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Die bibelorientierte Gemeinde, Teil 8: Aufzucht einer gesunden Herde: Auf Gottes Wort reagieren (German)

1 Thessalonicher 5:20 May 12, 1991 de52-31

Unser Text heute früh besteht aus einem einzigen, sehr kurzen Vers, nämlich Vers 20 in 1 Thessalonicher, Kapitel 5. Der Apostel Paulus sagt: „Die Weissagung verachtet nicht!"

Wisst ihr, die Bibel ist in so vielerlei Hinsicht ein absolut erstaunliches Buch. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Blickwinkel, von denen aus wir den erstaunlichen Charakter der Schrift betrachten können. Ich möchte euch ein paar Beispiele für einige eher ungewöhnliche Blickwinkel geben.

Vor einigen Jahren grübelte ein israelischer Geschäftsmann namens Ze-el Fettermann über den Bericht der Zerstörung von Sodom und Gomorra nach. Als er in der Schrift las: „Und siehe, ein Rauch ging auf von dem Land, wie der Rauch eines Schmelzofens", dachte er sich, eine solche Feuersbrunst könnte auf unterirdische Gasvorkommen hinweisen und das wiederum könnte ein Hinweis auf unterirdisches Öl sein. Damit hat er völlig recht. 1953 wurde die erste israelische Ölquelle in Betrieb genommen, irgendwo in der Nähe des ursprünglichen Standortes von Sodom und Gomorra.

Die Standard Oil Company entdeckte bereits vor langer Zeit Ölquellen in Ägypten und betreibt diese dort. Es ist allgemein bekannt, dass sie das tut, aber der Grund dafür, warum die Gesellschaft in dieses historische Land ging, um nach Öl zu suchen, ist nicht allgemein bekannt. Es heißt, dass einer der Direktoren der Standard Oil Company zufällig das zweite Kapitel von 2 Moses las. Der dritte Vers erregte seine Aufmerksamkeit. Dort heißt es, dass das Kästchen aus Schilfrohr, das die Mutter von Moses für ihr Kind machte, mit Asphalt und Pech bestrichen war. Dieser Herr schlussfolgerte, wo es Pech gäbe, müsse es auch Öl geben, und wenn es Öl zu Zeiten von Moses gegeben habe, sei es vermutlich immer noch da. Also sandte die Gesellschaft ihren Geologen und Ölexperten Charles Witchet aus, um Untersuchungen anzustellen. Er fand tatsächlich Öl.

Hier ist meine Lieblingsgeschichte. Der World Christian Digest berichtet, dass ein Polizist in Haifa, der sich in der Bibel auskannte, einer Schmugglerbande auf die Spur kam. Sie bewegte sich in der Regel unauffällig in einem von Eseln gezogenen Zigeunerwagen oder einem Karren durch die Stadt. Der Polizist konnte einige der Esel fangen, die Schmuggler jedoch entwischten ihm. Er lies die Lasttiere etliche Tage hungern und ließ sie dann frei. Und genau, wie er gemäß Jesaja 1,3 vorhergesagt hatte, kennt der Ochse seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn, sodass die hungernden Tiere den Polizisten direkt zu den Schmugglern führten.

Die Bibel ist ein erstaunliches Buch. Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich das Leben der Menschen um die Bibel gedreht. Sie ist kostbar und einzigartig. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die Geschichte eines kleinen Mädchens in Frankreich, das arm und stockblind war. Sie hatte sich das Markusevangelium in Blindenschrift besorgt und gelernt, es mit ihren Fingerspitzen zu lesen. Da sie die Schrift so leidenschaftlich liebte und ständig las, entwickelte sie Schwielen an ihren Fingern; diese Schwielen erschwerten es ihr, die Buchstaben zu unterscheiden. Angetrieben von dem innigen Wunsch, die Schrift zu lesen, schnitt sie eines Tages die Haut von ihren Fingerkuppen ab, um deren Sensibilität zu erhöhen, zerstörte dabei jedoch die Nerven. Sie war überzeugt, sie müsse ihr geliebtes Buch aufgeben und, so heißt es in der Geschichte, drückte unter Tränen ihre Lippen auf die Seiten des Markusevangeliums und sagte: „Leb wohl, leb wohl“. Zu ihrer Überraschung konnten ihre Lippen, die zarter als ihre Finger waren, die Form der Buchstaben unterscheiden. Und so las sie die ganze Nacht mit ihren Lippen das Wort Gottes, überströmend vor Freude angesichts dieser neuen Chance.

Jesus brachte das alles auf den Punkt, als er sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von all dem, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht.“ Die Bibel ist ein fantastisches, unvergleichliches Buch. Meiner Meinung nach sollte man die Bibel sogar mit einer Warnung versehen, die ungefähr so lauten könnte: „Warnung: Dieses Buch kann abhängig machen; regelmäßiger Gebrauch führt zu Verlust von Angstgefühlen und verringertem Appetit für Lügen, Betrug, Gier, Hass und Diebstahl. Symptome dieses Zustandes sind mehr Freude, Friede, Liebe und Mitgefühl."

Die Bibel ist das höchste aller Bücher. Kein Buch ist auch nur annähernd so herausragend wie die Bibel. Bei dem Vers, den ich euch vor einem Moment vorgelesen habe, hat der Apostel Paulus die Souveränität der Schrift im Sinn. Als er sagte: „Die Weissagung verachtet nicht, bzw. Prophezeiungen oder prophetische Äußerungen“, dachte er dabei an die Offenbarung Gottes. Er spricht hier über unsere Einstellung zur Offenbarung Gottes, sei sie gesprochen oder geschrieben.

