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Der Titel unserer Diskussion ist die Befreiung des Christen. Ich weiß nicht, ob euch das schon mal geschehen ist, aber kürzlich habe ich eine der großartigsten Definitionen der Freiheit gehört, die jemals verfasst wurden. Wenn ihr aufmerksam zuhört, werdet ihr sicherlich feststellen, dass ihr das schon mal gehört habt. Freiheit ist nur ein anderes Wort für Datsun. Habt ihr das schon mal gehört? Das ist ziemlich clever. Abgesehen von der Tatsache, dass solch eine Definition so gehaltlos ist, dass es mir die Sprache verschlägt. Das Konzept der Firma auf der Madison Avenue, die sich das ausgedacht hat, ist ziemlich raffiniert. Denn dieser Slogan trifft unsere Welt mitten zwischen den Augen.

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Männer und Frauen nach Befreiung streben. Und es gibt noch etwas Neues. Ich weiß nicht, ob ihr das schon mal gesehen habt. Die Emanzipation der Kinder. Heutzutage heißt die Devise „Freiheit“. Der Schlachtruf lautet „Befreiung“. Das Manifest der Freiheitsbewegung ist „Jeder tue, wonach ihm der Sinn steht“. Jegliche Autorität wird angeprangert und niedergemacht. Jeder soll in der Lage sein, auf eine einzige Sache zu reagieren – die Begierden des eigenen Herzens. Jeder sollte genau das tun können, was er will, und Egoismus ist, wie immer, der Antrieb, der dahinter steckt.

Aber ehrlich gesagt ist das nicht wirklich Freiheit im biblischen Sinne, denn Jesus sagte in Johannes 8,34: „Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Und ein Datsun befreit uns nicht. Und die Emanzipation von Frauen oder Kindern oder was auch immer tut das auch nicht, aber Jesus sagte Folgendes: „Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.“ Freiheit kommt in Jesus Christus. Das ist das Manifest des Christentums.

Und das Christentum ist Freiheit. Das Christentum ist Befreiung. Ich vermute, das macht es Christen so schwer, die aktuellen Freiheitsbewegungen zu verstehen - wir können Knechtschaft nicht wirklich nachvollziehen. Nicht, wenn wir unsere Freiheit wirklich in Christus ausdrücken. Schlagt einmal den Galaterbrief auf; dort haben wir schon mehrfach gesehen, dass wir befreit wurden. Paulus zeigt uns hier natürlich, dass es nicht mehr nötig ist, sich beschneiden zu lassen und sich an die Verhaltensregeln und Rituale und Zeremonien des legalistischen Judaismus zu halten. Wir sind in Christus von all dem befreit worden.

In Galater Kapitel 2,4 spricht er über die Tatsache, dass sich „falsche Brüder […] hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten.“ Die Christen in Galatien wurden in Christus befreit und es gab Leute, die versuchten, sie zu einer Art legalistischer Knechtschaft zurückzuführen. In Galater 4,21-31 finden wir dann eine ganze Allegorie, die das christliche Leben als Freiheit definiert. Diese Allegorie schließt in Vers 31 mit den Worten: „So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der [leibeigenen Magd]“, das bezieht sich auf Hagar, „sondern der Freien.“ Paulus hat also keine Mühen gescheut, um uns die Tatsache zu präsentieren, dass Christen befreite Menschen sind. Wir sind freie Menschen. Wir wurden befreit von allen Arten externer Knechtschaft.

Und besonders im Brief an die Galater hat er dabei die zeremoniellen Riten im Sinn, die den Judaismus ausmachen. Wenn wir von unserer Freiheit in Christus reden, müssen wir das definieren, denn das ist ein Ausdruck, der leicht entgleisen kann, wenn wir nicht vorsichtig sind und keinen Bezug zu irgendeiner Form von biblischer Definition herstellen. Wenn wir also sagen, wir sind frei, wenn ich als Christ sage, ich wurde befreit, was meine ich dann? Was ist christliche Freiheit, was beinhaltet sie und wie funktioniert sie? Mit diesen Fragen werden wir uns heute Abend beschäftigen. Lasst uns zunächst diese drei Fragen betrachten.

Erstens, was ist christliche Freiheit? Was bedeutet es, wenn ich sage, ich bin frei in Christus? Das ist sehr wichtig und läuft im Prinzip auf eine Zusammenfassung unserer vergangenen Studien hinaus. Galater Kapitel 5,1, mit dem wir uns vor einigen Wochen befasst haben, sagt Folgendes: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“ Dieser Vers besagt buchstäblich Folgendes: Für Freiheit hat Christus uns befreit, steht deshalb fest in dieser Freiheit und lasst euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft einspannen. Für Freiheit hat Christus uns befreit.

Christus hat uns befreit, damit wir freie Menschen sind. Im Galaterbrief bedeutet das, dass wir frei vom Gesetz sind. Wir sind frei vom Gesetz. Es ist die Freiheit des Gewissens. Die Freiheit von der Tyrannei eines Rechtssystems. Freiheit von dem schrecklichen Druck und Frust, ein Regelwerk einzuhalten, das wir nicht einhalten können. Wir wurden befreit. Deshalb ist die Freiheit, die ein Christ erfährt, zumindest anfänglich in unseren Gedanken—Freiheit von dem bedrückenden Bewusstsein, dass wir nie an Gott heranreichen können.

Aber ich unterliege dieser Knechtschaft nicht mehr, weil ich in Christus dem Anspruch gerecht werde. Gott nimmt mich in seinem Geliebten an. Wie wir bereits gesehen haben, waren die Galater zu reifen Söhnen gemacht worden, zu freien Menschen, denen der Heilige Geist innewohnte, die nicht mehr von externen Zwängen gefesselt waren, sondern frei waren im Geist, um gemäß ihrer eigenen Reife zu handeln und ihre eigene Freiheit aus ihrem Inneren heraus auszuleben. Das ist das Thema von Paulus. Christentum ist keine Sklaverei. Christentum ist keine Versklavung durch ein religiöses System. Christentum ist absolute Freiheit.

Und das haben wir immer wieder gesehen. Wir wurden zum Beispiel durch Jesus Christus von der Ausführung des ermüdenden, schonungslosen religiösen Rituals erlöst.  Und deshalb widersetze ich mich innerlich jeder Form von förmlichem Ritual in der Gemeinde und wehre mich mit Händen und Füßen dagegen. Denn das ist ein Teil dessen, wovon wir befreit wurden, nicht wahr? Der Alte Bund beruhte auf Gesetzen, war extern, und wurde gegeben, um zu demonstrieren, was wahre Heiligkeit ist, und den Menschen zu zeigen, dass sie die nicht erreichen könnten. Sie hatten alle äußerlichen Symbole, um das Opfer zu verkörpern, das für die Sünde erforderlich war. Es gab Bilder des Opfers, das noch kommen sollte, und nachdem dieses Opfer einmal gekommen war, waren die Symbole nicht mehr nötig.

Christliche Freiheit bedeutet dann also, alles zu nehmen, das Christus uns bietet, frei davon zu sein, rechtliche Verhaltensregeln einzuhalten, um Gott zu gefallen und befreit zu werden von dem Frust, dazu nicht fähig zu sein. Frei zu sein von externen Rechtsvorschriften, die ich einhalten muss. Frei zu sein, einfach durch das Überströmen des Heiligen Geistes, der in mir wirkt, zu handeln. Christliche Freiheit. All das kommt durch Glauben an Jesus Christus.

Paulus sagt im Galaterbrief, eine Rückkehr zur Beschneidung ist unnötig. Es ist nicht mehr nötig, zu Zeremonien zurückzukehren. In Kapitel 4,10 sagt er sogar, ihr habt einen Rückschritt gemacht, ihr beobachtetet Tage und Monate und Zeiten und Jahre, und ich fürchte, dass ich vielleicht vergeblich gearbeitet habe. Ihr kehrt zurück zu Dingen, die vorbei sind. Kein Ritual mehr, keine Zeremonie mehr, keine Beschneidung mehr. Ihr seid alle frei von diesen externen Zwängen.

