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Die Lehre der Auserwählung, Tiel 2 (German)

Ausgewählte Schriftstellen September 26, 2004 de90-274

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Wir werden uns jetzt dem Wort Gottes zuwenden, das uns hoffentlich erquicken wird. Wir werden über die Lehre der Auserwählung reden – auserwählt von Gott. Wer hat wen gewählt? Und ihr wisst ja, dass das keineswegs unumstritten ist. Die Lehre der souveränen Auserwählung, die Wahrheit der Vorherbestimmung, wird viel diskutiert und die meisten Diskussionen arten in ein hitziges Wortgefecht aus. Es wäre nicht einmal eine Übertreibung, zu sagen, dass es Leute gibt, die diesen Gedanken der Vorherbestimmung hassen. Es gibt Leute, die den Gedanken göttlicher Auserwählung, göttlicher Wahl, hassen. Es gibt sogar einige Leute, die sagen, die Lehre sei dämonisch, die Lehre selbst sei satanisch. Es ist solch ein Affront gegen ihr Gefühl der Fairness und ihr Gespür für das, was sie für richtig halten, dass es Leute gibt, die sich Christen nennen und die diese Wahrheit lieber als etwas sehen würden, was vom Feind Gottes kommt, als von Gott selbst.

Für viele Menschen scheint es, rein rationell betrachtet, unfair, dass Gott auswählt, wer errettet werden wird. Andere Leute finden es emotional schwierig, zu akzeptieren und zu ertragen, dass Gott entscheidet, wen er rettet. Wieder andere, und vielleicht auch die ersten Beiden, empfinden das als Angriff auf den freien Willen, die menschliche Entscheidungsfreiheit, welche viele Leute für eine Art von Menschenrecht halten. Und ich verstehe diese Gefühle. Es ist eine schwierige Lehre, die es hier zu akzeptieren gilt. Alle von uns, die begriffen haben, was die Bibel über die Lehre der Auserwählung lehrt, mussten sich mit den rationalen Argumenten auseinandersetzen, die besagen, dass das unfair erscheint, dass das ungerecht erscheint, dass es nicht recht und billig erscheint, dass es so nicht sein kann. Wir alle mussten uns mit den emotionalen Aspekten von „Es ist tragisch und traurig, dass Gott einige Sünder übergeht“ auseinandersetzen. Wir alle mussten uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass wir zwar einen Willen und eine Wahl haben, dass diese jedoch letztendlich nicht unabhängig von Gott sind.

Ich verstehe also, wie ihr euch fühlt. Ich verstehe, was ihr denkt. Ich verstehe all diese Dinge, weil niemand ein biblisches Verständnis der Lehre souveräner Auserwählung erlangt, ohne diese Fragen durchzuarbeiten. Aber schließlich entscheidet das, was meine Logik und meine Emotionen und mein Gefühl der Freiheit befriedigt, nicht darüber, was Wahrheit ist. Deshalb müssen wir zu dem Punkt zurückkehren, dass wir nicht Gott sind. Und auch wenn die Dinge für meinen Verstand vielleicht unlogisch erscheinen, ist es letztendlich doch so, dass mein Verstand gefallen ist. Und auch wenn die Dinge für meine Emotionen vielleicht unlogisch erscheinen, ist es letztendlich doch so, dass meine Emotionen gefallen sind. Und auch wenn die Dinge vielleicht nicht meinem Gefühl der Freiheit entsprechen, ist es auch hier wieder so, dass meine Freiheit gefallen ist. Und eine Sache werde ich nicht tun und niemand von uns würde das offen tun wollen – wir werden keinen Gott nach unserem eigenen Ebenbild schaffen. Wir werden Gott nicht so konzipieren, dass er unserer Logik, unseren Emotionen und unserer Freiheit entspricht. Wir können Gott nicht so konzipieren, dass er das ist, was er nach unserem Ermessen sein sollte. Wir können Gott nicht so konzipieren, dass er so handelt, wie er nach unserem Ermessen handeln sollte. Dennoch gibt es immer noch Leute, die kühn genug sind, den Versuch zu unternehmen. Sie scheinen sich nicht an der Tatsache zu stören, dass sie durch ihre Ablehnung der Lehre göttlicher Auserwählung, der Vorherbestimmung, einen Gott geschaffen haben, der nicht der Gott der Bibel ist. Der von ihnen geschaffene Gott ist vielleicht logischer für sie und sie fühlen sich vielleicht wohler mit ihm. Er passt vielleicht besser zu ihren Instinkten. Tatsache ist jedoch, dass der Gott, den sie geschaffen haben, nicht der wahre Gott ist. Eine falsche Darstellung Gottes, jegliche Verkehrung Gottes und jegliche Schmälerung Gottes wird also in euren Köpfen einen Gott schaffen, der nicht der wahre und lebendige Gott ist, und eine solche Fehldarstellung korrumpiert unweigerlich unsere Anbetung, unseren Dienst gegenüber Gott und kann sowohl gotteslästerlich als auch ignorant sein.

