu einem großen Mann. Es war seine Fähigkeit, sich absolut auf ein Ziel zu konzentrieren. Und genau darüber reden wir hier. Wir alle sind gehalten, nach dem Ziel zu streben. Lasst es mich noch einmal wiederholen. Das Ziel besteht darin, dem Ebenbild von Gottes Sohn gleich gemacht zu werden, wie wir vor zwei Wochen schon festgestellt haben. Einfach gesagt ist das unsere gesamte christliche Pflicht, nach der wir streben. Ihr möchtet, dass ich das gesamte christliche Leben vereinfacht für euch darstelle? Das gesamte christliche Leben lässt sich auf eine Sache reduzie-ren, auf das Streben nach Christusähnlichkeit. Das ist es. Das ist es. Wenn der Ne-bel sich dadurch für euch lichtet, dann ist das alleine bereits ein großartiger Dienst für euer geistliches Wachstum.

Nun, welche Elemente sind dazu erforderlich? Und das bringt uns zu unserem Text, Vers 17. Welche Elemente sind erforderlich? Wir haben den Rest des Kapitels be-reits durchgearbeitet. Was wir eben getan haben, war nur ein kurzer Rückblick. Was brauchen wir? Was hilft uns dabei, nach dem Preis zu streben? Erstens haben wir letztes Mal angedeutet, dass wir Vorbildern folgen müssen … wir müssen Vorbildern folgen. Das war der erste Punkt in Vers 17. "Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt." Erinnert ihr euch noch daran, dass ich gesagt habe, Paulus hätte gesagt: "Ihr braucht jemanden, der euch den Weg zeigt." Hört mir jetzt wieder gut zu und lasst mich diese Wahrheit wiederholen, die ich bereits erwähnt habe. Christus ist das perfekte Vorbild. Christus ist unser Vorbild für Perfektion. Aber Paulus und die Anderen sind Vorbilder für das Streben nach dieser Perfektion. Ich sehe in Christus, was ich sein möchte, aber ich kann in Christus nicht sehen, wie ich dorthin gelange. Warum? Weil Christus nicht irgendeinem Weg zur Perfektion gefolgt ist, er war einfach immer perfekt. Versteht ihr? Wenn ich also Christus betrachte, sehe ich, was ich sein werde, und wenn ich Paulus und andere Gläubige betrachte, kann ich sehen, wie ich dorthin gelangen kann ... wenn ich diejenigen beobachte, die in der Lage sind, mit Versuchungen und Sünde beim Streben nach dem Preis richtig umzugehen. Paulus sagt also, ihr braucht ein Vorbild, ihr braucht jemanden, dem ihr folgt, ihr braucht ein Modell, also folgt mir und jenen, die nach dem Vorbild wandeln, das ihr in uns gesehen habt.

Mit anderen Worten, sucht euch einige Vorbilder und ahmt sie nach. Jetzt sind wir beim Kern der Jüngerschaft. Darum geht es im Wesentlichen. Wir alle brauchen ein menschliches Vorbild, dem wir folgen können. Meine Lieben, dies ist die Quintessenz der Gemeindeleitung. Was ist Gemeindeleitung? Ich sage euch einfach, was es ist. Es geht nicht nur darum, über das Wort zu reden und es zu predigen, es geht darum, ein Vorbild zu sein, dem die Menschen bei ihrem Streben nach Christusähnlichkeit folgen können. Das ist die hohe Berufung … das ist die hohe Berufung. Das ist der Grund, warum Gemeindeleiterschaft in der Schrift so hoch angesehen wird und wa-rum das Leben eines solchen Menschen über jeden Tadel erhaben und einwandfrei sein muss, denn dieser Mensch ist das Vorbild für das Streben nach Christusähnlich-keit - das Vorbild, dem die Gemeindemitglieder folgen sollen. Und dann folgen sie ihm und andere Menschen folgen ihnen. So funktioniert eine Gemeinde. Wenn eine Person also kein Vorbild ist, reicht es nicht, einfach nur ein Prediger zu sein, denn damit haben wir die ganze Sache in der Mitte gespalten. Dann hätten wir einen Pre-diger, der kein Vorbild ist, der zwar voller Worte steckt, diese aber nicht vorlebt.

Paulus sagt also: "Folgt beim Streben nach diesem Preis dem richtigen Vorbild. Sucht euch gottesfürchtige Pastoren und Leiter, die über jeden Tadel erhaben sind, deren Leben einwandfrei ist, die so wandeln, wie ein Gläubiger es tun sollte, die ge-horsam sind. Sie sind nicht perfekt, aber die Richtung ihres Lebens stimmt. Sie stre-ben nach dem Preis; folgt ihrem Vorbild."