Das ist wahr und ich füge das hinzu, weil es wichtig ist. Es ist wahr, dass das moralische Gesetz Gottes sich nicht verändert hat. Und auch die Verpflichtung des Gläubigen gegenüber diesem moralischen Gesetz hat sich nicht verändert. Ich rede hier vom Gesetz im Allgemeinen und von zeremoniellen Ritualen, aber das Gesetz ist auch moralisch Teil unserer Freiheit und das werde ich in einigen Minuten erklären. Der Apostel Paulus zog umher und verkündete all diese Lehren über Freiheit und das war für die Juden schwer zu schlucken. Das war ein echter Stolperstein, weil die Juden ihr ganzes Leben unter dem Rechtssystem verbrachten. Und sie waren stolz darauf, dass sie das Gesetz einhielten.

Darüber hinaus glaubten die Juden, und das ist wichtig, das Einzige, was Menschen wirklich und rechtmäßig daran hindert, ungezügelt zu sündigen und ihrer Leidenschaft zu frönen, sei das Gesetz. Versteht ihr, was ich meine? Die Juden glaubten, der einzige Weg, die Sünde in Schach zu halten, bestünde darin, Vorschriften zu erlassen. Und wisst ihr was? Zu damaligen Zeiten stimmte das auch. Absolut. Der einzige Weg, die Sünde zu stoppen und alle Menschen davon abzuhalten, ihre Leidenschaften einfach ungezügelt auszuleben, bestand darin, Vorschriften und sehr strenge Strafen zu erlassen. Was war die Strafe für Ehebruch und derartige Dinge im Alten Testament? Der Tod. Und im Alten Bund war das der Weg, die Sündhaftigkeit im Leben eines Menschen in Schach zu halten, sogar eines Menschen, der sich Gott ergeben hatte - es wurden Vorschriften und so strenge Strafen erlassen, dass man damit jedem Menschen Furcht einflößte.

Und hier kommt der Apostel Paulus und schwebt förmlich in die Stadt und sagt: „Ihr sollt alle wissen, dass ihr befreit seid. Keine Regeln mehr.“ Ein durchschnittlicher Jude würde sagen: „Einen Moment mal. Wie kannst du das sagen?“ Denn überall wird es ungezügelte Leidenschaft geben. Wenn man all die kleinen Regeln aufhebt, gibt es nichts mehr, um Lasterhaftigkeit in Schach zu halten. Versteht ihr, warum er sich so fühlte? Die Antwort ist einfach. Der ungläubige Jude verstand nicht, was es bedeutete, errettet zu sein und dann den Heiligen Geist in sich zu haben. Wenn ihr in euren Bibeln 2. Thessalonicher Kapitel 2 lest, werdet ihr feststellen, dass der Heilige Geist als derjenige bezeichnet wird, der das Böse in Schach hält. Habt ihr das schon mal gelesen?

Deshalb ist es jetzt für mich als Gläubigen unnötig, eine ganze Liste mit Gesetzen und Vorschriften zu haben. Ich trage denjenigen, der mich vom Bösen abhält, in mir. Und übrigens ist seine Kraft in mir viel größer als meine eigene Fähigkeit, mir selbst vor der Mauer irgendeines Gesetzes Einhalt zu gebieten. Für diejenigen, die daran gewöhnt sind, das Gesetz und die Einhaltung des Gesetzes als den einzigen kontrollierenden Faktor, der uns von Lasterhaftigkeit und der ungezügelten Herrschaft der Sünde abhält, zu betrachten, ist das also leicht zu verstehen. Und für diejenigen, für die ein streng moralisches System alles bedeutete, war die Lehre der christlichen Freiheit eine echte Bedrohung.

Und es ist offensichtlich, dass sie Paulus des Antinomianismus beschuldigten. Das ist Gesetzlosigkeit, die Lehre des Libertinismus, die einfach jedermann freien Lauf ließ. Nun, wir sind alle Christen und können tun, was wir wollen. Die Judaisierer, die die Galater verwirrt hatten, hatten Paulus also vorgeworfen, Gottes moralisches Gesetz abzulehnen. Aber das hatte er keineswegs getan. Er hatte einfach gesagt, dass Gottes moralisches Gesetz sich jetzt im Inneren der Menschen befinde. Sie verstanden das nicht. Sie verstanden nicht, dass die Dinge sich nach innen verlagert hatten, seit Christus Einzug gehalten hatte.

Hört jetzt gut zu. Vom Alten Bund und dem Gesetz Mose zum Neuen Bund und dem Gesetz Christi hat sich nicht eine einzige Sache an der Gesinnung Gottes verändert. Glaubt ihr, dass Gott heutzutage dieselben moralischen Grundsätze hat wie damals? Glaubt ihr, dass Gott heutzutage dieselbe Moral hat wie damals? Ja, absolut. Es gibt keinen Unterschied. Der einzige Unterschied ist, dass wir als Christen nicht unter der Knechtschaft und Sklaverei eines externen Systems mit Furcht einflößenden Ergebnissen leben. Wir leben unter den inneren Zwängen des in uns wohnenden Heiligen Geistes.

Und deshalb reagieren wir nicht auf einen Verhaltenskodex. Wir reagieren auf eine Person. Seht ihr den Unterschied? Das ist wichtig. Das Gesetz war in moralischer Hinsicht nicht außer Kraft gesetzt worden. In zeremonieller Hinsicht könnt ihr es in Stücke reißen. Lest einmal Apostelgeschichte 10; dort werdet ihr das sehen. Der Herr sagte zu Petrus, beseitige alles. Iss, was du willst, und leb in Saus und Braus. Es ist vorbei, die ganzen Zeremonien. Warum? Hört gut zu, das zeremonielle Gesetz hatte zwei Funktionen. Erstens, Israel zu einer besonderen Nation zu machen, nicht wahr? Sie mussten Dinge tun, die niemand sonst tun musste, damit sie sich vom Rest absetzten.

Zweitens, um als Abbild des künftigen Opfers des Messias zu dienen. Als das Opfer des Messias erst einmal dargebracht worden war, war das Abbild nicht mehr erforderlich. Also gab es nur noch einen Grund. Und dieser eine Grund bestand darin, Israel als Nation abzusondern, aber nachdem die Gemeinde etabliert war, gab es Israel als abgesonderte Nation nicht mehr. Die Juden und die Heiden wurden was? Eins in Christus. Also wird das zeremonielle Gesetz außer Kraft gesetzt, weil es nur der einzigartigen Identität Israels diente. Zweitens war es nur eine Abbildung des Messias, der kommen sollte.

Nachdem der Messias gekommen war, bestand der zweite Grund nicht mehr. Als die Gemeinde ins Leben gerufen wurde, bestand der erste Grund nicht mehr. Aber das moralische Gesetz Gottes hat sich nie verändert. Durch den Heiligen Geist in eurem Leben wird Gott jetzt in der Lage sein, das zu bewirken, was er im Gesetz Mose im Alten Testament bewirken wollte. Paulus gibt also nicht nur eine positive Definition dessen, was christliche Freiheit ist, sondern definiert es hier sehr deutlich in Versen 13-16. Das Gesetz wurde nicht außer Kraft gesetzt. Es verlagerte sich einfach nach innen und wurde innerlich durch göttliche Kraft erfüllt, statt den externen Versuch zu unternehmen, es durch menschliche Kräfte zu erfüllen.

Er wurde anscheinend beschuldigt, ein Antinominianer zu sein. Das kommt einfach von dem Wort anti, das „gegen“ bedeutet, und nomia kommt von nomos, was im Griechischen „Gesetz“ bedeutet – er war also gegen das Gesetz. Das warf man ihm vor und deshalb will er eine Antwort auf diesen Vorwurf geben. Und so zeigt er in Versen 13-16, dass das Christentum nicht gegen das moralische Gesetz Gottes ist. Ich möchte euch nur eine kleine Analogie geben, damit ihr das besser versteht.

Wenn ihr darüber nachdenkt, wie ihr das ausdrücken könnt. Ich glaube, es war einer der Kommentatoren, die ich gelesen habe, der diesen Gedanken andeutete. Vielleicht war es Hendrickson. Aber das Christentum ähnelt einer schmalen Brücke und es ist eine Brücke, die einen Ort überbrückt, an dem zwei Ströme zusammenfließen. Einer dieser Ströme ist ein kristallklarer, glänzender Strom, der jedoch tückische und tödliche Stromschnellen enthält. Der andere Strom ist ein verunreinigter, schmutziger, schlammiger, stehender, scheußlicher Morast.

