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Irdische und himmlische Weisheit, Teil 3 (German)

Jakobus 3:14-18 February 08, 1987 de59-21

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Lasst uns unsere Bibeln heute Abend aufschlagen und Gottes Wort studieren. Ich freue mich auf das, was der Herr heute Abend für uns in Jakobus Kapitel 3 bereithält -Jakobus Kapitel 3, Verse 13 bis 18. Wir haben uns in den letzten beiden Wochen nach besten Kräften bemüht, in diesen Textabschnitt einzusteigen, aber wir mussten uns sehr viel Hintergrundwissen aneignen, das überaus hilfreich für uns war. Jakobus Kapitel 3, lasst uns bei Vers 13 beginnen. Ich werde euch Verse 13 bis 18 vorlesen:

„Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Weisheit kommt. Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische. Denn wo Neid und Selbstsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat. Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig; sie läßt sich etwas sagen, ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“

In diesem wunderbaren Text geht es um Weisheit. Er ist ein Kontrast zwischen irdischer und himmlischer Weisheit. Behaltet bitte im Hinterkopf, dass Weisheit der nächste Test für wahren, errettenden, lebendigen Glauben ist. Jakobus schildert eine Reihe von Tests, anhand derer ein Mensch prüfen kann, ob sein Glaube echt ist. Und das hier steht als Nächstes auf der Liste. Er sagt seinen Lesern, dass diejenigen, die wahrlich errettet wurden, die Gott wirklich kennen, die einen lebendigen Glauben haben, eine bestimmte Art von Weisheit besitzen. Mit anderen Worten wird ihre geistliche Bekehrung in ihrer Weisheit offensichtlich. Weisheit ist der Beweis dafür, was für eine Person wir sind.

Und vergesst nicht, dass Weisheit nicht synonym mit faktischem Wissen ist. Es bedeutet nicht „Informationen.“ Weisheit ist die Anwendung von faktischem Wissen mithilfe göttlicher Macht, um das Leben zu verändern, um Einstellungen zu verwandeln, um unser Verhalten in Gerechtigkeit zu verwandeln. Weisheit ist also nicht das, was ich weiß, sondern wie ich lebe. Wie ich also gemäß der Weisheit Gottes lebe, ist ein Barometer meines geistlichen Zustandes.

Ich habe euch früher schon erzählt, dass Gott keinen Wert auf Weisheit legt, die hochgeistig ist oder nur auf einem Glaubensbekenntnis beruht. Gott legt nur Wert auf Weisheit, die unser Leben verändert. Weisheit in biblischer Hinsicht bezieht sich also auf unsere Lebensweise. Es geht um unsere Lebensweise, unser Verhalten. Wahre Weisheit bedeutet, Gott auf eine Weise zu kennen, die unser Leben verändert, okay? Wahre Weisheit bedeutet, dass unsere Kenntnis Gottes unser Leben verändert und wir das praktisch ausleben.

Letztes Mal haben wir Weisheit aus der Perspektive des Alten Testaments betrachtet, denn das ist die Grundlage für das, was Jakobus schreibt. Er definiert Weisheit hier nicht einmal. Er ist ein Jude, der an Juden schreibt, deshalb setzt er ihr Verständnis des Alten Testaments voraus. Da wir, als Nichtjuden und weit entfernt von diesem jüdischen Kontext, das nicht für uns voraussetzen können, war es nötig, euch ein wenig Hintergrundwissen zu vermitteln. Vergesst nicht, dass im Alten Testaments im Wesentlichen die Furcht des Herrn der Beginn der Weisheit war. Erinnert ihr euch daran? Die Furcht des Herrn ist was? Der Anfang der Weisheit. Weisheit beginnt damit, dass wir den Herrn fürchten. Wir haben euch anhand der Schrift gezeigt, dass die Furcht des Herrn gleichbedeutend mit errettendem Glauben ist. Erinnert ihr euch daran? Den Herrn zu fürchten bedeutet, ehrfürchtiges Vertrauen in ihn zu setzen. Wenn das Alte Testament sagt „Fürchte Gott, fürchte den Herrn“, so ist das ein Aufruf zum Heil, es ist ein Aufruf zu ehrfürchtigem Vertrauen, zu einem Bekenntnis, in dem ein Mensch sich von seiner Sünde abwendet und sich im Glauben Gott zuwendet, das Böse hasst und den Gehorsam liebt. Wir sind all das vor zwei Wochen sehr ausführlich durchgegangen.

Die Weisheit begann also an dem Punkt, an dem jemand durch ehrfürchtigen Glauben und Vertrauen eine Beziehung mit Gott begann – im Alten Testament wurde das als „Furcht des Herrn“ bezeichnet. Erinnert ihr euch noch, wie Cornelius, der ein gläubiger Nichtjude war, genannt wurde? „Gottesfürchtig“, denn das war die Essenz errettenden Glaubens. Sobald ein Mensch also seinen Glauben in Gott gesetzt hat, war das der Beginn eines Lebens der Weisheit. Die Furcht des Herrn war der Anfang der Weisheit. Die Furcht des Herrn bedeutete, sich vom Bösen abzuwenden. Die Furcht des Herrn bedeutete, das Böse zu hassen und Gerechtigkeit zu lieben. Die Furcht des Herrn bedeutete, Gottes Gebote zu befolgen. Und all das ist Teil der Errettung.

Wenn ein Mensch also sein Vertrauen in Gott setzte, wurde er in die Sphäre der Weisheit eingeführt. Und dann wurde er ein Student göttlicher Weisheit, der diese Weisheit auslebte. Wahre Weisheit kommt, wie wir gesehen haben, von Gott. Sie wird demjenigen verliehen, der eine Beziehung zu Gott entwickelt. Und alle von uns, die Gott auf persönliche und innige Weise kennen, haben diese Weisheit von ihm empfangen. Lasst mich das noch einmal wiederholen. Alle von uns, die Gott durch Christus auf persönliche Weise kennen, habe diese Weisheit von Gott empfangen. Und diese Weisheit Gottes offenbart sich im Leben eines wahren Gläubigen. Jeder wahre Gläubige wird die Weisheit Gottes an den Tag legen.

Ich möchte an dieser Stelle Folgendes sagen: Wir werden die Weisheit Gottes offenbaren und wir sollten zunehmend mehr von der Weisheit Gottes offenbaren. Ein wahrer Christ wird den Herrn Jesus Christus lieben und sollte den Herrn Jesus Christus zunehmend mehr lieben. Ein wahrer Christ wird Gott dienen und sollte Gott zunehmend mehr dienen, nicht wahr? Ein wahrer Christ wird gehorsam sein und sollte zunehmend mehr gehorsam sein. Wenn wir also sagen, dass wir gläubig geworden sind, dann haben wir Gottes Weisheit erhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die gesamte Weisheit, die man haben kann, bereits empfangen haben und anwenden. Okay? Die Weisheit Gottes zu offenbaren ist ein wahres Zeichen eines Gläubigen, aber niemand von uns offenbart die Weisheit Gottes im größtmöglichen Ausmaß. Wenn wir also sagen, dies ist das Zeichen eines Gläubigen, können wir auch sagen, dass es ein ermutigender und ermahnender Text ist, um gleichzeitig unsere Hingabe an diese Weisheit zu steigern.

