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Die Waffenrüstung Gottes, Teil 2 : Der Gürtel der Wahrheit und der Brustpanzer der Gerechtigkeit (German)

Epheser 6:14 November 09, 2008 de90-365

Lasst uns nun in unserer Serie über die Waffenrüstung des Gläubigen das Wort Gottes im sechsten Kapitel des Epheserbriefs aufschlagen. Ich möchte euch den Text vorlesen, damit ihr den Gedankengang präsent habt, den Paulus uns in dieser Angelegenheit vermittelt. Wir beginnen in Vers 10, Epheser 6,10. „Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen.“


Schon beim einfachen Lesen dieses Textes wird klar, dass wir einen ernst zu nehmenden Kampf kämpfen. Die ganze Welt ist das Schlachtfeld für den Kampf zwischen Gott und Satan, guten Engeln und gefallenen Engeln, heiligen Männern und unheiligen Männern. Für uns als Christen ist zwar im Hinblick auf die Ewigkeit alles in Ordnung, doch solange wir in dieser Welt bleiben, kämpfen wir einen schrecklichen Kampf, einen Krieg. In mancherlei Hinsicht ist es ein Kampf auf Leben und Tod, ein Kampf gegen die unsichtbaren Massen der Bosheit hinter dem sichtbaren Übel in der Welt, und das sind die dämonischen Kräfte, die den Verstand der Menschen und die Kulturen dieser Welt kontrollieren, um dem Zweck ihres Führers zu dienen, der niemand Anders als Satan selbst ist. Wir kämpfen also, wie Paulus sagt, nicht gegen Fleisch und Blut, unser Feind ist sehr viel furchterregender als ein einfacher Mensch. Wir kämpfen gegen geistliche Mächte, gegen Dämonen, die sich hinter allem verbergen, was schlecht und in der Denkweise unserer Welt gegen Gott gerichtet ist.

Demzufolge muss jedes Kind Gottes sich als Soldat betrachten. Wir alle wurden zu einem Kampf aufgerufen. Wir alle wurden vom König der Könige einberufen und können uns vor dieser Einberufung nicht drücken; auch einen Aufschub gibt es nicht. Wir kämpfen gegen Feinde, die wir nicht sehen können; Feinde, die wir nicht berühren können; Feinde, die wir nicht überlisten können. Wir brauchen Schutz und Stärke und Weisheit, die über unser eigenes Vermögen hinausgehen. Ihr könnt alles nehmen, das wir in Christus unser eigen nennen können, das für uns in Kapitel 1 aufgeführt ist, alle Segnungen, die uns in den himmlischen Regionen in Christus erwarten und in den ersten drei Kapiteln beschrieben werden; wir können uns über das wunderbare Geschenk der Gegenwart des Heiligen Geistes freuen; wir haben auch die Offenbarung Gottes im Wort Gottes erhalten; und trotz all der Segnungen, trotz der Gegenwart des Heiligen Geistes, trotz der Ressource, die das Wort Gottes darstellt, können wir allein mit unserer Stärke nicht bestehen. Wir werden in 1. Korinther 10 sogar daran erinnert, dass jeder, der denkt, er stehe, zusehen solle, dass er nicht falle. Wir müssen erkennen, dass wir als Christen an einem sehr gefährlichen Ort leben, nämlich in dieser Welt. Überall um uns herum lauern Gefahren. Und diese Gefahren verbergen sich hinter vielerlei Täuschungen.

Wir sagen nicht, dass wir so verletzlich sind, dass wir unser Heil verlieren können oder das uns versprochene ewige Leben. Aber wenn wir nicht lernen, effektiv zu kämpfen, können wir sicherlich den Kampf darum verlieren, nützlich zu sein, und die Chance auf Freude und Seligkeit.

Lasst mich euch kurz an etwas in dieser Richtung erinnern. In Johannes 10,29 sagte Jesus, niemand, der zu dem Vater gehöre, könne aus dessen Hand entrissen werden. „Entreißen“ ist hapazein); wir können der Hand Gottes oder der Hand Christi nicht entrissen werden. Satan kann Gott nicht überwältigen und dennoch können wir in Sünde verfallen, die uns nutzlos macht, uns der Freude beraubt und durch die wir uns göttlicher Züchtigung aussetzen. Wir werden den Krieg nicht verlieren, aber wir können in dessen Verlauf Schlachten verlieren und im Trübsinn dieser Niederlagen leben. Deshalb werden wir in Vers 11 aufgefordert, die ganze Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit wir gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels standhalten können. Wir wollen den Sieg, wir wollen Segen, wir wollen nützlich sein, wir wollen Freude, wir wollen die Freiheit der Fülle der christlichen Gemeinschaft und wir wollen Anbetung, die ein Leben, das gegen Satan gewappnet ist, hervorbringt.

Jetzt noch ein wenig mehr als Einleitung. Ich möchte Vers 12 noch für einen Moment etwas vertiefen. Wir werden daran erinnert, dass unser Kampf sich nicht gegen Fleisch und Blut richtet, nicht einfach gegen Menschen, sondern gegen … und dann achtet bitte auf die Herrschaften, die Gewalten, die Weltherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. All das sind Aussagen, die für uns eine Hierarchie verdeutlichen; diese Hierarchie ist keineswegs neu für uns, denn es gibt ganz eindeutig eine Hierarchie unter Engeln, selbst vor dem Fall von Satan und seinen Dämonen. Gott organisierte und schuf die Engel nicht nach dem 08-15-Schema, sie waren nicht alle identisch; das ist ein Missverständnis. Alle Engel sind nicht gleich. Es gibt Engel, und dann gibt es noch andere Arten von Engeln. Es gibt Cherubim und Seraphim. Es gibt Engel und Erzengel; das sind diejenigen, die über den normalen Engeln stehen. Und dann gibt es die Superengel, oder Supererzengel, die sogar Namen haben, wie Michael und Gabriel und Luzifer. Es gibt also eine Struktur, es gibt eine Hierarchie, wenn Gott die Engel schafft und den Erzengeln seinen Willen übermittelt, die diesen Willen dann an die Engel weiterleiten, welche ihn ausführen. Als Satan fiel und ein Drittel der Engel mit sich nahm, wie wir in Offenbarung Kapitel 12 lesen, fiel dieses Drittel mit denselben variablen Fähigkeiten und Kräften wie die Originalschöpfung. Nur waren sie jetzt gefallen, aber es gibt noch immer eine Ordnung unter den Dämonen. Es gibt eine Hierarchie unter den Dämonen. Und der Engel, der über ihnen allen steht, der sich von Natur aus nicht von ihnen unterscheidet, jedoch mächtiger als sie ist, ist Satan selbst. Er ist ebenso ein Engel wie alle anderen Engel. Er ist ein gefallener Engel, ebenso wie alle anderen gefallenen Engel. Er ist ein Dämon, wie alle anderen Dämonen, nur wurde er nicht wie sie alle geschaffen; er wurde geschaffen, um über ihnen zu stehen; mit überdurchschnittlichen Kräften.