Die Kehrseite davon ist negativ. Damit kommen wir zum zweiten Punkt. Wir sollen nicht nur Vorbildern folgen, sondern zweitens auch vor Feinden fliehen. Wir sind gehalten, vor Feinden zu fliehen. Das ist ein stetiges Anliegen von Paulus. Betrachtet Vers 18: "Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe und jetzt auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus."

Was sagt er hier? Er sagt: "Folgt meinem Vorbild und den Menschen, die so wie ich leben und nach dem Preis streben; folgt uns, weil so viele andere Feinde des Kreu-zes Christi sind." Er sagt einfach, passt auf, dass ihr ihnen nicht folgt, darum geht es. Beim Streben nach Christusähnlichkeit gibt es einige Vorbilder und, hört gut zu, viele, die es zu vermeiden gilt. Er schränkt es ein. Er sagt in Vers 17, folgt mir und denen, die nach dem Vorbild wandeln, das ich vorgegeben habe. Und dann sagt er: "Viele sind Feinde Christi." Seht ihr das Wort "viele" am Anfang von Vers 18? Nicht einige sondern viele, sie sind überall.

Nun, meine Lieben, hier ist die Herausforderung für Gemeinden, hört aufmerksam zu. Hier ist die Herausforderung, besonders in einer so sehr von den Medien ge-prägten Gesellschaft wie unserer. Seid ihr euch bewusst, wie viel Aufmerksamkeit schlechte Vorbilder heutzutage in der Öffentlichkeit bekommen? Seid ihr euch be-wusst, wie viel Aufmerksamkeit sich Feinde des Kreuzes Christi heutzutage durch Radio, Fernsehen, Bücher usw. in der Öffentlichkeit verschaffen? Ihr müsst sehr vor-sichtig und scharfsichtig sein, um nicht jemandem zu folgen, der sich als Freund ausgibt und in Wirklichkeit ein Feind des Kreuzes ist. In Versen 18 und 19 führt Pau-lus also das Thema der Feinde des Kreuzes Christi ein; darauf möchte ich mich kon-zentrieren.

Lasst mich euch hier nahelegen, dass die logische Schlussfolgerung dieses Textes ist, dass diese Personen nicht als Feinde ausgewiesen werden. Sie gehen nicht die Straße entlang und sagen: "Wir sind gegen das Kreuz, wir sind gegen Christus, wir leugnen Sein Wirken am Kreuz, wir leugnen Erlösung aus Gnade durch Glauben etc." Das tun sie nicht. Solche Menschen sind nicht raffiniert. Jeder, der das tut, ist keine Bedrohung, richtig? Diese Art von Mensch können wir sofort erkennen; je-mand, der Christus und sein Wirken am Kreuz leugnet, ist nicht raffiniert genug, um die Gemeinde zu bedrohen. Aber hier geht es um Menschen, die behaupten, Freunde Christi und des Kreuzes Christi zu sein, die Christus befürworten, die sich mit Christus identifizieren, deren Namen im Kirchenbuch eingetragen sind, die sich geistliche Leiterschaft wünschen, aber dennoch Feindes des Kreuzes Christi sind. Sie sind sehr raffiniert. Es erfordert gutes Urteilsvermögen, solche Menschen zu er-kennen.

Meine Lieben, das ist im gesamten Neuen Testament ein derart konstantes Thema dass man fast das Gefühl hat, sich in einer Drehtür zu befinden. Jesus drückte es folgendermaßen aus: "Hütet euch aber vor [denen], die in Schafkleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind." Später, in Matthäus 23, beschrieb er sie noch einmal. Es ging ihm um Irrlehrer und falsche Leiter, und Antichristen in Ka-pitel 24. Das Thema durchzieht die gesamte Apostelgeschichte. Die Falschen im Gegensatz zu den Wahren ... die Simon Magusse, die Elymasse, die Zauberer, wer auch immer sie sind, der falsche Anspruch, im Namen Gottes Dämonen auszutrei-ben, wie später in der Apostelgeschichte beschrieben. Ihr findet das Thema auch in den Episteln des Paulus, wo er z.B. davor warnt, sich mit endlosen Geschlechtsre-gistern und Legenden zu beschäftigen, vor Irrlehrern warnt, zu gesunder und reiner Lehre auffordert und vor den Misstönen und Tiraden derjenigen warnt, die nicht wahre Lehrer sind. Petrus widmet der Demaskierung von Irrlehrern eine ganze Epis-tel, nämlich 2. Petrus. Judas befasst sich ebenfalls damit. Johannes greift das Thema in seinen drei Episteln auf. Es zieht sich durch die gesamte Schrift. Wir müssen uns vor Feinden hüten, die sich als Freunde ausgeben. Darum geht es hier. Paulus muss die Philipper ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Leute Feinde des Kreuzes Christi sind, weil sie sehr raffiniert sind.