Ich möchte jetzt einen Moment mit euch ins Neue Testament gehen. Im Neuen Testament wird Weisheit auch an den Akt des Glaubens geknüpft. Schlagt zum Beispiel einmal Matthäus Kapitel 7,26 auf. Das ist für jeden, der die Evangelien studiert hat, ein sehr vertrauter Text. Ihr erinnert euch sicherlich, dass es Menschen gibt, die das Wort Gottes hören, aber dabei bleibt es dann auch. Und dann gibt es Menschen, die das Wort Gottes tun, und das sind die wahren Gläubigen, nicht diejenigen, die es nur hören und nicht diejenigen, die nur darüber reden, sondern diejenigen, die es tun. Und dann gibt Jesus eine Illustration davon in Vers 24: „Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit“, was für einer Art von Mann?, „einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf dem Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird“, … was …?, „einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig.“ Hier sehen wir einen Menschen, der nicht errettet wurde, aber sehr religiös ist. Er hat alle religiösen Aufbauten, aber kein Fundament, und er ist ein Narr. Auf der anderen Seite sehen wir hier einen wahrhaft bekehrten Menschen, der das Wort Gottes tut, und das ist was für eine Art von Mensch? Ein weiser Mensch. In den Worten unseren Herrn wird Weisheit hier also mit wahrer Errettung gleichgesetzt. Sie wird mit errettendem, wirksamen Glauben gleichgesetzt.

In Matthäus Kapitel 24,42 lesen wir: „So wacht nun, da ihr nicht wißt, in welcher Stunde euer Herr kommt! Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüßte, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.“ Hier spricht unser Herr. „Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Wer ist nun der treue und“, … was? …, „kluge Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gibt zur rechten Zeit?“ Mit anderen Worten, wer ist der erhobene und weise Knecht? Wer ist das? „Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: ‚Mein Herr säumt zu kommen!‘ und anfängt, die Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.“ Der nicht errettete Narr und der Mann, der bereit ist für die Ankunft des Herrn - was für eine Art Mensch war er? Ein weiser Mensch. Auch hier wird Weisheit wieder mit Errettung gleichgesetzt. Der falsche Gläubige ist untreu und unweise. Der wahre Gläubige ist treu und weise.

In Kapitel 25 spricht unser Herr wieder in der Ölbergpredigt über seine Wiederkunft und erzählt ein Gleichnis über das Reich der Himmel, das wie zehn Jungfrauen sein wird, die ihre Lampen nahmen – und die Lampen repräsentieren übrigens das christliche Bekenntnis. Diese Lampen sind Symbole des Christentums in diesem Gleichnis. Die Jungfrauen zogen aus, um den Bräutigam zu treffen. Sie wollten Christus bei seiner Ankunft treffen. Sie alle hatten ihre Symbole christlichen Glaubens. Aber fünf von ihnen waren … was? … weise und fünf von ihnen waren töricht. Die Törichten nahmen nur ihre Lampen mit, sie hatten ein Glaubensbekenntnis, aber kein ... was? ... kein Öl, das bedeutet keine Realität. Innen war alles leer. Es war alles nur eine äußere Hülle. Es war ein Bekenntnis ohne Bezug zur Realität. Vers 4: „Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen mitsamt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen! Da erwachten alle jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit“, das bedeutet, sie richteten den Docht, damit er funktionierte, „die törichten aber sprachen zu den klugen: ‚Gebt uns von eurem Öl‘“, aber Errettung läßt sich nicht von einem Menschen auf einen anderen übertragen. Und das war nicht möglich. „Aber die klugen antworteten und sprachen: ‚Nein, es würde nicht reichen für uns und für euch. Geht doch vielmehr hin zu den Händlern und kauft für euch selbst.“ Dafür war es offensichtlich zu spät. „Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen. Danach kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen“, ebenso wie in Matthäus 7, „‚Herr, Herr, tue uns auf!‘ Er aber antwortete und sprach: ‚Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.‘ Darum wacht! Denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird.“ Ihr wollt doch sicherlich kein Narr sein, dessen religiöses Bekenntnis jedem Bezug zur Realität entbehrt, sondern wollt vielmehr weise sein und euren christlichen Glauben bekennen, der in der Realität ausgelebt wird. Auch hier wird Weisheit also wieder mit wahrem, errettendem Glauben gleichgesetzt.

Schlagt bitte einmal 1. Korinther 1,23 auf. Auch dort finden wir eine ähnliche Gleichung. Vers 23: „… verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind“, zum Heil berufen sind, und jeder Aufruf in den Episteln ist ein wirksamer Aufruf zum Heil, es geht also um errettete Juden und Griechen, „sowohl Juden als auch Griechen, [verkündigen wir] Christus, Gottes Kraft und“, … was? … „Gottes Weisheit.“ Und es geht weiter, hört gut zu. Wenn ihr Christus annehmt, wird er für euch die Weisheit Gottes. Auch hier wird Weisheit also wieder mit errettendem Glauben gleichgesetzt.

Vers 30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit.“ Wenn ihr Christus annehmt, erhaltet ihr Weisheit. In Kolosser 2 heißt es, ihn ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen, nicht wahr? Und ihr seid voll und ganz in ihm. Wenn ihr also Christus annehmt, erhaltet ihr Weisheit. Diejenigen, die errettenden Glauben in Gott setzen, sind weise. Wenn ihr den Herrn fürchtet, beginnt ihr auf dem Weg der Weisheit.

Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch auf eine weitere Textstelle lenken – 2. Timotheus 3,15. Dort sagt Paulus zu Timotheus: „Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst ...“ Kennt ihr den Rest des Verses? „… welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jeus ist.“ Glaube, der in Christus Jesus ist, macht euch was? Weise. Wahre Weisheit ist also ein typisches Kennzeichen eines erretteten Menschen. Und genau das sagt Jakobus hier. Er sagt, man kann den geistlichen Zustand eines Menschen an seiner Weisheit erkennen. Was für eine Art von Weisheit legen sie an den Tag? Was für eine Art von Weisheit demonstrieren sie? Und er vergleicht falsche Weisheit, in Versen 14 bis 16, mit echter Weisheit, in Versen 17 bis 18.

Lasst uns jetzt Vers 13 betrachten und uns diesen Vers kurz in Erinnerung rufen. Jakobus stellt die Frage:  Wer ist ein weiser Mensch? Es gab zweifelsohne Menschen, die herumstolzierten und von sich behaupteten, weise zu sein. Und wer unter euch ist ein Mensch, der über profundes Wissen verfügt? Wer ist verständig und wer hat echte Weisheit? Dann sagt er Folgendes: „Der zeige es.“ Und er weist auf drei Bereiche hin. Erstens, anhand seines guten Lebenswandeln, das bezieht sich auf sein allgemeines Verhalten. Wenn er ein wahrhaft weiser Mensch ist, der über wahrhaft göttliche und geistliche Einsicht verfügt, wenn er wirklich erlöst ist, dann wird sich das in seinem allgemeinen Verhalten zeigen. Mit anderen Worten, wenn ihr einen solchen Menschen längere Zeit kennt und ihn in den Prüfungen und Bedrängnissen und Notlagen des Lebens erlebt, werdet ihr die Weisheit Gottes anhand des Verhaltens dieses Menschen erkennen.

Zweitens soll er es nicht nur anhand seines allgemeinen Verhaltens, sondern auch anhand seiner Werke zeigen. Das bedeutet spezifische Taten. Diese göttliche Weisheit wird sich nicht nur allgemein offenbaren, sondern auch spezifisch anhand bestimmter Werke. Und dann schließlich eine Einstellung der Demut … eine Einstellung der Sanftmütigkeit. Die Weisheit Gottes sollte sich also, sofern man sie für sich in Anspruch nimmt, im Verhalten, spezifischen Handlungen und unserer Einstellung niederschlagen. Jeder Mensch, der diesen Abschnitt liest und diese Botschaft hört, muss sich selbst ein wenig unter die Lupe nehmen. Weisheit bedeutet, die Kraft und das Wort Gottes in jedem Bereich unseres Lebens zu offenbaren. Wer ist also weise? Derjenige, der es durch sein allgemeines Verhalten, seine spezifischen Taten und seine demütige Einstellung beweist.

