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Überlebensstrategien für abtrünnige Zeiten, Teil 2 (German)

Judas 20-21 August 01, 2004 de65-13

Und während wir gerade von Judas sprechen, lasst uns unsere Bibeln bei dieser wunderbaren Epistel aufschlagen, im letzten Abschnitt vor der abschließenden Segnung, Verse 17 bis 23. Ich möchte euch das vorlesen. „Ihr aber, Geliebte, erinnert euch an die Worte, die im voraus von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus gesprochen worden sind, als sie euch sagten: ‚In der letzten Zeit werden Spötter auftreten, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten wandeln.‘ Das sind die, welche Trennungen verursachen, natürliche [Menschen], die den Geist nicht haben. Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist; bewahrt euch selbst in der Liebe Gottes und hofft auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Und erbarmt euch über die einen, wobei ihr unterscheiden sollt; andere aber errettet mit Furcht, indem ihr sie aus dem Feuer reißt, wobei ihr auch das vom Fleisch befleckte Gewand hassen sollt.“

Und mit diesem Abschnitt unmittelbar vor seiner Segnung erteilt Judas den Geliebten, das sind die Gläubigen, Anweisungen, wie sie in Zeiten der Abtrünnigkeit überleben können. Wir wissen inzwischen, dass es in dieser Epistel um Abtrünnigkeit und um Abtrünnige geht und wir wurden sehr sorgfältig belehrt, wie sie die Gemeinde unterwandern, wir haben etwas über ihr Wesen erfahren, etwas über ihren Charakter und etwas über ihre Vorgehensweise. Und schließlich, ab Vers 17, wendet er sich von ihnen ab und sagt uns, wie wir in einer Zeit wie dieser überleben und triumphieren können.

Um einen solchen Kampf zu kämpfen, müssen wir natürlich in der Lage sein, Gut von Böse zu unterscheiden. Es gibt nur einen Ausdruck in Vers 20, auf den ich eure Aufmerksamkeit als Einleitung lenken möchte, und wir werden dahin zurückkehren und ein wenig später darüber reden, aber es ist folgender Ausdruck, in dem er sagt: „Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben.“ Der Kern dieser Angelegenheit des Überlebens und Siegens in Tagen der Abtrünnigkeit besteht darin, stark im Glauben zu sein, im allerheiligsten Glauben. Es geht hier nicht um subjektiven Glauben, das ist euer Glaube, es geht hier um objektiven Glauben, also den Inhalt des Evangeliums. Um in einer Zeit der Abtrünnigkeit zu überleben, ist es vor allen Dingen absolut unerlässlich, dass ihr euch erbaut auf euren allerheiligsten Glauben, dass ihr stark seid in eurem Verständnis der christlichen Wahrheit.

Dieses Thema, das Judas hier anspricht, wird in vielen Stellen der Schrift angesprochen und ist für mich, und ich denke auch für euch, einer der bereicherndsten Teile des Bibelstudiums, nämlich uns daran zu erinnern, wie sehr eben diese Warnung und Unterweisung im gesamten Rest des Neuen Testaments gegeben wird. Ich möchte zum Anfang eure Aufmerksamkeit einfach auf zwei Abschnitte lenken. Der eine befindet sich in 2. Korinther Kapitel 11, 2. Korinther Kapitel 11, und dann gibt es noch einen anderen, über den wir in einer Weile reden werden, und dann kehren wir zu unserem Text zurück.

Kein Buch des Neuen Testaments und auch kein Buch der Bibel existiert für sich alleine. Da alle Bücher ein und denselben Verfasser haben, gibt es etwas, was wir die Analogie der Schrift nennen; die Schrift ist mit sich selbst analog, das bedeutet, dass sie einen einzigen Verfasser hat, ist sie absolut inspiriert, fehlerlos und konsistent und erklärt sich dadurch selbst. Der beste Ausleger der Bibel ist die Bibel selbst. Um also einen bestimmten Bibeltext zu verstehen, gehen wir unausweichlich auch zu anderen Bibelstellen. Und in diesem Fall, 2. Korinther Kapitel 11, schreibt Paulus an die Korinther und sagt: „Möchtet ihr mich doch ein wenig in meiner Torheit ertragen! Doch ihr ertragt mich ja schon.“ Mit anderen Worten, wenn er in manchen Punkten weitschweifig zu sein scheint, wenn er in manchen Punkten streng zu sein scheint, wenn er sich in manchen Punkten wiederholt, wenn er in manchen Punkten intolerant scheint, wenn er in manchen Punkten zu sehr zu unterweisen scheint oder zu sehr auf biblischer Lehre beharrt, dann habt bitte Geduld mit mir. Ihr habt mich so lange ertragen, bitte ertragt mich noch ein wenig länger. In Vers 2 findet sich der Grund dafür: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen.“ Mit anderen Worten, ich habe euch mit Christus verlobt, und ich will sichergehen, wenn die Hochzeit schließlich in der Zukunft stattfindet, dass ihr genauso treu seid, wie ihr am Anfang wart. Und meine Sorge findet sich in Vers 3: „Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben und abgewandt werden von der Einfalt gegenüber Christus.“ Der Originaltext nennt das die Einfachheit und Reinheit Christi.

Die Sorge von Paulus besteht also darin, dass sie zwar mit einer guten Grundlage begonnen haben, mit solider Wahrheit, die Menschen dann jedoch auf Abwege geraten, zwar nicht von sich aus, aber dass sie durch den Feind und seine Verführer in ihren Gedanken auf Irrwege geführt werden. In Vers 4 sagte er also: „Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen.“ Mit anderen Worten, ihr scheint zu tolerant zu sein. Ich wünschte, ihr wärt Irrlehren gegenüber weniger tolerant. Wenn jemand mit einem anderen Jesus oder einem anderen Geist oder einem anderen Evangelium kommt, scheint ihr es zu ertragen, ihr scheint es zu dulden, ihr scheint es in gewissem Maße zu akzeptieren. Das beunruhigt mich, denn das ist genau die Art, wie Menschen von der Reinheit und Einfachheit ihrer Hingabe an Christus abgebracht werden. Und weil mein Wunsch darin besteht, euch Christus als reine Jungfrau zu präsentieren, ohne dass ihr Ehebruch begangen habt, das bedeutet, ohne dass ihr ein anderes Evangelium geschluckt habt, einen anderen Jesus, einen anderen Geist, also geistlichen Ehebruch, deshalb habe ich euch die schwere Last gesunder Theologie und heiligen Lebenswandels auferlegt.

Das ist der Grund, warum wir das tun. Das ist der Grund, warum die Bibel so klar über die Unterscheidung zwischen Gut und Böse spricht. Es dient zu eurem Schutz. Das ist nicht anders als bei euren physischen Kindern. Ihr warnt sie vor allerlei Dingen, von denen ihr meint, sie wären gefährlich für sie. Ihr warnt sie davor, wo sie hingehen und was sie sehen und was sie essen und mit wem sie Umgang haben, weil ihr sie auf die Welt gebracht hat, ihr versteht das Wesen ihrer Seele, ihr versteht ihre Tendenz, vom Weg abzukommen. Ihr habt euer Bestes gegeben, um sie zu erden, und ihr wollt euer Bestes geben, um dieses Fundament zu schützen. Und das ist im geistlichen Bereich nicht anders. So sieht es im Herzen eines Pastors aus. Wenn ich also ein bisschen auf diesem Thema der Unterscheidung zwischen Gut und Böse herumreite, versteht ihr sicherlich, dass ich mir dieselben Sorgen machen wie Paulus.