Wenn wir also gegen die Welt der Dämonen kämpfen, kämpfen wir nicht, wie man sagen könnte, gegen eine Art von willkürlichem Einsatz einer Vielzahl von gleich mächtigen und gleich begabten Engeln, die unabhängig voneinander tun, was auch immer sie tun. Wir kämpfen gegen eine sehr raffinierte Hierarchie, die in gewisser Weise von oben nach unten agiert. Da die Engel jedoch gefallen sind, sind sie ihrem Wesen nach sündhaft und das bedeutet stolz und rebellisch; deshalb muss es für Satan sehr schwierig sein, die ganze Arbeit zu koordinieren. Heilige Engel in der Hierarchie, in der Struktur, in der sie tätig sind, agieren auf perfekte und heilige Weise. Gefallene Engel agieren auf unvollkommene Weise, weil sie selbst unvollkommen sind. Sie sind von Natur aus rebellisch und boshaft und widersetzen sich eben jener Struktur ihres eigenen Systems. Aber dennoch ist dieses System raffiniert und Satan erreicht sein Ziel als Schmied der listigen Kunstgriffe durch die Hierarchie dieser Erzengel und Engel, die manchmal als Herrschaften, Gewalten und Weltbeherrscher bezeichnet werden.

Sie befinden sich an einem strategischen Ort. Manchmal platziert Satan einige dieser sehr mächtigen Dämonen in Positionen hinter Regierungen, wie in Hesekiel 28, Jesaja 14 oder Daniel 9 und 10. Ihr seht, wie diese hierarchischen Kräfte, diese Art erhobener Dämonen mit Kräften, die über die der restlichen Dämonen hinausgehen, in sehr strategische Positionen versetzt werden, um die Zwecke Satans in gewissen Nationen zu verwirklichen. Letztendlich geht es immer darum, gegen Gottes Ziele vorzugehen.

Sie werden auch durch das Wort „Finsternis“ identifiziert, das dem Wort „Bosheit“ entspricht. Die Finsternis repräsentiert den Charakter dieser Domäne. Erinnert ihr euch an Kolosser 1? „[Wir wurden] errettet aus der Herrschaft der Finsternis und […] versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Die Finsternis beschreibt ein paar Dinge: Unwissenheit und Sittenlosigkeit. In der Bibel wird Finsternis als Metapher für Unwissenheit und Bosheit verwendet.

Das Reich der Finsternis ist also sowohl unwissend als auch boshaft. Geistliche Bosheit an hohen Stellen in himmlischen Regionen - das ist es, womit Vers 12 endet. „Hohe Stellen“ bedeutet geistliche Dimensionen, über uns hinaus, außerhalb der Dimensionen unserer Welt. Wir müssen uns also der Tatsache bewusst sein, dass wir es mit einem sehr, sehr mächtigen geistlichen System zu tun haben. Es wird von Luzifer, dem mächtigsten aller gefallenen Engel, geleitet - oder zumindest versucht er, es zu leiten. Er selbst war einst der Sohn der Morgenröte, der gesalbte Cherub, man hätte ihn als Lobpreisleiter des Himmels bezeichnen können. Wir sollten nicht denken, dass wir dieser Art von Macht aus eigener Kraft widerstehen können.

Wir stehen den Mächten der Finsternis an hohen Stellen gegenüber, in himmlischen Regionen, wir stehen dieser Hierarchie boshafter Dämonen gegenüber, die ihre Aufgabe ausüben, indem sie eine Weltkultur schaffen, die gegen Gott gerichtet ist, aber nicht immer unverhohlen gegen Gott. Sie kann religiös und gegen Gott gerichtet sein. Sie kann, wenn ich diesen Begriff einmal so prägen darf, christlich und gegen Gott gerichtet sein. Sie mag positiv über Jesus und die Bibel sprechen, aber sie ist immer noch gegen Gott gerichtet. Oder sie mag Jesus und die Bibel verdammen, aber es ist immer noch dasselbe System. Satan ist durchtrieben. Die Bibel spricht von den listigen Kunstgriffen des Teufels. Sie bezieht sich auf die Kunstgriffe des Teufels, wie wir in Vers 11 hier in Epheser 6 gelesen haben. Für mich ist es einerseits vollkommen unverständlich, dass die Gemeinde, wenn sie das versteht, so tun kann, als ob dieses Szenarium nicht einmal existiert. Es gibt eine gewisse Leichtsinnigkeit in der Gemeinde. Es gibt eine gewisse Oberflächlichkeit in der Gemeinde. Es gibt eine gewisse Naivität in der Gemeinde. Pastoren werden so oft zu Stegreifkomikern, dass ich nicht daran denken mag. Das muss mit sehr viel Ernst angegangen werden. Hier handelt es sich um eine unerbittliche Macht. Und damit wir uns damit auseinandersetzen können, leitet Vers 13 für uns die Diskussion ein, mit der wir uns in Bezug auf die Waffenrüstung befassen müssen; wir müssen die ganze Waffenrüstung Gottes anlegen. Wir haben in Vers 11 bereits gesagt: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an.“ Wie der Soldat, der jeden Morgen aufstand und sie anzog, um in die Schlacht zu ziehen, steht ihr jeden Morgen auf, um sie von Neuem anzulegen. Ihr legt sie an, ihr legt sie an, ihr legt sie an, ihr legt sie immer wieder an, weil das die einzige Art und Weise ist, wie ihr am bösen Tag widerstehen könnt.

