Your session will end in  seconds due to inactivity. Click here to continue using this web page.

Die Art von Anbetung, die Gott sich wünscht, Teil 4 (German)

Ausgewählte Schriftstellen May 25, 2008 de90-357

Free Download

Ich möchte all unseren jungen Leuten danken - nicht nur dafür, dass sie unseren Herrn Jesus Christus während des Jahres in all ihren Konzerten repräsentiert haben und in den letzten beiden Wochen auf ihren Reisen, sondern auch dafür, dass sie das Masters College repräsentiert haben. Wir haben keine besseren Repräsentanten, als ihr es wart. Ich habe euer Programm ein wenig verfolgt und weiß, dass ihr überall dort, wo ihr gewesen seid, Eindruck hinterlassen habt, nicht nur für das College, sondern auch für unseren Herrn. Ich danke euch dafür und wünsche euch einen wunderbaren Sommer. Ich weiß, dass die Eltern von vielen von euch jetzt hier sind, um euch abzuholen und mit nach Hause zu nehmen. Ich bin mir sicher, dass ihr eine fantastische Zeit haben werdet, wenn ihr euch an all die Erfahrungen erinnert, die ihr gesammelt habt durch die Art und Weise, wie der Herr euch benutzt hat. Ich danke euch aus vollem Herzen.

Ich liebe Musik, Musik ist ein wunderbares, erstaunliches Geschenk des Herrn an uns. Es gibt keine Musik, die wunderbarer ist als jene, die Gott und dem Herrn Jesus Christus zugeschrieben wird. Und wir haben heute Abend erlebt, was uns veranlasst, anzubeten und die Größe und Gnade unseres Gottes zu feiern. Das ist sehr passend für uns, weil wir derzeit eine kurze Serie zum Thema wahrer, Gott wohlgefälliger Anbetung durcharbeiten.

Unser Text steht in Johannes 4 und ich möchte euch bitten, diesen Text wieder aufzuschlagen. Wir arbeiten in und um diesen Text herum. In diesem vierten Kapitel des Johannesevangeliums führte unser Herr Jesus ein Gespräch mit der Samariterin. Und das Kernstück dieses Gesprächs war ihr Wunsch, richtig vor Gott dazustehen, mit Gott versöhnt zu werden, eine Anbeterin Gottes zu sein. Sie ist sich nicht sicher, wie sie das bewerkstelligen soll. Sie fragt sich, ob es nicht wirklich von einem Ort abhängt. Wird man in Jerusalem zu einem Anbeter? Oder auf dem Berg Garizim, wo die Samariter ihre Anbetung darbringen?

Wo beten wir an? Und sie wundert sich gewiss, wie man Lobpreis darbringen soll. Und sie muss sich fragen, wen man anbetet. Es sind Fragen dieser Art, die sie beschäftigen und uns beschäftigen sollten, wenn wir über Anbetung nachdenken. Jesus antwortet auf ihre ausgesprochenen und unausgesprochenen Fragen in Vers 21 mit den Worten: „Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

Es geht nicht um einen Ort. Es geht nicht um einen Götzen oder ein Abbild. Es geht um einen Gott, der Geist ist, und er soll im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort. Diejenigen unter uns, die Christen sind in dieser Generation des Christentums, befassen sich, zumindest nach meinen Erfahrungen als junger Mann, so viel mehr als früher mit dem Thema Anbetung. In meiner Kindheit und Jugend wurde sehr wenig über Anbetung gesprochen. Wir hatten etwas, das „Lobpreisgottesdienst“ hieß, so stand es zumindest im Gemeindeblatt, aber ich kann mich nicht daran erinnern, jemals sehr viel über Anbetung gehört zu haben oder dass die Dinge, die abliefen, als spezielle Form der Anbetung identifiziert wurden.

All das hat sich geändert. Es gibt gewiss eine Wiedererweckung der Anbetung, die wahrscheinlich bis in die 70er-Jahre zurückreicht und die Jesus-Bewegung; es ist ein Interesse an Anbetung entstanden. Das geht jetzt schon lange so. Wir haben Lobpreisbands und Lobpreismusik und Lobpreisschwerpunkte fast jedes Mal, wenn evangelikale Christen zusammenkommen. Manchmal jedoch ist die Anbetung Gottes in unserem vom Markt gesteuerten Gemeindekonzept, in unserer enormen Entscheidung, den Gottesdienst als etwas zu gestalten, das Nichtgläubige unterhält, zu etwas Oberflächlichem geworden, auch wenn es noch als Anbetung bezeichnet wird. Sie ist oberflächlich, platt und menschenbezogen, durch die Popkultur manipuliert.

Als Reaktion darauf gibt es eine Sehnsucht nach etwas Tieferem, etwas Übernatürlicherem, etwas Geheimnisvollerem. Und deshalb gibt es heutzutage einen Trend, das Übernatürliche und Geheimnisvolle zurückzuerobern, sogar ins Mittelalter zurückzukehren, zum Katholizismus, und wieder die althergebrachten, klassischen Formen der Liturgie zum Leben zu erwecken, als ob wir durch die Wiederbelebung dieser alten Formen, die oberflächlich betrachtet geheimnisvoll und übernatürlich erscheinen, unsere Anbetung vertiefen oder steigern könnten.

