Your session will end in  seconds due to inactivity. Click here to continue using this web page.

Der innere Feind (German)

Judas 1 January 11, 2004 de65-1

Nun, wie ich heute früh bereits gesagt habe, kämpfe ich in meinem Kopf irgendwie immer mit den Vortrefflichkeiten von Gottes Wort, die uns zur Wahl stehen. Ich hatte eine gewisse Vorstellung davon, was wir in den nächsten Wochen und Monaten tun könnten, dachte jedoch anfangs nicht daran, mich mit Judas zu beschäftigen, doch dann wurde mir bewusst, dass es über 25 Jahre her ist, seit ich dieses Buch ausgelegt habe, und da mir klar ist, wie entscheidend und wichtig es ist, und wie wunderbar es zu 1., 2. und 3. Johannes passt - deshalb hat der Heilige Geist sie so zusammengefügt -, gelang es mir nicht, mich dieser wunderbaren Chance und Verantwortung, dieses Buch zu erläutern, zu entziehen.

Wie ihr wisst, und wie wir in unserer Betrachtung von 1. Johannes, 2. Johannes und 3. Johannes gesehen haben, habe ich eine Leidenschaft für die Wahrheit, für göttliche Wahrheit, Gottes Wahrheit. Mein ganzes Leben ist der Wahrheit gewidmet. Mein ganzer Dienst ist der Wahrheit gewidmet. Er ist motiviert von der Wahrheit, die in der Schrift offenbart wird. Ich kann tatsächlich sagen, dass ich für die Wahrheit lebe und atme. Ich erkenne, dass Gott seine Wahrheit ebenso hoch erhoben hat, wie seinen Namen. Ich weiß, dass er der Gott der Wahrheit ist, so identifiziert er sich. Ich weiß, dass Jesus Christus, die Herrlichkeit Gottes in menschlichem Fleisch, laut Johannes voller Wahrheit ist. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich weiß, dass Jesus sagte, die Wahrheit würde den Sünder von Sünde und Tod befreien. Die Bibel wird das „Wort der Wahrheit“ genannt. Jesus sagte zu seinem Vater: „Dein Wort ist Wahrheit.“ Und in der Schrift werden wir aufgefordert, Gott in Wahrheit anzubeten. Wir werden aufgefordert, der Wahrheit gehorsam zu sein, die Wahrheit zu lieben, treulich Recht zu üben, wahrhaftig in der Liebe zu sein, in der Wahrheit zu wandeln und, wie wir in der Epistel von Johannes gelernt haben, wahrhaftig zu lieben. Wir sind buchstäblich von der Wahrheit umgeben. Deshalb wird die Gemeinde vom Apostel Paulus als „Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit“ bezeichnet. Wir sind dafür verantwortlich, die Wahrheit aufrechtzuerhalten und die Wahrheit einzusetzen gegen alle Spekulationen, die gegen die Kenntnis Gottes vorgebracht werden. Die Gemeinde ist gehalten, die Wahrheit zu verkünden, um getäuschten Seelen die Kenntnis jener Wahrheit zu bringen, die errettet und befreit.

In unserer kürzlich abgeschlossenen Betrachtung der Episteln von Johannes sahen wir in jeder der drei Episteln die zentrale Stellung der Wahrheit. In 1. Johannes 5,20 sehen wir zum Beispiel ganz am Ende dieses Briefes folgende Aussage von Johannes: „Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ Und er erwähnt hier dreimal in einem Vers, was wahrhaftig ist. In seinem ersten Brief ging es Johannes um die Wahrheit, das wahre Evangelium, den wahren Gläubigen.

In der zweiten Epistel ist das ebenso; ruft euch nur einmal die Einleitung in Erinnerung: „Der Älteste an die auserwählte Frau und ihre Kinder, die ich in Wahrheit liebe, und nicht ich allein, sondern auch alle, welche die Wahrheit erkannt haben, um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit.“ In Vers 4 heißt es: „Es freut mich sehr, daß ich unter deinen Kindern solche gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln.“

Und auch in der dritten Epistel findet sich derselbe Schwerpunkt. Vers 1: „Der Älteste an den geliebten Gajus, den ich in Wahrheit liebe.“ Und Vers 3: „Denn ich freute mich sehr, als die Brüder kamen und von deiner Wahrhaftigkeit Zeugnis ablegten, wie du in der Wahrheit wandelst. Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, daß meine Kinder in der Wahrheit wandeln.“

Diese drei wunderbaren Briefe konzentrieren sich auf die Wahrheit, die Wahrheit, die zur Rechtfertigung, zur Heiligung und für die Hoffnung auf Verherrlichung so grundlegend ist. Genau genommen beruht sogar unsere gesamte Beziehung zu Gott in all ihrer Fülle auf der Wahrheit. Wir hören die Wahrheit, wir verstehen die Wahrheit, wir glauben an die Wahrheit, wir stimmen der Wahrheit zu, wir leben die Wahrheit, wir lernen die Wahrheit, wir verkündigen die Wahrheit. Jesus sagte: „Dein Wort ist Wahrheit.“ Und es ist das Wort, das errettet, heiligt und die Hoffnung auf Verherrlichung mit sich bringt. Die Wahrheit ist für uns kostbarer als alles andere, als alles andere.

Und aufgrund ihrer zentralen Bedeutung wird die Wahrheit immer wieder angegriffen. Wir haben das bei unseren Studien dieser Episteln und andere Studien schon viele Male gesagt. Im Laufe der Jahrtausende hat Gott, seit dem Sündenfall von Adam und Eva, seine Wahrheit, seine heilbringende Wahrheit, offenbart, die mit der Offenbarung beginnt, dass ein Wahrhaftiger kommen und den Kopf der Schlange zertreten und wahre Errettung von Sünde, Tod und der Hölle bringen würde. Und die Offenbarung der Botschaft der Wahrheit ist die wahre Geschichte der Schrift. Natürlich hat Satan die ganze Zeit alles Erdenkliche getan, um die Wahrheit auszulöschen, um die Wahrheit zu bedecken, um die Wahrheit zu verbergen, um die Wahrheit zu verzerren und auf diese Weise Lug und Betrug herbeizuführen. Auf die eine oder andere Weise wurde die Wahrheit immer angegriffen und es gibt sehr traurige Realitäten in der Geschichte von Gottes erlöstem Volk, sowohl Israel als auch die Gemeinde, große, weitreichende Zeiträume, in denen die sogenannten Kinder Gottes die Wahrheit aufgaben, den Mut für die Wahrheit und das Interesse an der Wahrheit verloren und die Wahrheit weder verfochten noch dafür kämpften.