Was ist dieser „böse Tag“? Der Tag, an dem das Böse die Welt beherrscht.

Welcher Tag ist das? Der heutige Tag, und er dauert an, bis Christus die Welt übernimmt, bis zum Tausendjährigen Reich.

Wir wollen in diesem Zeitalter des beherrschenden, satanischen Übels in der Lage sein, an diesem bösen Tag zu widerstehen. Und nachdem wir alles wohl ausgerichtet haben, fest stehen. Manche Übersetzungen enthalten das Wort „widerstehen“, andere „behaupten“ oder „[fest] stehen“. In allen drei Fällen wird dasselbe griechische Wort verwendet wie zum Beispiel in Jakobus 4,7: „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“ Es ist genau dasselbe Verb, das in 1. Petrus 5,9 verwendet wird: „… dem widersteht, fest im Glauben…“ Hier wird der Vers also das dritte Mal verwendet: Satan widerstehen. Und wir können nur widerstehen, das heißt verhindern, dass er sich durch das System, in dem wir leben, das Weltsystem, das geordnete Böse, den boshaften Kosmos, weiter in unserem Leben ausbreitet, indem wir durch eine Waffenrüstung geschützt sind. Und wenn wir diese Waffenrüstung tragen, werden wir am bösen Tag widerstehen können und in der Lage sein, schließlich fest zu stehen und stark zu sein.

Darüber sprechen wir hier. Es scheint dem Autor hiermit sehr ernst zu sein. Es ist dem Autor, der hinter dem Schreiber steckt, sehr ernst - und das ist niemand Anders als der Heilige Geist - und auch wir müssen es sehr ernst nehmen. Deshalb erhalten wir zum Beispiel in 1. Korinther 16,13 ein sehr einfaches Gebot: „Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft ...“ Wie ist man „mannhaft“? „Seid stark“. Seid stark. Tut alles in Liebe, aber seid stark, seid fest, seid mannhaft; wenn ihr dieses Konzept aufnehmt und es in das Alte Testament zurückversetzt, würde das in etwa mit „seid mutig“ übersetzt werden. Es ist an der Zeit, feste Stellung gegen ein sehr raffiniertes, böses System zu beziehen. Wir müssen stark sein, um den Sieg zu erringen.

Petrus warnt uns mehrere Male. Und Petrus ist eine gute Wahl, um uns zu warnen, nicht wahr? Denn wenn ich mich recht erinnere, hat er oftmals die Schlacht verloren … viele Male. Eines Nachts verlor er die Schlacht und verleugnete Jesus Christus dreimal; und wenn man alles zusammenrechnet, vielleicht sogar bis zu sechsmal. Vielleicht erinnert er uns deshalb so oft daran, dass wir fest stehen müssen, dass wir dem Angriff Satans widerstehen müssen.

Hört auf seine Worte in 1. Petrus 1,13: „Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi. Als gehorsame Kinder paßt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.“

In Kapitel 2 sagt er: „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid“. Er wiederholt diese Ermahnung sogar in seiner zweiten Epistel und warnt uns in einem Vers, den wir uns meiner Meinung nach alle zu Herzen nehmen würden, 2. Petrus 3,17: „Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert!“ Mannoman, er kannte das, er lebte das aus. Er lebte das aus.

Die wahre, ewige Belohnung werden diejenigen erhalten, die fest stehen, die widerstehen. Das wahre Zeugnis zur Ehre Christi wird von jenen abgelegt, die fest stehen, die widerstehen. Diejenigen, die fest stehen und widerstehen sind es, die wirklich nützlich sind.

Als ich vor vielen Jahren Student war, gehörte ich einer kleinen Gruppe von Männern an, die auszogen, um zu predigen. Wir waren zu fünft. Mindestens drei davon waren bessere Prediger als ich, aber die drei, die bessere Prediger waren als ich, denen ich sehr viel lieber zugehört hätte als mir selbst, haben nicht widerstanden. Und im Zuge eines schrecklichen moralischen Einbruchs quittierten sie vor vielen Jahren den Dienst. Sind sie Christen? Natürlich. Sind sie nützlich? Nein.

Paulus erzählt uns also, dass wir zur Verteidigung bereit sein müssen. Okay? Darum geht es hier im Wesentlichen. Wir müssen zur Verteidigung bereit sein. Es gibt jedoch eine offensive Seite dabei und der Grund warum wir zur Verteidigung bereit sein müssen, ist, weil wir auch auf Angriff aus sind. Was ich damit meine? Ich meine, wenn ihr nichts tut, werdet ihr keinen großen Kampf auszutragen haben, wenn ihr jeden Tag nur für euch selbst lebt. Aber wenn ihr aktiv das Reich der Finsternis bekämpft, werdet ihr euch verteidigen müssen, weil ihr effektiv angreift. Und je effektiver eure Offensive ist, umso notwendiger wird eure Verteidigung.

Paulus begriff, dass er in das Territorium vordrang, das dem Teufel gehörte. Er riss Holzscheite aus dem Feuer, um mit den Worten von Judas zu sprechen. Er drang jeden Tag seines Lebens in das feindliche Territorium vor, was seinen Feind natürlich rasend machte und ihn veranlasste, die Opposition zu verschärfen.