 

Eine Illustration dessen aus einem anderen Bereich, die sich mit dem Wesen Gottes beschäftigt, wäre die Schöpfung. Wenn ihr an Evolution glaubt, wenn ihr den Gedanken ablehnt, dass Gott das Universum in sechs Tagen erschaffen hat, wenn ihr das nicht als Tatsache akzeptiert, sondern glaubt, dass es einen Prozess der Evolution gibt, dann habt ihr Gott gerade um einen Teil seiner Herrlichkeit beraubt, nicht wahr? Denn er soll als Schöpfer verherrlicht werden. Und die Tatsache, dass die Zeit in 7-Tages-Perioden unterteilt ist,  ist ohne die Schöpfung nicht zu erklären; das erinnert uns ständig daran, dass Gott alles in sechs Tagen geschaffen hat. Es gibt keinen anderen Grund, die Dinge in Zeiträume von 7 Tagen einzuteilen. Aber das menschliche Leben selbst ist eine ständige Erinnerung in den Zyklen der Zeit, dass Gott der Schöpfer ist und als solcher geehrt werden soll. Die Ansicht zu verfechten, dass es irgendwelche anderen Kräfte gibt oder andere Kräfte bei der Schöpfung am Werk waren, über das hinaus, was die Schrift Gott zuschreibt, bedeutet, Gottes Herrlichkeit zu schmälern. Jegliche Korruption von Gottes Wesen senkt euch also auf ein Niveau unterhalb der Realität Gottes herab und korrumpiert damit auch unsere Anbetung, weil sie unser Verständnis davon, wer Gott ist, korrumpiert.

 

Wir haben, laut Römer 1, einen Verstand – einen Verstand, der es uns ermöglicht, zu schlussfolgern, dass es einen Gott gibt.

 

Wir haben Emotionen und Emotionen verleihen uns die Fähigkeiten, uns miteinander zu identifizieren – etwas, was Tiere und Pflanzen nicht können. Und dank unserer Emotionen haben wir auch das Privileg, eine Beziehung zu Gott herzustellen. Und wir haben einen Willen. In manchen Dingen handeln wir mit einem gewissen Maß an Freiheit. Aber als Adam der Sünde verfiel, ist unsere Logik in den gefallenen Zustand verfallen, ebenso wie unsere Emotionen und unsere Freiheit. Wir haben immer noch Überreste der Fähigkeiten, die Adam vor dem Sündenfall verliehen worden waren, doch sie sind in mehr oder minder großem Ausmaß korrumpiert. Unser Verstand wird vom Fleisch korrumpiert. Unsere Emotionen werden vom Fleisch korrumpiert. Und unser Wille, unsere Freiheit, wird gewiss vom Fleisch korrumpiert.

Damit unser Verstand, unsere Emotionen und unser Wille also so funktionieren, wie Gott das will, können sie nicht sich selbst überlassen werden, weil sie gefallen sind. Sie müssen unter die Autorität … wovon? … der Schrift gebracht werden. Was wahrhaftig vernünftig ist, ist nicht das, was uns vernünftig erscheint. Was wahrhaftig befriedigend ist, mag nicht unbedingt das sein, was wir befriedigend finden. Was wahrhaftig ein Ausdruck unseres Willens ist, mag nicht unbedingt das sein, wonach unser gefallener Wille sich sehnt. Wir werden nur dann eine unverdorbene Perspektive Gottes bekommen, wenn wir zu einer unverdorbenen Quelle gehen. Und was ist das? Es ist das Wort Gottes. Deshalb gehen wir in jeder Frage, die sich auf Gott bezieht, zu Gott. Ich verstehe, dass der Gedanke, dass Gott Leute zur Errettung auswählt, schwer zu akzeptieren ist. Ich verstehe, dass das rein rationell betrachtet schwer ist, weil wir so damit beschäftigt sind, was nach unserem Ermessen fair ist; und ich verstehe, dass das emotional schwierig ist und ganz gewiss in Bezug auf die Freiheit des menschlichen Willens. Aber die Lehre der Auserwählung zu verleugnen, die Lehre der Vorherbestimmung zu verleugnen, ändert gar nichts, denn wenn ich sage, dass ihr aufgrund eurer eigenen Entscheidung in den Himmel kommt, dass ihr euer Schicksal selbst bestimmt, dass das euch überlassen ist, dass Gott das voll und ganz euch überlässt, würde die nächste Frage lauten: „Weiß Gott, was ihr tun werdet?“ Und die Antwort darauf muss „Ja“ lauten. Er weiß, was ihr tun werdet, weil er alles weiß. Und weil er bereits seit Anbeginn der Zeit ein Buch hat, in dem die Namen aller Menschen, die glauben werden, niedergeschrieben sind, weiß Gott es bereits. Deshalb stellt sich die Frage, warum Gott, wenn er wusste, dass ihr nicht glauben würdet, euch überhaupt geschaffen hat? Ich meine, diesem Dilemma kann man nie entkommen. Vielleicht kommt dann jemand wie die Anhänger des offenen Theismus und sagt: „Nun, Gott weiß es nicht.“ Nun, wenn Gott es nicht weiß, warum hat er diese Sache dann nicht einfach in den Wind geschlagen, wie einen Strauß Pusteblumen, und sie dann dort niederfallen lassen, wo sie gelandet wären? Er muss doch gewiss gewusst haben, dass es schrecklich ausgehen würde. Er wusste definitiv, dass er Satan aus dem Himmel ausgestoßen hatte. Er wusste definitiv, dass ein Drittel der Engel mit ihm gegangen waren. Er wusste definitiv, dass die Dinge, die im Garten von Eden vor sich gingen, dort vor sich gingen. Er wusste all das definitiv. Warum sollte er das tun? Warum würde er die menschliche Rasse schaffen, wenn überhaupt nur die Möglichkeit der Hölle bestand? Man kommt einfach nie um dieses Thema herum. Am Ende ist eine Sache ganz klar. Gott hat nie geplant, jeden zu retten. Ihr fragt: „Woher weißt du das?“  Weil nicht jeder errettet ist, deshalb kann Gott nicht geplant haben, jeden zu erretten, denn sonst wäre jeder Mensch errettet, nicht wahr? Denn Gott kann tun, was immer er beabsichtigt, nicht wahr? Die Frage ist also, warum Gott manche Menschen übergeht und andere auserwählt. Und die andere Sache ist, dass wir in Römer 9 wieder erfahren, dass Gott zu seiner eigenen Ehre in seinem Zorn ebenso verherrlicht wird wie in seiner Barmherzigkeit. Das ist ein gewaltiges Thema, aber die Lehre der Vorherbestimmung oder die Lehre der Auserwählung zu verleugnen, löst dieses Problem nicht. Eine Sache ist ganz klar. Gott hat sich nicht dafür entschieden, jeden zu retten. Soviel ist klar. Jesus sagte das, als er sagte: „Viele sind auf dem breiten Pfad, der zur Zerstörung führt.“ Deshalb lautet die Frage also: Wenn Gott gemäß seinem vollkommen gerechten und heiligen, souveränen Plan bestimmt hat, manche zu retten, auf welche Weise hat er diesen Entschluss getroffen? Hat er das einfach willkürlich gemacht, im Namen der Leute, die ihre Wahl für ihn treffen, oder hat er die Entscheidung selbst getroffen? Zuerst einmal wissen wir, dass er sich entschieden hat, nicht alle Menschen zu retten, denn sonst gäbe es keine ewige Hölle, und es gäbe nicht nur „wenige“ die den Weg zum ewigen Leben finden. Damit bleibt also nur noch die Frage, wer wen gewählt hat? Wählen die Menschen Gott aus oder wählt Gott die Menschen aus? Und die Antwort darauf findet sich wo? In der Bibel. In der Bibel.

