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Eine Erklärung der Lehre der Inspiration (German)

Ausgewählte Schriftstellen October 29, 2006 de90-324

Wir kommen jetzt zu einer wunderbaren Gelegenheit, die große Lehre der Inspiration der Schrift zu betrachten. Wir werden uns mit einer theologischen Kategorie befassen, die sich Bibliologie nennt, das Studium von Gottes Wort.

Vor einigen Jahren las ich ein interessantes Interview. Ein sehr beliebter christlicher Liedtexter, von dem wir alle viele Lieder singen und genießen, wurde nach einer Erklärung gefragt, was ihn befähigte, ein bestimmtes Lied zu schreiben. Seine Antwort darauf lautete: „Dieses Lied kam schnell und wir möchten die Theologie dahinter nicht diskutieren. Wir sind sogar der Meinung, dass eine Analyse dieses Liedes eine Manipulation der Inspiration des Heiligen Geistes darstellen würde, der dieses Lied inspirierte.“

Ich glaube, ich verstehe, was die Texter dieses Liedes meinten. Aber es ist eine wirklich verblüffende Aussage, zu sagen, sie wollten die Theologie hinter dem Lied nicht diskutieren oder die Worte des Liedes analysieren, weil das eine Manipulation des Heiligen Geistes wäre, der das Lied inspirierte. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie nicht wirklich begreifen, was es bedeutet, wenn etwas inspiriert ist.

Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass wir dieses Wort häufig gebrauchen. Wir verwenden es besonders in Bezug auf Musik. Es ist eine Sache, zu sagen, ich wurde von der Musik inspiriert. Es ist etwas Anderes, zu sagen, das war eine inspirierende musikalische Darbietung. Wir meinen, wir wurden aufgerichtet und ermutigt und unsere Emotionen wurden beim Singen oder Hören dieses Liedes erbaut. Ein Texter könnte sogar sagen, es war eine inspirierende Erfahrung für mich, dieses Lied zu schreiben. Aber zu sagen, ein Lied sei die Inspiration des Heiligen Geistes und sollte deshalb nicht analysiert oder manipuliert werden, bedeutet, dieses Lied der Schrift gleichzustellen. Sollen wir also sagen, dass ein Liedtexter, der ein Lied schreibt, auf dieselbe Weise inspiriert wird wie Lukas, als dieser das Lukasevangelium schrieb? Oder wie Paulus inspiriert wurde, als er das Buch „Römer“ schrieb? Oder wie Jesaja inspiriert wurde, als er die Prophezeiung schrieb, die „Jesaja“ genannt wird? Was meinen wir, wenn wir sagen, die Bibel ist inspiriert? Meinen wir, sie ist ein inspirierendes Buch, weil sie Glaube und religiöse Gefühle und Verständnis in uns inspiriert? Und werden Menschen heutzutage immer noch inspiriert, wenn sie Lieder schreiben, ebenso wie die Autoren der Bibel inspiriert wurden? Sind Bücher heutzutage inspiriert? Wie steht es mit Predigten? Sind sie inspiriert?

Der Begriff „inspiriert“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „einatmen … einatmen“. Das ist im Grunde genommen etwas irreführend. In 2. Timotheus 3,16 heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ Ich glaube, wir haben durch das Wort „inspirieren“ ein Problem geschaffen. Der tatsächliche griechische Ausdruck lautet „von Gott eingehaucht“, theopneustos, daraus leitet sich „pneumatisch“ ab und der medizinische Ausdruck für eine Lungenentzündung, „Pneumonie“, all diese Dinge, die mit dem Atmen zu tun haben. Aber das tatsächliche Wort, das in 2. Timotheus 3,16 mit „Alle Schrift ist von Gott eingegeben, von der Inspiration Gottes gegeben“ übersetzt wurde, lautet „Alle Schrift ist von Gott eingehaucht.“ Es sind nicht wir, die einatmen, sondern Gott, der ausatmet. Es ist Gott, der seine Worte ausatmet, nicht Gott, der auf irgendeine inspirierende Weise in uns hineinatmet. Wir glauben, dass die Bibel direkt aus dem Mund Gottes kam. Gott hat sie ausgeatmet. Er gab sie, er sprach sie. Ist es richtig, denselben Anspruch für ein Lied zu erheben? Ist es richtig, dasselbe von einem Buch, einer Predigt, einer Idee, einem Gedanken, einem Dienst oder einem Plan zu behaupten? Erleben wir wirklich direkte Offenbarung, direkt aus dem Mund Gottes?

Nun, wir wissen, dass wir das nicht tun, nicht wahr? Ich habe nie eine Predigt gehalten, die von Gott eingehaucht war. In diesem Sinne bin ich nie der Empfänger göttlicher Offenbarung durch Mittel göttlicher Inspiration gewesen, das bedeutet, dass Gott eine Predigt in mich einhauchte, die ich dann vor euch gehalten habe. Wie steht es mit Zungenreden? Wie steht es mit Menschen, die Prophezeiungen und Worte der Weisheit und Worte der Erkenntnis empfangen? Ist das eine von Gott eingehauchte Offenbarung, die direkt aus dem Mund Gottes kommt? Und ist sie demzufolge irgendeinem Buch der Bibel gleichgestellt?

