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Die Lehre der wirksamen Sühne, Teil 2 (German)

Ausgewählte Schriftstellen de90-278

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Diejenigen von euch, die heute nicht erst zum ersten Mal hier sind, wissen, dass wir uns derzeit mit einigen der eher anspruchsvollen, tiefschürfenden und schwierigen Lehren der Schrift beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass ihr alle Spaß daran habt, euch gründlich mit Gottes kostbarer Wahrheit auseinanderzusetzen.

Letzten Sonntagabend haben wir angefangen, uns mit der Frage danach, für wen Christus gestorben ist, zu befassen - auch „Das Wesen der Sühne“ genannt. Ich persönlich habe es „Die Lehre der wirksamen Sühne“ genannt. Und darauf möchte ich zurückkommen. Wenn ihr letzte Woche nicht hier wart, wäre es wirklich hilfreich, wenn ihr euch die Kassette oder CD besorgt, was auch immer besser für euch ist, und euch das, was ich gesagt habe, anhört und mit dem zusammenfügt, was ich heute Abend sagen werde, denn heute werdet ihr nur einen sehr kurzen Rückblick auf diese sehr wichtige Grundlage bekommen.

Diese Lehren fordern uns heraus. Sie fordern uns heraus, denn selbst wenn wir sie nach unserem besten Vermögen aus einer biblischen Perspektive begreifen, bleibt noch immer viel offen. Es gibt noch immer die undurchschaubare Realität der unverständlichen Gesinnung Gottes. Und es werden immer Dinge geschehen, die für uns nicht ganz verständlich sein werden. Jede Symphonie einer Lehre ist in gewisser Weise eine unbeendete Symphonie. Jede zentrale Lehre der Schrift hat am Ende immer noch etwas, das wir nicht verstehen, weil wir mit unserem begrenzten Verstand letztendlich die Unendlichkeit von Gottes Verstand nicht voll erfassen können. Aber wir tun unser Bestes und überlassen ihm den Rest. Deshalb vertrauen wir ihm letztendlich das an, was wir nicht verstehen, und übernehmen aus ganzem Herzen das, was wir verstehen.

Die Lehre, bei der es um das Ausmaß des Sühneopfers geht, ist ganz gewiss eine dieser Lehren, die uns weit über die Grenzen dessen hinausführt, wo wir uns noch wohl fühlen. Sie strapaziert unseren Intellekt aufs Äußerste. Sie strapaziert unsere Theologie bis an die Grenze unserer Toleranz. Und am Ende hinterlässt sie bei uns einige unverständliche Realitäten und so sollte das sein. Da wir endlich sind und Gott unendlich, sollte es einen gewaltigen Unterschied geben zwischen dem, was wir wissen und dem, was Gott weiß. Aber es gibt Möglichkeiten, bis an die Grenzen unseres Verständnisses und der biblischen Offenbarung zu gehen, um die Großartigkeit und Herrlichkeit des Erlösungswerks zu verstehen.

Lasst uns heute Abend damit beginnen, auf die Diskussion des Ausmaßes der Sühne hinzuarbeiten. Jesus kam auf die Welt herab, so sagte er in Lukas 19,10, „um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ Er kam, um zu suchen und zu retten, was verloren war. Er war auf einer Rettungsmission. Er kam auf die Welt herab, um Sünder zu retten – Sünder, die damals am Leben waren, die schon gelebt hatten und die noch in der Zukunft leben würden.  Sein Erlösungswerk am Kreuz reichte in die Vergangenheit und in die Zukunft und erstreckte sich auf diejenigen seiner eigenen Generation.

Die Ankunft des Herrn Jesus war die perfekteste Offenbarung des ewigen Gottes, die es je gegeben hatte. Gott wurde nie so deutlich manifestiert wie in Jesus. Das Wesen Gottes, der Charakter Gottes, die Absichten Gottes und der Wille Gottes wurden in Jesus sichtbar. Deshalb schlussfolgern wir, dass Gott von Natur aus ein Erretter ist. Der Apostel Paulus nennt ihn gerne „Gott, unser Retter“. Er ist seinem Wesen nach ein Erretter und deshalb kommt Jesus auf die Welt herab, um zu suchen und zu retten, was verloren war, um den Teil von Gottes Wesen auszufüllen, der die Hand ausstreckt, um Sünder zu erlösen. Damit Gott Sünder retten kann, musste es ein Opfer geben, das den Lohn für deren Sünden zahlte. Jesus, der Gott ist, kam auf die Welt herab und nahm Menschengestalt an, um sich selbst als jenes Opfer darzubieten – eine unvorstellbare Demut, ein unverdienter Akt. Jesus starb am Kreuz nicht wirklich unter dem Zorn der Menschen, sondern unter dem Zorn Gottes. Nicht durch die Pläne der Römer und Juden, sondern durch Gottes Plan, der bereits vor Anbeginn der Welt vorherbestimmt war. Und Jesus trug den Zorn Gottes und die Trennung von Gott für Sünder, für alle Sünder, die jemals glauben würden. Und obwohl das für Christus ein Opfer war, war es ein befriedigendes Opfer. Es war der Grund, aus dem er gekommen war, um dieses Opfer darzubringen – um Gottes Auserwählte freizukaufen, um seine Braut freizukaufen.

Schlagt eure Bibeln bitte einmal bei Jesaja 53 auf, das ist ein guter Ausgangspunkt, um uns mit dem Opfer Christi zu befassen. Jesaja 53,4 – das ist ein klassischer Text aus dem Alten Testament, der sich mit dem stellvertretenden Tod Jesu befasst, bei dem er anstelle von Sündern stirbt. Und Jesaja wird inspiriert, mit folgenden Worten über Jesu Tod zu schreiben, beginnend in Vers 4: „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ Das bedeutet, dass er von Gott buchstäblich für unsere Sünden bestraft wurde. Vers 5: „Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“

Ich möchte euch bitten, einen Moment zu Vers 4 zurückzugehen: „… unsere Krankheit, unsere Schmerzen.“ Vers 5: „… unsere Übertretungen, unsere Missetaten, unser Frieden.“ Vers 6: „Wir alle, jeder von uns, aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.“ Unser, unser, unser, unser, uns, uns, uns – da stellt sich die Frage: „Wer ist das? Wessen Sünden hat er getragen? Wessen Übertretungen? Für wessen Missetaten wurde er zerschlagen? Für wessen Heilung wurde er geschlagen? Wessen Missetaten wurden auf ihn geladen?“

Geht einmal weiter zu Vers 10: „Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen.“ Das ist eine erstaunliche Aussage. Weil Gott von Natur aus ein Erretter ist und es ihm Befriedigung verschafft, Sünder zu erretten, was wiederum bedeutet, dass es ihm wohlgefällt, sein Sohn zum Opfer zu machen, das sie rettet. „Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen.“ Mit anderen Worten, er wird zerschlagen, er muss leiden, er wird als Schuldopfer gegeben in dem Vertrauen, dass er seine Nachkommen sehen wird. In Vers 11 heißt es: „Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben.“ Gott war es wohlgefällig und Christus war zufrieden, weil daraus seine Nachkommen, sein Same, hervorgehen würde.

