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Irdische und himmlische Weisheit, Teil 2 (German)

Jakobus 3:13 January 11, 1987 de59-20

Lasst uns heute Abend unsere Bibeln bei Jakobus Kapitel 3 aufschlagen. Ich werde heute nicht wirklich eine Predigt halten, also etwas mit einer förmlichen Einleitung, einem förmlichen Abschluss und vielen Punkten dazwischen. Ich möchte viel mehr ein wenig Bibelstudium mit euch betreiben, bevor wir uns mit diesem Textabschnitt befassen. Das haben wir bereits letztes Mal getan, aber bevor wir diesen Text wirklich verstehen können, gibt es so viele Vorüberlegungen und Betrachtungen, die angestellt werden müssen, dass wir dafür recht viel Zeit brauchen werden, besonders für die Betrachtung des Alten Testaments in Bezug darauf, was es über die Weisheit zu sagen hat. Schließlich bezieht Jakobus sich hier auf Weisheit und definiert sie nicht wirklich. Er geht davon aus, dass der Leser ein wenig über Weisheit weiß und mit der Definition der Weisheit, auf die er sich bezieht, vertraut ist. Da wir das nicht für jeden von uns voraussetzen können, weil uns dieser jüdische Hintergrund fehlt, benötigen wir ein paar zusätzliche Informationen.

Aber ich möchte euch zuerst Jakobus Kapitel 3, Verse 13 bis 18 vorlesen.

„Wer ist weise und verständig unter euch?  Der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Weisheit kommt. Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit! Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische. Denn wo Neid und Streitsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat. Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig; sie läßt sich sagen, ist voller Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“

Insgesamt spricht Jakobus hier von zwei Arten von Weisheit … auf der einen Seite irdische, seelische, dämonische Weisheit. Das ist die Weisheit der Menschen, nicht die Weisheit Gottes. Und dann gibt es reine, friedfertige, sanfte, gefällige, barmherzige, gute, unparteiische und aufrichtige Weisheit, die vom Himmel herabkommt und die Weisheit der Kinder Gottes ist. Auch das ist also ein Test des lebendigen Glaubens. Der Leser dieser Textstelle muss sich selbst im Prinzip dieselbe Frage stellen, die Jakobus in Vers 13 stellt: „Wer ist wirklich weise und verständig?“

Anders ausgedrückt, welche Art von Weisheit zeichnet euch aus? Ihr behauptet, Gottes Weisheit zu besitzen, aber trifft das tatsächlich zu? In der Epistel des Jakobus haben wir etwas über die Tests lebendigen Glaubens gelernt. Der erste Test bestand darin, wie man Prüfungen erträgt. Der zweite Test bestand darin, wem ihr bei Versuchungen die Schuld zuweist. Der dritte Test bestand darin, wie ihr auf Gottes Wort reagiert. Und dann sind wir zu Kapitel 2 übergegangen und sind zu dem Test gekommen, wie ihr Arme und Bedürftige behandelt. Am Ende von Kapitel 2 haben wir dann den Test eurer Werke gesehen. In den ersten zwölf Versen von Kapitel 3 geht es um den Test der Zunge. Prüfungen und Versuchungen und das Wort Gottes und Arme und die [Verwendung der] Zunge sind alles Hinweise auf die Gegenwart oder Abwesenheit lebendigen Glaubens. Es geht einfach darum, dass euer Verhalten eure Behauptung, Gott zu kennen, entweder bestätigt oder verleugnet. Und es gibt noch einen weiteren Test dieser Art.

All diese Tests werden uns vor Augen gehalten, damit deutlich wird, wer wahrhaftig bekehrt ist und wer wirklich Anzeichen dieser Bekehrung zeigt und wer nicht. Jakobus geht es darum, dass niemand sich fälschlicherweiser für errettet hält, wenn er es in Wirklichkeit nicht ist.

Betrachtet bitte einmal kurz die letzten beiden Verse von Kapitel 5. Dort fasst er den Zweck der ganzen Epistel zusammen und sagt: „Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und es führt ihn einer zur Umkehr, so soll er wissen: Wer einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken.“ Das fasst eigentlich die ganze Epistel zusammen. Diese Verse fassen die Absicht von Jakobus zusammen. Sie malen das Bild eines Menschen, der rettenden Glauben bekennt und in der Gemeinde im allgemeinen Sinne unter „meine Brüder“ subsumiert wird. Und dennoch irrt diese Person von der Wahrheit ab, gerät auf Abwege, und hier steht, wenn ihr diese Person bekehrt oder der Errettung zuführt, werdet ihr eine Seele vor dem Tod retten - damit ist der ewige Tod gemeint - und eine Menge Sünden zudecken, denn Christi Tod bei der Errettung deckt alle Sünden zu. Wenn ihr also jemandem begegnet, der zwar eine Behauptung aufstellt, aber von der Wahrheit abweicht, und ihr diese Person bekehrt, dann erlöst ihr diese Person vom Tod und durch Christus sind die Sünden dieser Person zugedeckt.

Die Epistel steckt also wirklich voller Tests, um falschen Glauben aufzudecken, damit wir Männer und Frauen zum wahren Glauben bekehren können. Es ist auch eine gute Erinnerung daran, wie diejenigen unter uns, die gläubig sind, leben sollten. Denn selbst wahre Gläubige können rückfällig werden und sich auf eine Art und Weise verhalten, die nicht wirklich im Einklang mit dem steht, was wir wirklich sind. Aber Jakobus ist, ebenso wie Johannes in 1. Johannes, jemand, der in seinen Tests alles schwarz-weiß sieht, ohne Kompromisse. Einer dieser Tests, für den wir jetzt zu Kapitel 3 zurückkehren, ist die Frage der Weisheit. Die Art von Weisheit, die ein Mensch an den Tag legt, ist ein Hinweis auf sein Leben. Deshalb müsst ihr dieselbe Frage wie Jakobus stellen: „Wer unter euch ist weise und verständig?“

Mit anderen Worten, wer besitzt wirklich wahre, göttliche Weisheit von Gott? Der möge es zeigen ... durch den möge es offenbart werden. Lasst diese Weisheit in seinem allgemeinen Verhalten, seinem guten Wandel, seinem spezifischen Verhalten, seinen Werken, seiner Einstellung und der Sanftmütigkeit, die aus Weisheit kommt, offenbart werden. Wenn er wirklich die Weisheit Gottes besitzt, lasst es ihn zeigen in seiner allgemeinen Lebensweise, seinen spezifischen Werken und seiner Einstellung. Eine sehr grundlegende Frage.

In Versen 14 bis 18 fährt Jakobus dann fort und kontrastiert zwei Arten von Weisheit. Falsche Weisheit, die Weisheit der Welt in Versen 14 bis 16, und wahre Weisheit, die Weisheit Gottes, in Versen 17 und 18. Wenn wir unser Leben betrachten und unser Leben mit diesem Textabschnitt vergleichen, sollten wir beurteilen können, ob wir die Weisheit Gottes haben oder falsche Weisheit. Wir sollten beurteilen können, ob wir wirklich erlöst und wirklich errettet sind und Gott wirklich kennen oder ob wir einfach etwas für uns in Anspruch nehmen, das nicht zutrifft. Und vielleicht erhalten sogar diejenigen unter uns, die wahre Christen sind, Einblick in eine Art von Weisheit, in der sogar wir als Gläubige uns versuchen.