Der Kampf gegen Gott und seine Wahrheit, für den der Teufel sich eingesetzt hat und für den er Dämonen und Männer und Frauen angeheuert hat, währt schon lange. Am effektivsten hat er jene Menschen eingesetzt, die auf irgendeine Weise mit der Wahrheit assoziiert sind. Der tödlichste Angriff gegen die Wahrheit kommt von innen. Wir nennen das Abtrünnigkeit. Es ist ein Treuebruch ... ein Überlaufen zur anderen Seite. Die effektivsten Angriffe gegen die Wahrheit kommen von jenen Leuten, die vorgeben, die Wahrheit zu kennen und sie sogar zu glauben. Die größten Angriffe gegen die Wahrheit kommen nicht von außen, sie kommen von innen, von Abtrünnigen, von Überläufern, die den Namen Christi anrufen, oder das früher getan haben, und die jetzt Feinde Christi sind, die einst ihr Vertrauen auf Gott bekräftigt haben, ihren Glauben an Gott, die die Schrift bekräftigt haben und jetzt zu Feinden der Schrift geworden sind. Sie sind im inneren Kreis.


Achtet bitte einmal auf Judas, Vers 4: „Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen.“ Und in Vers 12 lesen wir: „Diese sind Schandflecken bei euren Liebesmahlen und schmausen mit [euch], indem sie ohne Scheu sich selbst weiden.“ Sie gehören zum inneren Kreis und sind überaus gefährlich, weil sie aus ihrer Stellung und Haltung in der Gemeinde heraus so verheerendes Verderben mit sich bringen.

Judas ist diese Sache ein wichtiges Anliegen. Diese gefährlichste Form der Korruption, die gegen die Wahrheit ins Feld geführt werden kann und von innen kommt, ist ihm ein großes Anliegen. Der lange Krieg gegen Gott kommt gewiss von außen, von jedem falschen religiösen System auf dem Planeten. 2. Korinther 10,3-5 erwähnt, dass jede Spekulation, jeder Gedanke, jede Ideologie, jede Theologie, jede Religion, jede Philosophie, jeder Standpunkt, der gegen die Erkenntnis Gottes erhoben wird, eine vernichtende Spekulation ist. Der geistliche Kampf muss definitiv gegen jene geführt werden, die von außen angreifen. Und der lange Krieg gegen Gott kam nicht nur von innen, glaubt mir, er kam auch von außen, aber die vernichtendensten Schläge gegen die Wahrheit kommen von innen. Das wird euch jeder sagen. Die größte Gefahr für jede Armee kommt von innen, von Verrätern, Überläufern und Spionen, die in Wirklichkeit für den Feind arbeiten, denen man jedoch vertraut. Judas macht sich Sorgen darum und möchte, dass auch wir uns darum sorgen. Er will, dass wir alle uns im Kampf für die Wahrheit engagieren, dem langen Kampf für die Wahrheit. Er will, dass wir die Verteidiger sind, die gegen die Überläufer ins Feld ziehen.

Deshalb findet sich in Vers 3 dieser Epistel die Aufforderung an uns. „Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben ...“ Das deutet offensichtlich darauf hin, dass er begonnen hatte, einen Brief zu schreiben, in dem er über das Heil schreiben wollte, einen positiven Brief, einen optimistischen Brief, einen feierlichen Brief in dem Sinne, dass er mit ihnen die Wunder ihres gemeinsamen Heils feiern wollte. Doch während er sich anschickte, das zu tun, wurde er dabei unterbrochen und sagte „... hielt ich es für notwendig, euch [...] zu schreiben ...“, und diese Notwendigkeit kam vom Heiligen Geist, da sind wir uns alle einig, da die Epistel vom Heiligen Geist eingehaucht ist. „... hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft“, dass ihr für den Glauben kämpft. Das ist ein sehr ausdrucksstarkes Verb, „kämpfen für“, das griechische Wort dafür lautet epagonizomai, agonizomai – sich quälen, kämpfen, sich abmühen, sich schlagen, sich intensiv um etwas bemühen, sich körperlich sehr verausgaben. Wenn ihr die präpositionelle Vorsilbe hinzufügt, wird das noch verstärkt, und „ernsthaft kämpfen“, oder einen mächtigen Kampf austragen, sich mächtig für den Glauben abrackern ist eine gute Übersetzung. Da Glaube der Leib der Wahrheit ist, ist das Wort objektiv, es ist kein subjektiver Glaube, sondern objektiver Glaube. „Ich wollte mit euch über einige andere Dinge reden, ich wollte euch einen positiven Brief schreiben, aber ich fühlte die Notwendigkeit, getrieben vom Heiligen Geist, euch einen Brief zu schreiben, damit ihr aktiv werdet in diesen Bemühungen, im Kampf, in den Bemühungen, im Krieg gegen den Glauben, gegen den Leib der Wahrheit, den wir als christlichen Glauben kennen.“

Wie ich bereits sagte, zog es mich, nachdem wir die drei Briefe von Johannes beendet hatten, die sich so sehr auf die Wahrheit konzentrierten, immer wieder zu Judas zurück; ich war nicht in der Lage, diesem spezifischen Abschnitt am Ende des Neuen Testaments, am Ende der Bibel, den Rücken zu kehren, weil dieses kurze Buch hier direkt zwischen den drei Briefen von Johannes und der Offenbarung steht. Übrigens ist Johannes auch der Autor der Offenbarung, der menschliche Autor. Es gibt also die drei Episteln von Johannes und dann das Buch der Offenbarung, das Gott Johannes in einer Reihe von Visionen gab, die wir als Buch der Offenbarung kennen, und zwischen den Episteln von Johannes und der Offenbarung, die Johannes gegeben wurde, findet sich das viertkürzeste Buch des Neuen Testaments. Nur 2. Johannes, 3. Johannes und Philemon sind kürzer. Es scheint fast eine Art Eindringling im Textabschnitt von Johannes zu sein, nicht wahr? Warum fügte Gott Judas hier ein?

Das ist kein Übergriff. Durch die Vorsehung Gottes, der die Anordnung der Bücher der Bibel sowie deren Einhauchung überwachte, wird Judas genau an der richtigen Stelle eingefügt. Es ist die letzte der achtallgemeinen Episteln, die auch von Petrus, Johannes und Jakobus geschrieben wurden. Es nimmt eine zentrale Stellung im Neuen Testament ein, eine zentrale Stellung.

Wir alle wissen, dass die Offenbarung den Schlusspunkt bildet, nicht wahr? Wir alle wissen das. Die Offenbarung ist das Ende. Alles wird im Buch der Offenbarung zum Abschluss gebracht. Und das Hauptaugenmerk der Offenbarung liegt auf der apokalupsis; sie ist die Erscheinung von Jesus Christus, die Wiederkunft Christi. Tatsächlich wird das Buch der Offenbarung hier die Offenbarung des Johannes genannt, aber in anderen Übersetzungen wird es auch als die Offenbarung Jesu Christi betitelt, es ist also die Offenbarung, die Johannes über die Offenbarung von Jesus Christus gegeben wird. Es ist die apokalupsis von Johannes über die apokalupsis von Jesus Christus. Wir wissen also alle, dass der Offenbarung nichts hinzuzufügen ist. Wenn wir am Ende der Offenbarung angekommen sind, wurde alles gesagt, was Gott sagen wollte, denn das führt uns direkt in die Ewigkeit, nicht wahr? Es endet mit der Rückkehr von Jesus Christus, seinem tausendjährigen Reich, an dessen Ende Jesus einen letzten Aufstand niederschlägt; Satan und die Sünder auf der Erde, die Erde und ihre Umgebung, das geschaffene Universum, wie wir es kennen, werden aufgelöst und existieren dann nicht mehr. Der neue Himmel und die neue Erde, die den ewigen Zustand darstellen, werden geschaffen und wir ziehen in den ewigen Himmel ein, während die Gottlosen, zusammen mit Satan und allen, die mit ihm in dämonischen oder menschlichen Gefilden assoziiert sind, für immer in den Feuersee einziehen, und das ist das Ende. Wir wissen, dass die Offenbarung sich also auf die Wiederkunft Christi konzentriert.