Beim letzten Mal habe ich euch eine lange Liste von Bibelstellen gegeben, weil es so wichtig ist, euch beim Verständnis dieser Lehre zu helfen - zu sehen, dass sie nicht isoliert ist. Ich möchte euch noch ein paar weitere Schriftstellen nennen, okay? 5. Mose 10,14-15. Ich möchte euch zeigen, dass ihr, egal, wo ihr die Schrift aufschlagt, immer dieselbe Wahrheit findet. Dort steht Folgendes: Gott spricht über Israel und sagt: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was in ihr ist, gehört Jahwe, deinem Gott.“ Das ist eine Aussage über die höchste Autorität Gottes. Er kontrolliert das ganze Universum. Aber: „Dennoch hat Jahwe allein deinen Vätern sein Herz zugewandt, daß er sie liebte; und er hat ihren Samen nach ihnen aus allen Völkern auserwählt, nämlich euch ...“

Moses schreibt dort in 5. Mose Kapitel 10, dass alles dem Herrn gehört. Alles im Himmel und aller Himmel Himmel, alles auf der Erde, alles, was existiert, gehört Gott. Und aus all dem hat Gott euch auserwählt, den Samen Abrahams, und eure Nachfahren und hat euch sein Herz zugewandt, euch allein. Er traf eine Wahl. Und er hat alle anderen Völker übergangen. Das ist nichts Ungewöhnliches für Gott im Zeitalter des Neuen Testaments, so hat er sich schon immer verhalten. Er hat sogar Abraham auserwählt. Im Neuen Testament sagt Jesus in Matthäus 11,27: „Alles ist mir übergeben von meinem Vater“, und dann kommt diese wichtige Zeile, „und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn“, hört jetzt gut zu, „und wem es der Sohn offenbaren will.“ Ihr werdet Gott den Vater nur dann kennen, wenn der Sohn ihn euch offenbaren will. Alle Privilegien sind der Dreieinigkeit vorbehalten. Alle Privilegien sind Gott vorbehalten. Niemand kennt den Vater als der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.

In Matthäus 22,14 lesen wir: „Denn viele sind berufen, aber wenige sind“, ... was? ..., „auserwählt.“ Ich weiß nicht, wie viel deutlicher man das noch machen könnte. Viele sind berufen … es gibt einen breiten, umfassenden Aufruf zum Evangelium, aber nur wenige sind auserwählt. In Markus Kapitel 13 - und es ist wichtig, dass wir uns damit befassen, weil das wichtig ist für die Verbreitung dieser Lehre in der gesamten Schrift – spricht Jesus über die kommende Zeit der Bedrängnis und sagt: „Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen“ … aber um derjenigen willen, die er auserwählt hat. Da steht’s – wer hat wen gewählt? Er hat uns erwählt. Er hat die Tage verkürzt. Zur Zeit der Bedrängnis werden schreckliche Dinge vor sich gehen, Gericht auf der ganzen Welt, und die Zeit wird verkürzt, sie ist sehr kurz, denn sonst könnten die Auserwählten nicht einmal überleben – nicht um der ganzen Welt willen, sondern um derjenigen willen, die er auserwählt hat.

In Römer Kapitel 11,4 - und ich werde euch nicht alle Schriftstellen nennen, die ich aufgeschrieben habe, aber das hier sind wichtige - lesen wir über die göttliche Antwort, die Elia und die Propheten von Baal erhielten: „Ich habe mir übrig gelassen siebentausend Mann, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor dem Baal.“ Was sagt Gott da? Wisst ihr, Elia zieht zu seinen Lebzeiten aus und konfrontiert die Propheten des Baal und dann fühlt er sich nach und nach, als sei er der Einzige, der noch übrig sei, als gäbe es niemanden außer ihm, der dem Herrn noch treu ist. In Vers 3 heißt es: „Und ich bin allein übrig geblieben und sie trachten mir nach dem Leben.“ Ihr erinnert euch sicherlich, dass die Leute begannen, ihn zu verfolgen, zum Beispiel Isebel, und er läuft aus der Stadt weg und hinaus in die Wüste und bittet Gott, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil jemand ihn töten wird. Und er denkt, er sei der Einzige, der noch übrig ist, und Gottes Antwort darauf lautet in Vers 4: „Ich habe mir übrig gelassen siebentausend Mann, die ihr Knie nicht gebeugt haben vor dem Baal.“ Ich habe sie gewählt. Ich habe sie bewahrt.