Wahre Weisheit ist also die Essenz und der Beweis der Errettung. Wie ihr mit Versuchungen umgeht, wie ihr mit Prüfungen umgeht, wie ihr mit Armen umgeht, wie ihr mit Gottes Wort umgeht, wie ihr mit eurer Zunge umgeht – all das sind Tests des lebendigen Glaubens. Und hier ist noch ein Test. Welche Art von Weisheit zeichnet euch aus? Seht ihr, wenn die Weisheit Gottes Einzug in das Leben eines Menschen hält, dominiert es die Seele und verwandelt das Leben, sodass die Lebensweise, die spezifischen Werke und die Einstellung dieses Menschen verändert werden. Jakobus sagt, wenn ihr wahre Weisheit habt, so zeigt diese in eurer Lebensweise, in euren Werken und in eurer Demut.

Letztes Mal habe ich versucht, euch zu zeigen, dass Jakobus hier auf Offenbarungen aus dem Alten Testament über wahre und falsche Weisheit aufbaut. Das möchte ich heute Abend auch mit euch machen, einfach die Bibel zusammen studieren. Haltet eure Bibeln also bitte bereit. Jakobus baut hier insbesondere auf der Weisheitsliteratur auf. In dieser Epistel scheint er übrigens in seiner Denkweise auch oft Bezug auf die Bergpredigt zu nehmen; das werden wir im weiteren Verlauf der Beschäftigung mit diesem Text sehen. Aber Jakobus baut tatsächlich auf dem alttestamentlichen Verständnis wahrer und falscher Weisheit auf.

Die Weisheitsliteratur des Alten Testaments enthält ein Buch, das insbesondere die menschliche Weisheit beschreibt. Welches Buch ist das? Prediger … Prediger. In Sprüche geht es um die wahre Weisheit Gottes, in Psalmen um die wahre Weisheit Gottes, in Hiob um die wahre Weisheit Gottes und selbst das Hohelied befasst sich mit der wahren Weisheit Gottes, wenn auch auf recht menschlicher Ebene. Aber im Prediger geht es um die Torheit, die Sinnlosigkeit, die Frustration falscher menschlicher Weisheit, die leer, vergebens, nichts, nutzlos, unbefriedigend und von Gott verflucht ist. Letztes Mal haben wir uns ein wenig Zeit genommen und uns genauer mit Prediger befasst, um die Sinnlosigkeit menschlicher Weisheit zu begreifen. Sie reicht nie an die wahre Weisheit Gottes heran. Es stimmt zwar, dass der Autor von Prediger fünfmal die Realität der Weisheit Gottes bekräftigt – in Kapitel 3, Verse 11 und 14, Kapitel 5, Verse 7, 8 und 12 und Kapitel 12,3 -, aber während er Prediger schreibt, ist er nie in der Lage, diese Weisheit selbst anzuwenden. Er sagt beinahe nachdenklich, dass wahre Weisheit bei Gott zu finden ist, aber es scheint, als würde das auf sein eigenes Leben nie zutreffen.

Deshalb ist Prediger eine Betrachtung der Frustrationen menschlicher Weisheit. Der Mensch kann durch eigene Bemühungen nicht die wahre Weisheit Gottes erkennen. Das Beste, was er schaffen kann, ist irdische, seelische, dämonische Weisheit. Er kann nicht durch seine eigenen Wege und seine eigenen menschlichen Ressourcen die Weisheit Gottes erkennen. Um euch das noch einmal deutlich zu machen, möchte ich euch bitten, wieder zur Weisheitsliteratur zurückzugehen, zu Hiob Kapitel 28 – einem vertrauten und wirklich wunderbaren Kapitel in Bezug auf seinen prosaischen Stil und seinen Beitrag, aber in seinem Inhalt ein Kapitel über große Nutzlosigkeit. Ihr sollt jedoch wissen, dass dieses Kapitel die Suche des Menschen nach Weisheit in seinem eigenen Umfeld mit dem Prozess des Bergbaus vergleicht. Vielleicht seid ihr ja mit diesem Kapitel vertraut -–es ist jedem, der das Streben nach Weisheit studiert, sehr vertraut. In Vers 1 heißt es: „Denn für das Silber gibt es einen Fundort und für das Gold einen Platz, wo man es läutert. Eisen wird aus dem Erdenstaub gewonnen, und Gestein schmilzt man zu Kupfer.“ Der Mensch unternimmt gewaltige Anstrengungen, um das zu tun, und ihr seid damit vertraut. „Man macht der Finsternis ein Ende“, das bedeutet, sie gehen runter in die dunklen Teile der Erde, die von jeher dunkel waren, und beenden diese Dunkelheit, indem sie in die Erde eindringen und Licht dorthin bringen, „und forscht alles vollkommen aus; selbst das Gestein, das in Finsternis und Dunkelheit liegt. Einen Schacht bricht man auf von da aus, wo man wohnt; wie vergessen, ohne ihren Fuß aufzusetzen …“ Sie lassen sich an einem Seil herab und schwingen hin und her, und suchen nach einer Erzader.

„Aus der Erde kommt zwar Speise hervor, aber unter ihr ist’s wie vom Feuer durchwühlt. Ihr Gestein ist der Fundort des Saphirs, und Goldstaub ist in ihr. Ein Pfad [ist's], den kein Raubvogel kennt, und den auch das Auge des Habichts nicht erspäht, den auch das stolze [Wild] nicht betreten hat, auf dem der Löwe nicht geschritten ist.“ Mit anderen Worten lässt der Mensch sich zu einem Ort herab, an dem noch nie ein Geschöpf gewesen ist. „[Der Mensch] streckt seine Hand nach dem Felsgestein aus, wühlt die Berge um von Grund auf.“ Ist es möglich, dass man schon zur Zeit von Hiob eine Möglichkeit hatte, Berge umzugraben? Hatten sie vielleicht durch die Kombination von Feuerstein und Feuer die Möglichkeit, Explosionen auszulösen?