Und am Ende von Vers 11 heißt es dann: „… wird mein Knecht“, und damit ist der Messias gemeint, „ […] viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“ Am Ende von Vers 12 lesen wir: „[Er hat] die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet.“ Die Frage ist: „Wer sind ‚unsere‘ und ‚uns‘ und ‚viele‘?“ Es müssen die Nachkommen sein. Es müssen diejenigen sein, die als Same aus diesem Opfer hervorgehen, denn das ist es, was Gott wohlgefiel und was Christus befriedigte.

Im Neuen Testament lesen wir in 1. Timotheus 1,15, dass der Herr Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten. Paulus sagte das, das ist sein eigenes Zeugnis: „Der Herr ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten.“ Das ist das größte Vorhaben. Gott ist ein Evangelist. Gott ist ein Erretter. Christus also, als Manifestation Gottes, führt das errettende Werk aus. Er kam in die Welt, um Sünder zu retten. Und all diejenigen, die er rettet, beauftragt er dann, sein Werk fortzusetzen. Und gemäß dem Missionsbefehl sollen wir in alle Welt gehen und das Evangelium der ganzen Schöpfung verkündigen. Unser Gebot lautet: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“ Wir sind Botschafter Christi, wir flehen Menschen an, sich mit Gott zu versöhnen. Wir wurden erlöst, um Teil dieses großen evangelistischen Vorhabens zu werden. Die letzten Worte von Jesus in Apostelgeschichte 1,8, bevor er aus dieser Welt scheidet, lauten: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!“ Das ist das Letzte, was Jesus auf der Erde sagte. „Mein Vater ist ein Erretter, ich bin ein Erretter und ihr sollt das herrliche Evangelium der Errettung nehmen und es bis an das Ende der Erde bringen.“

Deshalb sind wir auf der Welt. Alles andere ist sekundär, alles andere ist in der Gemeinde tertiär. Alles andere ist in gewisser Weise weniger wichtig. Und ich will nichts tun, das das jemals schmälert. Deshalb ist es immer noch absolut konsequent, wenn ihr die Lehre der souveränen Auserwählung und die Lehre der absoluten Unfähigkeit und Widerwilligkeit gelehrt habt und gerade die Lehre über das Ausmaß des Sühneopfers vermittelt, dem vier Evangelisationsabende folgen zu lassen, weil das unsere Aufgabe ist, dafür ist die Gemeinde auf der Erde. Im Himmel werden wir besser anbeten. Im Himmel werden wir dem Herrn besser dienen. Im Himmel werden wir einander besser lieben. Wir werden all das sogar perfekt tun. Aber eine Sache, die wir im Himmel nicht tun werden, ist, die Verlorenen zu evangelisieren. Sie werden nicht dort sein. Und Gott, der durch die Augen von Jeremia weint, und Jesus, der mit seinen eigenen Augen wegen der Verlorenen in Jerusalem weint, ruft uns dazu auf, die Unbußfertigen zu beklagen und mit unseren Tränen Samen zur Aussaat zu tragen. Gott weint wegen der Unbußfertigen. Gott weint wegen der Ungläubigen. Er hat keine Freude am Tod der Bösen. Und er lässt einen legitimen und echten Aufruf an Sünder auf der ganzen Welt verlauten, sowohl aus den Seiten der Schrift als auch aus dem Mund aller Gläubigen, die ausziehen und die Botschaft verbreiten – einen legitimer Aufruf, zu ihm zu kommen, zu glauben und errettet zu werden. Dieses evangelistische Gebot definiert die Aufgabe der Gemeinde in dieser Welt. Es ist der Grund dafür, warum wir hier sind – um das Evangelium der Errettung und der Vergebung und des Himmels der ganzen Welt zu verkünden. Wir sollen Menschen anflehen, zum Heil zu kommen. Wie ich schon aus Psalm 126,6 angemerkt habe: „Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiß mit Freuden zurück und bringt seine Garben.“ Jesus war derjenige, der sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.“

In 1. Timotheus 2 werden wir dazu aufgerufen, für die Errettung aller Menschen zu beten. Wir werden aufgefordert, ein gottesfürchtiges Vorbild zu sein und unser Leben als brennende und scheinende Leuchte zu führen, damit die Menschen die Kraft Christi in uns sehen können und zu ihm gezogen werden. Wenn wir den Namen Christi anrufen, sollten wir wie er sein. Wir werden aufgerufen, das Evangelium zu verkünden und uns nie des Evangeliums Christi zu schämen, weil es die Kraft Gottes ist, die selig macht. Wir werden aufgefordert, es den Juden und Griechen gleichermaßen zu verkünden. Und es ist ein legitimes Angebot, ein echtes Angebot. Und jeder Sünder auf dem Planeten ist für seine Reaktion auf dieses Angebot verantwortlich. In unserer Studie heute früh haben wir gesehen, dass jeder Mensch eine Haushalterschaft hat, die Gott ihm gegeben hat. Vielleicht ist es die Haushalterschaft über ein Gesetz, das in seinem Herzen geschrieben ist oder die Haushalterschaft seines rationalen Verstandes, um die Schöpfung um sich herum zu betrachten und zur Erkenntnis Gottes geführt zu werden. Und wenn er dem Pfad gehorsam folgt, wie er es sollte, gemäß der Haushalterschaft, die Gott ihm gegeben hat, wird er feststellen, dass die Wahrheit sich ihm eröffnet. Jeder Mensch ist rechenschaftspflichtig und niemand hat eine Ausrede. Deshalb sind wir also gehalten, das Evangelium bis ans Ende der Erde zu bringen. Aber wir wissen, dass nicht jeder Buße tun und glauben wird – wir wissen das. Das traf schon immer zu, schon immer.

Es gibt zahlreiche Seelen, selbst jetzt, die diese Erde verlassen haben und sich bereits für immer in ewigen Qualen außerhalb von Gottes Gegenwart befinden. Diese Tatsache ist unausweichlich. Und sie ziehen dort scharenweise ein an jedem Tag, an dem wir leben, sie sterben zu Tausenden. Es gibt eine ewige Hölle und sie wird ständig mit Sündern gefüllt, bis die Heilsgeschichte abgeschlossen ist; Sündern, die ihr Gewissen ignoriert haben, die das Gesetz ignoriert haben, das in ihrem Herzen geschrieben ist, die das ignoriert haben, was von Gott bekannt und in ihnen war, die die Wahrheit ignoriert haben, als sie sie gehört haben, die die Schrift ignoriert haben, als sie sie gelesen haben, die das Evangelium ignoriert haben, als es ihnen verkündigt wurde, die die Güte und Barmherzigkeit Gottes abgelehnt haben, die sich geweigert haben, Buße zu tun. Und sie sind allesamt in der Hölle gelandet, und wenn sie in der Hölle die Wahl bekämen, eine andere Entscheidung zu treffen, würden sie es nicht tun. Sie haben damals kein Interesse an Gott gehabt und sie werden jetzt kein Interesse an ihm haben.