Das gilt besonders für die Emerging Church. Sie ist sehr interessiert daran, das marktgelenkte Konzept der zeitgenössischen Seeker-Church-Bewegung aus der Bahn zu werfen und etwas Geheimnisvolleres, Übernatürlicheres und Tieferes zurückzubringen. Und deshalb schalten sie das Licht aus und zünden Kerzen an, als ob das irgendetwas mit Anbetung zu tun hätte. Und vielleicht reden sie sogar etwas geheimnisvoller. Und vielleicht ermutigen sie die Leute sogar, statt sich dem Wort Gottes dort unterzuordnen, wo es zu uns spricht und uns sagt, wie wir anbeten sollen, stattdessen auf die geheimnisvolle Stimme Gottes zu hören und quasi ihren eigenen Weg im Labyrinth der Anbetung zu finden.

Es stimmt, dass Menschen durch oberflächliche Anbetung betrogen wurden, aber die Wiederherstellung einer altertümlichen Form der Anbetung ist kein Heilmittel dafür, als ob der Verlust dadurch wettgemacht werden könnte. Manche Menschen gehen sogar noch weiter. Sie sind wieder in die Vergangenheit zurückgekehrt, indem sie der römisch-katholischen Kirche beigetreten sind. Manche sind orthodoxen Gemeinden beigetreten. Das ist ein weiterer Versuch, tiefer zu schürfen als das, was sie in ihren zeitgenössischen evangelikalen Gemeinden bekommen und erleben. Aber das ist eine Illusion, die jeder geistlichen Realität entbehrt.

A.P. Gibbs schrieb vor vielen Jahren Folgendes: „Ein Großteil der sogenannten Anbetung im heutigen Christentum ist einfach eine Form des christianisierten Judentums und in manchen Fällen des dünn verschleierten Heidentums.“ Er sagt: „Im Judentum gab es eine separate Priesterkaste, die Priester, und nur sie konnten die Anbetung Israels leiten. Im Christentum ist ein von den Menschen geschaffenes Priestertum namens „Geistliche“ von zentraler Bedeutung für die Anbetung, trotz der eindeutigen Lehre des Neuen Testaments, dass alle Gläubigen Priester sind. Diese Priester des Judentums trugen sehr markante Roben, ebenso wie die Kleriker in diesen sakramentalen, priesterlichen Formen des Christentums. Der Judaismus betonte ein irdisches Heiligtum oder Gebäude. Das Christentum macht gleicherweise viel Aufheben um seine geheiligten Anbetungsstätten und nennt diese Gebäude fälschlicherweise „Gotteshaus“. Jüdische Priester hatten einen Altar, auf dem Gott Opfer dargebracht wurden. Das Christentum hat in diesen verschnörkelten Kirchengebäuden und Kathedralen Altäre errichtet, vor denen Kerzen brennen und Weihrauch dargeboten wird, und in vielen Fällen wird sogar eine Oblate aufbewahrt, die quasi als Leib Christi betrachtet wird.“ Gibbs sagt: „Es ist kaum notwendig, zu erwähnen, dass alle diese Kopien des Judaismus den Lehren des Neuen Testaments vollkommen fremd sind. Deshalb hat das Christentum sein eigenes speziell ausgebildetes und geweihtes Priestertum, dessen Gegenwart für die Spendung der Sakramente unverzichtbar ist. Diese Männer, die in prächtigen Gewändern gekleidet sind, stehen innerhalb eines mit einem Seil abgesperrten Altarraums vor einem blutlosen Altar, im Hintergrund brennende Kerzen, Kreuze und brennender Weihrauch, und führen die Anbetung für die Laien durch. Durch die Verwendung eines aufwändig vorbereiteten Rituals, stereotyper Gebete und Antworten vom Publikum verläuft der gesamte Gottesdienst reibungslos und mit mechanischer Präzision. Es ist ein Wunder menschlicher Erfindung und Genialität, das zweifellos an das Ästhetische appelliert. Aber ein tragischer und kläglicher Ersatz für die geistliche Anbetung, die, wie unser Herr sagte, sein Vater suchte.“

Platte, nicht wohlgefällige Anbetung tritt in einem Umfeld von Suchenden ebenso auf wie in einem Umfeld voller Sakramente. Eine Veränderung des Lichts, das Hinzufügen von Kerzen, Weihrauch, das Anlegen von besonderen Gewändern für Geistliche, all das hat nichts mit Anbetung zu tun. Das ist eine Illusion. Das ist eine Täuschung. Ich gebe zu, dass ich das auf ästhetischer Ebene verlockender finde als die kitschige Anbetungsform der Popkultur, aber es ist ebenso wenig die Anbetung, die der Vater sucht, wie jede andere Form von despektierlicher Anbetung.

Wahre, Gott wohlgefällige, geistliche Anbetung ist eine Erfahrung des Herzens, zu der jeder Gläubige jederzeit an jedem Ort fähig ist. Und das ist es, worauf Jesus hier hinaus will. Es geht nicht um Jerusalem und nicht um Garizim. Und es wird auch nicht länger um einen Altar und ein Heiligtum und Priester gehen, weil all das beendet sein wird. Die Stunde wird kommen, wenn all das nicht mehr existieren wird. Das war lediglich ein Schatten, jetzt ist die Materie gekommen.

Wenn wir anbeten, dann müssen wir so anbeten, wie Jesus das festgelegt hat. Wir müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten, nicht geknüpft an einen bestimmten Ort und ganz gewiss nicht geknüpft an ein Abbild. Die Füße einer Statue zu küssen ist alles Andere als Anbetung.