Strom Nummer eins, der so rein und glänzend und tödlich ist, ist der Legalismus. Er kommt daher wie großartige Gerechtigkeit, nicht wahr? Aber ihr könnt euch darin nicht an der Oberfläche halten, er wird euch töten. Er wird euch an seinen Felsen zerschmettern. Aber der andere Strom, der verschmutzte, ist Libertinismus. Wenn ihr dort reinfallt, werdet ihr in dem Dreck untergehen. Der Christ wahrt also die Balance auf der Brücke, zwischen der Zerstörung des Legalismus und dem Untergang im Unrat des Libertinismus. Der Gläubige darf nie das Gleichgewicht verlieren. Es gibt Christen, die in die Stromschnellen des Legalismus fallen und die daran zugrunde gehen.

Es gibt anderen Christen, die sich in den üblen Lastern des Libertinismus suhlen und bis zu dem Punkt verunreinigt werden, wo sie als letzter Akt der Disziplin ausgespuckt werden. In diesem Abschnitt in Versen 13-16 lest ihr, wie man es schafft, auf der Brücke zu bleiben. Die Brücke ist ein guter Ort. Bis jetzt hat Paulus über theologische Dinge geredet. Jetzt geht es ans Eingemachte, ans Praktische. Vincent Taylor schrieb sogar einmal: „Der Test eines guten Theologen ist, ob er ein Traktat schreiben kann.“ Das ist gut, nicht wahr? Es ist schön und gut, blumig über all diese mystischen Probleme reden zu können, aber könnt ihr auch mit einem Durschnittsbürger reden?

Paulus genügt diesen Anforderungen, glaubt mir. Er kann mit den besten Theologen Schritt halten und er kann auch auf unsere Ebene herabkommen, nicht wahr? Wir haben also gesehen, was christliche Freiheit ist. Es ist die Freiheit von den Fesseln des Gesetzes. Ich möchte mich hier an Paulus halten und euch anhand unseres Textes zeigen, was christliche Freiheit nicht ist. Was christliche Freiheit nicht ist.

Vers 13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder.“ Haltet hier bitte inne. Das ist grundlegend für das Leben eines Christen. Wir sind frei. Wir sind nicht mehr den Fesseln eines Rechtssystems unterworfen, wie er mehrfach wiederholt hat. Es gibt keinen Grund mehr, sich beschneiden zu lassen. Es gibt keinen Grund mehr, Feste und Neumond und den Sabbat einzuhalten. Wisst ihr, es gibt einige Menschen heutzutage, die alle möglichen Rituale wollen. Es gibt sogar einige Juden, die den Sabbat aufrechterhalten wollen und alle möglichen Dinge tun wollen. Das ist alles vorbei. Das ist alles erledigt. Das ist jetzt unnötig.

Die Tatsache, dass all diese Zeremonien abgeschafft werden, bedeutet jedoch keineswegs, dass wir unsere Moral verändern. Dass wir die Moral des Judaismus gegen irgendeine neue Art der Moral eintauschen. Keineswegs. Es bedeutet nicht, dass das, was Gott im Alten Testament als wahr hingestellt hat, plötzlich verblasst, und dass im Neuen Testament irgendein neuer Kram kommt. Nein. Jetzt passt bitte auf, der Inhalt von Gottes moralischem Gesetz verändert sich überhaupt nicht. Es gibt lediglich eine Veränderung in der Art und Weise, wie Gott die Erfüllung dieses Gesetzes herbeiführt. Vom externen, durch Furcht gesteuerten Impuls, zum internen. Vom Moralkodex zum innewohnenden Heiligen Geist. Das ist der Unterschied.

Ich möchte euch noch eine weitere Illustration geben. Schlagt in euren Bibeln einmal 2. Mose Kapitel 21 auf. Dieses Kapitel enthält eine sehr interessante Anweisung. In Kapitel 20 finden sich viele verschiedene Anweisungen im Zusammenhang mit den Zehn Geboten. Sie beinhalten alle möglichen Arten von Zeremonien. Am interessantesten finde ich Kapitel 21, Vers 1: „Und das sind die Rechtsbestimmungen, die du ihnen vorlegen sollst.“ Hier ist ein Teil des zeremoniellen Gesetzes.

„Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre lang dienen, und im siebten soll er unentgeltlich freigelassen werden.“ Im siebten Jahr soll man ihn gehen lassen, ihn freilassen, dann ist er auf sich gestellt. „Ist er allein gekommen, so soll er auch allein entlassen werden; ist er aber verheiratet gekommen, so soll seine Frau mit ihm gehen. Hat ihm aber sein Herr eine Frau gegeben, und diese hat ihm Söhne oder Töchter geboren, so soll die Frau samt ihren Kindern seinem Herrn gehören; er aber soll allein entlassen werden.“ Mit anderen Worten mussten diese sechs Jahre abgeleistet werden. Wenn er geheiratet hat und die Frau die Ehe erst in seinem dritten Jahr dort eingegangen ist, dann muss sie insgesamt ihre sechs Jahre ableisten. Das war der Standard.

In Vers 5 heißt es: „Wenn aber der Sklave erklärt:’Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht freigelassen werden‘, so soll ihn sein Herr vor Gott bringen und ihn an die Tür oder den Pfosten stellen, und er soll ihm seine Ohren mit einem Pfriem durchbohren, damit er ihm diene für alle Zeiten.“ Man legte einfach das Ohrläppchen gegen eine Tür und der Herr bohrte ein Loch rein. Der Ursprung des Ohrlochstechens.

Ihr fragt jetzt, was dadurch illustriert werden soll? Einfach Folgendes: Der Mann dient sechs Jahre lang aufgrund legalistischer Knechtschaft, weil er dazu gezwungen ist. Im siebten Jahr kann er gehen, er ist ein freier Mann. Wisst ihr, was er mit seiner Freiheit macht? Er sagt: „Ich will meine Freiheit nutzen, um dir zu dienen, weil ich was? Weil ich dich liebe.“ Passt jetzt gut auf. Es gibt absolut keinen Unterschied zwischen dem, was dieser Mann in den ersten sechs Jahren tat, und dem, was er für den Rest seines Lebens tun wird. Es ist alles Dienst. Der einzige Unterschied besteht worin? Der einzige Unterschied besteht darin, dass es kein externer Zwang mehr ist, sondern zu einem inneren Wunsch geworden ist. Seht ihr das?

Und als ihr errettet wurdet, hat Gott im wahrsten Sinne des Wortes ein Loch in euer Ohr durchstochen, weil der Moralkodex von Israel und Moses sich für Juden nie geändert hat. Wenn ihr Juden wärt, die gerettet wurden, war das, als sei euer Ohr durchstochen worden. Ein Jude hielt dasselbe Gesetz ein, aber wenn er errettet wurde, dann warf er diese Moral nicht einfach weg. Er begann dann, die Dinge nicht aus Furcht zu tun, sondern weil er seinen Herrn im Innersten liebte und die Fähigkeit und Energie des in ihm wohnenden Christus hatte, um seine Aufgaben zu erfüllen.

So ist das mit unserer Freiheit. Ihr könnt jetzt wieder zum Galaterbrief zurückgehen. Unsere Freiheit hat keinen wirklichen Bezug zur Moral oder den geistlichen Maßstäben Gottes. Unsere Freiheit hat mit dem Motiv zu tun. Ein ergebener Jude richtete sein ganzes Leben moralisch nach dem Gesetz Mose aus und nach den Zeremonien. Nach seiner Errettung legte er die Zeremonien ab, aber der Kodex der moralischen Wahrheit im Alten Testament würde sich nie ändern. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich zu irgendeinem Zeitpunkt, wenn er zu Christus kam, sein Grund für sein Verhalten änderte.