In Vers 5 wird das erklärt: „So geht es auch jetzt zu dieser Zeit, dass einige übrig geblieben sind nach der Wahl der Gnade.“ Es gab 7.000 Leute, die Gott treu waren, die zur Zeit von Elia glaubten, die Gott auserwählte und bewahrte, und zu der Zeit, als Paulus das schreibt, sowie zu jeder Zeit und auch heute, gibt es einen Überrest gemäß Gottes Wahl der Gnade. Es ist eine Wahl. Vers 7: „Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auserwählten aber haben es erlangt. Die anderen sind verstockt.“ Die Auserwählten haben es erlangt. Diejenigen, die nicht auserwählt wurden, wurden verstockt. Gott gab ihnen in Wirklichkeit „einen Geist der Betäubung […], Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.“ Ausdrucksstarke Sprache über souveräne Wahl.

In 2. Timotheus 2,10 sagte Paulus, der den Römerbrief schrieb und der diese Lehre versteht und aus ganzem Herzen daran glaubt: „Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Seligkeiten erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit.“ Warum machst du das durch, was du durchmachst, Paulus? Meine Güte, das Leben war so schwer für ihn. Er spricht darüber, Not zu ertragen wie ein guter Streiter Jesu Christi, und in Vers 5 kämpft er wie ein Athlet, bis an die Belastungsgrenze. In Vers 6 arbeitet er wie ein schwer arbeitender Bauer. Ich meine, all das ist aufopferungsvoll. In Vers 9 spricht er darüber, Not zu leiden, bis hin zur Inhaftierung als Krimineller. Warum tust du das? Warum tust du das? „Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen …“ Es ist unverkennbar. Gott hat seine Auserwählten und ihre Auserwählung muss dadurch bestätigt werden, dass sie das Evangelium hören.

Lasst uns Jakobus 1,17 betrachten. Das ist ein guter Vers, ihr kennt ihn gut. Jakobus 1,17: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von“, wo?  Und was ist das beste Geschenk, das vom Himmel herab kommen könnte? Unser Heil. Jede gute Gabe, die beste Sache auf der Welt wäre unsere Errettung, die vollkommene Gabe, die Gabe geistlicher Vollkommenheit, kommt von oben, alles kommt „von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.“ Alles, was gut ist - und das Heil stünde ganz oben auf dieser Liste -, kommt von Gott. Und deshalb heißt es in Vers 18: „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“ Das tat er. Unsere Errettung kam vom Himmel herab in Ausübung seines Willens, er hat uns geboren durch das Wort der Wahrheit, das ist das Evangelium. In Jakobus 2,5 lesen wir: „Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben?“ Warum sind die meisten Menschen, die gläubig sind, arm? Weil … weil Gott die Armen auserwählt hat. So steht es da: „Gott hat die Armen auserwählt.“ „Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt?“ Und dann heißt es in Offenbarung 13,8 und 17,8: „Ihre Namen stehen vom Anfang der Welt an geschrieben im Lebensbuch des Lammes durch eine Entscheidung, die Gott selbst traf.“

Schaut euch einmal 2. Timotheus 2,19 an, und das ist nur eine Einleitung. Hier ist eine fundierte Grundlage für euer Heil, aber lasst uns noch kurz einen Schritt zurückgehen. In Vers 18 gibt es Leute, die von der Wahrheit abgewichen sind und die einige vom Glauben abbringen. „Aber der feste Grund Gottes besteht.“ Gott hat eine Grundlage geschaffen, die unerschütterlich ist. Und was ist diese Grundlage? Das ist wie eine großartige Grundlage für die Gemeinde. Was ist auf dieser Grundlage? Diese Worte: „Der Herr kennt die Seinen.“ Der Herr kennt die Seinen. Gott weiß, wer zu ihm gehört.

In Johannes Kapitel 3, das jedem Studenten des Evangeliums und der Bibel sehr vertraut ist, lesen wir Folgendes in Kapitel 3, Vers 3: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Nikodemus sagte: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?“ Er greift die Metapher auf, er versteht, dass Jesus sich auf die geistliche Ebene bezieht, das weiß er. Er fragt einfach, wie das möglich ist. Und hier kommt die erstaunliche Antwort. Jesus sagt nicht: „Nun, du musst dieses Gebet sprechen und dieses und jenes tun.“ Er sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Ohne den Heiligen Geist wird das also nicht geschehen. „Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden.“ Was auch immer … wann immer das geschieht, wo auch immer es geschieht, wem auch immer es widerfährt, es geschieht durch das Werk des Heiligen Geistes. Es ist eine Geburt von oben. Und in Vers 8 sagt Jesus: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ Ist das nicht erstaunlich? Der Wind weht, wo immer er will. Niemand schreibt dem Wind vor, wohin er wehen soll. Wir haben all diese kleinen Symbole im Wetterbericht gesehen, nicht wahr, dort unten im Golf, all diese Hurrikans – niemand befiehlt ihnen, wo sie hingehen sollen. Ein Hurrikan tritt auf, wo er will. Und genauso ist es mit dem Heiligen Geist. Er geht dorthin, wo er will. Er weht, wo er wehen will. Er ist souverän und tut das, was er tun will, im Leben der Person, für die er sich entschieden hat. Und am Ende bekommt er all die Ehre. Er bekommt all die Ehre.