Warum wird Judas genau an dieser Stelle eingefügt? Johannes beantwortet uns diese Frage kurz vor dem Ende des Neuen Testaments: „Leute, ihr müsst verstehen, wie wichtig die Wahrheit ist. Paulus hat die Wahrheit gepredigt, Jakobus hat die Wahrheit gepredigt, Petrus hat die Wahrheit gepredigt, Jesus hat die Wahrheit gepredigt – die Wahrheit zieht sich durch das ganze Neue Testament.“ Johannes sagt: „Ihr müsst wissen, was diese Wahrheit ist. Ihr müsst an der wahren Lehre über Jesus Christus festhalten. Ihr müsst an dem wahren Maßstab für einen echten Gläubigen festhalten. Ihr müsst die Wahrheit leben, die Wahrheit lieben und in Wahrheit wandeln.“ Das ist es, was Johannes hier sagt. Und ihr müsst all das treu tun, bis Jesus wiederkehrt. Und dann taucht plötzlich Judas auf und sagt im Prinzip: „Und erwartet nicht, dass es leicht sein wird. Erwartet nicht, dass es leicht sein wird. Bevor Jesus wiederkehrt, wird es gewaltige, unerbittliche und eskalierende Angriffe auf die Wahrheit geben.“

Wenn wir uns noch weiter mit dem Gesamtbild beschäftigen, sehen wir, dass der Beginn des Gemeindezeitalters in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Das Ende des Gemeindezeitalters wird in Judas beschrieben – ein Buch, das man statt „Apostelgeschichte“ als „Abtrünnigengeschichte“ bezeichnen könnte. Die Apostelgeschichte beschreibt die Werke und Lehren von Männern Gottes, durch die Christus begann, seine Gemeinde zu errichten. Judas, die letzte Epistel, bezieht sich auf die Werke und Lehren der Abtrünnigen, die alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die Wahrheit bis zum Ende der Gemeinde zu zerstören. Judas ist das einzige Buch in der Bibel, das sich von Anfang bis Ende mit einer Diskussion der Abtrünnigkeit befasst, ganz bis zum Ende des Gemeindezeitalters. Diese 25 Verse sind also der Vorhof der Offenbarung. Die Offenbarung beschreibt für uns, wie Christus wiederkehrt und alles zu Ende führt. Judas beschreibt den Kampf um die Wahrheit, der bis an das bittere Ende andauert. Und der Apostel Paulus gibt uns in 2. Thessalonicher einen Hinweis darauf, dass diese Abtrünnigkeit sich immer weiter steigern wird, je näher die Wiederkunft Christi kommt. Er nennt sie sogar die apostasia, DEN (Glaubens)abfall.

Nun, das ist nichts Neues für uns. Ich meine, ihr könnt zum Beispiel das erste Buch des Neuen Testaments aufschlagen und die erste große Predigt lesen, die Jesus predigte – die Bergpredigt -, und in Matthäus 7 auf das hören, was Jesus in dieser Predigt sagte. „Hütet euch aber vor den falschen“, ... was? ..., „Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Hütet euch vor falschen Propheten. Jesus wusste, dass es sie bereits überall gab. Sie würden in der Zukunft gegen die Wahrheit des Evangeliums auftreten. In Matthäus 16 sagte Jesus: „Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer“, passt auf, habt Acht. Er wiederholte das noch einmal in Vers 11und sagte ungefähr Folgendes: „Habt Acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer, sie scheinen mich zu repräsentieren, sie scheinen zu Gottes Reich zu gehören, sie scheinen die besten Vertreter und Lehrer göttlicher Wahrheit zu sein, aber habt Acht, ihr Einfluss verdirbt.“

Und natürlich in Matthäus 24,11, wo Jesus die Ölbergrede hielt, die sich mit der Zukunft beschäftigt, sagte Jesus: „Es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.“ Jesus sprach immer wieder Warnungen aus. Er sagte: „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.“ Jesus sagte effektiv: „Es gibt sie jetzt schon. Hütet euch vor ihnen, sie sind hier. Sie sind Pharisäer und Sadduzäer. Und sie sind sehr gefährlich, weil sie behaupten, mich zu repräsentieren und die Wahrheit zu repräsentieren und mein Wort zu glauben, und sie werden immer schlimmer und immer effektiver werden.“ Das hat Jesus gesagt.

Er warnte in anderen parallelen Textstellen der Evangelien vor derselben Sache. Wenn ihr die Apostelgeschichte aufschlagt, findet ihr dort gewaltige Warnungen vor derselben Sache. Nehmt nur einmal die Warnung von Paulus in Apostelgeschichte 20,29: „Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden.“ Das ist immer der Punkt, wo der große Kampf am gefährlichsten ist. Wenn es dem Feind gelingt, in das Lager einzudringen, kann er die schlimmste Verwüstung anrichten. Ich warne euch also, „räuberische Wölfe werden zu euch hineinkommen, sie werden die Herde nicht schonen; und aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.“ Habt Acht auf euch selbst und die ganze Herde, zu deren Aufsehern euch der Heilige Geist gemacht hat, um der Gemeinde Gottes, die er mit seinem Blut erkauft hat, vorzustehen. Eure Vormundschaft über die Gemeinde bedeutet, dass ihr auf der Hut sein müsst vor räuberischen Wölfen, die die Gemeinde unterwandern und die Wahrheit zerstören möchten.

In den Episteln findet ihr dasselbe. Ihr hört das zum Beispiel beim Apostel Paulus in 1. Timotheus 4. „Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten“, also jetzt, nach Ankunft des Messias, „etliche vom Glauben abfallen [...] werden [...] und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.“ Ihre Lehre ist dämonisch. Ihre Absichten sind teuflisch. Sie sind vom Glauben abgefallen. Sie geben vor, gläubig zu sein. Sie sind Heuchler. Sie haben kein Gewissen. Sie werden euch ausnutzen und schlecht behandeln. Paulus sagt zu Timotheus: „Timotheus, du musst dem entgegenwirken. Wie wirst du dem entgegenwirken?“ Er sagt: „Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren. [...] Dies soll deine Sorge sein, darin sollst du leben [...] Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei.“ Er heuert Timotheus für einen geistlichen Kampf um die Wahrheit an. Und in 2. Timotheus finden wir dasselbe. In 2. Timotheus 3 schreibt er: „Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden“, buchstäblich gefährliche Tage. „Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich“, und die Liste setzt sich noch fort. „Dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie.“ Sie haben alle möglichen Uniabschlüsse, geben vor, Theologen und Lehrer zu sein, geben vor, geheime Kenntnis von Gott zu haben, aber diese Menschen widersetzen sich der Wahrheit, sie haben eine verdorbene Gesinnung und lehnen den Glauben ab.