Und ich möchte euch noch etwas sagen. Während er in der Furcht des mosaischen Gesetzes lebte, versuchte er, dieses einzuhalten, konnte es aber nicht. Aber durch den in ihm wohnenden Christus wird er es einhalten. Wir sind also frei – nicht frei zum Ungehorsam, sondern frei, das Richtige zu tun; nicht, weil wir das müssen, sondern warum? Weil wir es wollen. Wisst ihr, was Freiheit ist? Freiheit ist die Fähigkeit, das tun zu können, was man tun möchte. Ich habe immer gesagt, wenn ich es wollte, würde ich eine Bank überfallen. Das tue ich. Immer wenn mir danach ist, schlage ich Leute. Immer, wenn mir danach ist, betrinke ich mich. Wisst ihr was? Mir ist nie danach. Ich habe nicht den Wunsch, das zu tun. Aber ihr müsst auch wissen, wenn ich nicht den Geist in mir hätte, der mich zurückhält, würde ich ständig gegen diese Begierden ankämpfen.

Stellt euch nur einmal vor, zwei Häuser werden auf demselben Fundament errichtet, mit einer riesigen Glasscheibe vorne. Identische Häuser; ein Bewohner errichtet ein Schild auf seinem Rasen: „Steine durchs Fenster schmeißen verboten!“ Der andere Bewohner stellt kein Schild auf. Wen wird es zuerst erwischen? Es gibt einfach etwas in Bezug auf solche Regeln, das manche Leute reizt. Und das war es, was Paulus in Römer 7 meinte, als er quasi sagte: „Das Gesetz entfacht die Sünde in mir.“

Aber ich brauche diesen externen Zwang nicht mehr, weil der Heilige Geist in meinem Inneren mich zurückhält. Also bin ich frei. Aber was bedeutet das? Wir haben gesagt, es gibt bestimmte Dinge, die christliche Freiheit nicht beinhaltet. Ich möchte euch die drei Dinge nennen, die Paulus aufführt. Zuerst einmal bedeutet christliche Freiheit nicht, dem Fleisch nachzulaufen. Christliche Freiheit bedeutet nicht, dem Fleisch nachzulaufen. Lasst uns noch einmal Vers 13 betrachten. „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch.“ Christliche Freiheit bedeutet nicht, dem Fleisch nachzulaufen.

Was meinst du mit „dem Fleisch“? Nun, wir meinen damit ganz gewiss nicht das, was euer Skelett bedeckt. Wir meinen nicht den physischen Körper. Was meinen wir stattdessen? Wir meinen das gefallene menschliche Wesen, das verkehrte Ego, das zur Sünde tendiert. Der alte Mensch, wenn ihr so wollt. Ihr wurdet nicht in Christus befreit, um nach Gutdünken zu agieren. Und genau das ist es, was Leute immer wieder sagen, wenn man sich auf eine Diskussion über ewige Sicherheit einlässt. Irgendjemand sagt dann: „Glaubst du an die Sicherheit des Gläubigen?“ Ja. Und wenn der Gesprächspartner nicht gläubig ist, sagt er dann unweigerlich: „Mit anderen Worten kann man tun, was man will, und ist immer noch errettet.“

Und ich verneine das immer. Nein, denn wie ihr seht, gibt christliche Freiheit euch nicht die Freiheit, dem Fleisch nachzulaufen. Wenn ihr wirklich errettet seid, werdet ihr dem Fleisch nicht in diesem Ausmaß nachlaufen. Denn wir haben in unserem Inneren etwas, das uns zurückhält. Okay, lasst uns das noch einmal betrachten. Vers 13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder, nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch.“ Hier wird das Wort „Vorwand“, aphorme, verwendet. Es ist ein militärischer Ausdruck und wird für den Ausgangspunkt eines Angriffs verwendet. Macht das Fleisch nicht zum Ausgangspunkt eurer Handlungen. Sagt nicht: „Nun, ich bin Christ. Ich komme in den Himmel und deshalb kann ich tun und lassen, was ich will.“

Nein, Paulus sagt, ihr wurdet nicht befreit, um diese Freiheit dann als Vorwand für das Fleisch zu nutzen. Und er spricht dabei die Judaisierer in Galatien an, die gekommen waren und behaupteten, er lehre, dass dem nicht so ist. Das beinhaltet unsere Freiheit nicht. Aber ich sage euch, es gibt Menschen, die das gerne täten. Mir sind gelegentlich Christen begegnet, die kurz davor standen, diesen Irrglauben zu schlucken. Dass christliche Freiheit bedeutet, ich kann sündigen, ohne erwischt zu werden oder sündigen, ohne verurteilt zu werden oder dass ich das Privileg habe, zu tun, was auch immer ich will. Sie würden die Tatsache verteidigen, dass man sich betrinken kann und sich allen weltlichen Unterhaltungsformen hingeben kann und Sex und Pornos und sich dabei auf christliche Freiheit berufen kann.

Nein, nein, das wird hier ganz deutlich. Christliche Freiheit soll nicht als Vorwand für das Fleisch missbraucht werden. Immer, wenn ich solch eine Aussage höre, schließe ich daraus, dass derjenige nicht errettet ist. Ihr wollt wissen warum? Wenn sie wirklich errettet wären, würde der Heilige Geist sie zurückhalten. Lest einmal Römer 8. Dort werdet ihr feststellen, dass eines der Werke des Heiligen Geistes darin besteht, das Fleisch unter Kontrolle zu bringen. Immer, wenn ihr jemanden verkünden hört, ihr könntet im Zuge der christlichen Freiheit tun, was ihr wollt, könnt ihr diesen Menschen gemäß 2. Petrus 2,18 klassifizieren. Schlagt das bitte einmal auf, dann zeige ich euch, was ich meine.

In 2. Petrus 2,18 geht es um falsche Lehrer. „Denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die kaum entronnen waren denen, die im Irrtum ihr Leben führen.“ „Diejenigen, die kaum entronnen waren“ bedeutet, es gibt hier Leute, die die Nase voll haben von ihrer Lebensweise. Sie haben sich entschlossen, sich nach einer anderen Lebensweise umzuschauen. Sie sind auf der Suche. Vielleicht suchen sie sogar „nach Gott“ und begegnen dabei falschen Lehrern. Achtet einmal auf Vers 19.

Was versprechen falsche Lehrer? „[Sie] versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Sklaven des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er geworden.“ Manche Menschen kommen einfach an einem Punkt in ihrem Leben an, wo sie nach Gott oder Errettung oder irgendetwas suchen. Zumindest sind sie ihres bisherigen Lebens überdrüssig. Und dann begegnet ihnen jemand, der sagt: „Wir haben hier eine Religion, die sagt, du kannst tun, was du willst. Tu, was dir gefällt. Es gibt keine wirklichen Regeln, nur deine eigenen. Du kannst darauf anwenden, was du willst.“ Das hört man in Verbindung mit östlichen Religionen immer wieder.

Wenn also jemand auftaucht und Antinomianismus predigt, könnt ihr sie gemäß 2. Petrus klassifizieren, oder gemäß Judas 4, wenn ihr noch einen anderen Vers wollt. „Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, über die schon längst Urteil geschrieben ist; Gottlose sind sie, missbrauchen die Gnade unseres Gottes für ihre Ausschweifungen.“ Und „Ausschweifungen“ bedeutet einfach „Böses“. „Missbrauchen die Gnade […] für ihre Ausschweifungen.“ Das ist es, was ein falscher Lehrer tut. Nein, christliche Freiheit ist nicht die Freiheit, zu sündigen. Es ist die Freiheit von Sünde.

Um euch das noch aus einer anderen Perspektive zu zeigen – es bedeutet, wenn ihr frei seid, seid ihr frei, nicht mehr egoistisch zu sein und stattdessen selbstlos zu sein. Die größte Freiheit auf der Welt ist die, von sich selbst frei zu sein, nicht wahr? In der Lage zu sein, zu geben. Die weltweite beste Illustration dafür ist Jesus. Die Freiheit, die er kannte, war unglaublich. In Römer 13,14 heißt es: „Sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!“ Da wird ein Kontrast sichtbar. Entweder pflegt man das Fleisch bis zur Erregung von Begierden oder man zieht Jesus Christus an. Ihr fragt, was mit „zieht Jesus Christus an“ gemeint ist? Nun, Jesus Christus pflegte das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden. Ganz und gar nicht. Paulus sagte Folgendes in Römer 15,3: „Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen.“ Christus sagte Folgendes: „Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat.“

Ja, Christus war frei. Er hatte nicht an sich selbst Gefallen. Er ist das perfekte Vorbild an Selbstlosigkeit. Wahre christliche Freiheit bedeutet, frei zu sein von der Sklaverei der Begierde und vollkommen frei zu sein, zu tun, was auch immer Gott mit euch vor hat. Und das ist eine spannende Form der Freiheit. Die Implikation ist einfach. Unser Ziel besteht nicht darin, uns selbst zu gefallen. Es besteht vielmehr darin, dem Herrn zu gefallen. Das ist echte Freiheit. Christliche Freiheit ist nicht die Freiheit, dem Fleisch zu gefallen, sondern dem Herrn zu gefallen.