Bedenkt jetzt bitte, dass Vers 20 Teil einer Liste mit Grundsätzen des christlichen Lebens ist. Zurück in Vers 16 erinnerte Paulus uns daran, uns allezeit zu freuen, dann ohne Unterlass zu beten und dann, in allem dankbar zu sein. Beim letzten Mal haben wir gesehen, dass er uns aufforderte: „Den Geist dämpft nicht!“ Jetzt wechselt er zu einem wirklich einmaligen Thema, das ganz für sich allein steht, und sagt: „Schaut nicht herab auf die Offenbarung Gottes.“ Denkt daran, das alles gehört zur Aufzucht einer gesunden Herde, was wiederum eine korrekte Beziehung zwischen den Schafen und dem obersten Hirten beinhaltet. Der Apostel Paulus sprach darüber, wie die Gemeinde miteinander umgehen soll, die Leiter mit den Mitgliedern bzw. die Mitglieder mit den Leitern, die Mitglieder untereinander und jetzt, welche Beziehung die Gemeinde zu dem Herrn haben soll. All das sind Komponenten, die eine effektive Gemeinde ausmachen.

Diese letzten Gebote sind sehr direkt und sehr spezifisch. „Den Geist dämpft nicht” ist unmissverständlich. Vers 21: „Prüft alles [sorgfältig]", das ist unmissverständlich. „Das Gute behaltet” - sehr eindeutig. „Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt“ - sehr eindeutig. Das einzige Gebot, das etwas verwirrend sein könnte, ist das zweite: „Die Weissagung [oder Prophezeiungen] verachtet nicht.“

Wir müssen uns ein wenig genauer damit befassen, um genau herauszufinden, was Paulus hier sagt. Nur als Anmerkung für diejenigen unter euch, die sich für die sprachliche Struktur interessieren. Bei jedem der fünf Gebote, die in Vers 19 beginnen, steht das Subjekt [im Griechischen] zuerst. Den Geist … dämpft nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüft alles. Das Gute behaltet. Haltet euch fern von dem Bösen. So liegt die Betonung auf dem jeweiligen Subjekt. Auf diese Weise entsteht im Griechischen eine sehr eindringliche Aussage.

Ich möchte mich jetzt einigen spezifischen Elementen dieses Verses zuwenden, die es uns ermöglichen werden, die Bedeutung dieses Verses zu verstehen. Das Wort „verachten" bedeutet herabzusetzen. Es bedeutet, etwas oder jemanden als nichts zu erachten oder sich absolut nichts aus etwas zu machen. Weissagungen, propheteias, ist ein weiteres sehr wichtiges biblisches Wort, mit dem wir uns etwas eingehender befassen müssen, um es zu verstehen. Aber im Wesentlichen bezieht es sich auf das, was Gott gesagt hat … was Gott gesagt hat.

Das fällt in zwei Kategorien … gesprochen und geschrieben. Ich möchte, dass ihr das versteht. Das Wort propheteias, das hier verwendet wird, wird im Neuen Testament sowohl für das gesprochene als auch für das geschriebene Wort verwendet. Das ist sehr wichtig, denn wenn ihr versucht, diese Stelle auszulegen, gibt es keinen wirklichen Kontext hier, der euch dabei hilft. Deshalb müsst ihr das Wort betrachten und dann zu anderen Textstellen gehen und herausfinden, wie es dort verwendet wird. Manchmal wird es für das gesprochene Wort verwendet, dann wiederum für das geschriebene Wort.

Ich möchte euch einige Illustrationen dafür geben. Schlagt in eurer Bibel bitte Römer Kapitel 12 auf. Nur um euch ein wenig zu helfen, dieses Wort zu verstehen, damit ihr diese Auslegung deutlich versteht, findet ihr in Kapitel 12 des Römerbriefes eine Liste von Gnadengaben. Vers 6 ist der Anfang dieser Liste und lautet: „Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns verliehenen Gnade, so lasst sie uns [entsprechend] gebrauchen.“ Und dann: „Wenn wir Weissagung haben, [so sei sie] in Übereinstimmung mit dem Glauben.“ Hier wird dasselbe Wort verwendet. Und hier hat es mit Reden zu tun … eine Redegabe. 1 Petrus 4 unterteilt die Gnadengaben effektiv in zwei Kategorien … Redegaben und Dienstgaben. Das Wort bedeutet „hervorsagen“. Nicht im prophetischen Sinne, sondern vor einer Gruppe von Menschen aufzustehen und vor ihnen zu sprechen. Es bedeutet buchstäblich, öffentlich zu sprechen, öffentlich zu verkündigen. Diese Gabe, die Gabe der Weissagung, die manchen Christen gegeben wurde, ist eine Gabe des Heiligen Geistes für die öffentliche Verkündigung von Gottes Wort. Es ist eine vom Heiligen Geist verliehene Gabe für die öffentliche Verkündigung von Gottes Wort.

Wenn wir jetzt das Neue Testament betrachten, als die Gabe der Weissagung wirklich ihren Höhepunkt erreicht hatte, werden wir zwei Kategorien sehen -- zwei Kategorien. Manchmal, wenn jemand diese Gabe ausübte, handelte es sich um eine Offenbarung. Manchmal war es das erste Mal, dass jemand eine Sache gehört hatte. Es war ein direktes Wort von Gott. Manchmal war es das nicht. Manchmal war es einfach eine Wiederholung oder eine Verkündigung dessen, was Gott bereits gesagt hatte oder was bereits geschrieben stand. Aber das Wort „Weissagung” sagt uns nicht unbedingt etwas über die Form, ob es eine neue Offenbarung war oder etwas, das bereits zu einem früheren Zeitpunkt offenbart worden war; es sagt uns lediglich

etwas über die Art und Weise, wie dies artikuliert wurde. Es ist eine öffentliche Verkündigung.