Wir sind also zu einer weltweiten Aufgabe aufgerufen und Sünder sind rechenschaftspflichtig dafür, wie sie auf diese Botschaft reagieren – egal, auf welchem Niveau diese zu ihnen kommt. Wie ich in der Predigt nächsten Sonntagmorgen aufzeigen werde, gibt es verschiedene Schweregrade der Bestrafung in der Hölle. Nicht jeder wird in der Hölle gleich schwer bestraft werden. Das wird davon abhängen, wie viel Wahrheit sie ausgesetzt waren – Wahrheit ist gefährlich. Je mehr Wahrheit ihr ausgesetzt seid, umso größer ist eure Schuld, und je größer eure Schuld, umso größer ist eure Strafe.

Das sollte uns nicht überraschen. Geht einmal zurück zu Jesaja 6, während ihr noch dort seid. Jesaja Kapitel 6 enthält einen Aufruf Gottes an den Propheten Jesaja. Und in Vers 8 stellt der Herr eine Frage, die lautet: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ Das Volk Gottes steckt in ernsthaften Schwierigkeiten. Es befindet sich in großer Gefahr. Das vorangegangene Kapitel, Kapitel 5, beschreibt die Sünden, die charakteristisch waren für Gottes Volk, und ein Gericht wird sie ereilen, ein strenges und tödliches Gericht wird kommen. Es wird am Ende von Kapitel 5 beschrieben. Und Gott braucht einen Boten, der eine Warnung überbringt, einen Boten, der das Volk zur Buße aufruft, bevor das Gericht kommt. Und die Frage lautet: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ Damit meint er die Dreieinigkeit. Und Jesaja antwortet: „Hier bin ich, sende mich!“ So sollte natürlich jeder Gläubige reagieren. „Wen soll ich in diese Welt senden, der ein Gericht bevorsteht?“ „Ich werde gehen.“

Und dann kommt eine überaus merkwürdige Aussage. „Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk“. Geh, berichte ihnen von dem Gericht und der Gnade und Vergebung und Barmherzigkeit ebenfalls. Fordere sie auf, sich von ihrer Sünde abzuwenden. Geh, sprich zu ihnen. Und dann heißt es: „Hört immerfort, und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht, mit seinen Ohren nicht hört und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt, und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet.“ Dieser Text wird übrigens im Neuen Testament mehrfach zitiert, weil er die Sturheit einer ungläubigen Gesellschaft, besonders Israel, definiert. Er sagt zu Jesaja im Prinzip: „Du sollt wissen, dass sie zwar zuhören, aber nicht verstehen werden, sie werden sehen, aber nicht begreifen, sie werden unempfänglich sein, schwerhörig und mit getrübtem Sehvermögen. Sie werden es nicht kapieren. Sie werden nicht umkehren. Sie werden keine Buße tun. Sie werden nicht geheilt werden. Das solltest du wissen, wenn du dorthin gehst.“

Ich habe gerade erst gestern eine kurze Anmerkung gelesen, die besagt: „In der heutigen Welt wenden sich Scharen von Menschen Christus zu.“ Wirklich? Wo? Irgendwas scheine ich nicht mitzubekommen.

Und in Vers 11 stellten sie die richtige Frage. Jesaja sagte: „Wie lange, Herr?“ Ich meine, warum sollte ich das über lange Zeit tun? Wie lange sollte ich das tun, vielleicht ein paar Wochen? Nein, mach einfach weiter, „bis die Städte verwüstet liegen, so daß niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden und das Land in eine Einöde verwandelt ist. Denn der HERR wird die Menschen weit wegführen, und die Verödung inmitten des Landes wird groß sein.“ Mach einfach weiter, bis das Land in eine Einöde verwandelt ist. Bis niemand mehr da ist, der das tun könnte, verkündige einfach immer weiter … Und ihr sagt: „Einen Moment mal. Das scheint unergiebig zu sein.“ Nein. Der Schlüssel steckt in Vers 13. „Und bleibt noch ein Zehntel darin …“ Das ist eine der verstricktesten hebräischen Konstruktionen, dies es im Alten Testament gibt. Ich werde nicht versuchen, sie für euch zu entwirren. Der Herr sagt einfach, es gibt ein Zehntel – das ist das, was wir die Lehre des Überrestes nennen, es wird ein Zehntel geben. Es gibt einen Wurzelstock. Und am Ende von Vers 13 heißt es: „… so bleibt ein heiliger Same als Wurzelstock.“ Es gibt eine Gruppe, einen Überrest, einen Samen. Das ist derselbe Same, den der Messias in Jesaja 53 gesehen hat und er konnte seinen Samen sehen und seine Seele war zufrieden. Glaubt ihr, Gott ist sich im Unklaren darüber, wer errettet werden wird? Natürlich nicht. Er weiß Bescheid. Er weiß, dass es nur wenige sein werden. Er weiß, dass es ein Überrest sein wird. Er weiß, dass es nur ein Teil sein wird, ein heiliger Same. Das Wort „heilig“ bedeutet „abgesondert“.

Wir ziehen also aus, wie Jesaja es tat. Wir ziehen in die Welt aus, mit dem Evangelium, und wir wissen, dass die meisten es nicht glauben werden. Und wir könnten sehr entmutigt sein und sagen: „Wie lange soll ich das tun?“ Und der Herr sagt: „Mach einfach immer weiter, weil es dort draußen einen Samen gibt, der bereits als heilig vorgesehen ist.“ Sie sind bereits Teil von Gottes Plan und für Gott abgesondert. Sie sind die Auserwählten, die das Evangelium hören, daraufhin Buße tun und glauben werden.

Erinnert ihr euch an Apostelgeschichte 13,48: „Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren“? Alle, die zum ewigen Leben bestimmt waren, wurden gläubig. Es gibt einen Überrest. Es gibt ein Volk, das zum ewigen Leben bestimmt ist.

In Apostelgeschichte 18 erscheint der Herr Paulus in einer Vision. Der Herr sagte: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden“, hört jetzt gut zu, „denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“ Sie waren noch nicht bekehrt. Sie waren noch nicht bekehrt. Geh dort hin, verkündige, denn viele von meinem heiligen Samen sind bereits dort. Sie warten nur darauf, es zu hören.

Wer wird also glauben? Wer wird glauben? Wer wird unseren Bericht glauben, sagt Jesaja. Wer wird durch die Verkündigung des Evangeliums errettet werden? Alle Menschen sind rechenschaftspflichtig und das Angebot ist legitim, aber wer wird errettet werden? Und das bringt uns zu unserer Betrachtung der Lehre der wirksamen Sühne oder der begrenzten Sühne oder der spezifischen Sühne oder der besonderen Sühne – alles verschiedene Namen dafür. Wir wissen das bereits, wenn wir die Frage stellen, wer glauben wird und wer errettet werden wird. Wir haben gerade unsere Diskussion der Lehre der absoluten Unfähigkeit und Widerwilligkeit beendet, manchmal auch als Lehre der totalen Verderbtheit bezeichnet. Und diese Lehre besagt, dass kein Sünder – und das wird in der Bibel gelehrt – aus eigener Kraft oder eigenem Willen nach Gott suchen kann, nicht wahr? Kein Sünder wird von sich aus nach der Wahrheit streben, nach Gerechtigkeit streben, zur Versöhnung und zum Heil finden. Er wird es nicht, weil er dazu nicht fähig ist. Sein Zustand als tot in der Sünde macht das unmöglich. Die Einzigen, die kommen können, sind deshalb diejenigen, denen Gott Leben und Licht und Verständnis und Buße und Glauben gewährt. Wir haben aus der vorigen Studie auch gelernt, dass diejenigen, denen Gott das gewährt, die sind, die er dazu auserwählt hat. Gott wählt aus, wen er erretten wird, und Gott errettet, wen er auserwählt hat.