Vers 10: „Er treibt Stollen in die Felsen, und sein Auge erfaßt alles, was kostbar ist.“ Vergesst nicht, wenn Menschen in der Antike solche Monumente menschlichen Genies wie die Pyramiden und Ähnliches errichten konnten, dann gibt es kaum Zweifel daran, dass sie auch hierzu in der Lage gewesen wären. „Die Ströme hat er eingedämmt, damit sie nicht durchsickern, und er bringt das Verborgene hervor ans Licht.“

Vers 12: „Aber die Weisheit, wo wird sie gefunden, und wo ist der Fundort der Einsicht? Der Sterbliche kennt ihren Wert nicht, und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden.“ Die vergebliche Suche des Menschen nach der Weisheit. „Die Tiefe spricht: ‚Sie ist nicht in mir!‘, und das Meer: ‚Sie ist nicht bei mir!‘ Mit Feingold kann man sie nicht bezahlen, und Silber kann nicht als ihr Kaufpreis abgewogen werden. Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben, auch nicht um köstlichen Onyxstein und Saphir. Gold und Glas kommt ihr nicht gleich, noch kann man sie eintauschen gegen ein goldenes Gerät. Korallen und Kristall gelten nichts gegen sie, und der Besitz der Weisheit geht über Perlen. Der Topas aus Kusch ist ihr nicht zu vergleichen; mit reinem Gold wird sie nicht aufgewogen. Woher kommt denn nun die Weisheit und wo ist die Fundstätte der Einsicht? Sie ist verborgen vor den Augen alles Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt. Der Abgrund und der Tod sprechen: ‚Wir haben mit unseren Ohren ein Gerücht von ihr gehört.‘“ Dann in Vers 23: „Gott hat Einsicht in ihren Weg, und er kennt ihre Fundstätte. Denn Er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist. Als er dem Wind sein Gewicht gab und die Wasser abwog mit einem Maß, als er dem Regen sein Gesetz bestimmte und dem donnernden Unwetter seinen Weg: da hat er sie gesehen und verkündigt, sie bestätigt und ergründet, und er sprach zum Menschen: ‚Siehe‘, … was? …, ‚die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!‘“

Das ist eine der wichtigsten Aussagen im gesamten Alten Testament. Vergesst das bitte nicht und unterstreicht es in euren Bibeln, Hiob 28,28. Die Weisheit gehört Gott. Der Mensch in seiner vergeblichen Mühe versucht, die Weisheit in seinem eigenen Umfeld, in seinem eigenen Kopf zu finden. Hier sehen wir also, wie vergeblich das menschliche Streben nach Weisheit aus menschlicher Perspektive ist. Der Mensch wird nie an die wahre Weisheit Gottes heranreichen können. Die wahre Weisheit kennt nur Gott und er offenbart sie und sie beginnt mit der Furcht des Herrn und einer Abkehr vom Bösen. Behaltet das bitte im Hinterkopf, denn wir werden zu dieser großartigen Wahrheit zurückkehren.

Andererseits befasst die Weisheitsliteratur sich auch, wie wir letztes Mal gesehen haben, in Hiob, Psalmen, Sprüche und sogar dem Hohelied, mit der wahren Weisheit Gottes. Wir haben nicht genügend Zeit, das heute Abend zu tun, aber wenn ihr eine gute Übung wollt, dann geht einmal Psalm 119 durch und achtet darauf, wie oft der Psalmist sich danach sehnt, das Wort Gottes zu kennen, die Weisheit Gottes, die Offenbarung Gottes, die Gebote Gottes und die Gesetze Gottes. Er sucht danach. Er sehnt sich danach, sie zu kennen. Er bestätigt, dass Gott die Quelle der Weisheit ist.

Lasst uns jetzt bitte gemeinsam Sprüche betrachten, nur ein paar Zwischenstopps auf dem Weg dadurch; Kapitel 2,6: „Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“ Das ist ziemlich klar. Der Herr gibt Weisheit. Achtet bitte auch auf Kapitel 3,13: „Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, dem Menschen, der Einsicht erlangt! Denn ihr Erwerb ist besser als Gelderwerb, und ihr Gewinn ist mehr wert als feines Gold. Sie ist kostbarer als Perlen und all deine Schätze sind ihr nicht zu vergleichen. In ihrer Rechten ist langes Leben, in ihrer Linken Reichtum und Ehre. Ihre Wege sind liebliche Wege und alle ihre Pfade Frieden. Sie ist ein Baum des Lebens denen, die sie ergreifen, und wer sie festhält, ist glücklich zu preisen. Der HERR“, und jetzt kommt ein weiterer Schlüsselvers, den ihr unterstreichen solltet, „der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und die Himmel durch Einsicht befestigt. Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor und träufelten die Wolken Tau herab.“

Hört mir jetzt gut zu. Wenn Gott Weisheit einsetzte, um das Universum zu schaffen, dann befindet die Weisheit sich außerhalb dieses geschaffenen Universums. Deshalb muss Gott, der alles schuf, die Quelle der Weisheit sein, die der Schöpfung vorausging. Gott ist also die Quelle der Weisheit. Das ist elementar. Gott ist die Quelle der Weisheit.

Kapitel 4, Vers 5: „Erwirb Weisheit, erwirb Verständnis; vergiß sie nicht und weiche nicht ab von den Reden meines Mundes! Verlaß du sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe du sie, so wird sie dich behüten! Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um all deinen Erwerb erwirb Verstand. Halte sie hoch, so wird sie dich erhöhen; sie wird dich ehren, wenn du sie umfängst. Sie wird deinem Haupt einen lieblichen Kranz verleihen; eine prächtige Krone wird sie dir reichen.“ Gott ist die Quelle der Weisheit, sagen die Sprüche, und ihr müsst sie erwerben. Deshalb werden die Menschen aufgerufen, zu demjenigen zu gehen, der allein die Quelle der Weisheit ist. Das ist die grundlegende Absicht von Sprüche, zu bestätigen, dass Gott die Quelle der Weisheit ist, und Menschen zu Gott zu rufen, um die Weisheit zu empfangen.

In Sprüche 9,6 lesen wir: „Verlaßt die Torheit, damit ihr lebt, und wandelt auf dem Weg der Einsicht.“ Mit anderen Worten, wendet euch von der menschlichen Weisheit ab und folgt göttlicher Weisheit. Und es gibt noch andere Teile in den Sprüchen, die wir betrachten könnten, und in denen im Prinzip dasselbe bekräftigt wird.

Ich möchte, dass ihr Folgendes versteht. Wenn Jakobus über Weisheit spricht, die nicht von oben ist, dann spricht er von der Art menschlicher Weisheit, die im Prediger ausgedrückt wird – dass der Mensch sein eigenes Umfeld erfindet, das nicht einmal annähernd an die Wahrheit Gottes heranreicht. Und wenn Jakobus über Weisheit von oben redet, redet er von jener Weisheit, die von Gott kommt und die bereits vor der Schöpfung der Welt existierte und die der Mensch erwerben muss.

Der eindringlichste Aufruf zu wahrer Weisheit, mit dem ich einen Moment verbringen möchte, findet sich in Sprüche 8. Lasst uns das bitte gemeinsam einen Moment betrachten. Ich halte das für den eindringlichsten Aufruf zu wahrer Weisheit im gesamten Alten Testament. Und all das dient dazu, uns zu etwas Anderem zu führen, also habt bitte Geduld mit mir. Ich kann nicht das ganze Kapitel durchgehen. Das sind immerhin 36 Verse. Ich möchte euch einfach auffordern, wirklich Sprüche Kapitel 8 zu studieren. In den Versen 1-21 geht es um die Vortrefflichkeit der Weisheit. Der Autor sagt, die Weisheit ist vortrefflich in ihrer Verlockung, Verse 1 bis 3, sie ist vortrefflich in ihrer Wahrheit, bis runter zu Vers 12, in dem was sie liebt und hasst, bis runter zu Vers 16. Und dann, in dem letzten kleinen Abschnitt von Vers 17 bis 21, ist sie vortrefflich in den Gaben, die sie verleiht. Die Vortrefflichkeit der Weisheit.