Um jetzt ein bisschen genauer zu werden, schlagt bitte 1. Thessalonicher Kapitel 5 auf. 1. Thessalonicher Kapitel 5 vermittelt uns Einzelheiten, wie wir sichergehen können, dass wir nicht auf Irrwege geraten. Vers 20, wir werden uns jetzt nur mit Versen 20 bis 22 beschäftigen. 1. Thessalonicher 5, 20: „Die Weissagung verachtet nicht!“, oder was er hier wirklich sagt, ist: „Verachtet die Verkündigung nicht.“ Diejenigen, die die Gabe haben, zu predigen und zu lehren. „Verachtet die Verkündigung nicht“, sondern, Vers 21, „prüft alles sorgfältig.“ „Das Gute behaltet! Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!“ Diese Texte bieten uns eine breitere Grundlage als Judas alleine. Wir werden hier gewarnt, Gut von Böse zu unterscheiden. Judas sagt uns, wenn wir in einer Zeit der Abtrünnigkeit vor der Raffinesse der Verführer, die uns überall umgeben, geschützt sein wollen, müssen wir uns im allerheiligsten Glauben erbauen und das ist im Prinzip auch das, was Paulus hier sagt, wir müssen uns vor Verführung schützen. Und Paulus sagt, um das zu tun, müssen wir alles sorgfältig prüfen. Ihr dürft nicht leichtgläubig sein. Ihr dürft nicht alles akzeptieren. Ihr dürft nicht alles aufnehmen.

Im Jahr 1994, vor zehn bzw. vor elf Jahren, schrieb ich ein Buch mit dem Titel Reckless Faith… Reckless Faith. Wisst ihr, in diesen Jahren schrieb ich vielleicht ein Buch pro Jahr und ein oder zwei Kommentare, ich schrieb nicht so viele Bücher, wie sie mich heutzutage schreiben lassen, und die Bücher waren in gewisser Weise für mich damals eher wie Kinder, es war wie ein einjähriger Prozess, ein Buch zu gebären. Und diese Bücher erfassten im Prinzip die Essenz dessen, was ich dachte und fühlte und glaubte und sagen wollte. Sie reflektierten mehr oder weniger ein Jahr oder mehr, in dem mein Herz sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte. Und als ich Reckless Faith schrieb, bewegte mich das sehr, weil der [übersetzte] Untertitel lautet „Wenn die Gemeinde den Willen verliert, Gut von Böse zu unterscheiden“. Und ich war überzeugt davon, dass die Gemeinde 1994 den Willen verloren hatte, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Ich war überzeugt davon, dass die Evangelikalen sich nicht länger darum scherten, Wahrheit und Irrlehre voneinander zu scheiden, Lügen und Täuschung auszusondern, dass sie leichtgläubig waren, dass sie buchstäblich auf Irrwege geführt werden konnten, dass sie alle dieses Konzept der Toleranz begrüßten, das Einzug hielt, es hielt sehr schnell Einzug. Wir sollten jeden akzeptieren, egal, was sie glaubten. Niemand würde in der Lage sein, über den Glauben eines anderen Menschen zu richten. Jeder hatte ein Recht auf seine eigenen, persönlichen Überzeugungen etc. etc.

Ich machte mir Sorgen, ebenso wie eine Art Mentor von mir, David Martin Lloyd-Jones Jahre zuvor, der damals sagte: „Wir könnten das Ende des Evangelikalismus, wie wir ihn kennen, erleben.“ Und er schrieb das etliche Jahrzehnte vor 1994 und sagte, er könnte bereits das Ende des Evangelikalismus sehen. Er konnte bereits sehen, dass das geschah, was Paulus befürchtete, und das war, dass Menschen von der Einfachheit und Reinheit ihrer Hingabe an Christus abweichen würden, weil sie von der Schläue Satans auf Irrwege geführt wurden, so wie Eva, zu einem anderen Jesus und einem anderen Geist und einer andere Botschaft. Er sah es Jahrzehnte, bevor ich es bemerkte. Aber ich sagte das 1994 und deshalb schrieb ich mit großer Leidenschaft dieses Buch und es hatte seinen kurzen Platz an der Sonne, wie alle Bücher, und für eine Weile kletterte es auf der Liste der Bestseller nach oben, und dann sah ich, wie es von dort fiel und der Vergessenheit toter Bücher anheimfiel. Und wenn ihr versucht, heute eines davon zu finden – es wir nicht mehr verlegt.

Das beweist doch irgendwie das Argument, oder nicht? Die Gemeinde hat ihr Interesse daran aufgegeben, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden und deshalb hat sie ihr Interesse an Büchern aufgegeben, die dazu aufrufen, das Interesse an der Unterscheidung zwischen Gut und Böse nicht aufzugeben. Und deshalb denke ich, es ist vielleicht an der Zeit, ein weiteres Buch zu schreiben, zu einer noch strikteren Behandlung dieses Themas.

In dem Buch sagte ich: „Das schwerwiegendste Problem in der christlichen Gemeinde war eine mangelnde Unterscheidung zwischen Gut und Böse, die den Evangelikalismus dazu brachte, um sein eigenes Leben zu kennen bekämpfen.“ Manche von euch werden sich an das Buch erinnern. In der Einleitung dieses Buches erzählte ich eine Geschichte über eine Reise durch Amerika, bei der ich in einer Hütte in Arkansas es landete, und eine gesteppte Bettdecke für Patrizia suchte, einfach, weil ich sie liebe und ihr ein Geschenk machen wollte. Und wir gingen in dieser marode Hütte, durch eine Tür mit Fliegengitter, es war Frühsommer, und eine wunderbare zahnlose Frau begrüßte uns dort, sie war dort, weit draußen in den Hügeln von Arkansas. Wir befanden uns auf einer zweispurigen Straße mitten in der Walachei und auf einem kleinen Schild stand „Steppdecken“ und deshalb dachte ich „Nun, lasst uns dort reingehen.“ Ich werde den Moment nie vergessen, als sie eine Steppdecke herausbrachte, an der sie gearbeitet hatte, und das war das hässlichste Ding, das ich je gesehen hatte. Die Decke hatte kein erkennbares Muster, sie bestand aus Teilen von allem, was je in ihrem Leben geschehen war, jedes Stück Stoff, das ihr je unter die Augen gekommen war, war in einem zehn Quadratzentimeter großen Teil dieser Steppdecke verarbeitet.. Es war also … ich kann es nicht einmal beschreiben, es war unbeschreiblich. Ich konnte lediglich sagen: „Was für eine Decke.“ Und ich sagte einfach, das sei wohl nicht die Farbe, nach der ich suchte, denn es war eigentlich überhaupt keine Farbe und gleichzeitig alle Farben gemischt. Ich fragte sie, ob sie noch etwas anderes hätte, und sie hatte eine Decke, die eine Nachbarin gemacht hatte, und die war wunderschön und ich kaufte sie, sie war blau. Die ergab Sinn für mich.

Aber während ich mit ihr sprach, kam ihr Mann in das Zimmer, und wir unterhielten uns eine Weile mit ihrem Mann, der sehr interessant war. Und er saß in diesem alten Sessel im Wohnzimmer, umgeben von stapelweise Literatur auf allen Seiten des Sessels, Stapeln von Zeitschriften, Werbesendungen, Büchern, allerlei Sachen, Videos, und ich begann, sie alle durchzugehen, während ich einfach mit ihm redete. Er hieß Johnny, das war also etwas, was wir gemeinsam hatten. Und er hatte alles, von der Einheitsbewegung, der Christliche Wissenschaft, den Mormonen, den Fundamentalisten, den Katholiken, all diese religiöse Literatur, Unitarier und alles andere. Und ich sagte: „Wissen Sie, Sie haben hier Literatur über sehr viele verschiedene Religionen.“ Und ich werde nie vergessen, was er sagte: „Und in allem steckt Gutes … und in allem steckt Gutes.“ Und mir wurde bewusst, dass seine Frau eine Steppdecke seiner Theologie gemacht hatte. Diese Steppdecke war ein lebendiges Tribut an seine Theologie. Aber da ist nicht Gutes in all diesen Religionen, nicht wahr? Das Gute ist nicht in all diesen Religionen. In all diesen Dingen, außer der Wahrheit, steckt das Böse. Und so begann ich das Buch.