Jakobus führt uns jetzt zu dem Text. Zuerst wollen wir in Versen 14 bis 16 falsche Weisheit betrachten. Er beginnt damit, weltliche Weisheit zu betrachten, die nicht von Gott ist. Sie hat keine Beziehung zu Gott. Sie ist Gott gegenüber nicht gehorsam. Sie kennt Gottes Wahrheit nicht. Jakobus gräbt unter der Oberfläche dieser weltlichen Weisheit, um uns etliche Dinge darüber zu sagen.

Erstens die Motivation falscher Weisheit in Vers 14: „Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit.“ Hier erfahren wir also, welche Motivation sich hinter falscher Weisheit verbirgt. Falls ihr für euch selbst eine kleine Gliederung mitschreibt, römisch I ist „Falsche Weisheit“. Buchstabe „a“ darunter ist die Motivation für falsche Weisheit. Hier geht es um das Motiv, denn Vers 14 enthält drei wichtige Worte „in eurem Herzen“. Das ist der Sitz des Motivs. Wie es in Sprüche 4,23 heißt: „Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ Er schaut hier also in die Herzen und sieht dabei, was die Menschen motiviert. Und es gibt zwei Dinge, die hier motivieren. Das Eine ist bitterer Neid und das Zweite ist Selbstsucht. Wir werden diese beiden nur kurz betrachten.

Welche Motive verbergen sich hinter menschlicher Weisheit? Erstens, „bitterer Neid“ oder „bittere Eifersucht“, je nach Übersetzung. Jakobus schreibt also: „Wenn ihr aber bitteren Neid […] habt“, und das Wort „bitter“ bedeutet genau das. Pikron bedeutet im Griechischen „scharf“ oder „bitter“. Es wird für bitteres, nicht trinkbares Wasser verwendet. Das Wort für „Neid“ oder „Eifersucht“ ist zelos. Es wird hier im negativen Sinne verwendet und bedeutet „böser Neid“. Dahinter verbirgt sich der Gedanke von schroffer, bitterer Selbstsucht, die im Prinzip gegenüber allen Anderen Groll hegt.

Mit anderen Worten ist das eine Welt des „Ich“, in der diese Leute leben. Menschen, die falsche Weisheit besitzen, haben ihre eigene Welt. Es ist eine selbst gestaltete Welt. Es ist eine Welt, die sich auf sie selbst bezieht. Und es ist eine Einstellung, die von bitterem Neid geprägt ist, welche sie jedem, der ihre kleine Welt bedroht, entgegenbringen. Sie hegen einen Groll gegen jeden, der ihr Territorium bedroht, der ihre Errungenschaften bedroht, der ihren Ruf bedroht, der droht, sie in ihrem kleinen Eckchen dieser Welt einzuengen. Menschliche Weisheit ist also ich-zentriert und jeder Mensch, der sich nur auf sich selbst konzentriert, hat gewaltige Probleme mit bitterem Neid. Manche gehen damit besser um als andere, aber alle egozentrischen Menschen mit weltlicher Weisheit kämpfen damit. Jeder, der nicht meiner Meinung ist, ist ein unerbittlicher Feind. Jeder, der nicht meiner Meinung ist, ist ein Widersacher. Jeder, der nicht meiner Meinung ist, hat unrecht. Und auf jeden, der nicht meiner Meinung ist und erfolgreich ist, auf den bin ich neidisch, gegen den bin ich bitter.

Und dann steht da noch das Wort „Streit“ [Luther 1984]. Eigentlich ist es „Selbstsucht“, eritheian; das bedeutet eine Art von persönlichem Ehrgeiz, die zu Konkurrenz oder Parteilichkeit oder Antagonismus führt. Auch hier ist es wieder Egoismus. Es ist nur eine andere Art und Weise, sich auf das Ego zu beziehen. Erst beginnt ihr mit bitterem Neid und das schafft dann eine Atmosphäre der Konkurrenz und des Konflikts. Und Selbstsucht ruft Parteilichkeit und Bitterkeit gegenüber Anderen hervor. Dieser Ausdruck für „Selbstsucht“ wurde interessanterweise einst für Frauen verwendet, die man zum Spinnen anheuern konnte. Er wurde für Frauen verwendet, die Garn machten. Und es wurde für Näherinnen verwendet. Irgendwann wurde er für jegliche Arbeit verwendet, die gegen Bezahlung ausgeführt wurde. Und dann änderte sich seine Bedeutung dahin gehend, dass er für alles verwendet wurde, was jemand tat, um persönlich eine Befriedigung dadurch zu erlangen. Der Ausdruck hielt Einzug in die Politik und wurde von Leuten verwendet, die selbstsüchtig nach hohen politischen Ämtern strebten, die ihre Ziele um jeden Preis erreichten, egal, was sie anderen Menschen antun mussten, um dorthin zu gelangen.

Einfach ausgedrückt sagt Jakobus, Weisheit, die nicht von Gott kommt, ist egoistisch, egozentrisch und besessen davon, das eigene Ego zu befriedigen. Das Ziel solcher Weisheit ist es, persönliche Erfüllung um jeden Preis zu erreichen. Das ist das Ziel der humanistischen Denkweise. Das ist das Ziel der humanistischen Soziologie und Psychologie. Es ist das Ziel alles materialistischen, menschlichen Bestrebens – persönliche Erfüllung, egal was es kostet – das ist typisch für ein nicht errettetes, nicht erlöstes Herz. Es gibt keine Selbstlosigkeit, keine Demut, keine demütige Liebe für einen Anderen. Um es mit den Worten von 1. Johannes auszudrücken, es gibt keine Liebe füreinander. Stolze, egoistische, auf sich selbst fokussierte und zentrierte Motive für das ganze Leben; Menschen, die für ihren persönlichen Gewinn arbeiten, für ihre persönliche Erfüllung und ihre Selbstverherrlichung zeigen Zeichen der falschen Weisheit dieser Welt, die nicht von Gott kommt, und sie zeigen die Abwesenheit göttlicher Weisheit, also die Abwesenheit einer Beziehung mit Gott. Jakobus sagt, wenn euer Motiv für das Leben so hochmütig, lieblos und egozentrisch ist, dann – achtet bitte auf Vers 14 - hört auf, euch hochmütig zu rühmen. Das bedeutet „rühmt euch nicht“. Hört auf, euch hochmütig zu rühmen. Womit prahlen sie? Sie rühmen sich, sie hätten … was? … die Weisheit von … wem? … Gott. Er sagt hier, wenn ihr herumlauft und euch rühmt, ihr hättet die Weisheit Gottes, aber euer Leben zeichnet sich durch Hochmut, Lieblosigkeit und Egoismus aus, dann hört auf, hochmütig zu prahlen. Hört auf damit. Hört auf, zu behaupten, ihr besäßet eine Weisheit, die ihr nicht auslebt, denn ihr lügt gegen das, was offensichtlich die Wahrheit ist, sagt er am Ende von Vers 14.