Warum hat er das getan? Warum ist der Apostel Paulus zum Angriff übergegangen und musste deshalb widerstehen? Weil ihm die Seelen derjenigen am Herzen lagen, die in Satans Fängen waren. Er wusste, wovon er sprach, als er in 2. Korinther 10 darüber schrieb, Festungen einzunehmen, um Gefangene zu befreien, Festungen einzureißen, die er als Ideologien beschrieb, jegliche Gedanken gegen die Erkenntnis Gottes, alle gottlosen Gedanken, alle unwahren Gedanken, alle satanischen Gedanken, seien sie religiös oder nicht. Paulus stürmt die Festungen. Die ideologischen Festungen, die Menschen gefangen halten, um sie zu befreien, wie er es in 2. Korinther 10 ausdrückte, und jeden zum Gehorsam gegen Christus zu nehmen. Paulus wollte sie für Gott, sehnte sich danach, dass sie aus dem Reich der Finsternis errettet und in das Reich von Gottes geliebtem Sohn geführt werden. Obwohl die Waffenrüstung also defensiv ist, damit wir uns behaupten und widerstehen können, ist die Schlacht furchterregend, weil wir in der Offensive sind.

Ich würde soweit gehen zu sagen, wenn ihr absolut nichts tut, kratzt ihr euch jetzt vielleicht am Kopf und sagt: „Wovon redet der eigentlich?“ Aber wenn ihr auf irgendeine Weise an dem Kampf beteiligt seid, versteht ihr, was es bedeutet, dem Angriff zu widerstehen, dem ihr ausgesetzt seid, wenn ihr in die Finsternis vordringt.

Nun, nach dieser Erläuterung haben wir eine kleine Vorstellung davon, worüber wir im Allgemeinen reden. Lasst uns jetzt aber zu den Details übergehen und das erste Element der Waffenrüstung betrachten. Vers 14 beginnt wieder so, wie Vers 13 geendet hat und wiederholt, dass es hier darum geht, fest zu stehen und nicht im Staub zu landen. Ich möchte hier als Fußnote gerne auf die Sprache in 1. Korinther 9 zurückgreifen. Wovor hatte Paulus besondere Angst? „Damit ich nicht anderen verkündige“, Vers 27, „ …und selbst adokimos, verwerflich, werde. Meine große Furcht besteht darin, dass ich anderen verkündige und mich selbst durch irgendeine Sünde disqualifiziere.“ Und deshalb sagt er: „Ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“ „So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit.“

Der Teufel ist von Anfang an ein Lügner. Sein ganzes System besteht aus Lügen. Alles, was aus seinem Mund kommt, ist eine Lüge oder eine Halbwahrheit. Und deshalb würden wir verstehen, dass die Wahrheit das erste Mittel zur Verteidigung ist.

Lasst mich das ein wenig vertiefen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Paulus mit römischen Soldaten überaus vertraut war; sie waren überall. Sie waren überall in Israel, als er da war. Sie waren überall in seiner Heimatstadt, Tarsus, als er da war. Die Römer beherrschten zu jener Zeit die Welt. Sie waren überall, wo Paulus hinreiste und er sah überall römische Soldaten. Und überall hätte er bemerkt, wie sie gekleidet waren. Und das Erste, was einem an einem römischen Soldaten auffallen würde, wenn er sich für eine Schlacht vorbereitete, ist ein Gürtel oder eine Schärpe, die er umlegte. Das lag daran, dass ein römischer Soldat eine Tunika trug, also eine Art Gewand für Männer. Es hatte zwei Löcher für die Arme und ein Loch für den Kopf. Man zog es an und es reichte bis zu den Knien. Wenn man in den Kampf zog, wurde die Tunika mit einer Schärpe festgezurrt. In der Regel trug ein Soldat ein Unterkleid, sodass die Ecken der Tunika, der lange Saum der Tunika, hochgezogen, in die Schärpe gesteckt und so fest wie möglich gezogen wurde.

Denkt daran, dass ihr in einen Nahkampf zieht. Ihr wollt nicht, dass euer Gewand im Wind umherflattert, jemand es festhält und es euch über den Kopf zieht …tja ... und dann ist es vorbei. Ihr könnt euch nicht auf einen tödlichen Nahkampf einlassen, wenn euer Gewand umherflattert, sich in den Büschen verheddert, euch in die Quere kommt … zieht das Schwert aus diesem Ding … das wird nicht funktionieren. Sie mussten schnell rennen. Sie mussten überaus eifrig, geschickt und schnell sein, mussten alle losen Enden festziehen, da sie sonst ein leichtes Ziel für den Feind abgeben würden. Das deutet auf Vorbereitetsein hin. Das deutet auf Bereitschaft hin. Das deutet auf Wachsamkeit hin. Ein Soldat brauchte eine Schärpe, die manchmal auch aus Leder sein konnte, oder aus einem anderen Material, um alles zusammenzuraffen, das Gewand hochzuziehen, wenn es irgendwie zu lang war, es festzuzurren, damit er sich schnell bewegen konnte und er niemandem gegenüber benachteiligt wäre.

An dieser Schärpe wurden in der Regel auch seine Waffen befestigt, es hielt ein Schwert oder einen Bogen und einige Pfeile.

Diese Schärpe hatte in der Regel auch einige Identifikationsmerkmale, die vielleicht darauf hinwiesen, in welcher Schlacht der Soldat gekämpft hatte, welche Schlachten er gewonnen hatte, ob er eine Auszeichnung für seinen Heldenmut erhalten hatte oder nicht. Und so wurde die Schärpe effektiv zum Sinnbild der Schlacht. Wenn man eine Schärpe anlegte, zog man in den Kampf. Sie war ein Kennzeichen des Kampfes. Dort waren die Waffen des Soldaten, dort waren die Auszeichnungen. Aber noch wichtiger war, dass man durch die Schärpe verkündete, dass alle losen Enden zusammengerafft wurden, weil man in einen tödlichen Kampf zog. Es ist eine passende Kombination von Dingen, denn genau das ist es, was der Apostel Paulus uns verständlich machen möchte, dass wir den geistlichen Kampf nie gewinnen werden, wenn wir uns nicht wirklich darauf vorbereiten. Das bedeutet es, vorbereitet zu sein.