In Versen 22 bis 31 geht es dann um den Ursprung der Weisheit. In Versen 22 bis 26 spricht er davon, dass die Weisheit vor den Anfängen der Zeit existierte. Sie existierte schon, bevor irgendetwas geschaffen wurde. In Vers 22 heißt es über die personifizierte Weisheit: „Der HERR besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit.“ Mit anderen Worten ist die Weisheit, die wir wollen, die Weisheit, die so ewig ist wie Gott.

„Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren. Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und die Fluren, die ganze Summe des Erdenstaubes, als er den Himmel gründete, war ich dabei; als er einen  Kreis abmaß auf der Oberfläche der Meerestiefe, als er die Wolken droben befestigte und Festigkeit gab den Quellen der Meerestiefe; als der dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seine Befehle nicht überschritten, als der den Grund der Erde legte, da war ich Werkmeister bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit; ich freute mich auf seinem Erdkreis und hatte meine Wonne an den Menschenkindern.“

Manche sehen darin sogar die Person des Messias. Aber zunächst einmal geht es hier um die Weisheit. Ganz am Ende des Kapitels geht er dann von der Vortrefflichkeit der Weisheit über den Ursprung der Weisheit zum Segen der Weisheit über. Und er sagt in Vers 35: „Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod.“

Dieses wunderbare Kapitel ist also ein umfassender Aufruf zur Weisheit. Jakobus baut also auf diesem Verständnis des Alten Testaments auf. Erinnert ihr euch noch an Kapitel 1,1, wo er an die zerstreuten Juden schrieb? Sie begreifen die Weisheitsliteratur als Teil ihres Erbes. Und sie verstehen den Unterschied zwischen der sinnlosen Weisheit des Menschen, der im besten Falle versucht, ein in sich geschlossenes System aus Moral und Werten und Maßstäben und Verständnis zu entwickeln, das Gott vollkommen ausschließt… und der wahren Weisheit Gottes, die bereits vor den Menschen existierte, und durch die Offenbarung Gottes kommt. Die Wahrheit, die Jakobus euch vermitteln möchte, ist, dass diejenigen, die wahre Weisheit besitzen, auch errettet sind. Göttliche Weisheit ist das Zeichen echter Errettung.

Die Worte des Alten Testaments, die als „Weisheit“ und „weise“ übersetzt werden, chakam und chokmah, werden ungefähr 300 Mal verwendet, davon ungefähr 100 Mal in Sprüche. Und es gibt auch viele Synonyme - das ist ein sehr altes Konzept aus dem Alten Testament. Der Grundgedanke der Weisheit ist nicht die Spekulation der Griechen, wenn diese über Weisheit redeten, sondern der tatsächliche Ausdruck der Lebensweise eines Menschen. Weisheit hatte nichts damit zu tun, etwas geistig zu erfassen, sondern mit dem Verhalten, mit Taten.

Wir werden jetzt eine Überleitung vornehmen. Erinnert ihr euch noch, als ich euch als Hiob 28,28 vorgelesen habe, dass es dort hieß, Gott kennt Weisheit – behaltet diesen Gedanken im Hinterkopf. Der Mensch sucht überall danach und diese Suche wird mit dem Bergbau verglichen. Der Mensch kann sie nicht finden. Gott kennt die Weisheit. Und im letzten Vers heißt es: „Die Furcht des HERRN, das ist“, … was? …, „Weisheit.“ Das müsst ihr wirklich gut verstehen. Das ist der grundlegendste Gedanke in Bezug auf die Weisheit, der es euch ermöglichen wird, das Gesamtkonzept zu verstehen.

Jetzt geht einmal zurück zu Sprüche. Ich möchte euch dort zeigen, wie dieses Konzept der Furcht des Herrn mit der Weisheit in Verbindung gebracht wird. Es ist sehr hilfreich, das zu verstehen. Sprüche 1,7 zum Beispiel: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht!“ „Weisheit“ und „Zucht“ werden in den Sprüchen oft als Synonyme verwendet. Die Furcht des Herrn wird wieder mit der Weisheit in Verbindung gebracht. Vers 29: „Weil sie die Erkenntnis gehaßt und die Furcht des HERRN nicht erwählt haben …“ – auch hier wird die Furcht des Herrn wieder mit Weisheit und Erkenntnis Gottes in Verbindung gebracht.

Kapitel 2,5: „Dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen. Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“ Auch hier werden Erkenntnis, Einsicht und Weisheit wieder mit der Furcht des Herrn in Verbindung gebracht.

Kapitel 8,12; in diesem Kapitel wird die Weisheit durchgängig personifiziert: „Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und gewinne die Erkenntnis wohldurchdachter Pläne. Die Furcht des HERRN bedeutet, das Böse zu hassen.“ Auch hier sind die Furcht des Herrn und Weisheit wieder miteinander verbunden.

Geht jetzt einmal zu Kapitel 9 und zu einem sehr vertrauten Text in Vers 10: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht.“ Wenn wir einen Vergleich zwischen diesen beiden ziehen können, kommen wir einem sehr wichtigen Gedanken näher. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit. Die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht. Wenn Weisheit und Einsicht Parallelen sind, dann sind die Furcht des Herrn und die Erkenntnis des Heiligen Parallelen. Habt ihr das bemerkt? Gott zu kennen und Gott zu fürchten ist dasselbe. Denn Gott wahrhaftig zu kennen bedeutet, Gott zu fürchten, und wir fürchten Gott dann wirklich, wenn wir Gott kennen.

Ich möchte noch etwas zu Kapitel 15,33 sagen: „Die Furcht des Herrn ist die Schule der Weisheit.“ Legt eure Bibeln jetzt einfach einen Moment zur Seite und denkt gemeinsam mit mir nach, okay? Die Weisheit ist untrennbar mit der Furcht Gottes verbunden. Dem können wir nicht entgehen. Sie ist untrennbar mit der Furcht Gottes verbunden. Was bedeutet es, Gott zu fürchten? Es ist ein ehrfürchtiges Vertrauen, ein ehrfürchtiges Vertrauen. Um es ganz einfach auszudrücken, Leute, ist das einfach eine Art und Weise, errettenden Glauben zu beschreiben. Habt ihr das verstanden? Weisheit fängt damit an, dass wir unser ehrfürchtiges Vertrauen in den wahren Gott setzen. Seht ihr das? Wenn ein Heiliger aus dem Alten Testament evangelisieren wollte, hätte er vielleicht einfach „Fürchte Gott“ gesagt. Richtig? Fürchte Gott.

Selbst im Neuen Testament wird das in Apostelgeschichte 10,22 bekräftigt, wo es um einen Mann namens Cornelius geht, einen Hauptmann, der mit welchen Worten beschrieben wird? Gerecht und … könnt ihr euch noch an den nächsten Ausdruck erinnern? Ein gottesfürchtiger Mann. Was bedeutet das? Es bedeutet, er war ein bekehrter Heide. Es bedeutet, er war ein bekehrter Heide. Er hatte rettenden Glauben. In Apostelgeschichte 17,17 argumentierte Paulus in der Synagoge von Athen mit den Juden und den Gottesfürchtigen. Wer waren die Gottesfürchtigen? Gläubige Nichtjuden. Sie wurden als „Gottesfürchtige“ bezeichnet. Warum? Weil die Furcht Gottes im wahrsten Sinne das Äquivalent errettenden Glaubens war. Es war ehrfürchtiges Vertrauen, ein ehrfürchtiger Respekt, Glaube, der in den lebendigen und wahren Gott gesetzt wird.