Nun, einige werden sagen, ich würde hier ein bisschen zu weit gehen. Es gibt Grade der Inspiration. Manche Prediger können inspiriert sein und gewisse Liedtexter können inspiriert sein und gewisse Menschen, die Offenbarungen empfangen und Worte der Weisheit und Erkenntnis von Gott, sind inspiriert … und ich habe diese Diskussion im Laufe der Jahre mit vielen Leuten geführt ... sie sind inspiriert, aber nicht im gleichen Sinne wie die Autoren der Bibel. Es ist eine Inspiration in geringerem Ausmaß. Manche Dinge sind in höchstem Maße inspiriert, das sind die Bücher der Bibel, und andere Dinge sind in geringerem Maße inspiriert. Aber inspiriert bedeutet „von Gott eingehaucht“. Es bedeutet, dass Gott es gesagt hat, und dabei gibt es keine Abstufungen. Entweder hat er es gesagt oder er hat es nicht gesagt. Das ist einer der Gründe, warum ihr sehr vorsichtig sein solltet, wenn ihr sagt: „Der Herr hat mir dies gesagt … oder der Herr hat mir das gesagt.“ Ich kann mich an einige Gespräche erinnern, die ich im Laufe der Jahre mit Menschen geführt habe, die glaubten, der Herr sage ihnen allerlei Dinge. Ich erinnere mich an ein Gespräch, in dem eine gewisse Frau zu mir sagte: „Es ist mir ziemlich egal, was die Bibel sagt, ich weiß genau, was Gott zu mir gesagt hat.“ Das macht mir Angst.

Bei dem, was Gott gesagt hat, gibt es kein „mehr oder weniger“. Entweder hat er es gesagt oder er hat es nicht gesagt. Entweder hat Gott es ausgeatmet oder er hat es nicht ausgeatmet. Entweder sind es die Worte Gottes Worte oder sie sind nicht Gottes Worte. Sie können nicht mehr oder weniger von Gott sein.

Ein Ansatz, um das zu verstehen, könnte darin bestehen, über die Tatsache nachzudenken, dass wir Dinge als das Höchste oder das Beste oder das Meiste bezeichnen. Wir nennen das den Superlativ. Weiter geht es nicht. Das ist der höchste Berg oder die beste Uhr oder das meiste Geld. Wenn das wahr ist, dann gibt es keinen höheren Berg, dann gibt es keine bessere Uhr und dann gibt es niemanden, der mehr Geld hat. Es gibt nichts Höheres als das Höchste, nichts Besseres als das Beste und nicht mehr als das Meiste. Und ebenso wenig gibt es mehr oder weniger inspirierte Schriften Gottes. Gott ist absolut. Deshalb ist Gottes Wort absolut. Gott ist ein Superlativ. Gott spricht in Superlativen. Es gibt keine Grade der Inspiration. Entweder hat er es gesagt oder er hat es nicht gesagt. Und es gibt keine Lieder und keine Bücher und keine Visionen und keine Offenbarungen und keine Predigten, die eine direkte Offenbarung Gottes sind.

Das zu denken ist im Grunde genommen eine erschreckende Aussage, da die ganze Bibel in Offenbarung 22,18 mit den folgenden Worten endet: „Fürwahr, ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört:“, damit ist das Buch der Offenbarung gemeint … aber das ist das Ende der Offenbarung Gottes, der Kanon, deshalb gilt es für alles, was zu diesem Buch hinzugefügt wird, was demzufolge zu der Schrift als Ganzem hinzugefügt würde, da dies das letzte Buch ist, „wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.“ Das ist eine überaus deutliche Warnung und so endet die Bibel. Fügt diesem Buch nichts hinzu, denn wenn ihr diesem Buch etwas hinzufügen würdet, würdet ihr dem Kanon der Schrift etwas hinzufügen, der von diesem Buch abgeschlossen wird.

Zu behaupten, man sei in biblischem Sinne inspiriert, ist wirklich eine sehr gravierende Behauptung. Nicht eine einzige meiner Predigten war je von Gott inspiriert. Ich nehme das Wort Gottes, das von Gott inspiriert ist, das inspiriert war und mir in dieser vollständigen Form gegeben wurde, und ich bemühe mich, diese inspirierte Botschaft für euch verständlich zu machen. Aber meine Bemühungen sind meine Bemühungen. Sie werden in meinem Kopf hoffentlich durch das Werk des Heiligen Geistes unterstützt, aber die Worte, die ich euch gebe, sind meine Worte, mein Versuch, euch die Bedeutung dieser Offenbarung Gottes zu erklären. Ich erinnere mich an eine Predigerin, die einmal im Radio interviewt wurde; ich glaube, der Fragende wusste nicht, in welche Richtung die Antwort gehen würde, aber die Frage lautete: „Wie stellen sie ihre Predigten auf die Beine?“ Und sie sagte mit einer ziemlich ätherischen Stimme: „Ich stelle sie nicht selbst auf, sie kommen von oben zu mir.“ Und er fragte, was um alles in der Welt sie damit meinte, und sie erklärte, die Predigten kämen vom Himmel herab zu ihr. Wie ich mir wünschte, dass das wahr wäre, das würde unser Leben sehr viel einfacher machen.

Lieder, die man schreibt, reflektieren einfach das, was Gott in seinem Wort offenbart hat. Predigten, die ihr haltet, sind einfach Bemühungen, das bereits inspirierte und offenbarte Wort Gottes dem Zuhörer verständlich zu machen. Bücher, die ihr schreibt, folgen demselben Muster. Und ich wäre ein Narr zu behaupten, dass Gott meine Predigten inspiriert oder ein Buch, das ich vielleicht schreiben werde oder ein Lied. Alle meine Predigten müssen redigiert werden. Gott braucht das nicht. Meine Predigten sind bestenfalls ein schwacher Versuch, das Wort Gottes zu nehmen und es den Menschen durch ein menschliches Instrument zu vermitteln. Wir sollten also vorsichtig sein und die Inspiration der Schrift schützen.

Mit einer solchen Einleitung möchte ich jetzt über die Definition von Inspiration reden. Ich werde heute Abend ein wenig wie ein Dozent an einer Theologischen Hochschule sein, aber ich werde es auf einem Niveau halten, wo ihr es hoffentlich verstehen könnt. Ich habe kürzlich in der L.A. Times gelesen, dass ich dazu fähig sei, die Nahrung so anzubieten, dass die Ziegen sie erreichen können. Ich akzeptiere diese Verantwortung, ich weiß nur nicht, ob ihr als die Ziegen bekannt sein wollt … aber nun gut.