Das ist es, was ich euch vorhin vorgelesen habe. 1. Petrus 1,13 - 14: „Umgürtet eure Lenden und zurrt alle losen Enden eures Lebens fest.“

Das Zeichen, was dafür steht, ist der Gürtel der Wahrheit, im Griechischen aletheia. Man könnte sagen, das ist der „Inhalt“ bzw. das „Unverborgene“ und das wäre wahr und richtig. Aletheia kann sich auf die Wahrheit beziehen, und das ist ein wichtiges Element davon. Wir müssen uns zur Wahrheit bekennen.

Aber es ist mehr als nur der Inhalt oder das Unverborgene, denn später kommt ein weiteres Teil der Waffenrüstung, das sich das „Schwert des Geistes“ nennt; das ist das Wort Gottes. Wir reden also weniger über die Tatsache, dass wir in den Kampf ziehen und hier das Wort Gottes schwingen, und nicht so sehr über aletheia als Wahrheit, Inhalt oder Unverborgenes als über aletheia als Wahrhaftigkeit, als Einstellung. Mit anderen Worten geht es darum, dass wir uns ernsthaft für den Kampf engagieren. Weil wir die Wahrheit glauben, weil wir die Wahrheit lieben, ziehen wir in den Krieg für die Wahrheit. Wir zurren alle losen Enden fest. Das ist Aufrichtigkeit, wenn man so möchte, Wahrhaftigkeit, Integrität, wahre Hingabe. Es ist nicht so sehr Inhalt als Bekenntnis und Engagement. Worum es hier wirklich geht, ist die Einstellung. Wir haben ein kampfbereites Herz. Wir sind nicht unvorbereitet dort draußen. Wir haben alle losen Enden zusammengerafft. Wir haben die Schärpe angelegt, die unsere Waffen enthält und uns zu Soldaten macht. Wir haben ein kampfbereites Herz. Wir sind uns der Kosten bewusst. Wie Jesus sagte, zieht niemand in den Krieg, ohne vorher Berechnungen anzustellen. Der wahre Christ liebt die Wahrheit und ist bereit, für die Wahrheit zu kämpfen. Wir werden den Glauben, der den Heiligen ein für alle Mal verliehen wurde, ernsthaft verfechten. Wir ziehen in den Kampf für die Wahrheit, aber in Wirklichkeit ziehen wir für unseren eigenen geistlichen Schutz in den Kampf.

Denkt daran, wir reden nicht so sehr von der Förderung des Evangeliums als davon, uns gegen Satan zu verteidigen. Meine Freunde, ihr werdet den geistlichen Kampf gegen euren furchterregenden Feind, mit dem ihr Tag für Tag konfrontiert werdet, nie gewinnen, wenn ihr euch für diesen Sieg nicht voll und ganz einsetzt. Sofern eure christliche Praxis sich einfach nur durch Untätigkeit auszeichnet, werdet ihr ein ständiger Verlierer sein. Wenn ihr mit all den losen Enden eures Lebens zufrieden seid, mit all den kleinen Sünden, wenn ihr mit eurem sporadischen Interesse am Gebet zufrieden seid, mit eurem sporadischen Interesse an Lobpreis, eurer Gleichgültigkeit gegenüber großartiger geistlicher Wahrheit, wenn ihr zufrieden seid mit eurem geringen Verständnis der Größe Gottes, wenn ihr zufrieden seid mit den Sünden in eurem Leben, dann seid ihr ein vorbelasteter Soldat, schlecht auf den Kampf vorbereitet - stellt euch darauf ein, eine Niederlage zu erleiden.

Um mit den Worten aus Hebräer 12 zu sprechen, und einer völlig anderen Metapher: Wenn ihr ein Rennen lauft, müsst ihr die Gewichte ablegen, die euch belasten. Hundermeterläufer tragen in der Regel keine Jacke. Man legt alles ab, was einen belastet.

Das ist genau das, was der Apostel Paulus sagt. Er sucht nach jenem aufrichtigen Engagement, sine cera, eine lateinische Begrifflichkeit, die „ohne Wachs“ bedeutet. Das bedeutet es, „ohne Wachs“. Woher kommt das? Wenn man jener Zeit Töpfe herstellte, wurden diese gebrannt … und manchmal zerspringt ein Topf, wenn man ihn brennt. Ein Topf mit einem Sprung konnte nicht verkauft werden, aber skrupellose Leute nahmen Wachs und füllten den Sprung, deckten ihn ab, übermalten ihn und verkauften den Topf. Wenn jemand ihn dann das erste Mal auf den Herd stellte und etwas hineintat, schmolz das Wachs und alles lief aus dem Riss heraus. Aber jemand, der aufrichtig ist, übertüncht seine „Risse“ nicht. Diese Menschen schmelzen nicht und werden nutzlos, wenn es brenzlig wird.

Und Jesus ist natürlich ein perfektes Vorbild dafür. Und Paulus folgte seinem Vorbild und ist ein großartiges Vorbild für jemanden, der wie ein Soldat in den Krieg zieht - bereit, sich allem zu widersetzen, das ihm begegnet. Er sagt zu den Korinthern: „Mein Gewissen ist rein“, 2. Korinther 1,12. „Ich weiß, dass ich in gottesfürchtiger Aufrichtigkeit und geistlicher Integrität bei euch gelebt habe.“ Das ist so wichtig. Er sagt: „Ich habe ein Leben schändlicher Heimlichkeiten abgelehnt.“ Selbes Buch, Kapitel 4.