Schlagt jetzt bitte 1. Korinther Kapitel 1 auf, dort kann ich euch das veranschaulichen. Hier ist eine Textstelle, die ihr verwenden könnt, wenn ihr es mit Leuten zu tun habt, die nicht an die Lehre der Auserwählung glauben, die nicht an die Lehre der Vorherbestimmung glauben, mit Leuten, die Pelagianer oder Arminianer sind - von Arminius, der diese Lehre leugnete -; wenn ihr es mit solchen Leuten zu tun habt, wird dieser Text hier ihre Einwände zu einem jähen Ende bringen.

1. Korinther 1,26: „Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme.“ Seht euch nur einmal die Gemeindemitglieder an. Okay, ihr sitzt dort in der Gemeinde in Korinth, schaut euch um … schaut euch um. Seht ihr diejenigen, die wirksam zum Heil berufen wurden – wie viele der Weisen der Welt sind unter ihnen? Wie viele Mächtige der Welt sind unter ihnen? Wie viele Vornehme sind unter ihnen? Wie viel königliches Blut ist in eurer Gemeinde repräsentiert? Vers 27: „Sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen; und das Unedle der Welt und das Verachtete der Welt hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich“, … was? … „vor ihm kein Fleisch rühme.“

Ich sage euch, Leute, bei dieser Textstelle stecken Arminianer echt in der Patsche. Hier steht, dass Gott verherrlicht werden wollte. Gott wollte all die Ehre für sich. Kein Mensch, der errettet ist, könnte sich je seiner eigenen Errettung rühmen, und es diente Gottes Ehre am besten, die Törichten und die Schwachen, die Unedlen und Verachteten und Unbedeutenden zu wählen. Hört mir gut zu. Wenn die Schwachen und Törichten Gott wählen, ergibt dieser Abschnitt keinen Sinn. Wenn die Schwachen und Törichten Gott wählen, wer erhält dann die Ehre? Die Schwachen und die Törichten. Wie also würde das menschliche Prahlerei beenden? Das würde den ganzen Text auf den Kopf stellen. Und in Vers 30 sagt er: „Durch ihn aber“, das ist Gott, „seid ihr in Christus Jesus.“ Ihr seid in Christus Jesus, weil Gott das getan hat, deshalb heißt es in Vers 31: „Wer sich rühmen will, der rühme sich“, … wessen? … „des Herrn.“ Ich meine, das findet sich überall in der Bibel. In diesem Abschnitt geht es nicht um die Entscheidung des Menschen, das hier hat nichts mit der Entscheidung des Menschen zu tun. Hier geht es um Gottes Entscheidung. Und wenn es um die Entscheidung des Menschen ginge, wie würde es dann menschlicher Prahlerei ein Ende setzen? Das würde den ganzen Text in absoluten Unsinn verwandeln.

Nun, während wir schon beim Thema sind, geht einmal zu Römer 9, das ist das sehr offensichtlich. In den Versen 8 bis 13 geht es um Jakob und Esau und in Vers 13 heißt es: „Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehaßt.“ Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst. In Vers 11 heißt es: „Als [die Kinder] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der gemäß der Auserwählung gefaßte Vorsatz Gottes bestehen bleibe, nicht aufgrund von Werken“, wählte Gott Jakob; nicht aufgrund von irgendetwas, was sie getan hatten, nicht aufgrund irgendeines Verdienstes oder irgendeines guten Werkes, sondern einfach aufgrund von Gottes Vorsatz. Hier steht nichts davon, dass Jakob Gott wählte. Und in Vers 14 wird das besiegelt. Schaut euch einmal Vers 14 an: „Was wollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!“ Versteht ihr, wie wichtig diese Frage ist? Wenn die Entscheidung Jakob überlassen gewesen wäre, wenn sie den Menschen überlassen gewesen wäre, wenn jeder diese Entscheidung treffen könnte, wenn es uns überlassen wäre, warum müssten wir dann die Gerechtigkeit Gottes verteidigen? Richtig? Warum müssten wir jemals sagen: „Bei Gott gibt es keine Ungerechtigkeit.“ Ich meine, wenn wir ihn wählen, warum macht Paulus sich dann Sorgen, dass wir denken könnten, Gott sei ungerecht – wenn es doch einfach unsere eigene Entscheidung ist? Wenn Paulus sagen würde, Gott wählt einfach diejenigen, die ihn wählen, dann wäre das nicht ungerecht, dann müsste niemand Gottes Gerechtigkeit verteidigen. Ich meine, niemand würde Gott beschuldigen, ungerecht zu sein, wenn Gott einfach nur die auswählt, die ihn wählen. Aber Paulus weiß, dass die Menschen Gott der Ungerechtigkeit bezichtigen werden, weil es unserem gefallenen Verstand gegen den Strich geht, wenn wir hören, dass Gott seine Wahl nach seinem eigenen Vorsatz trifft.