Und ehrlich gesagt, Leute, mangelt es den Gemeinden an Urteilsvermögen. Ich bin immer noch absolut baff über die Sachen und Leute, denen Christen aufgrund ihres mangelnden Urteilsvermögens folgen. Wenn es, wie heutzutage üblich, an präziser biblischer Lehre mangelt, wenn es euch an präziser und unmissverständlicher Glau-benslehre mangelt, wie heute üblich, dann mangelt es euch auch an präzisen und klaren Ansichten. Und ohne präzise und klare Ansichten gibt es kein Urteilsvermö-gen. Und so werden Menschen zu Opfern durch den weit verbreiteten Kontakt mit jenen, die in Wirklichkeit die Feinde des Kreuzes Christi sind.

Lasst uns jetzt zu Vers 18 zurückgehen und etwas genauer betrachten, was Paulus sagt. "Denn viele wandeln…" Wandeln bezieht sich hier auf das tägliche Verhalten, die Lebensweise, den Verlauf ihres Lebens; der Lebenswandel ist das Muster ihres Lebens. Er sagt: "Viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe". Manche se-hen das als Rückbezug auf Kapitel 1, Vers 28, wo Paulus darüber spricht, sich nicht von Feinden oder Widersachern einschüchtern zu lassen. Das scheint jedoch nicht die beste Auslegung dieser Passage zu sein. Die Tatsache, dass er sagt: "… von denen ich euch oft gesagt habe…" bezieht sich wahrscheinlich auf Zeiten, als er bei den Philippern war und ihnen immer wieder von Menschen erzählte, die ihnen über den Weg laufen würden und sich zwar nach außen hin mit Christus identifizieren, tatsächlich jedoch Feinde des wahren Evangeliums seien. Paulus war ständig darauf aus, zu warnen.

Erinnert ihr euch an die Apostelgeschichte, das sehr vertraute 20. Kapitel, wo Paulus so viel über den Dienst lehrt? In Vers 31 sagt er zu den Ältesten in Ephesus: "Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen." Was für eine erstaunliche Aussage. Drei Jahre lang habe ich Tag und Nacht unter Tränen jede einzelne Person über Irr-lehrer, falsche Leiter und falsche Lehre gewarnt. Und dann sagt er: "Und jetzt bleibt mir nur, euch Gott und dem Wort seiner Gnade zu übergeben, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen." Ihr seid durch das Wort geschützt. Wenn ihr mit dem Wort nicht ver-traut seid, seid ihr nicht geschützt.

Es war Paulus also ein großes Anliegen, selbst bei den Philippern, dass diese die Gefahr durch Irrlehrer verstanden. Er sagte: "Wie ich euch auch oft gesagt habe und jetzt … Präsens …auch weinend sage." Übrigens, das ist das einzige Mal im Neuen Testament, wo Paulus erwähnt, dass er gerade weint. Im Römerbrief spricht er über Trauer und beständige Schmerzen im Herz über die Verbannung Israels. Und in Apostelgeschichte 20 sagte er, wie ich gerade vorgelesen habe, ich habe euch Tag und Nacht unter Tränen gewarnt. Aber diese Stelle ist die einzige, an der er erwähnt, dass er während des Schreibens weint. Sein Herz ist gebrochen. Er trauerte über die Verlorenheit der Menschen. Er trauerte über die Übergriffe falscher Lehrer, die die Gemeinde spalteten und Schande über den Namen Christi brachten und die Leute in die Irre führten. Und er lässt seinen Tränen buchstäblich freien Lauf, als er erkennt, dass diese Lehrer Philippi infiltrieren und versuchen werden, verheerenden Schaden anzurichten. Er ist untröstlich, Er sagt: "Ich sage es euch jetzt auch weinend." Das ist ein leidenschaftlicher Mann. Das ist ein weichherziger Mann. Das ist ein Mann voller Gefühle. Er hat aufrichtig geliebt. Er empfand Schmerzen über die Verlorenen.

Ihr fragt jetzt: "Warum weint er so bitterlich? Worüber weint er?" Nun, das wissen wir nicht. Es wird nicht ausdrücklich gesagt, aber wir können sicherlich mutmaßen. Viel-leicht weinte er, weil diese Feinde des Kreuzes verloren waren, denn er empfand Trauer über verlorene Menschen, wie Römer 9 zeigt. Vielleicht weinte er auch, weil er sehen konnte, welch schreckliche Auswirkungen sie auf die Schwachen in der Gemeinde haben würden und es war die Art von Tränen, die wir in Apostelgeschichte 20 gesehen haben - Tränen für die Gemeinde, weil sie so leicht durch Irrlehrer auf Abwege geführt werden konnte. Ob es also die Verdammnis der Feinde war oder die zerstörerischen Auswirkungen ihrer Bemühungen, es veranlasste ihn zu weinen. Er liebte die Gemeinde. Er liebte die Philipper, weil der den Christus der Gemeinde und den Christus der Philipper liebte. Und er konnte die Feinde sehen, die versuchten, sie zu verführen. Das brach ihm das Herz. Schließlich war die Gemeinde der Philip-per die erste Gemeinde in Europa, eine Art Brückenkopf, um eine andere Welt zu erreichen. Und es war so wichtig, dass sie rein blieben und nicht verwirrt wurden.