Wie sehr wollt ihr gewinnen? Das ist die Frage. Ich bin wirklich überzeugt, dass die meisten Christen den geistlichen Kampf in ihrem Alltag verlieren, weil ihnen der Sieg nicht wirklich wichtig ist. Es ist ihnen nicht so wichtig. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich mich noch an etwas erinnern, das ich im Laufe der Jahre in meinen Gedanken immer wieder durchgespielt habe. Vor vielen, vielen Jahren lief ich bei einer Leichtathletikveranstaltung. Ich war Student und eigentlich American-Football-Spieler, spielte aber auch Baseball und alles Andere, was mir Spaß machte. Aber ich war schnell genug und so kam ich zu den Läufern. Einmal liefen wir bei einer Staffel namens „The Orange County Invitational Relays“, an der 35 Universitäten teilnahmen. Und ich sollte damals die 100m und die 200m laufen, hundert und zweihundertzwanzig, an zwei Sprungdisziplinen teilnehmen und dann in der 4x400m-Staffel laufen. Und ich hatte eine der großartigen Erfahrungen meines Lebens. Ich rann an zweiter Stelle, denn der erste Läufer läuft an die Spitze, der zweite kann die Führung verlieren und dann gibt es immer noch zwei Läufer, die das wettmachen können. Also wurde der schwächste Läufer auf den zweiten Platz gesetzt. Ich war ein Baseball-Spieler unter Läufern. Aber ich werde nie einen meiner Mannschaftskameraden vergessen. Ich rann auf dem besten Streckenabschnitt. Der erste Läufer lag an der Spitze, wir kamen rein, wir liefen gegen acht andere Universitäten im Finale. Kamen an erster Stelle rein, perfekte Übergabe des Staffelstabs, ich erhielt die Führung aufrecht, kam zurück und übergab an meinen Freund. Wir hatten eine gute Chance, diese letzte Disziplin des Tages zu gewinnen. Er musste lediglich möglichst weit vorne bleiben, wir hatten einen unglaublich schnellen letzten Läufer, und wir würden gewinnen.

Er lief um die halbe Bahn und lief seinen Streckenabschnitt. Der erste Läufer und ich hatten unser Bestes gegeben in unserem Lauf, unser schnellster und letzter Läufer wartete. Nach einer halben Runde hielt unser dritter Läufer an, ging von der Bahn und setzte sich auf das Gras. Ich werde das nie vergessen. Ich habe ihn vor einigen Jahren sogar gesehen und wurde schon bei seinem Anblick wütend, wisst ihr. Ich musste ihn um Vergebung bitten. Ich erinnerte mich an jenen Moment und konnte es einfach nicht glauben. Und ich lief über das Gras, dachte, er hätte sich vielleicht etwas eingetreten oder die Achillessehnen gezerrt oder sonst was. Und ich werde es nie vergessen. Ich sagte zu ihm: „Ted, was ist passiert?“ Er antwortete: „Ich weiß nicht, mir war einfach nicht nach Laufen.“

Wirklich! In jenem Moment verspürte ich einen starken Impuls, dem ich … dem ich mit großer Mühe widerstand. Ich denke, es gibt viele derartige Menschen. Übrigens fand ich später heraus, dass er bei einem Weitsprungwettkampf mitmachte und bei jedem Sprung eine Sprungtechnik aus dem Baseball benutzt hatte. Es war ein rundum schlechter Tag und er wurde für jeden Sprung disqualifiziert, weil er die Absprungmarke immer überschritt.

Für manche Menschen ist das Leben einfach so. Mir war nicht nach Laufen zumute. Wenn euch der geistliche Kampf gleichgültig ist, glaubt mir, dann werdet ihr ihn verlieren und ihr werdet trübsinnig leben und die Chance auf eine ewige Belohnung, auf Nützlichkeit, auf Freude und Seligkeit verschwenden. Wenn ein Gläubiger sich so wie ein Soldat engagiert, um mit den wunderbaren Worten von Paulus in 2. Timotheus Kapitel 2 zu sprechen, an die ihr euch sicherlich erinnert: „Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi. Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in den Dienst gestellt hat.“ Betrachtet euer ganzes Leben aus der Perspektive eines Soldaten.

Wisst ihr, wenn man zum Militär geht, kommt nicht einfach jemand und sagt: „Hi, wir möchten gerne, dass du für unsere Streitkräfte kämpfst. Könntest du das wohl in deiner Terminplanung für diese Woche berücksichtigen? Wenn es dir möglich ist, möchten wir gerne, dass du jeden Tag für eine Weile da bist.“ Machst du Witze? „Und übrigens, wenn du kommst, möchten wir, dass du die Uniform trägst, die wir dir geben, wäre das in Ordnung?“ Machst du Witze?

Wenn jemand zum Militär geht, muss er dort rund um die Uhr verfügbar sein, für die gesamte Zeit beim Militär. Du bist ein Soldat und nichts Anderes als ein Soldat. Das ist alles, was du bist, nicht mehr und nicht weniger. Und so ist es auch in diesem geistlichen Kampf. Du legst [die Schärpe] an, umgürtest dich und zurrst fest. Du gehst in den Kampf, weil du so bist. Du bist ein Soldat und kämpfst in einem Krieg. Du setzt dich für Gehorsam ein, für den Kampf gegen den Feind in der Stärke Christi. Engagement um jeden Preis.