Errettung kommt also eindeutig ganz allein von Gott. Sie ist sein heiliger Same. Sie ist sein heiliger Nachkomme in den Worten von Jesaja 53. Es ist sein Volk, das er bereits identifiziert hat. Ihre Errettung geschieht nicht gegen ihren Willen, sondern im Einklang damit, da ihr Wille durch die Kraft Gottes verändert wird. Das wiederum wirft die Frage auf, für wen Christus gestorben ist? Für wen ist er gestorben? Letztes Mal haben wir gesagt, und ich werde das nur kurz wiederholen, dass die meisten Menschen in der Gemeinde glauben, dass Jesus für jeden potenziell gestorben ist, statt tatsächlich für sie gestorben zu sein, nicht wahr? Er ist einfach für jeden potenziell gestorben, dieses Opfer ist quasi irgendwo da draußen, man kann es annehmen, wenn man will, oder auch nicht, dann betrifft es einen nicht. Er ist also potenziell für jeden gestorben, statt für irgendjemanden tatsächlich oder wirksam gestorben zu sein. Deshalb hängt die Wirksamkeit seines Sühneopfers davon ab, dass der Sünder sich entscheidet, das Sühneopfer Jesu Christi in seinem Namen zu einem tatsächlichen Opfer für sich selbst zu machen. Und wenn der Sünder niemals glaubt, wenn er sich entscheidet, Christus niemals anzunehmen, dann bleibt der Tod Christi für ihn ein unerfülltes Potenzial. Diejenigen, die das glauben, glauben – hört mir jetzt gut zu – dass das Sühneopfer Christi in seiner Wirksamkeit begrenzt ist, okay? Es ist begrenzt in seiner Wirksamkeit; sie sagen gerne, sie glauben nicht an begrenzte Sühne, sie glauben an unbegrenzte Sühne. Das ist nicht wahr. Sie glauben an ein Sühneopfer, das in seiner Kraft begrenzt ist, das in seiner Wirksamkeit eingeschränkt ist, dass in seinem Einfluss durch den Willen des Sünders eingeschränkt ist. Das ist ein sehr begrenztes Sühneopfer. Sie glauben, dass es unbegrenzt in seinem Ausmaß ist, dass es sich auf die ganze menschliche Rasse erstreckt, aber in seiner Auswirkung sehr eingeschränkt ist.

Die Bibel lehrt genau das Gegenteil. Das Sühneopfer Christi ist in seinem Ausmaß auf jene begrenzt, die Gott auserwählt und rettet. Und für sie ist es in seiner Wirksamkeit, in seiner Kraft, unbegrenzt. Es ist also keine potenzielle Errettung für alle, sondern eine tatsächliche Rettung für viele. Wer ist „uns“, „unsere“ und die „vielen“, für die Jesus gestorben ist, für die er das Gericht für die Sünde trug? Es ist der heilige Same. Es sind die heiligen Nachkommen. Es sind die vom Vater Auserwählten. Es ist die Braut des Sohnes. Seht ihr, das verändert alles. Wenn ihr glaubt, dass es diese Art von potenzieller Sühne auf der Welt gibt und ihr Sünder nur davon überzeugen müsst, sie anzunehmen, um sie für sich zu nutzen, dann birgt das eine völlig neue Evangelisationsmethode. Dann geht es darum, den Willen des Sünders zu beeinflussen, damit er dieses rein potenzielle Sühneopfer verwirklicht.

Und ihr müsst euch fragen, wem dafür Ehre gezollt wird. Richtig? Das hört sich nicht nach einer Methode an, um Gott zu verherrlichen. Seht ihr, dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass das Sühneopfer Jesu in seinem Ausmaß unbegrenzt ist, in seiner Wirkung aber sehr begrenzt. Dass es sogar unzureichend ist, um euch zu retten. Ist das nicht erstaunlich? Jesus stirbt am Kreuz und zahlt den Preis für eure Sünden, doch nach dieser Theologie reicht das nicht aus, um euch zu erretten. Ihr müsst etwas tun, um dieses Sühneopfer zu vervollständigen, und das hört sich für mich sehr nach Errettung durch Werke an. Aber wie wird der Sünder das tun, wenn er vollkommen unfähig und widerwillig ist, das zu tun? Tot in seinen Übertretungen und Sünden, geblendet von Satan, sodass wir wissen, dass nicht jeder errettet werden wird. Das Sühneopfer ist seinem Ausmaß begrenzt und die Frage ist, wer es begrenzt hat? Wer hat es begrenzt? Gott.

Ich weiß, dass das manchmal schwer zu akzeptieren ist. Aber er hat das getan. Es gibt eine Hölle und die meisten Menschen, die auf dieser Erde leben, landen dort. So ist das. Die wirklich harte Lehre ist die Lehre der ewigen Bestrafung. Wenn es keine Hölle gäbe, müssten wir diese anderen Themen nicht diskutieren, dann wäre das rein akademisch. Aber es ist Gott, der entscheidet, wen er erretten wird, und er hat diese Menschen vor Anbeginn der Welt auserwählt.

Ich kann nicht einfach auf das Kreuz schauen und Jesus dort ganz am Ende des Kreuzes sehen, der gen Himmel schaut und sagt: „Es hat begonnen“. Was?  „Es ist potenziell“. Das hat er nicht gesagt, oder? War der Tod Christi der vollständige und komplette Lohn an Gott, um dessen gerechtfertigten Zorn für einige besondere, auserwählte Leute zu befriedigen? Oder war er ein Potenzial für niemanden? Ein tatsächliches Opfer für niemanden, ein potenzielles für jedermann.

Lasst uns die Schrift betrachten und schauen, wie das zu verstehen ist. Wir haben nur wenig Zeit. Das hier wird eine kurze, zusammenfassende Betrachtung sein. Wir müssten uns mit einigen Begriffen befassen. Okay, „Welt“ … lasst uns mit dem Wort „Welt“ beginnen. Jeder kommt an und sagt: „Moment mal, Moment mal, was ist mit der Welt, was ist mit der Welt?“ Ich möchte euch dabei helfen, okay? Das ist wie bei den traditionellen Bibeldrills, die ihr als Kinder gemacht habt. Ihr müsst mir schnell folgen. Wir haben das Wort „Welt“ gehört, und wenn wir das hören, denken wir, das bedeutet jeder, der jemals gelebt hat. Das ist nicht biblisch. In Johannes 1,9 heißt es: „Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.“ Was bedeutet das? Was bedeutet „sollte in die Welt kommen“? Bedeutet das, er kam zu jedem menschlichen Wesen auf dem Angesicht der Erde? Nein, es bedeutet einfach, er kam in menschliche Gefilde. Er war in der Welt. Er war in menschlichen Gefilden. „Und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht.“ „Welt“ ist nur ein Ausdruck für „Menschheit“, die geschaffene Welt. Er war in der Welt, Gott in Menschengestalt. Da steht nichts darüber, dass jedes einzelne Individuum auf dem Planeten notwendigerweise darin inbegriffen ist, nur die Schöpfungsordnung, nur die Menschheit.