Meine Lieben, ich muss euch aus tiefstem Herzen sagen, dass die Kirche in Amerika meiner Meinung nach an einer Schwelle steht, wo sie Gefahr läuft, sich durch eine Vielzahl von Feinden des Kreuzes täuschen zu lassen.

Ihr sagt jetzt vielleicht: "Nun, wer sind diese Feinde des Kreuzes Christi, die Paulus so bekümmerten? Wer sind sie?" Das sagt er uns nicht. Wir haben zwei Möglichkei-ten, okay? Wir schränken das Ganze auf zwei Möglichkeiten ein. Es sind entweder Juden oder Heiden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Wenn es Juden waren, könn-ten wir mutmaßen, dass es sich um Juden handelte, die sich irgendwie mit der Ge-meinde identifizierten und trotzdem noch Feinde des Kreuzes waren. Welche Art von Juden wären das? Das wären die Juden, die als ... erinnert ihr euch? … Judaisten bekannt waren. Und was war ihre Absicht? Sie leugneten weder Christus noch das Evangelium, sie sagten einfach, es sei ungenügend für das Heil. Es ginge nicht weit genug. Man müsse beschnitten sein, sich also einer Operation unterziehen, und das mosaische Gesetz einhalten. Sie vertraten also Christus plus das Gesetz. Wir akzep-tieren Christus, wir glauben an seinen Tod, wir glauben an seine Auferstehung, aber das ist nicht genug für das Heil, dazu bedarf es noch der Beschneidung und der Ein-haltung des Gesetzes, des Rituals. Das also … das wäre eine Möglichkeit, dass es die Judaisten waren. Es könnte zum Kontext passen, da er über die Judaisten ge-sprochen hatte. In Vers 2 nannte er sie Hunde, böse Arbeiter und Zerschneidung. Und er hat dabei definitiv die Judaisten im Sinn. Sie denken, ihre Arbeit sei richtig, während sie tatsächlich Böses tun. Sie denken, sie seien richtig beschnitten worden, während sie tatsächlich verstümmelt wurden ... er benutzt dazu das Wort "Zer-schneidung". Und sie denken, sie seien Schafe, aber in Wahrheit sind die Hunde, Tölen, gammelige Straßenköter. Damit hat er die Judaisten, die behaupten, Jesus tat, was er tat, aber ohne weitere Werke sei das nicht genug, wirklich scharf kritisiert. Das ist ein Feind Christi.

Passt jetzt bitte genau auf, wenn er sagt 'Feinde des Kreuzes Christi', denn das Kon-zept des Kreuzes Christi beinhaltet das gesamte Sühnewerk, das am Kreuz voll-bracht wurde. Er ist nicht nur das Holz. Er ist nicht nur der Tod, es ist das Werk Christi am Kreuz. Es steht für die Gesamtheit dessen, was er dort tat, als Opfer für Sünde, als Einziger, der den sündigen Menschen das Heil bringen konnte. Das ist der Kern unseres Glaubens. Deshalb sagt Paulus: "Ich hatte mir vorgenommen, un-ter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzig-ten." Wir werden durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi gerettet, ohne etwas Zusätzliches. Wir glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi und daran, dass Gott uns durch diesen Glauben Vergebung und Gerechtigkeit anrechnet. Aber diese Judaisten behaupteten, dass sei nicht genug, man müsse dem noch et-was hinzufügen.

Klingt das vertraut in euren Ohren? Jeder von euch, der zum Beispiel katholisch er-zogen wurden, wäre mit dieser Denkweise vertraut. Niemand unter den Katholiken würde Christus leugnen, sie würden nicht einmal die Göttlichkeit Christi leugnen, sie würden das Kreuz Christi nicht leugnen, sie würden nicht leugnen, dass er stellver-tretend für unsere Sünden starb, sie würden die Auferstehung nicht leugnen, aber sie würden sagen, das sei nicht ausreichend, man müsse gewisse Werke tun. Man müsse gewisse geistliche Taten vollbringen. Man müsse sich den Einlass verdienen. Sie sprechen zwar über Gnade, aber dennoch haben sie klar definierte Werke, an-hand derer man sich Gottes Gunst verdienen müsse. Das gibt es seit langer Zeit. Es gibt eine andere Form der judaistischen Häresie. Jeder, der kommt und sagt: "Nun, ja, wir glauben an Christus und daran, dass er starb", und all das, "aber man muss das Gesetz einhalten", der begeht den gleichen Fehler.