Was ist die Lehre der Inspiration? Lasst mich euch nur einige Kategorien nennen, in denen ihr darüber nachdenken könnt, okay? Offenbarung … Offenbarung ist der Inhalt … Offenbarung ist der Inhalt. Das bedeutet, dass Gott seine Wahrheit preisgibt. Inspiration ist das Mittel. Offenbarung ist der Inhalt, Inspiration ist die Methode, wie er das getan hat. Wenn wir von göttlicher Offenbarung reden, reden wir vom Inhalt … die Botschaft, die Wahrheit, die Gott offenbart oder preisgegeben hat. Wenn wir von Inspiration reden, reden wir von der Methode, die Gott verwendet hat. Wie er sie ausgeatmet hat. In der Offenbarung tut Gott sich selbst kund. In der Inspiration nimmt der Geist Gottes die Offenbarung und platziert sie durch den Kopf von menschlichen Autoren im Alten und Neuen Testament; diese Autoren schreiben sie nieder, wie sie von Gott dem Heiligen Geist durch ihre Köpfe strömt. Was sie niederschreiben, sind die genauen und authentischen Worte, die die Botschaft ausmachen, die nach Gottes Willen niedergeschrieben werden soll. Die Offenbarung ist also die Botschaft selbst und die Inspiration ist das Mittel, durch die uns diese Botschaft gegeben und letztendlich auf den Seiten der Schrift aufgezeichnet wird.

Lasst uns jetzt ein wenig deutlicher über dieses Thema reden, indem wir ein wenig hin- und herspringen und auf einige Dinge hinweisen, auf die der Begriff „Inspiration“ nicht zutrifft. Biblische Inspiration ist kein hohes Niveau von menschlicher Errungenschaft. Es ist kein hohes Niveau von menschlicher Errungenschaft. Im Laufe der Jahre hat es Kritiker der Lehre der Inspiration gegeben, dass also Gott jedes Wort in den Kopf der Autoren eingehaucht hätte, die es niederschrieben, sodass jedes Wort tatsächlich direkt aus dem Kopf Gottes stammt. Es gibt einige, die gesagt haben, das sei nicht wahr. Biblische Inspiration ist nur ein hohes Niveau von menschlicher Errungenschaft. Und das müsste man sagen, wenn man göttliche Autorenschaft leugnen wollte, weil dann nur ein verblüffendes Buch mit geballter Weisheit übrig bleibt. Deshalb müsste man sagen, dass dies eine Zusammenstellung von Dingen ist, die von religiösen Genies geschrieben wurden. Sie sind wie alle anderen Genies. Es ist wie die Odyssee von Homer oder die Göttliche Komödie von Dante oder Shakespeares Tragödien. Es ist ein hohes Niveau von Kunstfertigkeit oder literarischer Fähigkeit, wie jedes andere Meisterwerk. Die Bibel ist ein Meisterwerk des menschlichen Genies … aber sehr menschlich und sehr fehlbar. Diese Meinung erhebt menschliche Autorenschaft auf das Niveau eines Genies, leugnet die göttliche Autorenschaft aber voll und ganz.

Das funktioniert nicht wirklich, und zwar aus vielen Gründen. Aber ich werde nur ein paar andeuten. Die Persönlichkeit Jesu Christi und die Art, wie er beschrieben wird, übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Wer würde eine Person wie Jesus Christus erfinden? Niemand könnte sich eine derartige Person ausdenken. Er übersteigt in seiner Reinheit, Liebe, Perfektion und Gerechtigkeit alles, was in der gesamten menschlichen Literatur je in einem Charakter gefunden wurde. Es gibt niemanden wie ihn irgendwo in der menschlichen Literatur. Kein Mensch wäre in der Lage, ihn zu erfinden. Und wenn euch bewusst wird, dass er der Gegenstand der gesamten Bibel ist, es einen Zeitraum von 1500 Jahren und etwas über 40 Autoren gibt, die über diesen Zeitraum verteilt schreiben, über diese 1500 Jahre, und alles, was sie über ihn sagen, ist schlüssig und kohärent und übernatürlich, dann ist es unerklärlich, dass eine so lose verbundene Zusammenstellung von menschlichen Genies alle dieselbe Person erfinden würden, die so erstaunlich ist, dass sie jedes menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt.

Und außerdem, wer hätte ein Buch geschrieben, dass die gesamte menschliche Rasse verurteilt? Wer würde ein Buch schreiben, welche Sammlung von menschlichen Genies würde ein Buch schreiben, das besagt, es gibt ohne diese Person Jesus Christus keine Hoffnung? Alle anderen religiösen Bücher von allen anderen religiösen Genies, begünstigt durch übernatürliche Genies, die wir als Dämonen bezeichnen würden, enthalten Errettung durch Werke. Sie verbeugen sich vor dem menschlichen Stolz. Es gibt keine andere Person wie Jesus Christus in keiner anderen Religion auf der Welt, und Genialität erhebt sich immer selbst. Wenn die Autoren der Bibel menschliche religiöse Genies waren, die einfach ein sehr hohes Ausmaß an Begabung erreicht hatten, warum produzierten die Autoren der Bibel dann nicht andere Schriften, die denen in der Bibel gleichen? Tatsache ist, dass sie auf sich alleine gestellt zwar gute Dinge hervorbringen könnten, aber keine inspirierte Schrift. Paulus schrieb eine Menge Briefe und er schrieb 13 im Neuen Testament, aber er schrieb noch viel mehr, die nicht im Neuen Testament enthalten sind. Die waren einfach von Paulus … Paulus in Topform, aber eben nur Paulus. Er schrieb sogar zwei an die Korinther, zusätzlich zu den beiden, die in der Bibel sind, aber sie waren nicht von Gott inspiriert. Er war auch ein Pastor, wie jeder andere Pastor, und ein Evangelist, wie jeder andere Evangelist, der Dinge sagte, die wahr waren, aber sie waren nicht direkt inspirierte Worte aus dem Mund Gottes. Inspiration kann nicht nur ein hohes Niveau an menschlichem Genie sein. Man kann Christus nicht einfach erfinden und man verdammt nicht die gesamte menschliche Rasse und gibt ihr keine Hoffnung außer diesem perfekten Christus.