Mit anderen Worten, geht zu Vers 13 zurück. Jakobus sagt, wenn ihr Weisheit habt, zeigt sie. Wenn ich euer Leben unter die Lupe nehme und sehe, dass ihr ausschließlich von Egoismus, Selbstsucht, Hochmut und Selbstverwirklichung getrieben werdet, dann hört doch endlich auf, euch zu rühmen, ihr besäßet die Weisheit Gottes; Tatsache ist, dass ihr lügt und dem widersprecht, was offensichtlich wahr ist. Hört auf, etwas für euch in Anspruch zu nehmen, was ihr nicht habt. „Die Wahrheit“, dieser kurze Ausdruck, bezieht sich zweifelsohne auf das Evangelium … die Wahrheit, das errettende Evangelium. In Kapitel 1,18 stand: „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit.“ Das Wort der Wahrheit. Kapitel 5,19: „Wenn jemand unter euch abirren würde von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn“, verknüpft die Wahrheit wieder mit dem Evangelium. Er sagt hier also, vielleicht lauft ihr umher und behauptet, ihr hättet Gottes Weisheit, aber wenn euer Leben von eurer Selbstsucht, von euren eigenen egoistischen Wünschen angetrieben wird und euere Motive bitterer Neid und Eifersucht sind, dann ist es egal, was ihr behauptet, dann solltet ihr lieber aufhören, so arrogant zu prahlen, denn ihr lügt dem Evangelium ins Gesicht. Hochtrabende Behauptungen, göttliche Weisheit zu besitzen, sind nicht überzeugend, wenn sie aus einem Herzen kommen, das vollkommen von Eifersucht und Selbstsucht getrieben wird. Eine Person, die vom Bösen motiviert wird, die arrogant, egoistisch, selbstverherrlichend und eifersüchtig ist, lügt der Wahrheit ins Angesicht, wenn sie behauptet, die Weisheit Gottes zu besitzen.

Jakobus sagt also: „Lebt keine Lüge. Seid ehrlich.“ Und er fordert uns hier eigentlich auf, zu erforschen, wie es um unser Herz bestellt ist, nicht wahr? Er sagt: „Nehmt euch unter die Lupe. Was motiviert euch? Was motiviert euch? Betrachtet euer Herz. Seid ihr durch das motiviert, was Gott ehrt? Seid ihr durch Liebe für andere motiviert? Seid ihr durch Demut motiviert? Seid ihr durch Selbstlosigkeit motiviert? Oder seid ihr auf einem riesigen Egotrip, um eure eigenen Gelüste zu befriedigen?“ Es gibt keinen Charakterzug, der einen nicht erlösten Menschen mehr auszeichnet als die vollkommene Beherrschung durch Hochmut und das Ego. Das ist das Wesen der Sache. Und es gibt nichts, das für einen erlösten Menschen mehr charakteristisch ist, als dass er nicht mehr vollkommen von sich selbst beherrscht wird.

In Vers 14 sehen wir also das Motiv. Wie steht es mit den Charakteristiken falscher Weisheit? Lasst uns zu dem zweiten Punkt unter falscher Weisheit gehen. Zuerst kam das Motiv, jetzt kommen die Charakteristiken. Wie sieht falsche Weisheit aus? In Vers 15 sagt er über diese Weisheit, diese Weisheit, die nicht vom Himmel kommt, diese Weisheit, die nicht von Gott ist: „Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt.“  Welche Weisheit? Die Weisheit, die bitter ist, die eifersüchtig ist, die selbstsüchtig ist, die egoistisch und egozentrisch ist, Weisheit ohne Demut, ohne Liebe, der andere Menschen egal sind, die nur von ihren eigenen Begierden besessen ist … diese Weisheit kommt nicht von oben.

Was meinen wir noch einmal mit „Weisheit“? Lebensweise … diese Art von Denkweise, Handlungsweise, Verhalten und Einstellung stellt eine Art der Weisheit dar, die nicht von oben herabkommt. Was bedeutet das? Sie kommt nicht von wem? Gott. Sie qualifiziert sich nicht als „göttlich“. Wahre Weisheit kommt von Gott. Wir haben übrigens genügend Schriftstellen angesehen, um das abzudecken, aber ich möchte euch noch einmal an Jakobus 1,5 erinnern: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von“, … wem? …, „Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.“ Gott ist die Quelle der Weisheit. Vers 17: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“ Gott ist also die Quelle der Weisheit. Er gibt sie denen, die ihn darum bitten, wie er alle guten Gaben gibt. Weltliche Weisheit, die Weisheit des Menschen, wie Paulus sie in 1. Korinther 1 und 2 nennt, ist nicht von Gott. Sie ist nicht von Gott. Sie ist egoistisch und selbstsüchtig.

Er gibt uns jetzt drei Worte, mit denen er falsche Weisheit beschreibt. Erstens ist sie irdisch. Zweitens ist sie seelisch [oder fleischlich]. Drittens ist sie dämonisch. Das sind drei sehr interessante Ausdrücke. Habt ihr je in der Schrift oder irgendeinem Buch gelesen, dass der Gläubige drei Feinde hat? Was sind die drei Feinde des Gläubigen? Die Welt, das Fleisch und der Teufel. Habt ihr hier die Parallelen bemerkt? Die Weisheit, die nicht von oben kommt, ist erstens … was? … irdisch – das ist die Welt; zweitens sinnlich – das ist das Fleisch; drittens dämonisch – das ist der Teufel. Das ist eine Charakterisierung der menschlichen Weisheit, die Gott ausschließt.

Zuerst einmal, was meinen wir mit „irdisch“? Das Wort bedeutet genau das. Was das Ausmaß angeht, beschränkt es sich auf die Sphäre der Zeit und des Raums. Es kann nicht aus seinem Käfig ausbrechen. Der Mensch befindet sich in diesem kleinen Kästchen – einem Kästchen der Zeit und des Raums. Draußen ist Gott und die ganze ewige Wahrheit; der Mensch kommt aus seinem kleinen Kästchen nicht heraus, er stößt oben, unten, rechts und links an den Rand an, aber er schafft es nicht hinaus. Sein Denken schließt jegliche geistliche Erleuchtung aus. Er steigt nie über das Niveau der materiellen Welt hinaus. Er befindet sich in einem geschlossenen System und ist eingesperrt. Alle Schlussfolgerungen, zu denen er kommt, sind Teil seines selbst konzipierten Systems. Er ist erdgebunden. Deshalb zeichnet sich all seine Weisheit durch den Fluch seines eigenen gefallenen Zustandes aus, und dieser Fluch ist in erster Linie sein Hochmut und seine Selbstsucht.  Alles, was die Welt ausspuckt und alles, was sie hervorbringt, ist deshalb zunehmend selbstsüchtiger. Ist euch das schon einmal aufgefallen? Tut, was euch gefällt … macht, was ihr wollt … selbst Burger King folgt diesem Trend, aber das ist der typische Geist der nicht erlösten Menschheit … befriedigt eure eigenen Bedürfnisse, eure eigenen Gelüste, tut, was ihr wollt, lasst niemanden in eure kleine Privatsphäre eindringen. Dieses endliche System nicht erlöster Menschen, die Gott nicht kennen, verlangt irdische Weisheit und nicht mehr. Alles beschränkt sich auf die Korruption des menschlichen Systems. Sie durchdringt seine Philosophie, seine Bildung und jede Dimension seines Lebens.