Und es ist nicht nur Paulus, der uns vor diesen Dingen warnt, sondern auch Petrus. Ich werde das nicht vorlesen; ihr findet das in 2. Petrus, das gesamte Kapitel 2 und fast das gesamte Kapitel 3. Und auch Johannes warnt uns davor. 1. Johannes 4: „Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen.“ Und erinnert ihr euch noch an 2. Johannes? 2. Johannes, Vers 7: „Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist - das ist der Verführer und der Antichrist. Seht euch vor.“ Seht euch vor.

Selbst Jakobus spricht von falschen Lehrern. Falscher Lehrer, die sogar so weit gehen, den wahren Repräsentanten des Glaubens Schaden zuzufügen. Und natürlich das Buch der Offenbarung, Kapitel 2 und 3, wo es um falsche Lehrer geht, die die Gemeinde unterwandern. Sie gehen buchstäblich in die Gemeinde, laut Offenbarung 2 und 3, und korrumpieren die Gemeinde. Sie korrumpierten die Gemeinde von Pergamus. Sie korrumpierten die Gemeinde von Thyatira. Sie korrumpierten die Gemeinde von Sardis. Sie korrumpierten, wie wir alle wissen, die Gemeinde von Laodizäa. Die Gemeinden werden bis ans Ende des Gemeindezeitalters um die Wahrheit kämpfen müssen. Und der schrecklichste Kampf gegen die Wahrheit wird von innen kommen. All das wird immer und immer wieder prophezeit. Und ohne den Brief von Judas wäre diese ganze Entwicklung meiner Meinung nach unvollständig.

Ich könnte all das zusammenfassen, indem ich einen Text aus Lukas 18,8 zitiere. In Lukas 18,8 sagte Jesus: „Wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“ Wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden? Das ist eine erstaunliche Aussage. Die Welt wartete bereits seit Jahrtausenden auf die Ankunft der fleischgewordenen Wahrheit. Die Welt wartete bereits seit dem Sündenfall darauf, dass Gott den Wahrhaftigen sendet. Die Welt wartete schon lange auf die Wahrheit und schließlich kommt die Wahrheit, die lebendige Wahrheit, der Herr Jesus Christus kommt und er öffnet seinen Mund und aus seinem Mund kommt die Wahrheit des Evangeliums, heilbringende Wahrheit, lang ersehnte, befreiende Wahrheit.

Was war die unmittelbare Reaktion darauf? Ablehnung. All diese Jahrhunderte des Wartens, all diese Jahrtausende des Wartens, und wenn die Wahrheit kommt, wird sie abgelehnt. Die Wahrheit kommt und anfangs gibt es eine erste Reaktion, wie in der Synagoge in Nazareth, wo die Männer einfach dachten: „Wow! Wir haben noch nie jemanden gehört, der solche Dinge gesagt hat.“ Aber noch vor Tagesende versuchten sie, ihn zu töten. In einem Mikrokosmos ist das genau das, was in der Nation vor sich ging. Anfangs waren sie beeindruckt von dem, was er sagt, sie fühlten sich zu seinen Lehren hingezogen. Aber noch bevor es vorbei war, forderten sie lautstark sein Blut. All diese Jahrtausende, in den sie gewartet hatten. Und er kommt voller Barmherzigkeit und Wahrheit und Jesus selbst kann, bevor sein Leben erlischt, die Richtung sehen, in die sich die Dinge entwickeln, und er sagt: „Werde ich auch den Glauben finden, wenn ich zurückkomme?“ Er erwartet das, was er im inspirierten Text in Johannes 1 sagt: „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen“, ... was? ..., „nahmen ihn nicht auf.“ Sie wandten sich von der Wahrheit ab, sobald er kam. Sie lehnten die Wahrheit ab, sobald sie sie hörten. Jesus diente über drei Jahre lang, und zum Zeitpunkt der Versammlung der Gläubigen in Galiläa nach der Auferstehung hatte er über ein Jahr in Galiläa verbracht, mit unglaublichen Wundern und Lehren und 500 Menschen wurden gläubig. Es gab mindestens 500, die sich versammelten. Nach seinem Dienst in Judäa und seiner Auferstehung waren 120 Leute im oberen Saal versammelt. Und mit zunehmender Gründung von Gemeinden begannen diese auch, abtrünnig zu werden. Zu dem Zeitpunkt, als Johannes das Buch der Offenbarung schreibt, befinden wir uns am Ende des ersten Jahrhunderts. Johannes schreibt ungefähr im Jahr 96 n. Chr., und fünf der sieben Gemeinden in Kleinasien, die eine Brutstätte des apostolischen Dienstes durch Paulus gewesen waren, wo jene Gemeinden gegründet wurden, zeigten bereits Zeichen des Abfalls vom Glauben; es waren nur noch zwei übrig, die Gemeinde in Smyrna und die Gemeinde in Philadelphia, die immer noch treu waren. Aber der Kampf um die Wahrheit ist ein überaus schwieriger Kampf gewesen.

Und Paulus blickt in 2. Thessalonicher 2,3 in die Zukunft und sieht DEN Abfall, der sich kurz vor Erscheinen des Antichristen ereignet, welcher während der Zeit der Drangsal in Aktion tritt. Paulus warnte Timotheus: „[Die Menschen] werden die gesunde Lehre nicht ertragen.“ In 2. Timotheus sagte er: „[Sie werden] sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben.“ Und sie „werden die gesunde Lehre nicht ertragen.“ Und Petrus sagte: „Es [... werden] auch unter euch falsche Lehrer sein [...] die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen.“ Sie werden sich mit Christus identifizieren, sie werden sich mit ihm identifizieren, sie werden sich äußerlich mit dem Evangelium und dem Christentum identifizieren, aber innerlich werden sie verderbliche Irrlehren verbreiten. Jesus sagte, es wird kommen. Paulus sagte, es wird kommen. Petrus sagte, es wird kommen. Sie alle sahen es kommen.