Jemand anders behauptete, dass Inspiration sich nur auf die Gedanken der Autoren bezieht, dass Gott ihnen noble Gedanken eingab, ihnen Gedanken einpflanzte. Die erste Form der Inspiration nennt sich natürliche Inspiration, einfach menschliches Genie. Die zweite Art nennt sich Ideeninspiration. Hier wurde behauptet, dass Gott irgendwann kam und diesen Autoren eine Idee, eine religiöse Idee, eine geistliche Idee, eingab und es dann ihnen überlassen wurde, sich auszudrücken, wie es ihnen gefiel. Das ist eine Verleugnung der wörtlichen Inspiration. Wenn das wahr ist, verschwenden wir wirklich unsere Zeit mit der Auslegung von Texten, weil es dann nicht um die Worte geht. Wie der bereits erwähnte Herr, der kürzlich in der Larry King Show zu mir sagte: „Sie haben sich so in die Worte verstrickt, dass sie die Botschaft der Bibel missverstehen.“ Das ist ein bequemer Standpunkt. Die Vorstellung, dass es einen Gedanken, ein Konzept, eine religiöse Auffassung gibt, die vielleicht mit den Worten verknüpft ist, vielleicht aber auch nicht - aber die Bibel behauptet, das Wort Gottes zu sein. In 1. Korinther 2,13 lesen wir: „Wir reden nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind.“ Paulus sagt, wenn ich die Offenbarung Gottes gebe, wenn ich das niederschreibe, wozu Gott mich inspiriert hatte, so sind das keine Worte, die menschlicher Weisheit entstammen, sondern Worte, die der Heilige Geist lehrt. In Johannes 17,8 sagte Jesus: „Die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen.“ Die Botschaft war in den Worten, es gibt keine Botschaft ohne die Worte, es gibt keine Inspiration ohne die Worte. Im Alten Testament haben wir mehr als 3800 Mal Ausdrücke wie „So spricht der Herr“, „Das Wort des Herrn erging“, „Gott sprach“ - es geht um die Worte. Im Übrigen gibt es so etwas wie wortlose Konzepte nicht. Als Moses sich rausreden wollte, um dem Herrn nicht zu dienen, sagte er: „Ich muss etwas Anderes tun, weil ich kein Mann bin, der reden kann.“ Gott sagte nicht: „Ich gebe dir viele großartige Ideen, du wirst schon einen Weg finden, sie zu kommunizieren.“ Gott sagte nicht. „Ich werde mit deinen Gedanken sein.“ Gott sagte Folgendes zu ihm: „Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst.“ Und das erklärt, warum Moses 40 Jahres später, laut 5. Mose 4,2, zu Israel sagte: „Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des Herrn, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete.“ Rührt nichts an, das ich euch gebiete, denn das ist von Gott.

Das Gegenteil trifft sogar zu. Die Autoren der Bibel schrieben Worte nieder, die sie nicht verstanden. In 1. Petrus Kapitel 1 erfahren wir, dass die Propheten die Worte niederschrieben und nicht begriffen, was sie bedeuteten. Die Propheten, die laut 1. Petrus 1,10 künftige Gnade weissagten, haben gesucht und nachgeforscht, „auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte.“ Hier schreiben sie über die Leiden des künftigen Messias, über die Herrlichkeiten, die auf das Leiden des Messias folgen würden, und dann erforschen sie, was sie geschrieben haben. Sie forschen nach in den Worten, zu deren Niederschrift sie inspiriert wurden, um herauszufinden, um welche Person und welche Zeit es geht. Sie konnten nicht einmal die volle Bedeutung der Worte interpretieren, die sie tatsächlich niederschrieben. Gott gab ihnen keine Ideen ohne Worte, aber in manchen Fällen gab er ihnen Worte ein, ohne vollständige Ideen.

In Matthäus 24,35 ist die Schrift sehr deutlich: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte … meine Worte werden nicht vergehen.“ Wenn Gott spricht, spricht er mit Worten und die Bibel ist die schriftliche Repräsentation der Worte, die von Gott kamen … der Worte, die Gott sprach.

Gedanken sind an Worte geknüpft, wie eine Seele mit einem Körper verbunden ist. Ein Autor sagt: „Was die Vorstellung von Gedanken angeht, die ohne die Worte inspiriert werden, welchen ihnen Ausdruck verleihen, könnte man ebenso gut von einer Melodie ohne Noten oder einer Summe ohne Zahlen reden. Es kann keine Geologie ohne Felsen oder Anthropologie ohne Menschen geben. Es kann keine Melodie ohne Musik geben, ebenso wenig, wie es eine göttliche Aufzeichnung von dem, was Gott gesagt hat, ohne Worte geben kann. Gedanken werden durch Worte ausgedrückt und die Gedanken Gottes wurden durch die Worte Gottes vermittelt und durch Gottes Mittel an uns weitergeleitet, indem er diese Worte in die Köpfe der Autoren einhauchte, um genau das niederzuschreiben, was sie schreiben sollten, und all das in der Bibel zu sammeln.“

Andere haben andere interessante Auffassungen über die Lehre der Inspiration. Und manche sagen, dass Inspiration sich nur auf geistliche und moralische Unterweisung bezieht. Das nennt sich partielle Inspiration, was bedeutet, dass ein Teil der Bibel inspiriert ist, der geistliche Teil, der moralische Teil, der ist inspiriert. Der historische Teil, über den muss man sich keine Gedanken machen, der geografische Teil, über den muss man sich keine Gedanken machen, der wissenschaftliche Teil, über den muss man sich keine Gedanken machen. Die Bibel muss in all diesen Kategorien nicht genau sein, sie muss nur genau sein, wenn sie über geistliche und moralische Dinge spricht. Und das erklärt die Fehler in der Bibel und die Legenden in der Bibel und all die Konzepte in der Bibel, die einfach falsch sind. Alles, was die Inspiration nach den Vertretern dieser Meinung garantiert, ist das Heilige, sie garantiert nicht das Weltliche.