Manchmal konnte eine Weissagung sehr praxisorientiert sein … sehr praxisorientiert. In der Apostelgeschichte Kapitel 11, Verse 27 und 28, finden wir eine sehr praxisorientierte Weissagung. In Vers 27 kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antioch und einer von ihnen, namens Agabus, trat auf und zeigt durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte. Hier spricht Gott durch diesen Mann und lässt ihn etwas sehr Praxisorientiertes weissagen. Es ging nicht um Glaubensgrundsätze, es sollte nicht als Buch oder Teil eines Buches in der Bibel aufgezeichnet werden. Es war nicht theologisch, sondern einfach praxisorientiert. Und das kam häufig vor. Neutestamentliche Propheten verkündigten in Bezug auf das praktische Leben und den Dienst der Gemeinde direkt das Wort Gottes. In Kapitel 15, Vers 32 der Apostelgeschichte lesen wir: „Und Judas und Silas, die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie.“ Hier habt ihr ein Beispiel für zwei Propheten des Neuen Testaments, die einfach predigen. Sie predigen einfach. Zweifelsohne predigten, ermutigten und ermahnten sie mit Worten, die zu diesem Zeitpunkt keine direkte Offenbarung waren; stattdessen gaben sie einfach etwas weiter, was Gott bereits offenbart hatte, um die Heiligen zu ermutigen. Es mag vielleicht ein übernatürliches Element darin enthalten gewesen sein. Das wissen wir nicht, es ist in den Texten nicht angegeben, im Gegensatz zu Apostelgeschichte 11, wo wir lesen, dass sie durch den Geist sprachen.

Weissagung ist also ein breit gefächerter Begriff, der sich auf die öffentliche Verkündigung der Botschaft Gottes bezieht. Das kann eine neue Botschaft sein, zumindest in neutestamentlichen Zeiten, als die Menschen noch Offenbarungen empfingen und Gott direkt durch den Mund eines Propheten sprechen konnte, oder es könnte eine Wiederholung sein, das heißt einfach eine öffentliche Verkündigung dessen, was Gott bereits gesagt und geoffenbart hat. Der übernatürliche Teil daran, also neue Offenbarungen - seien sie praxisbezogen oder lehrmäßig - war kennzeichnend für die frühe Gemeinde. Meistens bestand sogar in diesen Anfangszeiten die Gabe der Weissagung in der Fähigkeit, Gottes bereits geoffenbartes Wort zu verkündigen. Und in Römer 12, 6 sagt Paulus genau das. Wenn ihr noch einmal eine Minute zu diesem Vers zurückgeht, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf etwas lenken, das überaus wichtig ist. In Römer 12,6 sagt Paulus: „Wenn ihr die Gabe der Weissagung habt, verwendet sie in Übereinstimmung mit dem Glauben.“ Mir ist die richtige Übersetzung hier wichtig … ausgehend vom Griechischen. Wenn wir Weissagung haben, [so sei sie] in Übereinstimmung mit DEM Glauben”, nicht „seinem“ Glauben. Der Originaltext enthält kein Possessivpronomen.

Und das Wort "Übereinstimmung“ist sehr wichtig, analogia, analogia, von dem wir „Analogie“ ableiten. Wenn wir sagen, etwas ist analog zu etwas, meinen wir damit, dass eine übereinstimmende Beziehung mit etwas besteht. Wenn ich sage: „Die Wahrheit ist analog zu Folgendem“ meine ich, dass es eine übereinstimmende Beziehung gibt, dass, was immer es ist, mit dem Benannten übereinstimmt. Aus diesem Grund sprachen die Reformatoren stets von der analogia scriptura, das bedeutet, die Schrift stimmt immer mit sich selbst überein, nicht wahr? Sie widerspricht sich nicht selbst.

Was also sagt Paulus in Römer 12,6? Dass diese Gabe der Weissagung in entsprechender Übereinstimmung mit dem Glauben eingesetzt werden muss. Eine sehr

wichtige Aussage. In entsprechender Überreinstimmung mit dem Glauben. Was ist „der Glaube“. „Der Glaube” wird mehrfach im Neuen Testament als Synonym für den von Gott gegebenen Leib der christlichen Wahrheit, der Glaubenslehre, den von Gott gegebenen Leib der christlichen Wahrheit und die Offenbarung Gottes verwendet. In Apostelgeschichte 6, Vers 7 heißt es: „Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr in Jerusalem; auch eine große Zahl von Pries- tern wurde dem Glauben gehorsam“; das ist die Glaubenslehre, die Wahrheit. Im Judasbrief erinnert Judas den Leser daran, dass wir für den Glauben kämpfen sollen. Welchen Glauben? „Der den Heiligen ein für alle Mal überliefert worden ist”, das heißt dem Leib der Offenbarung, den wir als Wort Gottes kennen. Und in Vers 20 von Judas heißt es: „… erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben ..."

Paulus sagt also in Römer 12,6: „Jeder, der weissagt und befähigt ist, Worte für Gott hervorzubringen, muss in völliger Übereinstimmung und Harmonie mit Gottes bereits offenbartem Glauben sein.“ Versteht ihr das? Derjenige, der spricht, spricht also in Übereinstimmung mit dem Glauben. So wird das Wort gebraucht. Wenn Paulus also sagt: „Die Weissagung verachtet nicht” und wir uns fragen: „Was meint er damit?“, können wir zuerst sagen, dass er die Äußerungen meint, die von Männern mit Gaben kommen, die in vollkommener Übereinstimmung … womit? ... dem Wort Gottes sind ... dem Wort Gottes. Gegen Ende der Offenbarung lesen wir in Kapitel 19, Vers 10: „Und ich fiel vor seinen Füßen nieder, um ihn anzubeten”, das war Johannes, „Und er sprach zu mir: Sieh dich vor, tue es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an!“ Und dann: „Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.“ Die Weissagung legt Zeugnis für Jesus Christus ab. Weissagung erfolgt in Übereinstimmung mit der Offenbarung von Gottes Wort. Immer, wenn jemand aufsteht, um eine gesprochene Botschaft zu verkünden, können wir deren Gültigkeit danach beurteilen, ob sie in perfekter Übereinstimmung mit der Schrift ist. Weissagungen können nie vom geschriebenen Wort abweichen.