Wenn ihr das Neue Testament durchlesen würdet, würdet ihr dort zwei bestimmte Wörter finden, die verwendet werden, um Anbetung auf einfache Weise zu erklären. Das eine ist proskuneo, ein geläufiges Wort für Anbetung, das in Johannes 4 achtmal verwendet wird. Es bedeutet, sich zu verbeugen, sich niederzuwerfen. Es gibt ein zweites Wort, das hier nicht verwendet wird, aber viele Male im Neuen Testament verwendet wird, nämlich latreuo. Es bedeutet „gebührende Ehre, Huldigung und Dienst erweisen“. Das sind die beiden Worte, die „Anbetung“ bedeuten und die im gesamten Neuen Testament verwendet werden. In beiden Fällen wird das Wort einfach verwendet, um jemanden als überlegen anzuerkennen, zu bestätigen, dass jemand der Ehrerbietung würdig ist, der Wertschätzung, Ehre und Huldigung würdig ist, und sich deshalb vor dieser Person zu verbeugen. Es bedeutet, Gott den Respekt zu erweisen, den er verdient … das ist Anbetung … Gott den Respekt zu erweisen, den er verdient.
Und die einzige Art, Gott auch nur annähernd den Respekt zu erweisen, den er verdient, besteht darin, zu verstehen, was er verdient. Und so ist eure Anbetung ein Produkt eurer Theologie, nicht eures Umfeldes. Sie ist nicht ein Produkt des Beleuchtungskonzepts oder der äußeren Aufmachung. Anbetung ist die direkte Konsequenz eures Verständnisses von Gott. Und je mehr ihr die Herrlichkeit Gottes kennt und je mehr ihr die Offenbarung Gottes versteht, in welcher seine Herrlichkeit zum Vorschein kommt, umso mehr betet ihr in dem Sinne an, dass ihr ihm den gebührenden Respekt erweist, weil ihr jetzt wisst, was er verdient. Um zu verstehen, was Gott verdient, muss man verstehen, was Gott getan hat und wer Gott ist.

Einfach ausgedrückt ist Anbetung also die Ehrung Gottes für das, was er ist und was er getan hat und Dankbarkeit für beides. Darauf läuft es hinaus. Es bedeutet, Gott Ehre zu erweisen für das, was er ist und was er getan hat und dankbar für beides zu sein. Das ist das Endergebnis der Kenntnis der Schrift, dass ihr Gott die Ehre erweisen könnt, die ihm zusteht. Wenn ihr zum Alten Testament geht und die Psalmen lest, ein Buch der Anbetung, weisen die quasi ein bestimmtes Format auf. Das sieht ungefähr so aus. Die Psalmen sagen uns entweder etwas über das Wesen Gottes oder die Werke Gottes und die angemessene Reaktion darauf. Man kann Gott anbeten, indem man die Dinge durchgeht, die Gott getan hat. Gott, du bist der Gott, der eines Tages aus dem Nichts hervortrat und alles schuf. Du bist der Gott, der das Universum durch ein einziges Wort schuf, der die Erde im All rotieren ließ, der sie mit einem unendlichen Sonnensystem umgab.

Du bist der Gott, der an einem Tag das Land und das Meer schuf. Du bist der Gott, der an einem Tag Leben schuf. Du bist der Gott, der an einem Tag den Menschen schuf. Du bist der Gott, der ihn in einen Garten setzte. Du bist der Gott … und so macht ihr immer weiter und zählt alles auf, was Gott getan hat, und dankt ihm dafür.

Du bist der Gott, der das Rote Meer geteilt und sein Volk aus Ägypten erlöst hat. Du bist der Gott, der Israel und die messianische Linie bis zur Ankunft des Messias bewahrt hat. Du bist der Gott, der seinen von einer Jungfrau geborenen Sohn gesandt hat, der ein sündenfreies Leben führte, einen stellvertretenden Tod starb, auferstand, eine buchstäbliche Auferstehung aus dem Grab, zur Herrlichkeit aufstieg, für uns Fürbitte leistet und eines Tages zurückkehren wird. Das ist dein Plan. Das ist dein Zweck.

Es ist alles Anbetung. Oder ihr könnt sagen „Du bist allmächtig, allgegenwärtig, allwissend, du weißt alles, du bist unwandelbar, unveränderlich, vollkommen, heilig, gnädig, barmherzig“, und ihr führt einfach die Attribute Gottes auf. So sieht Anbetung aus. Und dankt Gott für alles, was er ist.

Bei der Anbetung geht es also nicht darum, wo ihr seid und welches Beiwerk ihr um euch herum habt. Anbetung ist eine Frage dessen, was ihr als Wahrheit über Gott wisst, wer er ist, was er getan hat. Ich glaube, viele Menschen erleben eine verkrüppelte Form der Anbetung, weil sie zu einem Treffen gehen; sie haben nur ein oberflächliches Verständnis von göttlichen Dingen. Vielleicht ein einfaches Verständnis der Tatsache, dass Jesus für sie gestorben ist, und wenig darüber hinaus. Die großen, tiefen, fundierten Realitäten des Wesens Gottes werden ihnen vorenthalten, weil einige seiner Attribute bei ihnen vielleicht Anstoß erregen könnten. Die große Geschichte dessen, was Gott in Barmherzigkeit und im Gericht getan hat, wird ihnen vorenthalten, als scheinbar überholt und irrelevant. Und deshalb ist die Anbetung dünn und oberflächlich und ziemlich leer, weil es ihr an Informationen mangelt - egal, wie laut die Musik ist und wie rhythmisch sie ist und wie sehr sie unsere Emotionen verführt. Eine unwissende Person, die nur sehr wenig über Gott weiß, kann inmitten der wunderbarsten Musik sitzen und doch kann diese ihn nicht über seinen Kenntnisstand hinaus erheben. Und ein Gläubiger, dessen Verstand und Seele mit der wahren Erkenntnis Gottes überfließt, seiner Person und seiner Werke, kann alleine mitten auf einer viel befahrenen Kreuzung sitzen und Gott anbeten, nur umgeben von der Katzenmusik der Autos und Busse und Lastwagen.