Nun, das ist ein Problem, denn entweder schrieb Gott die Bibel oder er schrieb sie nicht. Und wenn man Gott in Bezug auf Geschichte und Geografie und Wissenschaft nicht vertrauen kann, warum sollten wir ihm dann für das Geistliche vertrauen? Wenn wir Gott nicht vertrauen können, dass er uns die Wahrheit sagt über die Geschichte und die materielle Welt, in der wir leben, warum sollten wir ihm dann unsere ewigen Seelen anvertrauen wollen und auf welcher Grundlage sind wir dann so sicher, dass er vertrauenswürdig ist?

Warum sollten wir das Geistliche glauben, das sich nicht überprüfen lässt, wenn wir das Historische, das Physische, das Materielle nicht glauben können, das überprüft werden kann? Kritisch … sobald ihr es zulasst, dass die Bibel in irgendeiner Weise nicht vertrauenswürdig ist, kommt ihr schließlich bei einer kompletten Ablehnung der Bibel an. Und warum würdet ihr Gott für das vertrauen, was ihr nicht sehen könnt und nicht beweisen könnt, wenn er über die Dinge gelogen hat, die ihr sehen und beweisen könnt? Das ist eine überflüssige Meinung, denn wenn die Bibel historisch spricht, ist sie wahr. Sie wurde überprüft. Noch nie wurde etwas Historisches oder Wissenschaftliches oder Geografisches in der Bibel als falsch bewiesen.

Es gibt noch eine andere Meinung über die Inspiration. Das ist die Meinung, dass Inspiration ein Akt Gottes gegenüber dem Leser ist. Danach ist die Bibel im Prinzip ein menschliches Buch, das von einigen religiösen Genies geschrieben wurde. Einige der Gedanken sind dabei vielleicht von Gott heruntergekommen. Man kann irgendwie alle vorherigen in einer Meinung zusammenfassen. Aber was Gott tut, besteht darin, den Leser durch Erfahrungen am eigenen Leib zu bewegen. Während ihr dieses tote Buch lest, wird es plötzlich lebendig für euch, weil der Geist Gottes euch inspiriert und euch erweckt. Das ist, ehrlich gesagt, theologischer Existenzialismus … manchmal auch „Neo-Orthodoxie“ genannt. Das ist nicht ein unfehlbares Wort von Gott, das kommt nicht direkt aus Gottes Mund. Aber Gott tut etwas wirklich Gutes. Er … während ihr sein Wort lest, es mit euren Augen und eurem Herz wahrnehmt, erweckt das Wort zum Leben, weil er euch eine Art ekstatische Erfahrung erleben lässt. Er gibt euch einen vorübergehenden Kontakt mit dieser göttlichen Realität. Ihr … ihr spürt Gott irgendwo dabei. Das ist übrigens nicht verbindlich, es ist quasi nur wie geistliche Gänsehaut, die ihr beim Lesen der Bibel bekommt. Vielleicht ereilt sie euch auf eine Weise, die sich sehr von allen anderen Menschen unterscheidet; so ist das für uns alle. Wir alle leben im Hier und Jetzt, im existenziellen Moment, in der Existenz dieses Moments, und in diesem Moment springt uns plötzlich etwas von einer Seite der Bibel in die Augen, wir haben ein Aha-Erlebnis und das ist Inspiration.

Dieselben Leute, die das sagen, sagen auch: „Wir glauben jedoch nicht einen Moment lang, dass die Bibel uns tatsächlich historische Wahrheit erzählt.“ Dieselben Leute, die an existenzielle Inspiration glauben, glauben vielmehr auch an die Entmythologisierung der Bibel. Entmythologisierung der Bibel? Ja, das ist eine riesige liberale Bewegung, die viele Jahre, sogar Jahrhunderte, aktiv war, und Entmythologisierung der Bibel bedeutet, die Bibel um alle Mythen zu bereinigen. Und was sind diese Mythen? Die Dreieinigkeit, die Präexistenz von Christus, die jungfräuliche Geburt, die Gottheit Christi, die Wunder Christi, der stellvertretende Tod Christi, die Auferstehung Christi, die Himmelfahrt Christi, die Wiederkehr Christi, das ewige Gericht - wir müssen die Bibel entmythologisieren, wir müssen all das entfernen. Dann nehmt ihr einfach den Rest der Bibel und Gott wird euch hoffentlich an irgendeinem Punkt der Lektüre „erleuchten“ und ihr werdet eine ekstatische religiöse Erfahrung haben. Das ist das, was Francis Schaeffer den „Vertrauensvorschuss“ nannte, den Schritt ins Ungewisse. Ein Autor sagt: „Solche Menschen weigern sich, zu glauben, dass Gott das Wunder vollbrachte, uns durch Inspiration eine unfehlbare Bibel zu geben, aber sie glauben bereitwillig, dass Gott täglich das größere Wunder vollbringt, die Menschen dazu zu befähigen, in den fehlbaren Worten des Menschen irgendwelche unfehlbaren Worte Gottes zu finden und zu sehen.“ Wie könnte man eine göttlich korrekte Erfahrung durch ein menschlich falsches Buch haben? Gott würde Lügen für gültig erklären. Gott würde Täuschung für gültig erklären. Das Buch selbst, die Bibel, ist nicht harmlos, es beansprucht für sich, das Wort Gottes zu sein. Es ist entweder das Wort Gottes, oder es ist der größte Schwindel überhaupt. Glaubt ihr wirklich, Gott wird euch eine legitime geistliche Erfahrung durch einen Schwindel gewähren? Warum sollte Gott das tun?