Wenn ihr also im Alten Testament lest, dass Menschen aufgefordert werden, Gott zu fürchten, oder selbst im Neuen Testament, oder wenn die Furcht Gottes mit Weisheit gleich gesetzt wird, dann bedeutet das, ihr könnt nicht einmal damit beginnen, weise zu sein, bevor ihr nicht zuvor bekehrt wurdet, errettet wurdet. Die Furcht des Herrn war die Einleitung zu einem Leben des Glaubens und Vertrauens. Solange ein Mensch mit der Art von Weisheit existierte, die wir in Prediger sehen, oder solange – wie Jakobus es ausdrückt -  der Mensch mit irdischer Weisheit zufrieden ist, das ist Weisheit, die auf das Seelische oder Natürliche begrenzt ist, die also aus dämonischen Quellen kommt statt von Gott, solange kann er Gott nicht kennen und Weisheit nicht kennen. Richtige Furcht Gottes war äquivalent dazu, sein Leben richtig und ehrfürchtig Gott anzuvertrauen.

Und das ist ein so grundlegender Gedanke. Weisheit beginnt mit der Erkenntnis Gottes. Und erst damit erhält das Leben einen Sinn. Ich wünschte ich hätte die Zeit, das gesamte Buch der Sprüche zu studieren. Ich habe die Sprüche viele Jahre lang für Jüngerschaftstraining verwendet. Wenn ich kleine Gruppen von Männern einem Jüngerschaftsprogramm unterziehe und ihnen im Laufe der Jahre eine Art Vorbild für geistliches Wachstum gebe, haben wir sehr oft das ganze Buch der Sprüche durchgearbeitet und die Weisheit und Furcht des Herrn untersucht. Da steht so viel darüber drin. Damit beginnt tatsächlich eine Lebensweise des Vertrauens, des Glaubens, der Unterordnung, des Gehorsams, der Zustimmung zu dem Wort, dem Willen und der Weisheit Gottes. Aber das alles beginnt mit errettendem Glauben. Ein Mensch setzt seinen Glauben in Gott – das ist so gut, wie ihn zu fürchten. Und dann eröffnet sich zum Beispiel, laut Sprüche 3,18, ein Baum des Lebens. Mit anderen Worten wird das ganze Leben von Weisheit kontrolliert. Es heißt, die Weisheit ist ein Baum des Lebens für diejenigen, die sie ergreifen.

Und wenn ihr euer ehrfürchtiges Vertrauen in Gott setzt, wird die Weisheit buchstäblich die Quelle eures Lebens und ihr lebt für die Weisheit Gottes.

Um es einfach auszudrücken, wenn ihr euer Vertrauen in Gott setzt, kommt ihr dem Einhalten seiner offenbarten Weisheit ebenfalls einen Schritt näher, nicht wahr? Darum geht es im Leben eines Christen. Die Fülle des Lebens: In Sprüche 10,27 heißt es sogar, dass die Furcht des Herrn das Leben verlängert, sie ermöglicht uns ein volles und reiches und bedeutsames Leben, das nicht aufgrund irgendwelcher bösen Taten vorzeitig beendet wird. In Sprüche 14,27 ist die Furcht des Herrn eine Quelle, durch die man die Fallstricke des Todes meidet. Seht ihr, die Furcht des Herrn ist dasselbe wie Errettung, sie wird unser Leben, die Quelle unseres Lebens, die Erweiterung unseres Lebens. Sie veranlasst uns dazu, den Tod zu meiden.

In Sprüche 19,23 heißt es: „Die Furcht des HERRN dient zum Leben“, seht ihr. Geistliches Leben, das Leben Gottes, ein erfüllendes Leben – ein wunderbarer Gedanke, eine wunderbare Wahrheit. Kapitel 22,4: „Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben.“

Versteht ihr das jetzt so langsam? Die Furcht des Herrn ist der Zugang zur Weisheit. Die Furcht des Herrn führt uns zur Weisheit, was wiederum unser Leben wird. Sie verlängert unser Leben, sie erfüllt unser Leben, sie bereichert unser Leben, sie ist unser Leben. Das bedeutet, die Furcht des Herrn ist gleichbedeutend mit rettendem Glauben, der uns den beständigen Fluss der Weisheit Gottes eröffnet, in der wir wandeln und gehorchen. Es ist eine wunderbare und reiche Wahrheit. Ganzheit des Lebens, bedeutsame Strukturen im Leben, echte Werte im Leben, die Bedeutung von allem ist mit der Weisheit Gottes verknüpft und nur die Weisheit Gottes kann uns wahre Werte, wahre Führung, wahre Unterweisung, wahre Perspektiven bieten und sie kommt zu jenen, die Gott fürchten, die also in ehrfürchtigem Vertrauen und Glauben zu ihm kommen und an ihn glauben und ihm ihr Leben geben. Wenn wir ihn lieben, wenn wir ihm treu vertrauen, dann werden wir in ein Leben der Weisheit eingeführt. Ein Leben, das sich durch die Furcht des Herrn auszeichnet, ist also ein Leben, das in Weisheit geführt wird. Und ein Leben, das in Weisheit geführt wird, ist ein Leben des Heils. Diese Dinge sind untrennbar miteinander verbunden.

Weisheit beginnt also mit einer Beziehung zu Gott. Ich glaube, Jakobus geht davon aus. Ich glaube, sein Kontrast zwischen der weltlichen Weisheit und der Weisheit Gottes muss also in erster Linie ein Kontrast zwischen den Nicht-Erretteten und den Erretteten sein, obwohl man sagen muss, dass auch Christen leider mit viel menschlicher Weisheit agieren. Die Weisheit Gottes und die Furcht des Herrn führen, meiner Meinung nach, zu Gehorsam. Der Gedanke, der sich hier hinter verbirgt, ist, dass ihr, wenn ihr den Herrn fürchtet, euch ihm verpflichtet und euch dann seiner Weisheit unterordnet. Wir sind nicht so gehorsam, wie wir es sein sollten, aber das Schema unseres Lebens verändert sich von absolutem Ungehorsam gegenüber Gottes Weisheit zu einem gefolgsamen Herz, das sich unterordnet; doch diese Unterordnung wird aufgrund unseres Zustandes als Menschen oft durch Ungehorsam durchbrochen.