Ich möchte hier über ein zweites Teil der Waffenrüstung reden, das wir ebenfalls in Vers 14 finden. „… und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit … dem Brustpanzer der Gerechtigkeit.“ Hingabe ist wichtig. Hingabe ist unverzichtbar, Engagement ist unverzichtbar, es ist notwendig, aber es muss durch den Brustpanzer der Gerechtigkeit unterstützt werden. Es wäre schön, wenn ihr ein römischer Soldat wärt, euren Gürtel anlegen und alle Ecken hochziehen würdet, eure Mini-Tunika einsatzbereit machen würdet. Es gibt keine losen Enden. Es ist euch ernst, ihr seid engagiert, aber ihr könnt euch nicht einfach in die Schlacht stürzen, bevor ihr nicht noch etwas Anderes angelegt habt, und das ist der Brustpanzer. Es ist schwer, die relative Bedeutung der verschiedenen Teile der Waffenrüstung zu unterscheiden, deshalb will ich das gar nicht erst versuchen. Wir sehen sie vielleicht einfach in der Reihenfolge, in der ein Soldat sie anlegen würde, aber das stimmt vielleicht nicht einmal unbedingt, denn es wäre schwer, die Sandalen anzuziehen, wenn man den Brustpanzer bereits trägt. Ich glaube deshalb, dass man die Sandalen wahrscheinlich angezogen hätte, nachdem man die Tunika einsatzbereit gemacht hatte, oder vielleicht sogar davor. Hier geht es also nicht um Prioritäten oder Abfolgen. Alle Teile sind unverzichtbar und gleichermaßen notwendig.

Aber es gibt etwas beim Brustpanzer der Gerechtigkeit, das überaus wichtig ist, denn der Brustpanzer schützt den verletzlichsten Teil des Körpers eines Soldaten. Manchmal trug ein römischer Soldat einen Brustpanzer aus sehr schwerem Leinen, an den einander überlappende Teile angefügt waren, manchmal aus Eisen und andere Male aus Horn. Aber meistens wurde er offensichtlich aus Metall gemacht, manchmal gewebtem Kettenmetall, das sehr, sehr schwer war. Manchmal wurde gewebtes Kettenmetall durch Metallringe miteinander verbunden und manchmal war es ein dünn gehämmertes Metallblech. Und wir haben das gesehen, nicht wahr? Wir wissen nicht wirklich, welche Art von Mann sich hinter dem großen, gegossenen, römischen Brustpanzer aus Metall befindet. Kein römischer Soldat hätte erwägt, in die Schlacht zu ziehen, ohne dass seine lebenswichtigen Organe geschützt wären. Ein Schuss in den Oberschenkel lässt sich verkraften, auch ein Schuss in den Arm oder in die Schulter, aber wenn ihr hier angeschossen werdet, ist das wirklich ernst; schützt eure lebenswichtigen Organe.

Und was ist der Brustpanzer? Gerechtigkeit. Das ist es, was uns von den Pfeilen und Speeren und Schwertern und den vernichtenden Schlägen der Hämmer, die im Kampf geschwungen wurden, schützt. Gerechtigkeit schützt unsere lebenswichtigen Bereiche.

Worüber reden wir hier? Über was für eine Art von Gerechtigkeit reden wir? Nun, um welche Art von Gerechtigkeit geht es hier? Es gibt nur eine Art von Gerechtigkeit, denn Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit. Und die einzige Gerechtigkeit, die uns beschützen wird, ist wahre Gerechtigkeit und die einzig wahre Gerechtigkeit gehört Jesus Christus.

Reden wir also von zugerechneter Gerechtigkeit? Reden wir über die Gerechtigkeit, die uns durch unseren Glauben in Christus zugerechnet wird, über die Paulus zum Beispiel in Philipper 3 spricht, wenn er sagt, er habe Gerechtigkeit gefunden, aber nicht seine eigene, sondern die Gerechtigkeit aus Gott, die ihm aufgrund des Glaubens in Christus zuteil wird? Reden wir über jene forensische Gerechtigkeit, durch die wir vor Gott für gerecht und rechtschaffen befunden werden? Ist es das, worüber wir sprechen? Reden wir wieder über zugerechnete Gerechtigkeit, die unsere gesamte Gerechtigkeit, die wie ein beflecktes Kleid ist, bedeckt - Jesaja 64,6 (5)?

Ich glaube nicht. Ich glaube nicht. Andernfalls müssten wir sie nicht anlegen, nicht wahr? Weil wir sie schon anhätten. Wir haben bereits zugerechnete Gerechtigkeit. Wir haben eine Gerechtigkeit, die uns von Gott gewährt wurde und uns tadellos über die Verdammnis hinaus macht, und diese Gerechtigkeit ist von Christus. Durch Glauben und Gnade wird sie unsere Gerechtigkeit. Sie ist ein Geschenk Gottes. Ich liebe diesen Text von Graf Zinzendorf, die mährische Hymne, die übrigens von Wesley übersetzt wurde: „Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.“ Und dann schrieb er: „Ich glaub an Jesum, welcher spricht: Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht. Gottlob, ich bin schon frei gemacht, und meine Schuld ist weggebracht. Du Ehrenkönig Jesu Christ, des Vaters ein'ger Sohn du bist. Erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält.“

Ja, das haben wir. Wir haben jene zugerechnete Gerechtigkeit, die uns gutgeschrieben wird. Darum geht es hier nicht. Das legt man nicht selbst an, das legte Gott uns an, als wir errettet wurden. Aber die Theologen haben immer wieder über zugerechnete Gerechtigkeit und verliehene Gerechtigkeit gesprochen. Zugerechnete Gerechtigkeit und verliehene Gerechtigkeit. Ja, wir haben durch Gott eine Gerechtigkeit, die nicht unsere eigene ist, sondern Christus gehört. Aber wir sind auch gehalten, gerechtes Verhalten an den Tag zu legen, z.B. in Philipper 2, Vers 12: „Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ Jetzt hat Gott euch eine verliehene Gerechtigkeit gegeben und mit dieser verliehenen Gerechtigkeit zum Zeitpunkt euerer Errettung hat er euch auch den Geist Gottes gegeben, hat er euch neues Leben in der Erneuerung gegeben. Jetzt seid ihr sowohl fähig als auch verantwortlich dafür, die Gerechtigkeit umzusetzen, die euch gegeben wurde. Erneuerung, Wiedergeburt, Errettung, Bekehrung machen das möglich, machen die Verleihung einer praktischen Gerechtigkeit in Fragen des alltäglichen Lebens wirklich. Darum geht es hier.