Aber das ist so ausgefeilt, dass Philosophen wie Kierkegaard Dinge wie folgende sagen: „Nur die Wahrheit, die erbaut, ist Wahrheit für dich.“[1] Er war ein moderner Postmodernist. Wenn die gesamte biblische Aufzeichnung eine Lüge ist, wie könnten wir dann die Wahrhaftigkeit einer geistlichen Erfahrung akzeptieren, die durch das Lesen der Bibel ausgelöst wird?

Nun, es gibt viele falsche Ansichten. Eine letzte noch, die fünfte auf meiner kleinen Liste, und zwar mechanisches Diktat. Das schlägt quasi zur anderen Seite aus, dass nämlich jedes Wort von Gott kommt und die Autoren der Bibel Roboter waren … mechanisches Diktat, das nennt man „Diktat-Inspiration“. Weil wir sagen, dass Gott jedes Wort schrieb, sagen die Liberalen liebend gerne: „Das ist großartig, das ist großartig, ihr glaubt an Diktat-Inspiration, dass die Autoren in irgendeiner Form von Trance waren, dass sie in irgendeine Art von übernatürlichen, visionären Zustand versetzt wurden und in diesem Zustand nichts weiter waren als menschliche Maschinen, die die Worte niederschrieben, zu deren Niederschrift Gott sie veranlasste.“ Es ist wahr, Gott könnte seine Worte diktiert haben, er könnte. Und dann hätten wir einen inspirierten Text gehabt. Aber das tat er nicht. Es gibt viele Variationen im Stil. Es gibt viele Variationen in der Verwendung der Sprache, die sich je nach Autor unterscheiden, es sind ganz deutlich unterschiedliche Persönlichkeiten zu erkennen. Während die Autoren schreiben, werden emotionale Einstellungen deutlich. Das Neue Testament sagt, Gott bediente sich der Autoren, die vom Heiligen Geist getrieben wurden. Sie waren nicht außerhalb des Prozesses, sie steckten mitten drin. Sie waren am Akt des Schreibens beteiligt. Sie schrieben ihre eigenen Einstellungen, ihre eigenen Gedanken, ihre eigenen Erkenntnisse, ihre eigenen Erfahrungen, ihr eigenes Verständnis unter völliger Kontrolle Gottes nieder.

Das wurde in etlichen Abschnitten deutlich, die für unser Verständnis von grundlegender Bedeutung sind. Ich möchte euch drei davon zeigen. Hebräer ist ein guter Ausgangspunkt, Hebräer 1,1-2. Es gibt sehr viel mehr über diese Stellen zu sagen, als wir es heute Abend tun werden. Aber in Hebräer Kapitel 1, Verse 1 und 2, finden wir einen guten Hinweis auf den göttlichen Autor der Schrift. „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen.“ Erstens hat Gott geredet, das ist der Schlüssel zu einem biblischen Verständnis der Inspiration … Gott hat geredet. Der Schöpfer selbst beseitigte die Hindernisse zu unserem Verständnis, indem er sich selbst offenbarte … Gott hat durch die Propheten geredet … und damit meint er die Autoren der Schrift … vielfältig, polumeros, viele Teile, viele Bücher, 66, um genau zu sein - 39 im Alten Testament, 27 im Neuen Testament. Er sprach vielfältig und auf vielerlei Weise, polutropos. Was bedeutet das? Durch Visionen, Prophezeiungen, Gleichnisse, Typologien, Symbole, Zeremonien, göttliche Erscheinungen, eine hörbare Stimme … und all das wurde im Alten Testament aufgezeichnet. Immer, wenn Gott sprach und wollte, dass das niedergeschrieben wird, wurde es niedergeschrieben. Es war Gott, der durch die Propheten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat - durch viele verschiedene Textteile, Segmente, Bücher, auf viele verschiedene Weisen, und alles wurde im Alten Testament gesammelt. „In diesen letzten Tagen [hat] er zu uns geredet durch den Sohn.“ Das ist ein Verweis auf das Neue Testament. Hier spricht Gott wieder. Gott offenbart sich selbst. Das Alte Testament ist nicht eine Sammlung von Weisheiten von Männern vergangener Zeiten, sondern die Stimme Gottes durch all die Mittel, durch die er sprach; was er sagte und in der Schrift festgehalten haben wollte, wurde von den Autoren des Alten Testaments niedergeschrieben. Im Neuen Testament tat er dasselbe und was er niedergeschrieben wissen wollte, wird von den Autoren des Neuen Testaments niedergeschrieben.

Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch auf zwei weitere Texte lenken. 2. Petrus 1, Vers 20: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgerufen, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ Das Schlüsselwort hier, auf das ich euer Augenmerk richten möchte, ist das Wort „getrieben … getrieben.“ Am Ende von Vers 21 erfahren wir, dass die Menschen vom Heiligen Geist getrieben wurden, mitgerissen wurden, getragen wie ein Blatt, das stromabwärts treibt. Sie steckten in dem Prozess drin, wurden angetrieben. In 1. Korinther Kapitel 2, Vers 10, schreibt Paulus: „Uns aber hat Gott es geoffenbart“, das bezieht sich auf seine herrliche Wahrheit, er gab seine Offenbarung preis, „uns aber hat Gott es geoffenbart“, wird hinzugefügt, aber eigentlich ist es seine ganze Offenbarung, „durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen kennt die [Gedanken] des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die [Gedanken] Gottes als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind.“ All das besagt einfach, dass der Heilige Geist sie Dinge gelehrt hat und sie jene Dinge, die sie empfangen haben, niedergeschrieben haben. Das bedeutet es, vom Heiligen Geist getrieben zu werden, diese Dinge niederzuschreiben. In Vers 21 heißt es noch einmal: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht.“ „Weissagung“ ist ein Wort, das einfach die gesamte Schrift umfasst, es bezieht sich auf die gesamte Schrift, nicht nur Vorhersagen, so wie wir üblicherweise an Prophezeiungen denken; es bedeutet die Botschaft, es bedeutet, vor jemandem zu stehen und zu sprechen, propheteuo, hervorsagen, offenbaren, vor jemandem zu sprechen, alles zu verkünden, was Gott gesprochen hat, was Gott gesagt hat, was Gott in der Schrift erzählt hat. Es wurde nicht durch menschlichen Willen hervorgebracht, „sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ Wenn ihr also zu Vers 20 zurückgeht, lest ihr dort: „Keine Schrift, oder Weissagung der Schrift, ist von eigenmächtiger Deutung.“