Und unsere Motivation ist nicht nur, pflichtschuldig die Ohren steifzuhalten.  Es ist vielmehr der liebevolle Dienst der Dankbarkeit gegenüber demjenigen, der uns befreit hat. Und das beinhaltet große Flexibilität, große Flexibilität. Wenn wir das Alte Testament betrachten, wird das Thema Sex zum Beispiel sehr klar definiert. Gott duldet absolut keinen außerehelichen oder vorehelichen Sex. Und nichts außerhalb der Ehe und es gibt ein paar sehr strenge Regeln für jeden, der Ehebruch, Unzucht oder irgendeine Form von Sodomie begeht, also Sex mit Tieren, oder auch Homosexualität, alle derartigen Dinge. Das wird im Alten Testament gewaltig verurteilt.

Sollen wir davon ausgehen, dass Gott im Neuen Testament plötzlich all seine Regeln geändert hat? Dass wir jetzt tun und lassen können, was wir wollen, weil wir in Christus frei sind, und sagen können, wir lieben einander? Ihr fragt, wer etwas so Dummes behaupten würde? Viele Leute, glaubt mir. Inzwischen gibt es sogar Gemeinden, die Zweige speziell für Homosexuelle haben. Als ob Gott das Alte Testament zum Fenster hinausgeworfen hätte. Nichts hat sich verändert. Gottes Regeln haben sich ebensowenig verändert wie er selbst. Der Tag, an dem Gott seine Moral ändert, ist der Tag, an dem Gott stirbt und irgendein neuer Gott geboren wird, nicht wahr?

Jesus Christus ist derselbe gestern, heute, und für alle Ewigkeit. Gott verändert sich nicht. Die Fürsprecher von uneingeschränktem Sex heutzutage haben sogar das Christentum unterwandert. Es wird als selbstverständlich betrachtet, dass sexuelle Liebe am wichtigsten überhaupt ist und dass Liebe nur durch Sex ausgedrückt werden kann. Und da wir einander mögen und gebetet haben, muss es ja wohl richtig sein. Und all das im Namen der Freiheit und Christi. Das ist weder Freiheit noch Christus, sondern wieder einmal dieselbe alte Sklaverei durch das Ich. Es ist dieselbe Sklaverei durch die Lust, wie schon immer. Es ist dieselbe Sklaverei durch das Fleisch, wie schon immer.

Gottes Moral hat sich nicht im geringsten verändert, nicht im geringsten. Sie ist dieselbe wie zur Zeit des Gesetzes von Mose. Die ganze Sache ist einfach nur nicht mehr äußerlich. Sie hat sich nach innen verlagert, zusammen mit der Energie des Heiligen Geistes. Sie wurde nicht mehr getrieben durch Furcht, sondern durch Liebe. Ich diene Jesus Christus nicht, weil ich Angst vor ihm habe. Ich diene ihm, weil ich ihn liebe, nicht wahr? Das könnt ihr verstehen, oder? Die Dinge sind nicht mehr unmöglich im Fleisch, sondern werden möglich im Geist. Eure Freiheit ist also kein Freibrief, um im Fleisch zu wandeln, sondern die Freiheit, den Sieg über das Fleisch zu erringen. Christliche Freiheit bedeutet also, dem Fleisch nicht nachzulaufen.

Zweitens ist christliche Freiheit nicht die Freiheit, andere zu verletzen. Wisst ihr, das ist ein sehr wichtiger Bereich. Betrachtet noch einmal Vers 13, Galater 5,13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.“ Das ist so gut. Jetzt könnte jemand einwerfen: „He, Mann, ich bin frei in Christus, also werde ich das tun, wonach mir der Sinn steht, und damit basta.“ Und dann zieht ein solcher Mensch los und trampelt über viele andere Christen.

Jemand hat es mal, in einem nicht-biblischen Kontext, folgendermaßen ausgedrückt: „Deine Freiheit endet, wo meine Nase beginnt.“ Und das stimmt aus geistlicher Sicht. Aus Sicht der Judaisierer wäre das Argument gewesen, dass es großartig ist, dass jeder frei ist und man deshalb einfach jeden, der im Weg steht, umnieten kann. Und damit kommen wir zu dem Bereich der christlichen Freiheit und der Beziehung zu meinen Geschwistern in Glauben. Meine Freiheit besteht darin, meinen Bruder im Glauben nicht zu verletzen. Schaut euch einmal Vers 13 an. Es ist sehr einfach. Dort steht „durch die Liebe“, agape, die höchste Form der Liebe. „Dient einander durch die Liebe.“

Hier kommen wir wieder zum Tod des Ich. Eure Freiheit in Christus besteht nicht darin, einfach zu tun, wonach euch der Sinn steht, sondern darin, das zu tun, was eurem Bruder im Glauben helfen wird, statt ihn zu verletzen. Mir gefällt das Wort „dienen“. Es ist das griechische Wort douleuo. Das bedeutet „Sklaverei“ oder „Knechtschaft“. Es bedeutet, etwas zu tun, das einem anderen Menschen dienen würde. Euch selbst zum Sklaven eines Anderen zu machen. Ihr haltet das für paradox? Freiheit und Sklaverei? Ja, das ist paradox, aber es ist kein Widerspruch. Denn solch ein Dienst ist freiwillig. Ihr wollt wissen, was ich damit sagen will?

Ich versuche, das zu sagen, was Paulus in Römer 14 und 15 gesagt hat. Also können wir das auch einfach alle aufschlagen, denn er hat das sehr viel besser gesagt als ich. Aber wenn ihr darüber nachdenkt, es ist für Christen sehr leicht, zu sagen: „Ich bin frei in Christus, also mache ich einfach dies oder das, auch wenn jemand dabei zu Fall kommt“, nicht wahr? Paulus stellt den Dienst höher als den Egoismus. Betrachtet jetzt bitte einmal Römer 14,1: „Nehmt den Schwachen im Glauben an, ohne über Gewissensfragen zu streiten.“

Und wir haben hier zwei Arten von Leuten, zwei Arten von Christen. Wusstet ihr, dass es zwei Arten gibt? Die gibt es. Ja, Männer und Frauen, sagt ihr jetzt. Das sind zwei Arten, aber zwei verschiedene Arten. Zwei Arten von Christen. Ihr fragt, welche Arten das sind? Schwache und starke. Ihr fragt, was ein schwacher Christ ist? Ein Legalist. Und was ist ein starker Christ? Ein freier Mensch. Ein Christ, der seine Freiheit versteht, ist ein reifer Christ.  Ein Christ, der immer noch an den Gesetzen festhält, ist ein schwacher Christ. Der schwächere Bruder im Glauben konnte seine Freiheit einfach nicht akzeptieren. Ihr sagt: „Was meinst du damit?“

Lasst es mich folgendermaßen illustrieren. In der Gemeinde in Rom, zum Beispiel, gibt es viele Juden. Nun, einige dieser Juden werden errettet. Und einige dieser Juden, die errettet werden, hören plötzlich, dass sie frei sind, dass sie keine Sklaven der Zeremonien mehr sind und ihre Ernährung ändern können. Sie können ihre Kochgewohnheiten ändern. Sie können alle Feste ändern. Sie können alles ändern. Sie sind von all dem frei. Und solch ein bekehrter Jude verschluckt sich fast daran. Es ist ihm unmöglich, das zu tun. Er kann einfach nicht den Sabbat umgehen und nicht alle Gesetze einhalten. Er wird nicht plötzlich Stöcke schleppen am Sabbat. Er wird nicht plötzlich am Samstag arbeiten, damit er sich mit den Christen am Sonntag, dem ersten Tag der Woche, treffen kann. Sein Gewissen erlaubt ihm das noch nicht.