Und dann begann ich, darüber zu sprechen, wie der Evangelikalismus damit beschäftigt war, sich zu einer Art formloser, undefinierbarer, eklektischer, synkretistischer Perspektive zu entwickeln, im Wesentlichen nicht daran interessiert, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Wollte er beliebt sein? Natürlich. Wollte er akademisch akzeptabel sein? Natürlich. Aber scharsichtig? Definitiv? Lehrmäßig? Unterscheidungen vornehmen? Nein. Und das erinnert mich immer an das Zitat des Apostels Paulus in Apostelgeschichte Kapitel 20, Vers 29: „Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.“ Patrizia sagte heute zu mir: „Wie lange lehrst du Judas schon?“ „Ich weiß nicht genau, wie lange schon.“ Und sie sagte: „Wie viele Predigten?“ Und ich antwortete: „Ich weiß nicht, ich glaube, es sind ungefähr 20.“ Und dann wurde ich vor einigen Momenten an diese Textstelle erinnert, in der es heißt, dass Paulus sie Tag und Nacht drei Jahre lang unter Tränen daran erinnerte, wie leicht sich Irrlehren einschleichen könnten.

Ich vermute, man könnte das bis zum Rande der Erschöpfung behandeln, aber ich bin mir nicht sicher, dass wir diesem Zustand in der Zeit, in der wir heutzutage leben, auch nur annähernd erreicht haben. Es gibt einen schweren Mangel an Unterscheidung zwischen Gut und Böse und dieser Mangel wird noch dadurch verschärft, dass es mangelndes Interesse an der Scharfsichtigkeit an sich gibt. Und wenn ich heute Kontakt mit einem Verleger aufnehmen und sagen würde, ich möchte gerne irgendein Buch schreiben, dass wir mehr oder weniger überall anpreisen könnten zum Thema der Scharfsichtigkeit, dann würde es wahrscheinlich mit gewaltiger Gleichgültigkeit begrüßt werden. Ich bin mir nicht sicher.

In Matthäus 16 klagte unser Herr die Führer Israels wegen ihrer absoluten Unfähigkeit, Gut von Böse zu unterscheiden, an. Die Pharisäer und die Sadduzäer kamen zu ihm und prüften ihn, wie immer, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten. „Er aber antwortete und sprach zu ihnen“, und das war eine wirklich sehr beißende Zurechtweisung. Er sagt: „Am Abend sagt ihr: ‚Es wird schön, denn der Himmel ist rot!‘ Und am Morgen: ‚Heute kommt ein Unwetter, denn der Himmel ist rot und trübe!‘“ Man könnte vermutlich sagen, sie hatten ihre eigenen primitiven Methoden, das Wetter vorherzusagen. Eine gewisse Art von Himmel deutete gutes Wetter an. Eine gewisse Art von Himmel zu einer anderen Tageszeit deutete Unwetter an. Und dann sagte er zu ihnen: „Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht!“ Und damit sagte er Folgendes: So primitiv eure Wettervorhersagen auch sind, sie sind noch besser als eure Theologie. Ich weiß nicht, ob man eine noch erniedrigendere Aussage über die selbst ernannten Theologen des Judaismus hätte finden können, als zu sagen, sie seien bessere Meteorologen als Theologen, denn ihre Fähigkeit, das Wetter vorherzusagen, war offensichtlich sehr primitiv. Aber darin waren sie besser, als in ihrer Theologie. Und ich würde sagen, die Gemeinde ist sehr viel besser darin, Unterscheidungen in der physischen Welt vorzunehmen, als in der geistlichen. Die Gemeinde heutzutage wird zunehmend besser darin, zu unterscheiden, was in der Kultur vor sich geht, als in der Wahrheit Gottes. Sie sind also eingeschränkt und es mangelt ihnen an Urteilsvermögen.

Lasst uns für einen Moment zu 1. Thessalonicher 5 zurückkehren, ich möchte diesen Abschnitt ein wenig analysieren. In Vers 20 heißt es: „Die Weissagung“, propheteia, Weissagungen, Verkündigungen, „verachtet nicht“, schmälert nicht, setzt nicht herab. Das ist es, was heutzutage geschieht. Ich weiß nicht, ob ihr das wisst. Ich erwähne es euch gegenüber, aber es geht in großem Ausmaß vor sich. Schafft die Verkündigung ab. Der wahrscheinlich neueste populäre Autor in der christlichen Welt heutzutage ist ein Mann namens John Eldridge, der eine Reihe von Büchern geschrieben hat. Er hat selbst zugegeben, dass er vor Jahren aufhörte, die Gemeinde zu besuchen, und er sagt, er hatte ein großartiges geistliches Erlebnis, indem er nicht in die Gemeinde ging. Und jetzt besteht seine Gemeinde darin, sich mit einer kleinen Gruppe seiner eigenen Freunde zu treffen. Und wenn ihr seine Ekklesiologie sehr weit verfolgt, gibt es viele andere, die ähnliche Dinge wie er sagen. Wir müssen Abstand nehmen von der traditionellen Gemeinde, die von Predigten dominiert wird. Nun, das ist Teil des mangelnden Urteilsvermögens. Aber wenn euch nicht jemand vorsteht, der die Schrift für euch auslegen kann, werdet ihr nicht in der Lage sein, Gut von Böse zu unterscheiden. Und deshalb warnt Paulus uns: „Die Weissagung“, propheteia, „verachtet nicht“; das bedeutet, verachtet die Verkündigung von Gottes Wort nicht, die genaue Auslegung des göttlichen Willens und Planes. Schmälert sie nicht. Setzt sie nicht herab. Und genau das geschieht heutzutage, Predigten werden durch Unterhaltung ersetzt. Die Musik ist vorherrschend. Pastoren vermitteln ihre eigenen Erkenntnisse und psychologische Botschaften. Ihr kennt das alles.

Auf der anderen Seite, setzt euch der Verkündigung aus, aber prüft alles, dokimazo, prüft alles, um zu entscheiden, ob es echt ist. Es ist wie die edlen Beröer, die die Schrift erforschten, um zu sehen, ob es sich so verhalte. Prüft alles, was gut ist, was kalos ist, gut in sich, wahr, echt, richtig, das behaltet. Ergreift es und lasst es nicht los. Auf der anderen Seite gibt es Böses in jeder Gestalt, in jeder Art, in jeder Form, eidos. Und böse ist hier übrigens im heimtückischen Sinne gemeint. Meidet es, haltet euch fern. Und wir sagen schon die ganze Zeit, dass die schlimmste Form des Bösen die Irrlehre ist, eine Verdrehung des Wahren, geistliche Lügen, weil diese tödlich sind.