Ihr seht hier also das Wort „Welt“, das sofort näher bestimmt werden muss. In Johannes 1,29 heißt es: „Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: ‚Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der‘“, … was? …, „‚Welt hinwegnimmt!‘“ Einen Moment mal, das müssen wir sofort näher bestimmen, nicht wahr? Wenn er die Sünden der Welt hinwegnahm, dann würde das was bedeuten? Dann wäre jeder errettet. Dann wären die Sünden aller hinweggenommen. Wir müssen also das Wort „Welt“ sofort näher bestimmen. Und wie erläutert man das näher? „Er kam in dieses menschliche Gefilde, er kam in diese Schöpfungsordnung, er kam zur Menschheit, um die Sünden hinwegzunehmen.“ Und in der Zukunft wird die Sünde natürlich im Neuen Himmel und auf der Neuen Erde vollkommen hinweggenommen sein.

Aber ihr werdet bemerken, dass das ganz klar begrenzt ist. Er kam nicht, um die Sünden von jedermann hinwegzunehmen. Geht einmal zu Vers 11 zurück: „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Vers 12: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ Das Hinwegnehmen der Sünde wird also näher bestimmt durch „die an seinen Namen glauben“. Sie waren die Einzigen, die ein Recht darauf hatten, Vergebung zu erfahren und Kinder Gottes zu werden. „Welt“ ist also nur ein generischer Begriff und bedeutet „Menschheit“ oder „Schöpfungsordnung“. Und er muss näher bestimmt werden.

In Johannes 3, 16 heißt es wiederum „Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt“, und das ist etwas, worüber wir im Januar reden werden – die Liebe Gottes und wie weit und wie breit und wie hoch und wie tief sie ist. So sehr hat Gott die Welt geliebt. Was bedeutet das? Die Menschheit. „Daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.“ Ihr wisst sofort, dass das Wort „Welt“ näher bestimmt werden muss. Wenn ihr das nicht tut, dann werden wir hier alle als Universalisten enden, wo jeder errettet wird. Und wir wissen, dass das nicht wahr sein kann, weil die Bibel so unmissverständlich über das Gericht spricht.

In Kapitel 3 geht es einfach darum, dass Gott die Menschheit liebte. Er hat alle Menschen aus allen Stämmen, Sprachen und Nationen geliebt. Er hat geliebt und auf sehr allgemeine Weise erweist er der Welt diese Liebe durch allgemeine Gnade und das Angebot des Evangeliums und seine Barmherzigkeit. Aber seine errettende Liebe für die Welt ist begrenzt auf jene in der Welt, in den menschlichen Gefilden, die glauben. „Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt …“

In Johannes 4,42 ist es dasselbe. Dort heißt es: „Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, daß dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus, ist.“ Dort steht nicht, dass er der potenzielle Retter der Welt ist, sondern dass er der Retter der Welt ist. Er ist der Retter der Welt – ohne jede Einschränkung, also muss das Wort „Welt“ näher bestimmt werden, denn das Wort „Retter“ kann man nicht einschränken. Er ist der … nun, der potenzielle Retter. Ihr versucht, das universelle Konzept der Welt zu schützen und schränkt dadurch letztendlich den Retter ein. Das sagt wirklich was aus, oder? Entweder schränkt ihr die Wirksamkeit des erlösenden Werkes Christi ein oder ihr schränkt dessen Ausmaß ein, eins von beidem. Er ist der Retter der Welt in diesem Sinne, er ist der einzige Retter, den diese Welt je haben wird. Er ist der einzige Retter, den die menschliche Rasse je kennen wird. Die Welt hat keinen anderen Retter. Und es ist wichtig, dass ihr bei der Lektüre des Johannesevangeliums bei jeder Erwähnung von „der Retter der Welt“, „denn so hat Gott die Welt geliebt“, „er war in der Welt“ etc. im Hinterkopf behaltet, dass Johannes in einem jüdischen Umfeld, geprägt von antiheidnischem Rassismus sprach. Und die Vorstellung, dass der Messias für die Welt da war, war befremdlich - das soll jetzt kein Wortspiel sein -, es war eine revolutionäre Vorstellung.

In Johannes 6,33 findet sich dieselbe Betonung: „Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“ „Der Welt“ - welchem Teil der Welt? Vers 35: „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.“ Wenn ihr kommt und an ihn glaubt, werdet ihr das Leben haben, egal, welcher Nation auf diesem Planeten ihr angehört. Er ist der Retter der Welt. In 1. Johannes 4,14 lesen wir dieselbe Sache in dem Sinne, dass das nicht auf die Juden beschränkt ist. Aber es ist begrenzt. Es ist immer auf diejenigen begrenzt, die glauben. In Johannes 6,33 haben wir das gerade gelesen und in Johannes 6,51 geht es weiter: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“ Er gibt sein Leben für die Welt, aber für wen auf der Welt? Im selben Vers steht: „Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit.“ Es wird immer durch den Glauben näher bestimmt, durch den Glauben. Das sieht man immer wieder, im gesamten Johannesevangelium. In Johannes 12,47 muss das auch immer wieder näher bestimmt werden: „Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette.“ Das bedeutet natürlich nicht, dass er jeden Menschen retten wird, der lebt, sondern vielmehr, dass er seine Errettung ohne Rücksicht auf Rasse oder Hautfarbe oder Geschlecht auf den ganzen Planeten, auf die Menschheit im Allgemeinen ausdehnt.

Betrachtet einmal Kapitel 14, Vers 22. Das ist einfach eine weitere Illustration dafür, dass der Begriff „Welt“ immer näher bestimmt werden muss. In Johannes 14,22 heißt es: „Da spricht Judas – nicht der Ischariot – zu ihm: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ Was glaubt ihr, was Judas damit gemeint hat? Was meinte er mit „daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt“? Er meinte damit ganz gewiss nicht jeden Menschen auf dem Planeten. Hier ist die weitere Welt, die breitere Masse der Menschheit außerhalb dieser kleinen Gruppe gemeint, die Allgemeinheit. Und Jesus begriff seine eigenen Einschränkungen in Bezug auf das Wort „Welt“. Schaut euch einmal Johannes 17 an, das ist sehr wichtig. In Johannes 17 betet Jesus, und zwar in Vers 6, für die Menschen, „die du mir aus der Welt gegeben hast“. „Die Menschen […], die du mir aus der Welt gegeben hast“, für sie bete ich, „sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt“. Und dann geht einmal zu Vers 9 weiter: „Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich.“ Dort seht ihr, dass Jesus nicht für die Welt Fürbitte leistet, sondern für die Menschen, die Gott ihm aus der Welt gegeben hat. Auch hier ist wieder eine nähere Bestimmung nötig, die Jesus selbst hier vornimmt.