Zweitens, sagt Jakobus, ist diese Weisheit seelisch. Das griechische Wort dafür ist psuchike, das bedeutet „fleischlich“. Das bezieht sich auf das Leben eines Menschen, auf sein Fleisch, seine Menschlichkeit, seine Gebrechlichkeit. Was immer auch zum Leben der natürlichen Welt gehört, damit hat psuchike zu tun. In 1. Korinther 2,14 heißt es, der psuchikos Mensch, „der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was“, ... wovon? ..., „vom Geist Gottes ist“. Er ist sinnlich. Alle seine Gefühle, Impulse und sein Appetit sind wieder eingeschlossen in einem in-sich-geschlossenen, gefallenen und korrupten System. Aus dem nicht erretteten Herzen und dem nicht erlösten Geist bringt der Mensch seine gesamte menschliche Weisheit hervor. Sei es Soziologie oder Psychologie oder Philosophie oder Pädagogik oder was auch immer – der Mensch versteht den Menschen, die Probleme des Menschen und die Lösungen dafür aus einer rein humanistischen, fleischlichen, sinnlichen Perspektive.

Das ist die Weisheit der Welt. Sie ist erdgebunden. Sie ist beschränkt auf die Sphäre der Zeit und des Raums und den gefallenen Zustand einer korrupten Menschheit. Zweitens ist sie bestenfalls eine Reflexion seiner Menschlichkeit, seiner Fleischlichkeit, seines sinnlichen Charakters. Das heißt, sie erhebt sich nicht über seine körperlichen Impulse.

Drittens ist sie dämonisch. Das ist das Adjektiv, das sich von „Dämon“ ableitet. Dies ist die einzige Stelle im gesamten Neuen Testament, wo dieses Wort als Adjektiv auftaucht. Und es bedeutet „dämonisch“. Das bedeutet, das menschliche Weisheit – obwohl sie das Maximum ist, das der Mensch aus seinem eigenen Verstand produzieren kann und das auf seine eigene irdische Existenz beschränkt ist – in Wirklichkeit von welcher Quelle hervorgebracht wird? Dämonen, die vom selben bösen System gefangen genommen wurden wie die Menschen. Das ist genau das, was Paulus sagte, als er an Timotheus schrieb und sagte, Irrlehrer würden sich Lehren von Dämonen zuwenden durch die Heuchelei von Lügenrednern.

Irdische Weisheit – passt jetzt gut auf - irdische Weisheit wird durch Dämonen hervorgebracht, sie reflektiert sinnliche Gefühle und geht nicht weiter als der gefallene Zustand der Menschen. Das ist erdgebundene, sinnliche, dämonische Weisheit. Und so leben die meisten Leute. Aber Satan nennt das „Weisheit“. Hey, als Eva in Kapitel 3,6 im Garten von Eden war, betrachtete sie die Frucht, weil sie gehört hatte, dass der Baum einen weise machen konnte. Das war eine Lüge. Satan verspricht immer Weisheit. Und er verspricht immer, dass ihr Dinge wissen werdet, verstehen werdet, gelehrt und gebildet sein werdet. Aber die Weisheit der Welt entspringt bösen Geistern. Sie entspringt gefallenen Engeln. Sie entspringt Dämonen. Sie entspringt Satan und seinen Agenten, die als Diener des Lichts maskiert sind, während sie in Wirklichkeit Diener der Finsternis sind. Das, was menschliche Verderbtheit so verheerend macht, ist, dass der Mensch klug und verderbt ist, und diese Kombination ist tödlich. Dämonische, natürliche, erdgebundene Weisheit - passt jetzt gut auf – reicht nie an Gott heran. Sie reicht nie an Gott heran. Sie veranlasst einen Menschen dazu, blasiert, selbstzufrieden, unmoralisch, arrogant und selbstgenügsam zu sein und sich vollkommen seinen natürlichen Impulsen hinzugeben.

Die einzige Sache, meine Lieben, die die Welt davon abhält, eine vollkommen animalistische Existenz zu führen, ist, dass Gott in seiner Gnade die Erde mit göttlicher Weisheit gesalzen hat, welche die Menschen in Schach hält. Und er hat uns den Heiligen Geist als lebendigen „Bändiger“ gegeben. Aber wenn der Geist Gottes das Böse nicht mehr in Schach hält und das Salz, die Kinder Gottes, entrückt werden, dann bricht mehrere Jahre lang die Hölle los, weil das Böse nicht mehr unter Kontrolle ist und die Erde nicht mehr gesalzen ist und es Unmoral und Bosheit in dem vollen Ausmaß gibt, zu dem der Mensch fähig ist, wenn man ihn nicht irgendwie in Schach halten würde. Das wird zu einer bösartigen Infektion, die ihren tödlichen Einfluss überall verbreitet.

Macht ihr euch manchmal Sorgen, wenn ihr unsere Welt betrachtet? Ich schon, und ich sage mir: „Wie kann es nur immer schlimmer werden?“ Manchmal bin ich frustriert –wie können wir das stoppen, wie können wir dem ein Ende setzen? Warum muss es so laufen? Und dann rufe ich mir in Erinnerung, dass es nicht anders laufen kann, weil wir eine ganze Zivilisation von Leuten haben, die durch ihre menschliche Weisheit eingeschränkt sind. Sie haben keine Antworten. Sie haben keine Antworten. Deshalb ist das Bildungssystem in Bezug auf seine Fähigkeit, den Menschen zu beurteilen und seine Probleme zu lösen, eine absolute Farce, denn es besteht nur aus dämonischer Weisheit und tritt in Kontakt mit den Gefühlen des Menschen, die in ihrer Korruption hoffnungslos eingesperrt sind. Es bietet keine Antworten. Das ist menschliche Weisheit. Das ist die Weisheit, die die Welt auszeichnet.

Jakobus sagt also: „Schaut, wenn ihr herumlauft und behauptet, ihr hättet Gottes Weisheit, ihr jedoch durch Hochmut angetrieben werdet und die Reflexion eurer Weisheit das ist, was typisch für die Welt und dämonischen Ursprungs ist, fleischlich in Bezug auf seinen Antrieb und erdgebunden in Bezug auf sein Ausmaß, dann kaufen wir euch das, was ihr behauptet, einfach nicht ab. Wenn ihr von der Weisheit der Welt getrieben werdet, dann ist eure Behauptung, was auch immer sie sein möge, einfach unglaubwürdig.“

Drittens redet er in Vers 16 über die Folgen falscher Weisheit. Was sind diese Folgen? Was ergibt sich daraus? In Vers 16 heißt es: „Denn wo Neid und Streitsucht ist“, hier wiederholt er die beiden Motive aus Vers 14, dieselben beiden Begriffe, [denn wo diese beiden Dinge die Motive sind, bitterer Neid und Selbstsucht, wo diese beiden bösen Motive irdische, seelisch, dämonische Weisheit hervorbringen], „da ist Unordnung und“, … was? … „jede böse Tat.“

„Unordnung“ – das ist ein überaus faszinierendes Wort, akatastasia; es bedeutet Unordnung, die sich aus Instabilität, Chaos oder Verwirrung ergibt. Dasselbe Wort wird in Kapitel 1,8 verwendet für die Auswirkungen eines geteilten Herzens. Kapitel 3,8, die Auswirkungen einer unkontrollierten Zunge – dasselbe Chaos, Verwirrung, Unordnung. Hört mir gut zu. Irdische Weisheit wird nie Harmonie hervorbringen, sie wird nie Liebe hervorbringen, denn irdische Weisheit ist zu allererst hochmütig, selbstsüchtig, sie frönt ihren eigenen Gelüsten und das zerstört Intimität, es zerstört Liebe, es zerstört Einheit und Gemeinschaft, sät Zwietracht und bringt Chaos. Sehr ihr das überall in eurer Welt? Zorn, Bitterkeit, Gerichtsverfahren, Scheidungen, Menschen, die mit ihren Mitmenschen nicht klarkommen – das ist die Folge, das ist das Vermächtnis irdischer Weisheit. Verwirrung, Chaos, Zerstörung, Verheerung, Zwietracht, die Unfähigkeit zu lieben, keine Intimität, kein wahrer Austausch, keine echte Gemeinschaft, keine Harmonie, kein Frieden – und unsere Welt wird immer schlimmer werden, während die Menschen sich dem unaufhaltsamen Tag nähern, an dem Jesus Christus in diese Welt einmarschiert.