Das ist mehr oder weniger der Hintergrund. Es ist kritisch, dass es Scharfsichtigkeit gibt. Warum ist diese Scharfsichtigkeit verschwunden? Warum? Warum gibt es einen solchen Mangel an Urteilsvermögen? Ich werde euch fünf Gründe dafür nennen und dann werden wir zu Judas zurückkehren. Der erste Grund besteht darin, dass es eine Abschwächung der Klarheit und Überzeugung der biblischen Lehre gibt. Es gibt eine Abschwächung der Klarheit und Überzeugung der biblischen Lehre. Ein billiges Evangelium, wie es genannt wird, billiger Glaube, Toleranz, Einheit, Offenheit - es gibt eine negative Einstellung zur lehrmäßigen Schmalspurigkeit. Es gibt sogar eine negative Einstellung dazu, zu sagen: „Dies ist eine wahre Auslegung und das ist es nicht.“ Es scheint, dass jeder das Recht hat, die Dinge nach seiner Meinung auszulegen. Liberalismus, Psychologie, Charismatiker und Politiker sind in die Gemeinde eingefallen. Sie haben ihren Weg in die Gemeinde forciert und wann immer eine Irrlehre einen Platz in der Gemeinde finden will, muss sie natürlich eine Möglichkeit finden, Dogmatismus abzuschaffen. Irrlehre kann nur dann in einer Gemeinde akzeptiert werden, wenn die Menschen nicht länger einen Maßstab für biblische Lehre haben. Und genau das geschieht. Diese Kräfte, die außerhalb der Bibel stehen, verlangen Akzeptanz, verlangen einen Platz in der Gemeinde, und so schieben sie den Dogmatismus zur Seite. Die Betonung in der Gemeinde verschiebt sich dann von der Verkündung biblischer Lehre für den Kopf, damit die Menschen Gott durch sein Wort größere Ehre erweisen, zur Herbeiführung angenehmer Emotionen, guter Gefühle und persönliche Bequemlichkeit. Die Anbetung verfällt dann vom Singen der Wahrheit über Gott, von Musik, die sich auf theologischen Text konzentriert, auf die Art von Musik, bei der sieben Worte elfmal wiederholt werden, dominiert von Lautstärke, Rhythmus und Harmonie, um eine behagliche, angenehme und sinnliche Stimmung hervorzurufen. Es gibt also eine Abschwächung der Klarheit und Überzeugung der biblischen Lehre. Die Menschen wissen nicht, welche Lehren sie glauben, die Lehren sind ihnen nicht klar und sie haben keine Überzeugungen zu diesen Lehren.

Damit einher geht zweitens das Versagen, eine antithetische Stellung einzunehmen. Ich will hier nichts zu technisch werden, aber es ist ein Versagen, antithetisch zu sein. Der Relativismus herrscht vor. Er herrscht wirklich in unserer Welt vor und er herrscht sogar in der Gemeinde vor. Es gibt diese Art von subjektiver Einstellung zu allem, eine relativistische Perspektive. Wir wollen alles akzeptieren und wir verstehen nicht, wie wichtig es ist, antithetisch zu sein. Mit antithetisch meine ich These und Antithese, es gibt also wahr und falsch. Es gibt das, was richtig ist, und das, was falsch ist. Und so klar ist das. Und die Bibel ist absolut. Sie ist objektiv. Sie macht die Wahrheit klar und sie macht Irrlehren klar. Sie konfrontiert, sie sondert ab und sie scheidet Wahrheit von Irrlehre. Aber diese Art von Schwarz-Weiß-Ansatz, diese Art von antithetischem Ansatz, dass es die Wahrheit gibt und dass es das gibt, was der Wahrheit entgegensteht, eckt bei Menschen an und wird, ehrlich gesagt, allmählich fast fanatisch. Wenn ihr jemand seid, der die Dinge sehr schwarz und weiß betrachtet, werdet ihr fast als verrückter Fanatiker betrachtet. Aber die Bibel ist ganz klar so. Wenn ihr zurückblickt auf die Schrift, gab es im Garten von Eden zwei Bäume, der eine war erlaubt, der andere war verboten. Unser Schicksal - zwei Orte, an die wir kommen können, ein Himmel, eine Hölle, die zwei Wege, Gottes Weg und der Weg von allen anderen. Die Menschen sind entweder errettet oder verloren, sie gehören entweder zu Gottes Kindern oder zu der Welt. Sie kommen entweder durch Christus zum Heil oder sie tun es nicht. Es gibt den Berg Garizim, den Berg des Segens, und Ebal, den Berg des Fluches. Es gibt die schmale Pforte und die breite Pforte, ewiges Leben und ewige Zerstörung. Alle Leute um uns herum sind entweder für uns oder gegen uns; Jesus sagte, es gibt Leben und Tod, Wahrheit und Falschheit, Gut und Böse, Licht und Finsternis, das Reich Gottes und das Reich Satans, Liebe und Hass, geistliche Weisheit und die Weisheit der Welt etc. etc. Die Bibel ist immer sehr schwarz und weiß. Selbst im Alten Testament wurden die Israeliten gelehrt, zwischen rein und unrein zu unterscheiden. Das ganze Leben war antithetisch. Es gab Gottes Weg und jeden anderen Weg. Wir haben diese Perspektive der Wahrheit und Realität verloren.

Das dritte Element, das zu dieser Abweichung beiträgt, ist etwas, was ich als Sorge um unser Image bezeichnen möchte, als ein Schlüssel zur Evangelisation … die Sorge um unser Image als ein Schlüssel zur Evangelisation. Es geht um Stil, es geht darum, ein Image zu erzeugen, das euch bei den Menschen beliebt macht. Es geht, laut Jakobus 4, 4, um Freundschaft mit der Welt, Freundschaft mit der Welt … der Versuch, ein Freund der Welt zu werden, und Jakobus schrieb: „Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes!“ Das sollte die ganze Bewegung zum Einsturz bringen. Wenn ihr ein Freund der Welt sein wollt, werdet ihr Gottes Feind sein. Das müsst ihr sein. Um ein Freund Gottes zu sein, müsst ihr der Feind der Welt sein. Ihr könnt die Kultur nicht anpassen. Heutzutage wird die Sorge um das Image zum Schlüssel für die Evangelisation, um irgendwie zum Freund der Welt zu werden.

Es gibt ein viertes Element, was dazu beiträgt, ich werde euch einen kurzen Überblick darüber geben. Wenn ihr eine Kopie dieses Buches habt, könnt ihr noch viel mehr Details darüber herausfinden. Das vierte Element ist das Versagen, die Schrift richtig auszulegen … das Versagen, die Schrift richtig auszulegen. Die Bibel sagt uns, wir sollen eifrig danach streben, uns Gott als bewährt zu erweisen, oder gewissenhaft danach streben uns vor Gott zu bewähren, ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. In Apostelgeschichte 17, 11 werden wir aufgefordert, uns wie die edlen Beröer zu verhalten, die die Schrift erforschten, ob es sich so verhalte. Die Menschen verfallen der Irrlehre nicht absichtlich, sie sind nicht motiviert, der Irrlehre zu verfallen. Sie verfallen der Irrlehre aufgrund von Faulheit, aufgrund von Unachtsamkeit, aufgrund von Gleichgültigkeit, aufgrund von mangelnder Überzeugung im Hinblick auf die Schrift. Sie legen die Schrift nicht richtig aus. Wir werden das nächste Woche sehen, wenn wir uns wieder mit den Pharisäern und den Schriftgelehrten befassen; die letzte Aussage, die Jesus über sie macht, ist, dass sie den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen haben. Und der Schlüssel der Erkenntnis ist richtige Auslegung. Wenn ihr wissen wollt, was die Schrift meint, müsst ihr sie richtig auslegen. Was die biblische Auslegung angeht, ist die Gemeinde heutzutage in vielen Fällen sehr gleichgültig.

Hier sind also die Gründe, warum es weniger Scharfsichtigkeit in der Gemeinde gibt. Es liegt an mangelnder Klarheit und Überzeugung der biblischen Lehre. Es liegt an mangelndem Verständnis, das Dinge objektiv und absolut sind. Es liegt an der Sorge um unser Image als der Schlüssel zur Evangelisation, um Freunde der Welt zu werden. Und am mangelndem Interesse daran, die Schrift richtig auszulegen.