Und übrigens, die Gabe der Weissagung in Römer 12 steht auf einer Liste, die keinerlei Hinweis auf irgendwelche Zeichengaben enthält. Römer 12 enthält keine Zeichengaben. 1 Korinther 12 enthält einige, aber nicht Römer 12. Wir können demzufolge schlussfolgern, dass es sich um eine Nicht-Zeichengabe handeln kann, also einfach die Verkündigung der Wahrheit in vollkommener Übereinstimmung mit dem Wort Gottes.

Aber lasst uns zu 1 Korinther Kapitel 12 gehen. Wir müssen einen Schritt weitergehen. In 1 Korinther 12, Vers 10 sehen wir dieselbe Gabe noch einmal. Nur dieses Mal ist sie eingebunden in einen Vers, in dem Zeichengaben diskutiert werden. Er spricht über das Herbeiführen von Wundern. 1 Korinther 12,10: „Einem anderen [wird gegeben] Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen.“ Hier sehen wir einige Zeichengaben, die es nur im Zeitalter der Apostel gab. Aber die Gabe wird hier wieder erwähnt. Diesmal unter den Zeichengaben, deshalb schlussfolgern wir, dass es Zeiten gibt, als diese Gabe zur Zeit der Apostel eine Zeichengabe war … wenn der Prophet nämlich buchstäblich eine direkte Offenbarung von Gott erhielt, die vorher noch nie gegeben worden war. Es gab also Zeiten, als Weissagung solch ein übernatürliches Element hatte. Als das übernatürliche Zeitalter der Offenbarung mit den Aposteln endete, blieb die Nicht-Zeichengabe, also die öffentliche Verkündigung der Wahrheit Gottes in perfekter Übereinstimmung mit dem geschriebenen Wort.

Es gab also Zeiten, als die Propheten im Zeitalter der Apostel Offenbarungen von sich gaben. Es gab auch Zeiten, sogar in jenem Zeitalter, als sie meistens einfach wiederholten, was Gott bereits geoffenbart hatte; das ist natürlich die Art und Weise, wie die Gabe heute verwendet wird.

Ich möchte mit euch weiter zu 1 Korinther 14 gehen, weil ihr diese Gabe verstehen müsst. Ihr sagt jetzt: „Wozu das?“ Weil Paulus in Kapitel 12, Vers 1 sagt: „Über die Geisteswirkungen aber, ihr Brüder, will ich euch nicht in Unwissenheit lassen“ - und ich auch nicht. Ich möchte, dass ihr sie versteht. Kapitel 14, Vers 1 von 1 Korinther: „Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt.“ Ein sehr wichtiges Wort, hört mir aufmerksam zu. Das wurde nicht an einen einzelnen Menschen geschrieben, sondern an eine Gemeinde. Kein einzelner Mensch kann sich eifrig um eine Geisteswirkung bemühen und sie dadurch bekommen. Paulus sagt, wenn die Gemeinde zusammenkommt, müsst ihr euch eifrig bemühen, dass Geisteswirkungen zum Einsatz kommen, insbesondere aber, dass ihr gemeinsam weissagt. Er sagt nicht, dass ein einzelner Gläubiger nach dieser Gabe streben soll, die er nicht hat; er sagt, die Gemeinde als Ganzes soll sich um deren Einsatz bemühen. Warum? Vers 3: „Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost.“ Weissagung erbaut, ermahnt und tröstet, sie tut all das. Weissagung tut all das. Sie ist unverzichtbar für das Leben einer Gemeinde.

In Vers 6 sagt er: „… wenn ich zu euch käme und ich Sprachen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es durch Offenbarung oder durch Erkenntnis oder durch Weissagung oder durch Lehre?“ Auch hier sagt er wieder, dass Weissagung verständlich, bedeutungsvoll, erbaulich, ermahnend und tröstend ist.

Seht euch einmal Vers 39 weiter unten im selben Kapitel an. Er sagt es wieder. „Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen“, und dann sagt er: „Ich befehle euch nicht, das Reden in Sprachen zu verbieten, Zungenreden korrekt angewendet hatte in vergangenen Zeiten eine Aufgabe, aber ich sage euch, wenn ihr für eure Versammlungen nach irgendetwas strebt, so lasst das Weissagungen sein." Warum? Weil Weissagung erbaut, ermahnt und tröstet. Warum? Weissagungen sind das Wort Gottes, das uns erbauen kann. Sie sind das Wort Gottes, das uns zu heiligem Verhalten auffordern kann. Sie sind das Wort Gottes, das die Quelle eures Trostes ist. Und jeder, der weissagt, weissagt in Übereinstimmung mit der Offenbarung des Wortes Gottes.

Betrachtet zum Beispiel einmal 1 Korinther 14, Vers 37: „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, daß die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind." Mit anderen Worten, wenn irgendjemand behauptet, ein Prophet zu sein, muss er sich in völliger Übereinstimmung mit allem befinden, was ich schreibe, weil das, was ich schreibe, die Gebote des Herrn sind. Jeder, der behauptet, ein Prophet zu sein, muss also vollkommen mit der Schrift übereinstimmen.

Zurück in Kapitel 14, Vers 24 sagt Paulus: „wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht." Mit anderen Worten, wenn ein Ungläubiger in eine Versammlung kommt und ihr weissagt und das Wort Gottes verkündigt, wird er es hören, er wird es verste

hen, er wird dadurch überführt werden. Vers 25: „Und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig in euch ist.“

Zurück in Vers 23 sagt er: „Wenn nun [...] alle in Sprachen reden [würden], und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“ Das wird keinerlei evangelistische Wirkung haben. Prophezeiung ist also die Verkündigung der Wahrheit Gottes in vollkommener Übereinstimmung mit der Schrift. Sie ist evangelistisch, sie ist erbaulich, sie ist ermahnend und sie tröstet. Das ist Weissagung. Sie ist die öffentliche Verkündigung der Wahrheit Gottes.

Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Apostel. Epheser 2,20 besagt, dass die Gemeinde auf der Grundlage der Apostel und Propheten auferbaut ist. Wir sind weit von dieser Grundlage entfernt. Wir haben immer noch die Gabe der Weissagung, die in der Verkündigung des Wortes Gottes besteht.

Nachdem ich nun all das gesagt habe, möchte ich hinzufügen, dass Weissagung nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben wird. Es gibt mehrere Beispiele im Neuen Testament, wo das Wort propheteia für eine schriftliche Offenbarung verwendet wird. Geht einmal zu Matthäus 13 zurück. Und wir müssen dieses Bibelstudium durchführen, denn dieser Vers kann und hat bereits zahlreiche Menschen verwirrt. Und ehrlich gesagt erscheinen mir die meisten Kommentatoren davon verwirrt zu sein. In Matthäus 13, Vers 14 findet ihr dasselbe Wort, propheteia, und es bezieht sich auf Jesaja. Matthäus 13,14: „Und es wird ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt”, und dann fährt er fort, den Wortlaut der Weissagung aus Jesaja Kapitel 6 zu zitieren. In diesem Fall bezieht das Wort „Weissagung" sich also nicht auf etwas Gesprochenes, sondern auf etwas Geschriebenes, nicht auf verbale Kommunikation, sondern auf schriftliche Kommunikation. Und hier bezieht es sich auf den alttestamentlichen Propheten Jesaja.

Geht einmal zum letzen Kapitel von Römer, Kapitel 16; dort werdet ihr in Vers 26 eine sehr interessante Aussage finden. In Römer 16,26 sagt Paulus: „das jetzt aber offenbar gemacht worden ist …“, damit bezieht er sich natürlich auf das Evangelium und die Offenbarung des Geheimnisses, das so lange verborgen war, also der neue Bund in Vers 25, „das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und“ … wie? … „durch jene prophetischen Schriften.“ Mit anderen Worten, diese Männer, die die Schriften verfassten, hatten einen prophetischen Dienst. Sie sprachen vor den Menschen. Sie schrieben vor den Menschen. Sie gaben den Menschen das Wort Gottes, entweder in gesprochener und/oder in geschriebener Form. Wir wissen also, dass das Wort sich auf Reden oder auf das geschriebene Wort beziehen kann.

Geht für einen Moment zu 2 Petrus. In 2 Petrus 1,19 sagt er: „Und so halten wir fest an dem […] prophetischen Wort.“ In Vers 20 definiert er es als „Weissagung der Schrift“. Das prophetische Wort, die Weissagung der Schrift - hier finden wir denselben Begriff erneut und hier bezieht er sich auf die inspirierte Schrift. Dieser kurze Begriff „Weissagung der Schrift” in Vers 20 war damals der geläufige Begriff für das Alte Testament als Einheit. Das war das geweissagte Wort. Das Alte Testament ist demzufolge eine Zusammensetzung geweissagter Offenbarungen. Die Worte von Petrus würden auch auf das Neue Testament zutreffen, denn er sagt: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ Hier spricht er über Weissagungen als die geschriebene Schrift, als die geschriebene Schrift.

Seht euch für einen Moment einmal Offenbarung Kapitel 1, Vers 3 an. Ihr könnt auch einfach zuhören, wenn ihr wollt. Johannes spricht von der Offenbarung und schreibt: „Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren ..." Und hier nennt er das Buch der Offenbarung „die Weissagung“ … die Weissagung. Im letzten Kapitel des Buches der Offenbarung bezieht Johannes sich dreimal auf dieses Buch als „die Weissagung“ … die Weissagung … Verse 10, 18 und 19.

Abgesehen von all dem möchte ich euch jetzt eine Zusammenfassung geben, okay? Manchmal bezieht sich das Wort propheteia auf das gesprochene Wort, die Offenbarung Gottes, die aus dem Mund eines Propheten kommt, aber das gesprochene Wort musste stets in vollkommener Übereinstimmung mit dem geschriebenen Wort sein. Manchmal bezieht das Wort „Weissagung” sich auf das geschriebene Wort. In beiden Fällen hängt die Weissagung unmittelbar mit der Schrift zusammen. Okay? Entweder ist sie die Schrift selbst oder sie ist in vollkommener Übereinstimmung mit der Schrift. Das Argument von Paulus ist klar. Wenn er sagt: „Die Weissagung verachtet nicht“, sagt er damit: „Seht nicht auf die schriftlich niedergelegte Offenbarung Gottes herab, achtet sie nicht gering, ob ihr sie lest oder verkündet hört, achtet sie nicht gering, schmälert ihre Bedeutung nicht, setzt sie nicht herab oder degradiert sie nicht.“

Hiob sagte in Kapitel 23, Vers 12, er schätze das Wort Gottes mehr als seine tägliche Speise. Jeremia nährte sich jeden Tag voller Freude vom Wort Gottes. Ihr erinnert euch sicherlich an die wunderbare Anweisung, die Josua in Kapitel 1, Vers 8 gab: „Laß dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln!" In 5. Moses erteilt der Herr den Menschen sehr klare Anweisungen, dass sie das Wort Gottes mit absoluter Hingabe behandeln sollten. Er sagt ihnen in 5. Mose 6,6-9: „Und diese Worte, die dich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben." Füllt euer Leben mit dem Wort Gottes an, sagt er hier. Füllt euer gesamtes Leben mit dem Wort Gottes an.

Psalm 1 besagt: „Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, […] sondern seine Lust am Gesetz des Herrn [hat] …“ Der Mensch, dessen Leben völlig dem Wort gewidmet ist, der Lust am Gesetz des Herrn hat, wie es heißt, und der Tag und Nacht über Gottes Gesetz nachsinnt. Das ist ein gottesfürchtiger Mensch. Wir sehen nicht auf die Schrift herab, wir verherrlichen und erheben sie, wir heben sie empor. „Wohl denen, deren Weg untadelig ist, die wandeln nach dem Gesetz des HERRN. Wohl denen, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen“, Psalm 119,1-2. „Wie hab ich dein Gesetz so lieb“, sagte David.