Hört euch einmal Psalm 111,10 an, das ist genau dieselbe Aussage wie in Sprüche 9,10: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit.“ Aber jetzt hört einmal auf den nächsten Teil: „Sie macht alle einsichtig, die sie befolgen.“ Hier geht es um Folgendes: Wenn ich erst einmal in ehrfürchtigem Vertrauen und Glauben vor Gott gekommen bin und etabliert habe, dass ich ihn auf angemessene Weise fürchte, dann achte ich ihn voller Ehrfurcht und verpflichte mich dann, seine Gebote zu befolgen. Jesus sagte dasselbe. Wenn ihr mich liebt, werdet ihr was tun? Meine Gesetze einhalten. Nichts Anderes. Johannes sagte in 1. Johannes genau dasselbe. Was bedeutet eure Behauptung schon, wenn ihr nicht gehorsam seid? Errettender Glaube war und ist gehorsamer Glaube. Folgt mir also, jetzt.

Ihr wollt wahre Weisheit? Wahre Weisheit kommt nur von Gott. Ihr wollt wahre Weisheit von Gott? Die erhalten nur diejenigen, die ihn fürchten. Ihr wollt ihn fürchten? Dann vertraut ihm euer Leben an und das Ergebnis wird sein, dass ihr seiner Autorität untersteht und ihr seine Weisheit erhaltet und darauf mit Gehorsam reagiert.

Ich möchte das Wesen der Errettung noch ein wenig genauer definieren, nach dem Vorbild der alttestamentlichen Diskussion der Weisheit. Hört euch noch einmal Hiob 28 an, das ich euch vorhin vorgelesen habe: „Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit“, und jetzt hört euch einmal die logische Konsequenz an, „und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!“ Einsicht gleicht Weisheit, das Abweichen vom Bösen gleicht der Furcht des Herrn.

Jetzt lasst uns all das zusammenbringen. Die Furcht des Herrn beinhaltet, seine Gebote zu befolgen, sich vom Bösen abzuwenden. Seht ihr das? Die Furcht des Herrn beinhaltet ehrfürchtiges Vertrauen und Respekt, Unterordnung und Gehorsam und ein Abwenden vom Bösen. In Sprüche 8,13 ist das so eindeutig, dass man es nicht übersehen kann. Wir haben bereits festgestellt, dass die Furcht des Herrn gleichbedeutend mit errettendem Glauben ist. „Die Furcht des HERRN bedeutet, das Böse zu hassen; Stolz und Übermut, den Weg des Bösen und einen verkehrten Mund hasse ich.“ Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter. Die Furcht des Herrn bedeutet, ehrfürchtiges Vertrauen in ihn zu setzen. Eine Begleiterscheinung der Furcht des Herrn ist, dass wir seine Gebote befolgen, uns vom Bösen abwenden und dann was tun? Das Böse hassen. Es scheint mir, als sei das die Dynamik, die in der Seele desjenigen am Werk ist, der Gott wirklich fürchtet. Das ist es, was wahre Errettung beinhaltet. Die Weisheit kam durch die Furcht Gottes. Und Gott zu fürchten beinhaltet ehrfürchtigen, Gott fürchtenden Glauben und Vertrauen, die Bereitschaft, sein Wort zu befolgen, sich vom Bösen abzuwenden und das Böse zu hassen.

Ich glaube, es gibt noch sehr viel mehr, das wir unter die Lupe nehmen könnten, aber ich glaube, dass wir hier im Alten Testament die Essenz rettenden Glaubens in Verbindung mit Weisheit und der Furcht des Herrn sehen. Das unterscheidet sich etwas vom Neuen Testament. Glaubt, glaubt, tut Buße … richtig? … wendet euch von der Sünde ab, bekennt Jesus als Herrn und befolgt sein Wort und mit einem neuen Herzen hassen wir das Böse. Paulus sagt, selbst wenn ich sündige, hasse ich es, nicht wahr? Ich tue, was ich nicht tun will, und was ich tun will, tue ich nicht. Das ist es also, was hinter der Aussage von Jakobus steckt.

Ich möchte gerne versuchen, das auf eine persönliche Ebene zu übertragen. Nehmt zum Beispiel einen Menschen wie Abraham. Abraham setzte ehrfürchtiges Vertrauen in Gott, er fürchtete den Herrn. Er fürchtete den Herrn mit einem so starken und vertrauensvollen Glauben, dass er ihm bereitwillig gehorchte, selbst als es darum ging, seinen eigenen Sohn zu opfern. Die Furcht Abrahams vor Gott war zweifelsohne eine gehorsame Furcht. Er wusste auch, dass sein Sohn als Opfer dargebracht werden sollte und der einzige Zweck für ein Opfer war als Symbol der Sühne wofür? Sünde. Abrahams Bereitwilligkeit, seinen Sohn Isaak zu opfern, demonstriert für uns also auf sehr reelle Weise die wahre Furcht Gottes - ein Vertrauen darauf, dass Gott seinen Bund nicht verletzen würde, selbst wenn er Abrahams Sohn von den Toten wieder auferwecken musste, wie es im Hebräischen heißt; die Bereitschaft, um jeden Preis gehorsam zu sein, und die Anerkennung, dass Sünde Sühne erfordert und dass sein eigener Hass auf die Sünde für ihn schwerwiegend genug war, um seinen Sohn als Opfer darzubringen, sofern dieser Sohn auf irgendeine merkwürdige und bizarre Weise, die ihm unbekannt war, ein Opfer für Sünde sein konnte.

Die Furcht des Herrn wird noch prominenter, wenn wir zum Zeitalter von Moses kommen. Ich habe in 2. Mose über die Hebammen gelesen. Ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert. In 2. Mose 1,17 heißt es: „Aber die Hebammen fürchteten Gott.“ Infolgedessen vermehrte das Volk sich und wurde sehr stark. In Vers 20 heißt es: „Und Gott segnete die Hebammen […] und es geschah, weil die Hebammen Gott fürchteten.“ Etwas später, in Kapitel 14, stellen wir fest, dass die Leute Gott zur Zeit des Auszugs aus Ägypten fürchteten, und wenn diese Furcht in ihnen geblieben wäre, so hätte sie sie, laut 2. Mose 20,20, davon abgehalten zu sündigen. Solange ihr Gott fürchtet, werdet ihr davor zurückschrecken, zu sündigen. Die Menschen, die Gott wahrlich fürchteten, befolgten Gott und hassten die Sünde.

Der Höhepunkt der Heilsterminologie im Alten Testament scheint also mit diesem Gedanken der Furcht des Herrn verknüpft zu sein. Um das noch einmal auf den Punkt zu bringen, möchte ich mit euch 5. Mose Kapitel 4 betrachten. Vergesst nicht, dass wir hier quasi ein kurzes Bibelstudium betreiben und alles zusammenbringen werden und ich bin überzeugt davon, wenn wir dann zu Jakobus 3 kommen – was wahrscheinlich nächste Woche der Fall sein wird -, dann wird sich das uns sehr einfach eröffnen, weil wir den Hintergrund verstehen. Aber in 5. Mose, was natürlich eigentlich der Höhepunkt ist, wo Gottes Gesetz auf moralischer Ebene festgelegt wird, finden wir eine sehr interessante Betonung. Kapitel 4,10: „An dem Tag, als du vor dem HERRN, deinem Gott, standest am [Berg] Horeb, als der HERR zu mir sprach: ‚Versammle mir das Volk, damit ich sie meine Worte hören lasse, und damit sich mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und damit sie auch ihre Kinder unterweisen …‘“ Ihr fürchtet mich und ihr lehrt eure Kinder, mich zu fürchten. Was ist das? Das ist rettender Glauben, das ist ehrfürchtiges Vertrauen.