Anbetung ist eine innere Erfahrung, sagt unser Herr. Und Anbetung ist die Priorität. Wir haben versucht, euch zu helfen, das zu verstehen. Wir reden viel über den Dienst. Wir reden vielen über Dienst und das ist wichtig. Aber der Dienst ist das, was vom Vater durch den Sohn über den Heiligen Geist zum Gläubigen herunterkommt. Anbetung ist das, was von dem Gläubigen durch den Geist über den Sohn zum Vater aufsteigt. Dienst kommt von oben herab, Anbetung steigt nach oben auf, und beide sind entscheidend. Aber die Anbetung steht höher. Anbetung kommt zuerst, der Dienst danach.

Wir haben uns also mit diesem ganzen Thema der Anbetung befasst und ich versuche, euch so viel Grundlegendes wie möglich zu sagen, damit ihr es versteht. Um kurz zusammenzufassen, was ich eben gesagt habe: Anbetung bedeutet, Gott Ehre und Lobpreis zu geben für das, was er ist und was er getan hat und für beides unseren Dank auszudrücken, und zwar von Herzen; das ist es. Sie wird unterstützt durch das, was wir in der Musik hören. Sie wird unterstützt durch das gemeinschaftliche Singen von Gottes Kindern. Sie wird unterstützt durch Gebete, die mit Lobpreis und Dankbarkeit und Danksagung an Gott erfüllt sind.

Als ich heute Abend da saß und mir eine meiner Lieblingshymnen anhörte, „The King of Love, my Shepherd is" (~Der König der Liebe ist mein Hirte), verstand ich Psalm 23. Ich kenne diesen Psalm sehr gut, er hat schon vor vielen Jahren mein Herz gepackt. Ich kenne diese Hymne sehr gut und mein Verstand verfolgt jeden Satz in dieser Hymne, während diese gleichzeitig meine Anbetung beeinflusst und als Reaktion darauf Emotionen in mir auslöst. In Psalm 45,2 heißt es: „Mein Herz fließt über mit einem lieblichen Lied.“ Das ist es, was Anbetung wirklich ist, ein Überfließen, buchstäblich ein Übersprudeln oder Überkochen. Ich kann es nicht zurückhalten. Es kommt überall heraus. Mein Lobpreis, das ist Anbetung.

Lasst uns gemeinsam mit Blick für die großen Zusammenhänge ein wenig über Anbetung nachdenken. Da wir nur wenige Minuten dafür haben, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf das Buch der Psalmen richten. Schlagt bitte das Buch der Psalmen auf. Ich weiß nicht, ob ihr je innegehalten habt, um euer Augenmerk darauf zu richten, aber wenn ihr die Psalmen durchlest, werdet ihr feststellen, dass es fünf Bücher von Psalmen gibt … fünf … als ob es fünf verschiedenen Gesangsbücher mit Psalmen gäbe.

Buch eins beginnt mit Psalm 1 und endet mit Psalm 41. Lasst uns also zu Psalm 41 gehen. Psalm 42 markiert den Anfang von Buch zwei der Psalmen. Aber was geschieht in den ersten 41 Psalmen? Die Attribute Gottes werden erhoben. Die Werke Gottes werden erhoben. Und Gott wird Dank dargebracht. Buch eins endet passenderweise mit Lobpreis für alles, was vorher geschehen ist. Seht einmal auf Vers 14: „Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, ja, Amen!“ Das ist Anbetung. Das ist eine Doxologie … Doxologie, das bedeutet, ein Wort der doxa, ein Wort der Ehre an Gott.

Buch zwei erstreckt sich bis Psalm 72. Schlagt bitte Psalm 72 auf und seht, wie Buch zwei endet. Vers 18: „Gepriesen sei Gott, der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! Ja, gepriesen sei sein herrlicher Name ewiglich, und die ganze Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit! Amen, ja, Amen!“ Dieselbe Sache. Alles von Psalm 42 bis Psalm 72, alle Diskussionen über die Attribute Gottes und die Geschichte seiner Werke, werden schließlich zusammengefasst in der Doxologie der Verse 18 und 19.

Buch drei endet mit Psalm 89. Und Psalm 89 endet in Vers 53 auf folgende Weise: „Gepriesen sei der HERR ewiglich! Amen, ja, Amen!“

Buch vier endet mit Psalm 106. Lasst uns also zu Psalm 106, Vers 48, gehen. Wir fangen bei Vers 47 an: „Rette uns, HERR, unser Gott! Sammle uns aus den Heidenvölkern, daß wir deinem heiligen Namen danken und uns glücklich preisen, zu deinem Ruhm.“ Und dann die Doxologie. „Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk soll sagen: ‚Amen! Hallelujah!’“ Das ist Anbetung.