Dieses Gebot führt uns also zu einer sehr ernsthaften Betrachtung der Schrift. „Setzt das Wort Gottes nicht herab.” Behandelt es mit höchstem Respekt, wird hier gesagt.

Das ist aber nur Christen möglich. In 1 Korinther 2,10 lesen wir, dass Gott sich uns durch den Geist geoffenbart hat. Und dann in 1 Korinther 2,14: „Der natürliche

Mensch”, das heißt ein unbekehrter Mensch, ein Nicht-Christ „aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.” Der Nichtwiedergeborene kann die Schrift nicht richtig verherrlichen und erheben. Martin Luther sagte einst: „Der Nichtwiedergeborene ist wie eine Salzsäule, er ist wie die Frau von Lot, wie ein Holzklotz und ein Stein, wie eine leblose Statue, die sich weder ihrer Augen noch ihres Mundes, weder ihrer Sinne noch ihres Herzens bedient, bis sie bekehrt und vom Heiligen Geist wiedergeboren wird.“

Das Beste, was der nicht errettete Mensch tun kann, ist, auf einem Stück Rinde der Schrift zu kauen, ohne jemals wirklich zum Holz vorzudringen. Der dänische Philosoph Kierkegaard schlug, glaube ich, einmal eine graphische Illustration der falschen Annäherung an die Schrift vor. Er betrachtete all diese Akademiker, die vorgeben, Bibelgelehrte zu sein. Und er sagte Folgendes: „Ein kleiner Junge soll von seinem Vater Schläge auf den Hintern erhalten. Während der Vater losgeht, um die Rute zu holen, stopft der Junge die Rückseite seiner Hose mit etlichen Servietten aus. Als der Vater zurückkehrt und die Schläge austeilt, empfindet der Junge keine Schmerzen, da die Servietten den Schlag der Rute absorbieren. Der kleine Junge repräsentiert Bibelgelehrte. Sie stopfen ihre Hosen mit ihren Lexika, Kommentaren und Konkordanzen aus. Als Ergebnis davon dringt die Schrift nie als Wort Gottes zu ihnen durch. Da sie die Kraft des Wortes annulliert haben, indem sie sich selbst durch ihre akademischen Utensilien abgeschirmt haben, hören sie die Schrift nie als Wort Gottes.“ Würden sie ihre Bücher aus ihren Hosen nehmen, die notwendig sind, wenn sie richtig eingesetzt werden, dann könnte die Schrift zu ihnen als Wort Gottes durchdringen. Es ist das besondere Werk des Heiligen Geistes, es zuzulassen, dass die Heilige Schrift als Wort Gottes zu uns durchdringt.

Nur jene, in denen der Heilige Geist wohnt, können dieses Gebot befolgen, das Wort Gottes nicht zu verachten. Es gibt Menschen an theologischen Fachhochschulen und Universitäten und in Gemeinden in Amerika und auf der ganzen Welt, die vorgeben, Studenten der Schrift zu sein, deren Hosen aber so gepolstert sind, dass das Wort Gottes sie nicht berühren kann, deren Verstand die Wahrheit nicht kennt, weil der Heilige Geist nicht in ihrem Herz wohnt. Aber jene unter uns, die den Geist kennen, die den lebendigen Gott kennen, können die Wahrheit verstehen und sie richtig sehen. Diese Menschen, die die Richtigkeit, Authentizität, Autorität, Inspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift leugnen, offenbaren nur, dass sie damit gegen das Gebot verstoßen: „Die Weissagung verachtet nicht … setzt die Schrift nicht herab, degradiert sie nicht, achtet sie nicht für gering.“

Meine Lieben, wenn ihr das tut, ist es sogar völlig unmöglich, ein christliches Leben zu führen, denn die einzige Karte, der einzige Kompass und das einzige Handbuch, das ihr habt, ist die Schrift. Alles, was euch dann noch übrig bleibt, sind menschliche Bemühungen und gute Taten, um euren Weg in den Himmel zu verdienen. Sofern der Geist nicht in euch lebt und sofern ihr das Wort Gottes nicht nur in eurem Verstand sondern auch in Gehorsam verherrlicht und erhebt, werdet ihr Weissagungen verachten und dieses sehr direkte Gebot missachten.

Bevor wir dies zum Abschluss bringen - und es hat lange gedauert, dies durchzuarbeiten, damit ihr es verstehen könnt -, möchte ich euch zwei Fragen stellen. Warum sollten wir die Schrift nicht verachten? Warum sollten wir das nicht tun? Ich werde euch das nur ganz kurz erläutern.

Erstens, wegen des grundlegenden Charakters der Schrift. Weil sie grundlegenden Charakter hat. Wir haben uns ganz am Anfang über die Einzigartigkeit der Bibel unterhalten. Aber ich möchte euch kurz etwas über ihren Charakter erzählen, das den Behauptungen der Schrift selbst entstammt. Erstens ist die Schrift verbindlich. Die Schrift ist verbindlich. Jesaja 1,2 besagt: „Hört, ihr Himmel, nimm zu Ohren, o Erde; denn der HERR hat gesprochen.” Wenn Gott spricht, solltet ihr besser zuhören, denn das ist verbindlich.

Zweitens ist die Schrift unfehlbar ... sie ist unfehlbar. Und das bedeutet in ihrer Gesamtheit, insgesamt, umfassend, sie lässt nichts aus, sie macht keine Fehler. Psalm 19,8: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen. Das Gesetz des Herrn ist vollkommen.” Es ist komplett, umfassend und vollkommen.