 

In Vers 20 sagt er: „Ja, o Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst?“ Warum würde irgendjemand Gott Widerworte geben? Wenn Gott einfach diejenigen wählen würde, die ihn wählen, dann würden sie ihm nicht widersprechen. Es ist vielmehr so, dass es Menschen gibt, die so großen Anstoß nehmen an der Tatsache, dass Gott auserwählt, dass sie ihm Widerworte geben. Und Paulus sagt, ihr seid wie etwas, das geformt wird und zu dem, der euch formt, sagt: „Warum hast du mich so gemacht?“ Worum geht es? Wenn Gott nicht derjenige gewesen wäre, der euch zu dem gemacht hat, was ihr seid, dann würdet ihr ihm deswegen nicht widersprechen. Dann wäre die ganze Argumentationskette hier völliger Unsinn, wenn nicht absolut eindeutig wäre, dass es sich um eine göttliche Auserwählung handelt. Und es wirft die Frage von Gottes Gerechtigkeit auf und die Frage der Rechte des Tongefäßes in den Händen des Töpfers. Wenn es eine Frage der freien Entscheidung des Menschen ist, gibt es keinen Grund zu widersprechen. Wenn es eine Frage der freien Entscheidung des Menschen ist und Gott einfach diejenigen wählt, die sich für ihn entscheiden, dann ist es nicht nötig, die göttliche Gerechtigkeit zu verteidigen. Dann ist es nicht nötig, Gottes souveräne Autorität, was immer er will mit wem auch immer zu tun, zu verteidigen. Seht ihr, wenn ihr souveräne Auswahl verleugnet, wenn ihr die Lehre der Auserwählung leugnet, dann verwandelt ihr all diese Texte entweder in Unsinn oder in bewusste Täuschung.

In Römer 11 gibt es eine Doxologie, die es auf den Punkt bringt. Vers 33 enthält eine wunderbare Doxologie und da müsst ihr innehalten, Leute. „O welch Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes!“ Versteht ihr, dass ihr nicht die Tiefen von Gottes Erkenntnis und Weisheit erforschen könnt? Versteht ihr das? Überschätzt euch nicht. Auch wenn euch etwas nicht vernünftig erscheint, für euch emotional unbefriedigend ist, für euren menschlichen Willen und eure Freiheit unfair erscheint, müsst ihr einfach begreifen, dass ihr mit eurem Verstand nicht einmal ansatzweise die Tiefe der Weisheit und Erkenntnis Gottes herausfordern könnt. Und wisst ihr nicht, wie unergründlich seine Gerichte und wie unausforschlich seine Wege sind? Bringt euch nie in eine Lage, in der ihr Gott infrage stellt. Vers 34: „Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ Ich meine, das ist ungeheuerlich. Wollt ihr etwa Gott sagen, was er tun darf oder auch nicht? Und was nach eurem menschlichen Willen vernünftig, emotional befriedigend und gerecht ist? Habt ihr Vers 36 vergessen, dass alle Dinge von ihm und durch ihn und für ihn sind? Ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.

Ich kann wirklich verstehen, dass einige von euch noch immer ein wenig zögerlich sind in Bezug auf diese Lehre, wirklich. Es dauert einfach, das durchzuarbeiten und wenn wir fertig sind, werdet ihr das mit anderen Augen sehen. Aber wisst ihr, selbst diejenigen unter euch, die damit ein wenig Schwierigkeiten haben, gratuliert ihr euch jemals zu eurer Errettung? Habt ihr das je getan? Habt ihr jemals gen Himmel geschaut und gesagt: „Gott, du musst wirklich stolz auf mich sein, auf die Entscheidungen, die ich getroffen habe, darauf, dass ich mich entschieden habe, mich von der Sünde abzuwenden und an das Evangelium zu glauben?“ Ist euch dieser Gedanke je in den Sinn gekommen? Habt ihr jemals gedacht: „Schaut euch nur mal all die dummen Leute um mich herum an, die das Evangelium ablehnen. Ich bin klug genug, es für das zu erkennen, was es wirklich ist. Ich glaube an die ganze Sache.“ Habt ihr je gedacht: „Schaut euch nur einmal den ganzen Abschaum an.

 

Ich sage euch, ich habe ein heiliges Verlangen entdeckt und nach dem Evangelium gestrebt“?

So denkt ihr nicht. Und was sagt ihr zu jemandem, den ihr liebt, der aber kein Kind Christi ist. Sagt ihr: „Na los, Mann, werde klug, na los, erforsche dein Inneres, benutze deine geistigen Kräfte“? So redet ihr nicht. Was tut ihr, wenn ihr euch die Errettung eines Menschen wünscht? Was tut ihr? Ihr betet. Warum? Hofft ihr, dass Gott diesen Menschen wählen wird, wenn er sich für Gott entscheidet? Und wenn jemand errettet wird, wem dankt ihr dann? Seht ihr, ihr seid alles heimliche Calvinisten. Ihr begreift, dass wir am Ertrinken sind und Gott euch errettet hat. Ihr wart tot und er hat euch Leben gegeben. Ihr wart blind und er hat euch Sehvermögen verliehen. Ihr wart taub und er hat euch hören lassen. Ihr versteht das. Deshalb heißt es in Titus 3,5: „Da hat er uns […] errettet.“ Es geschah durch seine Kraft, seinen Willen, nach seinem Vorsatz. Wir kamen, weil er uns zu sich gezogen hat. Das geschieht nicht gegen unseren Willen; vielmehr hat er unseren Willen verwandelt. Und, wisst ihr, als ihr heute Abend diese Zeugnisse gehört habt, habt ihr etwas über Schuld gehört, nicht wahr? Ihr habt gehört, wie sie über Schuld und Überführung geredet haben, darüber, dass sie ihre Sünde gespürt haben und davon gereinigt werden wollten, dass sie Vergebung wollten und Errettung wollten – klar. Ihr habt etwas über die Demütigung des Herzens gehört. Ihr habt etwas über die Bereitschaft gehört, euer Leben aufzugeben und Christus aus ganzem Herzen zu lieben. Er hat euch erwählt. Er hat euch errettet. Aber nicht ohne den Heiligen Geist, der all diese wahren geistlichen Reaktionen - Buße, Demut, Liebe, Hunger nach Gerechtigkeit - aktiviert hat. Nein, ihr habt ihn gewählt, weil er euch auserwählt hat. Nun, um es mit den Worten von Johannes auszudrücken: „Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Das ist unausweichlich im Wort Gottes, absolut unausweichlich. Das verstößt nicht gegen eure persönliche Freiheit, es aktiviert eure persönliche Freiheit. Und wenn wir wollen, dass jemand zum Herrn kommt, dann beten wir; wir beten immer wieder, dass der Heilige Geist das Herz jenes Menschen Christus zuwenden mögen, dass der Hurrikan des Heiligen Geistes durch dessen Seele fegen möge. Wir beten, dass der Geist sie bußfertig machen möge und bereit, zu glauben. Wenn wir beten, denken wir niemals daran, dass wir das gegen den Willen jenes Menschen tun. Ihr würdet nicht wie folgt beten: „Herr, es muss ihre Entscheidung sein, es muss ihre Entscheidung sein, also wage es ja nicht, dich in ihr Leben einzumischen. Es muss ihre Entscheidung sein, sie müssen es aus eigenem Herzen tun.“ Das ist vollkommen absurd. Ihr wisst, dass kein Sünder diese Entscheidung fällen würde, ohne dass der Heilige Geist ihn dazu bewegt.