Und vielleicht wird er von einem befreiten Bruder eingeladen, der Schweinekoteletts isst. Und er kann sie nicht essen. Irgendetwas in seinem Gewissen lässt ihn seine Freiheit einfach nicht akzeptieren. Seht ihr das? Er ist frei. Er kann seine Freiheit nicht akzeptieren. Was soll also dieser andere befreite Mensch hier tun? Sagt er einfach: „Hey, Kumpel, was stimmt nicht mit dir“, und sitzt dann da und isst seine Schweinekoteletts? In dem Fall würde er mit seiner Freiheit protzen, nicht wahr?

Und ihr würdet ihn einfach verletzen und er würde euch gering schätzen, weil diese Dinge in seinen Augen immer noch richtig sind. Das Beste wäre, die Koteletts nicht zu essen, weil ihr dann keinen Anstoß bei ihm erregt. Und das ist es, worum es hier geht. Es gibt Leute, deren Glauben schwach ist. Römer 14, 2: „Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, der ißt Gemüse.“ Ihr fragt mich, ob die Bibel lehrt, dass wir Vegetarier sein sollen. Wenn ihr Vegetarier sein wollt, könnt ihr Vegetarier sein. Bitte beachtet, dass hier steht, wer schwach ist, isst Kräuter. Ich habe das nicht gesagt. Es steht hier.

Vielleicht waren sie nicht reine Vegetarier, aber sie versuchten, kein Fleisch anzubieten, das zuvor Götzen dargeboten worden war. Für manche Leute ist das legalistisch. Wisst ihr, im 1. Timotheus steht natürlich, dass all diese Dinge mit Dank angenommen werden sollten. Und dann waren da all diese Tiere und Schafe in Apostelgeschichte 10 und der Herr sagte zu Petrus: „Steh auf Petrus, schlachte und“, was, „iß!“ Macht euch also keine Gedanken darüber, wie ihr mit der Bibel Vegetarismus verteidigen könnt. Das ist nicht möglich. Es könnte also jemanden geben, der vielleicht einfach nicht das Risiko eingehen will, Fleisch zu essen, dass zuvor Götzen dargeboten worden war. Wisst ihr, die Leute brachten den Götzen Dinge dar, und die Priester gingen mit den Sachen zur Hintertür raus und verkauften sie auf der Straße und die Leute kauften dann unwissentlich Sachen, die zuvor einem Götzen dargebracht worden waren. Kein großes Problem, aber für manche war das ein Stolperstein.

In Vers 3 heißt es deshalb: „Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott ihn angenommen.“ Hört mir gut zu. Gott nimmt die Schwachen und die Starken, diejenigen, die essen, und diejenigen, die nicht essen. Bauscht es also nicht groß auf, ob jemand eine bestimmte Sache isst oder nicht. Und in Kapitel 14 sagt Paulus zu den Starken: „Hört zu, der Schwache hat einfach noch nicht die Bedeutung seiner Freiheit entdeckt. Im Herzen ist er noch ein Legalist. Er sieht das Christentum immer noch als ein Satz Regeln an. Er hat seine Freiheit noch nicht verstanden.“ Und es gibt viele derartige Christen. Ich sage euch, es gibt viele derartige Gemeinden. Sie errichten einen Verhaltenskodex in Gemeinden und jeder muss sich an diese Regeln halten.

Wisst ihr, was sie tun? Sie implizieren, dass das Werk des Heiligen Geistes im Inneren unzureichend ist. Ja, das stimmt. Sie versuchen, eine Art mosaisches Gesetz zu errichten. Sie versuchen, wieder einen externen Kodex zu errichten. Es gibt Menschen, die ihre Freiheit einfach nicht verstehen und die deshalb gemäß bestimmten Ritualen und Regeln leben. Was macht man mit denen? Wenn ihr zu den Stärkeren gehört und euch nicht daran festklammert, verspottet ihr ihn dann und sagt: „Seht ihn an, seht ihn an“? „Schwächling.“ Nein, ihr nehmt ihn als geliebten Bruder an. Ja, in Vers 1 heißt es: „Nehmt an, nehmt an“.

Das ist sehr wichtig. Eure Freiheit ist keine Entschuldigung und wir reden jetzt über neutrale Dinge, nicht-moralische Dinge wie den Verzehr bestimmter Speisen und derartig neutrale Dinge. Ihr sagt: „Was meinst du mit ‚neutral‘?“ Bezieht sich das auf die Taufe? Nein, das bezieht sich nicht auf die Taufe. Bezieht es sich auf das Lesen der Bibel? Nein. Bezieht es sich auf Sonntagseinkäufe bei Montgomery Wards? Ja. Wenn ihr Sonntagseinkäufe bei Montgomery Wards oder Save-on nicht in Ordnung findet, ist das okay. Das ist eine nicht-moralische Sache. Hier geht es einfach um eure Gefühle. Vielleicht wurdet ihr so erzogen. Ich werde euch nicht dorthin schleppen, euch die Tür öffnen und sagen: „Sei frei, mein Bruder, sei frei.“

So seid ihr halt, ich liebe euch, und ich sage: „Lobe den Herrn“. Ich gehe dort auch nicht hin, weil ich nicht will, dass mich jemand dort sieht, der denkt, ich sollte nicht dort sein und der dann sagt: „Schaut euch John an, er hat das getan und ich fand das anstößig.“ Paulus sagt hier, wir sollen es dem Herrn überlassen. In Versen 4 und 5 sagt er im Prinzip einfach: „Überlasst es dem Herrn.“ „Wer bist du, daß du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn.“ Überlasst es Gott, ihn zu richten.

Vers 5: „Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiß!“ Wenn jemand eine Weile den Sabbat einhalten will, soll er das tun, das ist in Ordnung, verärgert ihn nur nicht. Lasst es ihn einfach tun. Es ist unergiebig, das groß aufzubauschen. Vers 6: „Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn.“ Wenn ein Mensch den Sabbat einhalten will, tut er es für den Herrn und meint, es sei richtig. „Und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn.“ Er sagt hier im Prinzip: „Ich bin frei davon. Ich will mich nicht mehr daran halten.“ „Wer ißt, der ißt für den Herrn, denn er dankt Gott; Und wer nicht ißt, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch.“ Also bauscht es nicht groß auf.

Der Herr wird sich um all diese Entscheidungen kümmern. In Vers 10 wird der Richterstuhl des Christus erwähnt. Er trifft alle Entscheidungen. Was sagte Petrus in 1. Petrus 2,16? Erinnert ihr euch daran? „[Ihr sollt eure] Freiheit [nie] als Deckmantel für die Bosheit benutzen.“ Prahlt mit eurer Freiheit nicht vor jemandem, der sie nicht versteht. Ihr werdet legalistischen Geschwistern begegnen. Ihr werdet Leuten begegnen, die denken, es sei falsch, sich auf bestimmte Weise zu kleiden. Es sei falsch, gewisse Dinge am Tag des Herrn zu tun. Es sei falsch, gewisse Dinge zu verwenden … wisst ihr, es gibt Leute, die versuchen, ihre Flüche zu verharmlosen, indem sie Ausdrücke wie "Scheibenkleister" oder ähnliches verwenden. Und sie halten euch einen langen Vortrag, warum diese Verharmlosung besser sei. Ihr habt dass sicher schon gehört. Am besten vermeidet man so etwas einfach.

Man sollte definitiv nicht einfach damit prahlen. Nein, man sollte den Bedürfnissen der Geschwister liebevoll dienen, auch wenn diese schwächer sind. Schaut euch jetzt einmal Vers 13 an: „Darum laßt uns nicht mehr einander richten, sondern das richtet vielmehr, daß dem Bruder weder ein Anstoß noch ein Ärgernis in den Weg gestellt wird.“ Tut nichts, dass eurem Bruder im Glauben ein Anstoß ist. Geht einmal weiter zu Vers 21: „Es ist gut, wenn du kein Fleisch ißt und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas tust, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte.“ Ja, das stimmt. Wenn dadurch jemand Anstoß nimmt … heutzutage stört sich natürlich niemand mehr an bestimmten Fleischstücken oder Speisen. Wir haben keine Speisen mehr, die Götzen dargeboten werden, aber es gibt Menschen, die sich noch an Mitmenschen stoßen, welche Alkohol trinken. Ich trinke keinen Wein. Einer der wahren Gründe dafür ist dieser Vers. Es ist gut, das nicht zu tun, denn es wird unweigerlich zum Anstoß für irgendjemand werden und irgendjemand wird schwach werden. Und ich möchte das meinen Geschwistern im Glauben nicht antun.