Die Feinde des Kreuzes leugnen also nicht unbedingt das Kreuz, sie fügen ihm et-was hinzu ... wie die Judaisten es taten. Aber ihr sagt jetzt: "Nun, in Vers 19 werden sie als jemand beschrieben, deren Ende das Verderben ist, deren Gott der Bauch ist, deren Ruhm die Schande ist und deren Gesinnung irdisch ist. Wie würde das zu den Judaisten passen?" Nun, es könnte auf sie zutreffen. Ihr Ende ist das Verderben, weil sie nicht wirklich erlöst sind. Das Wort für 'Ende', telos, bedeutet 'ewiges Schick-sal'. Das ist im Neuen Testament ein sehr wichtiges Wort. Es bedeutet, ihr ewiges Schicksal ist das Verderben. Warum? Wenn wir alles über Christus glauben und glauben, dass all das wahr ist und gleichzeitig glauben, dass wir etwas für unsere Erlösung tun müssen, bedeutet das, dass wir für immer verdammt sind. Habt ihr das verstanden? Jeglicher Glaube, der über Christus hinaus geht, bringt Verdammnis. Deshalb steuern sie auf ihr Verderben zu. Wenn wir lesen: "…ihr Bauch ist der Gott" bedeutet das, dass die in Wirklichkeit ihr Fleisch anbeten, dass sie ihre fleischlichen Errungenschaften anbeten und alle fleischlichen religiösen Werke, die sie tun. Sie sind im religiösen Sinne sehr genusssüchtig. Es wäre sogar möglich, dass das ihren Bauch in dem Sinne der Speisegesetze mit einschließt. Die Juden hatten eine ganze Reihe von Speisegesetzen, die sie als Teil des Gesetzes vorschrieben, dessen Ein-haltung heilsnotwendig sei.

Und wenn Paulus in Vers 19 sagt: "…sie rühmen sich ihrer Schande" bedeutet das, sie rühmen sich genau der Werke, für die sie sich schämen sollten. Denn selbst ihre besten Werke sind nichts weiter als …was? … ein beflecktes Kleid. Hier rühmen sie sich ihrer Leistungen und sollten sich dieser eigentlich schämen, denn neben dem, was Gott in uns bewirkt hat, ist alles wie befleckte Kleider. Paulus sagt in Vers 8 von diesem Kapitel, alles sei Dreck.

Und zu guter Letzt sind sie irdisch gesinnt. Wenn es um die Judaisten geht, könnte sich das auf die Tatsache beziehen, dass sie viel auf Zeremonien und Feste und Feiern und Opfer und Neumonde und alles Physische geben; all die Vorschriften, die sie zelebrierten. Es könnte hier also definitiv um die Judaisten gehen.

Und ich denke, es ist fair, Paulus hier so viel Spielraum wie möglich zu geben, und zu sagen, dass er das wahrscheinlich im Sinn hatte. Es gibt auch heute Feinde des Kreuzes, meine Lieben, die unseren Weg kreuzen und in die Gemeinde kommen und sagen: "Wir sind Freunde der Gemeinde, wir sind Freunde des Kreuzes, wir sind Freunde Christi, wir wollen euch führen, wir wollen euch diese Richtung zeigen." In Wahrheit fügen sie der Gnade Werke hinzu. Sie glauben, sie müssen selbst im Fleisch etwas erreichen und sind deshalb Feinde des Kreuzes. Seid auf der Hut vor ihnen. Wir können mit solchen Leuten nicht nebeneinander bestehen. Wir können sie nicht mit offenen Armen begrüßen. Und dafür sind unsere Gemeinden sehr anfällig. Das ist sehr gefährlich. Eine Gemeinde sollte besser ein gutes Urteilsvermögen ent-wickeln, wenn sie plötzlich Leuten folgt, die glauben, dass Christus nicht genügt, dass wir menschliche Werke hinzufügen müssen, dass wir für unser Heil etwas leis-ten müssen. Sie verdammen ihre eigenen Seelen.