Ich würde sogar noch ein fünftes Element einwerfen und das wäre fehlende Gemeindezucht … fehlende Gemeindezucht. Ihr sagt: „Wo liegt das Problem?“ Das Problem besteht einfach darin, dass die Gemeinde Häretiker und Sünder anhäuft, die keinen wirklichen Einblick in die Schrift haben. Und während die Gemeinde die Nicht-Wiedergeborenen und jene, die falsche Dinge lehren und glauben, anhäuft, stumpft sie die Schneide des kritischen Urteilsvermögens hoffnungslos ab. Wir sorgen dafür, dass diejenigen, die Irrlehren und Sünden verfallen sind, sich wohlfühlen, und wenn wir uns diesem Verhalten verpflichten, können wir nichts sagen, dass bei ihnen Anstoß erregen wird.

Und dann gibt es ein letztes Element, das dazu beiträgt, nämlich geistliche Unreife … geistliche Unreife. Ein oberflächliches Verständnis der Schrift, ein schwaches Verständnis gesunder Lehre, eine mangelhafte Perspektive Gottes ist ein Zeichen geistliche Unreife. Kritisches Urteilsvermögen ist den Reifen vorbehalten. Das steht in Hebräer 5. Das gilt eigentlich für Ungläubige, aber der Grundsatz ist derselbe. Hebräer 5, 12: „Denn obgleich ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr es wieder nötig, dass man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein Unmündiger. Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übung geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen.“ Es sind die Reifen, die zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Ich meine, das stimmt auch im menschlichen Sinne, nicht wahr? Wir sagen von Kindern, dass es ihnen an Urteilsvermögen mangelt. Sie treffen keine guten Entscheidungen. Deshalb wurden Eltern erfunden. Geistliches Urteilsvermögen ist kritisch … kritisch.

Und all diese Elemente, die ich euch kurz genannt habe, sind Kräfte, die dagegen wirken. Lasst uns nun zu Judas zurückkehren. Judas sagt also, dass eure Fähigkeit, in einer Zeit der Abtrünnigkeit zu überleben, in wesentlichem Maße davon abhängt, dass ihr euch auf euren allerheiligsten Glauben erbaut. Das ist kritisch, wie wir in Vers 20 gesehen haben.

Lasst uns jetzt zu unserer Gliederung vom letzten Mal zurückgehen. Es gibt vier notwendige Elemente, um zu überleben. Erstens, erinnert euch … erinnert euch. Vers 17: „Ihr aber, Geliebte, erinnert euch an die Worte, die im voraus von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus gesprochen worden sind, als sie euch sagten: ‚In der letzten Zeit werden Spötter auftreten, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten wandeln.‘ Das sind die, welche Trennungen verursachen, natürliche [Menschen], die den Geist nicht haben.“

Und er sagt, das Erste, was ihr machen müsst, um zu überleben, ist, euch zu erinnern … erinnert euch, dass die Apostel unseres Herrn Jesus Christus gesagt haben, dies würde passieren. Übrigens, Vers 18 ist ein Zitat aus 2. Petrus 3, 3. Petrus war einer der Apostel und er war derjenige, den er als Illustration verwendet, obwohl es nicht nur ein Apostel unseres Herrn Jesus ist, der dies vorhersagte, alle Apostel taten das, und er zitiert dies nur als eine Illustration aus der Epistel, die Petrus früher geschrieben hatte, 2. Petrus 3, 3.

Es geht hier um Folgendes: Wenn ihr Abtrünnigkeit um euch herum seht, seid nicht überrascht, als ob etwas geschehen sei, um Gottes Pläne aus der Bahn zu werfen, als ob Gott entmachtet worden sei, als ob die Dinge nicht so geschähen, wie Gott sie geplant hätte, dies war vorhergesagt. Ihr versteht, dass das sehr, sehr wichtig ist, dass die Schrift dies vorher sagt, denn wenn dies nicht vorhergesagt wäre, wäre es sehr schwer zu begreifen. Dann würde es fast so scheinen, als ob alle Bemühungen Gottes und Christi, alle Bemühungen des Heiligen Geistes bei der Gründung der Gemeinde schief gegangen sein, und sehr früh schief gegangen sein, da die Gemeinde schon im ersten Jahrhundert begann, zu zerfallen. Gegen Ende des Jahrhunderts gibt es bereits diese sieben Briefe an die Gemeinden im Buch der Offenbarung, Kapitel 2 und 3; fünf dieser Gemeinden hatten sich bereits von der Wahrheit abgewandt, auf die eine oder andere Weise, und von da an ging es bergab. Und man würde sagen „Nun, das ist eine schreckliche Sache, was auch immer der Herr vorhatte, er war unfähig, es zu erreichen“, abgesehen von der Tatsache, dass ihr euch daran erinnern werdet, dass die Propheten dies vorhersagten. Und es ist unausweichlich, denn was immer Gott mit seiner Wahrheit vorhat, Satan wird versuchen, dies mit seinen Lügen und seiner Täuschung anzugreifen, und er wird so viel Erfolg haben, wie Gott ihm zugesteht. Deshalb sind wir nicht überrascht, dass diese Menschen, diese falschen Führer, daherkommen und die Wahrheit verspotten, dass sie nach ihren gottlosen Lüsten wandeln, dass sie sich absondern, als stünden sie über allen anderen, während sie in Wahrheit sinnlich statt geistlich sind und den Geist nicht haben. Sie sind genauso wie die Pharisäer, von denen wir heute Morgen gesehen haben, dass sich in ihrem Inneren kein Wandel vollzogen hat.

Die erste Reaktion an die uns umgebende Welt der Abtrünnigen ist also, uns daran zu erinnern, dass die Apostel sagten, sie würden kommen und man könne sie anhand dieser Charakteristiken erkennen. Sie sondern sich ab, sich erheben sich selbst, sie scheinen heiliger als alle Anderen zu sein. In Wahrheit sind sie nicht geistlich sondern sinnlich und sie kennen weder Gott noch haben sie seinen Geist. Sie haben den Geist nicht.

Als Erstes müssen wir uns an die Worte der Apostel erinnern, die sagten, es würde kommen; das Zweite ist, zu verharren … zu verharren. Uns an die Worte der Apostel erinnern und in den Disziplinen der Heiligung verharren. In den Disziplinen der Heiligung verharren. Das ist ein sehr, sehr wichtiges Element. Um euch davor zu schützen, in die Irre geführt zu werden, um euch im Prozess der Heiligung zu bewahren, um eure Nützlichkeit zu bewahren, gibt es einige grundlegende Disziplinen, die ihr beibehalten müsst. Deshalb beginnt er Vers 20 ebenso wie Vers 17 und sagt dieselbe Sache: „Ihr aber, Geliebte“, und dann folgen vier Gebote, vier Gebote. Drei davon sind eigentlich Partizipien mit der Kraft eines Imperativs, das vierte ist ein Verb im Imperativ.

Das erste Gebot, und wie ich schon sagte natürlich die Grundlage, besteht darin, euch auf euren allerheiligsten Glauben zu erbauen. So schützt ihr euch. So widersteht ihr. So schützt ihr die Wahrheit. So bewahrt ihr die Wahrheit. So kämpft ihr den Kampf, ihr werdet stark in der biblischen Lehre, ihr erbaut euch auf eurem allerheiligsten Glauben. Übrigens, dieses Verb, euch erbauen, bezieht sich natürlich auf metaphorisches Bauen, auf geistliche Entwicklung, auf geistlichen Fortschritt, auf geistliches Wachstum. Und das fordert die Gemeinde wieder zur Priorität der gesunden Lehre, der Priorität der Wahrheit auf. Allerheiligster Glaube ist objektiv. Er kann nicht subjektiv sein. Er kann nicht euer persönlicher Glaube sein, denn euer persönlicher Glaube ist nicht allerheiligst. Würdet ihr dem zustimmen? Euer persönlicher Glaube ist eine Mischung. Aber die Wahrheit ist der allerheiligste Glaube. Das bedeutet jene Wahrheit, die von Gott kommt. Jene Wahrheit, die von Gott kommt. Es ist Gottes heilige Wahrheit. Deshalb werden wir also aufgefordert, uns auf der Grundlage unseres allerheiligsten Glaubens aufzuerbauen.