Er sagt: „Wenn ihr erwartet, in den Kampf zu ziehen, müsst ihr bereit sein, ihr müsst engagiert sein, ihr müsst euch dafür einsetzen, ergeben sein und verstehen, dass ihr Soldaten seid. Zurrt die losen Enden fest, aber schlagt diesen Weg nicht ein, wenn ihr in eurem Lebenswandel Gott nicht gehorsam seid.“ Das ist das Fazit. Eine heilige Lebensweise ist der Brustpanzer der Gerechtigkeit.

Wenn es eine Schwachstelle in eurer Waffenrüstung gibt, einen schwachen Punkt, Sünden, Ungehorsam, eine falsche Einstellung, wenn es nicht bekannte, nicht gebüßte Sünden gibt, seid ihr verletzlich. Wenn ihr mit dem Gedanken an Sünden in eurem Leben spielt und aggressiv werdet und ihr in eine geistliche Auseinandersetzung geratet und zum Angriff übergeht, um Seelen aus dem Reich der Finsternis zu retten, und ihr einige Probleme in eurem Leben habt, derer ihr euch noch nicht angenommen habt, glaubt mir, dann zieht ihr ohne den Brustpanzer der Gerechtigkeit los. Das ist meinen Freunden passiert.

Ich hatte einen Freund in der Oberschule, der Jugendgruppenleiter in seiner Gemeinde war. Wir spielten gemeinsam Fußball und arbeiteten zusammen. Und in seinem ersten Jahr an der Uni, ich kannte ihn recht gut, in diesem ersten Jahr erlitt er einen moralischen Einbruch, weil es Dinge gab, die ich in seinem Leben als Oberschüler sehen konnte, die nicht angepackt wurden.

Ich ging weg, an eine Universität. Ich hatte einen Freund, mein Vater hatte einen Freund, die Pastoren-Buddies waren. Sein Sohn und ich wurden Freunde, wir liefen tandem in derselben Verteidigungsposition beim American Football. Wir trugen gemeinsam quasi eine Art tödlichen Nahkampf aus, und dabei lernt man jemanden ziemlich gut kennen. Er sagte, er wolle Pastor werden. Er war damals Jugendpastor und ich ebenfalls, und wir tauschten regelmäßig Erfahrungen aus und unterhielten uns darüber, was wir unterrichteten. Ich ging an die theologische Hochschule, er ging an die Universität, erlangte seinen Doktortitel, erlag mehr oder weniger einem schrecklichen Laster und verschwand. Ich weiß nicht einmal, wo er ist. Ich ging zur theologischen Hochschule. Ich war mit dem Sohn des Dekans dieser Hochschule befreundet. Auch er erlag einem Laster und ging für die Förderung des Reiches verloren.

Man kann zwar sagen, ich will in den Dienst eintreten, aber wenn ihr in das Reich der Finsternis eindringen und aggressiv werden wollt, solltet ihr besser sicher gehen, dass ihr geschützt seid, denn sonst seid ihr wirklich verletzlich. Es reicht nicht, einfach aggressiv zu sein, es reicht nicht, sich einfach zu engagieren. Ihr müsst dafür sorgen, dass ihr dieser sehr klaren und einfachen Anweisung folgt. Es ist nicht schwer zu verstehen, was Paulus in 2. Korinther Kapitel 7 meint. Hört auf seine Worte. Vers 1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht.“

Es ist wichtig für uns … in den früheren Abschnitten sprach er übrigens davon, nicht mit Ungläubigen zu verkehren, nicht mit Ungläubigen in einem fremden Joch zu ziehen. Wenn Satan Sünde sieht, hält er in dieser Nische Einzug. Ihr werdet verletzlich, wenn das System der Welt für euren schwachen Punkt attraktiv erscheint. Und der kleinste Schwachpunkt kann auf sehr verhängnisvolle Weise ausgenutzt werden.

Legt die Waffenrüstung an. Das beginnt mit Engagement und erfordert Gerechtigkeit. Ich möchte aufhören, indem ich euch Römer 13,11 vorlese, denn hier wird auf andere Weise noch einmal ausgedrückt, was ich gerade gesagt habe. Römer 13,11 : „Und dieses sollen wir tun als solche, die die Zeit verstehen, daß nämlich die Stunde schon da ist, daß wir vom Schlaf aufwachen sollten; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden.“

Er sagt: „Seht, wir sind dem Ende näher, als wir es je waren.“ Sie waren es und wir sind es. Es ist Zeit, aufzuwachen. Es ist Zeit, euren Gürtel anzulegen und in den Kampf zu ziehen. Die Nacht ist fast vorbei. Der Tag ist nahe. Lasst uns deshalb die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anlegen. Die Waffen des Lichts und das Ablegen der Werke der Finsternis sind nur eine Umschreibung für den Brustpanzer der Gerechtigkeit. Was bedeutet das? Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid. Und wenn ich sage, legt die Waffen des Tages an oder wenn ich sage, legt den Brustpanzer der Gerechtigkeit an, meine ich damit Vers 14. „Legt wen an? Den Herrn Jesus Christus.“ Reicht dem Fleisch in Bezug auf seine Gelüste nicht einmal den kleinen Finger. Vielleicht habt ihr das Engagement oder den Eifer, vielleicht sagt ihr sogar: „Ja, ich will auf eine theologische Hochschule, ich will mich ausbilden lassen, ich will dem Herrn dienen“, aber der Brustpanzer muss dabei getragen werden. Und es ist erstaunlich, wie schwer es ist, den anzubehalten. Er fällt so leicht ab. Wir gehen durch das Leben, heben den Brustpanzer auf und versuchen, ihn vor dem nächsten Angriff wieder anzulegen. Legt ihn an, legt ihn an. Er ist die Waffe des Lichts gegen die Finsternis. Das bedeutet im Wesentlichen, zieht den Herrn Jesus Christus an, er ist das perfekte Vorbild für Gerechtigkeit.

Nächstes Mal werden wir darüber reden, wie unsere Füße vorbereitet werden.