Nun, andererseits könnte Paulus hier über Heiden sprechen. Lasst uns das einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Er könnte über Heiden sprechen. Auch Heiden können Feinde des Kreuzes sein. Ihr sagt jetzt: "In welchem Sinne?" Nun, denkt daran, sie werden nicht als Feinde ausgewiesen, sie sind raffiniert. Es gab in den Gemeinden Gruppen von Menschen, die sagten: "Ja, wir glauben an Christus, wir glauben an das Evangelium Christi, wir glauben daran, dass er für un-sere Sünden gestorben ist und all das", aber sie waren Anhänger eine dualistischen Philosophie. Diese Menschen wurden später als Gnostiker bekannt. Sie hatten eine dualistische Philosophie. Diese Philosophie lautete in etwa wie folgt. Sie glaubten an den dualistischen Standpunkt, der besagt, dass der Geist gut ist und die Materie … was? … böse ist. Okay, oder schlecht. Das ist eine seit vielen Jahren bestehende Philosophie. Okay. Sie sagten also, Materie sei böse, sie sei intrinsisch böse, sie werde immer böse sein, sie könne nie etwas Anderes als böse sein, während der Geist gut ist. Wir sind also Christen im Geist. Der Körper ist Materie, der Körper ist Materie und damit böse. Deshalb ist das, was euer Körper tut, nicht wirklich wichtig. Es hat keine Konsequenzen. Materie ist vollkommen unwichtig. Das ist ihre grundle-gende Philosophie. Der Geist zählt, die Materie nicht.

Sie würden also sagen, wenn die Materie ihrem Wesen nach böse ist, ist der Körper seinem Wesen nach böse. Wenn der Körper seinem Wesen nach böse ist, ist er das immer, egal was wir damit machen. Da er jedoch immer böse sein wird, egal was wir tun, können wir der Völlerei frönen und ihn übersättigen, ohne uns darüber Sorgen zu machen. Sei ein Nimmersatt, sei ein Homosexueller, sei ein Hurenbock, sei ein Ehebrecher, sei ein Trunkenbold, es ist egal, da es nur den Körper betrifft und nicht den Geist. Dieser Dualismus entwickelte sich unmittelbar zum Gnostizismus und zu dem, was wir in der Theologie als Antinomianismus bezeichnen, und spiegelt sich in unserem zeitgenössischen Libertinismus wieder, der im Prinzip besagt: "Na klar, ich bin ein Christ, ich habe Jesus angenommen, Er hat meinen Geist verändert, aber das ändert nichts an meiner Lebensweise, ich lebe so, wie es mir gefällt."

Diese Art von antinomianistischem Libertinismus, der besagt: "Ja okay, ich glaube an das Evangelium" tut das Gegenteil von dem, was die Juden taten. Die Juden sagten, es bedürfe des Evangeliums plus etwas Zusätzlichem, die Libertinisten sagten, es bedürfe des Evangeliums, aber wir könnten Abstriche machen. Sie behaupten, als Jesus starb, habe er sich all unserer Sünden in der geistlichen Dimension ange-nommen, sodass es egal sei, wie wir leben. Deshalb machten sie Abstriche, während die Judaisten dem Evangelium etwas hinzufügten. Sie infiltrieren also die Gemeinde und behaupten, unser Lebenswandel sei egal, unser Heil sei eh sicher. Wir glauben nur irgendwann einmal an Jesus und haben damit unsere Versicherungspolice, die uns vor dem Höllenfeuer rettet und wir leben nach unserer eigenen Façon, da es nur den Körper betrifft - wen interessiert's?

Diese Auffassung ist heutzutage weit verbreitet. Ich kenne einen Pastor einer Ge-meinde, der das gelehrt hat. Es gibt sogar viele, die das gelehrt haben. Er lehrte es auf recht extreme Weise … er war im ganzen Land sehr bekannt und befürwortete eine Reihe krasser, übler Dinge und eliminierte jegliche Gemeindezucht in seiner Gemeinde. Er sagte: "Wozu soll es schließlich gut sein, das Fleisch zu züchtigen? Das Fleisch ist das Fleisch, der Körper ist der Körper und sowieso immer böse. Lasst es gut sein und sorgt euch nicht darum." Diese Art von Denken gibt es immer noch.

Ein Autor, der diese Ansicht verteidigt, sagt: "Ich bin der Überzeugung, dass Gottes Liebe für mich nicht in erster Instanz durch etwas in mir begründet war, und deshalb kann diese Liebe für mich, die von nichts in mir abhängt, sich nie aufgrund meiner Sünden verändern. Und aus diesem Grund betrachtet Gott mich, wenn ich sündige, sei es durch Ehebruch oder Mord, stets als eins mit seinem Sohn, der alle Gerechtig-keit für mich erwirkt hat."

Nun, das ist durchaus wahr, oder? Wenn ich sündige, bin ich dann nicht trotzdem noch eins mit Christus und Gottes Gerechtigkeit, die er mir anrechnet? Ja. Aber seht einmal, in welche Richtung dieser Autor das weiter verfolgt. "Ich kann mich also noch so weit entfernen und noch so tief fallen, ohne ihm zu missfallen." Mit anderen Wor-ten, ich kann Gott nicht missfallen, egal was ich tue. "Ich kann mit ihm morden", das heißt mit David, "ich kann Astarte mit Salomo anbeten, ich kann Christus mit Petrus verleugnen, ich kann mit Onesimus stehlen, ich kann Inzest mit den Korinthern be-gehen, ohne die göttliche Gunst oder das Königreich der Herrlichkeit zu verwirken." Seht ihr, er ist so weit gegangen zu behaupten, unser Lebenswandel sei unwichtig, es sei nur unser Fleisch und daher egal. Gott hat mich nicht erwählt auf Grundlage dessen, was ich war und deshalb ist es egal, was ich bin.