Das läuft letztendlich darauf hinaus, das Wort Gottes zu studieren, mit der Absicht, ihm gehorsam zu sein, man könnte vermutlich sagen, das Wort Gottes zu lernen und es anzuwenden. Zurück zu Apostelgeschichte 20, das ist so grundlegend und ich weiß, dass viele von euch das wissen, aber für viele andere von euch ist das neu. Hört einmal auf Apostelgeschichte 20,32, Kapitel 20 der Apostelgeschichte ist eine Art Zusammenfassung der gesamte Lehre von Paulus an die Gemeinde in seinen Episteln, und in Vers 32 sagt er: „Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das Kraft hat, euch aufzubauen.“ Es ist das Wort, das euch aufbaut. Wenn ihr euch also aufbauen wollt, so müsst ihr das durch Gottes Wort tun. Es ist das Wort, das aufbaut.

1. Petrus ist eine weitere Bibelstelle, die sich dazu äußert. „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Verleumdungen, und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst“, 1. Petrus 2, 1. Damit ihr durch sie heranwachst. Wenn ihr die Schrift auch nur ein wenig studiert, dann wisst ihr, dass hier zum wiederholten Male die Erbauung durch das Studium von Gottes Wort und dessen treuer Anwendung betont wird. Es gibt Menschen, die studieren es und wenden es nicht an und dann wird es zu einem Härtemittel.

In 1.Korinther 14, 26 heißt es: „Alles laßt zur Erbauung geschehen … zur Erbauung!“ Ihr lehrt zur Erbauung. Ihr gebt eine Offenbarung von Gott zur Erbauung. Ihr dolmetscht eine Sprache zur Erbauung. Ihr habt einen Psalm oder ein Lied zur Erbauung. Alles, was die Gemeinde tut, soll der Erbauung dienen. Zum Beispiel die Leiter der Gemeinde, wie in Epheser 4, 11: „Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen.“ Und was tun Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer? Sie lehren und predigen das Wort Gottes, das euch erbaut. Es gibt kein anderes Werkzeug, kein anderes Mittel, das zu tun. Das ist das Werkzeug, das Gott uns für unsere eigene geistliche Entwicklung gegeben hat.

In Kolosser 2, 6 heißt es: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid.“ Gewurzelt in dem Glauben, der euer persönlicher Glaube geworden ist.

Letztendlich dreht sich hier also alles um geistliche Entwicklung. Noch eine weitere Textstelle, die wir vor einigen Monaten in 1. Johannes als Erinnerung betrachtet haben, 1. Johannes 2. Wir könnten diesen Punkt unmöglich bearbeiten, ohne uns darauf zu beziehen. 1. Johannes 2, 12: „Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen.“ Okay? Wir alle sind, in gewissem Sinne, wie kleine Kinder, unsere Sünden wurden uns vergeben. Dann sortiert er uns in drei Gruppen zunehmender Weisheit: „Ich schreibe euch, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt. Ich habe euch geschrieben, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich habe euch geschrieben, ihr jungen Männer, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt.“ Das sind die drei Stufen der geistlichen Entwicklung: Kinder, junge Männer und Väter.

Kleine Kinder kennen Gott, aber das ist ungefähr das Ausmaß ihrer Kenntnis, nicht viel mehr. Junge Männer sind stark, das Wort Gottes bleibt in ihnen und sie haben den Bösen überwunden, weil der Böse in erster Linie ein Verführer ist. Der Status der geistlichen Väter geht also über die einfache Kenntnis des Wortes hinaus und sie beginnen, Gott auf intime Weise kennenzulernen, weil sie durch sein Wort Kontakt mit ihm haben. Es gibt also drei Stufen des geistlichen Wachstums und das alles hängt davon ab, dass wir Gottes Wort lernen und anwenden. Der Apostel Paulus schreibt an Timotheus: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ Ihr könnt den Prozess der Heiligung nicht ohne die Schrift durchlaufen. Ich möchte an dieser Stelle noch sagen, dass das natürlich eines der Dinge ist, die wir versuchen, den Pastoren zu vermitteln, wenn sie hier sind, wie diese Woche oder zu irgendeiner anderen Zeit; es geht nicht darum, den Menschen eure eigenen Ideen zu vermitteln, Geschichten zu erzählen und sie mit Bibelversen zu spicken. Und genau das tat ich einen ganzen Tag lang; der erste Tag diente dazu, ihnen die unbeabsichtigten Konsequenzen einer mangelnden Auslegung der Schrift zu zeigen. Wir reden hier nicht davon, eure Ideen mit Bibelstellen zu belegen, wir reden nicht von einem minimalen Verständnis der Schrift, wir reden davon, uns in die Schrift zu stürzen, um die tiefen Dinge Gottes zu verstehen. Und deshalb fordert uns das Neue Testament wiederholt zu dieser Disziplin auf, das Wort Gottes zu studieren und seine tiefen und fundierten Wahrheiten zu verstehen und zu erfassen, damit wir sie in unserem Leben anwenden können.

Die erste Sache, die also notwendig ist, wenn ihr die Heiligung inmitten der Abtrünnigkeit weiter fortsetzen wollt, besteht darin, euch in eurem allerheiligsten Glauben aufzubauen. Ihr tut alles, was ihr könnt, und um an einem Punkt zu sein, wo ihr vom Wort Gottes durch die Lehre und die Verkündigung und die Ressourcen, die von eurer Gemeinde bereitgestellt werden, erbaut werdet, und in jedem anderen Bereich und durch die Gemeinschaft von Gottes Kindern, dem Leib Christi, ebenso wie durch euer eigenes, persönliches Studium und das Werk des Heiligen Geistes im Wort, wenn ihr alleine lernt.

Das wird begleitet vom zweiten Element, dem Beten im Heiligen Geist … beten im Heiligen Geist. Euch auf euren allerheiligsten Glauben auferbauen und im Heiligen Geist beten. Das bedeutet, dass ich zwar lerne und studiere, es ersetzt aber meine Abhängigkeit von Gott nicht. Wir sind immer von Gott abhängig. Was bedeutet es, „im Heiligen Geist zu beten?“ Es gibt einige Menschen, die sich darauf stürzen würden und behaupten, es bedeutet, in Zungen zu reden. Das bedeutet es in keiner Weise. Es hat nichts damit zu tun. Was bedeutet es, „im Heiligen Geist zu beten?“ Es bedeutet einfach, im Einklang mit dem Willen des Heiligen Geistes zu beten, im Einklang mit dem Willen des Heiligen Geistes zu beten. Sich beim Beten dem Heiligen Geist zu ergeben.