Die Tatsache, dass Gott uns auserwählt hat, ist also überall in der Bibel. Es ist nicht so, als hätte er uns auserwählt, weil er wusste, dass wir ihn wählen würden, denn wenn er uns nicht auserwählt hätte, hätten wir ihn nie gewählt. Ich habe euch gesagt, als wir über die Lehre des Beharrens, oder der Bewahrung oder der ewigen Sicherheit, gesprochen haben, dass ich mein Heil verlieren würde, wenn das möglich wäre. Ich sage euch, wenn ich mein Heil verlieren könnte, würde ich es zehnmal am Tag einbüßen, jeden Tag. Ich kann mich weder selbst erretten noch mein Heil alleine bewahren. Gott hat mich auserwählt, er hat mein Herz erweckt und meinen Willen, er hat sie aktiviert, damit ich ihn annehmen möge.

Ich möchte jetzt zu einem bestimmten Gedanken zurückkehren. In zwei Wochen habe ich noch mehr dazu sagen, dann folgt der gute Teil, denn es zeichnet sich eine Lösung hierfür am Horizont ab. Ich habe bereits erwähnt, dass ich über offenen Theismus reden möchte. Manche Leute sagen, Gott kann keine Auswahl treffen, weil er nicht Bescheid weiß. Okay? Das ist eine wirklich wichtige Lehre, die dort draußen herumschwirrt. Gott kann nicht auswählen, Gott weiß nicht Bescheid. Der Grund dafür, dass Gott nicht Bescheid weiß, ist, dass es nichts zu wissen gibt, weil nichts geschehen ist. Sie sagen, man kann nicht etwas wissen, das nicht geschehen ist. Das ist ihre Meinung. Sie haben also etwas anderes als den wahren und lebendigen Gott geschaffen. Aber, nur um ihr Argument aufzugreifen: Gott kann nicht wissen, was [noch] nicht geschehen ist, denn was nicht geschehn ist, ist nicht geschehen und existiert nicht, also wie könnte man das wissen? So sieht ihr Argument aus. Das nennt sich „offener Theismus“, Gott ist offen, wie jeder andere. Er muss die Morgenzeitung lesen, wie jeder andere, um herauszufinden, was los ist. Das behaupten sie. Ihr Ausweg aus diesem emotionalen Trauma, das diese Lehre der Auserwählung in ihnen auslöst, ist, zu behaupten, dass Gott niemanden auswählen kann, weil er nicht weiß, was sie tun werden, bis sie es tatsächlich tun. Wirklich? Gott kennt also die Zukunft nicht. So nehmen sie Gott aus der Verantwortung. Warum heißt es dann in Jesaja 46,10: „Ich verkündige von Anfang an das Ende“, was bedeutet das? Nun, warum heißt es in Jesaja 41,21-22 und Jesaja 44,7-8, dass seine Kenntnis der Zukunft das ist, was ihn von falschen Göttern unterscheidet? Oder wie kommt es, dass er in der Bibel immer wieder Ereignisse vorhersagt, Jahrhunderte, bevor sie sich tatsächlich ereignen? Wie kommt es, zum Beispiel, dass Gott in Jesaja 44,28 Kyrus als den Herrscher benennt, der Jerusalem auferbauen wird, doch der Name „Kyrus“ und selbst seine Existenz als Mensch von einer unvorstellbaren langen und komplexen Reihe von menschlichen Entscheidungen abhingen, die diese Prophezeiung von ihrer Erfüllung trennten? Woher wusste Gott das?

In 1. Könige 13,2 sagte Gott die Geburt von Josia dreihundert Jahren vor dem Ereignis voraus. Woher wusste er das? Und in 2. Könige 19,25 sagt er ausdrücklich, dass er die militärischen Siege der Assyrer längst beschlossen und vorbereitet hatte, lange, bevor sie wirklich stattfanden. Gott sagt Ägyptens unfreiwillige Unterdrückung Israels in 1. Mose 15,13 vorher. Er sagt die Verstockung von Pharaos Herz gegen Moses in 2. Mose 3,19 vorher. Er sagt die Ablehnung der Botschaft Jesajas durch die Israeliten in Jesaja 6,9 vorher. Er sagt die Rebellion der Israeliten nach dem Tod von Moses in 5. Mose 31,16 vorher. Er sagt den freiwilligen Verrat Christi durch Judas in Johannes 6,70-71 vorher und so weiter.