In Vers 21 werdet ihr drei Konzepte bemerken: „Es ist gut, wenn du kein Fleisch ißt und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas tust, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte.“ „Anstoß nehmen“ bedeutet, den Fortschritt oder das Wachstum zu behindern. Es ist tatsächlich möglich, das Wachstum eines Christen zu beeinträchtigen, indem ihr vor seinen Augen etwas tut, was sein Gewissen ihm nicht gestattet. Ihr wollt wissen, wie ich das meine? Wir werden das noch ein wenig weiter verfolgen. Es ist möglich, ihn zu verärgern. Erstens gefährdet ihr damit euer Zeugnis, nicht wahr? Er schätzt euch weniger als Christ und außerdem habt ihr ihn verärgert. Mit anderen Worten habt ihr im Prinzip zu ihm gesagt, dass es euch egal ist, was er denkt oder will. Und das ist kein Liebesbeweis.

Aber achtet bitte auch auf den Ausdruck „schwach werden könnte“. Das ist wirklich interessant. Wenn er Anstoß genommen hat oder verärgert ist, wird er dem Legalismus wahrscheinlich wieder stärker verfallen. Ja, denn wenn er sieht, wie vor seinen Augen so etwas geschieht, wird er von dieser Freiheit angeekelt sein und oftmals treibt ihn das wieder in die Arme von noch strikterem Legalismus zurück. Und er wird noch weiter von der echten Freiheit und Christus abfallen. Schaut euch einmal Vers 14 an: „Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, daß nichts an und für sich unrein ist; sondern es ist nur für den unrein, der etwas für unrein hält.“ Stimmt das nicht? Es mag zwar nicht an sich unrein sein, aber wenn jemand es für unrein hält, kommt er damit einfach nicht klar. Also müssen wir ihn langsam und liebevoll ermutigen.

Vers 15: „Wenn aber dein Bruder um einer Speise willen betrübt wird, so wandelst du nicht mehr gemäß der Liebe. Verdirb mit deiner Speise nicht denjenigen, für den Christus gestorben ist.“ Jesus hat diesen Menschen geliebt. Er liebt sein Herz. Praktiziert eure Freiheit nicht in seinem Gesicht, bis zu dem Punkt, wo ihr euer Zeugnis zerstört und ihn handlungsunfähig macht und weiter in den Legalismus treibt.

Vers 17: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Das sind die Dinge, die wichtig sind. Vers 20: „Zerstöre nicht wegen einer Speise das Werk Gottes.“ Noch ein letzter Vers. Kapitel 15, Verse 2-3 oder lasst uns gleich alle drei lesen. „Wir aber, die Starken, haben die Pflicht, die Gebrechen der Schwachen zu tragen und nicht Gefallen an uns selbst zu haben.“ Seht ihr, hier sind wir direkt beim Kern der ganzen Sache. Wir sollen nicht handeln, um uns selbst zu erfreuen. „Denn jeder von uns soll seinem Nächsten gefallen zum Guten, zur Erbauung. Denn auch Christus hatte nicht“, was, „an sich selbst Gefallen.“

Ich sage euch etwas, meine Lieben, christliche Freiheit ist nicht die Freiheit, meinen Bruder zu verletzen. Seht ihr das jetzt? Es ist nicht die Freiheit, zu tun, wonach mir der Sinn steht und zu sagen: „Ich bin frei, ich werde mich austoben.“ Es ist die Freiheit, diesem Bruder liebevoll zu dienen. Es gibt einige Dinge, die ich tun könnte und die nicht falsch sind. Aber es gibt Grauzonen, die manche Leute als sehr, sehr falsch empfinden würden. Und deshalb tue ich diese Dinge nicht, weil ich nichts tun würde, das meinen Bruder bewusst verärgern würde. Denn sonst würde ich meine Freiheit missbrauchen. Das wäre ein schwerer Missbrauch der Freiheit, die der Herr mir gegeben hat.

Lasst uns jetzt zu Galater Kapitel 5 zurückkehren und dann Schluss machen. Andererseits, wenn ihr euch entscheidet, einfach eure Freiheit zu nutzen, dann werdet ihr tun, wonach euch der Sinn steht. Ihr werdet euch austoben. Ihr werdet ausziehen und trinken und rauchen und was auch immer und tanzen und feiern, nach Las Vegas fahren und tun, was ihr wollt, und vielleicht sogar einige dieser kleinen neutralen Dinge einstreuen und einfach die Puppen tanzen lassen. Wisst ihr, wie das ausgeht? Galater 5,15: „Wenn ihr einander aber beißt und freßt, so habt acht, daß ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet!“

Wenn ihr einfach darauf aus seid, eure Freiheit auszuleben und dabei über Leichen geht, wisst ihr, was dann passieren wird? Dann wird die ganze Gemeinde sich gegenseitig bekämpfen. Wisst ihr, die Worte „beißen“ und „fressen“ werden in erster Linie für Tiere verwendet. „Beißen“, daknete, ist ein Wort, das für Tiere verwendet wird. Wir handeln wie Tiere, wie Bestien. „Fressen“ bedeutet, etwas hinunterzuschlingen. Wenn ihr einfach umhergeht, einander in Stücke reißt und verschlingt, werdet ihr verzehrt werden, analothete, ausgelöscht. Wisst ihr, was mit der Einheit des Leibes geschehen wird, wenn jeder das tut? Wenn jeder seine eigene Freiheit auslebt? Das wird diese Menschen zerstören.

Ihr sagt jetzt: „John, natürlich könnte man seine ganze Lebensweise ändern, wenn man sich ständig nur darum sorgt, was jeder von uns denkt.“ Ja, aber es ist wunderbar, das zu tun, denn so steht es in der Bibel. „Dient einander durch die Liebe.“ Nutzt eure Liebe nicht, wie Petrus sagte, als Deckmantel für Bosheit. Christliche Freiheit ist also nicht die Freiheit, im Fleisch zu wandeln und auch nicht die Freiheit, andere zu verletzen.

Drittens, und als Letztes, bedeutet christliche Freiheit nicht, das Gesetz zu ignorieren. Ihr könnt nicht sagen: „Nun, ich bin frei in Christus. Ich werde das ganze Gesetz ignorieren.“ Schaut euch einmal Vers 14 an: „Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ Hört mir gut zu, Leute, Freiheit in Christus bedeutet nicht, das Gesetz zu ignorieren. Es ist die Freiheit, was zu tun? Das Gesetz zu erfüllen. Ist das nicht großartig? Die Freiheit, das Gesetz zu erfüllen. Für Paulus war das moralische Gesetz immer noch der Ausdruck von Gottes Willen. Das könnt ihr in Römer 7 nachlesen. Er liebte das Gesetz. Er sagt: „Denn ich habe Lust an dem Gesetz ...“

Es war immer noch Gottes Gesetz, aber Paulus sagt: „Ich bin nicht durch externe Zwänge in Gestalt des Judaismus gebunden. Es ist vielmehr die innere Gestalt des Gesetzes, die Liebe Christi, die in meinem Leben überströmt, und durch die das ganze Gesetz erfüllt wird.“ Das Gesetz wird in der Liebe zusammengefasst. Das ist nichts Neues. Das findet sich schon in 3. Mose 19,18, wo wir lesen können, dass das Gesetz in der Liebe erfüllt wird. Und jetzt wird das durch die Kraft des in uns wohnenden Christus ermöglicht. Nein, die Anforderungen haben sich nicht verändert. Aber die Ausgangsbasis hat sich von außen nach innen verlagert. Und das Gesetz besagt ganz einfach: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Das ist also die Botschaft, die Paulus predigt. Christliche Befreiung resultiert nicht in heidnischer Lasterhaftigkeit. Sie resultiert nicht in der Zerstörung anderer, während wir versuchen, all unsere eigenen Gelüste zu befriedigen. Und christliche Freiheit bedeutet nicht, Gottes moralisches Gesetz zu ignorieren. Es wird vielmehr aus dem Inneren heraus erfüllt. Wisst ihr, wenn ihr Römer 13,8-10 lest, sagt Paulus dort: „Denn die [Gebote]: ‚Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten [...], du sollst nicht begehren' - und welches andere Gebot es noch gibt - werden zusammengefaßt in diesem einen Wort, nämlich: ‚Du sollst deinen Nächsten liebe wie dich selbst!‘“ Wisst ihr, wenn ihr voller Liebe seid, braucht ihr diese Gesetze nicht.