Er sagt hier nicht: „Ich will, dass ihr ständig in Panik seid. Ich will, dass ihr jeden Moment voller Terror lebt, dass ich euch wahrscheinlich vernichten werde.“ Nein, und ihr sollt eure Kinder lehren, mit derselben Furcht zu leben. Nein. Das hier ist eine Art von Furcht, die rettender Glaube, die ehrfürchtiges Vertrauen ist.

Kapitel 5,26: „Denn wer von allem Fleisch könnte die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer reden hören, wie wir, und am Leben bleiben?“ Das ist eine gesunde Furcht. „Tritt du hinzu und höre alles, was der HERR, unser Gott, reden wird; und du sollst uns alles sagen, was der HERR, unser Gott, zu dir reden wird; und wir wollen darauf hören und es tun! Als aber der HERR den Wortlaut eurer Rede hörte, die ihr mit mir redetet ...“ und so weiter. Mit anderen Worten hatten die Leute eine gesunde Furcht vor Gott, einen ehrfürchtigen Respekt vor Gott und sie wussten definitiv, dass er ein Gott war, der die Sünde hasste.

Kapitel 6 ab Vers 1: „Und dies ist das Gebot, die Satzungen und die Rechtsbestimmungen, die der HERR, euer Gott, euch zu lehren geboten hat, daß ihr sie tun sollt in dem Land, in das ihr zieht, um es in Besitz zu nehmen“, hier spricht Moses,  „daß du den HERRN, deinen Gott, fürchtest und alle seine Satzungen und Gebote hältst, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder alle Tage deines Lebens, damit du lange lebst.“ Das ähnelt einigen Aussagen in den Sprüchen sehr.

Vers 13: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören. Und ihr sollt nicht anderen Göttern nachfolgen, unter den Göttern der Völker, die um euch her sind – denn der HERR, dein Gott, der in deiner Mitte wohnt, ist ein eifersüchtiger Gott.“ Vers 24: „Und der HERR hat uns geboten, alle diese Satzungen zu halten, daß wir den HERRN, unseren Gott, fürchten und es uns gut geht alle Tage und er uns am Leben erhält.“ Ihr seht, dass Segen, langes Leben und alles an die Furcht des Herrn, an richtigen Glauben an ihn geknüpft sind.

Kapitel 8,6: „Und bewahre die Gebote des HERRN, deines Gottes, daß du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest!“ -  ihm vertraust, an ihn glaubst, ihm dein Leben widmest. Kapitel 10,12: „Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott von dir?“ Hier kommt die Zusammenfassung der ganzen Sache. Was fordert Gott? „Als nur, daß du den HERRN, deinen Gott, fürchtest“, das bedeutet euer Vertrauen in ihn zu setzen, „daß du in allen seinen Wegen wandelst“, das ist Gehorsam, „und ihn liebst“, das ist eure innere Einstellung, „und dem HERRN, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des HERRN und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst?“

Da steht es. Den Herrn fürchten … den Herrn fürchten bedeutet, Vertrauen in Gott zu setzen, rettenden Glauben, vertrauensvollen Glauben, der zu einem Leben des Gehorsams führt. Kapitel 13, Vers 5: „Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhängen.“ So geht es immer weiter. Kapitel 14 – ich möchte nicht an unserem eigentlichen Thema vorbeireden, aber ich möchte, dass ihr versteht, wie umfassend das ist. Kapitel 14,23: „Und du sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an dem Ort, den er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, den Zehnten deines Korns, deines Mosts, deines Öls und die Erstgeborenen von deinen Rindern und Schafen, damit du lernst, den HERRN, deinen Gott, allezeit zu fürchten.“

Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass es eine anfängliche Furcht Gottes gibt, wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen. Und dann lernen wir ständig und immer mehr, damit wir ihn immer weiter fürchten. Das ist keine einmalige Sache, sondern eine Lebensweise.

Kapitel 17,19: „Und dieses soll bei ihm sein, und er soll darin lesen alle Tage seines Lebens, damit er lernt, den HERRN, seinen Gott, zu fürchten, damit er alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen bewahrt und sie tut.“ Jeder, der eine Führungsposition innehat, der die Aufgabe eines Königs hat, soll in Gottes Wort belesen sein und Gott fürchten.

Und dann sind da nur noch ein paar mehr. Ein Vers ist in Kapitel 28,59, eine wunderbare Aussage: „Wenn du nicht darauf achten wirst, alle Worte dieses Gesetzes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind, so daß du diesen herrlichen und furchtgebietenden Namen, den HERRN, deinen Gott, fürchtest …“ Im nächsten Vers heißt es, wenn du das nicht tust, wird der Herr kommen und dich mit Plagen treffen.

Und ein letzter Vers in Kapitel 31,12: „Versammle das Volk, Männer und Frauen und Kinder, auch deinen Fremdling, der in deinen Toren ist, damit sie es hören und lernen, damit sie den HERRN, euren Gott, fürchten und darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu befolgen.“ Ich denke, ihr habt das jetzt verstanden, oder?

Ich wollte euch einen umfassenden Hintergrund geben, damit ihr das wirklich versteht. Wenn wir über die Furcht des Herrn reden, meine Lieben, reden wir nicht von irgendwelchen autogenen Gefühlen, sondern über etwas, das sich daraus ergibt, dass wir den wahren Gott hören und an ihn glauben und unseren Glauben in ihn setzen, was wiederum zu einem Leben des Gehorsams führt - ein Leben, das sich von der Sünde abwendet, das Böse hasst und Gott dient und liebt. Ihr könnt sogar Abschnitte durcharbeiten, die ich in 5. Mose durchgearbeitet habe, und andere Textstellen in Sprüche, und daraus ein großes Gesamtbild erstellen. Die Furcht des Herrn geht Hand in Hand mit der Einhaltung seines Wortes, mit der Befolgung seiner Gebote, mit Gott wohlgefälligem Wandeln, mit dem Dienst an Gott, mit der Liebe zu Gott, mit dem Festhalten an Gott – es ist alles dasselbe. Ihn anzunehmen bedeutet, ihn zu fürchten … das ist der Anfang der Weisheit. Damit beginnt es.

Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen eine Sendung von Phil Donahue gesehen – eine schreckliche Sendung, die wahrscheinlich mehr dazu beigetragen hat, die Moral der amerikanischen Frauen zu verderben als jede andere Sendung, weil sie jeder möglichen Anomalie eine Stimme verleiht. Aber in dieser Sendung sagte er – und er behauptet, wahrlich weise zu sein und artikuliert menschliche Weisheit wahrscheinlich langatmiger als jeder andere Mensch –, er möge keine fundamentalistischen Christen, er wies ausdrücklich auf fundamentalistische Christen hin, und sagte, diese dächten, dass sie grundsätzlich recht hätten. Ich lese nur, was er sagte, nämlich „Sie denken, sie haben recht, und ich hasse ihre Arroganz“ oder irgendetwas Derartiges. Es macht ihm zu schaffen, dass wir denken, wir hätten recht.