Wie passt Judas in dieses Bild? Judas sagt: „Es ist hier ... es ist hier.“ Und Judas beschreibt es und definiert es und fordert uns zu einem Kampf auf, der bis ans Ende des Gemeindezeitalters geführt werden muss. Die Gemeinde darf diesen Kampf nie aufgeben. Judas treibt das biblische Panorama auf den erforderlichen Höhepunkt. Judas sagt, so wird es sein, so ist es. Er sagt in Vers 4: „Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen.“ Jesus sagt: „Es werden falsche Propheten kommen.“ Paulus sagt: „Es werden falsche Propheten kommen.“ Petrus sagt: „Es werden falsche Propheten kommen.“ Und Judas sagt: „Sie sind hier.“ Johannes sagt: „Ihr müsst die Wahrheit lieben, ihr müsst für die Wahrheit kämpfen. Ihr müsst die Geister prüfen, denn es werden Geister kommen, die trügerisch sind, sie werden lügen.“ Judas sagt: „Sie sind hier. Sie sind schon hier und sie werden bis zu den Ereignissen im Buch der Offenbarung Bestand haben, bis ans bittere Ende.“ Und das wirft die Frage aus dem Mund unseres Herrn auf: „Wird er auch den Glauben finden, wenn er kommt? Wird es noch wahre Gläubige geben?“

Ich meine, betrachtet doch nur einmal die heutige Welt. Wenn ich das Wort „Christentum“ erwähne, welchen Gedanken ruft das in euch hervor? Die dominanten Einzelpersonen oder die Einzelpersonen, die das Christentum in großen Massen beherrschen, sind keine Christen, oder?

Ihr verwendet „Christentum“ als einen Begriff, der eine Religion definiert, und die meisten Christen sind keine Christen. Und es gibt diese kleine Gruppe von Menschen, die bereit sind, für den Glauben zu kämpfen. Wir hatten uns an die Tatsache gewöhnt, dass andere Evangelikale uns in unserem Kampf unterstützen, aber jetzt ziehen sie sich aus dem Kampf zurück und verbünden sich mit Nicht-Christen und nennen diese Christen. Deshalb sagt Judas: „Sie sind hier, Leute. Sie kommen nicht irgendwann, sie sind schon hier.“ Sie waren bereits da, als er das schrieb, und sie sind jetzt hier und schlimmer als je zuvor, denn böse Menschen werden zunehmend schlimmer, wie Paulus Timotheus erinnerte. Und die Abtrünnigkeit eskaliert immer weiter. Je länger das Christentum auf der Welt existiert, desto verderblicher wird es im Inneren. Das ist kein wahres Christentum, sondern Menschen, die behaupten, dazuzugehören, sei es bei heiligen, priesterlichen Religionen, die auf Werken basieren und sich als Christen bezeichnen, sei es der hässliche, verderbliche, vernichtende Einfluss der liberalen Theologie, die Suche nach dem historischen Jesus – egal, welchen Aspekt ihr unter die Lupe nehmt, es könnten auch die Betrüger im Fernsehen sein, die das um des Geldes willen tun -, sie alle sind Bestandteil der verderblichen Abtrünnigkeit im Christentum. Und Judas sagt, es sei schon da, die Wahrheit steht auf dem Spiel und ihr müsst, so heißt es in Vers 3, euch mit denen verbünden, die für den Glauben kämpfen, der den Heiligen ein für alle Mal überliefert worden ist. Das ist biblischer Glaube.

Dies ist ein Buch über den Abfall vom Glauben und ich sage euch, Judas handelt das wirklich sehr umfassend ab. Wisst ihr, dass Judas den Fall von Satan erwähnt? Das ist die Geburtsstunde der Abtrünnigkeit, weit in der Vergangenheit. Judas erwähnt Adam. Judas erwähnt Kain. Und er erwähnt Henoch. Und er erwähnt Sodom und Gomorra. Und er erwähnt Bileam und Korah. Und er erwähnt Moses. Er holt wirklich weit aus in der Geschichte dieses geistlichen Kampfes. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe Konzepte, die das große Ganze darstellen und mir helfen, die allumfassende Geschichte von Gottes Werken in einer komprimierten Version zu verstehen. Judas ist quasi ein Art Lektüreschlüssel zum langen Krieg gegen Gott; er deckt einfach alles ab. Es ist wirklich ein gewaltiges Buch und ich denke, dass es traurigerweise ein vernachlässigtes Buch ist. Der erste Kommentar, den ich je geschrieben habe – vor vielen Jahren, ich weiß nicht mehr wann, jedenfalls lange, bevor ich Kommentare hätte schreiben sollen - und der bei einigen von euch vielleicht in einer Ecke steht, der erste Kommentar, den ich je geschrieben habe, behandelte das Buch Judas und trug den Titel Beware,the Pretenders ... Beware, the Pretenders (~ Hütet, dieHeuchler). In unserer Zeit steckt das Christentum voller Heuchler, die die Wahrheit angreifen. Die Wellen der Abtrünnigkeit werden höher und höher, je näher die Wiederkunft unseres Herrn rückt. Und jetzt ist dieser Zeitpunkt offensichtlich näher als je zuvor. In 2. Thessalonicher 2,10 werden sie wie folgt beschrieben: „[... unter ...] aller Verführung der Ungerechtigkeit.“ Und der Grund dafür, dass sie so verderbt und trügerisch sind liegt darin, hört mir gut zu, dass sie nicht die Liebe der Wahrheit empfangen haben, durch die sie gerettet werden. Ohne die Wahrheit könnt ihr nicht errettet werden, nicht wahr? Ein unzulängliches Evangelium errettet nicht. Der Glaube an die falschen Dinge rettet nicht. An falsche Dinge über Jesus oder falsche Wege zur Errettung zu glauben, bringt kein Heil. Diese Menschen glaubten nicht nur nicht an die Wahrheit, sie empfingen die Liebe zur Wahrheit nicht, sie hassten die Wahrheit sogar. Sie hassen die Wahrheit und schleichen sich unbemerkt ein, sie sind wie Felsen unter der Wasseroberfläche, die im christlichen Umfeld ein Schiff zum Kentern bringen können. Sie behaupten, gläubig zu sein, aber sie sind es nicht.

Ich möchte an dieser Stelle einige interessante Anmerkungen machen. Ihr könnt die Einleitung zum Buch Judas in der Studienbibel lesen und werdet dort eine Fülle von Informationen finden. Ich möchte euch nur einige wenige Dinge mitteilen.