In Johannes 17,15 betet Jesus für die Seinen und sagt: „Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern daß du sie bewahrst vor dem Bösen.“ An dieser Stelle versteht er die Welt als ein menschliches Unterfangen mit all seiner Sünde. In Vers 16 sagt er: „Sie sind nicht von der Welt.“ Vers 18: „Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.“ Aber ich bete nicht für die Welt, sondern für diejenigen, die du mir aus der Welt gegeben hast. Jesus wusste sogar, dass die Verwendung des Wortes „Welt“ näher bestimmt war, einfach allgemein, außerhalb Israels, in allen Rassen und Sprachen. Die „Welt“ wird immer näher bestimmt, es gibt keine einzige Situation, wo wir dogmatisch sagen können, es bezieht sich auf jeden einzelnen Menschen, der je gelebt hat.

Mir ist gerade noch etwas eingefallen, das ich noch schnell erwähnen muss, in Johannes 12,19. Die Pharisäer machte sich zunehmend mehr Sorgen wegen Jesus, deshalb lesen wir in Johannes 12,19: „Da sprachen die Pharisäer zueinander: ‚Ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach.‘“ Was glaubt ihr, was sie damit gemeint haben? Jeder Mensch, der jemals gelebt hat? Nein, das wird immer näher bestimmt. In Lukas 9,25 sagt Jesus: „Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt“, nun, das ist eine nähere Bestimmung, denn kein Mensch kann die ganze Welt besitzen.

In diesem Kontext bedeutet das also einfach, dass der Begriff „Welt“ sich über den Provinzialismus, die Engstirnigkeit und den Rassismus des Judaismus hinaus erstreckt und das Ausmaß des Sühneopfers sich auf die ganze Erde, auf alle Zeiten und auf alle Nationen erstreckt. Paulus sagt in Römer 11,15, dass die Verwerfung Israels die Versöhnung der Welt zur Folge hat. Und noch einmal: Paulus glaubt nicht einen Moment, dass damit gemeint ist, jeder einzige Mensch, der jemals gelebt hat, würde mit Gott versöhnt werden. Er meint vielmehr, dass Israels Verwerfung außer Acht gelassen wird und die Gemeinde an dessen Stelle gesetzt wird und sich aus Juden und Heiden zusammensetzt. Das bereitete den Juden Schwierigkeiten. Deshalb mussten die Apostel sie irgendwie schocken mit der Tatsache, dass der Herr ein Werk unter den Heiden verrichten würde. Erinnert ihr euch noch an die Apostelgeschichte? Während Petrus noch in Apostelgeschichte 10 sprach, kam der Heilige Geist über Kornelius und über Heiden und alle beschnittenen Gläubigen, die zusammen mit Petrus gekommen waren, waren erstaunt, weil die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden gekommen war. Nun, das war ein Teil desselben Provinzialismus. Es war nie beabsichtigt gewesen, das Evangelium allein auf Israel zu beschränken. Dasselbe findet sich in Apostelgeschichte 15,6 und den nachfolgenden Versen. Lasst uns bei Vers 7 beginnen. „Petrus [stand] auf uns sprach zu ihnen: ‚Ihr Männer und Brüder, ihr wißt, daß Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, daß sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; und er macht keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hat.‘“ Das ist eine bittere Pille für die Juden, dass das Evangelium sich nicht nur auf den Judaismus beschränkte, sondern auf Menschen jeder Sprache, jedes Stammes, jedes Volkes und jeder Nation.

Deshalb müssen wir das Wort „Welt“ immer näher bestimmen, wenn wir es sehen. Es gibt einen weiteren Abschnitt bzw. zwei weitere, mit denen wir uns kurz befassen müssen. Ich werde sie nur kurz kommentieren. In 1. Johannes 2, Verse 1 und 2 lesen wir über „Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Was bedeutet das? Dass er ein Sühneopfer ist, das nicht nur für unsere Sünden gilt - auch das ist dem Kontext nach sehr jüdisch. Sondern stattdessen für die ganze Welt. Das ist dasselbe Argument, das Johannes immer wieder vorgebracht hat, dasselbe Argument, das in der Apostelgeschichte angeführt wurde, dasselbe Argument, das Paulus in Römer 11 anführt - dass das Evangelium nicht auf die Juden beschränkt ist. „Sühneopfer“ ist übrigens ein sehr ausdrucksstarkes Wort; im Griechischen ist das hilasmos. Und „Sühneopfer“ bedeutet die tatsächliche Befriedigung von Gottes gerechtem Zorn. Das ist kein Wort, das etwas Potenzielles, sondern etwas Tatsächliches ausdrückt. Man könnte das mit „beschwichtigt“ oder „befriedigt“ übersetzen. Er selbst ist die Befriedigung, er ist die Beschwichtigung, er stimmt Gott versöhnlich, er beschwichtigt Gottes Zorn wegen unserer Sünden. Aber nicht nur unsere im Sinne der „Insider“, sondern die der ganzen Welt. Das bedeutet, es gibt kein anderes Sühneopfer für die Menschen irgendeiner anderen Nation als das Sühneopfer, das für uns gilt. Wenn das bedeuten sollte, dass er tatsächlich als Genugtuung für jeden Menschen, der jemals gelebt hat, diente, dann ist das gewählte Wort viel zu stark, um irgendetwas Potenzielles auszudrücken. Es müsste etwas Tatsächliches, etwas Wirksames sein, denn es war eine Genugtuung, eine Befriedigung. Gott war mit dem Opfer in ihrem Namen zufrieden. Nichts wird ausgelassen. Und der Tod Jesu, meine Lieben, war eine Genugtuung. Er war das Opferlamm am ultimativen Versöhnungstag, dessen vor Gott vergossenes Blut eine wahre Genugtuung oder Befriedigung darstellte. „Sühneopfer“ ist ein zu starkes Wort, um irgendetwas Potenzielles anzudeuten, denn „Sühneopfer“ bedeutet, dass Gottes Zorn dadurch für immer abgewandt wird. Und nicht nur für uns, sondern für jeden Heiden oder sonstigen Menschen, der glaubt.