Die Anhänger des offenen Theismus sagen: „Wisst ihr, Gott ist wirklich klug. Er ist wirklich gut darin, Trends zu analysieren. Er ist gut darin, präzise vorherzusagen, was geschehen könnte, weil er die Dynamik der Ereignisse versteht.“ Das ist absurd. Das funktioniert nicht. Wir reden hier von prophetischen Ereignissen, die das Endergebnis von Millionen menschlicher Entscheidungen sind. Lächerlich. Aber ich sage euch, was die ganze Sache am lächerlichsten macht. Wenn Gott die Zukunft nicht kennt – seid ihr bereit dafür -, dann weiß er nicht, dass Jesus sterben wird. Das ist ein Problem. An genau diesem Punkt geht dieser offene Theismus buchstäblich den Bach runter. In Apostelgeschichte 2,23 heißt es, dass Jesus seinen Feinden nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorsehung übergeben wurde. Hat Gott die Verhaftung von Jesus geplant? Hat Gott die Kreuzigung von Jesus geplant? Hat Gott all das im Detail geplant? Sie haben Jesus, laut Apostelgeschichte 4,28, das angetan, was Gottes Hand und Ratschluss zuvor bestimmt hatten, so steht es da.

Na kommt schon, Leute, ihr glaubt doch nicht, dass Gott einfach auf das reagierte, was Jesus widerfuhr, während es geschah. Ich glaube, dass er ein Lamm war, das bereits vor Anbeginn der Welt geschlachtet wurde – ihr nicht? Das ist es, was die Bibel sagt. Hört mir jetzt gut zu. Wenn Gott keine Macht über die Menschen und ihre Handlungen ausübt und diese Handlungen nicht steuert bzw. diese Handlungen in die Erfüllung seines Vorsatzes integriert, und wenn Gott nicht einmal einen Plan hat, weil er nicht weiß, was geschehen wird, wie konnte er dann wissen, dass Jesus am Kreuz landen würde? Wenn er die Zukunft nicht kennt, wie konnte er dann wissen, dass die Juden kooperieren würden? Wie konnte er dann wissen, dass die Pharisäer kooperieren würden? Wie konnte er dann wissen, dass Pilatus kooperieren würde? Wie konnte er dann wissen, dass Judas kooperieren würde? Wie konnte er wissen, dass Judas nicht zwei Jahre, nachdem das Abkommen geschlossen wurde, seine Meinung ändern und sich aus dem Staub machen würde? Wie konnte er wissen, dass Judas lange genug bei der Stange bleiben würde, um Jesus zu verraten? Wie konnte er wissen, dass Judas das Geld auf den Boden werfen würde? Woher wusste er das? Woher wusste er irgendetwas davon? Wie konnte er wissen, dass Jesus wie eine Schlange in der Wüste erhöht werden würde? Wie konnte er irgendetwas davon wissen, wenn er die Zukunft nicht kannte? Er kennt die Zukunft nicht nur, er bestimmt sie vorher. Und wenn er sie vorherbestimmt, sorgt er auch dafür, dass die Dinge geschehen. Hätte er die Zukunft nicht gekannt, hätte er nicht gewusst, dass die römischen Soldaten Jesus überhaupt kreuzigen würden. Wie hätte er wissen können, dass Pilatus nicht sagen würde: „Ach, ich hab‘ keine Lust, mich mit diesem gerechten Mann zu beschäftigen, lasst ihn laufen? Gebt ihm eine römische Eskorte, bringt ihn aus der Stadt, lasst ihn nach Griechenland gehen und lasst ihn in der Menge untertauchen.“

Wenn Gott die Zukunft nicht kennt, dann weiß er nicht, dass sein Sohn für eure Sünden sterben wird – das ist lächerlich. Er kennt die Zukunft nicht nur, er bestimmt sie vorher. Ein Autor drückte es folgendermaßen aus: „Die Kreuzigung von Jesus Christus, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und die unentbehrliche Voraussetzung für unser Heil, wurde ganz gewiss nicht den Launen des menschlichen Willens überlassen. Sie wurde vor Anbeginn der Zeit vorherbestimmt und es ist unmöglich, dass sie nicht geschehen wäre. Die Bibel deutet an keiner Stelle an oder lässt auch nur die Deutung zu, dass Judas, Kajaphas, Pilatus und die Soldaten unwillige Schachfiguren waren, die von Gott dazu gezwungen wurden, ein schreckliches Verbrechen zu begehen. Sie handelten aus freien Stücken, im Einklang mit ihren eigenen Motiven und Plänen, und dennoch taten sie genau das, was Gottes Vorsatz und Plan vorherbestimmt hatten.“ Eine großartige Aussage.

Gott hat alles vorherbestimmt. Er kennt die Zukunft, weil er sie geschrieben hat. Alle Entscheidungen sind seine Entscheidungen. Ganz gewiss die Entscheidung für die Errettung der verlorenen, toten, blinden Sünder. Und ich wiederhole noch einmal das, was Johannes gesagt hat: „Wir lieben ihn, weil“, sagt es zusammen mit mir, „er uns zuvor geliebt hat.“ Okay, das ist die Einleitung. Heute in zwei Wochen geht es weiter. Wir sind zwar noch nicht bei der Botschaft selbst, aber wir kommen ihr näher. Betet mit mir. Ich muss mir aufschreiben, wo wir aufgehört haben, ansonsten weiß ich es in zwei Wochen vielleicht nicht mehr.

[Gebet]