Ich möchte euch kurz etwas über das Wort „Deutung“ sagen. Es ist das Wort epilusis … epilusis. Das kann „freisetzen … freisetzen“ bedeuten. Und das Wort hier bedeutet mehr oder weniger „Inspiration“ im Besonderen. Die Verwendung des Genitivs weist auf eine Quelle hin. Hier verbirgt sich also der Gedanke, dass keine Weissagung der Schrift in irgendeinem Menschen freigesetzt wird, irgendeinen Menschen als Quelle/Ursprung hat. Keine Weissagung wird durch menschlichen Willen hervorgebracht. Alle Schrift kommt durch den Heiligen Geist, der Menschen treibt, wie ein Schiff, das entlanggetrieben wird und seine Segel hisst; Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt werden und in die von Gott gewünschte Richtung getrieben werden, damit sie niederschrieben, was Gott gesagt hat.

Noch ein weiterer Text, und auch hier gebe ich euch nur einen kurzen Überblick. 2. Timotheus 3,16, sehr vertraut. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ Damit haben wir begonnen. „Alle Schrift“, pasa graphe theopneustos, alle Schriften, Schrift, alle göttlichen Schriften sind von Gott eingegeben, sie sind der Atem Gottes. Deshalb wird die Schrift in Römer 3,2 als die „Aussprüche Gottes“ bezeichnet, die Aussprüche Gottes. Gott ist der Autor dessen, was die Bibel sagt. Ihr werdet dieses Zeugnis natürlich bei sehr vielen Bibelautoren finden. Ihr lest immer wieder das Alte Testament durch, das ist einfach eine gute Übung; lest dabei zum Beispiel einmal Jeremia 1 bis beispielsweise Kapitel 3 und achtet darauf, wie oft Jeremia sagt: „So spricht der Herr ... so spricht der Herr.“ Er beginnt seine Prophezeiung in Kapitel 1, Vers 4: „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen …“ Er empfing Worte, die direkt aus dem Mund Gottes kamen.

Deshalb sollen wir Inspiration also als Offenbarung verstehen, die Gott uns schriftlich durch den Geist Gottes gegeben hat, indem er die Botschaft in die Köpfe eines Autors eingegeben hat, welcher diese auf souveräne und übernatürliche Weise mit seiner eigenen Erfahrung vermischt, mit seiner eigenen Ausdrucksweise, und daraus entsteht jedes Wort, das nach Gottes Willen niedergeschrieben werden soll. Gott hat kein Problem damit, irgendetwas oder irgendjemanden zu benutzen, das/den er gemacht hat, um seine eigenen Ziele zu erreichen.

Die Schrift legt reichlich Zeugnis dafür ab, dass sie das Wort Gottes ist. Es gibt zwar noch viel mehr dazu zu sagen, aber ich möchte heute Abend mit dem abschließen, was ich für das wichtigste Zeugnis halte. Und das ist das Zeugnis von Jesus Christus … das Zeugnis von Jesus Christus. Welche Ansicht vertrat Christus in Bezug auf die Schrift? Was hielt er von der Schrift?

Erstens, und ich werde euch jetzt eine kurze Liste von Dingen nennen, erstens bekräftigte er, dass er der Gegenstand der gesamten Schrift war. Johannes 5,39: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.“ Christus begriff, dass er der Gegenstand der gesamten Schrift war, und dass die Schrift präzise Informationen über ihn gab. Von Beginn an bis zum Ende der Schrift gab die Schrift korrekte Informationen über ihn. In Lukas 24,44 legt er das Alte Testament aus und lehrt jene auf der Straße nach Emmaus alles, was sich auf ihn bezieht, aus dem Alten Testament. Er sagt also, dass die Schrift eine wahre und präzise Repräsentation seiner selbst sei und dass er in Wirklichkeit der Gegenstand der gesamten Schrift sei.

Zweitens kam er, um die Schrift zu erfüllen. Er kam nie, um sie zu korrigieren. Er kam nicht, um sie zu bearbeiten. Er kam nicht, um sie zu ändern. Er kam, um sie zu erfüllen. „Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen.“ Es gibt nichts zu manipulieren, zu ändern, abzusondern: „Ich bin nicht gekommen, um es aufzulösen, sondern um zu erfüllen.“ In Matthäus 26,24 sagt er: „Der Sohn geht […] dahin, wie es von ihm geschrieben steht.“ Ich verfolge einen göttlichen Plan, ich tue genau das, was geschrieben wurde. Im selben Kapitel, Matthäus 26, gebot er Petrus, sein Schwert wegzustecken, denn „Wie würden dann aber die Schriften erfüllt?“ Er erfüllte die Schrift in jeder Kleinigkeit, die er tat.

Jesus sagte deshalb, er sei der Gegenstand der gesamten Schrift, die eine präzise Präsentation seiner selbst sei. Er sagt, er sei gekommen, um die Schrift zu erfüllen, und das nichts darin ausgelöscht werden soll. Andererseits musste jeder Teil der Schrift erfüllt werden. Er sagte: „Es wird nicht ein einziger Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“ Für ihn war die Schrift als Ganzes die Offenbarung Gottes. Deshalb sagte er in Johannes 10,35: „Die Schrift kann nicht außer Kraft gesetzt werden.“ Man kann sie nirgendwo zerteilen. Man kann sie an keiner Stelle aufbrechen. Sie ist zusammenhängend, umfassend, vollständig und ganz. Er verglich die Dauer der Schrift mit der Dauer des Universums. Und wir alle wissen, dass der Tod kommt, wenn Sünde in unser Leben tritt. Wo immer es Sünde gibt, da gibt es Tod. Das Wort Gottes ist rein und dauert für immer an. Es ist unberührt von der Sünde, was bedeutet, es ist perfekt.