Und dann ist da noch 2. Korinther Kapitel 5. Ich werde mich nur ganz kurz damit befassen, denn ich weiß, wenn ich das nicht tue, werdet ihr zu mir kommen und mich danach fragen; also, 2. Korinther 5,19. „… weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte.“ Auch hier sagt ihr wieder: „Nun, okay, die Welt versöhnen. Die Menschen wissen immer … hat er nicht die ganze Welt mit sich versöhnt?“ Nun, was meint ihr mit „Welt“? Das muss immer näher erläutert werden, ansonsten werdet ihr, wie ich schon erklärt habe, zum Universalisten, und was macht ihr dann mit allen Menschen, die in der Hölle landen? Gott versöhnt die Welt mit sich. Und was bedeutet das? Hört einmal auf Folgendes: „Indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete.“ Das ist nicht ein potenzielles Irgendwas, sondern ein tatsächliches. Gott versöhnt - er macht die Versöhnung nicht möglich, er entfernt keine Barriere für eine Versöhnung, er gibt euch nicht 8/10 des Pakts und fordert den Sünder dann auf, die letzten beiden Schritte zu tun. Er versöhnt die Welt mit sich selbst in Christus, das bedeutet im Tode Christi, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnet. Und ich möchte euch sagen, meine Lieben, wenn eure Sünden euch nicht angerechnet werden, bedeutet das, dass er eure Übertretungen voll und ganz für euch ertragen hat und ihr dafür nicht verurteilt werdet. Und das ist keine potenzielle Errettung, das ist tatsächliche, wirksame Errettung. Wer auch immer „die Welt“ hier ist, es sind diejenigen, deren Sünden ihnen nicht länger angerechnet werden. Es sind diejenigen, die laut Vers 17 neue Schöpfungen in Christus sind. Es sind diejenigen, laut Vers 21, für die Gott „den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hat“. Für wen? Diejenigen, die mit Gott versöhnt wurden, „damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.“ In der Bibel gibt es so etwas wie ein potenzielles Sühneopfer nicht. Es bedeutet einfach, dass es keine Einschränkungen auf bestimmte Rassen, keine ethnischen Einschränkungen gibt. Diese Textabschnitte über die Welt enthalten allesamt nähere Beschreibungen. Es ist einfach die Menschheit, die menschliche Welt, diese Gefilde, nicht jeder einzelne Mensch, der je gelebt hat. Wisst ihr, das hat man uns im Laufe der Jahre verkauft. Christus hat den Lohn nicht voll gezahlt, er hat uns nicht versöhnt, er hat nicht vollkommene Genugtuung für Gott geleistet, sodass Gott nicht mehr die Übertretungen jedes einzelnen Menschen auf der Welt anrechnet. Wenn das wahr wäre, wäre das eine tatsächliche Errettung und dann kann es keine Hölle geben, weil es dann keine Bestrafung geben kann. In dem Fall wäre Gott nicht gerecht, sondern was? Ungerecht.

Ihr sagt jetzt: „Nun, die Bibel sagt aber ‚alle‘, die Bibel sagt ‚alle‘“. Ich weiß, dass sie von „allen“ spricht, ja, sie spricht von „allen“. Wollt ihr mal mit mir ein paar „alle“ betrachten? Lasst uns das in Römer 5 tun. Gebt mir nur noch ein paar Minuten und dann kommen wir dahin, ich habe hier nur ungefähr 45 Textstellen. Wir können an jeder Stelle aufhören und ein anderes Mal weitermachen. Aber in Römer 5,18 – einer weiteren wichtigen Textstelle - heißt es: „Also: wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam ...“ Diese eine Übertretung war Adam, nicht wahr? Und das hatte Auswirkungen auf jeden. „… so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt.“ Nun, wenn ihr nicht vorsichtig seid, wenn ihr Parallelen in die falsche Richtung zieht, landet ihr bei Folgendem: „Nun, jeder war von Adams Sünde betroffen und wurde zum Sünder, deshalb wurde auch jeder von Christi gerechtem Werk betroffen und wird gerecht.“ Das Problem dabei ist, dass das nicht stimmt.

Hier wird nur eine einzige Illustration gemacht. Es ist einfach Folgende. Das Argument taucht auf, Paulus spricht über die Auswirkung des Werkes Christi, und wie das Werk Christi der Erlösung aller, die glauben, dient. Die Frage, die das im Kopf des Lesers aufwirft, ist: „Wie kann die Handlung eines einzelnen Menschen so große Auswirkungen haben? Wie kann die Handlung eines einzelnen Menschen solch gewaltige Implikationen haben?“ Deshalb zieht er einfach diese Parallele. „Schaut, durch die Sünde eines einzigen Menschen ist jeder gestorben. Jeder, der gestorben ist, ist gestorben. Und durch die Gerechtigkeit eines Einzigen wurde jeder, der gerecht wurde, gerecht.“ In Vers 19 verändert er sogar seine Terminologie und sagt quasi: „Nur damit wir nicht denken, dass ‚alle‘ inklusiv ist“, und dann fährt er fort und sagt, „denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“ Ich denke, er fügt das dort ein, damit wir Vers 18 ja nicht falsch verstehen, denn dann wäre jeder errettet und er sagt quasi: „Halt, das versuche ich hier nicht zu sagen, lasst uns hier lieber das Wort ‚viele‘ verwenden, damit wir hier nicht durcheinander kommen. Wir versuchen einfach, das Argument zu illustrieren, dass das Werk eines Einzlenen, die Tat eines Menschen, alle betrifft, die aus diesem Menschen hervorgehen.“ Hier steht „alle“ also nur im angemessenen Sinne, wiederum durch den Kontext näher bestimmt.

Geht einmal zu Römer 8,32. Hier finden wir das wieder. „Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat ...“ Wer ist „alle“ hier? Christus wurde für uns alle hingegeben. Jetzt werden manche Leute sagen: „Nun, er wurde für alle Menschen auf der ganzen Welt hingegeben.“ Das ist nicht … ist es das, wovon er hier redet? Ist das das „uns“ von Paulus?

Nun, lasst uns zu Vers 31 zurückgehen, einfach einen Vers davor. „Ist Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?“ Wer ist in diesem Falle „uns“? Jeder auf der ganzen Welt, ist Gott für jeden auf der ganzen Welt? Wir müssen das „uns“ näher erläutern. Wer ist also das „uns“, für das Gott ist? Ich sage euch, wer das ist. Geht einmal zu Vers 29: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden.“ Und in Vers 30: „Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht“ und wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Das „uns“ bezieht sich auf diejenigen, die vorherbestimmt und berufen und gerechtfertigt und verherrlicht sind. Um es anders auszudrücken - in Vers 33 heißt es: „Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben?“ Es sind die Auserwählten, wir sind die „uns alle“.

Schlagt bitte einmal 2. Korinther 5,14 auf. Die Sprache dort ähnelt der in Römer 5 sehr. Ich möchte einfach, dass ihr sie vergleichen könnt. 2. Korinther 5, wir waren bereits dort, einige Verse weiter unten, aber ich möchte jetzt zu Versen 14 und 15 zurückgehen: „Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ Damit ist „alle“ näher bestimmt. Verfolgt das jetzt einfach aufmerksam. Die Liebe Christi drängt uns, da wir überzeugt sind, dass einer für alle gestorben ist. Manche Leute sagen: „Ach, er ist für alle gestorben, er ist für die ganze Welt gestorben, für jeden einzelnen Menschen auf der ganzen Welt. Er ist für sie alle gestorben?“ Nein, er ist für alle gestorben, deshalb sind alle gestorben. Die „alle“, für die er gestorben ist, sind gestorben. Was bedeutet das? Nun, wisst ihr noch, dass ihr, als ihr zu Christus gekommen seid, gestorben seid? Stimmt das nicht? „Ich bin“, … was? …, „mit Christus gekreuzigt.“ In ihm sterbt ihr. Er ist also für alle gestorben, deshalb sind alle gestorben. Er ist für all die gestorben, die in ihm gestorben sind. Vers 15, er ist für alle gestorben, und wer ist „alle“ hier? Diejenigen, die leben. Er ist für diejenigen gestorben, die in ihm gestorben sind und in ihm leben. Am Ende von Vers 15 heißt es, dass er für sie gestorben und auferstanden ist ... für sie.