Ist das wahr? "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung." Aber ich sage euch, es werden Leute wie diese kommen und sie werden sagen: "Oh, wir lieben Christus, wir lieben das Kreuz, wir glauben all das. Es wirkt sich nicht unbedingt auf unser Leben aus, wir mögen Trunkenbolde sein, Alkoholiker, Homosexuelle, Huren-böcke, Ehebrecher oder an Gruppensex teilnehmen. Wir huldigen vielleicht der Por-nographie, stehlen große Summen Geld, aber wenn wir im Fernsehen sind und euch zulächeln, predigen wir Christus." Habt ihr sie gesehen? Habt ihr gesehen, wie sie bloß gestellt wurden?

Welche Art von Theologie lässt solch eine Lebensweise zu? Es ist die gleiche Art von antinomianistischer Theologie. Betrachtet denselben Text jetzt einmal von diesem Standpunkt aus. Sie sind die Feinde des Kreuzes und dann sagt Paulus über sie: "…ihr Ende ist das Verderben." Das ist das Verhängnis, das ihnen bevorsteht. Ihr ewiges Schicksal ist in Verdammnis besiegelt. Sie werden immerwährende Höllen-qualen erleiden. Warum? Weil sie keine wahren Christen sind. Wie wisst ihr, dass sie keine wahren Christen sind? Weil sie Abstriche vom Evangelium gemacht haben. Welche Abstriche haben sie gemacht? Sie haben das transformierende, das verwan-delnde Wesen des Evangeliums weggelassen. Sie haben einen nutzlosen Glauben, der nie zu einer echten Transformation geführt hat, sodass sie neue Schöpfungen gewesen wären, die nach dem verlangen, was im inneren Menschen richtig ist. Sie sind zum Tode verurteilt.

Gemeinden, habt Acht. Habt Acht vor Menschen, die euren Weg kreuzen und Lega-listen sind und all das Zeug hinzufügen. Habt Acht vor Menschen, die euren Weg kreuzen und Libertinisten sind und Abstriche bei der Tugend machen.

Zweitens seht ihr, welcher Gottheit sie dienen … nicht nur das Verhängnis, das ihnen droht, sondern die Gottheit, der sie dienen. In Vers 19 steht: "…ihr Gott ist der Bauch". Das Wort für 'Bauch' ist koilia, das Wort Kolitis [Dickdarmentzündung] stammt davon ab. Es hat mit dem mittleren Abschnitt, besonders dem Magen, zu tun. Es ist … ihr Gott ist der Bauch, der Appetit. Es bedeutet einfach ihre sinnlichen Ge-lüste, sie werden von ihren Gelüsten angetrieben, sie sind genusssüchtig. Sie leben von ihrem ungezügelten sinnlichen Genuss. Das ist typisch für Irrlehrer, die Liberti-nisten sind, die den Namen Jesu bekennen und behaupten, Freunde des Kreuzes zu sein, aber in Wahrheit Feinde des Kreuzes und auf dem Weg ins Verderben sind. Das wird deutlich, weil sie Anhänger eines Evangeliums ohne Tugend sind, ohne Heiligkeit, ohne Transformation, ohne Liebe für Gottesfürchtigkeit. Und sie werden von ihrer Genusssucht angetrieben.

Und drittens erwähnt Paulus die Schande, die sie tragen, derer sie sich rühmen. Ge-nau genommen, deren Ruhm ihre Schande ist, denn 'Ruhm' bedeutet 'prahlen'. Was das bedeutet ist ... die Schande besteht darin, dass sie mit etwas prahlen, dessen sie sich schämen sollten. Genau die Sache, die eine Schande für sie sein sollte, ist die, mit der sie prahlen. Das ist unglaublich. Wie 1. Korinther 5, wo Paulus zur Gemeinde sagt: "Überhaupt hört man, dass Unzucht unter euch ist", ihr aber habt jemanden unter euch, der Unzucht begeht, sagt er in Vers 2, und darauf stolz ist. Das ist ein Libertinist. "Seht, so lebe ich, aber wisst ihr, ich bin durch das Blut gereinigt, ich bin erlöst, es ist egal was ich tue. Ich kann tun, was immer ich will." Sie rühmen sich ge-nau der Sache, die eigentlich eine Schande für sie ist.

Andererseits prahlt der Judaist mit seinen eigenen Anstrengungen, die eine Schande für ihn sind. Die Person hier prahlt mit der Sünde, die eine Schande für ihn sein sollte. Sie sind stolz auf ihren schändlichen Lebenswandel.