Judas wurde wahrscheinlich einige Jahre nach 2. Petrus geschrieben. Wenn ihr 2. Petrus betrachtet, das nur aus drei Kapiteln besteht, werdet ihr feststellen, dass der größte Teil von 2. Petrus sich auf den Abfall vom Glauben bezieht, wenn auch nicht alles, und auf falsche Lehre. Manche Gelehrten sind der Meinung, dass 2. Petrus an eine Gruppe von Christen geschrieben wurde. Wir wissen nicht an wen und Judas war quasi die Fortsetzung, die an dieselbe Gruppe geschrieben wurde. Die beiden Bücher stehen in sehr engem Zusammenhang miteinander. Petrus sagt: „Bereitet euch vor, es wird kommen.“ Bereitet euch vor, die Verhöhner, die Spötter und die falschen Lehrer werden kommen. So zum Beispiel in 2. Petrus 3,3: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß am Ende der Tage Spötter kommen werden“ ... sie werden kommen. Petrus sagt, sie werden kommen. Er beschreibt sie sehr anschaulich in Kapitel 2. Aber auch das liegt in der Zukunft. Kapitel 2,1: „Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden.“ Er blickt zurück auf das Alte Testament; dort gab es falsche Lehrer und falsche Propheten und er sagt, sie werden auch unter euch in Erscheinung treten. Vergesst bitte nicht, dass Petrus nach Meinung der meisten Gelehrten wahrscheinlich im Jahr 68 n. Chr. schreibt, vor der Zerstörung von Jerusalem, sonst hätte er diese erwähnt. Und er befindet sich damit in der Anfangszeit der Gemeinde. Der Herr war ungefähr 30 Jahre vorher davongegangen. Die Gemeinden sind gegründet worden. Und Petrus sagt, die falschen Lehrer werden kommen. Sie kamen in der Vergangenheit, sie werden kommen und sie werden heimlich zerstörerische Irrlehren einführen. Das tun sie immer, sie unterwandern, sie kommen hinein, sie korrumpieren die theologischen Hochschulen, sie korrumpieren die christlichen Institutionen, sie korrumpieren die Literatur. Sie verschaffen sich Einlass in die Gemeinde. Sie verschaffen sich Zugang zu den Medien der Gemeinde. Sie tun in der Gemeinde alles in ihrer Macht Stehende, um die Wahrheit zu vernichten. Er sagt, sie werden es tun und viele werden ihrer Sinneslust folgen und wegen ihnen – hört mir jetzt gut zu – wird der Weg der Wahrheit verleumdet ... der Weg der Wahrheit, das Evangelium, die Wahrheit. Noch einmal: Es geht hier um die Wahrheit. Sie tun es aus Habgier und er fährt mit einer Beschreibung ihrer Charakterzüge fort. Nun, das werden wir sehen, wenn wir zwischen Judas und 2. Petrus hin- und herwechseln.

Aber es geht darum, dass Petrus im Jahr 68 oder 69 schrieb und sagt, sie werden kommen, sie werden kommen. Judas schrieb kurz nach diesem Zeitraum, nach 2. Petrus, vielleicht unmittelbar vor der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr.; er schreibt, um zu sagen, sie sind hier ... sie sind hier. Sie sind schon hier. Petrus sagte, es werden Spötter kommen. Es werden falsche Lehrer kommen. Judas sagt, sie sind hier.

Die Gemeinde muss das wissen, Leute. Wir müssen uns darüber bewusst sein. Ihr könnt nicht einfach jeden akzeptieren, der behauptet, Christ zu sein oder ein christlicher Lehrer oder ein christlicher Theologe. Judas ist nicht überflüssig. Es ist keine Wiederholung von 2. Petrus, sondern die Erfüllung von 2. Petrus. Die Abtrünnigkeit hat begonnen und sie wird sich fortsetzen und zunehmen, bis unser Herr zurückkehrt.

Wenn ich mich für die Wahrheit einsetze, wenn ich für die Wahrheit kämpfe, wenn ich die Wahrheit verfechte, wenn ich mein Leben um der Wahrheit willen opfere, und ihr dasselbe tut, dann tun wir das, wozu wir in diesem dritten Vers aufgefordert wurden, nicht wahr? Ernsthaft für den Glauben zu kämpfen. Es ist schwer, heutzutage Mitstreiter zu finden, es ist wirklich schwer. Ich stelle fest, dass ich Teil einer immer weiter schrumpfenden, kleinen Armee bin. Früher hatte ich den Eindruck, dass es viele Kämpfer für die Wahrheit gäbe und jetzt beobachte ich sogar Leute, von denen ich einst dachte, sie würden an meiner Seite kämpfen, die jedoch allmählich diese Einstellung aufgeben. Das ist einer der Gründe dafür, dass wir gesagt haben, wir können hier nicht einfach eine Hirtenkonferenz mit 300 oder 400 Leuten abhalten, wir müssen eine Bewegung ins Leben rufen, weil wir diese Armee aufbauen müssen. -Wir tragen eine Verantwortung in dieser Generation, eine Generation zu erziehen, die die Wahrheit an die nächste Generation überliefert, während der Abfall vom Glauben sich ausbreitet.

Petrus spricht davon als ein zukünftiges Ereignis. Judas spricht davon in der Gegenwart. Aber wir werden Parallelen zwischen den prophetischen Worten von Petrus und Judas‘ Worten der Erfüllung sehen. Und deshalb sage ich, die beste Erkenntnis für uns wäre, dass Judas gleich nach 2. Petrus und unmittelbar vor der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. geschrieben wurde.

Dieses Buch ist von großer Bedeutung für uns und deshalb fühle ich mich immer wieder zu ihm hingezogen, weil die Abtrünnigkeit zur Zeit von Judas so weit verbreitet war, dass er zu dieser Art des Kampfes für den Glauben aufgerufen hat, und in unserer heutigen Zeit ist das sicherlich noch weiter verbreitet, weil sich das im Laufe von all diesen Jahrhunderten seit jener Zeit gehäuft hat. Die Abtrünnigkeit hat gewaltige Ausmaße angenommen. Zur Zeit von Judas gab es kein enormes katholisches System. Es gab keine Ausuferung von quasi-christlichen häretischen Sekten zur Zeit von Judas. Zur Zeit von Judas gab es keinen Liberalismus. Es gab keine Masse von falschen, vorgetäuschten Lehrern, die Einfluss in dem Ausmaß erreicht hatten, wie jene heutzutage im Fernsehen und Radio und in der Literatur. Der heutige Zustand geht soweit darüber hinaus ... Judas hätte sich nie vorstellen können, dass die ganze Welt von abtrünnigem Christentum erfasst würde.

Ich möchte, dass ihr noch ein paar weitere Dinge im Hinterkopf behaltet. Die Beschreibung der falschen Lehrer durch Judas ist keine biblische Lehre. Er verschwendet keine Zeit mit ihren Lügen ... wozu auch? Ich meine, da stehen schließlich nur 25 Verse, geht also sparsam damit um. Er sagt nicht: „Das ist es, woran sie glauben, und aus diesem Grund ist es falsch. Das ist es, woran sie glauben, und aus diesem Grund ist es falsch“ – denn man könnte nicht alles dabei abdecken, nicht wahr? Denn sobald ihr denkt, ihr hättet euch mit der letzten Irrlehre auseinandergesetzt – was passiert dann wohl? Dann taucht eine neue auf. Mein Freund Jerry Vines, der hier auf einer unserer Konferenzen vor ein paar Jahren predigte, rief mich eines Tages an und sagte in seiner langsamen, gedehnten Sprechweise der Südstaatler: „Johhhn, ich habe ein Problem.“

Ich sagte: „Nun, Jerry, was ist das für ein Problem?“

Er antwortete: „Johhhn, ich schreibe gerade ein Buch über die zeitgenössische Irrlehre, die die Gemeinde geplagt hat.“

Und ich erwiderte: „Das ist großartig.“

Er erwiderte: „Aber ich kann mein Buch nicht abschließen.“

Ich fragte: „Was meinst du damit, du kannst es nicht abschließen?“

„Nun, sobald ich die letzte Irrlehre abgehandelt habe, taucht schon wieder eine neue auf.“

Ich habe sein Buch immer noch nicht gesehen und das war vor drei Jahren.