Schlagt einmal Römer Kapitel 8 auf, dort wird die Bedeutung erklärt. Römer Kapitel 8 ist eine sehr aussagekräftige Bibelstelle. Wir zitieren oft Vers 28, aber die beiden Verse davor geben ihm den richtigen Rahmen. In Römer 8, 26 heißt es: „Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe, denn“, in der Mitte von Vers 26, „wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt.“ Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt. Was bedeutet das? Nun, erst einmal weiß ich nicht, was Gott will. Ich weiß, dass er Gerechtigkeit und nicht Sünde will. Ich weiß, dass er geehrt werden will und nicht entehrt, das weiß ich. Aber wenn es um Fragen des Alltags geht, weiß ich nicht, welche Richtung ich nach Gottes Willen einschlagen soll. Ich weiß nicht, welches Ziel er hier oder dort verfolgt, ich kenne seinen Willen in dieser oder jener Angelegenheit nicht, wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt. Wir wissen es nicht, weil wir die Zukunft nicht kennen. Wir wissen nicht, was kommen wird. Wir können Fragen des alltäglichen Lebens nicht deuten. Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt. Aber der Heilige Geist tritt für uns ein. Das ist eine erstaunliche Realität. Der Heilige Geist, der in uns lebt, tritt ständig für uns ein. Und dann heißt es: „Mit unaussprechlichen Seufzern … mit unaussprechlichen Seufzern.“

Der Heilige Geist seufzt in uns. Der Heilige Geist drückt quasi in unserem Namen einen gewissen Schmerz, eine gewisse Qual, gewisse Sorgen, eine gewisse Leidenschaft und eine gewisse Sympathie gegenüber Gott aus. Und das geschieht nicht in Worten. Es gibt auch hier wieder Charismatiker, die denken, dies beziehe sich auf das Zungenreden. Hört mir gut zu. Hier steht nicht, dass wir in Worten sprechen, hier steht, dass der Geist spricht oder für uns eintritt, aber er spricht nicht in Worten, er tritt für uns mit unaussprechlichen Seufzern ein. Hier geht es nicht darum, dass wir Kauderwelsch reden, hier geht es darum, dass der Geist Gottes leidenschaftlich vor Gott dem Vater für uns eintritt, mit Seufzern, die der Vater versteht, dafür sind keine Worte erforderlich. Und in Vers 27 heißt es: „Der aber die Herzen erforscht“, das ist Gott, der Vater, „weiß, was das Trachten des Geistes ist; denn er tritt so für die Heiligen ein, wie es Gott entspricht.“

Hier ist der Punkt, um den es geht. Der Geist betet die ganze Zeit für euch. Wisst ihr, wir haben einen Fürsprecher im Himmel, Jesus Christus unseren Hohepriester, der für uns im Himmel eintritt. Wir haben auch einen Fürsprecher, der in uns lebt, da euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist. Euer ganzes Leben lang als Christ tritt der Geist Gottes in eurem Namen vor Gott für euch ein und der Geist tut das mit Barmherzigkeit und Sympathie und Mitgefühl und Sorge für euch. Und er tritt vor den Thron Gottes in einer Kommunikation zwischen der Dreieinigkeit, die keiner Worte bedarf. Aber der Vater versteht den Sinn des Geistes vollkommen, weil sie eins sind und der Vater weiß, dass der Geist gemäß seinem Willen Fürbitte leistet. Der Heilige Geist steht also die ganze Zeit in perfekter Harmonie mit Gottes Willen vor Gott. Und aus diesem Grund ist Vers 28 wahr: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“

Was bedeutet es also, dass der Heilige Geist so für uns betet, was bedeutet es, im Geist zu beten? Es bedeutet einfach Folgendes: Wenn ihr im Geist betet, betet ihr im Einklang mit dem Willen Gottes. Es ist dasselbe, als würden wir sagen: „Bete in Jesu Namen.“ Was bedeutet „Betet in Jesu Namen? “ Es bedeutet nicht, den Namen Jesu einfach ans Ende anzuhängen und damit quasi alles zu heiligen, sodass ihr alles bekommt, worum ihr bittet. In Jesu Namen zu beten, bedeutet, im Einklang mit seinem Willen zu beten. In Johannes 14 lesen wir, wenn ihr etwas in meinem Namen bittet, wird der Vater es hören und tun. Also alles, was mit dem, wer ich bin und was ich wünsche, im Einklang steht. Im Geist zu beten bedeutet einfach, sich auf den Willen Gottes auszurichten, sodass ich einerseits das Wort Gottes aufsauge, ich nehme es in mir auf, und andererseits ist mein ganzes Leben einfach vor Gott ausgebreitet, mit diesem all umspannenden Gebet, das die treibende Kraft in meinem Leben ist und das einfach lautet „Herr, tue, was du willst … tue, was dir gefällt.“ Ich will, dass meine Gebete im Einklang mit den Gebeten des Heiligen Geistes sind. Im Geist zu beten, sich im Gebet dem Heiligen Geist zu ergeben, beten, dass der Wille des Vaters und der Wille des Geistes und der Wille des Sohnes geschehe, beten im Einklang mit Gottes Willen. Und dann sind wir dem Geist Gottes ergeben. Ist es, als würden wir in seinem Willen und seiner Macht ruhen. Einerseits werden wir also zu dieser Disziplin des Studiums aufgerufen. Andererseits werden wir zu dieser Disziplin der Unterordnung aufgerufen.

Und dann gibt es ein notwendiges drittes Element im Verharren und das besteht darin, euch in der Liebe Gottes zu bewahren … euch in der Liebe Gottes zu bewahren. Dieses Verb ist kein Partizip, sondern ein Imperativ. Und in gewissem Sinne könnte es als Kern dieser Sache betrachtet werden, als ob alle anderen Partizipien es umgeben, und es funktioniert tatsächlich so. Euch auferbauen, im Heiligen Geist beten und sogar das vierte Element, warten … warten oder hoffen auf die Barmherzigkeit des Herrn Jesus Christus in der Zukunft. Sie alle umgeben in gewissem Sinne den Hauptgedanken, euch in der Liebe Gottes zu bewahren.

Was bedeutet es, sich oder euch in der Liebe Gottes zu bewahren? Es bedeutet, im Einflussbereich von Gottes Liebe zu bleiben. Ihr sagt jetzt: „Moment mal, nichts kann mich von der Liebe Gottes in Christi trennen, nichts, das lesen wir in Römer 8, nichts kann das.“ Nun, er spricht hier nicht davon, euer Heil zu bewahren, er sagt nicht: „Bleibt gerettet … nehmt keine Stellung ein, in der Gott euch plötzlich hassen wird.“ Wir wissen, dass er das hier nicht sagt, denn in Vers 24 steht: „Dem aber, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen ...“ Und in Vers 1 lesen wir, dass ihr berufen seid, dass ihr geliebt seid und dass ihr bewahrt seid. Er beginnt mit unserer Sicherheit und er endet mit unserer Sicherheit. Er stellt unsere Sicherheit hier nicht infrage und er fordert uns hier nicht auf, errettet zu bleiben. Es ist wahr, dass Römer 8, 28 ganz bis zum Ende des Kapitels sagt, dass nichts uns je von seiner Liebe trennen wird.

Wovon aber spricht er hier eigentlich, „bewahrt euch in der Liebe Gottes?“ Er meint einfach Folgendes: Behaltet die Stellung bei, in der ihr den Segen erfahrt, den Gottes Liebe bringt. Er meint, macht euch bei Gott nicht unbeliebt. Ich glaube, als Eltern versteht ihr das. Ihr wisst, was es für eure Kinder bedeutet, sich so zu verhalten, dass sie eure Liebe in ihrer ganzen Fülle genießen können, nicht wahr? Es bedeutet, versetzt euch nicht in eine Lage, wo ihr seinen Zorn spüren werdet, seine Züchtigung, seine Strafe. In Johannes 15, glaube ich, gibt es eine Illustration, die das verdeutlichen sollte. In Johannes 15, 9 und 10 heißt es: „Gleichwie mich der Vater liebt, liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe!“ Was meinst du mit „bleibt in meiner Liebe?“ „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe.“ Ich habe die Gebote meines Vaters gehalten, jetzt bleibe ich in seiner Liebe.