Die Folge falscher Weisheit ist also zu allererst Verwirrung, Chaos, eine völlige Unordnung. Zweitens, „jede böse Tat“. Allgemeiner geht es nun wirklich nicht, Leute. Ihr fragt, was das bedeutet? Es bedeutet genau das, was da steht. Im besten Fall bedeutet das Wort phaulos „wertlos“, im schlimmsten Fall bedeutet es „abscheulich“. Jede wertlose und abscheuliche Sache. Sie betrachtet das Böse ... R. C. Trench hat ein gutes Wort dafür: „Sie betrachtet das Böse nicht unter dem Aspekt seiner aktiven oder passiven Bösartigkeit, sondern vielmehr unter dem Aspekt ihrer absoluten Nutzlosigkeit, der absoluten Unmöglichkeit, dass daraus jemals irgendein wahrer Gewinn hervorgeht.“ Habt ihr das verstanden? Menschliche Weisheit führt also zu Unordnung, Chaos, Verwirrung und zu absolut nichts Gutem. Das ist ziemlich unverblümt, Leute. Absolut nichts Gutes.

Das Wort „Sache“ oder „Tat“, das ihr in „jede böse Tat“ seht, heißt im Griechischen pragma, pragmatisch. Diese Weisheit bringt absolut nichts hervor, das pragmatisch betrachtet irgendwelchen Wert hat. Im besten Fall bringt sie wertlose Dinge hervor. Im schlimmsten Fall bringt sie abscheuliche Dinge hervor. Das kann ganz gewiss nicht von Gott sein.

Deshalb sagt Jakobus also: „Wer ist weise? Dann zeige es uns. Wir wollen es sehen.“ Wenn ein Mensch behauptet, die wahre Weisheit Gottes zu besitzen, wenn ein Mensch behauptet, wahren Glauben zu besitzen, wenn ein Mensch behauptet, den Herrn Jesus Christus zu kennen, wenn ein Mensch behauptet, er sei errettet, aber sein Herz ist voll von bösen Motiven, die auf seinen selbstsüchtigen Hochmut ausgerichtet sind, und seine Lebensweise ist irdisch und sinnlich und dämonisch und das Produkt seines Lebens ist Chaos und Zwietracht und Unordnung und Verwirrung und nichts von Wert, allerdings reichlich Böses, dann ist das nicht die Weisheit Gottes. Dann lügt derjenige und widerspricht dem, was offensichtlich die Wahrheit ist. Das ist also falsche Weisheit.

Lasst uns jetzt wahre Weisheit betrachten. Nur ein kurzer Blick auf Verse 17 und 18. Das geht schnell. Lasst uns mit der Motivation wahrer Weisheit beginnen. Vers 17: „Die Weisheit von oben aber“, die also von Gott herab kommt, die wahre und göttliche Weisheit, „ist erstens“, und das sondert sie ab, „rein.“ Ich glaube, das ist ein Hinweis auf das Motiv. Sie ist zuerst rein. Das hier verwendete Wort impliziert einen moralisch-geistlich aufrichtigen Charakter. Es ist nicht das Wort hagios, das normale Wort für etwas Reines, es ist hagnos und hat mehr mit geistlicher Integrität und moralischer Aufrichtigkeit zu tun – frei von bitterem Neid, frei von Selbstsucht, frei von arroganter Selbsterhöhung. Übrigens wird dieses Wort in 1. Johannes 3,3 für Jesus Christus verwendet, weil er rein ist im Sinne eines Vorbildes für alle Reinheit. Das Motiv für Gottes Weisheit ist also zu allererst Reinheit.

Zeige mir einen Gläubigen und ich zeige dir eine Person, deren Herz reine Wünsche hegt. Dieser Gläubige will im tiefsten Innersten Gottes Willen tun, will Gott dienen, will Gott lieben. Paulus sagt in Römer 7, selbst wenn ich sündige, tue ich, was ich nicht tun will, nicht wahr? Ich tue, was ich nicht tun will. Und der Psalmist ruft aus: „Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee.“ Der wahre Gläubige hasst seine Sünde und tief aus seinem Innersten steigt eine Sehnsucht nach dem empor, was sauber und rein und heilig und gut und ehrlich ist … er schreckt vor Verunreinigung zurück. Er will reine Hände und ein reines Herz.

Übrigens lesen wir in den Seligpreisungen, dass das ein Zustand des wahren Gläubigen ist. Matthäus 5,8: „Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Und das Wort „schauen“ bedeutet „verstehen“. Diejenigen, die ein reines Herz haben, verstehen Gott wirklich. Das bedeutet, Gott zu verstehen ist wahre Weisheit und diejenigen, die wahre Weisheit besitzen, sind jene, die ein reines Herz haben. Ich habe es euch schon etliche Male gesagt, aber Jakobus baut in seiner Epistel auf sehr großer Vertrautheit mit der Bergpredigt auf.

Der Grundgedanke dieses Wortes, hagnos, ist der Gedanke, im Herzen rein genug zu sein, um vor die Götter zu kommen. Es war ein weltliches Wort und die Menschen mussten so rein sein, um vor ihre Gottheiten zu kommen. Anfangs bezog es sich auf Reinigungszeremonien, bei denen man seinen Körper wusch, später bezog es sich dann auf moralische Reinheit, die es einem ermöglichte, vor Gott zu kommen. Auf dem Asklepiostempel in Epidauros fanden Archäologen zum Beispiel eine Inschrift, die Folgendes besagt: „Wer den göttlichen Tempel betritt, muss hagnos sein; Reinheit bedeutet, einen Verstand zu haben, der heilige Gedanken hegt.“ Selbst die Heiden verstanden also, dass ein reines Herz erforderlich war, um vor Gottheiten zu kommen. In Hebräer 12,14 wird das folgendermaßen ausgedrückt: „Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“

Die grundlegende Reinheit des Herzens ist also das Motiv des Gläubigen. Er hat kein hochmütiges Herz, sondern ein reines Herz. Ich glaube wirklich, wenn wir in Hesekiel lesen, dass Errettung darin besteht, dass Gott das steinerne Herz aus unserem Leib nimmt und uns ein neues Herz gibt, dass dieses neue Herz, statt von sich selbst besessen zu sein, von Reinheit besessen ist. Ihr sagt jetzt: „Aber warum sündige ich noch immer?“ Weil euer neues Herz in eurem alten Fleisch gefangen ist. Aber euer Herz kämpft gegen euer Fleisch und deshalb sagt Paulus, in meinem Inneren erfreue ich mich an den Gesetzen Gottes und will Gott wohlgefallen, und es ist dieses lächerliche Fleisch, dass die Begierden in meinem Inneren zunichtemacht. Aber in einem wahren Gläubigen steckt ein reines Herz.