Buch fünf endet mit einem akkumulierten Crescendo. Buch fünf endet mit Psalm 150. Psalm 150 ist das Ende von Buch fünf. „Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in der Ausdehnung seiner Macht! Lobt ihn wegen seiner mächtigen Taten, lobt ihn wegen seiner großen Herrlichkeit.“ Ihr seht diese beiden Dinge, nicht wahr? Lobt ihn in Vers 2 für seine mächtigen Taten, die Dinge, die er getan hat. Lobt ihn wegen seiner großen Herrlichkeit, für das, was er ist. Lobt ihn auf jede erdenkliche Weise, „mit Hörnerschall, mit Harfe und Laute, mit Tamburin und Reigen, mit Saitenspiel und Flöte, mit hellen Zimbeln, mit wohlklingenden Zimbeln.“ Und dann endet alles mit: „Alles, was Odem hat“, soll was tun? … „lobe den HERRN ... lobe den HERRN.“ Das ist Anbetung.

Und diese Anbetung wird beeinflusst durch alles, was vorher geschehen ist. Ihr kommt zum Neuen Testament und das Neue Testament steckt voller Doxologien derselben Art. Lasst uns Römer Kapitel 11 betrachten … Römer Kapitel 11. Ich weiß, dass viele von euch damit vertraut sind, aber es ist so wichtig für uns. Paulus kommt zum Ende von Kapitel 11 und damit zum Ende der größten Abhandlung der biblischen Lehre, die je geschrieben wurde. Kapitel 12 bis 16 enthalten die praktischen Implikationen und Umsetzungen dessen, was in Kapitel 1 bis 11 die biblische Lehre ist. In Kapitel 12 heißt es sogar: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes“, und das ist alles, was er unter dem allgemeinen Begriff ‚Heil’ in den ersten elf Kapitel beschrieben hat; er ermahnt sie also auf dieser Grundlage „daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer.“ Und damit geht er selbstverständlich zur praktischen Anwendung über. Aber der Abschnitt über die biblische Lehre endet in Kapitel 11 und hat den Charakter Gottes erhoben. Er hat die mächtigen Taten Gottes bei der Errettung erhoben. Und er endet mit einer Doxologie. Vers 33: „O welch Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege.“

Hört mir gut zu, Leute. Es ist gut für uns, uns auf ein so tiefes Verständnis Gottes einzulassen, dass wir ihn nicht begreifen können. Die Menschen sagen: „Das solltest du den Leuten nicht sagen, sie werden es nie verstehen. Sag ihnen nichts über die Auserwählung, das werden sie nie verstehen. Sag ihnen nichts über göttliche Souveränität, souveräne Barmherzigkeit und Errettung; es wird den Leuten sehr schwer fallen, das zu begreifen. Beschränke dich auf einfache Dinge, die sie verstehen können.“

Nein, nein, das Gegenteil trifft zu. Führe sie auf eine Ebene, wo sie Dinge nicht verstehen können.

Führe sie soweit auf diese Ebene, dass es ihr Verständnis vollkommen übersteigt, und lass sie beginnen, den unergründlichen, unbegreiflichen, unerforschbaren Charakter Gottes zu spüren. Da wollt ihr hin. Wenn ihr wirklich in der Lage sein wollt, Gott zu preisen, müsst ihr über den Punkt hinausgehen, wo die Dinge einfach für euch sind, über den Punkt, wo ihr alles bequem und leicht erklären könnt. Es ist eine Schande für die evangelikale Bewegung heutzutage, dass deren Mitglieder nicht einmal annähernd an diesem Punkt sind. Sie haben so ein naives Verständnis der Dinge Gottes; wie sehr man sie doch betrogen hat. Wie der Autor der Hymne müssen wir uns im Wunder verlieren. Wir müssen von Gott überwältigt sein. Er muss für uns unerforschlich, unergründlich sein. Wir müssen durch sein Gericht verwirrt sein. Wir müssen seine Wege unverständlich finden. Wir müssen durch das Leben gehen und sagen: „Ich verstehe Gott nicht, warum, wie?“

Es muss so sein, denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt? Und die Antwort auf diese rhetorische Frage lautet: niemand. Glaubt ihr, dass es Gott gefällt, wenn ihr an einem Punkt angekommen seid, wo ihr denkt, ihr könntet ihn vollkommen verstehen? Glaubt ihr, dass ihm das gefällt? Jetzt habt ihr also den Sinn des Herrn erkannt. Das ist die Torheit eines Schulanfängers.

Wisst ihr, in der Schule sagen wir immer, niemand weiß mehr als ein Anfänger, denn die wissen nicht, was sie nicht wissen. Niemand weiß mehr als ein Studienanfänger an der theologischen Hochschule, denn Studienanfänger haben noch nicht entdeckt, was sie nicht wissen. Und die beste Art von biblischer Bildung ist diejenige, die euch dahin führt, wo ihr euch nicht auskennt und wo ihr wisst, dass ihr euch dort nicht auskennt und nicht auskennen könnt, und ihr kommt zu 5. Mose 29,28 und sagt: „Was verborgen ist, das steht bei dem HERRN, unserem Gott.“ Wer hat den Sinn des Herrn erkannt?