Wenn wir die Zeit dazu hätten, könnte man das Wort „viele“ unter die Lupe nehmen; es birgt einige interessante Verwendungen und ihr werdet ein paar interessante Verweise auf das Wort „viele“ finden. Wir haben bereits einige in Römer 5 gesehen, nur, damit ihr einen Vergleich anstellen könnt; dort steht, dass der Herr nicht für alle, sondern für viele gestorben ist. Und es gibt noch einen weiteren Weg, dasselbe Argument zu vermitteln – dass „alle“ im weitesten Sinne „über die ganze Welt“ bedeutet, während „viele“ „weniger als jeder“ bedeutet. In Hebräer 9 heißt es: „[so wird der] Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen ...“ Wow, dargebracht, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen. Man sollte nicht allzu viel mit diesen Worten tun, außer zu verstehen, wie sie im jeweiligen Kontext immer näher bestimmt werden.

Hört einmal auf Matthäus 20,28: „Gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele … für viele.“ Wer sind die Vielen? Alle, die glauben würden. Er war tatsächlich ein Lösegeld. Er war tatsächlich ein Lösegeld. Er hat tatsächlich ein Sühneopfer dargebracht. Er hat tatsächlich Sühne für diejenigen bewirkt, die glauben würden. Um es in der Sprache der Engel auszudrücken, hört sich das mit den Worten des Engels folgendermaßen an: „Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom Heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben“, hört jetzt gut zu, „denn er wird“, … wen? … „sein Volk erretten von ihren Sünden.“ Die Bibel lehrt nirgendwo eine potenzielle Errettung. Er errettet sein Volk von ihren Sünden. Das wird er tun, wenn er kommt, es wird eine echte Errettung für sein Volk sein. In Johannes 10,11 heißt es: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe […] und ich kenne die Meinen. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt [...] und ich lasse mein Leben für die Schafe.“

Im Johannesevangelium Kapitel 11, Vers 50, sagt Kajaphas: „Und ihr bedenkt nicht, daß es für uns besser ist, daß ein Mensch für das Volk stirbt, als daß das ganze Volk zugrundegeht!“ „Dies redete er aber nicht aus sich selbst, sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, weissage er; denn Jesus sollte für das Volk sterben“, hört jetzt gut zu, „und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenzubringen.“ Wow, was für eine Aussage! Habt ihr das kapiert? Jesus ist gestorben, er ist nicht nur für Juden gestorben, sondern um die Kinder Gottes, die auf der ganzen Welt zerstreut sind, in einem Leib zu versammeln. Das sind diejenigen, für die er gestorben ist.

Nur noch ein paar mehr, zum Beispiel Epheser Kapitel 5. „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus“, … was? ..., „die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei …“ Er hat den Preis für seine Braut, seine Gemeinde, bezahlt. Er hat sie erlöst. Es war nicht eine Erlösung von jemandem im Besonderen, es war vielmehr eine Erlösung seiner eigenen, erlösten Gemeinde. Es war eine spezifische Erlösung. Er hat uns in sich vor Anbeginn der Welt auserwählt. Er hat uns vorherbestimmt. In ihm haben wir Erlösung – Epheser 1,7. Wir haben „die Vergebung unserer Übertretungen  nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns überströmend widerfahren ließ.“ Ich liebe Epheser 1,14, wo wir als Gottes Eigentum bezeichnet werden. Dort ist von der Erlösung von Gottes Eigentum die Rede, ein Volk zum besonderen Eigentum. In Titus 2,13 lesen wir: „… indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus“, ... ich liebe diese Stelle ..., „der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen.“ Und wer war dieses Volk? Das Volk, das Gott vor Anbeginn der Welt auserwählt und seinem Sohn als Braut gegeben hat. Petrus sagt in 1. Petrus 2,24: „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen.“ Petrus sagt: „Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte.“ Er ist nicht gestorben, um Menschen potenziell zu Gott zu bringen, er ist gestorben, um uns zu Gott zu bringen. Er ist gestorben, um Gott zu befriedigen. Er ist gestorben, um den heiligen Samen zu erlösen, die heiligen Nachkommen.

Noch ein Text, dann reicht’s für heute. Ein weiterer, weil ich weiß, dass ihr mich fragen werdet und weil er eigentlich zur Klärung dient – Hebräer 10,29. In Hebräer 10,29 lesen wir: „Wieviel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“ Manche Leute sagen: „Moment Mal, da steht doch, dass einige Leute, die künftig bestraft werden, einige Leute, die den Sohn Gottes mit Füßen treten und das Blut des Bundes für gemein achten, angeblich geheiligt wurden.“

Ich möchte euch bei diesem Vers helfen. Nehmt einen kleinen Stift heraus und macht aus dem kleinen „e“ ein großes „E“. Hier geht es nicht um Sünder, die geheiligt werden, sondern um Christus, durch den Er [der Sünder?] geheiligt wurde, darum, den Sohn Gottes mit Füßen zu treten und das Blut des Bundes, durch das Er als Opfer des Bundes abgesondert wurde, für gemein zu erachten.

Jetzt könnte jemand einen Vers wie 2. Petrus 2,1 einwerfen und sagen: „Moment mal, da steht über die Leute, die abtrünnig waren, dass sie den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen.“ Klar, da steckt Sarkasmus drin, denn sie behaupteten, wahre Gläubige zu sein. Sie behaupteten, echte Lehrer zu sein. Sie unterwanderten die Gemeinde als falsche Lehrer und Petrus sagt: „Ihr habt jetzt den Herrn, der euch erkauft hat, verleugnet.“ Wir wissen, dass der Herr nicht den Preis für verdammenswerte Irrlehrer gezahlt hat.

Wie fassen wir das also zusammen? Der Tod Christi war eine echte, wahre, tatsächliche und wirksame Befriedigung göttlicher Gerechtigkeit. Er war ein echter Lohn und ein echtes, vollständiges Sühneopfer – tatsächlich und wirksam, nicht potenziell -, das von Gott durch Christus für all diejenigen gezahlt wurde, die jemals glauben würden, weil sie durch die Kraft Gottes auserwählt und erlöst waren. Der Tod Christi war also unbegrenzt, besonders, spezifisch und tatsächlich für Gottes Auserwählte, begrenzt in seinem Ausmaß durch die souveränen Absichten Gottes, aber unbegrenzt in seiner Wirkung; für alle, für die er dargebracht wurde, ist er voll wirksam oder wird es sein, im Leben jedes Einzelnen.  Er ist das Werk Gottes. Er ist das Werk Christi, der die Erlösung herbeiführt – nicht, um Erlösung möglich zu machen, die dann letztendlich vom Sünder herbeigeführt wird. Christus hat die Errettung für alle herbeigeführt, die Gott berufen und rechtfertigen würde. Es sind nicht Sünder, die das Sühneopfer begrenzen, sondern Gott. Jesus hat die volle Strafe für alle, die jemals glauben würden, bezahlt.

Was bedeutet das für euch? Nun, zum Einen solltet ihr euch freuen, denn der Preis wurde voll und ganz für euch gezahlt. Ihr müsst nichts tun, um das zu aktivieren. Ihr seid eine Trophäe Gottes göttlicher Gnade. Zweitens solltet ihr ausziehen und die Verlorenen evangelisieren und euch an der Erkenntnis erfreuen, dass dort draußen ein heiliger Same ist, denn Christus hat den Lohn für deren Sünden bereits gezahlt und es ist uns eine Freude und ein Privileg, seine  Werkzeuge zu sein, um sie zu erreichen.

[Gebet]