Es war Jesus, der die Bedeutung eines jeden einzelnen Wortes betonte … jedes Wortes und jedes Buchstabens, als er sagte: „Nicht ein Buchstabe oder Strichlein wird vergehen.“ In Lukas 18,31 sagte er: „Es wird alles erfüllt werden, was durch die Propheten […] geschrieben ist.“ Er verließ sich für seine Auslegung des Alten Testaments sogar auf ein einziges Wort … ein einziges Wort. Die Worte sind wichtig. In Matthäus 22 antwortete Jesus den Sadduzäern und sagte zu ihnen: „Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt. Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht“, hier spricht er von den Männern, die alle mit einer Frau verheiratet waren „noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der spricht: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?’“ Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden. Und sein Beweis dafür ist, dass Gott gesagt hat: „Ich bin … ich bin der ewig Lebendige.“ Und darüber hinaus ist er nicht nur ewig lebendig, sondern alle anderen werden auch ewig leben. Sie glaubten nicht an eine Auferstehung und Gott bewies, dass er recht hat, oder er bewies zumindest zu unserer Zufriedenheit, dass er recht hat, indem er über die Ewigkeit Gottes sprach, indem er das Verb „sein“ im Präsens verwendete.

Er stellte die Schrift also auf dasselbe Niveau wie seine eigenen Worte. Ihr solltet etwas vorsichtig sein bei Bibeln mit rotem Text, denn sie könnten euch zu der Annahme verleiten, dass der rote Text, der von Jesus gesprochen wurde, wichtiger sei als der Rest, aber er ist nicht wichtiger, doch seine Worte sind gleichwertig. In Matthäus 24,35 lesen wir: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Die Schrift wird nicht vergehen und meine Worte werden nicht vergehen. Sie sind gleichrangig. Seine Worte sind nicht wichtiger, sie sind gleichrangig, keins von beidem wird vergehen. Er bestätigte die Macht von Gottes Wort bei seinen Versuchungen in Matthäus 4 und Lukas 4; als er versucht wurde, antwortete er mit der Schrift. Er bezog sich wiederholt auf die Schrift, indem er sagte: „Habt ihr nicht gelesen … habt ihr nicht gehört … habt ihr nie gelesen … steht nicht geschrieben ... es steht geschrieben.“ Am Kreuz erfüllte er persönlich die Weissagungen des Alten Testaments, als er sagte: „Mich dürstet.“ Denn das ist genau das, was er laut Psalm 22 sagen würde. Er bestätigte die folgenden Berichte im Alten Testamente durch seine eigenen Worte: die Schöpfung von Adam und Eva, die Ermordung von Abel, Noah und die Flut, die Rolle von Abraham, Beschneidung, die Zerstörung von Sodom und Lots Frau, der Errettung von Lot, die Berufung von Moses, das Gesetz von Moses, das Manna vom Himmel, die eherne Schlange … ich könnte immer weitermachen. Er bestätigte die Wahrheit des Alten Testaments.

Jesus etablierte die Hinlänglichkeit der Schrift für die Errettung, indem er in Lukas 16,29 sagte: „Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören.“ Das ist alles, was sie brauchen, um sie vor der Hölle zu bewahren. Er zeigte ihnen, dass die Quelle aller Irrtümer auf mangelnder Kenntnis der Schrift beruht. Markus 12: „Irrt ihr nicht darum, weil ihr die Schriften nicht kennt? […] Darum irrt ihr sehr.“

Ein Zehntel aller Worte, die Jesus sprach und die in der Schrift niedergeschrieben wurden, kamen aus dem Alten Testament. Er zitierte das Alte Testament 180 Mal in den 1800 Versen, die berichten, was er gesagt hat. Ein Zehntel dieser Zeit bezog er sich auf das Alte Testament. Und er sagte, er sei die Wahrheit, er sei das ewige Wort, er sei unser Vorbild dafür, wie wir mit der Bibel umgehen sollen.

Das bietet uns zum Abschluss eine dreifache Möglichkeit. Erstens gibt es keine Fehler in der Bibel, ausgehend vom Zeugnis Jesu. Zweitens gibt es Fehler in der Bibel, aber Jesus war sich dieser nicht bewusst. Drittens gibt es Fehler in der Bibel, er wusste darüber Bescheid und vertuschte sie.

Es gibt nur eine Möglichkeit. Wenn es Fehler in der Bibel gibt und er nicht über sie Bescheid wusste, ist er nicht Gott. Wenn es Fehler in der Bibel gibt, er darüber Bescheid wusste und sie vertuschte, ist er der Teufel. Aber er ist Gott und nicht der Teufel, und die Schrift enthält keine Fehler. Die Autorität Christi klärt im Prinzip die Frage eines inspirierten Textes. Die Schrift wird also zum verbindlichen Wort Christi. „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen.“ Die Schrift ist das Wort Christi. Er beansprucht sie als von ihm stammend. In 1. Korinther 2,16 heißt es: „Ihr habt den Sinn des Christus.“ Wenn ihr das Wort Gottes heranzieht, nehmt ihr jeden Gedanken gefangen zum Gehorsam gegen Christus, 2. Korinther 10,5. Christus beansprucht die gesamte Schrift als von ihm stammend und wir sollten das, aufgrund seines Zeugnisses, ebenfalls mit Zuversicht tun.

Es gibt noch viel mehr zu sagen, aber mehr Zeit haben wir heute Abend nicht. Lasst uns jetzt gemeinsam beten.




[1] http://soren-kierkegaard.virtusens.de


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