Und dann benutze ich gerne das Wort „irrtumslos“. Die Schrift als Ganzes ist unfehlbar, in jedem einzelnen Teil hingegen ist sie irrtumslos. Sprüche 30,5-6 besagt: „Alle Reden Gottes sind geläutert …”, jede einzelne … jede einzelne, bis zum kleinsten Jota und dem i-Tüpfelchen, das nicht gelöscht werden wird, wie Jesus sagte. Das Wort Gottes ist verbindlich. Wenn Gott spricht, solltet ihr besser zuhören. Das Wort Gottes ist unfehlbar, das heißt, die Schrift in ihrer Gesamtheit enthält keinerlei Fehler. Sie ist irrtumslos, ihre Urschrift enthält keinen einzigen Fehler, jedes Wort Gottes ist lauter.

Viertens ist die Schrift allgenügsam … sie ist allgenügsam. Sie ist fähig, die Seele vollkommen zu verwandeln, wie Psalm 19 sagt, einfache Menschen verständig zu machen, das Herz zu erfreuen, die Augen zu erleuchten. Sie ist hinlänglich. Sie ist fähig, den Mann Gottes vollkommen zu machen, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. Sie ist fähig, euch zur Errettung durch den Glauben weise zu machen, 2 Timotheus 3,15-17. Sie ist hinlänglich für alles.

Fünftens ist sie effektiv … sie ist effektiv. Ihr erinnert euch sicherlich, wie Jesaja in Kapitel 55 sagt: „Genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt.“ Die Schrift ist effektiv. Wenn Gott etwas sagt, geschieht es.

Und schließlich ist die Schrift bestimmend. Sie ist bestimmend. Was ich damit meine? Eure Reaktion auf das Wort Gottes bestimmt euer ewiges Schicksal. „Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes.“ Ihr hört sie also deshalb nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Wenn jemand kommt und die Autorität, Unfehlbarkeit, Irrtumslosigkeit, Allgenügsamkeit und Effektivität der Schrift leugnet, offenbart er lediglich seinen geistlichen Zustand, denn wenn wir die Worte Gottes nicht hören, gehören wir nicht zu Gott. Das hat Jesus gesagt. Wenn wir sie hören, gehören wir zu Gott. Die Schrift ist bestimmend, weil sie unser ewiges Schicksal festlegt.

Warum also sollten wir die Schrift nicht verachten? Weil sie grundlegenden Charakter hat. Und zweitens, weil sie von großem Nutzen ist … weil sie von großem Nutzen ist. Die Schrift ist die Quelle der Wahrheit. In Johannes 17,17 sagte Jesus: „Dein Wort ist Wahrheit.” Oh, was für eine wunderbare Realität das ist. Dein Wort ist Wahrheit.

Zweitens ist sie die Quelle der Glückseligkeit, sie ist die Quelle der Glückseligkeit. In Sprüche 8,34 lesen wir: „Wohl dem Menschen, der auf mich hört.” Johannes sagte in

1 Johannes 1,4: „Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen ist.“ Lukas sagt in Kapitel 6,47-48 und Kapitel 11,28: „Glückselig ist, der das Wort hört und bewahrt.“ Das findet sich in der Schrift immer wieder. Offenbarung 1,3: „Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest.” Sie ist die Quelle der Freude, der Glückseligkeit und der Seligkeit.

Drittens, sie ist die Quelle des Sieges. „Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige”, sagte der Psalmist. Epheser 6,17 besagt: „… nehmt […] das Schwert des Geistes”, das unsere Waffe ist. Als Jesus versucht wurde, reagierte er laut Matthäus 4,1-11 jedes Mal … womit? … mit der Schrift. Er sagte dreimal: „Es steht geschrieben.“

Ja, das Wort Gottes ist die Quelle unseres Sieges über Versuchungen. Es ist die Quelle unserer Glückseligkeit. Es ist die Quelle der Wahrheit. Viertens, es ist die Quelle des Wachstums. Ihr erinnert euch sicherlich, wie oft wir auf 1 Petrus 2,2 verwiesen haben: „Und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst.“ Das Wort ist die Quelle unseres Wachstums.

Spurgeon sagte einmal etwas Großartiges. Er sagte: „Es ist das Wort, das den Christen zurechtstutzt. Es ist die Wahrheit, die ihn läutert; die Schrift, die vom Heiligen Geist zum Leben erweckt wird und Kraft erhält.“ Das ist wahr. Das Wort läutert und reinigt und das ist der Schlüssel zum Wachstum. Deshalb sagte Jesus in Johannes 15: „Das Wort ist wie ein Gartenmesser, es schneidet die Wurzelschößlinge zurück, sodass die produktiven Triebe wachsen können.“

Das Wort ist die einzige Quelle der Wahrheit, die einzige Quelle der Glückseligkeit, die einzige Quelle des Sieges und die einzige Quelle des Wachstums. Fünftens, die einzige Quelle der Führung. Psalm 19,9 besagt, dass das Wort richtig ist. Und das bedeutet, dass es uns den richtigen Weg zeigt. Es ist der richtige Weg, auf dem wir wandeln sollen. Und Psalm 119,105 besagt, es sei ein Licht auf diesem Weg. Es ist die Lampe, die den Weg erleuchtet. Es ist der Weg, auf dem wir wandeln sollen. Es macht uns weise. Es offenbart Gottes Willen.

Und sechstens ist es die Quelle der Hoffnung … es ist die Quelle der Hoffnung. In Psalm 119 sagt der Psalmist immer wieder: „Ich hoffe auf dein Wort, ich hoffe auf dein Wort, ich hoffe auf deine Bestimmungen“, und das bezieht sich auf die Schrift.

Und so ist das Wort Gottes die Quelle der Wahrheit und der Glückseligkeit, des Sieges und des Wachstums, der Führung und der Hoffnung und wir könnten diese Liste wahrscheinlich noch lange fortsetzen, aber ihr versteht, was ich meine. Wen wundert es, dass das Wort Gottes begehrenswerter ist als Honig und Honigseim und Gold, sogar Feingold.