Judas wird sich nicht in dem Versuch verstricken, jede Irrlehre zu bereinigen.

Wisst ihr, was er tut? Er spricht nicht über ihre Lehre, er spricht über ihr Leben ... er spricht über ihr Leben. Er stellt sie bloß. Er sagt zum Beispiel in Vers 4: „[Sie sind] Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren.“ Hm, sie führen zügellose, sündhafte Leben und behaupten, sie unterstünden der Gnade Gottes. Sie verleugnen unseren einzigen Herrscher und den Herrn Jesus Christus. Sie leben nicht unter der dominierenden Herrschaft Christi.

Sie werden mit Engeln verglichen, die von ihrem ersten Zustand abgefallen sind. Sie werden mit den Homosexuellen in Sodom und Gomorra verglichen. Sie werden mit denen verglichen, die es Kain gleichgetan haben, die ihre Prophezeiungen gegen ein Bestechungsgeld abgeben, wie Bileam. Sie sind wie Wolken ohne Wasser. Sie sind wie Bäume ohne Früchte, zweimal erstorben und entwurzelt. Sie sind wie wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschäumen. Sie sind wie Irrsterne, Vers 13, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist. In Vers 15 heißt es, dass Gericht über sie gehalten werden wird, um ihre gottlosen Taten zu strafen, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn [Gott] gesprochen haben. Sie sind Nörgler, die immer etwas auszusetzen haben, die ihren eigenen Begierden nachgeben, die hochmütig reden und Menschen um des Geldes willen schmeicheln. Er redet nie über ihre Lehre, weil man sie bereits anhand dieser Dinge erkennt. Und das ist es, was Jesus über sie sagte, es wird falsche Lehrer geben, die wie räuberische Wölfe kommen und die Herde nicht verschonen werden. Woran werdet ihr sie erkennen? Nicht an ihrer Lehre – obwohl man sie theoretisch anhand ihrer Lehre erkennen kann, aber dafür sind sie zu raffiniert. Ihr werdet sie anhand ihrer Frucht erkennen. Judas beschreibt einfach ihr Leben und ihr Verhalten. Seine Beschreibung bezieht sich auf ihre Lebensweise. Hier wird selbstverständlich schlechte Lehre impliziert. Sie wird nur nicht beschrieben.

An wen schreibt Judas? Wir wissen es nicht. Über wen schreibt er? Wir wissen es nicht. Aber betrachtet einmal ihre Lebensweise, und genau das steht in 2. Petrus 2,10: „[Sie laufen] in unreiner Lust dem Fleisch nach und [verachten] die Herrschergewalt.“ Vers 12: „[Sie sind] wie unvernünftige Tiere von Natur zum Fang und Verderben geboren, lästern über das, was sie nicht verstehen.“ Ich meine, sie sind einfach verdorben. In Vers 18 geht es um hochmütige Rede, um eitle Worte. Sie locken mit fleischlichen Lüsten und Sinnesfreuden. In Vers 19 heißt es, sie sind Sklaven des Verderbens. Was auch immer einen Menschen versklaven kann, versklavt sie ... Sex, Materialismus, was auch immer. Und deshalb ist das eine sehr wichtige Wahrheit. Es ist wichtig, dass ihr und ich ernsthaft für den Glauben kämpfen. Während wir uns gemeinsam durch diese Epistel arbeiten, werden wir sehen, wie Abtrünnige bloßgestellt werden, wie wir aufgerufen werden, die Wahrheit zu verteidigen, und wir werden uns selbst an diesem Kampf beteiligen.

Ich möchte mich zumindest mit dem ersten Wort dieser Epistel beschäftigen. „Judas“. Ich erinnere mich noch daran, als ich vor einigen Jahren den Römerbrief predigte, die erste Predigt im Römerbrief. „Paulus ... lasst mich hier kurz innehalten“, und das taten wir für eine Weile. „Judas“. Im Hebräischen ist das „Judah“, im Griechischen „Joudas“. Ist es nicht interessant, dass ein Buch über Abtrünnigkeit denselben Namen trägt wie der schlimmste Abtrünnige aller Zeiten? Der Name des Autors ist Judas, ein Name, der verflucht ist. Kennt ihr irgendjemanden, der Judas heißt? Ich persönlich mag den Namen „Judas“ nicht, weil er mich so sehr an „Judas Ischariot“ erinnert. Ich sollte ihn mehr mögen, weil ich ihn mit diesem Mann assoziieren sollte. Aber das Stigma, das Judas Ischariot hinterlassen hat, ist so stark. Aber das hier ist Joudas, Judas, Judah. Und Gott, in seiner wunderbaren Gnade, hat natürlich einen Mann auserwählt, der denselben Namen trägt, um eine Epistel über Abtrünnigkeit zu schreiben, illustriert durch den schlimmsten Abtrünnigen aller Zeiten, Judas [Ischariot].

Das hier ist ein ganz anderer Mann, er ist ein Sklave Jesu Christi. Das gefällt mir. Er ist ein Sklave Jesu Christi. Ihr wisst, was das bedeutet, er ist ein Sklave des Herrn. Er ist also ein Bruder von Jakobus, ein Bruder von Jakobus. Aber wer genau ist dieser Mann? Nun, es gibt eine Reihe von Männern mit dem Namen Judas im Neuen Testament, mehrere. Zwei davon sind Apostel. Es gibt Judas Ischariot und Judas, nicht der Ischariot, erinnert ihr euch? Und es gibt noch andere. In Apostelgeschichte 9,11 gab es einen Judas aus Damaskus. Und dann gibt es Judas Barsabas. Laut Apostelgeschichte 15 war Judas Barsabas ein führender Mann in der Anfangszeit der Gemeinde und brachte, gemeinsam mit Silas, die Entscheidung des Jerusalemer Konzils nach Antiochia. Es gibt also Judas von Damaskus, der Ananias half, Saulus nach dessen Bekehrung zu finden. Dann gibt es Judas Barsabas, der dem Jerusalemer Konzil angehörte und daran beteiligt war, die grundlegende Entscheidung des Konzils nach Antiochia zu überbringen. Dann gibt es noch Judas Isachriot, den Abtrünnigen. Und Judas, nicht der Ischariot. Wisst ihr, dass er andere Namen hatte? Wenn ihr das Buch Zwölf ganz normale Menschen lest, trug er auch den Namen Lebbäus oder Thaddäus. Hier geht es jedoch um keinen von diesen. Seht ihr, dieser Judas hier ist der Bruder von Jakobus.