Ich wage zu behaupten, dass wir wissen, dass wir recht haben, weil das auf dem Wort Gottes beruht. Er fuhr fort und sagte, er hätte Mühe damit, dass wir der Meinung sind, wir seien die Einzigen, die in den Himmel kommen, weil wir die Einzigen seien, die das wahre Evangelium hätten. Seht ihr, menschliche Weisheit kann das nicht ertragen. Menschliche Weisheit ist sinnlos und wahre Weisheit kommt nur zu denen, die ihr ehrfürchtiges Vertrauen in den lebendigen Gott setzen - natürlich durch Glauben an seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus. Und ohne Christus gibt es keinen Weg, in die wahre Weisheit Gottes eingeführt zu werden. Aber wie ich bereits angedeutet habe, ist das erst der Anfang. Wenn ihr durch die Furcht des Herrn eine Beziehung mit Gott entwickelt, ist das erst der Anfang der Weisheit. Und was geschieht dann für den Rest eures Lebens? Nun, in 1. Johannes lesen wir, dass wir von diesem Zeitpunkt an – wie Jesus im Johannesevangelium versprach – einen von Gott gesandten Lehrer haben werden, der uns lehren wird, und Johannes sagt in seiner Epistel, dass Gott uns alles lehrt, sodass wir es nicht nötig haben werden, dass uns jemand lehrt. Wir brauchen menschliche Weisheit nicht einmal. Wir werden von Gott durch Lehrer unterwiesen, durch den Heiligen Geist und durch das Wort Gottes. Und so beginnen wir ein Leben der Weisheit.

Es ist wirklich erstaunlich, wisst ihr, wie gut jeder Gläubige es schafft, wie fähig er ist und wie überaus leicht es ihm in Wirklichkeit fällt, die Welt zu analysieren. Habt ihr das auch schon festgestellt? Habt ihr jemals Leuten zugehört, die reden und versuchen, Probleme zu lösen, und ihr sitzt da und denkt euch: „Ich weiß die Antwort darauf … ich weiß die Antwort darauf … ich weiß die Antwort darauf“? Sie reden über die Todesstrafe … riesige Debatten über die Todesstrafen. Wenn sie mich nur einfach fragen würden, dann sage ich ihnen die Antwort … wer ein Leben nimmt, der stirbt. So steht es in 1. Mose. Und dann gibt es diese riesigen Debatten um Abtreibung. Ich kenne die Antwort darauf. Und dann die große Debatte darum, ob Homosexualität nur eine alternative Lebensweise ist – und die Leute diskutieren und debattieren das. Ich kenne die Antwort darauf. Es ist eine verdammenswerte Sünde … genauso wie Ehebruch oder Unzucht oder jede andere sexuelle Sünde, Sodomie oder was auch immer. Hier sind wir also, nicht viele Vornehme, nicht viele Mächtige, und wir sind quasi, wie Paulus von sich selbst sagte, der Bodensatz der Welt, aber wir haben alle Antworten.  Das liegt daran, dass wir durch die Furcht des Herrn, durch unser ehrfürchtiges Vertrauen in Gott, in die Weisheit Gottes eingeführt wurden – er bewirkte das durch seine Gnade, das ist kein Akt, den der Mensch alleine vollbringen kann, es ist ein Werk Gottes, das souveräne Werk Gottes. Er bekehrte unsere Herzen - weg von der Sünde und hin zu ihm, wir haben ihm vertraut und wurden in die Dimension eingeführt, in der göttliche Weisheit existiert, und jetzt schlagen wir das Wort Gottes auf und es enthüllt uns die Wahrheit.

Lawrence E. Toombs schrieb in seinem Buch Old Testament Theology and the Wisdom Literature – das ist nicht wirklich ein Buch, sondern ein Artikel in The Journal of Bible and Religion: „Weisheit findet sich bei Gott und nirgendwo sonst, und sofern die Suche nach Weisheit einen Menschen nicht in Ehrfurcht und Verehrung auf die Knie bringt und er seine eigene Hilflosigkeit erkennt, sich selbst weise zu machen, so wird Weisheit für ihn immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben.“ Es ist so wunderbar, wenn sich einem Gottes Wort offenbart, nicht wahr? Die Weisheit Gottes zu haben.

Übrigens, in Lukas 11,49 wird das Wort Gottes als „Weisheit Gottes“ bezeichnet, wusstet ihr das? Und der Heilige Geist wird in Jesaja 11,2 als „Geist der Weisheit“ bezeichnet. Wir besitzen also den Geist der Weisheit und die Weisheit des Wortes und sind deshalb weise. Wenn wir Gott erst einmal fürchten und seine Weisheit annehmen, erhalten wir sie kontinuierlich, und der Apostel Paulus sagt – passt jetzt gut auf: „Christus wurde uns zur Weisheit gemacht.“ Ist das nicht eine wunderbare Aussage? Christus wurde uns zur Weisheit gemacht. Er wird uns zur Weisheit … eine gewaltige Wahrheit.

Da wir also Christus besitzen, in dem, nach den Worten von Paulus an die Kolosser, alle Schätze welcher Art verborgen sind? Alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis …da wir ihn also besitzen, besitzen wir die Weisheit Gottes.

Ich möchte jetzt unsere Gedanken für den heutigen Abend kurz zusammenfassen. Die Bibel setzt keinen besonderen Wert auf Weisheit, die auf einem Glaubensbekenntnis beruht oder hochgeistig ist, okay? Nichts ist bekannt, wahrhaft bekannt, nichts wurde wirklich verstanden, wenn es nicht das Leben verändert. Aus diesem Grund ist der Weg der Weisheit der Weg des Gehorsams, und Erkenntnis auf der tiefsten Ebene ist das Ausleben einer persönlichen Beziehung mit Gott. Weisheit bedeutet also, die Wahrheit Gottes in jeder Dimension des Lebens auszuleben. Was für eine wunderbare Realität. Wir haben Zugang zur Dimension der Weisheit erhalten und werden von Gott unterwiesen.

Nun, jetzt sind wir darauf vorbereitet, Jakobus zu studieren. Irgendwann werden wir das tun, aber nicht heute Abend. Ich habe so viel komprimiert, aber ist es nicht wunderbar, innezuhalten und darüber nachzudenken, dass Gott uns seine Weisheit gegeben hat? Was für ein enormes Geschenk. Und hier ist das Wort der Weisheit und der Geist der Weisheit, und wenn der Gläubige das Wort der Weisheit mit dem Geist der Weisheit zusammenbringt, mag er zwar in der Welt nicht weise sein, aber er verfügt über eine Weisheit, die über die weltliche Weisheit hinausreicht. Denn wir verstehen, was der natürliche Mensch nie verstehen konnte, nicht wahr? Was versteht der natürliche Mensch nicht? Die Dinge Gottes, wie es in 1. Korinther 2,14 heißt. Für ihn sind sie Torheit, doch für uns die Weisheit Gottes … wie wunderbar. Wie töricht wäre es doch für einen Gläubigen, der die Weisheit Gottes besitzt, sich selbst zu verderben und gemäß der weltlichen Weisheit zu leben. Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.