Es kommen immer wieder Leute zu mir, die mir Fragen stellen, welche ich nicht beantworten kann. Alle Fragen, auf die ich eine Antwort weiß, beantworte ich. Egal, wie viele Fragen ich in einer Frage- und Antwortsitzung beantworten kann, werden sie immer wieder versuchen, mich auf die Frage festzunageln, die ich nicht beantworten kann. Und ich sage ihnen: „Ich sage euch gerne, dass ich die Antwort darauf nicht weiß, was bedeutet, dass Gott mir weit überlegen ist und bei diesem Gedanken solltet ihr euch sehr gut fühlen, weil Gott nicht wie ich ist.“

Hier ist der geliebte Apostel Paulus, der eine Doxologie ausbringt über Dinge, die er nicht verstehen kann. Wer wurde sein Ratgeber? Gott ist undurchschaubar und unabhängig von uns. Er braucht uns nicht, um alles zu ergründen, damit wir es ihm erklären können. Darum geht es in diesem Vers. Machst du Witze? Wenn ihr Gott an den Punkt bekommt, wo ihr Gott Gott erklären könnt, dann seid ihr wirklich ein Narr, weit entfernt von dem Punkt, wo ihr sein müsst.

Oder Vers 35: „Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde?“ Das ist eine weitere Illusion. Glaubt ihr, dass Gott euch etwas schuldet? Das glauben die meisten Menschen. „Ich bin ein guter Mensch, Gott würde mich nicht in die Hölle schicken.“ Gott ist euch nichts schuldig. Er ist niemandem gegenüber zu irgendetwas verpflichtet. Also schuldet er niemandem irgendetwas. Er hat die Freiheit, zu tun, was er will, denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.

Das ist wie der Psalm. So endet jedes Buch der Psalmen und so endet der große Abschnitt über Theologie, die Theologie der Errettung. Sie endet mit einer Doxologie. Das ist Anbetung.
Es bekümmert mein Herz, dass es so viele Menschen gibt, die nie an den Punkt gekommen sind, wo Gott ihnen unverständlich ist, wo seine Wege unerforschlich sind, seine Gedanken ihnen ein Rätsel sind und wo sie ihn nicht mehr erforschen können. Das ist der Punkt, wo ihr sein müsst. Ihr dringt in die Tiefen der Schrift vor, ihr dringt immer weiter vor, bis ihr schließlich quasi zu dem schwarzen Loch kommt und alles unverständlich wird und Gott uns so sehr ein Rätsel ist, weit mehr, als ihr je erwartet hättet. Das ist der Punkt, wo Anbetung das wird, was sie sein sollte.

Am Ende des Römerbriefs, in Vers 25, macht Paulus eine Aussage, die sehr wichtig ist. Vers 25 ist eine Segnung: „Dem aber, der euch zu festigen vermag laut meinem Evangelium und der Verkündigung von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen war, das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes bei allen Heiden bekanntgemacht worden ist zum Glaubensgehorsam -“, und dann kommt die Doxologie, „ihm, dem allein weisen Gott, sei die Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.“

In den Doxologien, die wir betrachtet haben, wird uns etwas Neues vorgestellt. Wir erweisen Gott Ehre, dem einzig weisen Gott, durch Jesus Christus, durch Jesus Christus.

In dem wunderbaren Brief von Paulus an die Epheser lesen wir das in Kapitel 1, Vers 3. Das ist Anbetung, reine Anbetung. „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus.“ Ah, jetzt beginnen die Doxologien und Segnungen des Neuen Testaments diese neue Form immer dann anzunehmen, wenn sie sich auf Jesus Christus beziehen. Galater beginnt in Vers 3 mit: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen“. Und jetzt, plötzlich, ist unser Herr Jesus Christus beteiligt, wenn ihr vor Gott kommt, um Gott die Ehre zu erweisen. Das wird zu einem konsequenten Schema im Neuen Testament.

Philipper 4,19: „Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. Unserem Gott und Vater aber sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

In 1. Timotheus 1 sagt Paulus: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin. Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden zum ewigen Leben. Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Warum? Aufgrund der Errungenschaften Christi.

Doxologie, Lobpreis Gottes, beinhaltet immer Christus. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott. Es gibt keine andere wahre Anbetung. Hebräer 13,20: „Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Jetzt, da Christus gekommen ist, ist es nicht länger möglich, Gott ohne Jesus Christus anzubeten. Das ist nicht möglich. Es ist nicht möglich. 1. Petrus 5,10: „Der Gott aller Gnade aber, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, er selbst möge euch, nachdem ihr eine kurze Zeit gelitten habt, völlig zubereiten, festigen, stärken, gründen!“ Und hier kommt die Doxologie: „Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Das Neue Testament wiederholt einfach immer wieder diese Lobeshymnen an Gott durch Christus. 2. Petrus 3,18: „Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.“ Wir verherrlichen Gott durch Christus. Und plötzlich verherrlichen wir Christus als Gott.

Wenn ihr zum Buch der Offenbarung kommt, seht ihr dort dasselbe Schema. Wir haben nicht die Zeit, um all das durchzugehen, aber betrachtet einmal Kapitel 4. Dort gibt es Anbetung um den Thron herum. Kapitel 4 führt euch in den Himmel, zum Thron Gottes. In Vers 8 finden sich die vier lebendigen Wesen wieder und sie beten Gott ohne Unterlass an und sagen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt!“ Und als die lebendigen Wesen demjenigen, der auf dem Thron sitzt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen: „Dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, so fallen die 24 Ältesten“, sie repräsentieren die Heiligen, die Gläubigen und schließen sich den Engeln an, „nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sprechen: ‚Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.’“

Aber damit hört die Anbetung noch nicht auf. Geht einmal weiter zu Kapitel 5, Vers 9: „Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: ‚Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen, und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.“ Und in Vers 12 geht der Lobpreis weiter: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob! Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und was auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: ‚Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!’ Und die vier lebendigen Wesen sprachen: ‚Amen’! Und die 24 Ältesten fielen nieder und beteten [den] an, [der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit].“

Im Alten Testament beteten sie Gott an. Im Neuen Testament beteten sie Gott durch Christus an. Und sie beteten Gott und Christus als Gott an und im Himmel beten wir Gott und Christus für immer und ewig an. Das ist wahre Anbetung. Und wir werden für immer die Attribute unseres Gottes und seine mächtigen Werke rezitieren, einschließlich des Wesens Christi, der mit Gott identisch ist, und die mächtigen Werke Christi, als er uns die Erlösung gebracht hat.