Das ist so typisch für einen Libertinisten. Wenn ihr jemals einen solchen Menschen trefft, wird er ... wird er feierlich all die Dinge aufführen, die er die Freiheit hat zu tun und er wird euch geißeln … sie tun das mit mir … sie geißeln mich als Legalisten und sagen mir all die Dinge, die sie frei sind zu genießen; sie sind stolz auf ihren schänd-lichen Lebenswandel.

Und schließlich erwähnt Paulus ihre Gesinnung in Vers 19: "…sie sind irdisch ge-sinnt." Die Judaisten waren Anhänger irdischer Zeremonien, Rituale und Dinge, die nichts weiter als irdische Symbole waren. Für die Libertinisten gilt: "Sie lieben die Welt und Feindschaft mit Gott ist das Ergebnis von Freundschaft mit der Welt", sagt Jakobus. "Und wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht ihn ihm", sagt Johannes. Sie sind das, was Paul Reese (?) als 'sachorientiert' bezeichnet. Habt ihr in letzter Zeit einmal John Bunyan gelesen? Erinnert ihr euch… erinnert ihr euch an den Mann mit der Harke, der den Dreck, den Dung geharkt hat. John Bunyan hat auf die ihm eigene Weise einen Menschen illustriert, der sich vollkommen unbewusst ist, dass direkt über ihm ein himmlischer Gesandter mit einer Krone schwebt, einer goldenen Krone, weil seine Augen ständig auf den Boden gerichtet sind, wo er den Dreck harkt. Nun, das sind diese Leute. Das Evangelium bietet ihnen eine goldene Krone und sie harken den Dreck zusammen, sie sind von den Dingen der Welt besessen … Häuser und Autos und Geld und Bankkonten und Reisen und Selbst-verherrlichung und Garderobe und das Anhäufen von Dingen.

Ihr solltet in der Lage sein, die Feinde des Kreuzes zu erkennen. Hört nicht auf das, was sie sagen, sondern beobachtet sie genau. Fügen sie dem Evangelium etwas hinzu und behaupten, es sei nicht genug, ihr bräuchtet dieses oder jenes, um erlöst zu werden? Machen sie Abstriche und sagen, es sei zu viel, zu viel, man müsse le-diglich glauben? Es sei egal, wie wir leben, da dies nur das Fleisch beträfe? Seid auf der Hut.

Mein Gebet ist, dass die Gemeinden besseres Urteilsvermögen haben mögen. Ich fürchte, dass mangelndes Urteilsvermögen die Menschen in unseren Gemeinden dazu veranlasst, hinter allen Arten von Menschen herzulaufen, die Feinde des Kreu-zes sind.

Nun, wenn ihr nach dem Ziel streben wollt, müsst ihr dem richtigen Vorbild folgen und das falsche Vorbild meiden. Es gibt noch ein weiteres, motivierendes und not-wendiges Element, aber das sparen wir uns für das nächste Mal auf. Es handelt sich um eine der großartigsten Stellen der Schrift, Verse 20 und 21, für den nächsten Tag des Herrn. Lasst uns beten.

Herr, wir danke dir heute früh, dass du bei uns bist, dass du uns deine Gegenwart in unserer Mitte spüren lässt durch die Freude, die Liebe, den Frieden und die Gerech-tigkeit im Heiligen Geist, die dein Reich ausmachen, wie Paulus zu den Römern sagte. Wir danken dir, dass du uns deine Gegenwart durch die Macht deines Wortes bezeugst. Wir danken dir, oh Gott, dass du uns deine Gegenwart durch die Gemein-schaft mit anderen bezeugst, durch die du zu uns kommst, um uns zu dienen, uns aufzubauen und uns zu stärken. Und, Vater, wir danken dir, dass du dich unseren Herzen direkt offenbart hast, indem du uns überführst, indem du Buße hervorrufst, indem du uns zum Gehorsam berufst, indem du uns reinigst und uns vergibst. Danke, Herr, für diese wunderbare Gemeinde treuer Menschen mit begierigen Her-zen, die hierher gekommen sind, um Deiner Wahrheit Einlass in ihr Leben zu gewäh-ren. Segne sie, Herr, jeden einzelnen. Möge jedes echte geistliche Bedürfnis durch deine Hinlänglichkeit gestillt werden und mögen sie die vergänglichen Dinge dieser Welt aus den Augen verlieren und nicht durch persönlichen Komfort sondern durch das Streben nach Christusähnlichkeit motiviert werden. Hilf ihnen, dem richtigen Vor-bild zu folgen, das falsche zu vermeiden, gutes Urteilsvermögen zu beweisen und den richtigen Weg zu finden, um so zu sein wie der Erlöser, den sie lieben, und in dessen Namen wir beten. Amen


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