Was sind also die Charakteristiken wahrer Weisheit? Das Motiv ist Reinheit. Was sind die Charakteristiken? Darauf brauchen wir nicht viel Zeit zu verwenden. Achtet einmal in Vers 17 auf das Wort „sodann“ epeita und das Wort gleich danach scheint das Wort „rein“ vom Rest der Liste abzusetzen. Auch das veranlasst mich zu der Vermutung, dass er das hier als Motiv anführt und nicht einfach als Charakteristik wahrer Weisheit. Nachdem er also Reinheit als Motiv angeführt hat, sagt er dann, an nächster Stelle, oder danach, oder wenn wir weitergehen vom Motiv zum äußerlichen Verhalten, hier sind die Qualitäten, die wahre Weisheit auszeichnen. Im Vergleich zur letzten Art von Weisheit, die irdisch, seelisch und dämonisch war, ist diese Art von Weisheit erstens friedfertig, eirenikos, friedliebend, den Frieden fördernd. Was sagen die Seligpreisungen? „Glückselig sind die Friedfertigen … glückselig sind die Friedfertigen“, in Matthäus 5,9. Auch hier sind sie wieder diejenigen, die typischerweise als „Söhne Gottes“ bezeichnet werden … Friedfertige.

Die Weisheit Gottes stiftet keine Verwirrung. Sie stiftet keine Unordnung. Sie erhöht sich nicht selbst. Sie ist friedliebend, sie stiftet Frieden. Sie schließt keinen gottlosen Waffenstillstand, also einen Kompromiss mit der Wahrheit, sondern sie schließt Frieden.

Zweitens sagt er, die Weisheit von oben sei gütig. Das ist ein wunderbares Wort, das sich ehrlich gesagt nicht übersetzen lässt. Ein Autor bezeichnete es als „süße Angemessenheit“ oder „süße Vernunft“. Es ist ein Wort, das sich nur sehr schwer übersetzen lässt. William Barclay sagt, was die Übersetzung ins Englische angeht, ist es das schwierigste griechische Wort von allen. Es ist ein wunderbares Attribut eines erlösten Charakters und göttlicher Weisheit, die demütig geduldig ist, die unerschütterlich gütig ist, die sich der Schande, Scham, schlechter Behandlung und Verfolgung mit einer demütigen Einstellung unterordnet, einer Einstellung der Höflichkeit, der Freundlichkeit, der Geduld, der Rücksichtnahme ohne Hass, ohne Boshaftigkeit, ohne Rache. In den Seligpreisungen heißt es, glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden, denn diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, sind diejenigen, die das Reich erben werden. Deshalb sagt Jakobus hier wieder dasselbe wie Jesus – Bürger des Reiches Gottes sind in der Regel solche Menschen. Sie sind friedfertig und gütig. Sie sind die Art von Menschen, die keine Rache kennen. Sie nehmen Verfolgung und schlechte Behandlung mit Güte auf.

Drittens sagt er, diese Weisheit lässt sich sagen. Eupeithes bedeutet, sie sind bereit, nachzugeben, nicht stur, sie lassen sich leicht überzeugen, sind belehrbar und gefügig. Das Gegenteil davon wäre stur, unnachgiebig, ungehorsam. Dieser Begriff wird für einen Menschen verwendet, der sich bereitwillig militärischer Disziplin unterwirft. Er wird für eine Person verwendet, die rechtliche und moralische Maßstäbe für das Leben einhält und sich bereitwillig unterordnet. Auch das reflektiert wieder die Einstellung der Seligpreisungen in Matthäus Kapitel 5: „Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden. Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ Diejenigen, die demütig sind, gebrochen wegen ihrer Sünde, die wegen ihrer Sünde trauern, die wegen ihrer Sünde sanftmütig sind –das sind die Gefügigen, die sich leicht überreden lassen, die lehrbar sind, die nachgiebig sind. Darum geht es.

Viertens sagt er, jemand, der sich durch wahre Weisheit auszeichnet, durch die Weisheit Gottes, ist voller Barmherzigkeit ... voller Barmherzigkeit. Das ist eigentlich die Sorge um das Wohlergehen von Leuten, die leiden – nicht nur, indem wir Menschen vergeben, die uns unrecht getan haben, sondern auch, indem wir voller Erbarmen die Hand nach denen ausstrecken, die leiden. Und wenn Leute als barmherzig beschrieben werden, Güte und Erbarmen demonstrieren, dann legen sie wieder eine Einstellung aus den Seligpreisungen an den Tag – Matthäus 5,7: „Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden“, … was? …, „Barmherzigkeit erlangen.“ Auch hier kreuzt Jakobus jede dieser Charakteristiken mit denen der Seligpreisungen. „Glückselig sind die Barmherzigen“, das ist die Weisheit Gottes. Das ist ein Beweis lebendigen Glaubens. Das ist ein Beweis für ein verwandeltes Leben, die Sorge um das Wohlergehen Anderer, Erbarmen für unsere Mitmenschen, der Wunsch, zu spenden, um die Bedürfnisse Anderer zu stillen. Das ist es, was Johannes in 1. Johannes sagte – die Liebe für Andere. Euren Bruder gegenüber nicht erbarmungslos zu sein, wenn ihr ihn leiden seht. Johannes sagt, wenn ihr das tut, wie kann dann die Liebe Gottes in euch wohnen –und er sagt dasselbe wie Jakobus hier.

Und dann ist diese Weisheit voll guter Früchte. Vers 17, voll guter Früchte – das bedeutet einfach alle guten Werke, eine breite Vielfalt geistlicher Werke. Es gleicht den Seligpreisungen sehr: „Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten …“ Das ist ein Mensch, dessen Leben sich in guten Taten ausdrückt – Werke, die durch Glauben hervorgebracht werden, wie Jakobus in Kapitel 2,14-20 sagte. Eine breite Vielfalt geistlicher Taten, die Frucht des Geistes, die Frucht der Gerechtigkeit, die in Philipper 1,11 erwähnt wird.

Die Weisheit Gottes ist also eine wunderbare und schöne und einzigartige Sache. Sie ist friedfertig, wie die Friedensstifter in den Seligpreisungen. Sie ist gütig im Sinne von süßer Angemessenheit oder Vernunft und Abwesenheit von Rache. Sie nimmt Verfolgung und Misshandlung ohne Vergeltung hin. Sie lässt sich sagen, ist bereit, nachzugeben, ist belehrbar, lässt sich leicht überreden und ist gefügig, wie jene in den Seligpreisungen, die sanftmütig sind und die Erde erben. Sie ist voller Barmherzigkeit, also Erbarmen gegenüber Notleidenden. Und statt das Ihre zu suchen, sucht sie die Interessen Anderer. Sie ist voller guter Früchte, das bedeutet, sie offenbart, was gut und vornehm und gerecht vor Gott ist, wie diejenigen, die nach Gerechtigkeit hungerten und dürsteten.

Und dann sagt Jakobus in Vers 17, sie ist unparteiisch … sie ist unparteiisch. Das ist die einzige Stelle im neuen Testament, wo dieser Begriff verwendet wird. Er bedeutet „unerschütterlich“, diese Weisheit ist in ihrer Hingabe nicht gespalten. Ein wunderbarer Gedanke. Das gibt es kein Schwanken. Das gibt es keine Verschiebung. Da hängt man sein Fähnchen nicht nach dem Wind. Diese Weisheit ist gleichbleibend und unparteiisch.

Erinnert ihr euch daran, dass Jakobus im letzten Kapitel über Parteilichkeit sprach – in Kapitel 2? Gunsterweisung gegenüber den Reichen und gegen die Armen. Aber dieser Mensch, der unerschütterlich ist, der nie schwankt, das ist der treue, vorbehaltlose, absolut aufrichtige Mensch, der sich voller Glauben Gott ergibt. Um zur Bergpredigt zurückzugehen, das ist der Mensch, der sein Licht ständig so vor den Leuten leuchten lässt, dass diese die guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen können. Unerschütterliche, unparteiische Hingabe, alle Personen gleich ansehen und nie in der eigenen Hingabe schwanken.