Was bedeutet es, euch in der Liebe Gottes zu bewahren? Es bedeutet, gehorsam zu bleiben. Und wenn ihr gehorsam bleibt, werdet ihr Gottes Liebe in seiner ganzen Fülle genießen. Für mich ist das in meiner Vorstellung immer ein großes „O“, ein großes O. Das ist der Kreis, wo Gottes Liebe mit all seinem Segen herunterkommen und er repräsentiert Gehorsam (Obedience). Solange ich gehorsam lebe, werde ich Gottes Liebe und Segen in ihrer ganzen Fülle genießen. Sobald ich ungehorsam werde, verlasse ich den Ort des Segens und betrete den Ort der Züchtigung. Ich befinde mich dann in Hebräer Kapitel 12, nicht wahr, wo wir über die Züchtigung des Herrn lesen; er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. Ich würde mich lieber am Ort des Segens befinden, als am Ort der Züchtigung, ihr nicht? Wollt ihr überleben? Wollt ihr in eurem Verständnis des Wortes wachsen? Ordnet euch dem Willen Gottes unter, das bedeutet, betet im Heiligen Geist, ordnet euch dem unter, was der Geist Gottes tun will, und seiner Leitung und Richtung in eurem Leben, die natürlich vollkommen mit dem Wort Gottes verbunden ist. Und behaltet die Stellung des Gehorsams bei. Bleibt in dem Einflussbereich, wo Liebe selbst inmitten von Abtrünnigkeit ausgeschüttet wird.

Und es gibt ein viertes Element und das vierte Element ist das eifrige Hoffen, Vers 21, auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Hoffen auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben.

Es bedeutet einfach, in Erwartung der Wiederkunft Christi zu leben. Lebt in Erwartung der Ewigkeit. Lebt in Erwartung der Zukunft. Lebt in freudiger Erwartung der Wiederkunft unseres Herrn. Wartet begierig auf die Wiederkunft Christi. Richtet eure Liebe darauf aus. In 1. Thessalonicher Vers 10 werden die Thessalonicher als Menschen beschrieben, die Gottes Sohn aus dem Himmel erwarten, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. Johannes sagte: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich.“ Das ist eine Hoffnung, die euer Leben läutert, wenn ihr wisst, dass er kommen wird und ihr eifrig darauf wartet, ihn zu sehen und Rechenschaft über euer Leben abzulegen. Paulus schreibt in Titus 2, 13: „Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ Und wenn wir das tun, lehrt uns das, Gottlosigkeit zu verleugnen und weltliche Gelüste, vernünftig zu leben, gerecht und gottesfürchtig in diesem Zeitalter. Lebt in Erwartung von Christi Wiederkunft und eurer Belohnung und ihr werdet ihn von Angesicht zu Angesicht sehen und hören, wie er sagt: „Gut gemacht.“

Das Verb, das hier verwendet wird, „hoffen“, prosdechomai, bedeutet, „mit großer Erwartung zu warten“. Es bedeutet buchstäblich, euer ganzes Leben so zu führen, dass wir eifrig auf die Rückkehr des Herrn warten, statt zu sagen: „Meine Güte, ich hoffe, der Herr kommt nicht nächsten Dienstag, wenn ich dieses oder jenes geplant habe.“ „Ich hoffe, der Herr kommt nicht, wenn ich dies oder jenes tue.“ „Ich hoffe, der Herr kommt nicht, bis sich diesen oder jenen kleinen Plan, an dem ich hier arbeite, beendet habe“, bei irgendeiner Art von Unehrlichkeit oder Untreue oder was auch immer. „Ich hoffe, der Herr kommt nicht.“ Ihr solltet so leben, dass ihr jeden Moment für seine Wiederkunft bereit seid, und euch nie schämen müsstet, wenn er zu jedem beliebigen Moment in eurem Leben erscheinen würde.

Wir werden also zu dieser Disziplin aufgefordert, der Disziplin, uns aufzuerbauen auf unserem allerheiligsten Glauben, im Heiligen Geist zu beten, das deutet, dass unsere Gebete stets im Einklang mit dem Geist sind und sich ihm unterordnen. Uns in der Liebe Gottes zu bewahren, das bedeutet, die Stellung beizubehalten, wo wir seinen Geboten gehorsam sind. Und erwartungsvoll und froh auf diesen höchsten Ausdruck der Barmherzigkeit zu hoffen und immer dafür bereit zu sein. Ich liebe das, diesen höchsten Ausdruck der Barmherzigkeit, die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus, die uns ewiges Leben bringt. Das ist ein einzigartiger Ausdruck, um seine Wiederkunft zu beschreiben. In Epheser 2, 4 lesen wir, dass wir bei unserer Errettung Erbarmen erhalten. Sein großes Erbarmen hat uns errettet. Seine Barmherzigkeit ist neu jeden Morgen, Klagelieder 3. Und in Judas 2 erfahren wir, dass uns seine Barmherzigkeit mehr und mehr widerfahren wird: „Barmherzigkeit, Friede und Liebe widerfahre euch mehr und mehr!“ Aber Judas denkt hier nicht an vergangene Barmherzigkeit oder gegenwärtige Barmherzigkeit, er denkt hier an die größte Barmherzigkeit von allen, die wir am wenigsten verdienen, und das ist das ewige Leben in seiner ganzen Fülle. Das ist größte Barmherzigkeit von allen. Wir verstehen das, nicht wahr? Ihr verdient es nicht, in den Himmel einzuziehen, nicht wahr? Ich auch nicht. Das ist der größte Ausdruck der Barmherzigkeit. Paulus schreibt in Kapitel 1 seines Briefes an Timotheus: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin. Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren.“ Und was war dieses Erbarmen? Das Erbarmen war, dass ich ewiges Leben erhalten würde. Und deshalb sagt er: „Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Er bricht in Lobpreis auf Gott aus, wenn er über diesen höchsten Ausdruck der ewigen Barmherzigkeit nachdenkt. Es ist Barmherzigkeit, dass euch vergeben wurde und ihr gerechtfertigt wurdet. Es ist Barmherzigkeit, dass ihr geheiligt werdet. Aber der höchste Ausdruck der Barmherzigkeit besteht in seiner Barmherzigkeit, euch zu verherrlichen. Deshalb heißt es in Psalm 138 Vers 8 über Gottes Barmherzigkeit: „Deine Gnade währt“, … wie lange?, „… ewiglich.“ Unsere Verherrlichung ist der höchste Ausdruck der Barmherzigkeit.

Und deshalb leben wir unser ganzes Leben auf diese Weise. Wir leben unser ganzes Leben quasi als Insel in einem Meer der Abtrünnigkeit, gestärkt, sicher, beschützt, nützlich, weil wir im Glauben auferbaut werden, im Geist beten, Gott gehorsam sind und uns deshalb in dem Kreis befinden, wo seine Liebe einen Segen nach dem anderen ausschüttet, und wir leben in Erwartung seiner Rückkehr und unseres ewigen Lebens, des höchsten Ausdrucks der Barmherzigkeit uns gegenüber. Das sind die Kerndisziplinen des christlichen Lebens … Bibelstudium, Gebet, Gehorsam und Hoffnung. Dazu werden wir in dieser Welt aufgerufen.

Nun, wir müssen das nächstes Mal beenden. Es gibt noch einen dritten Punkt in meiner kurzen Zusammenfassung, ich werde ihn euch nennen und dann nächste Woche darüber sprechen – erinnern, verharren, und die Hand ausstrecken. Habt Erbarmen mit denen, die Zweifel haben, und rettet andere, indem ihr sie aus dem Feuer reißt. Inmitten dieser Abtrünnigkeit sind wir, in gewissem Sinne, eine Insel in einem Meer der Täuschung, aber wir dürfen nicht isoliert sein. Und nächstes Mal werden wir uns damit und dann mit dieser herrlichen Segnung befassen.