Und wer ist Jakobus? Jakobus ist der Bruder unseres Herrn. Jakobus ist der Halbbruder unseres Herrn. Das bedeutet, Maria und Joseph waren die Eltern der Halbbrüder von Jesus, wir werden sie so nennen, denn Joseph war nicht der Vater von Jesus; Jesus war also nur ihr Halbbruder, da er von einer Jungfrau geboren wurde. Aber wenn ihr einmal Matthäus 13,55 aufschlagt, werdet ihr dort feststellen, dass Maria die Mutter von Jesus war und seine Brüder Jakobus, Joses [Joseph], Simon und Judas hießen. Jakobus und Joses und Simon und Judas ... wir wissen also, dass dieser Judas, der der Bruder von Jakobus ist, der Bruder des Jakobus sein muss, welcher der Halbbruder unseres Herrn ist. In Markus 6, ich glaube, am Anfang des Kapitels, ja, in Vers 3, steht: „Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon?“

Und so stellt er sich im ersten Vers als Bruder von Jakobus vor, was ihn zum Bruder von Jesus macht. Hört bitte einmal auf die Aussage von Paulus in Galater 1,19: „Ich sah aber keinen der anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn.“ Auch hier wird dieser Jakobus in Galater 1,19 also wieder spezifisch als Bruder des Herrn identifiziert. Er ist das Haupt der Gemeinde in Jerusalem. Was daran so wunderbar ist, ist die Tatsache, dass diese Brüder von Jesus nicht an ihn glaubten; erinnert ihr euch daran? In Johannes Kapitel 7 heißt es, sie glaubten nicht an ihn und wir wissen natürlich, dass sie später an ihn glaubten, nach seiner Auferstehung, erinnert ihr euch daran? Zwei von ihnen wurden vom Heiligen Geist dazu genutzt, Bücher des Neuen Testaments zu schreiben; Jakobus schrieb das Buch Jakobus, Judas schrieb das Buch Judas. Und beide sind kritisch für die Offenbarung Gottes. Jakobus wurde auch das Haupt des Jerusalemer Konzils, wie wir wissen.

Ihr sagt jetzt: „Nun, woher weißt du, dass dies nicht der Judas ist, einer von den ... nun, es wäre kaum Judas Ischariot, aber vielleicht Judas, nicht der Ischariot, woher weißt du das?“ In Vers 17 lesen wir: „Ihr aber, Geliebte, erinnert euch an die Worte, die im voraus von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus gesprochen worden sind.“

Und indem er das sagt, distanziert er sich von den Aposteln, er ist also kein Apostel, deshalb wäre er nicht der Judas, der einer der Apostel war, er ist vielmehr kein Apostel und der Bruder von Jakobus, der ebenfalls kein Apostel ist, und deshalb schlussfolgern wir, dass er der Bruder von Jakobus ist, welcher der Halbbruder unseres Herrn ist.

Und so erreicht uns die wunderbare Gnade Gottes und die Brüder von Jesus, die nicht an ihn glaubten, bekehren sich und zwei von ihnen werden auserwählt, um Bücher im Neuen Testament zu schreiben. Der Tod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Jesu führten zu einer enormen Veränderung im Hinblick auf die Beziehungen dieser Männer.

Jetzt könnte jemand einwerfen: „Also weißt du, warum sagt er nicht einfach: ‚Judas, ein Bruder Jesu Christi?'“ „Warum sagt er, ein Sklave?“ Weil Jesus Christus von dem, was er hier auf menschlichem Niveau war, zu dem wurde, was er auf göttlichem Niveau war, und das ist der Herr und Herrscher dieser Männer. Erinnert ihr euch an das, was Jesus in Markus 3 sagte, als seine Brüder und seine Mutter nach ihm suchten und die Leute sagten, sie sind draußen und suchen nach dir? Er sagte: „Nein, ihr versteht das nicht richtig.“ Er sagte - ich glaube in Markus 3,35 -, es ginge nicht um menschliche Beziehungen; ich lese euch vor, was da steht: „Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter.“ Und selbst Maria wusste bei der Geburt von Jesus, dass dieser ihr Heiland war. Die Beziehungen veränderten sich also alle und Judas beschreibt Jesus Christus nicht wie ein Familienmitglied, sondern als seinen Herrn und Herrscher. Von einem menschlichen Standpunkt aus betrachtet ist er der Bruder von Jakobus, aber von einem göttlichen Standpunkt aus sagt er nicht, dass er der Bruder oder Halbbruder von Jesus Christus ist, sondern, dass er der Sklave Christi ist. Er, der nicht glaubte, kam durch die überwältigenden Zeugnisse der Auferstehung zum Glauben. Und deshalb erwählt der Herr diesen bemerkenswerten Mann, um diesen Bericht über den Abfall vom Glauben zu schreiben.

Das ist unsere Einleitung zu diesem Buch und damit ist unsere Zeit vorbei. Nächstes Mal, nächsten Sonntagabend, werden wir uns mit Versen 1 und 2 beschäftigen. Es ist wirklich wichtig, dass ihr einen Gesamtüberblick bekommt. Und wenn ihr es betrachtet, sieht alles vertraut aus, aber einige der wunderbarsten Wahrheiten, die ihr je erfahren werdet, sind in Versen 1 und 2 enthalten, mit denen wir uns noch nicht befasst haben. Und das ist kritisch für eure Auseinandersetzung mit diesem Buch. Ich möchte euch den Grund dafür nennen. Seht ihr in Vers 1 diejenigen, die als berufen und bewahrt bezeichnet werden? Diejenigen, die als berufen und bewahrt bezeichnet werden. Worauf liegt eurer Meinung nach die Betonung bei diesen Worten? Nun, einfach gesagt könnten wir das mit dem Wort „Sicherheit“ zusammenfassen, nicht wahr? Wir werden beschützt. Und Judas beginnt dieses Buch damit, uns zu sagen, dass wir in den Kampf ziehen können, den Vorstoß wagen können, den Kampf um die Wahrheit beginnen können, weil wir nichts zu fürchten haben. So begann er das Buch. Ihr seid die Berufenen. Ihr seid die Geliebten und die Bewahrten. Zieht in den Kampf und fürchtet euch nicht.

Möchtet ihr sehen, wie er das abschließt? Vers 24: „Dem aber, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen ...“ Wisst ihr, jedes Mal, wenn jemand in den Krieg zieht, wird das immer von der Angst vor dem Tod begleitet, nicht wahr? Es herrscht immer die Furcht, dass jemand, der sich auf einen Kampf einlässt, diesem zum Opfer fallen wird. Judas beginnt und endet also mit der Tatsache, dass ihr in diesem Kampf nicht zum Opfer werden könnt, ihr seid die Berufenen, ihr seid die Bewahrten und ihr seid die Geliebten und der Herr hat gelobt, euch vor dem Straucheln zu bewahren und dafür zu sorgen, dass ihr, nach dem Ende des Kampfes, vor dem Angesicht seiner Herrlichkeit stehen werdet, unsträflich und voller Freude. Damit werden wir uns nächstes Mal befassen, mit unserer sicheren Stellung. Wir kämpfen und wir können nicht verlieren. Wir ziehen in die Schlacht und können kein Opfer des Konfliktes werden.

[Gebet]