Warum streben wir also nach dem Wort? Wegen seines grundlegenden Charakters und seines großen Nutzens. Eine letzte Sache noch. Wie sollen wir danach streben? Wie kann ich sicher sein, dass ich das Wort nicht verachte? Ganz einfach. Wie könnt ihr sicher sein, dass ihr das Wort nicht verachtet?

Hört mir aufmerksam zu. Erstens, glaubt an die Schrift … glaubt daran. Damit beginnt es. Jesus appellierte immer wieder an die Menschen: „Glaubt mir … glaubt an

das, was ich sage.“ Und in Johannes 5,24 sagte er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht.“ Glaubt daran. Man könnte auch sagen, nehmt die Schrift an. Paulus sagte zu den Thessalonichern: „Ich bin so dankbar, wenn ich euch das Wort Gottes verkündige, dass ihr es als Wort Gottes aufgenommen habt.“

Zweitens, haltet das Wort in Ehren … haltet es in Ehren. Was meint er damit? Verherrlicht es und erhebt es. Wie tut man das? In Gehorsam … in Gehorsam. Geht mit dem Wort nicht hausieren, 2 Korinther 2,17. Verwendet das Wort nicht, um es für eure eigenen Zwecke und Ziele zu manipulieren. Er sagt in 2 Korinther 4,2: „Manche Menschen verfälschen das Wort Gottes, aber ihr sollt es ehren, verherrlichen und erheben und wertschätzen.“

Drittens, liebt es. Wie ich bereits vorhin erwähnte, sagte David in Psalm 119,97: „Wie hab ich dein Gesetz so lieb“, und wenn ihr zum Ende von Psalm 119 gelangt, gibt es eine Vielzahl wiederholter Aussagen, die denselben Gedanken widerspiegeln. Psalm 119,140: „Dein Wort ist wohlgeläutert, und dein Knecht hat es lieb.” Tiefe Zuneigung, intensives Verlangen … das ist es, wovon Petrus sprach, als er sagte: „Begierig wie ein neugeborenes Kind, so soll euer Verlangen sein."

Und viertens, befolgt das Wort. Seid gehorsam. Die schlimmste Verhöhnung der Schrift, die ihr dieser antun könnt, ist zu sagen, ihr glaubt daran und sie dann nicht zu befolgen. „Wenn ihr in meinen Worten bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.” „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“ Und wie ist Christus gewandelt? Er war Gottes Wort vollkommen gehorsam. Erinnert ihr euch an die Geschichte, die Jesus in Matthäus 7 über die zwei Häuser erzählte? Eines stürzte in der Flut ein, das andere blieb stehen. Der Unterschied bestand darin, dass der eine Baumeister dem Willen Gottes gehorsam war, der andere hingegen nicht.

Fünftens, setzt euch dafür ein. In Judas 3 lesen wir: „Kämpft für den Glauben.” Engagiert euch in dem Kampf für die Bibel.

Sechstens, studiert das Wort … studiert es, wie Paulus sagt, um euch als Gott bewährt zu erweisen, ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Seid wie die edlen Beröer, die täglich in der Schrift forschten, ob es sich so verhalte. Seid wie Apollos, von dem man sagte, er sei mächtig in den Schriften. Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, Kolosser 3,16.

Und schließlich, verkündigt es ... verkündigt es. Wenn ihr das Wort gehorsam und treu glaubt, es in Ehren haltet und liebt, das Wort befolgt, euch für das Wort einsetzt, es studiert und das Wort verkündigt, werdet ihr es nicht geringschätzen. Ihr werdet es nicht verachten. Es wird zu sehr Bestandteil eures Lebens sein.

Zum Abschluss möchte ich euch etwas erzählen, was ich über Martin Luther gelesen habe und darüber, wie er die Bibel studiert hat. Er sagte: „Ich studiere meine Bibel, wie ich Äpfel ernte. Zuerst schüttle ich den ganzen Baum, damit die reifsten abfallen. Dann schüttle ich jeden Ast, und wenn ich jeden Ast geschüttelt habe, schüttle ich jeden Zweig. Anschließend schüttle ich jeden dünnen Zweig. Und danach sehe ich unter jedem Blatt nach. Ich erforsche die Bibel als Ganzes, so wie ich den Baum als Ganzen schüttle. Dann schüttle ich jeden Ast, das heißt, ich studiere ein Buch nach

dem anderen. Anschließend schüttle ich jeden Zweig, das heißt, ich widme mich den einzelnen Kapiteln. Und schließlich schüttle ich jeden dünnen Zweig, das heißt, ich studiere sorgfältig die einzelnen Absätze, Sätze, Wörter und Bedeutungen.“

„Das Wort ist so ein einzigartiges Buch. Wenn ich müde bin, ist die Bibel mein Bett. Im Dunkeln ist die Bibel mein Licht. Wenn ich hungrig bin, ist sie lebendiges Brot; wenn ich furchtsam bin, ist sie eine Rüstung für den Kampf. Wenn ich krank bin, ist sie heilende Medizin; wenn ich einsam bin, finde ich Scharen von Freunden darin. Wenn ich arbeiten würde, wäre die Bibel mein Werkzeug. Beim Musizieren ist sie die Harfe des melodischen Klangs. Wenn ich unwissend bin, ist sie meine Schule. Wenn ich sinke, ist sie mein fester Boden. Wenn ich friere, ist die Bibel mein Feuer; sie verleiht mir Flügel, wenn ich mutig nach etwas strebe. Drückt Schwermut dich nieder? Die Bibel ist eine Sonne. Inmitten von Hässlichkeit ist sie ein Gartenfest. Wenn es mich dürstet, wie kühl sind ihre Wasser; ist mir heiß, wie belebend ihre Luft. Oh großartiges Buch, da du mir von dir gibst, wie sollte ich mich dir, oh dir, doch ergeben.“ Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.


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