All das führt uns wieder zurück zu Johannes 4. Wir haben diesen Text betrachtet und über die Bedeutung von Anbetung gesprochen. Wir haben über die Quelle der Anbetung gesprochen … die Bedeutung der Anbetung findet sich in der ganzen Schrift, wie wir in den vergangenen Wochen gesehen haben. Die Quelle der Anbetung ist die wirksame Suche des Vaters; der Vater sucht wahre Anbeter. Wenn ich „wirksame Suche“ sage, meine ich damit eine errettende Suche, eine tatsächliche Errettung. Wir werden von Gott erlöst, um wahre Anbeter zu werden, erneuert durch ein neues Leben, und die Eigenschaften dieses neuen Lebens beinhalten den Wunsch und die Sehnsucht nach Anbetung. Wir sind Anbeter durch die Neugeburt. Das haben wir in Philipper 3,3 mehrfach bemerkt.

Wir haben also über die Bedeutung der Anbetung und die Quelle der Anbetung gesprochen. Schließlich sind wir zum Objekt der Anbetung gekommen und ich habe euch die letzten beiden Male gesagt, dass dies Gott als Geist sei. Bitte achtet auf Vers 24, dass wir Gott als „Geist“ anbeten, nicht als Abbild eines Götzen oder ein Bild, das mit Händen geschaffen wurde. Er ist Geist, der heilig ist.

Nur noch kurz, und ich habe das schon für euch vorbereitet, sodass wir nicht viel darüber sagen müssen. Zweitens beten wir Gott nicht nur als Geist an, sondern auch als Vater. Immer wieder in dem Abschnitt, zum Beispiel in Vers 21: „Ihr werdet den Vater anbeten.“ Vers 23: „Wahre Anbeter werden den Vater anbeten.“ Das Konzept des Vaters steht hier also neben dem Konzept des Geistes. Wenn wir sagen, dass Gott Geist ist, meinen wir damit, dass er unkörperlich und grenzenlos ist, was ich euch hoffentlich klar gemacht habe. Aber wir beten ihn auch als Vater an. Und das Konzept von Gott als Vater in diesem Abschnitt bezieht sich nicht auf ihn als unseren Vater. Wir reden nicht über die Tatsache, dass er ein Vater seiner Kinder ist. Darum geht es hier nicht. Die Essenz von Gott als Vater ist hier dreieinig. Wir beten den Gott an, der Vater ist, und derjenige, der dies zu der Frau sagt, ist in Wirklichkeit selbst der Sohn des Vaters. Wir reden hier von Vaterschaft im Sinne der Dreieinigkeit.

Das ist natürlich von entscheidender Bedeutung für das Verständnis christlicher Wahrheit. In Johannes 5,17 sagt Jesus: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch“, und vergleicht sich damit mit Gott. Er tut das, was Gott tut. In Vers 19 sagt er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: ‚Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.’“ Er tut das, was Gott tut, auf die gleiche Weise, wie Gott es tut. Das ist die Vater-Sohn-Beziehung, die er im Auge hat, wenn er in Johannes 4 zu der Frau spricht.

Vers 20: „Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben.“ Dann kommt dieser kritische Vers, Vers 23: „Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“ Niemand betet Gott wirklich an, wenn er nicht Christus gleichermaßen anbetet.

Ihr sagt jetzt vielleicht: „Beten Juden, die den Gott der Bibel anbeten, ihn nicht wirklich an?“ Nein … nein, wenn man den Sohn nicht ehrt, ehrt man den Vater nicht. Und das sind die Worte von Jesus selbst. Es ist nicht so, als sei das eine alleinstehende Aussage oder eine schwer zu deutende.

Hört einmal auf die Worte von Jesus in Matthäus 11,27: „Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.“ Ihr könnt den Vater nicht kennen, ohne den Sohn zu kennen. Ihr könnt den Vater nicht anbeten, ohne den Sohn anzubeten. Das ist es, was sich hinter der Verwendung des Begriffs „Vater“ durch unseren Herrn verbirgt. Als Vater im Rahmen der Dreieinigkeit.
Das ist entscheidend für die Juden, weil sie glaubten, dass der Herr eins war, aber sie hatten sich nicht der Lehre der Dreieinigkeit verschrieben. In Johannes 10,29 sagt Jesus erneut: „Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.“ Und dann kommt diese verblüffende Aussage: „Ich und der Vater sind eins.“ Johannes begann sein Evangelium, indem er Jesus als das Wort identifizierte und sagte, er sei der Schöpfer. Er schuf alles und ohne ihn ist nichts entstanden, was entstanden ist. Und wir sahen seine Herrlichkeit, heißt es später im Kapitel, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit, die Attribute seines Vaters tragend.