Brauche ich ein Gesetz, das sagt, ich soll nicht töten, wenn ich jemanden liebe? Brauche ich ein Gesetz, das sagt, ich soll nicht begehren, wenn ich jemanden liebe? Brauche ich ein Gesetz, das sagt, ich soll nicht stehlen, wenn ich jemanden liebe? Werde ich von demjenigen stehlen, den ich wirklich liebe? Werde ich denjenigen töten, den ich wirklich liebe? Werde ich von demjenigen begehren, den ich wirklich liebe? Werde ich Ehebruch gegen denjenigen begehen, den ich wirklich liebe? Nein, denn wenn es Liebe gibt, wird der ganze Rest des Gesetzes erfüllt. Ihr sagt, ihr hättet diese Liebe gerne. In dem Moment, in dem ihr errettet werdet, erhaltet ihr sie. Genau darum geht es in dem ganzen Text. Als ihr errettet wurdet, geschah was mit der Liebe Christi? Römer 5,5: Sie wurde „… ausgegossen in unsere Herzen“ und ihr erfüllt das ganze Gesetz.

Sie ist vorhanden. Und wenn ein Christ nach dem Grundsatz der Liebe handelt, erfüllt er alles, das durch das Gesetz Mose erreicht werden sollte, aber er tut es aus einer inneren Motivation heraus. Wir sind also zur Freiheit berufen, meine Lieben. Freiheit in Christus, um nicht mehr uns selbst zu dienen, sondern ich werde vielmehr befreit, um Gott zu dienen. Erstens, um Gott zu dienen, und dann, um anderen zu dienen.

In diesen drei Punkten, die ich euch genannt habe, wird jede Art von Beziehung abgedeckt. Ja, das stimmt. Erstens habe ich euch gesagt, dass christliche Freiheit nicht die Freiheit beinhaltet, nach dem Fleisch zu wandeln, nicht wahr? Das ist Selbstkontrolle. Christliche Freiheit ist Selbstkontrolle. Nicht die Freiheit, nach dem Fleisch zu wandeln – Selbstkontrolle. Zweitens habe ich gesagt, dass christliche Freiheit nicht die Freiheit beinhaltet, andere zu verletzen. Das hat damit zu tun, andere zu lieben, andere zu dienen. Drittens habe ich gesagt, dass christliche Freiheit nicht die Freiheit beinhaltet, das Gesetz zu ignorieren, sondern es zu erfüllen. Das ist auf Gott ausgerichtet. Der erste Punkt ist auf das Ich gerichtet. Der zweite auf andere. Der dritte auf Gott.

Meine Freiheit wird durch Selbstkontrolle, Liebe für Andere und Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz ausgedrückt. Jede Beziehung wird in der christlichen Freiheit harmonisiert. Ihr sagt jetzt: „John, ich hätte das gerne. Aber wie? Es ist zwar schön und gut, all das über meine christliche Freiheit zu sagen, aber wie funktioniert das?“ Und das ist die dritte und letzte Frage in unserer Studie. Wie kann diese Freiheit ausgedrückt werden? Seid ihr bereit dafür? Ihr wollt wissen, wie das möglich ist? Vers 16 und achtet besonders auf die zweite Hälfte: „Ich sage aber: Wandelt im Geist.“ Lasst uns genau an dieser Stelle innehalten.

Wir werden uns nächstes Mal mit diesem Vers befassen. Ich möchte nur kurz auf den Anfang davon hinweisen. „Wandelt im Geist.“ Das ist so aufregend. Das Ausleben der christlichen Freiheit ist nicht automatisch. Wir müssen im Geist wandeln. Der Geist ist da. Als ich errettet wurde, unterstand ich nicht mehr der Selbstkontrolle, der Kontrolle durch ein System rechtlicher Verfügungen, sondern unterstand ab jetzt der Kontrolle einer Person – Gott dem Heiligen Geist. Als Gott das Gesetz außer Kraft setzte, wusste er, was er tat. Er ließ die Welt nicht ohne jemanden zurück, der sie in Schach halten würde. Nein. Wollt ihr etwas Interessantes hören? Wusstet ihr, dass Gott die Welt 2.500 Jahre lang kontrollierte, bevor Moses auf der Bildfläche erschien, ohne dass es Gesetze gab? Ja, das tat er. Und er machte seine Sache gut.

Und ich sage euch, Gott kann die Welt auch kontrollieren, nachdem das Gesetz außer Kraft gesetzt wurde, und zwar ebenso gut, wie er es vorher tat. Ihr fragt, wie er die Sünde in Schach halten wird, wenn es keine Vorschriften mehr gibt? Er hält die Sünde durch die in uns wohnende Präsenz von wem in Schach? Vom Heiligen Geist. Leute, ich möchte euch etwas Persönliches aus meinem eigenen Leben erzählen. Ich leide sehr unter illegalen Systemen.  Ich habe den Großteil der fleischlichen Jahre meines christlichen Lebens in einer legalistischen christlichen Institution verbracht. Das waren die am stärksten fleischlich geprägten Jahre meines christlichen Lebens. Wisst ihr, warum? Weil das Werk des Heiligen Geistes durch äußere Zwänge ersetzt wurde. Demzufolge ignorierte ich das Werk des Heiligen Geistes und war bestrebt, mich den externen Regularien zu verschreiben.

Damit habe ich dem Heiligen Geist keinen Gefallen getan, nicht wahr? Gott wird sein ganzes Gesetz in mir erfüllen, wenn ich was tue? Wenn ich im Geist wandle. Ihr fragt jetzt, wie es steht, wenn wir nicht im Geist wandeln? Dann braucht ihr die Vorschriften. Wenn ich nicht im Geist wandle, werden die Vorschriften mich nicht geistlich machen. Was werden sie tun? Sie werden mich verrückt machen. Und das haben sie getan und deshalb bin ich ziemlich schnell davon abgekommen. Hört mir gut zu. Niemand befähigt einen Christen jemals, ein besseres Leben zu führen, indem er ihn dem Gesetz unterstellt. Nein, ihr befähigt einen Christen nie, ein besseres Leben zu führen, indem ihr ihn dem Gesetz und der Furcht unterstellt, denn dadurch habt ihr nur den Heiligen Geist durch etwas ersetzt.

Manche Menschen würden mir sagen: „Nun, John, in deiner Gemeinde gibt es Regeln über dieses und jenes.“ Nein, aber wisst ihr, was wir haben? Wir haben den Heiligen Geist. Was brauchen wir sonst noch? Ihr fragt mich, wie wir es schaffen, dass Menschen sich anpassen? Nun, hört mir gut zu. Wenn ich auf Regeln zurückgreifen muss, damit die Leute sich anpassen, bringt das sowieso nichts. Er sagt also, wenn ihr einfach im Geist wandelt, wird sich das alles ergeben. Erinnert ihr euch noch an Römer 7, wo Paulus versuchte, nach dem Gesetz zu leben? „Ich liebe das Gesetz Gottes. Ich arbeite daran. Aber wisst ihr, alles, was ich tun will, tue ich nicht. Und alles, was ich nicht tun will, tue ich. Ich elender Mensch.“ Und er zerfließt vor Selbstmitleid angesichts seiner Unfähigkeit, die Vorschriften Gottes einzuhalten.

Und schließlich kommt er in Römer 8 daher und sagt: „Wisst ihr, was geschehen ist? Ich habe den Heiligen Geist entdeckt und wurde vom Heiligen Geist vom Gesetz der Sünde und vom Tod befreit.“ Wandelt im Geist und ich sage euch etwas: Ihr werdet auf der Brücke bleiben. Lasst uns beten.

 

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