Und schließlich, Nummer sieben, frei von Heuchelei … frei von Heuchelei. Vollkommen aufrichtig, wahrhaftig, nicht vorgetäuscht, nicht simuliert, keine Täuschung, keine Maske und keine Heuchelei. Das ist der Höhepunkt wahrer Weisheit. Wollt ihr wissen, wer ein wirklich weiser Mensch ist? Es ist ein Mensch, der diese Art von Lebensweise offenbart, diese Art von Verhalten.

Und, hört jetzt gut zu, da Christus unsere Weisheit ist und Christus die Verkörperung all dieser Charakteristiken ist, werden diese Charakteristiken, wenn Christus Einzug in euer Leben hält, zu euren und meinen Charakteristiken. So wie Christus sein Leben durch mich lebt, kommen auch diese Charakteristiken durch mich. Wenn ein Mensch also von sich behauptet, er habe wahre Weisheit und reine Motive und ein Verhalten, das Friedfertigkeit liebt, einen demütigen, geduldigen, nicht-rachtsüchtigen Geist, süße Vernunft, die Bereitschaft, sich gehorsam zu fügen, die Gewohnheit, barmherzig gegenüber Anderen zu sein, eine Vielfalt von gerechten Werken, die Anderen geistlich Gutes tun und ihnen nutzen, ein ungeteiltes Bekenntnis zu Gottes Wahrheit, sei unparteiisch gegenüber allen, und all das ist aufrichtig und echt, dann, so sagt Jakobus, zeigt dieser Mensch, dass er wahre Weisheit hat ... wahre Weisheit.

Ihr sagt: „John, ich weiß ja nicht. Wenn ich mein eigenes Leben betrachte, bin mir da nicht sicher.“ Schaut, es geht nicht darum, dass ihr alles habt, was ihr haben solltet, sondern vielmehr darum, dass ihr etwas davon habt und genug davon, um das Leben Gottes in euch zu zeigen. Man hat nie so viel, wie man haben sollte, nicht wahr? Aber wenn ihr gar nichts davon seht, dann fehlen die Beweise.

Und was bringt dieser letzte Punkt hervor, was sind die Folgen wahrer Weisheit? Vers 18: „Die Frucht der Gerechtigkeit aber …“ Übrigens, womit wird wahre Weisheit hier gleichgesetzt? Womit? Gerechtigkeit. Die Frucht der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit wird mit wahrer Weisheit gleichgesetzt, weil Weisheit gerechtes Leben ist. „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird [...] gesät ...“ Das ist ein merkwürdiges Bild … Frucht wird gesät. Normalerweise werden Samen gesät. Aber andererseits wird Frucht, die geerntet wird, zu Samen für die nächste Ernte, nicht wahr? Ist es nicht interessant, was er hier sagt? „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“ Das ist das unausweichliche Gesetz des Säens und Erntens. Wo es wahre Weisheit gibt, wahre Gerechtigkeit, ist diese wahre Gerechtigkeit, die verwirklicht wird, eine Frucht. Aber diese wahre Gerechtigkeit, die Frucht ist, wird zu Samen und erzeugt mehr wahre Gerechtigkeit. Seht ihr das? Es ist das Gesetz des Säens und Erntens. Während ihr die Frucht der Gerechtigkeit sät, bringt sie gleichzeitig mehr Gerechtigkeit hervor. Der kontinuierliche Prozess, der kontinuierliche Kreislauf der gerechten Frucht, ein gerechter Akt, der von dem Feld wahrer Weisheit geerntet wird, wird zum Samen, aus dem eine andere Frucht erwächst. All das geschieht in Frieden, das ist die harmonische Beziehung zwischen dem Menschen und Gott und den Menschen untereinander, durch die, die Frieden stiften. Sie tun es und sie profitieren davon.

Und der letzte Ausdruck, „die Frieden stiften“ ist zugegebenermaßen ein wenig vage. Aber das Beste, was wir darüber sagen können, ist, dass Gerechtigkeit in einer Atmosphäre des Friedens gedeiht, in den Händen von Friedensstiftern. Und die Quintessenz bei Friedensstiftern ist, dass sie sich selbst nicht wichtig nehmen.

Jakobus folgt also einem klaren Gedankengang. Wenn jemand von sich behauptet, ein Christ zu sein, muss er das dadurch beweisen, dass er wie ein Christ lebt. Und nichts überzeugt mehr als die Art von Weisheit, die sich in seinem Verhalten offenbart. Gottes Weisheit wird sich also in unserer Lebensweise offenbaren. Und wenn wir ihn hören und ihn lieben und ihm gehorsam sind und ihm dienen, wird sich das durch ein gereinigtes Herz in demütigen, Frieden stiftenden Werken der Gerechtigkeit äußern, die sich selbst vermehren. Es ist ein fantastisches Bild. Und Jakobus sagt, so beweist ein Mensch, ob er die Weisheit Gottes besitzt oder nicht.

Fragt euch einmal selbst: Habe ich diese Weisheit? Habe ich Gottes Weisheit? Die Antwort ist nichts Anderes als der Charakter eures Lebens - wie sehen eure spezifischen Werke aus und eure Einstellung? Und dann nehmt ihr euch selbst unter die Lupe. Ist euer Leben durch weltliche Weisheit geprägt? Oder ist euer Leben durch göttliche Weisheit geprägt?

Ihr sagt: „Ich weiß nicht. Vielleicht bin ich in der Mitte.“ Nun, dann solltet ihr lieber auf die Knie fallen und herausfinden, auf welcher Seite ihr steht. Vielleicht seid ihr auf der Seite der weltlichen Weisheit, aber ihr seid schon so lange von Christen umgeben, dass ihr euch einige ihrer Angewohnheiten zugelegt habt. Vielleicht seid ihr auf der Seite der göttlichen Weisheit, aber ihr seid schon so lange der Welt ausgesetzt, dass ihr euch einige ihrer Angewohnheiten zugelegt habt. Und wenn ihr Probleme habt, herauszufinden, wo ihr steht, dann seid ihr in einer verzweifelten Situation.  Jene Leute, die zu Jesus Christus gehören, sollten sich ohne jeden Zweifel durch Gottes Weisheit auszeichnen.

Ich möchte das zum Abschluss kurz zusammenfassen … Weisheit ist gleichbedeutend mit Lebensweise. Den Zugang zur Weisheit erhalten wir durch Glauben an Gott in Jesus Christus. Wir werden in die Weisheit errettet. Wenn wir erst einmal zur Weisheit kommen, wird die Schrift zur Quelle der Weisheit und der Heilige Geist wird unser Lehrer der Weisheit. Was für ein wunderbarer Gedanke. Was für eine wunderbare Wahrheit. Und wenn es uns an Weisheit mangelt, können wir was tun? Wir können Gott darum bitten. Wir sind also in die Sphäre der Weisheit vorgedrungen. Wir besitzen die Offenbarung der Weisheit. Der Lehrer der Weisheit wohnt in uns. Und wo auch immer es uns an der Anwendung der Weisheit mangelt, können wir Gott bitten, der uns gern und ohne Vorwurf gibt. Und deshalb sagt Paulus in Epheser 5,15 folgende praktische Worte: „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.“ Wenn ihr Gottes Weisheit besitzt, so sagt Paulus, solltet ihr entsprechend handeln. Lasst uns unsere Köpfe zum Gebet neigen.