In Johannes Kapitel 17 sagt Jesus, als er das Gebet als Hohepriester spricht: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das aber ist ewiges Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Sie sind unzertrennlich. In Kapitel 14,6 sagte Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater“, …was? ... „als nur durch mich!“ Als nur durch mich. Das ist ewiges Leben, dass sie mich erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Ebenso, wie ein falsches Verständnis in der Theologie im engeren Sinne die Anbetung Gottes verhindert, verhindert falsche Christologie die Anbetung. Ihr müsst eine korrekte Theologie im engeren Sinne haben. Ihr müsst den Gott anbeten, der Gott ist, und ihr müsst Christus ebenso anbeten, denn sonst könnt ihr Gott nicht ehren. Und deshalb wird Gott als der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus angebetet. Und das ist die einzige Art, ihn anzubeten.

Hört einmal auf Epheser 1,17: „… daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst.“

Dieses Konzept wird im gesamten Neuen Testament wiederholt. Hört einmal auf 2. Korinther 1,3: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ Er wird nur in dieser Beziehung erkannt. In Philipper 2 heißt es: „Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie […] beugen.“ Das gehört nur Gott, Jesus ist Gott. „[Damit] sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Ihr ehrt Gott den Vater nur, wenn ihr bestätigt, dass Jesus ihm ebenbürtig ist. Das ist Herz und Seele der Anbetung, und nichts Geringeres als eine präzise Theologie im engeren Sinne - das ist der Begriff, der verwendet wird, um das Wesen Gottes zu beschreiben – und eine präzise Christologie kann zu wahrer Anbetung führen.

In Römer 15,6 heißt es: „Damit ihr einmütig, mit einem Mund den Gott und Vater unseres Herr Jesus Christus lobt.“ Die Apostel verstanden das. In den Briefen, die sie schrieben, bestätigten sie das. Hört einmal auf die Worte von Petrus in 1. Petrus 1,3: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ Johannes verstand das deutlich in 1. Johannes 1,3: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus.“ In 1. Korinther 16,22 heißt es: „Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei verflucht!“

Starke Sprache. In 2. Thessalonicher 1,8 heißt es, dass Gott Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Es ist unmöglich, Gott anzubeten, ohne Christus anzubeten. Diese hohe Priorität, die sich durch das Neue Testament zieht, definierte das Leben der frühen Gemeinde. Sie beteten Gott an und sie beteten Christus als Gott an und als den einzigen Weg zu Gott.


Im zweiten Jahrhundert gab es eine Hymne, die folgendermaßen lautete: „There is one physician who is both flesh and spirit, born and yet not man, true life in death, both of Mary and of God, first passable and then impassable, Jesus Christ our Lord.” [~Es gibt einen Heiler, der sowohl Fleisch als auch Geist ist, geboren und dennoch kein Mensch, wahres Leben im Tod, sowohl von Maria als auch von Gott, …Jesus Christus unser Herr.“] - St. Ignatius von Antiochia, Briefe an die Epheser (ca. 110 n. Chr.). Clement schrieb: „King of saints, almighty Word, of the Father, highest Lord, wisdom’s head and chief, assuagement of all grief, Lord of all time and sprace, Jesus, Savior of our race." [~König der Heiligen, allmächtiges Wort, von dem Vater, höchster Herr, Haupt der Weisheit, Linderung aller Trauer, Herr aller Zeit und allen Raums, Jesus, Retter unserer Rasse.“]

Es gab eine sehr frühe Abendhymne, die in der Gemeinde gesunden wurde, „Hail gladdened light“ [~Heil Freude bringendes Licht], die sich auf Christus als „of His pure glory poured, who is the immortal Father heavenly blessed, holiest of holies, Jesus Christ our Lord” bezieht [~Ausstrahlung seiner reinen Herrlichkeit, der der unsterbliche Vater ist, vom Himmel gesegnet, der Allerheiligste, Jesus Christus unser Herr].

Oder ein TeDeum aus dem vierten Jahrhundert: „Thou art the King of glory, O Christ. Thou art the everlasting Son of the Father. When Thou tookest upon Thee to deliver man, Thou didst not abhor the virgin’s womb. When Thou hadst overcome the sharpness of death, Thou didst open the Kingdom of Heaven to all believers, Thou sittest at the right hand of God in the glory of Thy Father. We believe that Thou shalt come to be our judge, we therefore pray Thee, help Thy servants whom Thou hast redeemed with precious blood. Make them be numbered with Thy saints in glory everlasting.” [~Du bist der König der Herrlichkeit, O Christus. Du bist der ewigwährende Sohn des Vaters. Als du es auf dich nahmst, den Menschen zu erlösen, hast du den Schoß der Jungfrau nicht verabscheut. Als du den Stachel des Todes überwunden hattest, öffnetest du das Reich des Himmels für alle Gläubigen, du sitzt zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit deines Vaters. Wir glauben, dass du kommen und uns richten wirst, wir bitten dich deshalb, hilf deinen Sklaven, die du mit deinem kostbaren Blut erlöst hast. Lass sie zu deinen Heiligen in ewiger Herrlichkeit gehören.“]. Das ist die frühe Gemeinde. In Psalm 2 sagt Gott: „Küßt den Sohn, damit er nicht zornig wird.“

Wer ist das Objekt unserer Anbetung? Der Gott, der Geist ist, und der Gott, der im Wesentlichen eins ist mit unserem Herrn Jesus Christus.


[Gebet]